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Cetirizin: Nebenwirkungen und Wirkung
Cetirizin ist ein rezeptfreies Antiallergikum aus der Gruppe der Antihistaminika. Es lindert Nasen- und Augenbeschwerden bei Heuschnupfen und ganzjährigem allergischem Schnupfen sowie Nesselsucht, als Filmtablette bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Schläfrigkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Mundtrockenheit. Bei allergischen Reaktionen, auch mit Schwellungen von Gesicht oder Rachen, beenden Sie die Einnahme sofort und setzen sich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Schläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]
- Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Rachenentzündung (Pharyngitis, wunder Rachen)[1, 2]
- Häufig: Durchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit[1, 2]
Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche
Wofür wird Cetirizin eingesetzt?
Cetirizin ist ein Antiallergikum aus der Gruppe der Antihistaminika [1, 3]. Als Filmtablette lindert es bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren Beschwerden an Nase und Augen bei Heuschnupfen und ganzjährigem allergischem Schnupfen, außerdem Nesselsucht (Urtikaria) [1, 2].
Die Filmtabletten, auf denen diese Seite beruht, sind apothekenpflichtig, also ohne Rezept in der Apotheke erhältlich [2]. Für Kinder unter 6 Jahren sind sie nicht geeignet, weil sich die nötige Dosis mit ihnen nicht einstellen lässt; laut Fachinformation wird für jüngere Kinder eine für sie geeignete Darreichungsform empfohlen [1, 2]. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr über Allergien lesen Sie auf der Seite Allergie.
Wie wirkt Cetirizin?
Antihistaminika hemmen die Wirkung des Botenstoffs Histamin an den Histamin-Rezeptoren [3]. Cetirizin blockiert gezielt die sogenannten H1-Rezeptoren; an andere Rezeptoren bindet es in Laboruntersuchungen nicht messbar. Beim Menschen entsteht es auch als Abbauprodukt des älteren Antihistaminikums Hydroxyzin [2, 3]. Zusätzlich hemmt Cetirizin nach Kontakt mit einem Allergen die späte Einwanderung bestimmter weißer Blutkörperchen, der Eosinophilen, in Haut und Bindehaut [2].
Die höchste Konzentration im Blut ist innerhalb von 1,0 ± 0,5 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt bei Erwachsenen etwa 10 Stunden; etwa zwei Drittel der Dosis verlassen den Körper unverändert über den Urin [2]. Weil Cetirizin hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden wird, muss bei eingeschränkter Nierenfunktion der Abstand zwischen den Einnahmen angepasst werden, wenn keine andere Behandlung infrage kommt [2]. Nach dem Absetzen reagiert die Haut innerhalb von 3 Tagen wieder normal auf Histamin [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation hatte Cetirizin in klinischen Studien in der empfohlenen Dosis nur geringe Nebenwirkungen auf das zentrale Nervensystem, darunter Schläfrigkeit, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen; in einigen Fällen wurde eine paradoxe Anregung des Nervensystems beobachtet [2]. Die Schläfrigkeit trat in Studien häufiger auf als unter einem Scheinmedikament, war aber meist leicht bis mittelschwer [2]. Über Veränderungen der Leberwerte wurde berichtet; meist gingen sie nach dem Ende der Behandlung zurück [2]. Mehr zu diesen Beschwerden lesen Sie auf den Seiten Müdigkeit und Mundtrockenheit.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheSchläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemSchwindel, Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKopfschmerzen
- AtemwegeRachenentzündung (Pharyngitis, wunder Rachen)[1, 2]
- AtemwegeBei Kindern: laufende oder verstopfte Nase (Rhinitis)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Magen und DarmDurchfall, Übelkeit, Mundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: DurchfallÜbelkeitMundtrockenheit
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- PsycheErregung (Agitiertheit)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemMissempfindungen auf der Haut (Parästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Magen und DarmBauchschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- HautJuckreiz (Pruritus), Ausschlag[1, 2]Mehr dazu: JuckreizHautausschlag
- Allgemeine BeschwerdenExtreme Müdigkeit (Asthenie), allgemeines Unwohlsein (Malaise)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeit)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- PsycheDepression, Halluzinationen, Aggression, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungPsychose und HalluzinationenAggressivität und ReizbarkeitVerwirrtheitSchlafstörungen
- NervensystemKrampfanfälle (Konvulsionen)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- HerzZu schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Leber und GalleAbnorme Leberfunktion; laut Fachinformation erhöhte Werte für Transaminasen, alkalische Phosphatase, Gamma-GT und Bilirubin[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautJuckender Ausschlag (Nesselsucht, Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtJuckreiz
- Allgemeine BeschwerdenSchwellungen (Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwerwiegende allergische Reaktionen; laut Fachinformation anaphylaktischer Schock[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Blut und LymphsystemVerminderte Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- PsycheTics (wiederkehrende, nervöse Muskelzuckungen und Lautäußerungen)[1, 2]
- NervensystemBewusstseinsverlust (Synkope), unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesie), krankhafte anhaltende unwillkürliche Muskelanspannungen (Dystonie), Zittern (Tremor), veränderter Geschmackssinn (Dysgeusie)[1, 2]Mehr dazu: ZitternGeschmacksstörungenParkinson-Symptome
- AugenVerschwommenes Sehen, Störungen der Nah- und Fernanpassung des Auges (Akkommodationsstörungen), unkontrollierbare kreisende Bewegungen der Augen (Okulogyration)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HautSchwerwiegende allergische Reaktion mit Anschwellen von Gesicht oder Rachen (Angioödem); fixes Arzneimittelexanthem (eine Form der Arzneimittelallergie)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische ReaktionenHautausschlag
- Nieren und HarnwegeAbnorme Harnausscheidung: Bettnässen, Schmerzen und/oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Stoffwechsel und ErnährungGesteigerter Appetit[1, 2]
- PsycheSelbstmordgedanken (wiederkehrende Gedanken an Selbstmord oder die Beschäftigung damit), Albträume[1, 2]Mehr dazu: Albträume
- NervensystemGedächtnisverlust (Amnesie), Gedächtnisstörungen[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Nieren und HarnwegeHarnverhalt (Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- HautIntensiver Juckreiz (Pruritus) und/oder Nesselsucht (Urtikaria) nach dem Beenden der Einnahme[1, 2]Mehr dazu: JuckreizNesselsucht
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzen
- HautAkut generalisiertes pustulöses Exanthem (Ausschlag mit eitergefüllten Blasen)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Allergische Reaktionen sind selten, schwerwiegende sehr selten. Sie können kurz nach der ersten Einnahme oder auch später auftreten. Beenden Sie dann die Einnahme sofort und setzen Sie sich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schläfrigkeit und Müdigkeit: Wollen Sie Auto fahren, ohne sicheren Halt arbeiten oder Maschinen bedienen, beobachten Sie nach der Einnahme aufmerksam, wie Sie auf Cetirizin reagieren, und nehmen Sie nicht mehr als die empfohlene Dosis [1]. Wer schläfrig ist, sollte laut Fachinformation nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen [2]. Alkohol und andere dämpfende Mittel können bei empfindlichen Menschen die Aufmerksamkeit zusätzlich verringern [2].
Wirkung zu stark oder zu schwach: Haben Sie den Eindruck, dass Cetirizin zu schwach oder zu stark wirkt, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Bei eingeschränkter Nierenfunktion legt die Ärztin oder der Arzt wenn nötig eine niedrigere Dosis fest [1].
Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden: Bemerken Sie diese oder andere Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder vor Kurzem eingenommen haben [1]. Laut Fachinformation sind wegen der Eigenschaften von Cetirizin keine Wechselwirkungen zu erwarten, und in Studien wurden keine bedeutsamen beobachtet, ausdrücklich auch nicht mit Pseudoephedrin und Theophyllin [2]. Bei empfindlichen Menschen können Alkohol oder andere dämpfende Mittel zusammen mit Cetirizin die Aufmerksamkeit zusätzlich verringern [2]. Allgemeines zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Alkohol und andere zentral dämpfende Mittel | Bei empfindlichen Menschen zusätzliche Verminderung der Aufmerksamkeit und Leistungsbeeinträchtigung möglich; in Studien verstärkte Cetirizin die Wirkung von Alkohol (0,5 Promille) nicht[1, 2] | Gleichzeitige Einnahme von Cetirizin und Alkohol laut Packungsbeilage meiden |
| Pseudoephedrin und Theophyllin | In Studien keine bedeutsamen Wechselwirkungen[1, 2] | Andere Arzneimittel trotzdem immer angeben |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Cetirizin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Haben Sie eine schwere Nierenerkrankung und brauchen eine Dialyse, oder sind Sie allergisch gegen Cetirizin, Hydroxyzin oder eng verwandte Wirkstoffe, dürfen Sie Cetirizin nicht einnehmen [1, 2]. Bei eingeschränkter Nierenfunktion, Problemen beim Wasserlassen oder Epilepsie fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1].
Nicht einnehmen bei
- Schwere Nierenerkrankung mit Dialysepflicht; laut Fachinformation Nierenerkrankung im Endstadium mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) unter 15 ml/min[1, 2]
- Allergie gegen Cetirizin, einen der sonstigen Bestandteile, Hydroxyzin oder andere Piperazin-Derivate (eng verwandte Wirkstoffe)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Eingeschränkte Nierenfunktion: ärztlich beraten lassen; wenn nötig, legt die Ärztin oder der Arzt eine niedrigere Dosis fest[1, 2]
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen, etwa durch Probleme mit Rückenmark, Prostata oder Harnblase: laut Fachinformation kann Cetirizin das Risiko eines Harnverhalts erhöhen[1, 2]
- Epilepsie oder erhöhtes Risiko für Krampfanfälle[1, 2]
- Geplanter Allergietest: Cetirizin kann das Ergebnis beeinflussen; fragen Sie, ob Sie die Einnahme vorher unterbrechen sollen, laut Fachinformation ist vor einem Hauttest eine Pause von 3 Tagen erforderlich[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren: Tabletten nicht geben, weil sich die nötige Dosis damit nicht einstellen lässt; laut Fachinformation wird eine für Kinder geeignete Darreichungsform empfohlen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Bei 0,5 Promille Alkohol im Blut wurden bei empfohlener Dosis keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen beobachtet; für höhere Cetirizin-Dosen zusammen mit Alkohol fehlen Sicherheitsdaten, und bei empfindlichen Menschen kann die Aufmerksamkeit zusätzlich sinken [1, 2]. Mehr dazu: Cetirizin und Alkohol. Packungsbeilage und Embryotox gewichten die Schwangerschaft unterschiedlich: Laut Packungsbeilage sollte Cetirizin vermieden und nur nach ärztlichem Rat eingenommen werden; Embryotox stuft es als Mittel der Wahl ein [1, 3]. Sind Sie schwanger oder stillen Sie, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1]. Allgemeine Hinweise finden Sie in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage sollte Cetirizin in der Schwangerschaft vermieden werden. Eine versehentliche Einnahme sollte dem ungeborenen Kind nicht schaden; dennoch sollte es nur eingenommen werden, wenn es notwendig ist, und nach ärztlichem Rat. Laut Fachinformation deuten die gesammelten Daten nicht auf ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen hin; Vorsicht ist geboten.[1, 2]
Embryotox stuft Cetirizin in der Schwangerschaft als Mittel der Wahl ein, hält aber dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Den Erfahrungsumfang gibt Embryotox mit "hoch" an: In Studien mit insgesamt über 1.300 ausgewerteten Schwangerschaften konnten keine fehlbildungsauslösenden (teratogenen) Wirkungen nachgewiesen werden; Cetirizin kann laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft eingenommen werden. Besser geeignete Alternativen gibt es laut Embryotox keine; wenn eine dämpfende (sedierende) Wirkung gewünscht ist, kann laut Embryotox auch Clemastin eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Cetirizin geht in die Muttermilch über; bei gestillten Säuglingen können Nebenwirkungen beobachtet werden. Laut Packungsbeilage sollten Sie Cetirizin in der Stillzeit nicht einnehmen, bis Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen haben. Laut Fachinformation erreicht die Konzentration in der Muttermilch 25 bis 90 Prozent der Konzentration im Blut.[1, 2]
Laut Embryotox kann Cetirizin in der Stillzeit eingenommen werden, ohne dass eine Stillpause nötig ist; bisherige Erfahrungen deuten nicht auf nennenswerte Unverträglichkeiten beim Kind hin.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Bei Alkohol im Blut von 0,5 Promille, etwa einem Glas Wein, wurden bei empfohlener Dosis keine bedeutsamen Wechselwirkungen beobachtet; für höhere Cetirizin-Dosen zusammen mit Alkohol gibt es keine Sicherheitsdaten. Laut Packungsbeilage wird deshalb, wie bei allen Antihistaminika, empfohlen, Cetirizin und Alkohol nicht gleichzeitig einzunehmen; laut Fachinformation ist bei gleichzeitiger Einnahme Vorsicht geboten.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
In Studien beeinträchtigte die empfohlene Dosis Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Fahrtüchtigkeit nicht. Wollen Sie Auto fahren, ohne sicheren Halt arbeiten oder Maschinen bedienen, beobachten Sie Ihre Reaktion auf das Mittel aufmerksam und nehmen Sie nicht mehr als die empfohlene Dosis. Laut Fachinformation sollte, wer schläfrig ist, nicht Auto fahren, nicht ohne sicheren Halt arbeiten und keine Maschinen bedienen.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten unzerkaut mit einem Glas Flüssigkeit einnehmen; sie können in zwei gleiche Hälften geteilt werden. Nahrungsmittel haben keinen Einfluss auf die Aufnahme.[1]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen. Erscheint Ihnen die Wirkung zu schwach oder zu stark, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Laut Packungsbeilage der 10-mg-Filmtabletten beträgt die empfohlene Dosis für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre 1 Tablette (10 mg) einmal täglich, für Kinder von 6 bis 12 Jahren eine halbe Tablette (5 mg) zweimal täglich; Kindern unter 6 Jahren die Tabletten nicht geben. Nehmen Sie das Arzneimittel immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben oder nach Anweisung Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke ein.[1]
Fühlen Sie sich nach 3 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wie lange Sie Cetirizin einnehmen, hängt von Art, Dauer und Verlauf Ihrer Beschwerden ab, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.[1]
Absetzen
Laut Packungsbeilage können nach dem Absetzen in seltenen Fällen intensiver Juckreiz und/oder Nesselsucht wieder auftreten. Laut Fachinformation kann das auch geschehen, wenn diese Beschwerden vor der Behandlung nicht bestanden; in manchen Fällen können sie so stark sein, dass die Behandlung wieder aufgenommen werden muss, und sollten dann abklingen.[1, 2]
Überdosierung
Meinen Sie, zu viel eingenommen zu haben, teilen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit. Nach einer Überdosierung können die Nebenwirkungen stärker auftreten; berichtet wurden Verwirrtheit, Durchfall, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Pupillenerweiterung, Juckreiz, Ruhelosigkeit, Dämpfung (Sedierung), Schläfrigkeit, Benommenheit, beschleunigter Herzschlag, Zittern und Harnverhalt. Ein spezielles Gegenmittel ist laut Fachinformation nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage gibt die Dosis nach Alter an und nennt eine niedrigere Dosis bei mittelschwerer Nierenschwäche [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit einem Glas Flüssigkeit ein; sie lassen sich in zwei gleiche Hälften teilen. Nahrungsmittel haben keinen Einfluss auf die Aufnahme. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1]. Wie lange Sie Cetirizin einnehmen, hängt von Art, Dauer und Verlauf Ihrer Beschwerden ab; fragen Sie dazu Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Laut Packungsbeilage können nach dem Absetzen in seltenen Fällen intensiver Juckreiz und Nesselsucht auftreten, laut Fachinformation auch dann, wenn diese Beschwerden vorher nicht bestanden. In manchen Fällen können sie laut Fachinformation so stark sein, dass die Behandlung wieder aufgenommen werden muss; die Beschwerden sollten dann abklingen [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Cetirizin absetzen. Ist ein Allergietest geplant, fragen Sie, ob Sie die Einnahme vorher unterbrechen sollen, weil Cetirizin das Ergebnis beeinflussen kann [1].
Präparate mit Cetirizin
Cetirizin gibt es von vielen Herstellern als Filmtabletten und als Saft; Cetirizin-ratiopharm Saft ist laut seiner Packungsbeilage für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene bestimmt [4]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten [1, 2]. Wie sich Cetirizin von anderen Antihistaminika unterscheidet, lesen Sie im Ratgeber Cetirizin oder Loratadin; ein weiteres Antihistaminikum ist Desloratadin.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Cetirizin AbZ 10 mg Filmtabletten | AbZ-Pharma GmbH | Filmtabletten |
| Cetirizin-ratiopharm bei Allergien | ratiopharm GmbH | Filmtabletten mit 10 mg; Grundlage dieser Seite |
| Cetirizin-ratiopharm Saft | ratiopharm GmbH | Lösung zum Einnehmen (1 mg/ml) für Kinder ab 2 Jahren und Erwachsene |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Cetirizin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm Saft 1 mg/ml Lösung zum Einnehmen (Versionscode Z12). ratiopharm GmbH. Stand 04/2024 (Archivfassung vom 03.08.2025, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
Häufige Fragen
Macht Cetirizin müde?
Schläfrigkeit und Müdigkeit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. In Studien beeinträchtigte die empfohlene Dosis Aufmerksamkeit, Wachsamkeit und Fahrtüchtigkeit nicht. Beobachten Sie trotzdem, wie Sie auf Cetirizin reagieren, bevor Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen. Laut Fachinformation sollte, wer schläfrig ist, nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen.
Darf ich Cetirizin mit Alkohol nehmen?
Bei Alkohol im Blut von 0,5 Promille, etwa einem Glas Wein, wurden bei der empfohlenen Dosis keine bedeutsamen Wechselwirkungen beobachtet. Für höhere Cetirizin-Dosen zusammen mit Alkohol fehlen Sicherheitsdaten. Die Packungsbeilage empfiehlt deshalb, wie bei allen Antihistaminika, Cetirizin und Alkohol nicht gleichzeitig einzunehmen. Mehr dazu auf der Seite Cetirizin und Alkohol.
Wie viel Cetirizin darf ich am Tag nehmen?
Laut Packungsbeilage der 10-mg-Filmtabletten beträgt die empfohlene Dosis für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre 1 Tablette (10 mg) einmal täglich, für Kinder von 6 bis 12 Jahren eine halbe Tablette (5 mg) zweimal täglich. Bei eingeschränkter Nierenfunktion legt die Ärztin oder der Arzt wenn nötig eine niedrigere Dosis fest. Kindern unter 6 Jahren geben Sie die Tabletten nicht. Nehmen Sie Cetirizin immer genau wie in der Packungsbeilage beschrieben oder nach Anweisung Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Apotheke ein. Alle Angaben stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".
Darf ich Cetirizin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage sollte Cetirizin in der Schwangerschaft vermieden und nur eingenommen werden, wenn es notwendig ist, und nach ärztlichem Rat; in der Stillzeit sollten Sie es nicht einnehmen, bevor Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen haben. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité stuft Cetirizin in der Schwangerschaft als Mittel der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Laut Embryotox kann Cetirizin in allen Phasen der Schwangerschaft und in der Stillzeit ohne Stillpause eingenommen werden.
Warum juckt die Haut, nachdem ich Cetirizin abgesetzt habe?
Nach dem Absetzen können intensiver Juckreiz und Nesselsucht auftreten, laut Fachinformation auch dann, wenn diese Beschwerden vor der Behandlung nicht bestanden. In manchen Fällen können sie laut Fachinformation so stark sein, dass die Behandlung wieder aufgenommen werden muss; die Beschwerden sollten dann abklingen. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Mehr dazu auf der Seite Cetirizin absetzen.
Muss ich Cetirizin vor einem Allergietest absetzen?
Cetirizin kann das Ergebnis eines Allergietests beeinflussen. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Sie die Einnahme vorher unterbrechen sollen. Laut Fachinformation ist vor einem Allergietest der Haut eine Pause von 3 Tagen erforderlich; nach dem Absetzen reagiert die Haut innerhalb von 3 Tagen wieder normal auf Histamin.
Wie lange darf ich Cetirizin einnehmen?
Wie lange Sie Cetirizin einnehmen, hängt laut Packungsbeilage von Art, Dauer und Verlauf Ihrer Beschwerden ab; fragen Sie dazu Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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