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Asthma- und COPD-Medikamente

Asthma- und COPD-Medikamente werden überwiegend inhaliert. Bronchienerweiterer (Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol oder Formoterol und Anticholinergika wie Ipratropium oder Tiotropium) entspannen die Muskulatur der Atemwege, inhalative Kortikosteroide wie Budesonid oder Beclometason wirken gegen die Entzündung. Montelukast wird als Tablette eingenommen. Laut den Fachinformationen können Beta-2-Sympathomimetika unter anderem Zittern, Herzklopfen und Kopfschmerzen auslösen, inhalative Kortikosteroide eine Pilzinfektion im Mund und Heiserkeit, Anticholinergika Mundtrockenheit. Verkrampfen sich die Bronchien direkt nach dem Inhalieren, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Frau Anfang vierzig steht morgens auf einem Balkon mit Pflanzen und atmet mit geschlossenen Augen ruhig ein
Bild: KI-generiert

Asthma- und COPD-Medikamente werden überwiegend inhaliert und wirken so direkt in den Atemwegen. Gibt es einen Wirkstoff in mehreren Darreichungsformen, "soll" nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Asthma die inhalative Anwendung bevorzugt werden; so lassen sich in aller Regel Nebenwirkungen im übrigen Körper weitgehend vermeiden [18]. Zur Gruppe gehören Bronchienerweiterer, inhalative Kortikosteroide und Montelukast, das eingenommen wird [2, 6, 14, 16]. Einzelheiten stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.

Was sind Asthma- und COPD-Medikamente?

Die Nationalen VersorgungsLeitlinien unterscheiden bei den Arzneimitteln gegen obstruktive Atemwegserkrankungen (Krankheiten, bei denen die Atemwege verengt sind) unter anderem diese Gruppen; die Tabelle nennt sie mit den Abkürzungen der Leitlinien und den Wirkstoffen dieser Website [18, 19]:

Untergruppen der Asthma- und COPD-Medikamente
UntergruppeWirkstoffe auf dieser Website
Kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetika (SABA)Salbutamol
Lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA)Formoterol, Salmeterol (in Kombination)
Kurz wirksame Anticholinergika (SAMA)Ipratropium
Lang wirksame Anticholinergika (LAMA)Tiotropium
Inhalative Kortikosteroide (ICS)Beclometason, Budesonid
Fixkombinationen aus Beta-2-Sympathomimetikum und KortikosteroidBeclometason/Formoterol, Budesonid/Formoterol, Salmeterol/Fluticason
Leukotrienrezeptor-Antagonisten (LTRA), zum EinnehmenMontelukast

Zu welcher Untergruppe Ihr Mittel gehört, steht in Abschnitt 5.1 der Fachinformation unter "Pharmakotherapeutische Gruppe", bei Salbutamol etwa "ß2-Sympathomimetikum" [2, 15, 16].

Wie Asthma- und COPD-Medikamente wirken

Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol regen die Beta-2-Rezeptoren an. Salbutamol entspannt laut Fachinformation die Muskulatur der Bronchien und der Blutgefäße und verursacht an der Skelettmuskulatur Zittern; erweitern sich die Blutgefäße, kann die Herzfrequenz reflektorisch steigen [2]. Kurz wirksame Bronchienerweiterer (SABA, SAMA) sind nach der NVL COPD wegen des schnellen Wirkungsbeginns und einer Wirkdauer von 4 bis 6 Stunden in der Bedarfs- und Notfallanwendung einsetzbar [19]. Formoterol wirkt laut Fachinformation im Schnitt ungefähr 12 Stunden [3].

Anticholinergika wie Ipratropium und Tiotropium hemmen an den Muskarinrezeptoren der Bronchialmuskulatur den verengenden Botenstoff Acetylcholin; die Erweiterung der Bronchien ist laut den Fachinformationen in erster Linie eine örtliche Wirkung [14, 15].

Inhalative Kortikosteroide wie Budesonid und Beclometason wirken örtlich entzündungshemmend auf die Bronchialschleimhaut und behandeln nach der NVL Asthma die zugrunde liegende Entzündung [6, 8, 18]. Bei Budesonid setzt die Wirkung laut Fachinformation nach wenigen Behandlungstagen ein und erreicht nach einigen Wochen ihr Maximum [6].

Montelukast blockiert die Andockstelle (CysLT1-Rezeptor) der Cysteinyl-Leukotriene; diese Botenstoffe verengen bei Asthma laut Fachinformation unter anderem die Bronchien und fördern die Schleimbildung [16].

Wofür Asthma- und COPD-Medikamente eingesetzt werden

Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in Abschnitt 4.1 der jeweiligen Fachinformation [2, 3, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 15, 16]:

  • Salbutamol: Beschwerden bei Atemwegsverengungen, die sich zurückbilden können, etwa bei Asthma oder COPD, und Verhütung von Asthmaanfällen durch Anstrengung oder Allergenkontakt [2]; laut Packungsbeilage wird es nach Bedarf und nicht regelmäßig angewendet [1].
  • Budesonid und Beclometason: Dauerbehandlung bei Asthma, Beclometason auch bei chronisch obstruktiver Bronchitis; für einen akuten Asthmaanfall sind beide nicht geeignet [6, 8].
  • Formoterol: Asthma ab 6 Jahren als Zusatz zu inhalativen Kortikosteroiden, COPD bei Erwachsenen [3].
  • Kombinationen mit Kortikosteroid: Asthma, wenn eine Kombination angezeigt ist (Beclometason/Formoterol bei Erwachsenen, Budesonid/Formoterol und Salmeterol/Fluticason ab 12 Jahren), und unter bestimmten Voraussetzungen COPD bei Erwachsenen [4, 10, 12].
  • Ipratropium: verengte Atemwege bei COPD und Asthma, bei Asthma zusammen mit Beta-2-Sympathomimetika [14].
  • Tiotropium: Dauerbehandlung der COPD bei Erwachsenen [15]; laut NVL Asthma ist Tiotropium aus der Gruppe der LAMA als Monopräparat auch für die Behandlung des Asthmas zugelassen (Stand Juli 2024) [18].
  • Montelukast: Zusatzbehandlung bei leichtem bis mittelgradigem anhaltendem Asthma und Vorbeugung von Belastungsasthma; Filmtabletten ab 15 Jahren, für Kinder gibt es Kautabletten und Granulat [16, 17].

Nach der NVL Asthma (Version 5.0, 2024) "soll" bei Erwachsenen ein inhalatives Kortikosteroid die Basis der Langzeittherapie sein; ein LABA oder LAMA allein, also ohne Kortikosteroid, "soll" nicht eingesetzt werden [18]. Bei einem LABA allein besteht laut Leitlinie die Gefahr, dass Beschwerden bei fortbestehender Entzündung verdeckt werden [18]. In jeder Therapiestufe "soll" ein Bedarfsmedikament eingesetzt werden, bei Erwachsenen ein SABA oder eine Fixkombination aus Kortikosteroid und Formoterol [18]. Montelukast allein "soll" ab 15 Jahren nicht eingesetzt werden, es sei denn, ein Kortikosteroid kann nicht inhaliert werden oder verursacht inakzeptable Nebenwirkungen [18].

Bei COPD sieht der Algorithmus der NVL COPD (2. Auflage, 2021; laut leitlinien.de "gültig bis 25. Juni 2026" und dort weiterhin als aktuelle Version geführt) je nach Beschwerden unter anderem ein SAMA oder SABA bei Bedarf bzw. ein LAMA, ein LABA oder beide vor; ein inhalatives Kortikosteroid nennt er nur in Kombinationen auf dem Behandlungspfad bei Verschlechterungen (Exazerbationen), nach Prüfung der Indikation [19].

Wirkstoffe der Gruppe

Mit geprüftem Wirkstoff-Steckbrief beschrieben sind auf dieser Website:

  • Beclometasonz. B. Beclometason-ratiopharm 0,10 mg Dosieraerosol, Beclometason-ratiopharm 0,05 mg, 0,20 mg und 0,25 mg Dosieraerosol, JunikAsthma und chronisch obstruktive Bronchitis (Dauerbehandlung zum Inhalieren)
  • Beclometason/Formoterolz. B. Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß, Beclometason/Formoterol-ratiopharm 200 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß, Foster 100/6 und 200/6 Mikrogramm DruckgasinhalationAsthma und schwere COPD (Dauerbehandlung)
  • Budesonidz. B. Budesonid Easyhaler 0,1 mg, 0,2 mg und 0,4 mg/Dosis, Budesonid-ratiopharm 3 mg magensaftresistente Hartkapseln, Budiair 200 Mikrogramm DruckgasinhalationAsthma (Dauerbehandlung); als Kapsel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • Budesonid/Formoterolz. B. DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm, DuoResp Spiromax 320 Mikrogramm/9 Mikrogramm, Symbicort TurbohalerAsthma und COPD (Dauerbehandlung zum Inhalieren)
  • Formoterolz. B. Formoterol-ratiopharm 12 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation, Formoterol STADAAsthma (zusammen mit inhalativem Kortison) und COPD
  • Ipratropiumz. B. Ipratropium Teva 500 Mikrogramm/2 ml Lösung für einen Vernebler, Ipratropium Teva 250 Mikrogramm/1 ml Lösung für einen Vernebler, AtroventCOPD und Asthma (Inhalation mit dem Vernebler)
  • Montelukastz. B. Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten, Montelukast-ratiopharm junior 5 mg Kautabletten, Montelukast-ratiopharm 4 mg GranulatAsthma (Zusatzbehandlung), Vorbeugung von Belastungsasthma
  • Salbutamolz. B. Salbu Easyhaler, Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol, Salbutamol-ratiopharm Inhalationslösung und FertiginhalatAsthma, COPD, akute Atemnot
  • Salmeterol/Fluticasonz. B. Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster, Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva, Salmeterol/Fluticasonpropionat ALAsthma, COPD (Dauerbehandlung)
  • Tiotropiumz. B. Braltus 10 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation, Tiotropium AAA-Pharma 18 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation, Spiriva 18 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur InhalationCOPD (Dauerbehandlung)

Für schweres Asthma nennt die NVL Asthma monoklonale Antikörper wie Omalizumab und Dupilumab [18].

Darreichungsformen und Inhalationstechnik

Die NVL Asthma unterscheidet Dosieraerosole, Pulverinhalatoren, Sprühvernebler und elektrische Vernebler; die Auswahl "soll" sich unter anderem nach den Fähigkeiten und Vorlieben der Betroffenen richten, und wie viel Wirkstoff in den Bronchien ankommt, hängt entscheidend von der richtigen Anwendung ab [18]. Nach der NVL COPD "sollen" Betroffene bei der Erstverordnung und bei einem ärztlich beabsichtigten Wechsel des Inhalationssystems eine Einweisung in die Inhalationstechnik erhalten [19]. Aus einem Salbutamol-Dosieraerosol gelangen laut Fachinformation etwa 10 bis 20 Prozent des Wirkstoffs in die tieferen Atemwege, der Rest setzt sich in Mund und oberen Atemwegen ab [2].

Typische Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen im Vordergrund stehen, hängt von der Untergruppe ab [2, 6, 15]. Die Tabelle zeigt, wie die Produktinformationen der hier beschriebenen Wirkstoffe sechs typische Beschwerden einstufen, bei Kombinationen für das Präparat mit beiden Wirkstoffen; die Kategorien erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Häufigkeit ausgewählter Nebenwirkungen je Wirkstoff: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffZitternHerzrasenKopfschmerzenMundtrockenheitPilzinfektionenHeiserkeit und StimmstörungenReizhusten
Beclometasonnicht genanntnicht genanntNicht bekanntnicht genanntHäufigHäufigHäufig
Beclometason/FormoterolGelegentlichGelegentlichHäufigGelegentlichHäufigHäufigGelegentlich
BudesonidGelegentlichnicht genanntnicht genanntnicht genanntHäufigSeltenHäufig
Budesonid/FormoterolHäufigHäufigHäufignicht genanntHäufigHäufigHäufig
FormoterolHäufigHäufigHäufigSeltennicht genanntSeltenSelten
Ipratropiumnicht genanntGelegentlichHäufigHäufignicht genanntnicht genanntHäufig
MontelukastSeltenSeltenHäufigGelegentlichnicht genanntnicht genanntnicht genannt
SalbutamolHäufigHäufigHäufignicht genanntnicht genanntnicht genanntNicht bekannt
Salmeterol/FluticasonGelegentlichGelegentlichSehr häufignicht genanntHäufigHäufignicht genannt
Tiotropiumnicht genanntSeltenGelegentlichHäufigGelegentlichGelegentlichGelegentlich

Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.

Zittern, Herzklopfen und Kopfschmerzen bei Beta-2-Sympathomimetika

Salbutamol und Formoterol können laut Fachinformation Zittern, Herzrasen und Herzklopfen sowie Kopfschmerzen auslösen [2, 3]. Sympathomimetika einschließlich Salbutamol können auf Herz und Kreislauf wirken; im Zusammenhang mit Salbutamol gibt es laut Fachinformation Hinweise auf ein seltenes Auftreten einer Minderdurchblutung des Herzmuskels [2]. Menschen mit schwerer Herzerkrankung, die Salbutamol anwenden, sollen bei Brustschmerzen oder Zeichen einer sich verschlimmernden Herzerkrankung dringend ärztlichen Rat suchen [2].

Kaliummangel und erhöhter Blutzucker

Beta-2-Sympathomimetika können laut den Fachinformationen einen möglicherweise schweren Kaliummangel (Hypokaliämie) hervorrufen, verstärkt etwa durch Sauerstoffmangel bei schwerem Asthma oder durch Theophyllin, Kortikosteroide und Entwässerungsmittel [2, 3, 4]. Sie können zudem den Blutzucker erhöhen; Menschen mit Diabetes sollten ihn laut den Fachinformationen engmaschig bzw. zu Beginn zusätzlich kontrollieren lassen [2, 3, 4]. Mehr unter veränderter Kaliumspiegel und Blutzucker.

Mundsoor und Heiserkeit bei inhalativen Kortikosteroiden

Unter inhalativen Kortikosteroiden kann eine Pilzinfektion im Mund (Mundsoor) auftreten. Um das Risiko für Soor und Heiserkeit zu verringern, sollen Behandelte laut Fachinformation von Budesonid nach jeder Inhalation den Mund gründlich mit Wasser ausspülen [6]; andere Packungsbeilagen nennen auch Gurgeln oder Zähneputzen und raten, das Wasser auszuspucken [5, 7, 13]. Bei Beclometason kann laut Packungsbeilage auch helfen, das Spray vor einer Mahlzeit oder mit einer Inhalierhilfe (Spacer) anzuwenden [9]. Bei Soor, Rachenreizung oder Husten sollen Sie die Anwendung laut Packungsbeilage von Budesonid nicht abbrechen, sondern mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen [7]. Mehr unter Mundsoor.

Wirkungen im ganzen Körper und Sehstörungen

Inhalative Kortikosteroide können, besonders in hohen Dosen über lange Zeit, Nebenwirkungen im ganzen Körper verursachen, laut Fachinformation aber deutlich seltener als Kortison zum Einnehmen [4, 6]. Möglich sind unter anderem ein Cushing-Syndrom, eine Unterdrückung der Nebennierenfunktion, eine verminderte Knochendichte, Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen, Grauer und Grüner Star sowie selten psychische oder Verhaltensänderungen, vor allem bei Kindern [4, 6]. Deshalb soll die niedrigste wirksame Dosis eingesetzt und bei Kindern in Langzeitbehandlung das Wachstum regelmäßig kontrolliert werden [6]. Bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen suchen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [7]. Mehr unter Knochenschwund und Sehstörungen.

Lungenentzündung bei COPD

Bei Menschen mit COPD, die inhalative Kortikosteroide erhalten, wurde laut den Fachinformationen eine Zunahme von Lungenentzündungen beobachtet, auch solcher mit Krankenhausbehandlung; einen eindeutigen Nachweis für Unterschiede zwischen den Kortikosteroiden gibt es nicht [4, 8, 10, 12]. Risikofaktoren sind laut Fachinformation derzeitiges Rauchen, höheres Alter, ein niedriger Body-Mass-Index und eine schwere COPD [4, 12]. Als mögliche Zeichen nennen die Packungsbeilagen Fieber oder Schüttelfrost, mehr oder verfärbten Schleim, stärkeren Husten und mehr Atembeschwerden [5, 9, 11, 13]. Nach der NVL COPD "soll" ein Absetzversuch des Kortikosteroids unternommen werden, wenn darunter eine Lungenentzündung aufgetreten ist oder bestimmte Blutwerte niedrig sind und keine asthmatische Komponente vorliegt; das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [19].

Mundtrockenheit, Augen und Wasserlassen bei Anticholinergika

Ipratropium und Tiotropium können laut Fachinformation Mundtrockenheit verursachen; hält sie lange an, kann sie laut Fachinformation von Tiotropium zu Karies führen [14, 15]. Bei einem Engwinkelglaukom (einer Form des Grünen Stars), einer vergrößerten Prostata oder Störungen beim Wasserlassen sollen beide nur mit Vorsicht angewendet werden [14, 15]. Pulver oder Sprühnebel dürfen nicht in die Augen gelangen: Das kann ein Engwinkelglaukom auslösen oder verschlimmern; Warnzeichen sind Augenschmerzen, verschwommenes Sehen, farbige Ringe um Lichtquellen und gerötete Augen [14, 15]. Mehr unter Zahnschäden.

Verkrampfung der Bronchien direkt nach dem Inhalieren

Wie bei anderen Inhalationstherapien kann direkt nach der Anwendung eine Verkrampfung der Bronchien mit zunehmendem Keuchen und Atemnot auftreten (paradoxer Bronchospasmus) [2, 4, 6, 14, 15]. Laut den Fachinformationen wird sie sofort mit einem schnell wirksamen Bronchienerweiterer behandelt, das auslösende Mittel abgesetzt und gegebenenfalls eine andere Behandlung begonnen; bei Ipratropium kann sie lebensbedrohlich sein [4, 6, 14, 15]. Mehr unter Atemnot.

Montelukast: Veränderungen von Verhalten, Stimmung und Schlaf

Nach der Einnahme von Montelukast wurden in allen Altersgruppen neuropsychiatrische Ereignisse wie Verhaltensänderungen, Depressionen und Suizidalität berichtet; sie können laut Fachinformation schwerwiegend sein und anhalten, wenn die Behandlung nicht abgesetzt wird [16]. Die Packungsbeilage nennt unter anderem Albträume, Schlaflosigkeit, Schlafwandeln, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, aggressives Verhalten, Depression und Halluzinationen [17]. Behandelte und Betreuungspersonen sollen auf solche Veränderungen achten und die Ärztin oder den Arzt informieren; treten sie auf, sollte die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen werden [16]. Die NVL Asthma weist mit Verweis auf eine Drug Safety Mail der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft von 2019 darauf hin, dass solche Beschwerden unter Umständen auch erst verzögert auftreten können [18].

In seltenen Fällen kann unter Asthmamitteln einschließlich Montelukast eine Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen auftreten, manchmal mit Zeichen einer Gefäßentzündung wie beim Churg-Strauss-Syndrom [16]. Als Warnzeichen nennt die Packungsbeilage grippeähnliche Beschwerden, zunehmende Atemlosigkeit, Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen und Hautausschlag [17]. Mehr unter Schlafstörungen, depressive Verstimmung und Unruhe und Angst.

Wichtige Wechselwirkungen

Älteres Paar spaziert an einem Frühlingsmorgen in leichten Jacken einen Uferweg an einem See entlang
Bild: KI-generiert

Die folgenden Wechselwirkungen nennen die Fachinformationen, teils für Beta-2-Sympathomimetika oder Anticholinergika allgemein [2, 3, 14, 15]:

Wichtige Wechselwirkungen von Asthma- und COPD-Medikamenten (Auswahl)
Zusammen mitWas passieren kann
Betablocker, auch als Augentropfen (z. B. Timolol)Gegenseitige Abschwächung; bei Asthma können Betablocker schwere Verkrampfungen der Bronchien auslösen. Mit Salbutamol kontraindiziert, mit Formoterol außer bei zwingender Notwendigkeit nicht anwenden [2, 3]
Theophyllin, Kortikosteroide, Entwässerungsmittel, DigitalisDer Kaliumspiegel kann zusätzlich sinken, mit Digitalis steigt dann die Neigung zu Herzrhythmusstörungen; Kaliumkontrollen sind angezeigt [2, 3]
MAO-Hemmer, trizyklische AntidepressivaVerstärkte Wirkungen auf Herz und Kreislauf [2, 3]
Mittel, die das QT-Intervall verlängern, z. B. Chinidin, bestimmte Antihistaminika, PhenothiazineFormoterol kann selbst das QTc-Intervall verlängern; das Risiko für Rhythmusstörungen der Herzkammern kann steigen [3, 4]. Mehr unter QT-Verlängerung
Narkosemittel mit halogenierten KohlenwasserstoffenErhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen; Salbutamol möglichst ab 6 Stunden, Beclometason/Formoterol mindestens 12 Stunden vorher nicht mehr anwenden [2, 4]
Starke CYP3A4-Hemmer, z. B. Ritonavir, Cobicistat, Itraconazol, Ketoconazol, ClarithromycinMehr Budesonid bzw. Fluticason im Blut, Risiko von Kortison-Nebenwirkungen im ganzen Körper; gleichzeitige Anwendung möglichst vermeiden [6, 10, 12]
Andere AnticholinergikaZusammen mit Tiotropium bzw. in Dauerbehandlung mit Ipratropium nicht untersucht und nicht empfohlen [14, 15]
Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin; GemfibrozilMit Phenobarbital war die Menge von Montelukast im Blut vermindert, bei solchen Mitteln ist besonders bei Kindern Vorsicht geboten; Gemfibrozil erhöhte die Menge von Montelukast, Nebenwirkungen können vermehrt auftreten [16]

Die Liste ist nicht vollständig; auch Augentropfen können beteiligt sein, etwa mit einem Betablocker [3]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen. Den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan, Grundlagen erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wann Asthma- und COPD-Medikamente nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden

Bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil dürfen die Mittel nicht angewendet werden [2, 3, 6, 8, 14, 15, 16]. Außerdem nennen die Fachinformationen zum Beispiel: bei Salbutamol die gleichzeitige Behandlung mit Betablockern, bei Ipratropium und Tiotropium eine Überempfindlichkeit gegen Atropin oder verwandte Wirkstoffe, bei Formoterol, Budesonid (Easyhaler) und Tiotropium (Braltus) eine Allergie gegen Milcheiweiß; diese Pulver enthalten Milchzucker [2, 3, 6, 14, 15].

Vorsicht gilt laut den Fachinformationen von Salbutamol und Formoterol unter anderem bei schweren Herzerkrankungen, schwerem Bluthochdruck, Aneurysmen (Aussackungen einer Gefäßwand), einer Schilddrüsenüberfunktion und einem Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom), bei Salbutamol auch bei schwer einstellbarem Diabetes [2, 3]. Inhalative Kortikosteroide sind laut Fachinformation wie alle kortikosteroidhaltigen Inhalativa bei Lungentuberkulose, Pilz- und Virusinfektionen der Atemwege mit Vorsicht anzuwenden [4, 6]. Tiotropium erfordert Vorsicht nach einem Herzinfarkt in den letzten 6 Monaten, bei instabilen Herzrhythmusstörungen oder nach einem Krankenhausaufenthalt wegen schwerer Herzschwäche in den letzten 12 Monaten [15]. Menschen, deren Asthma durch Acetylsalicylsäure oder andere Schmerzmittel ausgelöst wird, sollen unter Montelukast weiterhin Acetylsalicylsäure und andere nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAR) meiden [16].

Beclometason/Formoterol ist für Erwachsene zugelassen, Budesonid/Formoterol und Salmeterol/Fluticason bei Asthma ab 12 Jahren; Formoterol soll bei Kindern bis 6 Jahren nicht angewendet werden [3, 4, 10, 12]. Salbutamol, Formoterol und Salmeterol/Fluticason können bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen [2, 3, 12]. Vor einer Operation informieren Sie die Narkoseärztin oder den Narkosearzt, siehe Medikamente vor der OP.

Schwangerschaft und Stillzeit

Laut Fachinformation von Budesonid ist es für das ungeborene Kind und die Mutter wichtig, in der Schwangerschaft eine geeignete Asthmatherapie aufrechtzuerhalten [6]. Embryotox, das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité, empfiehlt während der gesamten Schwangerschaft eine optimale Krankheitskontrolle und eine engmaschige Betreuung in Frauen- und Lungenheilkunde [20, 21]. Laut den Fachinformationen soll Salbutamol in der Schwangerschaft nur nach strenger Indikationsstellung angewendet werden, Formoterol, Beclometason und Budesonid/Formoterol nur nach Abwägung von Nutzen und Risiken; bei Tiotropium empfiehlt es sich als Vorsichtsmaßnahme, die Anwendung in der Schwangerschaft zu vermeiden [2, 3, 8, 10, 15]. Ob und womit Sie behandelt werden, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Die Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika ist laut Embryotox mit über 40.000 im ersten Schwangerschaftsdrittel behandelten Schwangerschaften gut untersucht; die Ergebnisse sprechen insgesamt gegen ein substanziell erhöhtes Fehlbildungsrisiko [20, 21, 22]. Salbutamol ist laut Embryotox Mittel der ersten Wahl unter den kurz wirksamen Beta-2-Sympathomimetika, Formoterol und Salmeterol dürfen gemäß der Asthma-Stufentherapie verwendet werden [20, 21, 22]. Am Ende der Schwangerschaft ist laut den Fachinformationen die wehenhemmende Wirkung von Beta-2-Sympathomimetika zu beachten [2, 4].

Für Budesonid, Beclometason und Fluticason ergaben sich laut Embryotox keine Hinweise auf Fehlbildungen; sie können im Rahmen des Asthma-Stufenplans bei Planung und während der Schwangerschaft eingesetzt werden [23, 24, 25]. Für Fluticason nennt Embryotox gegebenenfalls Budesonid oder Beclometason als besser geeignete Alternativen [25]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Zu Ipratropium und Tiotropium ist der Erfahrungsumfang laut Embryotox gering; Ipratropium darf indikationsgerecht verwendet werden, Tiotropium kann fortgesetzt werden, wenn die Behandlung nach kritischer Prüfung dringend angezeigt ist [26, 27]. Zu Montelukast ergaben Studien mit mehr als 1.300 Schwangerschaften keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; Embryotox hält die Anwendung für möglich, wenn besser untersuchte Alternativen nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, und sieht bei langfristiger Einnahme eine Ultraschallkontrolle des kindlichen Wachstums vor [28]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Stillzeit: Salbutamol gehört laut Embryotox zu den Mitteln der Wahl; Formoterol und Salmeterol dürfen im Rahmen der Asthma-Stufentherapie verwendet werden, Budesonid, Beclometason und Fluticason können inhalativ angewendet werden [20, 21, 22, 23, 24, 25]. Ipratropium darf indikationsgerecht eingesetzt werden; unter Tiotropium und Montelukast ist das Stillen laut Embryotox bei guter Beobachtung des Kindes akzeptabel bzw. möglich [26, 27, 28]. Laut Fachinformation wird Tiotropium in der Stillzeit nicht empfohlen, bei Beclometason soll bei höheren Dosen oder Langzeitbehandlung abgestillt werden [8, 15]; die Packungsbeilagen von Beclometason/Formoterol und Budesonid/Formoterol sehen die Anwendung in der Stillzeit nur auf ärztliche Empfehlung bzw. Anweisung vor, die von Salmeterol/Fluticason und Montelukast raten, vorher ärztlichen Rat einzuholen [5, 11, 13, 17]. Die Beratung durch Embryotox ist kostenlos [20]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Absetzen

Die Fachinformationen der hier beschriebenen Inhalatoren mit Kortikosteroid sehen vor, die Behandlung nicht abrupt zu beenden; bei Budesonid/Formoterol wird die Dosis schrittweise verringert, bei Salmeterol/Fluticason bei Asthma schrittweise unter ärztlicher Aufsicht, und auch bei COPD kann sich der Zustand nach dem Absetzen verschlechtern [4, 6, 8, 10, 12]. Montelukast trägt laut Packungsbeilage nur dann zur Asthmakontrolle bei, wenn es während der verordneten Behandlungsdauer ununterbrochen eingenommen wird [17]. Setzen Sie das Mittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.

Unterschied zu Kortison-Tabletten

Inhalative Kortikosteroide wirken örtlich in den Atemwegen; Nebenwirkungen im ganzen Körper sind laut den Fachinformationen viel unwahrscheinlicher als bei Kortikosteroiden zum Einnehmen [4, 6, 8]. Wer von Kortison-Tabletten auf ein inhalatives Kortikosteroid umgestellt wird, kann laut Fachinformation für einige Zeit eine eingeschränkte Funktion der Nebennierenrinde haben, und zuvor unterdrückte Beschwerden wie allergischer Schnupfen, Ekzeme oder Gelenkschmerzen können wieder auftreten [6]. Sind die Beschwerden trotz maximaler Dosen eines inhalativen Kortikosteroids nicht unter Kontrolle, kann eine Kurzzeitbehandlung mit Kortison im ganzen Körper notwendig sein [6]. Mehr dazu: Glucocorticoide zum Einnehmen und Spritzen. Hustenstiller und schleimlösende Mittel sind nach Ansicht der Leitliniengruppe der NVL Asthma in der Asthmatherapie nicht angezeigt [18]; siehe Hustenmittel.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm® N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Salbutamol-ratiopharm® N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 12.10.2026
  3. Fachinformation Fachinformation Formoterol-ratiopharm 12 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Version 2). ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß Druckgasinhalation, Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß Druckgasinhalation, Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation Budesonid Easyhaler 0,1 mg/0,2 mg/0,4 mg/Dosis Pulver zur Inhalation. Orion Corporation (Mitvertrieb Orion Pharma GmbH). Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Budesonid Easyhaler 0,2 mg/Dosis Pulver zur Inhalation. Orion Corporation (Mitvertrieb Orion Pharma GmbH). Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Beclometason-ratiopharm® Dosieraerosol (0,05 mg, 0,10 mg, 0,20 mg, 0,25 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Beclometason-ratiopharm® 0,10 mg Dosieraerosol. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm Pulver zur Inhalation. Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm Pulver zur Inhalation. Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster 50 Mikrogramm/500 Mikrogramm einzeldosiertes Pulver zur Inhalation. Zentiva Pharma GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster 50 Mikrogramm/500 Mikrogramm einzeldosiertes Pulver zur Inhalation. Zentiva Pharma GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 12.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation Ipratropium Teva® 250 Mikrogramm/1 ml und 500 Mikrogramm/2 ml Lösung für einen Vernebler. TEVA GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Braltus® 10 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Version 6). TEVA GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Montelukast-ratiopharm® 10 mg Filmtabletten (Version 5). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm® 10 mg Filmtabletten (Versionscode Z08). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  18. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-002). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 5.0, 2024 (verabschiedet 14.08.2024, gültig bis 14.08.2029). abgerufen am 12.10.2026
  19. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie COPD, Teilpublikation der Langfassung, 2. Auflage, Version 1 (AWMF-Register-Nr. nvl-003). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand 2. Auflage, Version 1, 2021 (verabschiedet 25.06.2021, laut Dokument bis zur nächsten Überarbeitung bzw. spätestens bis 25.06.2026 gültig; auf leitlinien.de am 12.10.2026 weiter als "Aktuelle Version" mit "Gültig bis: 25. Juni 2026" geführt). abgerufen am 12.10.2026
  20. Embryotox Embryotox: Salbutamol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  21. Embryotox Embryotox: Formoterol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  22. Embryotox Embryotox: Salmeterol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  23. Embryotox Embryotox: Budesonid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  24. Embryotox Embryotox: Beclometason. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  25. Embryotox Embryotox: Fluticason. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  26. Embryotox Embryotox: Ipratropiumbromid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  27. Embryotox Embryotox: Tiotropiumbromid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  28. Embryotox Embryotox: Montelukast. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Notfallspray und Dauertherapie?

Ein Bedarfs- oder Notfallmittel wie Salbutamol erweitert die Bronchien schnell und wird laut Packungsbeilage nach Bedarf und nicht regelmäßig angewendet. Inhalative Kortikosteroide wie Budesonid wirken dagegen vorbeugend gegen die Entzündung und müssen laut Fachinformation auch in beschwerdefreien Zeiten angewendet werden; einen akuten Asthmaanfall beenden sie nicht. Nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie Asthma soll in jeder Therapiestufe ein Bedarfsmedikament eingesetzt werden, um akute Beschwerden zu behandeln.

Warum soll ich nach dem Kortison-Spray den Mund ausspülen?

Inhalative Kortikosteroide können eine Pilzinfektion im Mund (Soor) und Heiserkeit begünstigen. Laut Fachinformation verringert gründliches Ausspülen des Mundes mit Wasser nach jeder Inhalation dieses Risiko; manche Packungsbeilagen nennen auch Gurgeln oder Zähneputzen und raten, das Wasser auszuspucken. Bemerken Sie schmerzhafte, cremegelbe Flecken in Mund oder Rachen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Hat ein Kortison-Spray dieselben Nebenwirkungen wie Kortison-Tabletten?

Nebenwirkungen im ganzen Körper sind möglich, besonders bei hohen Dosen über lange Zeit, laut Fachinformation aber deutlich seltener als bei Kortison zum Einnehmen. Genannt werden unter anderem eine verminderte Knochendichte, Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen, Grauer und Grüner Star und eine Unterdrückung der Nebennierenfunktion. Deshalb soll die niedrigste Dosis eingesetzt werden, mit der das Asthma gut kontrolliert bleibt.

Warum zittere ich nach dem Asthmaspray?

Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol wirken laut Fachinformation auch auf die Skelettmuskulatur und können dort Zittern auslösen; außerdem kann der Herzschlag schneller werden. In den Produktinformationen von Salbutamol und Formoterol ist Zittern als häufig eingestuft, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Tritt eine Nebenwirkung wie Herzrasen plötzlich auf oder entwickelt sie sich unerwartet stark, sollen Sie laut Packungsbeilage von Salbutamol sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren; bei Brustschmerzen suchen Sie dringend ärztlichen Rat.

Darf ich mit Asthma einen Betablocker nehmen?

Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Betablocker können die Wirkung von Beta-2-Sympathomimetika abschwächen und bei Asthma schwere Verkrampfungen der Bronchien auslösen; zusammen mit Salbutamol ist die Behandlung laut Fachinformation kontraindiziert. Bei Formoterol sollen Betablocker, auch als Augentropfen, außer bei zwingender Notwendigkeit nicht angewendet werden. Mehr dazu auf der Seite Betablocker.

Welche Nebenwirkungen hat Montelukast?

Laut Fachinformation wurden in allen Altersgruppen neuropsychiatrische Ereignisse wie Verhaltensänderungen, Depressionen und Suizidalität berichtet; die Packungsbeilage nennt unter anderem Albträume, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Ängstlichkeit. Behandelte und Betreuungspersonen sollen auf solche Veränderungen achten und die Ärztin oder den Arzt informieren. Alle weiteren Nebenwirkungen stehen auf der Seite Montelukast.

Darf ich in der Schwangerschaft mein Asthmaspray weiter anwenden?

Laut Fachinformation von Budesonid ist es für das Kind und die Mutter wichtig, in der Schwangerschaft eine geeignete Asthmatherapie aufrechtzuerhalten. Laut Packungsbeilage von Budesonid/Formoterol sollen Sie die Anwendung bei einer Schwangerschaft nicht abbrechen, sondern sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden. Embryotox stuft unter anderem Salbutamol, Formoterol, Salmeterol, Budesonid, Beclometason und Fluticason als Medikamente der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Für Fluticason nennt Embryotox gegebenenfalls Budesonid oder Beclometason als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was bedeutet es, wenn ich mein Notfallspray häufiger brauche?

Ein vermehrter Gebrauch kurz wirksamer Bronchienerweiterer deutet laut Fachinformation von Salbutamol auf eine Verschlechterung der Asthmakontrolle hin. Wenden Sie Salbutamol mehr als zweimal pro Woche gegen Asthmabeschwerden an (die vorbeugende Anwendung vor dem Sport nicht mitgezählt), deutet das laut Packungsbeilage auf ein schlecht eingestelltes Asthma hin. Sprechen Sie dann so schnell wie möglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; bei akuter oder sich rasch verschlimmernder Atemnot brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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