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Enoxaparin in der Schwangerschaft
Laut Fachinformation sollte Enoxaparin in der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt eine klare Notwendigkeit festgestellt hat; beim Menschen gibt es laut Fachinformation keinen Anhalt dafür, dass es im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel über den Mutterkuchen zum Kind gelangt. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an und kennzeichnet Enoxaparin in seiner Ampel mit "grün"; niedermolekulare Heparine können laut Embryotox in der Schwangerschaft angewendet werden. Sind Sie unter der Behandlung schwanger geworden, gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Laut Fachinformation sollte Enoxaparin in der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt eine klare Notwendigkeit festgestellt hat. Beim Menschen gibt es laut Fachinformation keinen Anhalt dafür, dass Enoxaparin im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel über den Mutterkuchen (Plazenta) zum Kind gelangt; zum ersten Drittel liegen keine Daten vor [2]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an und kennzeichnet Enoxaparin in seiner Ampel mit "grün" [3].
Sind Sie unter der Behandlung schwanger geworden, ergeben sich laut Embryotox aus der Anwendung keine Konsequenzen [3]. Wie Enoxaparin wirkt und welche Nebenwirkungen es hat, steht auf der Wirkstoffseite.
Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen
Enoxaparin ist ein verschreibungspflichtiges niedermolekulares Heparin, das in der Regel unter die Haut gespritzt wird [1, 4]. Es ist unter anderem als Clexane und Inhixa im Handel [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation des Biosimilars Inhixa in der deutschen Fassung der EMA-Produktinformation, Stand Juli 2026 [1, 2].
Packungsbeilage: Wenn Sie schwanger sind oder stillen, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder wenn Sie eine Schwangerschaft planen, fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Sind Sie schwanger und haben eine mechanische Herzklappe, kann das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln erhöht sein; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollte das mit Ihnen besprechen [1].
Fachinformation: Beim Menschen gibt es keinen Anhalt dafür, dass Enoxaparin im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel die Plazentaschranke passiert; zum ersten Drittel liegen keine Daten vor. Tierversuche ergaben keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene (Fetotoxizität) oder auf Fehlbildungen (Teratogenität). Daten aus Tierversuchen zeigten außerdem, dass Enoxaparin nur in geringem Umfang über die Plazenta gelangt. Enoxaparin sollte während der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt eine klare Notwendigkeit festgestellt hat [2].
Schwangere, die Enoxaparin erhalten, sollten laut Fachinformation sorgfältig auf Zeichen einer Blutung oder einer zu starken Gerinnungshemmung untersucht und vor dem Blutungsrisiko gewarnt werden. Insgesamt deuten die Daten nicht auf ein erhöhtes Risiko für Blutungen, einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder Knochenschwund (Osteoporose) im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen hin, anders als es bei Schwangeren mit künstlichen Herzklappen beobachtet wurde. Ist eine Periduralanästhesie geplant, empfiehlt die Fachinformation den Ärztinnen und Ärzten, die Behandlung mit Enoxaparin vorher abzusetzen [2].
| Quelle | Schwangerschaft | Stillzeit |
|---|---|---|
| Packungsbeilage | Vor der Anwendung Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen; mit mechanischer Herzklappe kann das Risiko für Blutgerinnsel erhöht sein [1] | Vor Beginn der Anwendung Ärztin oder Arzt fragen [1] |
| Fachinformation | Nur bei klarer ärztlich festgestellter Notwendigkeit; kein Anhalt für einen Übergang über die Plazenta im zweiten und dritten Drittel, keine Daten zum ersten Drittel; sorgfältig auf Blutungszeichen untersuchen [2] | Übergang in die Muttermilch nicht bekannt; Aufnahme über den Mund unwahrscheinlich; kann angewendet werden [2] |
| Embryotox | Erfahrungsumfang hoch; Ampelfarbe grün; niedermolekulare Heparine können angewendet werden [3] | Während der Behandlung darf weiter gestillt werden [3] |
Schwangere mit mechanischer Herzklappe
Laut Fachinformation wurde die Anwendung von Enoxaparin zur Vorbeugung von Blutgerinnseln bei Schwangeren mit mechanischen künstlichen Herzklappen nicht ausreichend untersucht. In einer klinischen Studie mit solchen Schwangeren, die Enoxaparin erhielten, bildete sich bei 2 von 8 Frauen ein Blutgerinnsel, das die Herzklappe blockierte und schließlich zum Tod der Mutter und des ungeborenen Kindes führte. Nach der Markteinführung wurde außerdem vereinzelt über Gerinnsel an der Herzklappe (Herzklappenthrombosen) bei Schwangeren mit mechanischen Herzklappen berichtet, die Enoxaparin zur Vorbeugung erhielten. Schwangere mit mechanischen künstlichen Herzklappen haben laut Fachinformation möglicherweise ein höheres Risiko für Blutgerinnsel (Thromboembolien) [2].
Mehrdosenbehältnisse mit Benzylalkohol
Enoxaparin gibt es auch in Mehrdosenbehältnissen [2]. Diese enthalten laut Fachinformation zusätzlich den sonstigen Bestandteil Benzylalkohol. Da Benzylalkohol die Plazentaschranke passiert, wird laut Fachinformation empfohlen, in der Schwangerschaft auf Zubereitungen ohne Benzylalkohol auszuweichen [2]. Welche Zubereitung Sie erhalten, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Einschätzung von Embryotox
Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Seine Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft beruhen nach eigener Angabe größtenteils auf der Auswertung klinischer Erfahrungen [3].
Übergang zum Kind: Laut Embryotox gibt es keinen Anhalt dafür, dass niedermolekulare Heparine wie Enoxaparin über die Plazenta zum Kind gelangen. Im Gegensatz zum unfraktionierten Heparin sind niedermolekulare Heparine laut Embryotox insgesamt besser verträglich und haben eine längere Halbwertszeit [3].
Erfahrungsumfang: Embryotox gibt ihn für Enoxaparin mit "hoch" an [3]. Das bedeutet nach der Erläuterung von Embryotox: umfangreiche Erfahrungen oder mehr als 300 systematisch ausgewertete Schwangerschaften. Die Angabe bezieht sich auf Schwangerschaften, in denen das Mittel im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) angewendet wurde [12].
Erstes Schwangerschaftsdrittel: Die veröffentlichten Erfahrungen mit über 1.500 Schwangeren ergaben laut Embryotox keine Hinweise auf schädliche Wirkungen auf den Embryo (embryotoxische Effekte) [3].
Zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel, Zeit um die Geburt: Schädliche Wirkungen auf das ungeborene Kind (fetotoxische Effekte) wurden laut Embryotox bisher nicht beobachtet. Das Risiko für Knochenschwund bei Schwangeren scheint bei niedermolekularen Heparinen geringer zu sein als bei unfraktioniertem Heparin. In einer Untersuchung an etwa 280 Schwangeren, die Enoxaparin langfristig erhielten, traten Komplikationen bei einer vaginalen Geburt, einer operativen Entbindung oder einer Periduralanästhesie nicht häufiger auf als in einer nicht behandelten Vergleichsgruppe, wenn Enoxaparin mit einem Mindestabstand vorher abgesetzt worden war [3].
Empfehlung: Für die Planung einer Behandlung und für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung schreibt Embryotox: Niedermolekulare Heparine können in der Schwangerschaft angewendet werden. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine [3].
Ampel: Embryotox kennzeichnet Enoxaparin mit der Ampelfarbe "grün" und schreibt dazu: Medikament der Wahl, dennoch ist eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig [3]. Grün bedeutet nach der Erläuterung von Embryotox: Medikament der Wahl für das angegebene Anwendungsgebiet, bei dem umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes Potenzial für schädliche Wirkungen auf Embryo oder Fötus erkennen lassen. Auch die grüne Ampel erfordert eine sorgfältige Prüfung, ob das Mittel angezeigt ist, und sollte nicht zu sorglosem Gebrauch verleiten; eine hundertprozentige Sicherheit gibt es bei keinem Medikament. Die Ampel ersetzt nie die ausführlicheren Informationen im Text und darf nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage benutzt werden [11].
Andere Mittel: Unter "Besser geeignete Alternativen" steht bei Embryotox zu Enoxaparin: keine [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Blutgerinnsel in der Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft erhöht laut IQWiG das Risiko für eine Lungenembolie: Der veränderte Hormonhaushalt verstärkt die Gerinnungsneigung des Blutes, deshalb kann sich etwas leichter ein Blutgerinnsel bilden. Am höchsten ist das Risiko einer Lungenembolie kurz nach der Geburt [14]. Mehr zu den Erkrankungen steht unter Thrombose und Lungenembolie.
Bei einer Lungenembolie in der Schwangerschaft wählen Ärztinnen und Ärzte laut IQWiG in der Regel ein niedermolekulares Heparin, weil seine Wirkung besser berechenbar ist als die von unfraktioniertem Heparin; zudem sind Nebenwirkungen laut IQWiG seltener [14]. Rückt der errechnete Geburtstermin näher, ist laut IQWiG eine gute Vorbereitung wichtig, weil Heparin die Blutungsneigung erhöht und während der Geburt stärkere Blutungen möglich sind. Welche Vor- und Nachteile ein geplanter Geburtszeitpunkt hat und ob eine eingeleitete Geburt infrage kommt, lässt sich laut IQWiG mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen [14]. Wann die Anwendung vor der Geburt beendet wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].
Stillzeit

Packungsbeilage: Wenn Sie stillen oder stillen möchten, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, bevor Sie mit der Anwendung beginnen [1].
Fachinformation: Es ist nicht bekannt, ob Enoxaparin unverändert in die Muttermilch übergeht. Bei säugenden Ratten gehen Enoxaparin oder seine Abbauprodukte nur in sehr geringem Umfang in die Milch über. Dass der Wirkstoff nach dem Schlucken in den Körper aufgenommen wird (Resorption nach oraler Aufnahme), ist unwahrscheinlich. Enoxaparin kann laut Fachinformation während der Stillzeit angewendet werden [2].
Embryotox: Wegen seines hohen Molekulargewichts und weil es nach dem Schlucken nicht in den Körper aufgenommen wird, werden Beschwerden beim gestillten Säugling laut Embryotox nicht erwartet und sind bisher auch nicht beschrieben. In einer Untersuchung bei zwölf Frauen, die Enoxaparin täglich unter die Haut gespritzt bekamen, war fünf bis sieben Tage nach der Geburt bei den gestillten Säuglingen keine Anti-Xa-Aktivität nachweisbar, also keine messbare Hemmung des Gerinnungsfaktors Xa. Blutungskomplikationen traten bei den gestillten Kindern nicht auf und sind laut Embryotox auch nicht zu erwarten. Während einer Behandlung mit Enoxaparin darf laut Embryotox weiter gestillt werden [3].
Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst. Embryotox bittet Stillende, sich an ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt, ihre Gynäkologin oder ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke zu wenden [13]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Kinderwunsch und Fruchtbarkeit
Zur Fruchtbarkeit (Fertilität) liegen laut Fachinformation keine klinischen Daten vor. In Tierversuchen zeigte sich keine Auswirkung; bei männlichen und weiblichen Ratten beeinflusste Enoxaparin die Fortpflanzungsfähigkeit nicht [2].
Planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1]. Die oben genannte Empfehlung von Embryotox gilt ausdrücklich auch für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung [3]. Für Fragen zur Planung einer Schwangerschaft im Zusammenhang mit Medikamenten hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [13].
Was Sie tun können
Schwanger geworden unter Enoxaparin: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Laut Packungsbeilage ist es wichtig, die Anwendung fortzusetzen, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet, sie zu beenden; bei einem Abbruch könnte sich ein Blutgerinnsel bilden, was sehr gefährlich sein kann [1]. Sagen Sie in der Praxis, dass Sie schwanger sind oder es vermuten, seit wann und wofür Sie Enoxaparin anwenden. Wie lange Sie Enoxaparin erhalten, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].
Spritzen selbst geben: Sollen Sie sich die Spritzen nach der Entlassung selbst geben, zeigt man Ihnen vorher, wie das geht. Ohne Schulung geben Sie sich keine Spritze, und wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem Fachpersonal [1]. Laut Packungsbeilage sollte Enoxaparin direkt unter die Bauchhaut gespritzt werden, bei jeder Spritze abwechselnd in die linke und die rechte Bauchseite und mindestens 5 cm vom Bauchnabel und von Narben oder Blutergüssen entfernt. Reiben Sie nach der Spritze nicht an der Einstichstelle, damit keine blauen Flecken entstehen. Jede Fertigspritze ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt und kommt danach in einen durchstichsicheren Behälter, der nicht in den Hausmüll gehört [1]. Eigene Hinweise für Schwangere zur Einstichstelle enthält die Packungsbeilage nicht; fragen Sie im Zweifel in der Praxis nach. Allgemeines zum Spritzen steht auf der Seite Heparinspritze.
Vor der Geburt: Ist bei Ihnen eine Lumbalpunktion oder eine Betäubung in Rückenmarksnähe (Peridural- oder Spinalanästhesie) geplant, sagen Sie laut Packungsbeilage der Ärztin oder dem Arzt, dass Sie Enoxaparin anwenden [1]. Die Fachinformation nennt für Ärztinnen und Ärzte Mindestabstände zwischen der letzten Spritze und dem Setzen der Nadel oder des Katheters; sie hängen davon ab, ob Enoxaparin zur Vorbeugung oder zur Behandlung gegeben wird [2].
Beratung durch Embryotox: Embryotox berät kostenlos und bittet bei einer konkreten Schwangerschaft um Einzelheiten einschließlich der verwendeten Medikamente [3]. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken. Es gibt Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer bestehenden und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft [13].
Fragen für das Gespräch in der Praxis:
- Warum brauche ich Enoxaparin in der Schwangerschaft, und wie lange?
- Soll ich mir die Spritzen selbst geben, und wer zeigt mir, wie das geht?
- Was geschieht mit den Spritzen vor der Geburt, und was gilt, wenn ich eine Periduralanästhesie möchte?
- Auf welche Zeichen einer Blutung oder eines Blutgerinnsels soll ich achten?
- Kann ich nach der Geburt stillen?
Anwendung notieren: Ein Tagebuch kann laut Packungsbeilage helfen, keine Dosis zu versäumen [1]. Im Nebenwirkungs-Tagebuch halten Sie auch blaue Flecken oder andere Beschwerden fest. Das hilft in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [13]. Allgemeines steht im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen melden: Nebenwirkungen, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, besprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; Sie können sie auch direkt über das nationale Meldesystem melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Bei welchen Zeichen Sie laut Packungsbeilage und Fachinformation sofort oder umgehend ärztliche Hilfe brauchen, etwa bei einer Blutung, die nicht von selbst aufhört, bei Zeichen eines Blutgerinnsels im Bein oder in der Lunge oder nach einer Peridural- oder Spinalanästhesie, steht im Kasten unten [1, 2]. Eine Lungenembolie kann sich laut IQWiG auch nur durch leichtere Beschwerden zeigen, etwa Kurzatmigkeit oder ein geschwollenes Bein; in der Schwangerschaft ist es schwierig, solche Beschwerden von typischen Schwangerschaftsbeschwerden zu unterscheiden. Zu den typischen Anzeichen zählt das IQWiG neben plötzlicher schwerer Atemnot und Brustschmerzen auch Schwindel, Benommenheit und Herzrasen [14]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Inhixa (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Inhixa 2.000 IE bis 10.000 IE Injektionslösung (Fertigspritzen). Techdow Pharma Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Inhixa (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Techdow Pharma Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Enoxaparin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Enoxaparin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erläuterungen zur Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
- Lungenembolie in der Schwangerschaft. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.09.2022. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Darf man Enoxaparin in der Schwangerschaft spritzen?
Laut Fachinformation sollte Enoxaparin in der Schwangerschaft nur verwendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt eine klare Notwendigkeit festgestellt hat. Die Packungsbeilage sieht vor, dass Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat fragen, wenn Sie schwanger sind, es vermuten oder eine Schwangerschaft planen. Das Beratungszentrum Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an; niedermolekulare Heparine können laut Embryotox in der Schwangerschaft angewendet werden. In der Ampel von Embryotox ist Enoxaparin "grün" gekennzeichnet, mit dem Zusatz, dass dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung nötig ist. Ob Sie Enoxaparin brauchen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Kann Enoxaparin dem ungeborenen Kind schaden?
Laut Fachinformation gibt es beim Menschen keinen Anhalt dafür, dass Enoxaparin im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel über den Mutterkuchen zum Kind gelangt; zum ersten Drittel liegen keine Daten vor. Tierversuche ergaben laut Fachinformation keine Hinweise auf Fehlbildungen oder eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene. Laut Embryotox ergaben die veröffentlichten Erfahrungen mit über 1.500 Schwangeren im ersten Drittel keine Hinweise auf schädliche Wirkungen auf den Embryo; im zweiten und dritten Drittel wurden bisher keine schädlichen Wirkungen auf das Ungeborene beobachtet.
Wohin spritze ich Enoxaparin in der Schwangerschaft?
Laut Packungsbeilage sollte Enoxaparin direkt unter die Bauchhaut gespritzt werden, bei jeder Spritze abwechselnd in die linke und die rechte Bauchseite und mindestens 5 cm vom Bauchnabel und von Narben oder Blutergüssen entfernt. Wenn Sie sich die Spritzen selbst geben sollen, zeigt Ihnen Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal vorher, wie das geht. Eigene Hinweise für Schwangere zur Einstichstelle enthält die Packungsbeilage nicht. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem Fachpersonal.
Muss ich Enoxaparin vor der Geburt absetzen?
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Ist eine Periduralanästhesie geplant, empfiehlt die Fachinformation den Ärztinnen und Ärzten, die Behandlung vorher abzusetzen; laut Packungsbeilage sagen Sie vor einer solchen Betäubung, dass Sie Enoxaparin anwenden. Weil Heparin die Blutungsneigung erhöht, sind laut IQWiG während der Geburt stärkere Blutungen möglich. Wann die Anwendung beendet wird, entscheidet laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; besprechen Sie vorher mit ihr oder ihm, wie es bei Ihnen rund um die Geburt weitergeht.
Hat Enoxaparin in der Schwangerschaft andere Nebenwirkungen?
Laut Fachinformation deuten die Daten insgesamt nicht auf ein erhöhtes Risiko für Blutungen, einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder Knochenschwund (Osteoporose) im Vergleich zu nicht schwangeren Frauen hin, anders als bei Schwangeren mit künstlichen Herzklappen. Schwangere, die Enoxaparin erhalten, sollten laut Fachinformation sorgfältig auf Zeichen einer Blutung untersucht und vor dem Blutungsrisiko gewarnt werden. Das Risiko für Knochenschwund bei Schwangeren scheint laut Embryotox bei niedermolekularen Heparinen geringer zu sein als bei unfraktioniertem Heparin. Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit stehen auf der Seite Enoxaparin.
Welche Dosis Enoxaparin bekommt man in der Schwangerschaft?
Eine eigene Dosis für Schwangere nennt die Packungsbeilage nicht. Laut Packungsbeilage entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, wie viel Enoxaparin Sie erhalten und wie lange; die Dosis hängt davon ab, warum es angewendet wird. Die allgemeinen Angaben der Packungsbeilage stehen auf der Seite Enoxaparin im Abschnitt zur Dosierung.
Darf ich Enoxaparin in der Stillzeit spritzen?
Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Enoxaparin unverändert in die Muttermilch übergeht; dass der Wirkstoff nach dem Schlucken in den Körper aufgenommen wird, ist unwahrscheinlich, und Enoxaparin kann in der Stillzeit angewendet werden. Laut Embryotox darf während einer Behandlung mit Enoxaparin weiter gestillt werden; Beschwerden bei gestillten Säuglingen werden nicht erwartet und sind bisher nicht beschrieben. Wenn Sie stillen oder stillen möchten, fragen Sie laut Packungsbeilage vor Beginn der Behandlung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Ich habe eine mechanische Herzklappe und bin schwanger. Was gilt?
Laut Packungsbeilage kann das Risiko für Blutgerinnsel erhöht sein, wenn Sie schwanger sind und eine mechanische Herzklappe haben; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollte das mit Ihnen besprechen. Laut Fachinformation wurde die Anwendung von Enoxaparin zur Vorbeugung von Blutgerinnseln bei Schwangeren mit mechanischen künstlichen Herzklappen nicht ausreichend untersucht, und bei solchen Schwangeren wurde über Gerinnsel an der Herzklappe berichtet. Sprechen Sie Ihre Herzklappe in der Praxis ausdrücklich an.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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