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Salbutamol: Nebenwirkungen und Wirkung

Salbutamol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel zum Inhalieren. Es erweitert verengte Bronchien rasch, bei Asthma, COPD und zur Vorbeugung von Atemnot bei Anstrengung. Häufige Nebenwirkungen sind Zittern, Kopfschmerzen, Herzrasen und ein erhöhter Blutzucker. Verkrampfen sich die Bronchien direkt nach dem Inhalieren, inhalieren Sie sofort ein anderes schnell wirksames bronchienerweiterndes Mittel, brechen Sie die Anwendung unverzüglich ab und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei akuter oder sich rasch verschlimmernder Atemnot brauchen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe.

Frau um die dreißig in Sportkleidung bleibt auf einem Waldweg im Morgenlicht stehen und atmet ruhig durch, eine Hand auf der Brust
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie)[1, 2]
  • Häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Herzrasen (Tachykardie)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Salbutamol eingesetzt?

Salbutamol erweitert die Bronchien und gehört zu den Beta-2-Sympathomimetika, einer Gruppe der Asthma- und COPD-Medikamente [1, 2]. Es wird angewendet, um die Beschwerden bei Erkrankungen zu behandeln, bei denen sich die Atemwege verengen und diese Verengung sich wieder zurückbilden kann, zum Beispiel bei Asthma bronchiale und COPD. Außerdem beugt es einer Verkrampfung der Atemwege vor, wenn Atemnot bei Anstrengung oder bei Kontakt mit Allergie auslösenden Stoffen zu erwarten ist [1, 2].

Das Dosieraerosol, auf dem diese Seite beruht, ist für Erwachsene, Jugendliche und Kinder von 4 bis 11 Jahren zugelassen. Eine längerfristige Behandlung soll laut Packungsbeilage nur zusammen mit entzündungshemmenden Arzneimitteln erfolgen; Salbutamol selbst ist für die Anwendung nach Bedarf gedacht, nicht für die regelmäßige Anwendung [1, 2]. Wer täglich ein entzündungshemmendes Mittel wie ein inhalatives Kortikosteroid anwendet (etwa Budesonid), soll es weiter regelmäßig anwenden, auch wenn es ihm besser geht [1]. Salbutamol ist verschreibungspflichtig [2, 4].

Wie wirkt Salbutamol?

Salbutamol regt überwiegend die Beta-2-Rezeptoren an. Dadurch entspannt sich die Muskulatur der Bronchien, und die Atemwege weiten sich. Die gleiche Wirkung betrifft auch die Muskulatur der Blutgefäße; an der Skelettmuskulatur kann Salbutamol Zittern auslösen [2]. Zusätzlich hemmt es die Freisetzung bronchienverengender Botenstoffe wie Histamin aus bestimmten Abwehrzellen, den Mastzellen [2].

Nach dem Inhalieren setzt die bronchienerweiternde Wirkung nach 5 bis 15 Minuten ein. Die stärkste Verbesserung der Lungenfunktion wurde in Untersuchungen 1 bis 2 Stunden nach der Inhalation gemessen, die Wirkungsdauer mit 3 bis 4 Stunden [2]. Aus einem Dosieraerosol gelangen etwa 10 bis 20 Prozent des Wirkstoffs in die tieferen Atemwege; der Rest setzt sich in Mund und oberen Atemwegen ab und wird nach und nach verschluckt [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage des Dosieraerosols eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten treten laut Packungsbeilage Zittern, Übelkeit, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Herzklopfen auf. Diese Beschwerden können sich bei fortgeführter Behandlung im Lauf von 1 bis 2 Wochen zurückbilden [1, 2]. Außerdem nennt die Packungsbeilage Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, eine erhöhte Herzschlagfrequenz (supraventrikuläre Tachykardie) und einen unregelmäßigen Puls (ventrikuläre Extrasystolen), dazu Brustenge, Herzklopfen und einen Sauerstoffmangel am Herzmuskel [1, 2]. Unter Beta-2-Agonisten kann der Kaliumwert im Blut möglicherweise sehr stark sinken; mehr dazu auf der Seite Veränderter Kaliumspiegel [1, 2].

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen mit Juckreiz, Nesselsucht (Urtikaria), Schwellung im Mund- und Rachenbereich (Quincke-Ödem), Hautausschlag (Exanthem), Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmus), Blutdruckabfall und Kollaps[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenJuckreizNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHautausschlagAtemnotNiedriger Blutdruck
  • Stoffwechsel und ErnährungErniedrigter Kaliumwert im Blut (Hypokaliämie); unter Beta-2-Agonisten kann er möglicherweise sehr ausgeprägt sein[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
  • Stoffwechsel und ErnährungÜbersäuerung des Blutes (Laktatazidose)[1, 2]
  • PsycheSchlaflosigkeit (Insomnie)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
  • NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • HerzMinderdurchblutung des Herzmuskels (Myokardischämie)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufPeriphere Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation)[1, 2]
  • AtemwegeHusten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
  • AtemwegeVerkrampfung der Bronchien direkt nach der Anwendung (paradoxer Bronchospasmus) mit sofort zunehmendem pfeifendem Atemgeräusch (Giemen)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • AtemwegeReizung im Rachenbereich[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wie bei anderen Mitteln zum Inhalieren kann sich direkt nach der Anwendung die Atemwegsmuskulatur verkrampfen, statt sich zu entspannen; das Keuchen nimmt dann sofort zu. Inhalieren Sie in diesem Fall sofort ein anderes schnell wirksames bronchienerweiterndes Mittel, brechen Sie die Behandlung mit Salbutamol unverzüglich ab und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Über ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen und Todesfälle bei der Asthmabehandlung mit inhalierten Beta-Sympathomimetika ist wiederholt berichtet worden, ohne dass die Ursachen bisher ausreichend geklärt sind [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern sitzt entspannt am Küchentisch und hält einen Becher Kräutertee mit beiden Händen
Bild: KI-generiert

Zittern, Kopfschmerzen, Herzklopfen: Sie gehören laut Packungsbeilage zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen und können sich bei fortgeführter Behandlung im Lauf von 1 bis 2 Wochen zurückbilden [1]. Erhöhen Sie die Dosis nicht selbst: Eine deutliche Überschreitung der vorgegebenen Dosierung kann wegen der Nebenwirkungen auf das Herz gefährlich sein [1]. Mehr zu diesen Beschwerden lesen Sie auf den Seiten Herzrasen und Zittern.

Blutzucker und Kalium: In hohen Dosen kann Salbutamol den Blutzucker erhöhen; Menschen mit Diabetes sollten ihren Blutzucker häufig kontrollieren [1]. Weil der Kaliumwert sinken kann (verstärkt zusammen mit Theophyllin, Kortikoiden, Entwässerungsmitteln oder Digitalisglykosiden), sind laut Fachinformation in solchen Fällen Kontrollen der Blutsalze angezeigt [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Blutzucker.

Richtig inhalieren: Kinder unter 6 Jahren und ältere Menschen sollten eine Inhalierhilfe (Spacer) verwenden; die Packungsbeilage empfiehlt sie dringend [1]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden oder vor Kurzem angewendet haben [1]. Besonders wichtig sind Betablocker: Sie schwächen die Wirkung von Salbutamol ab und können bei Asthma schwere Verkrampfungen der Bronchien auslösen; die gleichzeitige Behandlung ist deshalb nicht erlaubt [1, 2]. Ist eine Narkose geplant, sollten Sie Salbutamol eventuell 6 Stunden vorher nicht mehr anwenden; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Wechselwirkungen von Salbutamol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Betablocker (Beta-Rezeptorenblocker)Gegenseitige Abschwächung der Wirkung; bei Asthma können Betablocker schwere Verkrampfungen der Bronchien auslösen[1, 2]Gleichzeitige Behandlung nicht erlaubt (Gegenanzeige)
Mittel gegen Diabetes (Antidiabetika)Blutzuckersenkende Wirkung kann nachlassen; laut Fachinformation ist damit im Allgemeinen erst bei höheren Dosen zu rechnen, wie sie bei Tabletten, Spritzen oder Infusionen üblich sind[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Theophyllin und andere SympathomimetikaGegenseitige Wirkungsverstärkung und mehr Nebenwirkungen möglich[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Digitalisglykoside (Herzglykoside, z. B. Digoxin) und Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie ChinidinErhöhtes Risiko für Nebenwirkungen; bei Digoxin laut Fachinformation Risiko verstärkter Wirkungen auf Herz und Kreislauf[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer) und trizyklische AntidepressivaRisiko verstärkter Wirkungen auf Herz und Kreislauf[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
L-Dopa, L-Thyroxin, Oxytocin oder AlkoholKönnen zusammen mit Salbutamol die Regulation von Herz und Kreislauf beeinflussen[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Mutterkornalkaloide wie ErgotaminWechselseitige Beeinflussung der Gefäßweite, individuell schwer vorhersagbar: Gefäße können sich verengen oder erweitern[1, 2]Laut Fachinformation nur mit Vorsicht kombinieren
ProcarbazinBlutdruckanstieg (hypertone Reaktionen) möglich[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Halogenierte Narkosemittel (z. B. Halothan, Methoxyfluran, Enfluran)Erhöhtes Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen und Blutdrucksenkung[1, 2]Salbutamol möglichst ab 6 Stunden vor Narkosebeginn nicht mehr anwenden, vorher ärztlich besprechen
Theophyllin und andere Methylxanthine, Kortikoide, Diuretika (Entwässerungsmittel) oder DigitalisglykosideDie mögliche Senkung des Kaliumwerts im Blut kann verstärkt werden[1, 2]Laut Fachinformation sind Kontrollen der Blutsalze angezeigt

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Salbutamol nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Bei den Erkrankungen unter "Besondere Vorsicht bei" sollte Salbutamol laut Fachinformation nur nach strenger Abwägung und mit Vorsicht angewendet werden; sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 2]. Haben Sie eine schwere Herzerkrankung, achten Sie besonders auf Schmerzen in der Brust und andere Zeichen, dass sich Ihre Herzerkrankung verschlimmert [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Salbutamol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit Betablockern (Beta-Rezeptorenblockern), weil sie schwere Verkrampfungen der Bronchien auslösen können[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Überempfindlichkeit gegen andere Sympathomimetika[1, 2]
  • Schwere Herzerkrankungen, besonders frischer Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit, hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (eine chronische Herzmuskelerkrankung) und Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Herzschlagfrequenz (tachykarde Arrhythmien)[1, 2]
  • Schwerer und unbehandelter Bluthochdruck[1, 2]
  • Einnahme von Herzglykosiden (Arzneimittel gegen Herzschwäche)[1, 2]
  • Krankhafte Ausweitungen der Gefäßwand (Aneurysmen)[1, 2]
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose, Thyreotoxikose)[1, 2]
  • Schwer einstellbarer Diabetes mellitus: In hohen Dosen kann Salbutamol den Blutzucker erhöhen; Menschen mit Diabetes sollten ihren Blutzucker häufig kontrollieren[1, 2]
  • Phäochromozytom (eine Erkrankung des Nebennierenmarks)[1, 2]
  • Wiederholte Anwendung in Notfallsituationen: Nach hohen Dosen kann es in seltenen Fällen zu einer Laktatazidose kommen, die eine zunehmende Atemnot verursachen kann[1, 2]
  • Anregende Wirkungen auf das Nervensystem: Vereinzelt wurde nach der Inhalation über Übererregbarkeit, hyperaktive Verhaltensauffälligkeiten, Schlafstörungen und Halluzinationen berichtet; diese Beobachtungen betrafen überwiegend (zu 90 Prozent) Kinder bis 12 Jahre[1, 2]
  • Geplante Narkose: Salbutamol eventuell 6 Stunden vorher nicht mehr anwenden, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt[1, 2]
  • Sport mit Dopingkontrollen: Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Allgemeine Hinweise zu Arzneimitteln in dieser Zeit finden Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft; zum Fahren mit Medikamenten im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Schwangerschaft

Salbutamol geht über die Plazenta auf das ungeborene Kind über; für den Menschen liegen unzureichende Erfahrungen vor. In der Schwangerschaft, besonders in den ersten 3 Monaten, sollte es nur nach strenger Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt angewendet werden; das Gleiche gilt wegen der wehenhemmenden Wirkung am Ende der Schwangerschaft. Zur Behandlung vorzeitiger Wehen darf das Dosieraerosol nicht angewendet werden.[1, 2]

Bei der Anwendung von Salbutamol als wehenhemmendes Mittel wurden beim Neugeborenen Herzrasen und Unterzuckerung beschrieben. Laut Fachinformation ist eine wehenhemmende Wirkung beim Inhalieren nicht völlig auszuschließen, aber unwahrscheinlich.[1, 2]

Laut Embryotox ist die inhalative Behandlung mit Salbutamol während der gesamten Schwangerschaft Mittel der ersten Wahl unter den kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Zu Salbutamol gibt es Erfahrungen aus mehreren tausend Schwangerschaften; insgesamt sprechen die Ergebnisse gegen ein wesentlich erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Embryotox empfiehlt während der gesamten Schwangerschaft eine optimale Kontrolle des Asthmas und eine engmaschige Betreuung in Frauenheilkunde und Lungenheilkunde.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Salbutamol geht wahrscheinlich in die Muttermilch über; in der Stillzeit wird die Anwendung nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko empfohlen.[1, 2]

Embryotox zählt Salbutamol unter den inhalativen kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika zu den Mitteln der Wahl in der Stillzeit. Publizierte Erfahrungen zur Anwendung in der Stillzeit liegen laut Embryotox nicht vor; Beschwerden bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht beschrieben und sind bei Anwendung zum Inhalieren entsprechend dem Anwendungsgebiet unwahrscheinlich.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann zusammen mit Salbutamol die Regulation von Herz und Kreislauf beeinflussen. Zusammen mit Alkohol kann außerdem die Fähigkeit, am Straßenverkehr teilzunehmen, stärker beeinträchtigt sein.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Durch individuell unterschiedliche Reaktionen, vor allem bei höherer Dosierung, kann die Fähigkeit beeinträchtigt sein, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen, verstärkt zu Beginn der Behandlung sowie zusammen mit Alkohol oder Beruhigungs- und Schlafmitteln.[1, 2]

Einnahme

Nur zum Inhalieren, möglichst im Sitzen oder Stehen. Das Dosieraerosol vorher kräftig schütteln und senkrecht mit dem Boden nach oben halten, langsam ausatmen, mit dem Einatmen beginnen und erst dann den Sprühstoß auslösen; danach den Atem so lange wie möglich anhalten. Vor einem weiteren Sprühstoß etwa eine halbe Minute warten.[1]

Bei Kindern unter 6 Jahren und bei älteren Menschen wird eine Inhalierhilfe (Spacer) dringend empfohlen; mit Inhalierhilfe muss die Dosis unter Umständen ärztlich angepasst werden. Kinder wenden das Mittel nur unter Aufsicht eines Erwachsenen an.[1]

Das Mundrohr regelmäßig, am besten täglich, unter warmem fließendem Wasser reinigen und sorgfältig trocknen; den Behälter nicht ins Wasser legen.[1]

Salbutamol nach Bedarf und nicht regelmäßig anwenden. Anwendung vergessen: Eine nachträgliche Anwendung ist nicht nötig, und die Dosis beim nächsten Mal keinesfalls erhöhen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, sonst kann sich Ihre Krankheit verschlechtern. Ein täglich verordnetes entzündungshemmendes Mittel, etwa ein inhalatives Kortikosteroid, wenden Sie weiter regelmäßig an, auch wenn Sie sich besser fühlen.[1]

Tritt nach der Anwendung eine Verkrampfung der Bronchien auf (paradoxer Bronchospasmus), wird die Behandlung unverzüglich abgebrochen; die Ärztin oder der Arzt entscheidet über das weitere Vorgehen.[1, 2]

Überdosierung

Die Zeichen einer Überdosierung entsprechen den Nebenwirkungen und treten dann sehr schnell und gegebenenfalls verstärkt auf: Herzrasen, Herzklopfen, unregelmäßiger oder beschleunigter Herzschlag, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Brustschmerzen und heftiges Zittern, vor allem an den Händen. Nach übermäßiger Anwendung sind gelegentlich psychotische Reaktionen beobachtet worden; eine Laktatazidose kann sich durch vertiefte Atmung, Übelkeit und Bauchschmerzen äußern. Holen Sie dann unverzüglich ärztliche Hilfe.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage des Dosieraerosols nennt Einzeldosen für Erwachsene und Kinder, das Vorgehen bei einem Anfall, die Vorbeugung bei Anstrengung und eine Höchstmenge für den Tag [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Wie oft Sie Salbutamol anwenden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Eine höhere Dosierung wirkt laut Packungsbeilage in der Regel nicht besser, es besteht aber die Gefahr schwerwiegender Nebenwirkungen [1].

Anwendung und Absetzen

Wenden Sie Salbutamol immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke an. Das Dosieraerosol ist nur zum Inhalieren bestimmt und wird am besten im Sitzen oder Stehen angewendet: kräftig schütteln, senkrecht mit dem Boden nach oben halten, langsam ausatmen, das Mundrohr mit den Lippen fest umschließen und kurz nach Beginn des Einatmens den Sprühstoß auslösen. Danach halten Sie den Atem so lange wie möglich an; vor einem weiteren Sprühstoß warten Sie etwa eine halbe Minute [1].

Zur Kontrolle von Krankheitsverlauf und Behandlungserfolg ist eine tägliche Selbstkontrolle nach ärztlicher Anleitung wichtig, etwa die regelmäßige Messung der maximalen Atemstoßstärke mit einem Peak-Flow-Meter [1, 2]. Brauchen Sie höhere Dosen, um Ihre Atemprobleme zu lindern, oder hält die Linderung keine 3 Stunden an, informieren Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Haben Sie eine Anwendung vergessen, ist keine nachträgliche Anwendung nötig. Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab, weil sich Ihre Krankheit sonst verschlechtern kann [1].

Präparate mit Salbutamol

Salbutamol gibt es als Dosieraerosol, als Pulver zur Inhalation und als Lösung für Vernebler. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol [1, 2]. Für andere Darreichungsformen gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Salbutamol
PräparatAnbieterHinweis
Salbu EasyhalerOrion CorporationPulver zur Inhalation mit 0,1 mg oder 0,2 mg je Dosis
Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosolratiopharm GmbHDosieraerosol mit 0,1 mg je Sprühstoß; Grundlage dieser Seite
Salbutamol-ratiopharm Inhalationslösung und Fertiginhalatratiopharm GmbHLösung für Vernebler
Salbutamol STADA FertiginhalatSTADAPHARM GmbHLösung für einen Vernebler

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Salbutamol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Salbutamol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wie schnell wirkt Salbutamol?

Laut Fachinformation setzt die bronchienerweiternde Wirkung 5 bis 15 Minuten nach dem Inhalieren ein. Am stärksten verbesserte sich die Lungenfunktion 1 bis 2 Stunden nach der Inhalation, die Wirkung hielt 3 bis 4 Stunden an. Bessert sich die Atemnot nach einer Einzeldosis nicht oder wird ein Anfall nicht besser, beachten Sie die Hinweise zur Dosierung und holen Sie bei einem schweren Anfall unverzüglich ärztliche Hilfe.

Wie oft darf ich Salbutamol inhalieren?

Wie oft Sie Salbutamol anwenden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage". Salbutamol ist für die Anwendung nach Bedarf gedacht, nicht für die regelmäßige Anwendung. Brauchen Sie es mehr als zweimal pro Woche gegen Asthmabeschwerden (die vorbeugende Anwendung vor dem Sport nicht mitgezählt), deutet das laut Packungsbeilage auf ein schlecht eingestelltes Asthma hin. Wenden Sie sich dann so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Warum zittern meine Hände nach Salbutamol?

Zittern (Tremor) gehört zu den häufigen Nebenwirkungen und kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen. Es entsteht, weil Salbutamol außer auf die Bronchien auch auf die Skelettmuskulatur wirkt. Laut Packungsbeilage können sich die häufigsten Nebenwirkungen, darunter das Zittern, bei fortgeführter Behandlung im Lauf von 1 bis 2 Wochen zurückbilden. Heftiges Zittern gehört, wie Herzrasen und Ruhelosigkeit, auch zu den möglichen Zeichen einer Überdosierung.

Kann Salbutamol Herzrasen auslösen?

Ja. Herzrasen (Tachykardie) ist eine häufige Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Die Packungsbeilage nennt außerdem Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen und einen Sauerstoffmangel am Herzmuskel. Haben Sie Schmerzen in der Brust oder verschlimmert sich eine bestehende Herzerkrankung, suchen Sie dringend ärztlichen Rat. Tritt eine Nebenwirkung plötzlich auf oder entwickelt sie sich unerwartet stark, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Salbutamol in der Schwangerschaft anwenden?

Laut Packungsbeilage sollte Salbutamol in der Schwangerschaft, vor allem in den ersten 3 Monaten und am Ende der Schwangerschaft, nur nach strenger Abwägung durch die Ärztin oder den Arzt angewendet werden. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité bewertet die inhalative Behandlung mit Salbutamol während der gesamten Schwangerschaft als Mittel der ersten Wahl unter den kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Besprechen Sie die Behandlung Ihres Asthmas mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich nach Salbutamol Auto fahren?

Laut Packungsbeilage kann vor allem bei höherer Dosierung die Fähigkeit beeinträchtigt sein, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen, verstärkt zu Beginn der Behandlung und zusammen mit Alkohol oder Beruhigungs- und Schlafmitteln. Ob Sie fahren können, besprechen Sie im Zweifel mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Ist Salbutamol beim Sport erlaubt?

Laut Packungsbeilage kann die Anwendung von Salbutamol bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen; die Anwendung als Dopingmittel kann die Gesundheit gefährden. Zur Vorbeugung von Anstrengungsasthma ist Salbutamol zugelassen. Wenn Sie an Wettkämpfen mit Dopingkontrollen teilnehmen, klären Sie die Anwendung vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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