MedikamenteDetailfrage

Prednisolon in der Schwangerschaft

Prednisolon soll in der Schwangerschaft laut Packungsbeilage nur auf Anraten Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes eingenommen werden; laut Fachinformation darf eine Behandlung nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an. Nach seiner Empfehlung darf eine Behandlung nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung in allen Phasen der Schwangerschaft erfolgen, ein geringfügig erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten bei Behandlung zwischen der 8. und 11. Schwangerschaftswoche lässt sich aber nicht ganz ausschließen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Anfang dreißig mit langem dunkelblondem Haar und petrolfarbener Strickjacke spricht in einer hellen Praxis mit einer Ärztin
Bild: KI-generiert

Während einer Schwangerschaft soll Prednisolon laut Packungsbeilage nur auf Anraten der Ärztin oder des Arztes eingenommen werden; verständigen Sie sie oder ihn deshalb über eine bestehende oder eingetretene Schwangerschaft [1]. Laut Fachinformation darf eine Behandlung in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen [2]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an. Nach seiner Empfehlung darf eine Behandlung mit Prednisolon nach individueller Abwägung von Nutzen und Risiko in allen Phasen der Schwangerschaft erfolgen [3].

Prednisolon darf laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden [1]. Wie Prednisolon wirkt und welche Nebenwirkungen es hat, steht auf der Wirkstoffseite.

Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen

Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der verschreibungspflichtigen Tabletten Predni H Tablinen, beide mit Stand Juli 2022 [1, 2]. Unter den Anwendungsgebieten nennt die Packungsbeilage auch schwere Hauterkrankungen in der Schwangerschaft, zum Beispiel Herpes gestationis und Impetigo herpetiformis [1].

Packungsbeilage: Bei einer Langzeitbehandlung mit Glucocorticoiden in der Schwangerschaft sind Wachstumsstörungen des ungeborenen Kindes nicht auszuschließen. Werden Glucocorticoide am Ende der Schwangerschaft eingenommen, kann sich beim Neugeborenen die Nebennierenrinde zurückbilden, was eine ausschleichende Ersatzbehandlung erforderlich machen kann. Im Tierversuch zeigte Prednisolon fruchtschädigende Wirkungen, zum Beispiel Gaumenspalten; ein erhöhtes Risiko für solche Schäden beim Menschen durch die Gabe in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten wird diskutiert [1].

Fachinformation: Während der Schwangerschaft darf eine Behandlung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Diskutiert wird ein erhöhtes Risiko für Spaltbildungen im Mundbereich beim ungeborenen Kind durch die Gabe von Glucocorticoiden im ersten Schwangerschaftsdrittel. Werden Glucocorticoide am Ende der Schwangerschaft gegeben, besteht für das ungeborene Kind die Gefahr eines Schwunds der Nebennierenrinde, der eine ausschleichende Ersatzbehandlung des Neugeborenen erforderlich machen kann [2].

Tierversuche: Laut Fachinformation ruft Prednisolon im Tierversuch bei Mäusen, Hamstern und Kaninchen Gaumenspalten hervor; außerdem wurden Wachstumsstörungen im Mutterleib beobachtet [2].

Prednisolon in Schwangerschaft und Stillzeit: die Angaben im Vergleich
QuelleSchwangerschaftStillzeit
PackungsbeilageNur auf ärztlichen Rat; bei Langzeitbehandlung Wachstumsstörungen nicht auszuschließen; nach Einnahme am Ende der Schwangerschaft Rückbildung der Nebennierenrinde beim Neugeborenen möglich [1]Geht in die Muttermilch über; Schädigung des Säuglings bisher nicht bekannt; Notwendigkeit genauestens prüfen; sind aus Krankheitsgründen höhere Dosen erforderlich, sollten Sie abstillen [1]
FachinformationNur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung; Spaltbildungen nach Gabe im ersten Drittel werden diskutiert [2]Indikation in der Stillzeit streng stellen; sind aus Krankheitsgründen höhere Dosen erforderlich, sollte abgestillt werden [2]
EmbryotoxErfahrungsumfang sehr hoch; Ampelfarbe grau; nach individueller Abwägung in allen Phasen möglich [3]Glucocorticoid der Wahl; auch hohe Dosen, einmalig oder wenige Tage nacheinander gegeben, erfordern keine Einschränkung des Stillens [3]

Einschätzung von Embryotox

Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Seine Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft beruhen nach eigener Angabe größtenteils auf der Auswertung klinischer Erfahrungen [3].

Wie viel Wirkstoff das Kind erreicht: Prednisolon wird laut Embryotox in der Plazenta durch ein Enzym (11β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase) unwirksam gemacht. Dadurch erreicht vergleichsweise wenig Prednisolon das ungeborene Kind, etwa 10 bis 13 % [3].

Erfahrungsumfang: Embryotox gibt ihn mit "sehr hoch" an [3]. Das bedeutet nach der Erläuterung von Embryotox: mehr als 2.000 systematisch ausgewertete Schwangerschaften. Die Angabe bezieht sich auf Schwangerschaften, in denen das Mittel im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) angewendet wurde [12].

Erstes Schwangerschaftsdrittel: Trotz des langjährigen Einsatzes und einer umfangreichen Studienlage ist eine abschließende Beurteilung des Risikos für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten nach einer Behandlung im ersten Drittel laut Embryotox nach wie vor schwierig. Ein geringfügig erhöhtes Risiko kann nicht ganz ausgeschlossen werden, wenn zwischen der 8. und 11. Schwangerschaftswoche behandelt wurde, gezählt ab der letzten Regelblutung. Embryotox nimmt eine Abhängigkeit von der Dosis an, kann aber keine Grenzdosis angeben [3].

Kleinere Kohortenstudien mit insgesamt mehr als 1.000 Schwangerschaften und Auswertungen von Verschreibungsdaten mit mehr als 2.500 Schwangerschaften, jeweils mit einer Behandlung im ganzen Körper, fanden laut Embryotox weder ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen insgesamt noch für bestimmte Fehlbildungen. Mehrere Fall-Kontroll-Studien und eine Metaanalyse fanden ein erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten; eine der größten und neueren Fall-Kontroll-Studien, die 2014 veröffentlichte Auswertung der "National Birth Defect Prevention Study", ermittelte kein signifikant erhöhtes Risiko. Nach einer örtlichen Anwendung von Prednisolon besteht laut Embryotox kein erhöhtes Risiko [3].

Zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel, Zeit um die Geburt: Je nach Behandlungsdauer, Dosis und Anwendungsgebiet kann es nach einer Behandlung mit Prednisolon im ganzen Körper vermehrt zu Frühgeburten und einem geringeren Geburtsgewicht kommen. Diese Effekte sind laut Embryotox häufig schwer von den Auswirkungen der Erkrankung der Mutter abzugrenzen. Ob ein Schwangerschaftsdiabetes oder eine Präeklampsie gefördert werden, lässt sich nach der bisherigen Studienlage nicht abschließend beurteilen [3].

Nach einer Behandlung mit Glucocorticoiden in der Spätschwangerschaft können beim Neugeborenen Anpassungsstörungen auftreten, etwa ein niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) oder Verschiebungen der Blutsalze (Elektrolyte). Eine Unterfunktion der Nebennierenrinde beim Neugeborenen als Folge der Behandlung vor der Geburt ist laut Embryotox ein seltenes Ereignis und scheint von der Dosis abzuhängen [3].

Empfehlung: Für die Planung einer Behandlung und die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung schreibt Embryotox: Eine Behandlung mit Prednisolon im ganzen Körper oder eine örtliche Behandlung darf nach einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung in allen Phasen der Schwangerschaft durchgeführt werden. Die Dosis richtet sich nach dem Anwendungsgebiet und der Schwere der Erkrankung der Mutter [3].

Nach einer Anwendung in der Schwangerschaft: Ist eine selten erforderliche hohe Behandlung im ganzen Körper über Wochen nötig, sollte das Wachstum des Kindes laut Embryotox per Ultraschall kontrolliert werden. Dauert die Behandlung bis zur Geburt, muss laut Embryotox eine Unterfunktion der Nebennierenrinde mitbedacht und gegebenenfalls behandelt werden [3].

Ampel: Embryotox kennzeichnet Prednisolon mit der Ampelfarbe "grau" und beschreibt es als Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt [3]. Bei grau gekennzeichneten Mitteln haben laut Erläuterung von Embryotox mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes Risiko für Embryo oder Fötus erkennen lassen; vor dem Gebrauch in der Schwangerschaft ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unbedingt erforderlich. Die Ampel ersetzt nie die ausführlicheren Informationen im Text und darf nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage benutzt werden [11].

Andere Glucocorticoide: Unter "Besser geeignete Alternativen" nennt Embryotox Prednisolon und Prednison als Mittel der Wahl aus der Gruppe der Glucocorticoide für eine Behandlung der Schwangeren im ganzen Körper [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Prednisolon bei einzelnen Erkrankungen

Auf seiner Seite zu Asthma schreibt Embryotox: Ist ein Glucocorticoid im ganzen Körper notwendig, ist Prednisolon das Mittel der Wahl in der Schwangerschaft. Das Risiko, dem Kind durch ein schlecht eingestelltes oder untertherapiertes schweres Asthma zu schaden, überwiegt laut Embryotox klar ein mögliches Risiko der üblicherweise eingesetzten Asthmamedikamente [14].

Bei rheumatoider Arthritis sollte laut Embryotox als Glucocorticoid möglichst Prednisolon oder Prednison gewählt werden [15]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Eine wirksame Krankheitskontrolle mit niedriger Krankheitsaktivität ist laut Embryotox eine wichtige Voraussetzung für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf [15]. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind Glucocorticoide laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft "erlaubt"; mögliche Auswirkungen auf das ungeborene Kind hängen vom Wirkstoff, von der Dosis, der Behandlungsdauer und dem Schwangerschaftsabschnitt ab [16]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Stillzeit

Frau mit kastanienbraunem Haar im geringelten Pullover und ihr Partner bereiten in einer sonnigen Küche gemeinsam ein Frühstück zu
Bild: KI-generiert

Packungsbeilage und Fachinformation: Prednisolon geht in die Muttermilch über. Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden. Trotzdem sollte laut Packungsbeilage genau geprüft werden, ob Prednisolon in der Stillzeit notwendig ist; laut Fachinformation sollte es in der Stillzeit nur nach strenger Prüfung angewendet werden. Sind aus Krankheitsgründen höhere Dosen erforderlich, sollte laut beiden Texten abgestillt werden. Die Packungsbeilage bittet, sich dann umgehend mit der Ärztin oder dem Arzt in Verbindung zu setzen [1, 2].

Embryotox: Die Erfahrungen stützen sich auf etwa 40 Mutter-Kind-Paare. Über die Muttermilch erhält der Säugling laut Embryotox 1,17 % einer therapeutischen Dosis für Säuglinge. Selbst eine kurz dauernde Hochdosisbehandlung ergibt für den gestillten Säugling danach kein Risiko, da er nur einen Bruchteil einer üblichen therapeutischen Kinderdosis erhält. Für eine länger dauernde Behandlung mit einer bestimmten hohen Tagesdosis gibt Embryotox an, dass mit der Milch nur eine Menge übertragen wird, die weniger als 10 % der körpereigenen Cortisolbildung entspricht [3].

Prednisolon, Prednison und Methylprednisolon sind laut Embryotox Glucocorticoide der Wahl für eine Behandlung im ganzen Körper während der Stillzeit [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch hohe Dosen, einmalig oder an wenigen Tagen nacheinander gegeben, zum Beispiel beim Asthmaanfall oder bei multipler Sklerose, erfordern laut Embryotox keine Einschränkung des Stillens. Werden solch hohe Dosen wiederholt gegeben, sollte laut Embryotox nach Möglichkeit drei bis vier Stunden mit dem Stillen gewartet werden [3].

Zu höheren Dosen in der Stillzeit sagen Packungsbeilage und Embryotox damit Unterschiedliches [1, 3]. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, was für Sie gilt. Bei einer örtlichen Anwendung sollte Prednisolon laut Embryotox nicht direkt auf die Brüste aufgetragen werden, damit der Säugling den Wirkstoff nicht direkt aufnimmt [3].

Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst und bittet sie, sich an ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt, ihre Gynäkologin oder ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke zu wenden [13]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Kinderwunsch und Fruchtbarkeit

Im Abschnitt zu Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit macht die Fachinformation keine eigenen Angaben zur Fruchtbarkeit. Im Abschnitt zu den präklinischen Daten zur Sicherheit beschreibt sie: Bei einer Anwendung hoher Prednisolon-Dosen über einen längeren Zeitraum wurden umkehrbare Störungen der Spermienbildung beobachtet, die nach dem Absetzen noch mehrere Monate anhielten [2]. Als mögliche Nebenwirkungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation Störungen der Sexualhormonausschüttung, in deren Folge die Regelblutung ausbleiben (Amenorrhö) oder eine Impotenz auftreten kann [1, 2].

Planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1]. Die oben genannte Empfehlung von Embryotox gilt ausdrücklich auch für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung [3]. Bei Asthma sollte laut Embryotox möglichst schon vor der Schwangerschaft eine gute Asthmakontrolle erreicht werden [14]. Für die Planung einer Schwangerschaft hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [13].

Was Sie tun können

Schwanger geworden unter Prednisolon: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Verständigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt laut Packungsbeilage über die eingetretene Schwangerschaft [1]. Sagen Sie dabei, seit wann und wofür Sie Prednisolon einnehmen. Was beim Beenden einer Behandlung zu beachten ist, steht auf der Seite Prednisolon absetzen.

Rund um die Geburt: Die Geburt zählt laut Packungsbeilage zu den besonderen körperlichen Belastungen, bei denen Sie Ärztin, Arzt oder Notarzt über die laufende Behandlung informieren [1]. Haben Sie wegen einer Langzeitbehandlung einen Corticoid-Ausweis, sollten Sie ihn laut Packungsbeilage immer bei sich tragen [1]. Nehmen Sie ihn auch zur Geburt mit.

Beratung durch Embryotox: Embryotox berät kostenlos und bittet bei einer konkreten Schwangerschaft um Einzelheiten einschließlich der verwendeten Medikamente [3]. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken. Es gibt Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer bestehenden und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft [13].

Fragen für das Gespräch in der Praxis:

  • Wofür nehme ich Prednisolon, und wie wichtig ist eine stabile Einstellung meiner Erkrankung in der Schwangerschaft?
  • Welche Dosis brauche ich in der Schwangerschaft, und wie lange?
  • Sind Ultraschallkontrollen des Wachstums meines Kindes nötig?
  • Was gilt bei der Geburt, und muss nach der Geburt bei meinem Kind auf etwas geachtet werden?
  • Kann ich stillen, und muss ich dabei etwas beachten?
  • Ich nehme weitere Arzneimittel: Passen sie zu Prednisolon und zur Schwangerschaft?

Einnahme notieren: Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, seit wann Sie Prednisolon einnehmen und wann sich die Dosis geändert hat. Das hilft im Gespräch in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [13]. Allgemeines steht im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Kommt es während der Behandlung zu besonderen körperlichen Belastungen wie einer fieberhaften Erkrankung, einem Unfall, einer Operation oder der Geburt, verständigen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder unterrichten einen Notarzt über die laufende Behandlung [1]. Welche Zeichen auf eine Nebennierenkrise hinweisen können, steht auf der Seite Prednisolon absetzen. Weitere Warnzeichen der Packungsbeilage, bei denen Sie die Behandlung auf keinen Fall selbst abbrechen, stehen in der Liste unten [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Prednisolon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 16.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation INFECTOCORTIKRUPP Zäpfchen 100 mg (Prednisolonacetat). INFECTOPHARM Arzneimittel und Consilium GmbH. Stand 08/2020. abgerufen am 18.10.2026
  5. Embryotox Embryotox: Glossar, Erläuterungen zur Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  6. Embryotox Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  7. Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  8. Embryotox Embryotox: Asthma bronchiale. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  9. Embryotox Embryotox: Rheumatoide Arthritis. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  10. Embryotox Embryotox: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Darf man Prednisolon in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage soll Prednisolon in der Schwangerschaft nur auf Anraten der Ärztin oder des Arztes eingenommen werden; laut Fachinformation darf eine Behandlung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Das Beratungszentrum Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "sehr hoch" an. Eine Behandlung mit Prednisolon darf danach nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung in allen Phasen der Schwangerschaft durchgeführt werden. Ob die Behandlung für Sie nötig ist und in welcher Dosis, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Ist Prednisolon im 1. Trimester ein Risiko für mein Kind?

Laut Packungsbeilage wird ein erhöhtes Risiko für Schäden wie Gaumenspalten durch die Gabe in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten diskutiert. Embryotox schreibt, dass ein geringfügig erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten nicht ganz ausgeschlossen werden kann, wenn zwischen der 8. und 11. Schwangerschaftswoche behandelt wurde; eine Grenzdosis kann Embryotox nicht angeben. Kohortenstudien mit insgesamt mehr als 1.000 und Auswertungen von Verschreibungsdaten mit mehr als 2.500 Schwangerschaften fanden laut Embryotox weder ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen insgesamt noch für bestimmte Fehlbildungen. Embryotox berät bei einer bestehenden Schwangerschaft auch persönlich.

Was gilt im 3. Trimester und vor der Geburt?

Werden Glucocorticoide am Ende der Schwangerschaft eingenommen, kann sich laut Packungsbeilage beim Neugeborenen die Nebennierenrinde zurückbilden, was eine ausschleichende Ersatzbehandlung erforderlich machen kann. Laut Embryotox können nach einer Behandlung in der Spätschwangerschaft beim Neugeborenen Anpassungsstörungen wie ein niedriger Blutzucker oder Verschiebungen der Blutsalze auftreten; eine Unterfunktion der Nebennierenrinde beim Neugeborenen ist danach ein seltenes Ereignis. Dauert die Behandlung bis zur Geburt, muss laut Embryotox eine Unterfunktion der Nebennierenrinde mitbedacht und gegebenenfalls behandelt werden. Die Geburt zählt laut Packungsbeilage zu den besonderen Belastungen, bei denen Sie Ärztin, Arzt oder Notarzt über die laufende Behandlung informieren.

Welche Dosis Prednisolon ist in der Schwangerschaft möglich?

Eine eigene Dosis für Schwangere nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Embryotox richtet sich die Dosis nach dem Anwendungsgebiet und der Schwere der Erkrankung der Mutter. Mögliche Auswirkungen wie Frühgeburten oder ein geringeres Geburtsgewicht hängen laut Embryotox unter anderem von Behandlungsdauer und Dosis ab. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die allgemeinen Angaben der Packungsbeilage stehen auf der Seite Prednisolon im Abschnitt zur Dosierung.

Wie lange darf ich Prednisolon in der Schwangerschaft nehmen?

Eine Höchstdauer für die Schwangerschaft nennen Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox nicht. Bei einer Langzeitbehandlung mit Glucocorticoiden sind laut Packungsbeilage Wachstumsstörungen des ungeborenen Kindes nicht auszuschließen. Ist eine selten erforderliche hohe Behandlung über Wochen nötig, sollte das Wachstum des Kindes laut Embryotox per Ultraschall kontrolliert werden. Wie lange Sie Prednisolon brauchen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Ihrer Erkrankung.

Sollte ich Prednisolon in der Schwangerschaft absetzen?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Prednisolon darf laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden, weil vor allem eine länger dauernde Behandlung die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrückt. Bei Asthma überwiegt laut Embryotox das Risiko, dem Kind durch ein schlecht eingestelltes oder untertherapiertes schweres Asthma zu schaden, klar ein mögliches Risiko der üblicherweise eingesetzten Medikamente. Was beim Beenden einer Behandlung gilt, steht auf der Seite Prednisolon absetzen.

Darf ich Prednisolon in der Stillzeit nehmen?

Prednisolon geht in die Muttermilch über; eine Schädigung des Säuglings ist laut Packungsbeilage bisher nicht bekannt geworden. Die Notwendigkeit sollte in der Stillzeit trotzdem genau geprüft werden, und sind aus Krankheitsgründen höhere Dosen erforderlich, sollten Sie laut Packungsbeilage abstillen. Embryotox zählt Prednisolon zu den Glucocorticoiden der Wahl in der Stillzeit; auch hohe Dosen, einmalig oder an wenigen Tagen nacheinander gegeben, erfordern danach keine Einschränkung des Stillens. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, was für Sie gilt.

Welche Nebenwirkungen kann Prednisolon in der Schwangerschaft für das Kind haben?

Packungsbeilage und Fachinformation nennen mögliche Wachstumsstörungen bei einer Langzeitbehandlung, ein diskutiertes Risiko für Spaltbildungen nach Gabe in den ersten drei Monaten und eine mögliche Rückbildung der Nebennierenrinde beim Neugeborenen nach Einnahme am Ende der Schwangerschaft. Laut Embryotox kann es je nach Behandlungsdauer, Dosis und Anwendungsgebiet vermehrt zu Frühgeburten und einem geringeren Geburtsgewicht kommen; diese Effekte sind häufig schwer von den Folgen der Erkrankung der Mutter abzugrenzen. Nebenwirkungen bei der Mutter stehen auf der Seite Prednisolon.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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