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Montelukast: Nebenwirkungen und Wirkung

Montelukast ist ein verschreibungspflichtiger Leukotrien-Rezeptorantagonist zum Einnehmen. Er wird als Zusatzbehandlung bei Asthma und zur Vorbeugung von Belastungsasthma eingesetzt; für Kinder gibt es Kautabletten und Granulat. Häufig sind laut Packungsbeilage Kopf- und Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Hautausschlag. Bei Verhaltens- oder Stimmungsänderungen wie Depression oder Lebensmüdigkeit und bei Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Junge Frau joggt am frühen Abend in leichter Sportkleidung ruhig atmend auf einem Uferweg mit Bäumen
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Infektion der oberen Atemwege[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Bauchschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Leberenzyme (Serumtransaminasen ALT, AST)[1, 2]
  • Häufig: Fieber[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche

Wofür wird Montelukast eingesetzt?

Montelukast ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff zum Einnehmen aus der Gruppe der Leukotrien-Rezeptorantagonisten [1, 2, 6]. Die 10-mg-Filmtabletten sind zugelassen als Zusatzbehandlung bei leichtem bis mittelgradigem anhaltendem Asthma ab 15 Jahren, wenn ein Kortison zum Inhalieren und bei Bedarf angewendete kurz wirksame Beta-Agonisten das Asthma nicht ausreichend kontrollieren. Außerdem kann Montelukast ab 15 Jahren Asthmabeschwerden vorbeugen, die durch körperliche Belastung ausgelöst werden [1, 2]. Bei Menschen mit Asthma, die zusätzlich unter saisonalen Allergien wie Heuschnupfen leiden, kann es auch die allergischen Beschwerden lindern [1, 2].

Für Kinder gibt es eigene Darreichungsformen mit eigener Packungsbeilage: 5-mg-Kautabletten für Kinder von 6 bis 14 Jahren und 4-mg-Granulat für Kinder von 6 Monaten bis 5 Jahren. Bei Kindern ab 2 Jahren kann Montelukast unter bestimmten Voraussetzungen auch anstelle eines Kortisons zum Inhalieren angewendet werden: wenn ein Kind Kortison nicht inhalieren kann und in letzter Zeit keine schweren Asthmaanfälle hatte, die mit Kortisontabletten behandelt werden mussten [3, 4]. Montelukast gehört zu den Asthma- und COPD-Medikamenten; Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der Montelukast-ratiopharm 10-mg-Filmtabletten (Stand September 2026) [1, 2].

Wie wirkt Montelukast?

Montelukast hemmt sogenannte Leukotriene; die Packungsbeilage der Kautabletten nennt sie entzündungsfördernde Botenstoffe. Leukotriene verursachen Verengungen und Schwellungen der Atemwege. Indem Montelukast sie hemmt, lindert es Asthmabeschwerden und trägt zur Asthmakontrolle bei [1, 3]. Genauer bindet Montelukast laut Fachinformation an einen Rezeptor für sogenannte Cysteinyl-Leukotriene in den Atemwegen. Diese Stoffe werden unter anderem von Mastzellen und eosinophilen Granulozyten freigesetzt und bewirken in den Atemwegen eine Verengung der Bronchien, Schleimbildung, eine erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße und eine Ansammlung eosinophiler Granulozyten [2].

Die Wirkung auf die Asthmabeschwerden setzt laut Fachinformation bereits nach einem Tag ein. Nach dem Einnehmen der Filmtablette ist die höchste Konzentration im Blut bei nüchternen Erwachsenen nach 3 Stunden erreicht; Montelukast wird in großem Umfang abgebaut und nahezu ausschließlich über die Galle ausgeschieden [2]. Laut Packungsbeilage beugt Montelukast Asthmabeschwerden am Tag und in der Nacht vor; es trägt nur dann zur Asthmakontrolle bei, wenn es durchgehend eingenommen wird, auch an Tagen ohne Beschwerden [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. In klinischen Studien wurden Bauch- und Kopfschmerzen häufig und häufiger als unter einem Scheinmedikament berichtet [1]. Infektionen der oberen Atemwege wurden laut Fachinformation in klinischen Studien auch unter Scheinmedikament sehr häufig berichtet, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Hautausschlag auch unter Scheinmedikament häufig [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Besonders zu beachten sind neuropsychiatrische Ereignisse: Verhaltensänderungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen und Suizidalität wurden bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern berichtet. Laut Fachinformation können diese Beschwerden schwerwiegend sein und anhalten, wenn die Behandlung nicht abgesetzt wird [1, 2]. Mehr zu einzelnen Beschwerden lesen Sie auf den Seiten Schlafstörungen, Depression, Unruhe und Angst und Aggressivität. Angaben aus Studien mit Kindern sind in der Liste eigens gekennzeichnet [2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • Magen und DarmBauchschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
  • Magen und DarmDurchfall, Übelkeit, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: DurchfallÜbelkeitErbrechen
  • HautHautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Leber und GalleErhöhte Leberenzyme (Serumtransaminasen ALT, AST)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
  • Allgemeine BeschwerdenBei Kindern von 2 bis 5 Jahren in Studien: Durst[2]
  • NervensystemBei Kindern von 6 Monaten bis 2 Jahren in einer Studie mit Granulat: Hyperaktivität[2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
  • AtemwegeBei Kindern von 6 Monaten bis 2 Jahren in einer Studie mit Granulat: Asthma[2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmBei Kindern von 6 Monaten bis 2 Jahren in einer Studie mit Granulat: Durchfall[2]Mehr dazu: Durchfall
  • HautBei Kindern von 6 Monaten bis 2 Jahren in einer Studie mit Granulat: ekzemartige Hautentzündung (ekzematöse Dermatitis), Ausschlag[2]Mehr dazu: Hautausschlag

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • AtemwegeKombination von Beschwerden wie grippeartiges Befinden, Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Armen und Beinen, Verschlechterung der Lungenbeschwerden und/oder Ausschlag (Churg-Strauss-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlHautausschlag
  • Blut und LymphsystemVerringerte Anzahl von Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • PsycheVerhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: Halluzinationen, Desorientierung, Lebensmüdigkeit und entsprechendes Verhalten (laut Fachinformation suizidale Gedanken und Handlungen)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und HalluzinationenVerwirrtheit
  • PsycheVerhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: Zwangssymptome, Stottern (Dysphemie)[1, 2]
  • AtemwegeSchwellung (Entzündung) der Lunge; laut Fachinformation pulmonale Eosinophilie[1, 2]
  • HautSchwere Hautreaktionen (Erythema multiforme), die ohne Vorwarnung auftreten können[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HautDruckempfindliche rote Knoten unter der Haut, meist an den Schienbeinen (Erythema nodosum)[1, 2]
  • Leber und GalleErhöhte Leberwerte oder Leberentzündung (Hepatitis), laut Fachinformation einschließlich cholestatischer, hepatozellulärer und gemischter Leberschädigung[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • ImmunsystemEosinophile Leberinfiltrate[2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Packungsbeilage können die schwerwiegenden Nebenwirkungen in dieser Liste dringend eine medizinische Behandlung erfordern [1]. Laut Fachinformation kann unter Asthma-Medikamenten einschließlich Montelukast in seltenen Fällen eine Eosinophilie auftreten, manchmal mit Zeichen einer Gefäßentzündung (Vaskulitis) wie beim Churg-Strauss-Syndrom; diese Fälle standen manchmal mit der Verringerung oder dem Absetzen von Kortisontabletten in Zusammenhang [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern sitzt mit seiner Frau am Küchentisch, beide halten eine Tasse Tee und unterhalten sich ruhig
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Veränderungen von Verhalten, Stimmung oder Schlaf: Achten Sie bei sich selbst und bei Kindern, die Montelukast einnehmen, auf ungewöhnliche Träume, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Niedergeschlagenheit oder Gedanken an Selbsttötung. Laut Fachinformation sollen Betroffene und Betreuungspersonen auf solche Ereignisse achten und die Ärztin oder den Arzt informieren; treten neuropsychiatrische Beschwerden auf, sollte die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen werden [1, 2]. Sprechen Sie in diesem Fall umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112; weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Kopf- und Bauchschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden: Sie gehören zu den häufigen Nebenwirkungen; Bauchschmerzen und Kopfschmerzen waren in Studien laut Packungsbeilage gewöhnlich nicht stark ausgeprägt [1]. Halten sie an oder belasten sie Sie, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Mehr dazu auf den Seiten Kopfschmerzen und Magenbeschwerden. Beschwerden lassen sich leichter einordnen, wenn Sie sie mit Datum notieren, etwa im Nebenwirkungs-Tagebuch. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Montelukast kann zusammen mit anderen Asthma-Medikamenten eingenommen werden. Bestimmte Arzneimittel können aber seine Wirksamkeit beeinflussen, vor allem die Epilepsie-Mittel Phenobarbital und Phenytoin sowie das Antibiotikum Rifampicin; informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Laut Fachinformation ist bei solchen Kombinationen besonders bei Kindern Vorsicht geboten. Der Blutfettsenker Gemfibrozil erhöhte in einer Studie die Menge von Montelukast im Körper um das 4,4-Fache; Nebenwirkungen können dann vermehrt auftreten [2].

Wechselwirkungen von Montelukast
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Phenobarbital oder Phenytoin (Mittel gegen Epilepsie), Rifampicin (gegen Tuberkulose und bestimmte andere Infektionen)Können die Wirksamkeit von Montelukast beeinflussen; zusammen mit Phenobarbital war die Menge von Montelukast im Blut (AUC) laut Fachinformation um etwa 40 % vermindert[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren; laut Fachinformation ist besonders bei Kindern Vorsicht geboten
Gemfibrozil (Mittel gegen erhöhte Blutfette) und andere starke Hemmer des Enzyms CYP2C8Gemfibrozil erhöhte die Menge von Montelukast im Körper um das 4,4-Fache; Nebenwirkungen können vermehrt auftreten[2]Eine routinemäßige Dosisanpassung ist laut Fachinformation nicht erforderlich; Ärztin oder Arzt informieren
Andere Asthma-MedikamenteMontelukast kann zusammen mit anderen Asthma-Medikamenten eingenommen werden[1, 2]Kortison zum Inhalieren oder Einnehmen nicht durch Montelukast ersetzen
Theophyllin, Prednison, Prednisolon, Pille (Ethinylestradiol/Norethindron), Terfenadin, Digoxin, WarfarinIn Studien hatte Montelukast in der empfohlenen Dosis keinen klinisch relevanten Einfluss auf das Verhalten dieser Wirkstoffe im Körper[2]Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle Arzneimittel informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Montelukast nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bei einer Allergie gegen Montelukast oder einen der sonstigen Bestandteile dürfen Sie es nicht einnehmen [1, 2]. Haben Sie ein Asthma, das durch Acetylsalicylsäure oder andere Schmerzmittel ausgelöst wird, meiden Sie diese Schmerzmittel auch unter Montelukast weiterhin [1, 2]. Kortison zum Inhalieren oder Einnehmen, das Sie bereits anwenden, sollte nicht durch Montelukast ersetzt werden [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Montelukast-Natrium oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Montelukast ist nicht zur Behandlung eines plötzlich einsetzenden Atemnotanfalls bestimmt; führen Sie Ihre Notfallmedikation zur Inhalation immer bei sich[1, 2]
  • Kortison zum Inhalieren oder Einnehmen (Steroide), das Sie bereits anwenden, sollte nicht durch Montelukast ersetzt werden; laut Fachinformation soll nicht abrupt auf Montelukast umgestellt werden[1, 2]
  • Neuropsychiatrische Ereignisse wie Verhaltensänderungen, Depressionen und Suizidalität wurden in allen Altersgruppen berichtet. Laut Fachinformation können die Beschwerden schwerwiegend sein und anhalten, wenn die Behandlung nicht abgesetzt wird; Betroffene und Betreuungspersonen sollen darauf achten und die Ärztin oder den Arzt informieren[1, 2]
  • Analgetika-Intoleranz (durch Acetylsalicylsäure oder andere Schmerzmittel ausgelöstes Asthma): Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel weiterhin meiden[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren: Filmtabletten mit 10 mg werden nicht empfohlen; für Kinder gibt es Kautabletten und Granulat[1, 2]
  • Nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln einnehmen, die ebenfalls Montelukast enthalten[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1, 2]
  • Phenylketonurie: Die Kautabletten mit 5 mg enthalten Aspartam, eine Quelle für Phenylalanin[3]
  • Schwere Leberfunktionsstörung: Laut Fachinformation liegen keine Daten vor[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zu Schwangerschaft und Stillzeit nennen die Karten die Angaben von Packungsbeilage, Fachinformation und dem Beratungszentrum Embryotox der Charité [1, 2, 5]. Embryotox stuft die Studienlage als widersprüchlich oder noch unzureichend ein und verweist auf Studien mit mehr als 1.300 ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen, die keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erbracht haben [5]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Ob Sie Montelukast in der Schwangerschaft einnehmen können, entscheidet laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach sorgfältiger Abwägung. Laut Fachinformation zeigten Tierstudien keine schädlichen Wirkungen; Kohortenstudien bei Schwangeren haben kein arzneimittelbezogenes Risiko für schwere Geburtsfehler nachgewiesen, weisen aber methodische Einschränkungen auf. Montelukast darf in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es als eindeutig erforderlich erachtet wird.[1, 2]

Laut Embryotox haben Studien mit mehr als 1.300 ausgewerteten Schwangerschaften keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergeben; die Ergebnisse zu Frühgeburt und geringerem Geburtsgewicht sind uneinheitlich. Haben besser untersuchte Alternativen nicht zum gewünschten Erfolg geführt und ist Montelukast für eine optimale Asthmakontrolle notwendig, kann es laut Embryotox bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft angewendet werden; unter den Leukotrienrezeptorantagonisten nennt Embryotox keine besser geeignete Alternative. Bei langfristiger Einnahme sieht Embryotox eine Ultraschallkontrolle des kindlichen Wachstums vor. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Montelukast in die Muttermilch übergeht; laut Fachinformation tritt es bei Ratten in die Milch über. Fragen Sie vor der Einnahme in der Stillzeit Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat; laut Fachinformation darf Montelukast in der Stillzeit nur angewendet werden, wenn es als eindeutig erforderlich erachtet wird.[1, 2]

Laut Embryotox liegen publizierte Erfahrungen zu sieben Mutter-Kind-Paaren vor; bei den gestillten Kindern wurden keine Symptome beobachtet. Der Übergang in die Muttermilch ist laut Embryotox sehr gering; unter Montelukast kann bei guter Beobachtung des Kindes gestillt werden.[5]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Bei Erwachsenen ist laut Packungsbeilage nicht damit zu rechnen, dass Montelukast die Fähigkeit zum Autofahren oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt; die Reaktion auf Arzneimittel kann aber unterschiedlich ausfallen. Bestimmte Nebenwirkungen wie Schwindel und Benommenheit könnten bei einigen Menschen diese Fähigkeiten beeinträchtigen.[1, 2]

Einnahme

Einmal täglich am Abend einnehmen, die Filmtabletten mit oder ohne Nahrung, auch dann, wenn Sie keine Beschwerden haben oder sich Ihr Asthma verschlechtert.[1, 2]

Kautabletten: vor dem Schlucken kauen und nicht zusammen mit Nahrung einnehmen, sondern mindestens 1 Stunde vor oder mindestens 2 Stunden nach dem Essen.[3]

Granulat: direkt in den Mund geben oder mit einem Löffel kalter bis lauwarmer weicher Nahrung wie Apfelmus vermischen und den ganzen Beutelinhalt innerhalb von 15 Minuten geben; mit Nahrung vermischtes Granulat nie aufbewahren. Nicht in Flüssigkeit auflösen, danach darf das Kind etwas trinken. Nur unter Aufsicht eines Erwachsenen geben.[4]

Einnahme vergessen: die nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt nehmen, nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Montelukast trägt nur dann zur Asthmakontrolle bei, wenn Sie es während der gesamten verordneten Behandlungsdauer ununterbrochen einnehmen, auch ohne Beschwerden.[1]

Laut Fachinformation sollte die Behandlung abgebrochen werden, wenn während der Behandlung neuropsychiatrische Beschwerden auftreten; wenden Sie sich in diesem Fall umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen oder hat ein Kind Tabletten verschluckt, setzen Sie sich sofort mit der Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses oder mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung und nehmen Sie Packungsbeilage und übrige Tabletten mit. Mögliche Zeichen sind Bauchschmerzen, Schläfrigkeit, Durst, Kopfschmerzen, Erbrechen und Hyperaktivität (unwillkürliche Bewegungen). Laut Fachinformation waren bei den meisten Berichten über Überdosierungen keine Nebenwirkungen zu beobachten.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilagen nennen für jede Darreichungsform eine empfohlene Dosis für bestimmte Altersgruppen; Angaben für ältere Menschen und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion stammen aus der Fachinformation [1, 2, 3, 4]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis und welche Darreichungsform für Sie oder Ihr Kind richtig sind, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Montelukast einmal täglich am Abend ein (die Filmtabletten mit oder ohne Nahrung), auch an Tagen ohne Beschwerden und wenn sich Ihr Asthma verschlechtert [1]. Kautabletten werden vor dem Schlucken gekaut und mit Abstand zum Essen eingenommen; Granulat wird direkt in den Mund gegeben oder mit kalter bis lauwarmer weicher Nahrung vermischt und innerhalb von 15 Minuten gegeben [3, 4]. Nehmen Sie keine anderen Arzneimittel ein, die ebenfalls Montelukast enthalten [1].

Montelukast trägt nur dann zur Asthmakontrolle bei, wenn es während der gesamten verordneten Behandlungsdauer ununterbrochen eingenommen wird [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt und nicht die doppelte Menge [1]. Treten neuropsychiatrische Beschwerden auf, sollte die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen werden; sprechen Sie dann umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.

Präparate mit Montelukast

Montelukast gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren, als Kautabletten und als Granulat für Kinder. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Montelukast-ratiopharm 10-mg-Filmtabletten; für Kautabletten und Granulat gelten eigene Packungsbeilagen [1, 2, 3, 4]. Hinweise für Eltern gibt der Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Präparate mit Montelukast
PräparatAnbieterHinweis
Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtablettenratiopharm GmbHFür Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite
Montelukast-ratiopharm junior 5 mg Kautablettenratiopharm GmbHFür Kinder von 6 bis 14 Jahren; verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage
Montelukast-ratiopharm 4 mg Granulatratiopharm GmbHFür Kinder von 6 Monaten bis 5 Jahren; verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage
SingulairOrganon Healthcare GmbHverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Versionscode Z08). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Version 5). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm junior 5 mg Kautabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 11.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm 4 mg Granulat. ratiopharm GmbH. Stand 12/2023. abgerufen am 11.10.2026
  5. Embryotox Embryotox: Montelukast. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  6. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Montelukast. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Kann Montelukast Albträume oder Suizidgedanken auslösen?

Abnorme Träume einschließlich Albträumen, Schlaflosigkeit, Schlafwandeln, Ängstlichkeit und Reizbarkeit gehören zu den gelegentlichen Nebenwirkungen (bis zu 1 von 100 Behandelten). Sehr selten, bei bis zu 1 von 10.000, sind Halluzinationen, Desorientierung und Lebensmüdigkeit mit entsprechendem Verhalten beschrieben; die Fachinformation nennt suizidale Gedanken und Handlungen. Solche Ereignisse wurden in allen Altersgruppen berichtet. Bemerken Sie oder Ihr Kind solche Veränderungen, wenden Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wann und wie nehme ich Montelukast ein?

Montelukast wird einmal täglich am Abend eingenommen, die Filmtabletten mit oder ohne Nahrung. Kautabletten werden gekaut und mindestens 1 Stunde vor oder mindestens 2 Stunden nach dem Essen eingenommen; Granulat kann direkt in den Mund gegeben oder mit weicher Nahrung vermischt werden. Nehmen Sie Montelukast auch dann weiter, wenn Sie keine Beschwerden haben. Die Angaben zur Dosis finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.

Hilft Montelukast bei einem akuten Asthmaanfall?

Nein. Montelukast ist laut Packungsbeilage nicht zur Behandlung eines plötzlich einsetzenden Atemnotanfalls bestimmt und kann in einer solchen Situation nicht helfen. Führen Sie Ihre Notfallmedikation zur Inhalation immer bei sich. Brauchen Sie Ihr Notfallspray häufiger als üblich, suchen Sie so bald wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

Hilft Montelukast auch gegen Heuschnupfen?

Laut Packungsbeilage kann Montelukast bei Menschen mit Asthma, die zusätzlich an saisonalen Allergien wie Heuschnupfen leiden, auch die allergischen Beschwerden lindern. Zugelassen ist es als Zusatzbehandlung bei Asthma und zur Vorbeugung von Belastungsasthma, nicht als alleiniges Mittel gegen Heuschnupfen.

Macht Montelukast müde?

Schwindel, Benommenheit sowie Schwäche und Müdigkeit gehören zu den gelegentlichen Nebenwirkungen (bis zu 1 von 100 Behandelten). Bei Erwachsenen ist laut Packungsbeilage nicht damit zu rechnen, dass Montelukast die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt; Nebenwirkungen wie Schwindel und Benommenheit könnten diese Fähigkeit aber bei einigen Menschen beeinträchtigen.

Darf ich Montelukast in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Ob Montelukast in der Schwangerschaft eingenommen werden kann, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach sorgfältiger Abwägung; laut Fachinformation nur, wenn es als eindeutig erforderlich erachtet wird. Laut Embryotox ergaben Studien mit mehr als 1.300 Schwangerschaften keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Haben besser untersuchte Alternativen nicht zum gewünschten Erfolg geführt und ist Montelukast für eine optimale Asthmakontrolle notwendig, kann es laut Embryotox angewendet werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In der Stillzeit kann laut Embryotox unter Montelukast bei guter Beobachtung des Kindes gestillt werden.

Ab welchem Alter ist Montelukast zugelassen?

Die 10-mg-Filmtabletten sind für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren bestimmt. Für Kinder von 6 bis 14 Jahren gibt es Kautabletten, für Kinder von 6 Monaten bis 5 Jahren Granulat; für Kinder unter 6 Monaten wird das Granulat nicht empfohlen. Jede dieser Darreichungsformen hat eine eigene Packungsbeilage.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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