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Desloratadin: Nebenwirkungen und Wirkung
Desloratadin ist ein Antihistaminikum gegen die Beschwerden bei allergischem Schnupfen, etwa Heuschnupfen, und bei Nesselsucht. Die Filmtabletten sind für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren bestimmt. Das Präparat, auf dem diese Seite beruht, gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Mundtrockenheit und Kopfschmerzen. Bei einer schweren allergischen Reaktion mit Atemproblemen oder Schwellungen beenden Sie die Einnahme sofort und suchen umgehend ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Desloratadin eingesetzt?
Desloratadin ist ein Antiallergikum aus der Gruppe der Antihistaminika [1]. Es bessert bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren die Beschwerden bei allergischem Schnupfen, etwa bei Heuschnupfen oder einer Hausstaubmilben-Allergie: Niesen, eine laufende oder juckende Nase, Juckreiz am Gaumen und juckende, gerötete oder tränende Augen [1, 2]. Außerdem lindert es Juckreiz und Quaddeln bei Nesselsucht (Urtikaria) [1, 2].
Zum Einnehmen gegen allergischen Schnupfen und Nesselsucht bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren ist Desloratadin von der Verschreibungspflicht ausgenommen; Präparate wie die Filmtabletten, auf denen diese Seite beruht, sind apothekenpflichtig [2, 4]. Verschreibungspflichtig bleiben Präparate, die von der Europäischen Kommission als verschreibungspflichtig zugelassen wurden [4]. Fühlen Sie sich unter der Einnahme nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr zum Thema auf der Seite Allergie.
Wie wirkt Desloratadin?
Antihistaminika hemmen die Wirkung des Botenstoffs Histamin an den Histamin-Rezeptoren [3]. Desloratadin hemmt gezielt die sogenannten H1-Rezeptoren außerhalb des zentralen Nervensystems: Laut Fachinformation tritt es nicht ohne Weiteres ins Gehirn über und gehört zu den nicht sedierenden, lang wirksamen Antihistaminika [2]. Es ist der wirksame Hauptabbaustoff des Antihistaminikums Loratadin [2, 3].
Laut Packungsbeilage hält die Besserung der Beschwerden einen ganzen Tag an [1]. Im Blut ist Desloratadin innerhalb von 30 Minuten nach der Einnahme nachweisbar, die höchste Konzentration wird nach ungefähr 3 Stunden erreicht; die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt ungefähr 27 Stunden [2]. Welches Enzym Desloratadin abbaut, ist noch nicht bekannt; Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln lassen sich deshalb laut Fachinformation nicht ganz ausschließen [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
In klinischen Studien bei Erwachsenen waren die Nebenwirkungen ähnlich wie unter einem Scheinmedikament (Placebo); über Müdigkeit, Mundtrockenheit und Kopfschmerzen wurde jedoch öfter berichtet. Bei Jugendlichen waren Kopfschmerzen die am häufigsten berichtete Nebenwirkung [1]. Die sehr seltenen Nebenwirkungen und die Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit wurden nach der Markteinführung berichtet [1, 2]. Mehr zu den häufigen Beschwerden lesen Sie auf den Seiten Müdigkeit, Mundtrockenheit und Kopfschmerzen.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit (Fatigue)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenSchwere allergische Reaktionen; laut Fachinformation Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie, Angioödem, Atemnot (Dyspnoe), Juckreiz, Hautausschlag und Nesselsucht[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenJuckreizHautausschlagNesselsuchtAtemnot
- Allgemeine BeschwerdenHautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HerzHerzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzjagen (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Magen und DarmBauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Magenverstimmung (Dyspepsie), Durchfall[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenÜbelkeitErbrechenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenDurchfall
- NervensystemSchwindel, Benommenheit (Somnolenz), Schlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: SchwindelMüdigkeitSchlafstörungen
- NervensystemUnruhe mit vermehrter körperlicher Bewegung (psychomotorische Hyperaktivität)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- PsycheHalluzinationen[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis) und ungewöhnliche Leberfunktionswerte (erhöhte Leberenzyme, erhöhtes Bilirubin)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Allgemeine BeschwerdenAußergewöhnliche Müdigkeit (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
- Leber und GalleGelbfärbung der Haut und/oder der Augen (Ikterus)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautErhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht, auch bei diesigem Sonnenlicht, und gegenüber UV-Licht, etwa von UV-Lampen im Solarium (Photosensibilität)[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- HerzVeränderter Herzschlag; laut Fachinformation Verlängerung des QT-Intervalls im EKG[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- PsycheAnomales Verhalten, Aggression[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
- PsycheDepressive Verstimmung[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- Stoffwechsel und ErnährungVerstärkter Appetit[1, 2]
- AugenTrockene Augen[1, 2]
- HerzBei Kindern: langsamer Herzschlag (Bradykardie) und veränderter Herzschlag; laut Fachinformation bei Kindern und Jugendlichen auch Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter HerzschlagHerzrhythmusstörungen
- PsycheBei Kindern: anomales Verhalten, Aggression[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Schwere allergische Reaktionen wurden nach der Markteinführung sehr selten berichtet. Bemerken Sie Atemstörungen, ein pfeifendes Atemgeräusch, Jucken, Quaddeln oder Schwellungen, beenden Sie sofort die Einnahme und suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Laut Fachinformation zeigte eine rückblickende Beobachtungsstudie bei Patientinnen und Patienten von 0 bis 19 Jahren während der Behandlung häufiger neu auftretende Krampfanfälle als in Zeiten ohne Behandlung; der Anstieg war bei Kindern von 0 bis 4 Jahren größer als bei 5- bis 19-Jährigen [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Müdigkeit: Die meisten Menschen werden unter Desloratadin nicht schläfrig. Weil Menschen unterschiedlich auf Arzneimittel ansprechen, wird empfohlen, auf Autofahren und das Bedienen von Maschinen zu verzichten, bis Sie wissen, wie Sie persönlich reagieren [1, 2]. Trinken Sie Alkohol während der Behandlung nur mit Vorsicht [1].
Mundtrockenheit und Kopfschmerzen: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Nehmen Sie Desloratadin nur so ein, wie es empfohlen wurde, und nicht in höherer Menge [1].
Haut und Sonnenlicht: Die Packungsbeilage nennt eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht und UV-Licht, auch bei diesigem Wetter und im Solarium, mit unbekannter Häufigkeit; mehr dazu auf der Seite Lichtempfindlichkeit [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind laut Packungsbeilage nicht bekannt; informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke trotzdem über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder vor Kurzem eingenommen haben [1]. In Studien zusammen mit dem Antibiotikum Erythromycin und dem Pilzmittel Ketoconazol zeigten sich keine klinisch relevanten Wechselwirkungen [2]. Allgemeines zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Alkohol | In einer Studie verstärkte Desloratadin die leistungsmindernde Wirkung von Alkohol nicht; nach Markteinführung wurde jedoch über Fälle von Alkoholunverträglichkeit und Alkoholvergiftung berichtet[1, 2] | Alkohol während der Behandlung nur mit Vorsicht trinken |
| Erythromycin oder Ketoconazol | In Studien keine klinisch relevanten Wechselwirkungen[1, 2] | Andere Arzneimittel trotzdem immer angeben |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Desloratadin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Sind Sie allergisch gegen Desloratadin oder Loratadin, dürfen Sie das Mittel nicht einnehmen [1, 2]. Haben Sie eine eingeschränkte Nierenfunktion oder sind in Ihrer Krankengeschichte oder Familie Krampfanfälle bekannt, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder dem medizinischen Fachpersonal [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Eingeschränkte Nierenfunktion; laut Fachinformation bei schwerer Niereninsuffizienz nur mit Vorsicht[1, 2]
- Krampfanfälle in der eigenen Krankengeschichte oder in der Familie; laut Fachinformation gilt das vor allem für jüngere Kinder, die unter Desloratadin anfälliger für neu auftretende Krampfanfälle sind[1, 2]
- Zuckerunverträglichkeit: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1, 2]
- Jugendliche von 12 bis 17 Jahren: laut Fachinformation nur eingeschränkte Erfahrungen zur Wirksamkeit aus klinischen Studien[2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Packungsbeilage und Embryotox gewichten Schwangerschaft und Stillzeit unterschiedlich: Die Packungsbeilage empfiehlt die Einnahme in dieser Zeit nicht, Embryotox hält die Anwendung in der Schwangerschaft für akzeptabel und das Stillen unter Desloratadin für möglich [1, 3]. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1]. Allgemeine Hinweise finden Sie im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Die Einnahme wird in der Schwangerschaft nicht empfohlen; fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation deuten Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine Schädigung des Kindes hin; aus Vorsichtsgründen soll Desloratadin in der Schwangerschaft dennoch vermieden werden.[1, 2]
Laut Embryotox liegen größere, systematische Studien zu Desloratadin in der Schwangerschaft nicht vor; als wirksamer Abbaustoff des Loratadins kann es wie dieses bewertet werden, und die umfangreichen Erfahrungen zu Loratadin geben keinen Hinweis auf spezifische Fehlbildungen verursachende (teratogene) Wirkungen. Embryotox hält die Anwendung für akzeptabel und nennt Loratadin als besser geeignete Alternative. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Die Einnahme wird in der Stillzeit nicht empfohlen. Laut Fachinformation wurde Desloratadin bei gestillten Säuglingen behandelter Mütter nachgewiesen, die Auswirkungen sind nicht bekannt; es wird abgewogen, ob abgestillt oder die Behandlung abgebrochen bzw. ausgesetzt wird.[1, 2]
Laut Embryotox kann unter Desloratadin gestillt werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Behandlung sollten Sie Alkohol nur mit Vorsicht trinken. Laut Fachinformation verstärkte Desloratadin in einer Studie die leistungsmindernde Wirkung von Alkohol nicht, nach Markteinführung wurde jedoch über Fälle von Alkoholunverträglichkeit und Alkoholvergiftung berichtet.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Bei der empfohlenen Dosierung ist nicht damit zu rechnen, dass Desloratadin die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt; die meisten Menschen werden nicht schläfrig. Dennoch wird empfohlen, auf Tätigkeiten, die geistige Aufmerksamkeit erfordern, etwa Autofahren oder das Bedienen von Maschinen, zu verzichten, bis Sie wissen, wie Sie persönlich auf das Mittel ansprechen.[1, 2]
Einnahme
Eine Filmtablette mit Wasser unzerkaut schlucken, mit oder ohne Nahrung. Laut Fachinformation hatten in Studien ein fettreiches, kalorienreiches Frühstück und Grapefruitsaft keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit des Wirkstoffs.[1, 2]
Einnahme vergessen: so bald wie möglich nachholen und dann wieder dem normalen Plan folgen; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: empfohlen ist eine Filmtablette (5 mg) einmal täglich. Für Kinder unter 12 Jahren sind diese Filmtabletten nicht bestimmt.[1]
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art, Dauer und Verlauf der Beschwerden, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Fühlen Sie sich nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Rezeptfrei ist Desloratadin laut Arzneimittelverschreibungsverordnung zum Einnehmen gegen allergischen Schnupfen und Nesselsucht bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren, es sei denn, das Präparat ist von der Europäischen Kommission als verschreibungspflichtig zugelassen.[4]
Absetzen
Laut Fachinformation kann die Behandlung eines allergischen Schnupfens mit Beschwerden an weniger als 4 Tagen pro Woche oder über weniger als 4 Wochen nach dem Abklingen der Beschwerden beendet und bei erneutem Auftreten wieder aufgenommen werden; bei Beschwerden an 4 oder mehr Tagen pro Woche über mehr als 4 Wochen kann während der Allergiezeit eine durchgehende Behandlung vorgeschlagen werden.[2]
Überdosierung
Nehmen Sie Desloratadin nur so ein, wie es empfohlen wurde. Laut Packungsbeilage ist bei einer versehentlichen Überdosis nicht mit schweren Problemen zu rechnen; wenden Sie sich trotzdem umgehend an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation ähneln die Nebenwirkungen bei Überdosierung denen bei üblicher Dosis, können aber ausgeprägter sein.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die Dosis für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren; die Fachinformation ergänzt, wie lange bei allergischem Schnupfen behandelt werden kann [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Anwendung verordnet, gilt diese [1].
Einnahme und Absetzen
Schlucken Sie die Filmtablette unzerkaut mit Wasser, mit oder ohne Nahrung [1]. Laut Fachinformation hatten in Studien ein fettreiches, kalorienreiches Frühstück und Grapefruitsaft keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit des Wirkstoffs [2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie so bald wie möglich nach und folgen dann wieder dem normalen Plan; nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art, Dauer und Verlauf Ihrer Beschwerden; fragen Sie dazu Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Laut Fachinformation kann die Behandlung eines nur zeitweise auftretenden allergischen Schnupfens nach dem Abklingen der Beschwerden beendet und bei erneuten Beschwerden wieder aufgenommen werden [2]. Tritt während der Behandlung ein Krampfanfall auf, kann die Ärztin oder der Arzt erwägen, Desloratadin abzusetzen [2].
Präparate mit Desloratadin
Desloratadin gibt es von mehreren Anbietern, unter anderem als Filmtabletten. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Desloratadin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten [1, 2]. Für andere Darreichungsformen und für Präparate, die von der Europäischen Kommission zugelassen wurden, gelten eigene Packungsbeilagen. Ein weiteres Antihistaminikum ist Cetirizin.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Desloratadin AbZ 5 mg Filmtabletten | AbZ-Pharma GmbH | Filmtabletten |
| Desloratadin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten | ratiopharm GmbH | Filmtabletten für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren, apothekenpflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Desloratadin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Desloratadin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Desloratadin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Desloratadin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Macht Desloratadin müde?
Müdigkeit gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. In klinischen Studien wurde sie öfter berichtet als unter einem Scheinmedikament. Die meisten Menschen werden laut Packungsbeilage aber nicht schläfrig. Es wird empfohlen, auf Autofahren und das Bedienen von Maschinen zu verzichten, bis Sie wissen, wie Sie persönlich auf das Mittel ansprechen.
Ist Desloratadin rezeptfrei?
Desloratadin zum Einnehmen gegen allergischen Schnupfen und Nesselsucht bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren ist laut Arzneimittelverschreibungsverordnung von der Verschreibungspflicht ausgenommen; Präparate wie Desloratadin-ratiopharm 5 mg Filmtabletten sind apothekenpflichtig. Verschreibungspflichtig bleiben Präparate, die von der Europäischen Kommission als verschreibungspflichtig zugelassen wurden.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Desloratadin nehme?
Laut Packungsbeilage sollten Sie Alkohol während der Behandlung nur mit Vorsicht trinken. In einer Studie verstärkte Desloratadin die leistungsmindernde Wirkung von Alkohol nicht; nach Markteinführung wurde jedoch über Fälle von Alkoholunverträglichkeit und Alkoholvergiftung berichtet.
Wie lange darf ich Desloratadin einnehmen?
Die Anwendungsdauer richtet sich laut Packungsbeilage nach Art, Dauer und Verlauf Ihrer Beschwerden; fragen Sie dazu Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation kann die Behandlung bei einem allergischen Schnupfen, der nur zeitweise auftritt, nach dem Abklingen der Beschwerden beendet und bei erneuten Beschwerden wieder aufgenommen werden; bei anhaltenden Beschwerden kann während der Allergiezeit eine durchgehende Behandlung vorgeschlagen werden. Fühlen Sie sich nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Darf ich Desloratadin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Die Packungsbeilage empfiehlt die Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit nicht. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation deuten Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko hin; aus Vorsichtsgründen soll Desloratadin in der Schwangerschaft dennoch vermieden werden. Das Beratungszentrum Embryotox hält die Anwendung in der Schwangerschaft für akzeptabel und das Stillen unter Desloratadin für möglich.
Was ist der Unterschied zwischen Desloratadin und Loratadin?
Desloratadin ist laut Fachinformation der wirksame Hauptabbaustoff von Loratadin; beide gehören zu den Antihistaminika. Wer allergisch auf Loratadin reagiert, darf Desloratadin nicht einnehmen. Welches Mittel für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Ab welchem Alter darf man Desloratadin-Tabletten nehmen?
Die Filmtabletten mit Desloratadin, auf denen diese Seite beruht, sind für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren bestimmt. Kindern unter 12 Jahren dürfen sie nicht gegeben werden; laut Fachinformation sind Sicherheit und Wirksamkeit der Filmtabletten in diesem Alter nicht erwiesen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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