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Calcitriol: Nebenwirkungen und Wirkung

Calcitriol ist ein verschreibungspflichtiges Vitamin-D-Stoffwechselprodukt. Es wird bei Knochenerkrankungen infolge von Nierenproblemen (renale Osteodystrophie) und bei Knochenschwund von Frauen in den Wechseljahren eingesetzt und hilft dem Körper, mehr Calcium aus der Nahrung aufzunehmen. Die am häufigsten gemeldete Nebenwirkung ist laut Fachinformation ein zu hoher Calciumspiegel im Blut; deshalb wird das Blut regelmäßig kontrolliert, und Sie nehmen während der Behandlung keine zusätzlichen Vitamin-D-Präparate ein.

Frau Anfang sechzig macht in einem hellen Wohnzimmer auf einer Matte ruhige Dehnübungen
Bild: KI-generiert

Wofür wird Calcitriol eingesetzt?

Calcitriol ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Vitamin-D-Stoffwechselprodukte [1, 2, 3]. Er wird bei Knochenerkrankungen von Menschen mit Nierenproblemen eingesetzt, der sogenannten renalen Osteodystrophie; laut Fachinformation dient er dabei der Korrektur eines gestörten Calcium- und Phosphatstoffwechsels [1, 2]. Außerdem wird er zur Behandlung von Knochenschwund bei Frauen in den Wechseljahren angewendet, der postmenopausalen Osteoporose [1]. Laut Fachinformation gilt dieses zweite Anwendungsgebiet nur für die Kapseln mit 0,25 Mikrogramm [2]. Mehr zur Nierenerkrankung lesen Sie unter Niereninsuffizienz.

Calcitriol unterscheidet sich von Vitamin-D-Präparaten wie Colecalciferol: Laut Fachinformation hat Calcitriol von den bekannten Vitamin-D-Stoffwechselprodukten die größte biologische Wirkung, und während der Behandlung dürfen deshalb keine anderen Vitamin-D-Präparate verschrieben werden [2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Calcitriol-GRY [1, 2]. Einen Überblick über verwandte Mittel gibt die Seite Vitamine, Mineralstoffe und Eisenpräparate.

Wie wirkt Calcitriol?

Calcitriol bewirkt, dass der Körper mehr Calcium aus der Nahrung aufnimmt; das trägt laut Packungsbeilage zur Bildung gesunder Knochen und zur Verringerung von Knochenschäden bei [1]. Laut Fachinformation bildet der Körper Calcitriol normalerweise in den Nieren aus einer Vorstufe. Es erhöht die Aufnahme von Calcium und Phosphat im Darm und ist wesentlich an der Mineralisierung der Knochen beteiligt [2].

Bei chronischer Nierenschwäche bilden die Nieren zu wenig Calcitriol; laut Fachinformation ist die körpereigene Bildung bei einer Filterleistung der Nieren unter 30 ml/min verringert. Die Einnahme gleicht diesen Mangel aus, korrigiert die gestörte Aufnahme von Calcium und Phosphat und wirkt so den Zeichen der Knochenerkrankung entgegen. Bei Frauen mit bestehender Osteoporose nach den Wechseljahren erhöht Calcitriol laut Fachinformation die Calciumaufnahme [2].

Die Wirkung setzt laut Fachinformation schneller ein und klingt schneller ab als bei anderen Vitamin-D-Stoffwechselprodukten; so lässt sich die Dosis früher und genauer anpassen. Die höchste Konzentration im Blut wird 2 bis 4 Stunden nach der Einnahme erreicht, eine einzelne Dosis wirkt mindestens 4 Tage. Ein zu hoher Calciumspiegel normalisiert sich nach dem Absetzen innerhalb weniger Tage [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten folgt der Packungsbeilage von Calcitriol-GRY (Stand 09/2025). Sie nennt alle Nebenwirkungen als selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten: vor allem einen zu hohen Calciumspiegel im Blut mit seinen Folgen, außerdem Veränderungen der Leberfunktion und allergische Reaktionen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Die ältere Fachinformation (Stand 08/2020) ordnet die Häufigkeiten anders ein: Sie nennt einen zu hohen Calciumspiegel (Hypercalcämie) als sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, und als die am häufigsten gemeldete Nebenwirkung; Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Hautausschlag und Harnwegsinfektionen als häufig, also bei bis zu 1 von 10, sowie Appetitlosigkeit, Erbrechen und einen erhöhten Kreatininwert im Blut als gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 [2]. Nach der Markteinführung war laut Fachinformation die Zahl der gemeldeten Fälle je Nebenwirkung über 15 Jahre sehr gering, für einen zu hohen Calciumspiegel lag die Rate bei 0,001 Prozent oder weniger [2]. Haben Sie Fragen zu diesen Angaben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Laut Fachinformation können Nebenwirkungen auftreten, die denen einer Vitamin-D-Überdosierung entsprechen, je nach Ausmaß und Dauer des zu hohen Calciumspiegels. Akut können Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauch- oder Magenschmerzen und Verstopfung auftreten, bei längerem Verlauf unter anderem Muskelschwäche, Gewichtsverlust, Empfindungsstörungen, Fieber, Durst, vermehrtes Wasserlassen, Austrocknung, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Wachstumsverzögerung und Harnwegsinfekte. Treten ein zu hoher Calcium- und Phosphatspiegel zusammen auf, können sich Verkalkungen bilden [2]. Mehr dazu auf der Seite Veränderte Laborwerte durch Medikamente.

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Calciumkonzentration im Blut (Hypercalcämie); zu den Zeichen gehören Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und ein Gefühl von Trägheit, Benommenheit oder Schwäche[1]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)AppetitlosigkeitGewichtsabnahmeÜbelkeitErbrechenKopfschmerzenMüdigkeit
  • Stoffwechsel und ErnährungStark erhöhte Calciumkonzentration im Blut, die zu Fieber, starkem Durstgefühl, Austrocknung, häufigem Wasserlassen, Bettnässen, Verstopfung, Magenschmerzen, Darmverschluss und unregelmäßigem Herzschlag führen kann; außerdem können Harnwegsinfekte und Wachstumsverzögerungen auftreten[1]Mehr dazu: FieberHäufiges WasserlassenVerstopfungBauchschmerzenHerzrhythmusstörungen
  • PsycheGeistige Verwirrung (in einigen Fällen)[1]Mehr dazu: Verwirrtheit
  • Allgemeine BeschwerdenAblagerung von Calcium außerhalb der Knochen in anderen Teilen des Körpers, zum Beispiel in den Nieren als Nierensteine; die Ärztin oder der Arzt passt dann die Dosis an[1]
  • Leber und GalleVeränderung der Leberfunktion, die sich in Blutuntersuchungen zeigt[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen mit Hautjucken, Hautausschlag und Rötung der Haut, die sehr stark sein können[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenJuckreizHautausschlag

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation wurde ein enger Zusammenhang zwischen der Behandlung mit Calcitriol und einem zu hohen Calciumspiegel beobachtet; Patientinnen, Patienten und ihre Angehörigen sollen wissen, woran sie einen zu hohen Calciumspiegel erkennen [2]. Steigt das Calcium im Blut über eine in der Fachinformation festgelegte Grenze oder der Kreatininwert über einen Grenzwert, wird die Behandlung sofort unterbrochen, bis sich das Calcium normalisiert hat [2]. Hat sich Calcium außerhalb der Knochen abgelagert, etwa als Nierensteine, passt die Ärztin oder der Arzt die Dosis an [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern gießt sich am Küchentisch aus einer Karaffe ein Glas Wasser ein
Bild: KI-generiert

Calciumspiegel im Blick behalten: Während der Einnahme lässt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihr Blut regelmäßig untersuchen, damit der Calciumspiegel nicht zu hoch wird [1]. Laut Fachinformation werden die Blutwerte bei Osteoporose nach 1, 3 und 6 Monaten und danach alle 6 Monate kontrolliert, bei der Knochenerkrankung durch Nierenschwäche während der Dosisanpassung mindestens zweimal pro Woche [2].

Ernährung: Nehmen Sie während der Behandlung keine Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D und keine mit Vitamin D angereicherten Lebensmittel zu sich, und halten Sie die verordnete Diät ein [1]. Wenn Sie die Menge an Calcium oder Vitamin D in der Nahrung ändern, etwa mehr Milchprodukte essen oder Vitaminpräparate einnehmen, ohne es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sagen, kann das Risiko für Nebenwirkungen steigen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Trinken und Bewegung: Trinken Sie viel, zum Beispiel Wasser, damit Sie nicht austrocknen; das gilt nicht, wenn Sie Nierenprobleme haben [1]. Wer sich wenig bewegt, etwa nach einer Operation, hat laut Fachinformation ein höheres Risiko für einen zu hohen Calciumspiegel [1, 2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch über Vitamin-D-Präparate mit Langzeitwirkung, die Sie in den letzten Monaten eingenommen haben [1]. Calcitriol kann die Wirkung einiger Arzneimittel beeinflussen, und andere Arzneimittel können die Wirkung von Calcitriol verändern [1]. Laut Fachinformation erhöhen Thiazid-Entwässerungsmittel (siehe Diuretika) das Risiko eines zu hohen Calciumspiegels, und bei Menschen, die Herzmittel wie Digitoxin oder Digoxin einnehmen, kann ein zu hoher Calciumspiegel Herzrhythmusstörungen hervorrufen [2].

Magnesiumhaltige Antazida dürfen laut Fachinformation bei Dialyse nicht zusammen mit Calcitriol gegeben werden. Die Epilepsiemittel Phenytoin und Phenobarbital können den Calcitriol-Spiegel senken, Kortison wirkt Calcitriol entgegen, und Colestyramin oder Sevelamer können seine Aufnahme im Darm stören [1, 2]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Calcitriol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere Arzneimittel mit Vitamin D; Vitamin D mit Langzeitwirkung wie Ergocalciferol oder Colecalciferol in den letzten MonatenLaut Fachinformation können sich die Wirkungen addieren und zu einem zu hohen Calciumspiegel und einer Vitamin-D-Überdosierung führen[1, 2]Während der Behandlung keine anderen Vitamin-D-Präparate; Ärztin oder Arzt informieren
Calciumhaltige PräparateLaut Fachinformation kann eine unkontrollierte zusätzliche Einnahme einen zu hohen Calciumspiegel auslösen[1, 2]Diätvorschriften genau befolgen; nur nach ärztlicher Absprache
Entwässerungsmittel (Diuretika gegen Bluthochdruck) wie Bendroflumethiazid, Chlortalidon und IndapamidLaut Fachinformation erhöhen Thiazid-Diuretika das Risiko eines zu hohen Calciumspiegels[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Digoxin oder Digitoxin (Herzmittel)Ein zu hoher Calciumspiegel kann bei diesen Patientinnen und Patienten laut Fachinformation Herzrhythmusstörungen hervorrufen[1, 2]Die Calcitriol-Dosis wird mit Vorsicht festgelegt
Magnesiumhaltige Arzneimittel wie Antazida (Mittel gegen Verdauungsstörungen)Laut Fachinformation kann es bei Dialysepatientinnen und -patienten zu einem zu hohen Magnesiumspiegel kommen[1, 2]Bei Dialyse laut Fachinformation nicht zusammen anwenden; Ärztin oder Arzt informieren
Phenytoin oder Phenobarbital (Mittel gegen Epilepsie)Laut Fachinformation kann Calcitriol schneller abgebaut werden und sein Spiegel im Blut sinken[1, 2]Gegebenenfalls sind höhere Calcitriol-Dosen nötig; Ärztin oder Arzt informieren
Kortison (Steroide) wie Hydrocortison, Prednisolon und DexamethasonLaut Fachinformation hemmen Glucocorticoide die Calciumaufnahme und wirken Calcitriol entgegen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Colestyramin, Sevelamer und andere IonenaustauscherharzeLaut Fachinformation können sie die Aufnahme von Calcitriol im Darm stören[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Phosphate und PhosphatbinderCalcitriol beeinflusst den Phosphattransport; die Ärztin oder der Arzt überwacht den Phosphatspiegel, und laut Fachinformation richtet sich die Gabe von Phosphatbindern nach dem Phosphatspiegel im Blut[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Calcitriol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Bei Nierenproblemen überwacht die Ärztin oder der Arzt die Phosphatkonzentration in Blut und Nahrung [1]. Laut Fachinformation soll das Produkt aus Calcium- und Phosphatspiegel im Blut einen festgelegten Wert nicht überschreiten [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Calcitriol oder einen der sonstigen Bestandteile; auch Allergie gegen andere Arzneimittel mit Vitamin-D-Stoffwechselprodukten wie Alfacalcidol und Colecalciferol[1, 2]
  • Erhöhte Calciumkonzentration im Blut (Hypercalcämie); laut Fachinformation alle Krankheiten, die mit einer Hypercalcämie in Verbindung gebracht werden[1, 2]
  • Calciumablagerungen im Körper (metastatische Verkalkung)[1, 2]
  • Beschwerden durch eine hohe Vitamin-D-Konzentration im Körper (laut Fachinformation Zeichen einer Vitamin-D-Vergiftung)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Wenig Bewegung, etwa nach einer Operation: laut Fachinformation höheres Risiko für einen zu hohen Calciumspiegel[1, 2]
  • Nierenprobleme: Die Ärztin oder der Arzt überwacht die Phosphatkonzentration in Blut und Nahrung. Laut Fachinformation ist bei chronischer Nierenschwäche wegen der Gefahr von Verkalkungen außerhalb der Knochen Vorsicht geboten; der Phosphatspiegel wird mit Phosphatbindern und phosphatarmer Ernährung im Normbereich gehalten[1, 2]
  • Ernährung: Während der Behandlung keine Vitamin-D-haltigen Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel und keine mit Vitamin D angereicherten Lebensmittel; die verordnete Diät einhalten. Wer die Menge an Calcium oder Vitamin D in der Nahrung ändert, etwa mehr Milchprodukte isst, kann das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen; laut Fachinformation kann eine plötzlich höhere Calciumzufuhr einen zu hohen Calciumspiegel auslösen[1, 2]
  • Viel trinken, zum Beispiel Wasser, damit Sie nicht austrocknen, das gilt nicht, wenn Sie Nierenprobleme haben[1, 2]
  • Vitamin D mit Langzeitwirkung (Ergocalciferol, Colecalciferol) in den letzten Monaten: Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation kann es nach einer Umstellung einige Monate dauern, bis der Spiegel im Blut wieder auf den Ausgangswert zurückgeht, was das Risiko eines zu hohen Calciumspiegels erhöht[1, 2]
  • Regelmäßige Blutuntersuchungen: Die Ärztin oder der Arzt kontrolliert, dass der Calciumspiegel nicht zu hoch wird. Laut Fachinformation werden bei Osteoporose Calcium und Kreatinin nach 1, 3 und 6 Monaten und danach alle 6 Monate kontrolliert, bei Knochenerkrankung durch Nierenschwäche während der Dosisanpassung das Calcium mindestens zweimal wöchentlich[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Kapseln enthalten Sorbitol[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: Laut Fachinformation sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht ausreichend erforscht, um eine Dosis zu empfehlen[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Sind Sie schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, ob Sie Calcitriol einnehmen können [1]. In der Stillzeit ist die Einnahme möglich; dann werden bei Ihnen und Ihrem Kind Blutproben genommen, um unerwünschte Wirkungen zu erkennen [1]. Laut Fachinformation sollen Mütter unter Calcitriol nur stillen, wenn die Calciumspiegel von Mutter und Kind kontrolliert werden [2]. Einen Hinweis zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Sind Sie schwanger, vermuten Sie eine Schwangerschaft oder planen Sie eine, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er entscheidet, ob Sie Calcitriol einnehmen können. Laut Fachinformation ist die Sicherheit in der Schwangerschaft nicht erwiesen: Im Tierversuch lösten nahezu tödliche (subletale) Vitamin-D-Dosen bei Kaninchen eine Verengung der Hauptschlagader oberhalb der Herzklappe (supravalvuläre Aortenstenose) bei den Föten aus; beim Menschen gibt es keinen Hinweis auf fruchtschädigende Wirkungen von Vitamin D, auch in sehr hohen Dosen. Calcitriol sollte nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen das mögliche Risiko für das Kind überwiegt.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Sie können Calcitriol in der Stillzeit einnehmen; die Ärztin oder der Arzt nimmt dann bei Ihnen und Ihrem Kind Blutproben, um zu prüfen, ob unerwünschte Wirkungen auftreten. Laut Fachinformation ist davon auszugehen, dass Calcitriol in die Muttermilch übergeht; Mütter sollten nur stillen, wenn die Calciumspiegel von Mutter und Kind kontrolliert werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Calcitriol hat höchstwahrscheinlich keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Die Kapseln als Ganzes mit etwas Wasser schlucken. Während der Behandlung wird Ihr Blut regelmäßig untersucht. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1]

Einnahme vergessen: die vergessene Dosis auslassen und zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt die übliche Dosis nehmen; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Setzen Sie Calcitriol nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab; die Behandlung von Knochenschwund ist eine Langzeittherapie. Laut Fachinformation wird die Behandlung bei zu hohem Calcium- oder Kreatininwert im Blut sofort unterbrochen, bis sich das Calcium normalisiert hat; ein erhöhter Calciumspiegel normalisiert sich innerhalb weniger Tage nach dem Absetzen.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, informieren Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt oder begeben Sie sich in ein Krankenhaus; nehmen Sie die Packung mit. Zu viele Kapseln können zu viel Calcium im Blut verursachen; zu den Zeichen gehören Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Kopfschmerzen und ein Gefühl von Trägheit, Benommenheit oder Schwäche. Laut Fachinformation kommt es infolge eines zu hohen Calciumspiegels bei einer chronischen Überdosierung zu Gefäßverkalkungen in Nierenrinde, Herzmuskel, Lunge und Bauchspeicheldrüse; höhere Calciumwerte (über 3,2 mmol/l) können zu einer Nierenschwäche führen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt Anfangsdosen für beide Anwendungsgebiete und eine wöchentliche Höchstdosis bei der Knochenerkrankung durch Nierenschwäche; die Fachinformation ergänzt die Abstände der Blutkontrollen und Angaben zu Kindern [1, 2]. Laut Fachinformation wird die Dosis individuell an das Ansprechen angepasst, um einen zu hohen Calciumspiegel zu vermeiden [2]. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Schlucken Sie die Kapseln als Ganzes mit etwas Wasser [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, lassen Sie sie aus und nehmen zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt die übliche Dosis; nehmen Sie nicht zwei Dosen auf einmal [1]. Bewahren Sie die Kapseln im Originalbehältnis auf und füllen Sie sie nicht in einen anderen Behälter um [1].

Setzen Sie Calcitriol nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab; die Behandlung von Knochenschwund ist eine Langzeittherapie [1]. Haben Sie zu viele Kapseln eingenommen, informieren Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt oder begeben Sie sich in ein Krankenhaus, und nehmen Sie die Packung mit [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Calcitriol

Calcitriol-GRY gibt es als Kapseln mit 0,25 oder 0,5 Mikrogramm (Weichkapseln) [2]. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage der Kapseln mit 0,25 Mikrogramm und die gemeinsame Fachinformation beider Stärken [1, 2]. Präparate anderer Hersteller haben eigene Packungsbeilagen, die in Einzelheiten abweichen können.

Präparate mit Calcitriol
PräparatAnbieterHinweis
Calcitriol-GRYTEVA GmbHWeichkapseln mit 0,25 oder 0,5 Mikrogramm; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite (0,25 Mikrogramm)

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Calcitriol-GRY 0,25 Mikrogramm Kapseln. TEVA GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Calcitriol-GRY 0,25 Mikrogramm / 0,5 Mikrogramm Kapseln. TEVA GmbH. Stand 08/2020. abgerufen am 11.10.2026
  3. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Calcitriol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür nimmt man Calcitriol?

Calcitriol wird bei Knochenerkrankungen infolge von Nierenproblemen (renale Osteodystrophie) und zur Behandlung von Knochenschwund bei Frauen in den Wechseljahren (postmenopausale Osteoporose) eingesetzt. Es hilft dem Körper, mehr Calcium aus der Nahrung aufzunehmen. Calcitriol ist verschreibungspflichtig.

Was ist der Unterschied zwischen Calcitriol und Vitamin D?

Calcitriol ist ein Vitamin-D-Stoffwechselprodukt, das der Körper normalerweise in den Nieren bildet. Laut Fachinformation hat es von den bekannten Vitamin-D-Stoffwechselprodukten die größte biologische Wirkung; deshalb dürfen während der Behandlung keine anderen Vitamin-D-Präparate verschrieben werden. Nehmen Sie laut Packungsbeilage auch keine Vitamin-D-haltigen Nahrungsergänzungsmittel ein.

Woran erkenne ich einen zu hohen Calciumspiegel?

Zu den Zeichen gehören laut Packungsbeilage Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und ein Gefühl von Trägheit, Benommenheit oder Schwäche. Ein stark erhöhter Calciumspiegel kann zu Fieber, starkem Durst, Austrocknung, häufigem Wasserlassen, Bettnässen, Verstopfung, Magenschmerzen, Darmverschluss und unregelmäßigem Herzschlag führen. In einigen Fällen kann es zu geistiger Verwirrung kommen. Wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wie oft wird bei Calcitriol das Blut kontrolliert?

Während der Einnahme lässt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihr Blut regelmäßig untersuchen, damit der Calciumspiegel nicht zu hoch wird. Laut Fachinformation werden die Werte bei Osteoporose nach 1, 3 und 6 Monaten und danach alle 6 Monate kontrolliert, bei der Knochenerkrankung durch Nierenschwäche während der Dosisanpassung mindestens zweimal pro Woche.

Muss ich bei Calcitriol auf meine Ernährung achten?

Ja. Nehmen Sie keine Vitamine, Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel mit zugesetztem Vitamin D zu sich und halten Sie die verordnete Diät ein. Mehr Milchprodukte oder zusätzliche Vitaminpräparate ohne Absprache können das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Trinken Sie viel, damit Sie nicht austrocknen (außer wenn Sie Nierenprobleme haben).

Darf ich Calcitriol in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, ob Sie Calcitriol einnehmen können; laut Fachinformation sollte es nur angewendet werden, wenn der zu erwartende Nutzen das mögliche Risiko für das Kind überwiegt. In der Stillzeit ist die Einnahme möglich; dann werden bei Ihnen und Ihrem Kind Blutproben genommen.

Wie hoch ist die Dosis von Calcitriol?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest und passt sie nach den Blutwerten an, um einen zu hohen Calciumspiegel zu vermeiden. Die Angaben der Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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