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Niereninsuffizienz

Von einer chronischen Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz) spricht man laut IQWiG, wenn die Nieren länger als drei Monate nur noch eingeschränkt arbeiten oder geschädigt sind; die häufigsten Ursachen sind Diabetes und Bluthochdruck. Laut S3-Leitlinie der DEGAM sollen bei Bluthochdruck bevorzugt ACE-Hemmer oder Sartane verordnet werden (Empfehlungsgrad A), und bei einer Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin ab 300 mg/g und/oder einer eGFR unter 45 sollte ein SGLT2-Hemmer empfohlen werden (Empfehlungsgrad B). Bei fortgeschrittener Erkrankung sind rasche Gewichtsveränderungen, Luftnot und Wassereinlagerungen laut DEGAM-Patienteninformation Gründe, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen.

Ältere Frau mit kurzem weißem Haar in einer hellblauen Strickjacke geht mit ihrem Ehemann in einer beigen Jacke auf einem herbstlichen Parkweg spazieren
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Bei einer chronischen Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz) arbeiten die Nieren länger als drei Monate nur noch eingeschränkt oder sind geschädigt [4]. Das bleibt oft lange unbemerkt; die häufigsten Ursachen sind Diabetes und Bluthochdruck [4, 7]. Behandelt wird zunächst mit Medikamenten, um eine weitere Schwächung der Nieren zu stoppen oder hinauszuzögern und Folgeerkrankungen zu verhindern [4]. Versagen die Nieren nahezu vollständig, sind eine Nierentransplantation oder eine Dialyse nötig [4].

Was ist eine Niereninsuffizienz?

Die Nieren reinigen das Blut von Abbauprodukten des Stoffwechsels. Außerdem beeinflussen sie unter anderem den Blutdruck, den Knochenstoffwechsel und die Blutbildung [4]. Fachleute sprechen von einer chronischen Nierenkrankheit, Nierenerkrankung oder Niereninsuffizienz, wenn die Nieren länger als drei Monate nur eingeschränkt arbeiten oder geschädigt sind; beides lässt sich durch Blut- und Urinuntersuchungen feststellen [4]. Die S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM, Version 2.0) verwendet den Begriff bei einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) unter 60 ml/min/1,73 m² und/oder einer Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin (UACR) über 30 mg/g [1].

Die Leitlinie teilt die Erkrankung nach der eGFR in Stadien ein [1]:

  • G1 (90 und mehr): normal oder hoch, G2 (60 bis 89): leichtgradig eingeschränkt; beide gelten nur bei Anzeichen eines Nierenschadens als Nierenkrankheit,
  • G3a (45 bis 59): leicht- bis mäßiggradig, G3b (30 bis 44): mäßig- bis hochgradig eingeschränkt,
  • G4 (15 bis 29): hochgradig eingeschränkt, G5 (unter 15): Nierenversagen.

Zusätzlich unterscheidet sie nach der Albuminausscheidung die Stadien A1 (unter 30 mg/g), A2 (30 bis 300 mg/g, mäßig erhöht) und A3 (über 300 mg/g, stark erhöht) [1]. Die Nierenfunktion nimmt mit dem Alter tendenziell ab; eine Abnahme der eGFR um 1 bis 2 ml/min/1,73 m² pro Jahr nach dem 40. Lebensjahr gilt laut DEGAM als normal [1]. In Deutschland haben laut IQWiG etwa neun Millionen Menschen eine chronische Nierenkrankheit, die meisten sind älter als 60 Jahre; etwa 100.000 Menschen sind auf eine Dialyse angewiesen [4, 7].

Symptome

In frühen Stadien können die Nieren das Blut trotz eingeschränkter Funktion noch ausreichend reinigen; die Krankheit verläuft dann meist ohne Beschwerden [4]. In den Stadien 1 bis 3 lässt sich die Einschränkung laut DEGAM-Patienteninformation nur über eine Blutuntersuchung feststellen [2]. Ist die Erkrankung fortgeschritten, scheidet der Körper zu wenig Wasser aus, und Abfallstoffe sammeln sich an. Laut IQWiG können dann unter anderem auftreten [4, 7]:

  • Schwellungen (Ödeme), zum Beispiel an den Beinen oder im Gesicht,
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust,
  • Blässe und Juckreiz, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Schwäche,
  • Atemnot,
  • Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit,
  • Lähmungserscheinungen und Muskelkrämpfe.

Menschen mit chronischer Nierenschwäche haben laut IQWiG ein stark erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Eine Schädigung der Nieren kann außerdem zu Blutarmut (Anämie) und zu Knochenschäden führen [4]. Versagen die Nieren ganz, kommt es zu einer "Vergiftung von innen" (Urämie) mit Hautveränderungen, Juckreiz, Schwäche, Gewichtsverlust und Depressionen; der Körper kann übersäuern, lebensbedrohliche Folgen sind ein Lungenödem und Herzprobleme [4]. Mehr dazu: Eisenmangel und Wassereinlagerungen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die häufigsten Ursachen sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck; Bluthochdruck kann sowohl Ursache als auch Folge der Nierenkrankheit sein [1, 4]. Dauerhaft geschädigt werden können die Nieren laut IQWiG außerdem, wenn sich das Nierengewebe entzündet hat, wenn bestimmte Medikamente, vor allem Schmerzmittel, über längere Zeit eingenommen werden, wenn Nierensteine, Tumoren oder Vernarbungen den Harnabfluss stören oder bei angeborenen Nierenerkrankungen wie Zystennieren [4].

Medikamente als Ursache: Zu den vermeidbaren Ursachen zählt die DEGAM-Leitlinie eine durch Medikamente ausgelöste Entzündung des Nierengewebes (interstitielle Nephropathie) [1]. Laut den Packungsbeilagen von Ibuprofen und Paracetamol kann die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, besonders wenn mehrere schmerzstillende Wirkstoffe kombiniert werden, zu einer dauerhaften Nierenschädigung mit dem Risiko eines Nierenversagens führen (Analgetika-Nephropathie) [18, 19]. Auch ein akutes Nierenversagen kann laut gesund.bund.de durch Medikamente wie Antibiotika ausgelöst werden [8]. Welche Medikamente die Nieren schädigen können, steht auf der Seite Nierenschäden durch Medikamente.

Diagnose

Zur Diagnose gehören laut IQWiG ein ausführliches Gespräch, eine körperliche Untersuchung mit Blutdruckmessung, Blut- und Urinuntersuchungen und ein Ultraschall von Bauchraum und Nieren [4]. Die DEGAM-Leitlinie sieht vor [1]:

  • Bei einer erstmals gemessenen eGFR unter 60 soll nach 3 Monaten erneut gemessen werden, um die Diagnose zu stellen (Empfehlungsgrad A, Evidenzlevel I).
  • Bei Erstdiagnose sollen die Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin bestimmt (A, I), Blut im Urin mit einem Streifentest gesucht (A, III) und der Blutdruck kontrolliert werden (A, I); eine einmalige Ultraschalluntersuchung von Nieren und Harnwegen sollte empfohlen werden (Expertenkonsens).
  • Bei Diabetes sollte einmal jährlich die eGFR bestimmt werden (B, II); bei Erstdiagnose eines Bluthochdrucks soll eine Kreatinin-Bestimmung mit eGFR empfohlen werden (A, II).
  • Bei einer erstmals festgestellten eGFR unter 30 sollte unter Berücksichtigung von Lebenserwartung und individuellen Gesundheitszielen eine Überweisung in die Nephrologie empfohlen werden (Expertenkonsens).

Gesetzlich Versicherte können laut IQWiG bis zum 35. Lebensjahr einmalig, danach alle drei Jahre einen kostenlosen Gesundheits-Check-up mit Blut- und Urintests nutzen [4].

Behandlung ohne Medikamente

Menschen mit einer chronischen Nierenkrankheit sollten laut DEGAM eine Beratung zu Bewegung, Ernährung, Rauchstopp und Selbstmedikation erhalten (Expertenkonsens). Bei erhöhtem Risiko ab Stadium G3b und/oder A3 sollte unter Berücksichtigung von Gesundheitszustand und Nebenerkrankungen eine mediterrane, kochsalzarme Kost mit viel frischem Obst und Gemüse und ohne Fertigprodukte und gesüßte Getränke empfohlen werden (Empfehlungsgrad B, Evidenzlevel Ia) [1]. Eiweiß und Energie werden wie für die Allgemeinbevölkerung empfohlen; eiweißarme Diäten sollten nur in sehr ausgewählten Fällen und nur in enger Zusammenarbeit mit Nephrologie und Ernährungstherapie erfolgen (jeweils Expertenkonsens) [1].

Die DEGAM-Patienteninformation rät, regelmäßig Gemüse und wenig Zucker und Salz zu essen, sich täglich zu bewegen, auf Rauchen und Alkohol zu verzichten und allen Ärztinnen und Ärzten von der Nierenkrankheit zu erzählen [2, 3]. Viele Nephrologinnen und Nephrologen bieten eine Ernährungsberatung für Nierenkranke an [7]. Versagen die Nieren fast vollständig, ist eine Nierentransplantation oder eine Dialyse nötig; die beiden Verfahren Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse) und Hämodialyse bewerten Fachleute laut IQWiG als gleich wirksam [4]. Weil die Vorbereitung Zeit braucht, sollte sie laut IQWiG beginnen, sobald absehbar ist, dass die Nieren bald versagen; das ist oft der Fall, wenn der GFR-Wert unter 30 sinkt [5].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Ende sechzig mit grauem Haar und Brille in einem dunkelblauen Pullover sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Ärztin mit braunem Pferdeschwanz gegenüber, beide unterhalten sich ruhig
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Die Behandlung soll laut IQWiG die Nieren vor weiteren Schäden schützen, ihre Funktion möglichst lange erhalten und Komplikationen verhindern; welche Mittel infrage kommen, hängt vom Stadium, von Begleiterkrankungen und vom Risiko für Komplikationen ab [6]. Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt [1]:

  • Bluthochdruck: Bei einem Blutdruck über 140/90 mmHg sollten Maßnahmen zur Blutdrucksenkung empfohlen werden, der Zielwert sollte individuell festgelegt werden (B, II). Bei Bluthochdruck sollen bevorzugt ACE-Hemmer oder Sartane verordnet werden (A, Ia).
  • SGLT2-Hemmer: Bei einer Albumin-Kreatinin-Ratio ab 300 mg/g und/oder einer eGFR unter 45, unabhängig von der Albuminausscheidung, sollte ein SGLT2-Hemmer empfohlen werden; unter einer eGFR von 20 sollte keine Behandlung damit begonnen werden (B, Ia).
  • Statine: Menschen bis 75 Jahre ohne bisheriges Herz-Kreislauf-Ereignis sollen zur Vorbeugung ein Statin verordnet bekommen, wenn ihr kardiovaskuläres Gesamtrisiko mit einem validierten Risikoscore als hoch eingeschätzt wird (A, Ia). Über 75 Jahre gibt es danach keine ausreichende Evidenz für oder gegen den Beginn (Expertenkonsens).
  • Nicht empfohlen: Ohne Herz-Kreislauf-Ereignis sollen keine Thrombozytenaggregationshemmer empfohlen werden (A, Ia), und bei erhöhter Harnsäure ohne Beschwerden soll keine harnsäuresenkende Behandlung empfohlen werden (A, I). Vitamin D soll nicht routinemäßig gegeben werden (Expertenkonsens).
Medikamente bei chronischer Nierenkrankheit: Gruppen laut DEGAM-Leitlinie und IQWiG, Beispiele mit eigener Wirkstoffseite
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
ACE-HemmerRamipril [1, 9]Verringern die körpereigene Bildung von Stoffen, die den Blutdruck steigen lassen, und entspannen die Blutgefäße [9]Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, unter anderem: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindel, niedriger Blutdruck, trockener Reizhusten, erhöhte Kaliumwerte im Blut [9]
SartaneLosartan [1, 10]Blockieren die Bindung von Angiotensin II an seine Rezeptoren in den Blutgefäßen; die Gefäße entspannen sich und der Blutdruck sinkt [10]Häufig unter anderem: Schwindel, niedriger Blutdruck, Müdigkeit, zu viel Kalium im Blut, Veränderungen der Nierenfunktion einschließlich Nierenversagen, Blutarmut [10]
SGLT2-HemmerDapagliflozin, Empagliflozin [1, 11, 12]Blockieren das Transportprotein SGLT-2 in der Niere; Zucker, Salz und Wasser werden mit dem Urin ausgeschieden [11]Häufig: Genitalinfektionen durch Pilze, Harnwegsinfektionen, mehr Urin oder häufigeres Wasserlassen [11, 12]. Empagliflozin sehr häufig: Flüssigkeitsmangel [12]. Beide sehr häufig: Unterzuckerung bei Diabetes zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin [11, 12]
StatineAtorvastatin [1, 13]Regulieren die Blutfette und verringern Cholesterin und Triglyzeride [13]Häufig unter anderem: Kopfschmerzen, Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Durchfall, Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen [13]
Diuretika (harntreibende Mittel)Furosemid [1, 14]Harntreibendes Mittel, zugelassen unter anderem bei Wassereinlagerungen infolge von Nierenerkrankungen [14]Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10: Störungen der Blutsalze, Abnahme des Körperwassers, erhöhte Triglyzeride und erhöhtes Kreatinin im Blut [14]
Eisenpräparate (bei Eisenmangel)Eisen(II)-sulfat [1, 4, 15]Arzneimittel zur Behandlung von Eisenmangel [15]Häufig: Dunkelfärbung des Stuhls [15]

Weitere Mittel bei Folgeerkrankungen

Bei Blutarmut oder Störungen des Knochenstoffwechsels kommen laut IQWiG eisenhaltige Medikamente, Mittel, die die Blutbildung anregen, oder Phosphatbinder hinzu; auch harntreibende Mittel können nötig sein, und bei einer Übersäuerung wird Bikarbonat eingesetzt [4, 7], etwa Natriumhydrogencarbonat. Bei Diabetes oder trotz ACE-Hemmer oder Sartan zu hohem Blutdruck werden laut IQWiG auch Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten gegeben [6]. Laut DEGAM-Leitlinie sollte eine intravenöse Eisengabe erwogen werden, wenn eine behandlungsbedürftige Eisenmangelanämie nicht auf Eisen zum Einnehmen anspricht (B, II); bei Verdacht auf eine durch die Nieren bedingte Blutarmut soll in die Nephrologie überwiesen werden (A, II), bei Störungen im Calcium- und Phosphathaushalt und Verdacht auf eine Störung des Mineral- und Knochenstoffwechsels (CKD-MBD) sollte eine Überweisung empfohlen werden (B, II) [1]. Mehr dazu: Eiseninfusion. Calcitriol ist laut Packungsbeilage unter anderem bei Knochenerkrankungen bei Menschen mit Nierenproblemen (renale Osteodystrophie) zugelassen [16].

Medikamente bei eingeschränkter Nierenfunktion

Viele Medikamente werden über die Nieren ausgeschieden, können die Nierenfunktion ungünstig beeinflussen oder brauchen eine angepasste Dosis [1]. Deshalb soll laut DEGAM vor dem Einsatz neuer Medikamente, auch rezeptfreier, geprüft werden, ob eine Gegenanzeige besteht oder die Dosis angepasst werden muss (A, Ib). Mindestens einmal jährlich soll die Dauermedikation einschließlich der selbst gekauften Mittel überprüft werden (Expertenkonsens) [1]. Bei akuten Erkrankungen wie Durchfall oder fieberhaften Infekten, die die Gefahr einer akuten Verschlechterung bergen, sollen alle Medikamente überprüft werden, die die Nieren schädigen können, ihre Funktion beeinträchtigen oder über die Nieren ausgeschieden werden (A, IV) [1]. Ein Medikationsplan kann laut IQWiG helfen, den Überblick zu behalten [4].

NSAR sind laut DEGAM bei einer eGFR unter 30 kontraindiziert; darüber sollen sie nur so kurz und niedrig dosiert wie möglich eingesetzt werden (Expertenkonsens) [1]. Rezeptfreies Ibuprofen darf laut Packungsbeilage bei schweren Nierenfunktionsstörungen nicht eingenommen werden [18]. Als mögliche Alternativen nennt die Leitlinie Paracetamol und Metamizol [1]; für Paracetamol wird laut Packungsbeilage bei Niereninsuffizienz eine Dosisreduktion empfohlen, sofern nicht anders verordnet [19]. Bei Metamizol sollte laut Packungsbeilage bei eingeschränkter Nierenfunktion die Dosis vermindert werden, weil die Ausscheidung seiner Abbauprodukte verzögert sein kann [20]. Bei Opioiden empfiehlt die DEGAM-Leitlinie außer bei Buprenorphin eine Dosisanpassung oder längere Abstände [1]. Metformin darf laut Packungsbeilage bei schwerer Einschränkung der Nierenfunktion nicht eingenommen werden; die Nierenfunktion wird mindestens einmal jährlich kontrolliert [17]. Mehr im Ratgeber Viele Medikamente gleichzeitig.

Schwangerschaft

Ramipril sollten Sie laut Packungsbeilage in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft nicht anwenden, und nach der 13. Schwangerschaftswoche dürfen Sie es auf keinen Fall anwenden [9]. Furosemid dürfen Sie in der Schwangerschaft nur anwenden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für zwingend erforderlich hält [14]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen der Medikamente

ACE-Hemmer und Sartane: Häufig sind laut Packungsbeilagen Schwindel, niedriger Blutdruck und zu viel Kalium im Blut; unter Ramipril außerdem trockener Reizhusten [9, 10]. Bei Schwellungen von Gesicht, Lippen oder Rachen mit Schluck- oder Atembeschwerden brechen Sie Ramipril laut Packungsbeilage umgehend ab und wenden sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [9]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Ein solches Angioödem kann laut BfArM-Mitteilung vom 28.05.2026 jederzeit während der Behandlung auftreten, auch erst spät; zur Behandlung eines solchen Angioödems ist Adrenalin möglicherweise unwirksam [22]. Eine duale Blockade, also die Kombination von zwei Mitteln aus den Gruppen ACE-Hemmer, Sartane und Aliskiren, erhöht laut der vom BfArM am 01.12.2014 veröffentlichten Information des europäischen Ausschusses für Risikobewertung (PRAC) das Risiko für zu viel Kalium im Blut, niedrigen Blutdruck und eine Abnahme der Nierenfunktion und wird nicht empfohlen. Bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR unter 60) besteht danach eine Gegenanzeige für die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern oder Sartanen mit Aliskiren [23]. Mehr dazu: Kalium und Reizhusten.

SGLT2-Hemmer: Eine diabetische Ketoazidose, eine Übersäuerung des Blutes, ist unter Dapagliflozin bei Typ-2-Diabetes selten und unter Empagliflozin gelegentlich; Anzeichen sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, übermäßiger Durst, schnelle und tiefe Atmung, Verwirrtheit und ungewöhnliche Müdigkeit, unabhängig vom Blutzucker [11, 12]. Laut Informationsbrief vom 14.03.2016 ist die Behandlung bei einem Krankenhausaufenthalt wegen einer größeren Operation oder einer akuten schweren Erkrankung zu unterbrechen [25]. Nach dem Rote-Hand-Brief vom 21.01.2019 wurden Fälle einer Fournier-Gangrän, einer schweren Weichteilinfektion im Genitalbereich, berichtet; bei starken Schmerzen, Druckschmerz, Rötung oder Schwellung im Genital- oder Dammbereich zusammen mit Fieber oder Unwohlsein soll man sich danach umgehend in ärztliche Behandlung begeben [24]. Laut den Fachinformationen wurden in Langzeitstudien mit SGLT2-Hemmern bei Typ-2-Diabetes mehr Amputationen an den unteren Gliedmaßen beobachtet, vor allem an den Zehen; ob das für die ganze Gruppe gilt, ist nicht bekannt. Menschen mit Diabetes sollen danach zur regelmäßigen vorbeugenden Fußpflege beraten werden [11, 12].

Statine und Diuretika: Unter Atorvastatin sind Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen häufig [13]; mehr dazu: Muskelschmerzen. Ein Anstieg des Blutzuckers und die Entstehung eines Diabetes sind laut BfArM-Risikoinformation vom 11.09.2012 ein möglicher Klasseneffekt der Statine [27]; bei Diabetes oder einem Risiko dafür überwacht die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage von Atorvastatin engmaschig [13]. Unter Furosemid sind Störungen der Blutsalze und eine Abnahme des Körperwassers sehr häufig, besonders bei älteren Menschen [14]; mehr dazu: Natriummangel. Metamizol kann sehr selten eine Agranulozytose auslösen [20]; bei Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder schmerzhaften Schleimhautveränderungen muss die Behandlung laut Rote-Hand-Brief vom 09.12.2024 abgebrochen und sofort eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden [21].

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [18]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit einer Niereninsuffizienz

Eine chronische Nierenkrankheit verändert den Alltag; das betrifft laut gesund.bund.de die Ernährung, das Trinken und die Einnahme von Medikamenten [4, 7]. Bei Durchfall, Erbrechen und Fieber kann der Körper viel Flüssigkeit verlieren; die DEGAM-Patienteninformation rät dann, regelmäßig Wasser und Tee zu trinken und bei ausbleibender Besserung eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen [2]. Ab Stadium 4 sollen Betroffene ihre Trinkmenge mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen [3]; bei einer Dialyse ist es laut IQWiG in der Regel wichtig, nicht zu viel zu trinken [4]. Die Aussicht auf eine lebenslange Behandlung kann psychisch belasten. Selbsthilfegruppen, etwa über den Bundesverband Niere, bieten Austausch; bei stärkeren Belastungen kann eine psychotherapeutische Praxis helfen [4, 7]. Mehr in den Ratgebern Medikamente im Alter und Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. Wem die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfungen gegen Hepatitis B und RSV empfiehlt und welche Nebenwirkungen die Impfstoffe laut Fachinformation haben, steht auf den Seiten Hepatitis-B-Impfung und RSV-Impfung.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Ein akutes Nierenversagen bemerkt man laut gesund.bund.de oft zunächst nicht; ein erster Hinweis ist eine verminderte Harnmenge. Sammelt sich Flüssigkeit in der Lunge (Lungenödem), wird der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt; das ist ein medizinischer Notfall. Zu viel Kalium im Blut kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen [8]. Bei Verdacht auf eine akute Nierenkrankheit sollte laut DEGAM die eGFR innerhalb von 2 Wochen kontrolliert werden, sofern Beschwerden wie Wassereinlagerungen oder Luftnot nicht eine sofortige Überweisung oder Einweisung erfordern (Expertenkonsens) [1]. Bei fortgeschrittener Erkrankung sind rasche Gewichtsveränderungen, Luftnot und Wassereinlagerungen laut DEGAM-Patienteninformation Gründe, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen [3].

Schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sowie akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112. Ist es nicht lebensbedrohlich, die Praxis aber geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [26].

Quellen

  1. Leitlinie S3-Leitlinie Versorgung von Patient*innen mit chronischer, nicht-nierenersatztherapiepflichtiger Nierenkrankheit in der Hausarztpraxis (AWMF-Register-Nr. 053-048, DEGAM-Leitlinie Nr. 22, Version 2.0), gültig bis 06/2029. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  2. Leitlinie DEGAM Patienteninformation Chronische Nierenkrankheit Stadium 1-3 (zur S3-Leitlinie 053-048, Version 2.0). Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand 2024. abgerufen am 18.10.2026
  3. Leitlinie DEGAM Patienteninformation Chronische Nierenkrankheit Stadium 4-5 (zur S3-Leitlinie 053-048, Version 2.0). Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand 2024. abgerufen am 18.10.2026
  4. Chronische Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 14.08.2024. abgerufen am 18.10.2026
  5. Wie verläuft eine chronische Nierenkrankheit (Niereninsuffizienz)?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 14.08.2024. abgerufen am 18.10.2026
  6. Chronische Niereninsuffizienz: Welche Medikamente schützen Nieren, Herz und Blutgefäße?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 14.08.2024. abgerufen am 18.10.2026
  7. Behörde Chronische Nierenkrankheit. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 22.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
  8. Behörde Akutes Nierenversagen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 29.06.2022. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ramipril-ratiopharm 5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Losartan-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  11. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Forxiga (Dapagliflozin), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. AstraZeneca AB (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026 (EMA, aktualisiert am 12.03.2026). abgerufen am 18.10.2026
  12. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Jardiance (Empagliflozin), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Boehringer Ingelheim International GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026 (EMA, aktualisiert am 24.03.2026). abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atorvastatin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 18.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Furosemid-ratiopharm 40 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Eisentabletten-ratiopharm 100 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 04/2021. abgerufen am 18.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Calcitriol-GRY 0,25 Mikrogramm Kapseln. TEVA GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 18.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metformin-ratiopharm 1.000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 18.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  20. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  21. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Metamizolhaltige Arzneimittel, Wichtige Maßnahmen zur Minimierung der schwerwiegenden Folgen des bekannten Risikos für Agranulozytose. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 09.12.2024. abgerufen am 18.10.2026
  22. Behörde Risikoinformation: ACE-Hemmer-haltige Arzneimittel, Epinephrin/Adrenalin möglicherweise unwirksam bei durch ACE-Hemmer ausgelöstem Angioödem. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 28.05.2026. abgerufen am 18.10.2026
  23. Rote-Hand-Brief Information zu den das Renin-Angiotensin-System beeinflussenden Arzneimitteln: Wesentliche Elemente für die Kommunikation (ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten, Aliskiren). Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC), veröffentlicht vom BfArM. Stand 01.12.2014. abgerufen am 18.10.2026
  24. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu SGLT2-Inhibitoren: Risiko einer Fournier-Gangrän (nekrotisierende Fasziitis des Perineums) bei der Anwendung. Zulassungsinhaber von SGLT2-Inhibitoren in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 21.01.2019. abgerufen am 18.10.2026
  25. Rote-Hand-Brief Informationsbrief zu SGLT2-Inhibitoren: Aktualisierte Hinweise zum Risiko einer diabetischen Ketoazidose. AstraZeneca AB, Boehringer Ingelheim International GmbH, Janssen-Cilag International N.V.; veröffentlicht vom BfArM. Stand 14.03.2016. abgerufen am 18.10.2026
  26. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  27. Behörde Statine: Erhöhtes Risiko von Diabetes als möglicher Klasseneffekt (Risikoinformation zum Bescheid vom 21.08.2012). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 11.09.2012. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente schützen die Nieren?

Bei Bluthochdruck oder viel Albumin im Urin wird laut IQWiG ein ACE-Hemmer oder alternativ ein Sartan empfohlen, bei Diabetes schon bei geringerer Albuminausscheidung; laut IQWiG senken sie einen erhöhten Blutdruck und verringern das Risiko für ein vollständiges Nierenversagen. SGLT2-Hemmer können laut IQWiG das Fortschreiten verlangsamen und werden zusätzlich empfohlen, ob man Diabetes hat oder nicht. Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt sie bei einer Albumin-Kreatinin-Ratio ab 300 mg/g und/oder einer eGFR unter 45 (sollte, Empfehlungsgrad B). Welche Mittel für Sie infrage kommen, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Welche Schmerzmittel kommen bei Niereninsuffizienz infrage?

NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac sollten laut DEGAM bei einer chronischen Nierenkrankheit möglichst vermieden werden; bei einer eGFR unter 30 sind sie kontraindiziert. Als mögliche Alternativen nennt die Leitlinie Paracetamol und Metamizol. Für Paracetamol wird laut Packungsbeilage bei eingeschränkter Nierenfunktion eine Dosisreduktion empfohlen, sofern nicht anders verordnet; bei Metamizol sollte die Dosis laut Packungsbeilage bei eingeschränkter Nierenfunktion vermindert werden. Besprechen Sie jedes Schmerzmittel, auch ein rezeptfreies, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Welche Medikamente sollte man bei Nierenschwäche meiden?

Laut DEGAM soll vor jedem neuen Medikament, auch einem rezeptfreien, geprüft werden, ob eine Gegenanzeige besteht oder die Dosis angepasst werden muss (Empfehlungsgrad A). Manche selbst gekauften Mittel können laut DEGAM-Patienteninformation die Nieren schädigen, besonders Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac; Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie deshalb nur in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einnehmen. Metformin darf laut Packungsbeilage bei einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion nicht eingenommen werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wie viel sollte man bei Niereninsuffizienz trinken?

In den Stadien 1 bis 3 rät die DEGAM-Patienteninformation, ausreichend Wasser zu trinken und bei Durchfall, Erbrechen und Fieber regelmäßig Wasser und Tee zu trinken, um den zusätzlichen Verlust auszugleichen. In den Stadien 4 und 5 sollen Betroffene ihre Trinkmenge mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen. Bei einer Dialyse ist es laut IQWiG in der Regel wichtig, nicht zu viel zu trinken.

Ab wann braucht man eine Dialyse?

Die Vorbereitung auf eine Dialyse sollte laut IQWiG beginnen, sobald absehbar ist, dass die Nieren bald versagen; das ist oft der Fall, wenn der GFR-Wert unter 30 sinkt. Zu einem Nierenversagen kommt es bei den meisten Menschen bei einem GFR-Wert unter 10. Für viele ist dann eine Nierentransplantation die optimale Behandlung; ist sie nicht möglich oder nicht gewünscht, wird das Blut per Bauchfelldialyse oder Hämodialyse gereinigt.

Ist eine Niereninsuffizienz heilbar?

Die chronische Nierenkrankheit ist laut DEGAM-Patienteninformation eine anhaltende Erkrankung; die Einschränkung der Nierenfunktion ist meistens nicht mehr rückgängig zu machen, eine Verschlechterung kann aber oft aufgehalten werden. Selten erholen sich die Nieren laut IQWiG sogar wieder. Ein akutes Nierenversagen ist laut gesund.bund.de meist heilbar, wenn es rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Was ist der Unterschied zwischen akutem und chronischem Nierenversagen?

Bei einem akuten Nierenversagen nimmt die Nierenfunktion laut gesund.bund.de schnell ab, meist innerhalb von 2 Tagen; ein erster Hinweis ist, dass plötzlich weniger Urin ausgeschieden wird. Ursachen sind zum Beispiel starker Blutverlust, Flüssigkeitsverlust, bestimmte Medikamente oder ein gestörter Harnabfluss. Bei der chronischen Nierenkrankheit arbeiten die Nieren laut IQWiG länger als drei Monate eingeschränkt, und sie schreitet meist nur langsam voran.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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