ImpfungenImpfung

Hepatitis-B-Impfung: Nebenwirkungen und Reaktionen

Bei HBVAXPRO nennt die Fachinformation vorübergehende Schmerzen, Rötung und Verhärtung an der Einstichstelle als häufig, bei HEPLISAV B sind Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein und Schmerzen an der Einstichstelle sehr häufig. Hexyon ist einer von mehreren 6-fach-Impfstoffen für Säuglinge; nach der Impfung damit sind laut Fachinformation unter anderem Fieber ab 38,0 °C, Weinen, Reizbarkeit sowie Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle sehr häufig. Bei Anzeichen einer schwerwiegenden allergischen Reaktion begeben Sie sich laut Packungsbeilage von HEPLISAV B unverzüglich in ärztliche Behandlung; bei einem anaphylaktischen Schock sollte laut gesund.bund.de sofort die Notrufnummer 112 gerufen werden. Einen Verdacht auf eine Nebenwirkung können Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen oder selbst über das Impfstoff-Meldeformular auf nebenwirkungen.bund.de melden.

Frau Ende dreißig mit schulterlangem kastanienbraunem Haar und petrolfarbenem Strickpullover sitzt mit hochgekrempeltem Ärmel und kleinem runden Pflaster am Oberarm ruhig in einem hellen Wartezimmer
Bild: KI-generiert

Gegen Hepatitis B gibt es Impfstoffe für Säuglinge, Kinder, Erwachsene und Menschen mit Niereninsuffizienz, und ihre Fachinformationen nennen unterschiedliche Nebenwirkungen. Bei HBVAXPRO sind vorübergehende Schmerzen, Rötung und Verhärtung an der Einstichstelle häufig, alle anderen genannten Nebenwirkungen sehr selten [5]. Für HEPLISAV B nennt die Fachinformation Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein und Schmerzen an der Einstichstelle als sehr häufig [7]. Hexyon ist ein 6-fach-Impfstoff, mit dem Säuglinge unter anderem gegen Hepatitis B geimpft werden können; nach der Impfung damit sind Fieber ab 38,0 °C, Weinen, Reizbarkeit und Reaktionen an der Einstichstelle sehr häufig [1]. Bei einem anaphylaktischen Schock, einer schweren allergischen Reaktion, sollte sofort die Notrufnummer 112 gerufen werden [15]. Alle Impfungen im Überblick finden Sie unter Impfungen.

Was die Impfung ist und wem die STIKO sie empfiehlt

Die Impfstoffe dieser Seite enthalten das gentechnisch in Hefezellen hergestellte Oberflächenantigen des Hepatitis-B-Virus (HBsAg) [1, 3, 5, 7]; Fendrix enthält zusätzlich das Adjuvans AS04C, HEPLISAV B das Adjuvans CpG 1018 [3, 7]. Die STIKO zählt Impfstoffe gegen Hepatitis B zu den Totimpfstoffen [9]. Die Impfung soll laut Fachinformation vor einer Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus schützen, nicht vor anderen Erregern einer Leberentzündung wie dem Hepatitis-A-, Hepatitis-C- oder Hepatitis-E-Virus [5].

Die Ständige Impfkommission (STIKO) führt die Hepatitis-B-Impfung in ihren Empfehlungen 2026 (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026) im Impfkalender als Standardimpfung für Säuglinge [9]. "Falls die Impfung im Säuglingsalter versäumt wurde, wird eine Nachholimpfung bis zum 18. Geburtstag empfohlen", schreibt sie [9]. Als Indikationsimpfung (I) nennt sie Personen, "bei denen wegen einer vorbestehenden oder zu erwartenden Immundefizienz, z. B. eine geplante Immunsuppression, oder wegen einer vorbestehenden Erkrankung ein schwerer Verlauf einer Hepatitis-B-Erkrankung zu erwarten ist, z. B. HIV-Positive, Hepatitis-C-Positive, Dialysepflichtige", und "Personen mit einem erhöhten nicht-arbeitsbedingten Expositionsrisiko, z. B. Kontakt zu HBsAg-Trägern in Familie/Wohngemeinschaft, Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko, i. v. Drogenkonsumierende, Untersuchungshäftlinge und Strafgefangene, ggf. Patienten und Patientinnen psychiatrischer Einrichtungen" [9]. Hinzu kommen Personen mit erhöhtem arbeitsbedingtem Risiko (B), etwa in medizinischen Einrichtungen, im Sanitäts- und Rettungsdienst und bei der Polizei; für Reisen (R) gilt: "Reiseindikation: individuelle Gefährdungsbeurteilung erforderlich." [9] Mehr zu HIV und Hepatitis C.

Nach einem möglichen Kontakt mit dem Virus, etwa durch eine Nadelstichverletzung, gilt laut STIKO: "Im Fall einer Exposition gegenüber dem Hepatitis-B-Virus (HBV) ist eine schnelle Prophylaxe erforderlich." Das Vorgehen beschreibt sie in Kapitel 5.3 ihrer Empfehlungen [9].

Impfstoffe in Deutschland

Von den Hepatitis-B-Impfstoffen in der Liste des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) zeigt die Seite je Impfstoffart und Altersgruppe einen [10]. Ohne Vermerk "nicht vermarktet" stehen dort außerdem Engerix-B Kinder, Engerix-B Erwachsene und die 6-fach-Impfstoffe Hexacima, Infanrix hexa und Vaxelis [10]. Den Kombinationsimpfstoff Twinrix gegen Hepatitis A und B beschreibt die Seite Hepatitis-A-Impfung [10].

Berücksichtigte Impfstoffe (Auswahl ohne Wertung, Stand Oktober 2026)
ImpfstoffArtzugelassen ab (Fachinformation 4.1)ZulassungsinhaberGrundlage
Hexyon6-fach-Impfstoff gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (azellulär), Hepatitis B (rDNA), Kinderlähmung (inaktiviert) und Haemophilus influenzae Typ b (konjugiert)Säuglinge und Kleinkinder ab einem Alter von sechs WochenSanofi Winthrop Industrie, Frankreich (EU/1/13/829)Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, Stand 08/2026 [1, 2]
FendrixHepatitis-B-Impfstoff (rDNA), adjuvantiert, adsorbiertPersonen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr mit Niereninsuffizienz, einschließlich Prähämodialyse- und HämodialysepatientenGlaxoSmithKline Biologicals s.a., Belgien (EU/1/04/299)Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, Stand 07/2026 [3, 4]
HBVAXPRO 5, 10 und 40 MikrogrammHepatitis-B-Impfstoff (rekombinante DNS), an Aluminiumsalz adsorbiert5 Mikrogramm: Personen von der Geburt bis zu einem Alter von 15 Jahren, die besonders durch eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus gefährdet sind; 10 Mikrogramm: Personen ab 16 Jahren, die besonders gefährdet sind; 40 Mikrogramm: erwachsene Prädialyse- und DialysepatientenMerck Sharp & Dohme B.V., Niederlande (EU/1/01/183)Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, Stand 11/2025 [5, 6]
HEPLISAV BHepatitis-B-Impfstoff (rekombinante DNA, adjuvantiert)Erwachsene ab 18 JahrenDynavax GmbH, Deutschland (EU/1/20/1503)Fachinformation und Packungsbeilage der EMA, Stand 01/2026 [7, 8]

Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Impfstoffs, mit dem Sie geimpft werden.

Impfreaktion oder Nebenwirkung?

Als übliche Impfreaktion beschreibt die STIKO "das übliche Ausmaß nicht überschreitende, vorübergehende Lokal- und Allgemeinreaktionen", unter anderem "für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) anhaltende Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle" und "für die Dauer von 1 bis 3 Tagen Fieber < 39,5° C (bei rektaler Messung), Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe, Schwellung der regionären Lymphknoten" [9]. Bei HBVAXPRO gehören dazu etwa die häufigen Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle, bei HEPLISAV B die sehr häufigen Kopf- und Muskelschmerzen [5, 7, 9]. Hohes Fieber ab 39,6 °C nennt die Fachinformation von Hexyon als gelegentlich [1].

"Alle anderen Impfreaktionen sollen gemeldet werden", schreibt die STIKO [9]. Den Verdacht "einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung" melden Ärztinnen und Ärzte nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz namentlich dem Gesundheitsamt [9, 13]. Unter welchen Voraussetzungen bei einem Schaden durch eine Schutzimpfung Leistungen der Sozialen Entschädigung infrage kommen, regelt § 24 SGB XIV [14].

Nebenwirkungen laut Fachinformation

Hexyon (6-fach-Impfstoff, Säuglinge und Kleinkinder)

Hexyon: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 08/2026), Säuglinge und Kleinkinder ab 6 Wochen
HäufigkeitNebenwirkungen
Sehr häufigAppetitverlust (Anorexie); Weinen; Schläfrigkeit (Somnolenz); Erbrechen; Fieber (Körpertemperatur von 38,0 °C oder höher); Reizbarkeit; Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle [1, 2]
Häufiganomales, lang anhaltendes Weinen; Durchfall; Verhärtung an der Einstichstelle [1, 2]
Gelegentlichallergische Reaktion (Überempfindlichkeitsreaktion); hohes Fieber (Körpertemperatur von 39,6 °C oder höher); Knötchen an der Einstichstelle [1, 2]
Seltenschwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion) und Krampfanfälle mit oder ohne Fieber, beide laut Fachinformation aus Spontanmeldungen; Ausschlag; großflächige Reaktionen an der Einstichstelle (größer als 5 cm) bis zu einer ausgeprägten Schwellung einer Gliedmaße, die sich von der Einstichstelle über ein oder beide benachbarten Gelenke ausdehnt [1, 2]
Sehr seltenschockähnlicher Zustand, in dem das Kind zeitweise blass, schlapp und nicht ansprechbar ist (Muskelhypotonie oder hypotonisch-hyporesponsive Episode) [1, 2]

Diese Häufigkeiten gelten nur für Hexyon (Säuglinge und Kleinkinder). Die ausgeprägte Schwellung einer Gliedmaße beginnt laut Fachinformation innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach der Impfung und klingt innerhalb von 3 bis 5 Tagen spontan wieder ab [1].

Fendrix (adjuvantierter Totimpfstoff, Personen ab 15 Jahren mit Niereninsuffizienz)

Fendrix: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 07/2026), Personen ab 15 Jahren, getrennt nach den Studiengruppen der Fachinformation
HäufigkeitPrähämodialyse- und Hämodialysepatientengesunde Personen ab 15 Jahren (Vergleichsstudie)
Sehr häufigKopfschmerzen; Müdigkeit; Schmerzen [3]Schwellung an der Einstichstelle; Müdigkeit; Schmerzen; Rötung [3]
HäufigMagen-Darm-Beschwerden; Fieber; Schwellung an der Einstichstelle; Rötung [3]Kopfschmerzen; Magen-Darm-Beschwerden; Fieber [3]
GelegentlichSchüttelfrost, weitere Reaktionen an der Einstichstelle und fleckig-knotiger Hautausschlag (makulo-papulöser Hautausschlag), laut Fachinformation spontan berichtet [3]andere Reaktionen an der Einstichstelle [3]
Seltenin dieser Gruppe nicht genannt [3]Schwindel; Sehnenentzündung; Rückenschmerzen; Virusinfektion; Schüttelfrost; Hitzewallungen; Durst; Schwäche (Asthenie); Allergien; Unruhe [3]
Sehr seltennach breiter Anwendung von Hepatitis-B-Impfstoffen berichtet, ursächlicher Zusammenhang nicht gesichert: Ohnmacht (Synkope); Lähmung; Neuropathie; Nervenentzündung (Neuritis) einschließlich Guillain-Barré-Syndrom, Optikusneuritis und Multipler Sklerose; Enzephalitis; Enzephalopathie; Hirnhautentzündung (Meningitis); Krampfanfälle; außerdem bei Hepatitis-B-Impfstoffen berichtet: Anaphylaxie und allergische Reaktionen einschließlich anaphylaktoider Reaktionen und Reaktionen ähnlich der Serumkrankheit [3]

Diese Häufigkeiten gelten nur für Fendrix (Personen ab 15 Jahren). Zugelassen ist Fendrix nur bei Niereninsuffizienz; die rechte Spalte stammt aus einer Vergleichsstudie mit gesunden Personen [3]. Die Packungsbeilage fasst beide Gruppen in einer Liste zusammen und nennt dort zum Beispiel Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle als häufig [4].

HBVAXPRO 5, 10 und 40 Mikrogramm (Totimpfstoff, Kinder, Jugendliche und Erwachsene)

HBVAXPRO: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 11/2025), alle drei Stärken (Geburt bis 15 Jahre, ab 16 Jahren, erwachsene Dialysepatienten)
HäufigkeitNebenwirkungen
Häufigvorübergehende Schmerzhaftigkeit, Rötung und Verhärtung an der Einstichstelle [5]
Sehr seltenMüdigkeit, Fieber, Unwohlsein, grippeähnliche Symptome; verminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Lymphknotenschwellung; Serumkrankheit, anaphylaktische Reaktionen, Panarteriitis nodosa (eine Form der Gefäßentzündung); Missempfindungen (Parästhesien), Lähmungserscheinungen einschließlich Gesichtslähmung (Bell'sche Parese, Fazialisparese), periphere Neuropathien (Polyradikuloneuritis, Guillain-Barré-Syndrom), Nervenentzündung einschließlich Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis), Entzündung des Rückenmarks (Myelitis, einschließlich transverser Myelitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis), demyelinisierende Erkrankungen des zentralen Nervensystems, Verschlechterung einer bestehenden Multiplen Sklerose, Multiple Sklerose, Krampfanfälle, Kopfschmerzen, Benommenheit, Ohnmacht (Synkopen); Entzündung der Augen (Uveitis); Blutdruckabfall, Gefäßentzündung (Vaskulitis); asthmaähnliche Symptome (Bronchospasmus-ähnliche Symptome); Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen; Ausschlag, Haarausfall (Alopezie), Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria), Erythema multiforme, Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Ekzem; Gelenkschmerzen, Gelenkentzündung, Muskelschmerzen, Schmerzen in der Gliedmaße, in die geimpft wurde; Anstieg der Leberenzyme [5, 6]

Diese Häufigkeiten gelten nur für HBVAXPRO (5, 10 und 40 Mikrogramm). Die Fachinformationen der drei Stärken nennen dieselben Nebenwirkungen und Klassen, die von HBVAXPRO 5 Mikrogramm zusätzlich Atemaussetzer (Apnoe) bei sehr unreifen Frühgeborenen ohne Häufigkeitsangabe [5]. Gemeldet wurden die Nebenwirkungen laut Fachinformation nach breiter Anwendung; in vielen Fällen konnte kein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung hergestellt werden [5].

HEPLISAV B (adjuvantierter Totimpfstoff, Erwachsene ab 18 Jahren)

HEPLISAV B: Nebenwirkungen laut Fachinformation (Stand 01/2026), Erwachsene ab 18 Jahren
HäufigkeitNebenwirkungen
Sehr häufigKopfschmerzen; Muskelschmerzen (Myalgie); Müdigkeit (Ermüdung); Unwohlsein; Schmerzen an der Einstichstelle [7, 8]
HäufigSchwellung und Rötung an der Einstichstelle; Fieber [7, 8]
Gelegentlichallergische Reaktionen (Überempfindlichkeit) einschließlich Nesselsucht, Ausschlag und Juckreiz; Magen-Darm-Beschwerden mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen; Jucken an der Einstichstelle (nach der Zulassung gemeldet) [7, 8]
SeltenSchwindelgefühl; Kribbeln (Parästhesie) [7, 8]
Sehr seltenschwere allergische Reaktion (Anaphylaxie), nach der Zulassung gemeldet [7, 8]

Diese Häufigkeiten gelten nur für HEPLISAV B (Erwachsene ab 18 Jahren).

Jede Häufigkeit gilt nur für den Impfstoff, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welcher Impfstoff für Sie besser verträglich ist. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde nach der Impfung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass die Impfung sie verursacht hat. Die Klassen bedeuten: sehr häufig mehr als 1 von 10, häufig bis zu 1 von 10, gelegentlich bis zu 1 von 100, selten bis zu 1 von 1.000, sehr selten bis zu 1 von 10.000; die Packungsbeilage von Hexyon bezieht das auf Geimpfte, die von HEPLISAV B auf Behandelte und die von Fendrix auf Impfstoffdosen [2, 4, 8]. Die Fachinformation von HBVAXPRO nennt die Klassen ohne Bezugsgröße: häufig mehr als 1 von 100 und weniger als 1 von 10, sehr selten weniger als 1 von 10.000 [5]. Umrechnen können Sie mit dem Werkzeug Häufigkeit übersetzen. Mehr zu Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, Schwindel, Hautausschlag und erhöhten Leberwerten als Nebenwirkung von Medikamenten; die Tabellen dort zeigen keine Impfstoffe.

Seltene und schwere Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen: Anaphylaktische Reaktionen nennt die Fachinformation von HBVAXPRO als sehr selten, die von HEPLISAV B eine Anaphylaxie als sehr selten und die von Hexyon als selten [1, 5, 7]. Für Fendrix nennt die Fachinformation Anaphylaxie und allergische Reaktionen, die sehr selten bei Hepatitis-B-Impfstoffen berichtet wurden [3]. Für den Fall seltener anaphylaktischer Reaktionen sollten laut Fachinformation geeignete Behandlungsmaßnahmen bereitstehen [5]. Impfungen sollten laut STIKO grundsätzlich "in einem medizinischen Umfeld erfolgen, in dem eine klinische Überwachung nach der Impfung und ggf. die Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion durchgeführt werden können" [9].

Nerven und Gehirn: Bei HBVAXPRO nennt die Fachinformation unter anderem das Guillain-Barré-Syndrom, eine Multiple Sklerose und die Verschlechterung einer bestehenden Multiplen Sklerose als sehr selten; gemeldet wurden sie nach breiter Anwendung, und in vielen Fällen konnte kein ursächlicher Zusammenhang hergestellt werden [5]. Laut Fachinformation von Fendrix wurde über solche Ereignisse nach breiter Anwendung von Hepatitis-B-Impfstoffen in sehr seltenen Fällen berichtet; ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung konnte nicht gesichert werden [3]. Bei Hexyon führt die Fachinformation sie nur als Ereignisse auf, die bei anderen Impfstoffen mit einzelnen seiner Bestandteile beobachtet wurden, nicht bei Hexyon selbst [1].

Säuglinge: Bei Hexyon sind Krampfanfälle mit oder ohne Fieber laut Fachinformation selten und ein schockähnlicher Zustand sehr selten [1]. Da Fieberkrämpfe innerhalb von 2 bis 3 Tagen nach der Impfung auftreten können, müssen Kinder mit Fieberkrämpfen in der Vorgeschichte laut Fachinformation in diesem Zeitraum sorgfältig überwacht werden [1]. Bei sehr unreifen Frühgeborenen (Geburt vor oder in der 28. Schwangerschaftswoche) sollte laut den Fachinformationen von Hexyon und HBVAXPRO 5 Mikrogramm das mögliche Risiko von Atemaussetzern berücksichtigt und eine Atemüberwachung über 48 bis 72 Stunden erwogen werden [1, 5]. Allgemeines zu Arzneimitteln für Kinder steht im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Ohnmacht: Als psychogene Reaktion auf die Nadelinjektion kann es laut Fachinformation von Fendrix und HEPLISAV B nach oder sogar vor einer Impfung zu einer Ohnmacht (Synkope) kommen [3, 7].

Was Sie nach der Impfung tun können

Paar Anfang dreißig, er mit kurzem blondem Haar im senfgelben Pullover, sie mit dunkelbraunem Haar in weinroter Bluse, spricht ruhig an einem Holztisch in der Küche bei zwei Tassen Tee im Morgenlicht
Bild: KI-generiert

Nach HEPLISAV B können Sie sich laut Packungsbeilage müde oder schwindelig fühlen oder Kopfschmerzen bekommen; führen Sie in diesem Fall kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen oder Werkzeuge [8]. Nach Fendrix sollten Sie bei Müdigkeit oder Kopfschmerzen laut Packungsbeilage vorsichtig beim Führen von Fahrzeugen oder beim Bedienen von Werkzeugen oder Maschinen sein [4].

Wenn Sie bei sich oder Ihrem Kind Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, das medizinische Fachpersonal oder Ihre Apotheke [2, 8]. Beschwerden und ihren Verlauf können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten, Fragen für die Impfaufklärung mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch sammeln.

Verdacht melden: Für Impfstoffe gibt es auf nebenwirkungen.bund.de ein eigenes Impfstoff-Meldeformular; die Meldung geht direkt an das Paul-Ehrlich-Institut oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte [11]. Hilfreich sind unter anderem der Name des Impfstoffs und die Chargenbezeichnung von der Verpackung [11]. Ärztinnen und Ärzte melden den Verdacht einer Impfkomplikation zusätzlich dem Gesundheitsamt [9, 13]. Wie die Meldung abläuft, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wer nicht oder erst später geimpft werden sollte

Laut Packungsbeilage gilt:

  • Hexyon: darf nicht angewendet werden, wenn Ihr Kind nach Hexyon schon einmal eine anaphylaktische Reaktion hatte, eine allergische Reaktion auf die Wirkstoffe, sonstige Bestandteile, Glutaraldehyd, Formaldehyd, Neomycin, Streptomycin oder Polymyxin B oder nach einer früheren Dosis eines Impfstoffs mit denselben Komponenten hatte, innerhalb von 7 Tagen nach einer Keuchhusten-Impfung eine schwere Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie) entwickelt hat oder an einer nicht eingestellten oder schweren neurologischen Störung oder nicht eingestellten Epilepsie leidet [1, 2].
  • Fendrix: darf nicht angewendet werden bei Allergie gegen den Impfstoff oder seine sonstigen Bestandteile, nach einer allergischen Reaktion auf eine frühere Hepatitis-B-Impfung und bei einer schweren Infektion mit hohem Fieber [4].
  • HBVAXPRO: darf nicht angewendet werden bei Allergie gegen das Hepatitis-B-Virus-Oberflächenantigen oder einen der sonstigen Bestandteile und bei einer schweren, mit Fieber einhergehenden Erkrankung [6]. Das Behältnis enthält Latex und kann bei latexempfindlichen Personen schwere allergische Reaktionen auslösen [6].
  • HEPLISAV B: Sie dürfen ihn nicht erhalten, wenn Sie allergisch gegen einen der Bestandteile einschließlich Hefe sind oder nach HEPLISAV B schon einmal eine plötzliche lebensbedrohliche allergische Reaktion hatten [8].

Bei einer akuten schweren fiebrigen Erkrankung ist die Impfung mit HEPLISAV B laut Fachinformation zu verschieben, eine leichte Infektion ist keine Kontraindikation [7]. Hexyon sollte laut Fachinformation verschoben werden, wenn das Kind an einer mittelschweren oder schweren akuten fieberhaften Erkrankung oder Infektion leidet, bei leichten Infektionen oder geringfügig erhöhter Temperatur nicht [1]. Zu den falschen Kontraindikationen zählt die STIKO "banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen (< 38,5° C) einhergehen" [9]. Bei Thrombozytopenie oder Blutungsneigung kann HBVAXPRO laut Fachinformation ausnahmsweise unter die Haut gespritzt werden [5].

Andere Medikamente und Impfungen

HBVAXPRO kann laut Fachinformation gleichzeitig mit anderen Impfstoffen gegeben werden, an unterschiedlichen Körperstellen und mit unterschiedlichen Spritzen [5]. Bei HEPLISAV B wird die gleichzeitige Anwendung mit anderen Impfstoffen nicht empfohlen, weil keine Daten vorliegen [7]. Für Fendrix fehlen solche Daten ebenfalls; was die Fachinformation deshalb zum Abstand sagt, steht im Abschnitt Impfschema [3]. Hexyon kann laut Fachinformation zeitgleich mit mehreren anderen Impfstoffen gegeben werden; wegen eines erhöhten Fieberrisikos zusammen mit einem Meningokokken-B-Impfstoff können nach Möglichkeit getrennte Impfungen erwogen werden [1]. Mehr: Keuchhusten-Impfung und Tetanus-Impfung.

Unter einer Behandlung, die das Immunsystem unterdrückt, oder bei geschwächtem Immunsystem wird laut Fachinformation von Fendrix möglicherweise keine ausreichende Immunantwort erzielt [3]. Zu den falschen Kontraindikationen zählt die STIKO "angeborene oder erworbene Immundefekte bei Impfung mit Totimpfstoffen" [9]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Was die Packungsbeilagen einzelner Mittel zu Impfungen sagen, steht auf den Wirkstoffseiten, etwa Methotrexat, Prednisolon und Adalimumab. Fendrix kennzeichnet die STIKO als Impfstoff für Menschen mit Niereninsuffizienz sowie für Prädialyse- und Dialysepatienten, HBVAXPRO 40 Mikrogramm als Impfstoff für Prädialyse- und Dialysepatienten [9]; mehr unter Niereninsuffizienz.

Schwangerschaft und Stillzeit

Zu HBVAXPRO liegen für Schwangerschaft und Stillzeit keine klinischen Daten vor; in der Schwangerschaft sollte der Impfstoff laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden [5]. Bei HEPLISAV B sollte eine Impfung in der Schwangerschaft laut Fachinformation nur durchgeführt werden, wenn das individuelle Nutzen-Risiko-Verhältnis gegenüber den möglichen Risiken für den Fötus überwiegt; in der Stillzeit kann ein Risiko für den gestillten Säugling nicht ausgeschlossen werden, und es ist zu entscheiden, ob das Stillen unterbrochen oder auf die Impfung verzichtet wird; dabei sind der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Impfung für die Frau zu berücksichtigen [7]. Bei Fendrix ist die Entscheidung in der Schwangerschaft laut Fachinformation unter Abwägung der Vorteile und der möglichen Risiken für den Fötus zu treffen, und in der Stillzeit sollte eine Impfung nur nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen [3]. Hexyon ist laut Fachinformation nicht für Frauen im gebärfähigen Alter vorgesehen [1].

Die STIKO schreibt: "Bei bestehender Indikation sollte präkonzeptionell eine Impfung gegen Hepatitis B erfolgen (s. Tab. 2)." [9] Präkonzeptionell heißt: vor einer Schwangerschaft. Laut STIKO stellt die Schwangerschaft "keine Kontraindikation für die Gabe von Totimpfstoffen dar (wie z. B. gegen Influenza, Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Hepatitis A und B)"; im ersten Drittel der Schwangerschaft "sollten nur dringend indizierte Impfungen durchgeführt werden" [9]. Stillende können laut STIKO alle von ihr empfohlenen Impfungen erhalten, ausgenommen die Impfungen gegen Dengue und, bei Säuglingen unter 6 (9) Monaten, gegen Gelbfieber [9]. Für Neugeborene HBsAg-positiver Mütter und von Müttern mit unbekanntem HBsAg-Status beschreibt die STIKO in Kapitel 3.2 eine eigene Immunprophylaxe mit Hepatitis-B-Impfstoff und Hepatitis-B-Immunglobulin [9].

Embryotox, das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité, ordnet Impfstoffe in der Schwangerschaft grau ein, als "Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt", und schreibt: "Bei gegebener Indikation dürfen während der Schwangerschaft die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Totimpfstoffe angewendet werden." [12] Zur Stillzeit: "Die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Impfstoffe können auch stillenden Müttern verabreicht werden und erfordern keine Einschränkung des Stillens. Ausnahmen bestehen bei der Gelbfieber- und Dengue-Impfung." [12] Embryotox spricht dabei allgemein von Impfstoffen; die Fachinformationen der einzelnen Hepatitis-B-Impfstoffe verlangen für die Schwangerschaft eine Abwägung [3, 5, 7, 12]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Impfschema laut STIKO und Fachinformation

Hier stehen die Angaben der STIKO und der Fachinformation, keine Impfempfehlung. Wann und wie oft Sie geimpft werden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Impfschema: Angaben der STIKO und der Fachinformation
PersonengruppeAngabe der STIKO (wörtlich)Angabe der Fachinformation (wörtlich)
Reifgeborene Säuglinge (Standardimpfung)"Für die Grundimmunisierung von Reifgeborenen gegen Hepatitis B sind im Säuglingsalter 3 Impfstoffdosen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten empfohlen (s. Epid Bull 26/2020). Zwischen der letzten und vorletzten Impfstoffdosis des jeweiligen Impfschemas sollte ein Abstand von 6 Monaten nicht unterschritten werden." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Kapitel 3.2, S. 24) [9]Hexyon: "Die Grundimmunisierung besteht aus 2 Impfdosen (im Abstand von mindestens 8 Wochen) oder 3 Impfdosen (im Abstand von mindestens 4 Wochen) entsprechend den offiziellen Impfempfehlungen." "Nach der Grundimmunisierung mit 2 Impfdosen Hexyon muss eine Auffrischimpfung verabreicht werden." (Abschnitt 4.2) [1]
Frühgeborene"Für Frühgeborene (Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche) sind 4 Impfstoffdosen im chronologischen Alter von 2, 3, 4 und 11 Monaten empfohlen." (Kapitel 3.2, S. 24) [9]Hexyon: "Nach der Grundimmunisierung mit 3 Impfdosen Hexyon sollte eine Auffrischimpfung verabreicht werden. Die Auffrischimpfung sollte frühestens 6 Monate nach Verabreichung der letzten Dosis zur Grundimmunisierung und entsprechend den offiziellen Impfempfehlungen verabreicht werden." (Abschnitt 4.2) [1]
Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit IndikationTabelle 2 nennt kein eigenes Schema (S. 13) [9]HBVAXPRO 5 und 10 Mikrogramm: "Eine vollständige Grundimmunisierung besteht aus mindestens drei Injektionen. (…) 0, 1, 6 Monate: zwei Dosen im Abstand von jeweils einem Monat; eine dritte Dosis 6 Monate nach der ersten Dosis (…)" [5]; HEPLISAV B, Erwachsene: "Zwei Dosen (…): eine Anfangsdosis gefolgt von einer zweiten Dosis 1 Monat später." [7] (jeweils Abschnitt 4.2)
Niereninsuffizienz und DialyseIn Tabelle 2 kein eigenes Schema; Dialysepflichtige stehen dort bei den Indikationen (Tabelle 2, S. 13) [9]HBVAXPRO 40 Mikrogramm: "Eine vollständige Grundimmunisierung besteht aus drei Injektionen: Impfschema 0, 1, 6 Monate: zwei Dosen im Abstand von jeweils einem Monat; eine dritte Dosis 6 Monate nach der ersten Dosis" [5]; Fendrix: "Die Grundimmunisierung besteht aus 4 einzelnen Dosen (…), die nach dem folgenden Impfschema verabreicht werden: Nach der ersten Dosis folgen die weiteren Dosen jeweils 1 Monat, 2 Monate und 6 Monate nach der ersten Impfung." [3]; HEPLISAV B bei schwerer Niereninsuffizienz (eGFR < 30 ml/min) einschließlich Hämodialyse: "vier Dosen (…): eine erste Dosis, gefolgt von einer zweiten Dosis 1 Monat später, einer dritten Dosis 2 Monate nach der ersten Dosis und einer vierten Dosis 4 Monate nach der ersten Dosis." [7] (jeweils Abschnitt 4.2)
Abstand zu anderen Impfungen"Die Empfehlung über Art und zeitliche Reihenfolge der Impfungen gehört zu den ärztlichen Aufgaben und ist im Einzelfall unter Abwägung der Indikation und gegebenenfalls bestehender Kontraindikationen zu treffen." (Kapitel 3.1, S. 9) [9]Fendrix: "Da keine Daten zur gleichzeitigen Verabreichung dieses Impfstoffes mit anderen Impfstoffen verfügbar sind, sollten mindestens 2 bis 3 Wochen zwischen den Impfungen liegen." (Abschnitt 4.5) [3]
Auffrischimpfung"Ebenso ist eine Auffrischimpfung nach Impfung im Säuglingsalter und Kleinkindalter derzeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ohne besonderes Risiko nicht empfohlen." (Kapitel 3.2, S. 24) "Nach erfolgreicher Impfung, d. h. Anti-HBs ≥ 100 IE/l, sind im Allgemeinen keine weiteren Auffrischimpfungen erforderlich. Ausnahme: Personen mit humoraler Immundefizienz (jährliche Anti-HBs-Kontrolle; Auffrischimpfung, wenn Anti-HBs < 100 IE/l), ggf. Personen mit besonders hohem individuellen Expositionsrisiko (Anti-HBs-Kontrolle nach 10 Jahren; Auffrischimpfung, wenn Anti-HBs < 100 IE/l)." (Tabelle 2, S. 13) [9]HBVAXPRO 5 und 10 Mikrogramm: "Derzeit ist nicht bekannt, ob bei gesunden geimpften Personen mit vollständiger Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung erforderlich ist. Einige offizielle Impfprogramme empfehlen jedoch regelmäßige Auffrischimpfungen, die beachtet werden sollten." [5]; HBVAXPRO 40 Mikrogramm: "Eine Auffrischimpfung mit einer Dosis muss verabreicht werden, wenn die Antikörperkonzentration unter 10 I.E./l abfällt." [5]; HEPLISAV B: "Die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung ist nicht erwiesen. Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem oder mit chronischem Nierenversagen kann eine Auffrischimpfung erforderlich sein (…). Eine (…) Auffrischdosis sollte verabreicht werden, wenn die Antikörperspiegel unter die empfohlenen Werte fallen." [7]; Fendrix: "Da Prähämodialyse- und Hämodialysepatienten ein besonderes Hepatitis-B-Infektionsrisiko und ein höheres Risiko für eine chronische Verlaufsform haben, ist es ratsam, vorbeugend eine Auffrischimpfung zu verabreichen, um einen schützenden Antikörperspiegel, wie er durch nationale Empfehlungen und Richtlinien definiert wird, zu gewährleisten." [3] (jeweils Abschnitt 4.2)

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Treten bei Ihrem Kind nach dem Verlassen der Klinik oder Praxis Schwierigkeiten beim Atmen, eine Blauverfärbung von Zunge oder Lippen, Ausschlag, eine Schwellung des Gesichts oder Rachenraums oder plötzliches schwerwiegendes Unwohlsein mit Blutdruckabfall auf, der zu Schwindelgefühl und Bewusstlosigkeit führt, müssen Sie laut Packungsbeilage von Hexyon unverzüglich einen Arzt aufsuchen [2]. Nach HEPLISAV B begeben Sie sich laut Packungsbeilage unverzüglich in ärztliche Behandlung, wenn Anzeichen einer schwerwiegenden allergischen Reaktion auftreten, etwa Anschwellen des Gesichts, niedriger Blutdruck, Atembeschwerden oder Verlust des Bewusstseins [8]. Bei einer schweren allergischen Reaktion nach Fendrix ist laut Packungsbeilage "in jedem Fall" eine umgehende Behandlung notwendig [4].

Bei einem anaphylaktischen Schock, bei dem es laut gesund.bund.de auch zu Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder einem Kreislaufstillstand kommen kann, sollte sofort die Notrufnummer 112 gerufen werden [15]. Schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung und akute und anhaltende Krampfanfälle nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Fälle für den Notruf 112 [16]. Sind die Praxen geschlossen, handelt es sich um Beschwerden, mit denen Sie sonst eine Praxis aufsuchen würden, und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [16].

Quellen

  1. EMA-Produktinformation Hexyon (DTaP-IPV-HB-Hib-Impfstoff), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8. Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 07.08.2026). abgerufen am 19.10.2026
  2. EMA-Produktinformation Hexyon, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilage (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 2 und 4. Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 07.08.2026). abgerufen am 19.10.2026
  3. EMA-Produktinformation Fendrix (Hepatitis-B-Impfstoff, rDNA, adjuvantiert, adsorbiert), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8. GlaxoSmithKline Biologicals s.a. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 07/2026 (EMA, aktualisiert am 10.07.2026). abgerufen am 19.10.2026
  4. EMA-Produktinformation Fendrix, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilage (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 2 und 4. GlaxoSmithKline Biologicals s.a. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 07/2026 (EMA, aktualisiert am 10.07.2026). abgerufen am 19.10.2026
  5. EMA-Produktinformation HBVAXPRO 5 Mikrogramm, 10 Mikrogramm und 40 Mikrogramm (Hepatitis B-Impfstoff, rekombinante DNS), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformationen aller Stärken), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 11/2025 (EMA, aktualisiert am 07.11.2025). abgerufen am 19.10.2026
  6. EMA-Produktinformation HBVAXPRO, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilagen (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 2 und 4. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 11/2025 (EMA, aktualisiert am 07.11.2025). abgerufen am 19.10.2026
  7. EMA-Produktinformation HEPLISAV B 20 Mikrogramm (Hepatitis-B-Impfstoff, rekombinante DNA, adjuvantiert), Produktinformation Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8. Dynavax GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 01/2026 (EMA, aktualisiert am 28.01.2026). abgerufen am 19.10.2026
  8. EMA-Produktinformation HEPLISAV B, Produktinformation Anhang III B: Packungsbeilage (Gebrauchsinformation: Information für Anwender), Abschnitte 2 und 4. Dynavax GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 01/2026 (EMA, aktualisiert am 28.01.2026). abgerufen am 19.10.2026
  9. Behörde Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026: Tabelle 1 (S. 8), Kapitel 3.1 (S. 9), Tabelle 2 (S. 13), Kapitel 3.2 (S. 22 bis 24), 4.7 (S. 42 f.), 4.8 (S. 44 f.), 4.10 (S. 46 f.), 5.3 (S. 56), Tabelle 7 (S. 54), Tabelle 12 (S. 69 f.); Lizenz CC BY 4.0. Ständige Impfkommission (STIKO), Robert Koch-Institut. Stand 22.01.2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026. abgerufen am 19.10.2026
  10. Behörde Hepatitis-B-Impfstoffe (Liste der zugelassenen Impfstoffe, Stand: PEI-Bekanntmachung Nr. 544 im BAnz AT 12.08.2026 B6). Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Stand 13.08.2026 (aktualisiert). abgerufen am 19.10.2026
  11. Behörde Nebenwirkungen melden: Startseite (Impfstoff-Meldeformular; Welche Angaben sollte ich machen?; Wie funktioniert das Melden?). Paul-Ehrlich-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, nebenwirkungen.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
  12. Embryotox Embryotox: Impfstoffe (Schwangerschaft und Stillzeit). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
  13. Behörde § 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Meldepflichtige Krankheiten (Absatz 1 Satz 1 Nummer 3). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand IfSG zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 1 G v. 04.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 60); Änderung durch Art. 7 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195) textlich nachgewiesen. abgerufen am 19.10.2026
  14. Behörde § 24 SGB XIV: Geschädigte durch Schutzimpfungen oder andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand SGB XIV zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 17.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 179). abgerufen am 19.10.2026
  15. Behörde Medikamentenallergie (Abschnitte Symptome und Behandlung). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 14.03.2024. abgerufen am 19.10.2026
  16. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat die Hepatitis-B-Impfung?

Das hängt vom Impfstoff ab. Bei HBVAXPRO sind vorübergehende Schmerzen, Rötung und Verhärtung an der Einstichstelle laut Fachinformation häufig, alle anderen dort genannten Nebenwirkungen sehr selten. Bei HEPLISAV B sind Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein und Schmerzen an der Einstichstelle sehr häufig, bei Fendrix laut Packungsbeilage Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie Schmerzen oder Unbehagen an der Einstichstelle. Alle Häufigkeiten je Impfstoff stehen im Abschnitt Nebenwirkungen laut Fachinformation.

Wie lange dauern die Beschwerden nach der Hepatitis-B-Impfung?

Die Reaktionen an der Einstichstelle nennt die Fachinformation von HBVAXPRO "vorübergehend", eine genaue Dauer gibt sie nicht an. Als übliche Impfreaktion beschreibt die STIKO in ihren Empfehlungen 2026 unter anderem Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Einstichstelle für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) und Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit oder Unwohlsein für 1 bis 3 Tage. Eine ausgeprägte Schwellung einer Gliedmaße nach Hexyon beginnt laut Fachinformation innerhalb von 24 bis 72 Stunden und klingt innerhalb von 3 bis 5 Tagen spontan wieder ab.

Ist Fieber nach der Hepatitis-B-Impfung normal?

Bei HEPLISAV B ist Fieber laut Fachinformation häufig, bei HBVAXPRO sehr selten. Beim 6-fach-Impfstoff Hexyon für Säuglinge ist Fieber ab 38,0 °C sehr häufig und Fieber ab 39,6 °C gelegentlich. Zu den üblichen Impfreaktionen zählt die STIKO in ihren Empfehlungen 2026 Fieber unter 39,5 °C bei rektaler Messung für die Dauer von 1 bis 3 Tagen; alle anderen Impfreaktionen sollen laut STIKO gemeldet werden.

Darf ich nach der Hepatitis-B-Impfung Auto fahren?

Nach HEPLISAV B können Sie sich laut Packungsbeilage müde oder schwindelig fühlen oder Kopfschmerzen bekommen; führen Sie in diesem Fall kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen oder Werkzeuge. Nach Fendrix sollten Sie laut Packungsbeilage bei Müdigkeit oder Kopfschmerzen vorsichtig beim Führen von Fahrzeugen sein. Bei HBVAXPRO ist laut Fachinformation davon auszugehen, dass es keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit hat.

Darf ich mich in der Schwangerschaft gegen Hepatitis B impfen lassen?

HBVAXPRO sollte laut Fachinformation während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden; bei HEPLISAV B und Fendrix verlangen die Fachinformationen ebenfalls eine Abwägung. Laut STIKO-Empfehlungen 2026 stellt die Schwangerschaft keine Kontraindikation für die Gabe von Totimpfstoffen dar, wozu die STIKO auch Impfstoffe gegen Hepatitis B zählt; im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten nur dringend indizierte Impfungen durchgeführt werden. Mehr im Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.

Kann ich mit einer Erkältung gegen Hepatitis B geimpft werden?

Bei einer schweren, mit Fieber einhergehenden oder akuten Erkrankung sollte die Impfung mit HBVAXPRO laut Fachinformation verschoben werden. Laut Fachinformation von Fendrix ist ein banaler Infekt wie eine Erkältung keine Kontraindikation, laut Packungsbeilage sollten Sie aber vor der Impfung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber sprechen. Zu den falschen Kontraindikationen zählt die STIKO in ihren Empfehlungen 2026 banale Infekte, auch wenn sie mit Temperaturen unter 38,5 °C einhergehen.

Was gilt nach einer Nadelstichverletzung?

Im Fall einer Exposition gegenüber dem Hepatitis-B-Virus ist laut STIKO-Empfehlungen 2026 eine schnelle Prophylaxe erforderlich; das Vorgehen beschreibt die STIKO im Kapitel 5.3 ihrer Empfehlungen.

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