MedikamenteWirkstoff

Beclometason/Formoterol (Foster): Nebenwirkungen und Wirkung

Beclometason/Formoterol ist ein verschreibungspflichtiges Kombinationspräparat zum Inhalieren aus einem entzündungshemmenden Kortikosteroid und einem lang wirksamen Bronchienerweiterer. Es wird bei Erwachsenen zur regelmäßigen Behandlung von Asthma und der Beschwerden einer schweren COPD eingesetzt und ist unter anderem in Foster und in Generika enthalten. Häufig sind Pilzinfektionen im Mund und Rachen, Kopfschmerzen und Heiserkeit. Bekommen Sie direkt nach dem Inhalieren schlechter Luft, beenden Sie die Anwendung, nehmen Ihren Bedarfsinhalator und suchen sofort ärztliche Hilfe.

Frau in den Sechzigern geht an einem windigen Morgen in leichter Jacke zügig und aufrecht über eine Strandpromenade
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Pilzinfektionen von Mund, Rachen oder Speiseröhre (Candidose)[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Heiserkeit (Dysphonie)[1, 2]
  • Häufig: Rachenentzündung (Pharyngitis)[1, 2]
  • Häufig: Bei COPD: Lungenentzündung (Pneumonie)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Beclometason/Formoterol eingesetzt?

Beclometason/Formoterol ist ein Kombinationspräparat zum Inhalieren aus der Gruppe der Asthma- und COPD-Medikamente. Es enthält das Kortikosteroid Beclometason und den lang wirksamen Bronchienerweiterer Formoterol [1, 2]. Gemeinsam erleichtern die beiden Wirkstoffe das Atmen: Sie lindern Kurzatmigkeit, pfeifende Atemgeräusche und Husten und tragen dazu bei, diesen Beschwerden vorzubeugen [1].

Zugelassen ist es für die regelmäßige Behandlung von Asthma bei Erwachsenen, wenn das Asthma mit inhalativem Kortison und einem kurz wirksamen Bedarfsspray nicht ausreichend beherrscht wird oder wenn es mit Kortison und einem lang wirksamen Bronchienerweiterer bereits gut eingestellt ist [1, 2]. Außerdem behandelt es die Beschwerden einer schweren COPD bei Erwachsenen; laut Fachinformation gilt das bei wiederholten Verschlechterungen in der Vergangenheit, wenn trotz regelmäßiger Behandlung mit lang wirksamen Bronchienerweiterern erhebliche Beschwerden bestehen [1, 2]. Zur einleitenden Behandlung von Asthma ist es nicht bestimmt, und Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen es nicht anwenden [1, 2]. Das Präparat ist verschreibungspflichtig [2, 5].

Wie wirkt Beclometason/Formoterol?

Beclometasondipropionat gehört zu den Kortikosteroiden. Es wirkt in der Lunge entzündungshemmend und verringert so Schwellung und Reizung der Atemwege [1, 2]. Formoterol ist ein Beta-2-Agonist: Es entspannt die Muskulatur der Bronchien und erleichtert das Ein- und Ausatmen [1, 2]. Laut Fachinformation setzt die bronchienerweiternde Wirkung von Formoterol innerhalb von 1 bis 3 Minuten nach der Inhalation ein und hält nach einer Einzeldosis 12 Stunden an [2].

Das Beclometason liegt in diesem Präparat in besonders feinen Teilchen vor und wirkt dadurch stärker als Zubereitungen ohne solche extrafeinen Teilchen; die Dosis an Beclometason kann deshalb niedriger sein als bei anderen Beclometason-Inhalatoren [1, 2]. Haben Sie bisher einen anderen Inhalator mit Beclometason benutzt, verordnet Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die genaue Dosis [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation hängen erniedrigtes Kalium, Kopfschmerzen, Zittern, Herzklopfen, Husten, Muskelkrämpfe und eine Verlängerung des QTc-Intervalls im EKG typischerweise mit Formoterol zusammen; Pilzinfektionen im Mund, Heiserkeit und Rachenreizung typischerweise mit Beclometason [2]. Werden inhalative Kortikosteroide in hohen Dosen über lange Zeit angewendet, können in sehr seltenen Fällen Wirkungen im ganzen Körper auftreten, etwa Funktionsstörungen der Nebennieren, eine Abnahme der Knochendichte, Grauer oder Grüner Star [1, 2]. Mehr dazu auf den Seiten Veränderter Kaliumspiegel und Herzrasen.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • InfektionenPilzinfektionen von Mund, Rachen oder Speiseröhre (Candidose)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • AtemwegeHeiserkeit (Dysphonie)[1, 2]
  • InfektionenRachenentzündung (Pharyngitis)[1, 2]
  • InfektionenBei COPD: Lungenentzündung (Pneumonie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • AtemwegeAtembeschwerden (Dyspnoe), Verschlimmerung des Asthmas[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Blut und LymphsystemVerringerung der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Allgemeine BeschwerdenAnschwellen der Hände und Füße (periphere Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen mit Rötung und Schwellung an Lippen, Gesicht, Augen und Rachen[2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • HormonsystemBei hohen Dosen über lange Zeit: Funktionsstörungen der Nebennieren (Nebennierensuppression)[1, 2]
  • Laborwerte und UntersuchungenBei hohen Dosen über lange Zeit: Abnahme der Knochenmineraldichte[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
  • Muskeln, Knochen und GelenkeBei hohen Dosen über lange Zeit: Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen[1, 2]
  • AugenBei hohen Dosen über lange Zeit: erhöhter Augeninnendruck (Glaukom), Grauer Star (Katarakt)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Wie bei anderen Inhalationsbehandlungen können sich Kurzatmigkeit und pfeifende Atemgeräusche direkt nach der Anwendung verschlimmern. Beenden Sie die Anwendung dann sofort, nehmen Sie Ihren schnell wirksamen Bedarfsinhalator und suchen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1]. Laut Fachinformation ist eine plötzliche und zunehmende Verschlechterung von Asthma oder COPD potenziell lebensbedrohlich; dann ist eine dringende ärztliche Untersuchung nötig [2]. Bei COPD achten Sie auf Zeichen einer Lungenentzündung [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern steht morgens am Waschbecken im Bad und spült sich den Mund mit Wasser aus einem Glas aus
Bild: KI-generiert

Pilzinfektionen im Mund und Heiserkeit: Spülen Sie nach jeder Inhalation den Mund mit Wasser aus, gurgeln Sie mit Wasser oder putzen Sie die Zähne; das verringert das Risiko einer Pilzinfektion im Mund- und Rachenraum [1, 2]. Laut Fachinformation lassen sich so auch Heiserkeit und Pilzbefall mindern, und eine Pilzinfektion im Mund kann mit einem örtlich wirkenden Pilzmittel behandelt werden, während die Behandlung weiterläuft [2]. Mehr dazu auf der Seite Mundsoor.

Kopfschmerzen, Zittern, Herzklopfen: Steigern Sie die Dosis nicht selbst. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Bei Herzerkrankungen, niedrigem Kalium oder Diabetes ist besondere Vorsicht geboten; die Ärztin oder der Arzt kontrolliert möglicherweise Kalium und Blutzucker [1, 2].

Richtig inhalieren: Wenn es Ihnen schwerfällt, den Sprühstoß beim Einatmen auszulösen, können Sie die in der Packungsbeilage genannte Inhalierhilfe (Spacer) benutzen; fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke danach [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden oder vor Kurzem angewendet haben, auch über rezeptfreie [1]. Die Anwendung von Betablockern (auch als Augentropfen) sollte laut Packungsbeilage vermieden werden; ist sie zwingend erforderlich, ist mit einer Abschwächung oder Hemmung der Wirkung von Formoterol zu rechnen [1, 2]. Mehrere Arzneimittelgruppen können zusammen mit Formoterol das EKG verändern, den Kaliumspiegel senken oder Herzrhythmusstörungen begünstigen; ist eine Narkose geplant, sollten Sie das Präparat je nach Narkoseart unter Umständen mindestens 12 Stunden vorher nicht mehr anwenden [1, 2].

Wechselwirkungen von Beclometason/Formoterol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Betablocker, auch als AugentropfenWirkung von Formoterol kann abgeschwächt oder gehemmt werden[1, 2]Anwendung sollte vermieden werden
Andere beta-adrenerge Arzneimittel, die wie Formoterol wirken, und TheophyllinWirkung von Formoterol kann sich verstärken[1, 2]Laut Fachinformation Vorsicht bei gleichzeitiger Verordnung
Bestimmte Mittel gegen HIV wie Ritonavir oder Cobicistat (starke CYP3A-Hemmer)Können die Wirkungen verstärken; Kortison-Wirkungen im ganzen Körper nicht ausgeschlossen[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt überwacht möglicherweise sorgfältig
Chinidin, Disopyramid oder Procainamid (gegen Herzrhythmusstörungen), Antihistaminika, MAO-Hemmer wie Phenelzin und Isocarboxazid, trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin und Imipramin, PhenothiazineVeränderungen im EKG (QTc-Verlängerung); höheres Risiko für Herzrhythmusstörungen der Herzkammern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
L-Dopa (gegen Parkinson), L-Thyroxin (gegen Schilddrüsenunterfunktion), Oxytocin, AlkoholKönnen die Verträglichkeit des Herzens gegenüber Formoterol beeinträchtigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
MAO-Hemmer, auch Wirkstoffe mit ähnlichen Eigenschaften wie Furazolidon und ProcarbazinBlutdruckanstieg möglich[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Digitalisglykoside (Herzmittel)Senkung des Kaliumspiegels; höhere Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Theophyllin, Aminophyllin oder Steroide (gegen Asthma) und Diuretika (Entwässerungsmittel)Abfall der Kaliumwerte möglich[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt misst möglicherweise die Kaliumwerte
Narkosemittel mit halogenierten KohlenwasserstoffenErhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2]Laut Fachinformation mindestens 12 Stunden vor einer solchen Narkose nicht mehr anwenden
Disulfiram oder MetronidazolLaut Fachinformation theoretisch mögliche Wechselwirkung mit dem enthaltenen Ethanol bei besonders empfindlichen Menschen[2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Beclometason/Formoterol nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Sind Sie allergisch gegen einen der Wirkstoffe oder sonstigen Bestandteile, dürfen Sie das Präparat nicht anwenden; Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist die Anwendung nicht erlaubt [1, 2]. Trifft einer der Punkte unter "Besondere Vorsicht bei" auf Sie zu, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie mit der Anwendung beginnen [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Beclometasondipropionat, Formoterolfumarat-Dihydrat oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Herzprobleme wie Angina pectoris, kürzlich aufgetretener Herzinfarkt, Herzschwäche, koronare Herzkrankheit, Erkrankung der Herzklappen oder hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM)[1, 2]
  • Verengung der Arterien (Arteriosklerose), Bluthochdruck oder Aneurysma (krankhafte Erweiterung der Gefäßwand)[1, 2]
  • Herzrhythmusstörungen wie beschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag oder Auffälligkeiten im EKG; laut Fachinformation auch bei bekannter oder vermuteter Verlängerung des QTc-Intervalls, die Formoterol selbst hervorrufen kann[1, 2]
  • Schilddrüsenüberfunktion[1, 2]
  • Niedrige Kaliumwerte im Blut: Formoterol kann einen starken Abfall des Kaliumspiegels verursachen; besonders bei schwerem Asthma ist Vorsicht geboten; die Ärztin oder der Arzt misst möglicherweise von Zeit zu Zeit die Kaliumwerte[1, 2]
  • Leber- oder Nierenerkrankung; laut Fachinformation liegen dazu keine Daten vor[1, 2]
  • Diabetes: Bei der Inhalation hoher Dosen Formoterol kann der Blutzucker steigen; zu Beginn und während der Behandlung sind möglicherweise zusätzliche Blutzuckerkontrollen nötig[1, 2]
  • Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom)[1, 2]
  • Geplante Narkose: je nach Narkoseart unter Umständen mindestens 12 Stunden vorher nicht mehr anwenden[1, 2]
  • Lungentuberkulose, auch in der Vorgeschichte, Pilzinfektionen oder virale Infektionen der Atemwege[1, 2]
  • Wenn Sie aus bestimmten Gründen Alkohol meiden müssen: Das Präparat enthält eine geringe Menge Ethanol[1, 2]
  • Längere Behandlung mit höheren Dosen: In Stresssituationen wie nach einem Unfall, bei einer schweren Verletzung oder vor einer Operation kann der Bedarf an Kortikosteroiden erhöht sein; die Ärztin oder der Arzt entscheidet über eine zusätzliche Gabe[1, 2]
  • COPD: Laut Fachinformation sind derzeitiges Rauchen, höheres Alter, niedriger Body-Mass-Index und eine schwere COPD Risikofaktoren für eine Lungenentzündung[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen; Embryotox bewertet Beclometason und Formoterol als Einzelwirkstoffe [1, 2, 3, 4]. Allgemeine Hinweise finden Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Zur Anwendung in der Schwangerschaft liegen keine klinischen Daten vor. Das Präparat sollte nicht angewendet werden, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder planen, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt es. Laut Fachinformation ist wegen der wehenhemmenden Wirkung von Beta-2-Sympathomimetika eine Anwendung kurz vor der Entbindung besonders sorgfältig abzuwägen; Formoterol sollte in der Schwangerschaft und besonders am Ende der Schwangerschaft oder während der Wehen nicht empfohlen werden, es sei denn, es gibt keine bewährte (sicherere) Alternative.[1, 2]

Embryotox bewertet die beiden Wirkstoffe einzeln: Beclometason kann inhalativ im Rahmen des Asthma-Stufenplans sowohl bei Planung als auch während der Schwangerschaft eingesetzt werden; Formoterol darf gemäß der Asthma-Stufentherapie verwendet werden. Um Asthma-bedingte Schwangerschaftsrisiken zu verringern, empfiehlt Embryotox während der gesamten Schwangerschaft eine optimale Krankheitskontrolle und eine engmaschige Betreuung in Frauenheilkunde und Lungenheilkunde.[3, 4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Das Präparat sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt es. Laut Fachinformation ist anzunehmen, dass Beclometasondipropionat wie andere Kortikosteroide in die Muttermilch übergeht; Formoterol wurde in der Milch von Tieren nachgewiesen. Eine Anwendung kommt nur infrage, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken übersteigt.[1, 2]

Laut Embryotox kann Beclometason inhalativ in der Stillzeit angewendet werden. Zu Formoterol in der Stillzeit liegen keine veröffentlichten Erfahrungen vor; es darf laut Embryotox indikationsgerecht im Rahmen der Asthma-Stufentherapie verwendet werden. Beschwerden bei gestillten Säuglingen wurden für beide Wirkstoffe bisher nicht beschrieben.[3, 4]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Das Präparat enthält eine geringe Menge Alkohol (Ethanol); die Menge in zwei Sprühstößen entspricht weniger als 1 ml Bier oder Wein und hat keine wahrnehmbaren Auswirkungen. Getrunkener Alkohol kann die Verträglichkeit des Herzens gegenüber Formoterol beeinträchtigen. Müssen Sie Alkohol aus bestimmten Gründen meiden, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Ein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen ist unwahrscheinlich; laut Fachinformation besteht kein oder ein zu vernachlässigender Einfluss.[1, 2]

Einnahme

Vor der ersten Anwendung und nach 14 oder mehr Tagen ohne Gebrauch einen Sprühstoß in die Luft abgeben und den Dosiszähler prüfen. Möglichst aufrecht stehend oder sitzend inhalieren: langsam und tief ausatmen, das Mundstück mit den Lippen umschließen, langsam und tief durch den Mund einatmen und kurz nach Beginn des Einatmens auf den Inhalator drücken, den Atem so lange wie möglich anhalten und langsam ausatmen. Für einen weiteren Sprühstoß etwa eine halbe Minute warten.[1]

Nach jeder Inhalation den Mund mit Wasser ausspülen, mit Wasser gurgeln oder die Zähne putzen, um das Risiko einer Pilzinfektion im Mund- und Rachenraum zu verringern. Wer Schwierigkeiten hat, beim Einatmen auszulösen, kann die in der Packungsbeilage genannte Inhalierhilfe (Spacer) benutzen.[1, 2]

Den Inhalator einmal wöchentlich innen und außen mit einem sauberen, trockenen Tuch abwischen, ohne Wasser und ohne das Druckbehältnis herauszunehmen. Zeigt der Dosiszähler 20, einen neuen Inhalator besorgen; bei 0 nicht mehr verwenden. Nach Erhalt aus der Apotheke nicht über 25 °C lagern und nicht länger als 3 Monate verwenden.[1]

Anwendung vergessen: baldmöglichst nachholen; ist die nächste Dosis schon fast fällig, nur die nächste Dosis zum vorgesehenen Zeitpunkt anwenden, nicht die doppelte Dosis.[1]

Absetzen

Verringern Sie die Dosis nicht eigenmächtig und beenden Sie die Anwendung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, auch wenn Sie sich besser fühlen; wenden Sie das Präparat regelmäßig an, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Laut Fachinformation sollte die Anwendung nicht abrupt beendet werden; sind die Asthmabeschwerden unter Kontrolle, kann die Ärztin oder der Arzt eine schrittweise Verringerung der Dosis erwägen.[1, 2]

Überdosierung

Eine Überdosierung mit Formoterol kann Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Veränderungen im EKG, Kopfschmerzen, Zittern, Schläfrigkeit, eine Übersäuerung des Blutes, erniedrigte Kaliumwerte und erhöhte Blutzuckerwerte hervorrufen; die Ärztin oder der Arzt prüft möglicherweise Kalium und Blutzucker. Eine akute Überdosierung von Beclometasondipropionat kann zu vorübergehenden Funktionsstörungen der Nebennieren führen, die sich innerhalb weniger Tage von allein zurückbilden. Wenden Sie sich bei solchen Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die Dosis für die COPD und für zwei Behandlungsweisen bei Asthma: mit separatem Bedarfsinhalator oder als einziger Asthmainhalator, jeweils mit einer Höchstzahl an Inhalationen am Tag [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Behandlungsweise und Dosis für Sie gilt, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; bei Asthma wird die Behandlung auf die niedrigste Dosis eingestellt, unter der die Beschwerden wirksam kontrolliert bleiben [1].

Anwendung und Absetzen

Wenden Sie das Präparat immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an und lassen Sie sich regelmäßig untersuchen [1]. Vor der ersten Anwendung und nach 14 oder mehr Tagen ohne Gebrauch geben Sie einen Sprühstoß in die Luft ab und prüfen den Dosiszähler. Inhalieren Sie möglichst aufrecht: langsam und tief ausatmen, das Mundstück mit den Lippen umschließen, langsam und tief durch den Mund einatmen, kurz nach Beginn des Einatmens auf den Inhalator drücken und den Atem so lange wie möglich anhalten [1]. Entweicht Nebel oben aus dem Inhalator oder seitlich aus dem Mund, ist der Wirkstoff nicht wie vorgesehen in die Lunge gelangt; inhalieren Sie dann einen weiteren Sprühstoß [1].

Wenden Sie das Präparat regelmäßig an, auch wenn Sie keine Beschwerden haben, und tragen Sie Ihren Bedarfsinhalator stets bei sich [1]. Verringern Sie die Dosis nicht eigenmächtig und beenden Sie die Anwendung nicht ohne Rücksprache, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen [1]. Müssen Sie ins Krankenhaus, nehmen Sie alle Arzneimittel und Inhalatoren mit [1]. Nach einer längeren Behandlung mit höheren Dosen kann in Stresssituationen wie einer Operation zusätzliches Kortison nötig sein; darüber entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1, 2].

Präparate mit Beclometason und Formoterol

Die Kombination gibt es als Dosieraerosol und als Pulverinhalator in verschiedenen Stärken, unter anderem als Foster und als Generika. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß [1, 2]. Für andere Stärken und Inhalatoren gelten eigene Packungsbeilagen. Eine weitere Kombination aus Kortikosteroid und Formoterol ist Budesonid/Formoterol; ein kurz wirksames Bedarfsspray ist zum Beispiel Salbutamol.

Präparate mit Beclometason/Formoterol
PräparatAnbieterHinweis
Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoßratiopharm GmbHDruckgasinhalation (Dosieraerosol); Grundlage dieser Seite
Beclometason/Formoterol-ratiopharm 200 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoßratiopharm GmbHDruckgasinhalation (Dosieraerosol)
Foster 100/6 und 200/6 Mikrogramm DruckgasinhalationChiesi GmbHDruckgasinhalation (Dosieraerosol)
Foster NEXThaler 100/6 und 200/6 Mikrogramm pro DosisChiesi GmbHPulver zur Inhalation

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß Druckgasinhalation, Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß Druckgasinhalation, Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Beclometason. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Embryotox Embryotox: Formoterol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  5. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Beclometason und Formoterol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Beclometason/Formoterol (Foster) eingesetzt?

Das Kombinationspräparat ist für Erwachsene zugelassen: zur regelmäßigen Behandlung von Asthma, wenn inhalatives Kortison und ein Bedarfsspray nicht ausreichen oder wenn das Asthma mit beiden Wirkstoffgruppen bereits gut eingestellt ist, und zur Behandlung der Beschwerden einer schweren COPD. Laut Fachinformation ist es nicht zur einleitenden Behandlung von Asthma bestimmt.

Warum soll ich nach dem Inhalieren den Mund ausspülen?

Pilzinfektionen in Mund, Rachen oder Speiseröhre gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Um das Risiko zu verringern, sollen Sie nach jeder Inhalation den Mund mit Wasser ausspülen, mit Wasser gurgeln oder die Zähne putzen. Laut Fachinformation lässt sich so auch die Heiserkeit mindern. Eine Pilzinfektion im Mund kann ärztlich behandelt werden, während Sie das Spray weiter anwenden.

Darf ich Beclometason/Formoterol auch bei akuter Atemnot nehmen?

Das hängt davon ab, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es verordnet hat: Es gibt die regelmäßige Anwendung zusammen mit einem separaten Bedarfsinhalator und die Anwendung als einziger Inhalator, also auch bei plötzlichen Beschwerden. Halten Sie sich an die Verordnung. Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage". Brauchen Sie den Bedarfsinhalator häufiger oder hilft er nicht, suchen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

Kann Beclometason/Formoterol eine Lungenentzündung auslösen?

Bei Menschen mit COPD gehört eine Lungenentzündung zu den häufigen Nebenwirkungen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Fieber oder Schüttelfrost, mehr oder verfärbten Schleim, stärkeren Husten oder mehr Atembeschwerden bemerken. Laut Fachinformation sind derzeitiges Rauchen, höheres Alter, niedriges Körpergewicht im Verhältnis zur Größe und eine schwere COPD Risikofaktoren.

Darf ich Beclometason/Formoterol in der Schwangerschaft anwenden?

Laut Packungsbeilage sollte das Präparat in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, außer Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt es; klinische Daten zur Kombination fehlen. Nach Bewertung des Beratungszentrums Embryotox können die Einzelwirkstoffe Beclometason und Formoterol im Rahmen der Asthma-Stufentherapie in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Besprechen Sie Ihre Asthmabehandlung bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann ich das Spray einfach absetzen, wenn es mir besser geht?

Nein. Verringern Sie die Dosis nicht eigenmächtig und beenden Sie die Anwendung nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben, auch wenn Sie sich besser fühlen. Laut Fachinformation sollte die Behandlung nicht abrupt beendet werden; sind die Beschwerden unter Kontrolle, kann die Ärztin oder der Arzt eine schrittweise Verringerung erwägen.

Was ist der Unterschied zwischen Foster und Generika?

Foster und Generika wie Beclometason/Formoterol-ratiopharm enthalten dieselben Wirkstoffe, Beclometasondipropionat und Formoterol. Stärken, Inhalatoren und Hilfsstoffe können sich unterscheiden; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100/6 Mikrogramm.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Budesonid

    Budesonid ist ein Kortison zum Inhalieren gegen Asthma, auch als Kapsel und Nasenspray.

  • Medikamente Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin)

    ASS wirkt gegen Schmerzen und Fieber und hemmt niedrig dosiert die Blutplättchen.

  • Medikamente Apixaban (Eliquis)

    Apixaban (Eliquis) hemmt die Blutgerinnung.

  • Werkzeuge Fragen fürs Arztgespräch

    Fragen für Arzttermin, Aufklärung oder Impfung nach Anlass auswählen, eigene ergänzen und ausdrucken.