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Budesonid/Formoterol: Nebenwirkungen und Wirkung
Budesonid/Formoterol ist eine verschreibungspflichtige Kombination aus einem Kortison und einem lang wirksamen Bronchienerweiterer zum Inhalieren. Sie wird bei Asthma ab 12 Jahren und bei schwerer COPD von Erwachsenen angewendet. Häufig sind Herzklopfen, Muskelzittern, Kopfschmerzen, Soor im Mund sowie leichte Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit. Bei Schwellungen im Gesicht mit Atemschwierigkeiten oder plötzlichem Keuchen direkt nach dem Inhalieren brechen Sie die Anwendung ab und sprechen sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]
- Häufig: Leichtes oder starkes Muskelzittern (Tremor)[1, 2]
- Häufig: Pilzinfektion (Soor) im Mund; laut Fachinformation Candida-Infektionen des Mund-Rachen-Raums[1, 2]
- Häufig: Leichte Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit; laut Fachinformation leichte Reizungen im Rachen und Stimmstörung (Dysphonie)[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Bei COPD: Lungenentzündung (Pneumonie)[1, 2]
Wofür wird Budesonid/Formoterol eingesetzt?
Budesonid/Formoterol ist ein verschreibungspflichtiges Kombinationspräparat aus der Gruppe der Asthma- und COPD-Medikamente zum Inhalieren [6]. Es enthält das Kortison Budesonid und den lang wirksamen Bronchienerweiterer Formoterol [1]. Bei Asthma wird es bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren regelmäßig angewendet, wenn das Asthma mit einem Kortison zum Inhalieren und einem kurz wirksamen Bedarfsmittel nicht ausreichend eingestellt ist oder wenn es mit einem Kortison und einem lang wirksamen Bronchienerweiterer bereits gut eingestellt ist [1, 2]. Laut Fachinformation ist es nicht für die erste Behandlung von Asthma bestimmt und bei nur leichtem Asthma keine angemessene Behandlung [2].
Bei schwerer COPD wird es ausschließlich bei Erwachsenen eingesetzt, um die Beschwerden zu behandeln [1]. Die Fachinformation nennt dafür eine Einsekundenkapazität (FEV1) unter 70 Prozent des Sollwerts nach Bronchienerweiterung, wiederholte Verschlechterungen in der Vorgeschichte und erhebliche Beschwerden trotz regelmäßiger Behandlung mit lang wirksamen Bronchienerweiterern [2].
Bei Asthma gibt es zwei Arten der Anwendung: entweder täglich zusammen mit einem separaten Inhalator für den Bedarfsfall, zum Beispiel mit Salbutamol, oder als einziger Asthmainhalator, der täglich und zusätzlich bei Beschwerden angewendet wird [1, 2]. Welche Form für Sie gilt, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Die Angaben auf dieser Seite stammen aus der Produktinformation von DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm, also aus Packungsbeilage und Fachinformation [1, 2]. Laut Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) ist DuoResp Spiromax ein Hybridarzneimittel: Es ähnelt dem Referenzarzneimittel Symbicort Turbohaler mit denselben Wirkstoffen, wird aber mit einem anderen Inhalator angewendet [3]. Für die Stärken 160/4,5 Mikrogramm und 320/9 Mikrogramm wurde nachgewiesen, dass DuoResp Spiromax eine mit den entsprechenden Stärken von Symbicort Turbohaler vergleichbare Qualität hat und mit ihm bioäquivalent ist, also im Körper zu denselben Wirkstoffkonzentrationen führt; deshalb geht die EMA von gleichem Nutzen und gleichen Risiken aus [3]. Für Symbicort selbst gilt dessen eigene Packungsbeilage.
Wie wirkt Budesonid/Formoterol?
Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich: Budesonid gehört zu den Kortikosteroiden; es verringert und verhindert Schwellungen und Entzündungen in der Lunge. Formoterol ist ein lang wirksamer Beta-2-Agonist, der die glatte Muskulatur der Atemwege entspannt und die Atemwege so öffnet [1, 2]. Die bronchienerweiternde Wirkung von Formoterol setzt laut Fachinformation innerhalb von 1 bis 3 Minuten ein und hält nach einer einzelnen Dosis mindestens 12 Stunden an [2]. Inhaliertes Budesonid erreicht seine höchste Konzentration im Blut innerhalb von 30 Minuten, inhaliertes Formoterol innerhalb von 10 Minuten [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von DuoResp Spiromax eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Weil das Präparat zwei Wirkstoffe enthält, können die von beiden bekannten Nebenwirkungen auftreten; zusammen angewendet war die Nebenwirkungsrate laut Fachinformation nicht erhöht. Am häufigsten sind die für Beta-2-Agonisten typischen Nebenwirkungen wie Zittern und Herzklopfen; sie sind meistens leicht und verschwinden in der Regel nach einigen Behandlungstagen [2]. Kortison zum Inhalieren kann die Bildung von Steroidhormonen im Körper beeinflussen, besonders bei hohen Dosen über lange Zeit; diese Wirkungen sind sehr selten und treten bei inhalativen Kortikosteroiden sehr viel seltener auf als bei Kortison-Tabletten [1]. In einer Studie über 3 Jahre mit inhaliertem Budesonid bei COPD traten Blutergüsse der Haut bei 10 Prozent auf (Placebo 4 Prozent) und Lungenentzündungen bei 6 Prozent (Placebo 3 Prozent) [2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- HerzHerzklopfen (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- NervensystemLeichtes oder starkes Muskelzittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
- InfektionenPilzinfektion (Soor) im Mund; laut Fachinformation Candida-Infektionen des Mund-Rachen-Raums[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- AtemwegeLeichte Halsschmerzen, Husten und Heiserkeit; laut Fachinformation leichte Reizungen im Rachen und Stimmstörung (Dysphonie)[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- InfektionenBei COPD: Lungenentzündung (Pneumonie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- PsycheGefühl von Ruhelosigkeit, Nervosität, Aufregung, Ängstlichkeit oder Wut; laut Fachinformation Aggression, psychomotorische Hyperaktivität und Angst[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätAngstAggressivität und Reizbarkeit
- PsycheSchlafstörungen[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemSchwindelgefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- HautBlutergüsse[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSofortige und verzögerte allergische Reaktionen, etwa Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Hautentzündung (Dermatitis), Schwellung des Gesichts, besonders um den Mund, mit Atemschwierigkeiten (Angioödem) und anaphylaktische Reaktion[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsuchtJuckreizSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- AtemwegeAnspannung der Atemwegsmuskulatur (Bronchospasmus) mit Keuchen und Kurzatmigkeit[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Kaliumspiegel im Blut (Hypokaliämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- HerzUnregelmäßiger Herzschlag; laut Fachinformation Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie und Extrasystolen[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- AtemwegePlötzliches, unerwartetes Keuchen oder Kurzatmigkeit sofort nach dem Inhalieren (paradoxer Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- PsycheDepression; Verhaltensänderungen, insbesondere bei Kindern[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- HerzSchmerzen oder Engegefühl in der Brust (Angina pectoris)[1, 2]
- HerzStörung der elektrischen Erregung des Herzens ohne Beschwerden (Verlängerung des QTc-Intervalls)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Blutzucker (Hyperglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- NervensystemGeschmacksveränderung, z. B. unangenehmer Geschmack im Mund[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- Gefäße und KreislaufVeränderungen des Blutdrucks (Blutdruckschwankungen)[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegNiedriger Blutdruck
- Muskeln, Knochen und GelenkeVeränderung der Mineraldichte der Knochen (Schwächung der Knochen)[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- AugenTrübung der Augenlinse (Katarakt) und erhöhter Augeninnendruck (Glaukom)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HormonsystemVerlangsamtes Wachstum bei Kindern und Jugendlichen[1, 2]
- HormonsystemUnterdrückung der Nebennierenfunktion; mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, Schwäche, Magenprobleme einschließlich Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen und Durchfall, Dunkelfärbung der Haut und Gewichtsverlust[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)DurchfallMüdigkeitÜbelkeitErbrechenBauchschmerzenGewichtsabnahmePigmentstörungen der Haut
- HormonsystemCushing-Syndrom (Krankheitsbild durch zu viel Kortison im Körper)[2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Geraten Sie während der Anwendung außer Atem oder fangen an zu keuchen, wenden Sie das Präparat laut Packungsbeilage weiter an, suchen aber so bald wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf; möglicherweise brauchen Sie zusätzliche Arzneimittel [1]. Eine plötzliche und fortschreitende Verschlechterung von Asthma oder COPD ist laut Fachinformation potenziell lebensgefährlich und erfordert eine dringende ärztliche Untersuchung [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Soor im Mund: Spülen Sie nach jeder Anwendung den Mund mit Wasser aus und spucken Sie das Wasser aus. Soor kommt dann seltener vor [1]. Tritt dennoch eine Pilzinfektion im Mund-Rachen-Raum auf, sollten Sie laut Fachinformation auch nach den Inhalationen im Bedarfsfall den Mund ausspülen; eine solche Infektion spricht normalerweise auf Pilzmittel an, ohne dass das Kortison abgesetzt werden muss [2]. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Mundsoor.
Herzklopfen und Zittern: Herzklopfen und Muskelzittern sind normalerweise leicht und klingen gewöhnlich ab, wenn Sie die Behandlung fortsetzen [1]. Halten sie an oder belasten sie Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Laborwerte: Hohe Dosen von Beta-2-Agonisten können den Kaliumspiegel senken; bei instabilem oder akutem schwerem Asthma empfiehlt die Fachinformation regelmäßige Kontrollen des Kaliumspiegels. Bei Diabetes sollte eine zusätzliche Kontrolle des Blutzuckers erwogen werden [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Das gilt besonders für Betablocker, auch als Augentropfen: Sie können die Wirkung von Formoterol schwächen oder hemmen [1, 2]. Starke Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4, etwa bestimmte Pilzmittel, Antibiotika und HIV-Mittel, erhöhen den Budesonid-Spiegel im Blut wahrscheinlich deutlich; die gleichzeitige Anwendung sollte laut Fachinformation vermieden werden [2]. Ist eine Narkose geplant, auch bei einer Zahn- oder Kieferbehandlung, sagen Sie vorher Bescheid [1]; mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Betablocker, auch als Augentropfen (z. B. Timolol) | Können laut Fachinformation die Wirkung von Formoterol schwächen oder hemmen[1, 2] | Laut Fachinformation nicht gemeinsam geben, solange keine zwingenden Gründe vorliegen |
| Starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol, Posaconazol, Clarithromycin, Telithromycin, Nefazodon und HIV-Proteasehemmer wie Ritonavir; auch Cobicistat | Budesonid-Spiegel im Blut steigt wahrscheinlich deutlich; höheres Risiko für Kortison-Nebenwirkungen im ganzen Körper[1, 2] | Laut Fachinformation gleichzeitige Anwendung vermeiden; die Ärztin oder der Arzt überwacht möglicherweise sorgfältig |
| Chinidin, Disopyramid, Procainamid, Phenothiazine, Antihistaminika (Terfenadin) und trizyklische Antidepressiva | Können das QTc-Intervall verlängern und das Risiko für Herzrhythmusstörungen der Herzkammern erhöhen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| L-Dopa, L-Thyroxin, Oxytocin und Alkohol | Können die Verträglichkeit des Herzens gegenüber Beta-2-Sympathomimetika beeinträchtigen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| MAO-Hemmer und Mittel mit ähnlichen Eigenschaften wie Furazolidon und Procarbazin | Blutdruckanstieg (hypertensive Reaktionen) möglich[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Narkosemittel mit halogenierten Kohlenwasserstoffen | Erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Eine geplante Narkose, auch bei einer Zahn- oder Kieferbehandlung, vorher mitteilen |
| Xanthine (Theophyllin, Aminophyllin), Steroide und Entwässerungsmittel (Diuretika, z. B. Furosemid) | Können die kaliumsenkende Wirkung von Beta-2-Agonisten verstärken[1, 2] | Laut Fachinformation unter bestimmten Umständen regelmäßige Kontrolle des Kaliumspiegels |
| Digitalisglykoside wie Digoxin | Ein niedriger Kaliumspiegel kann die Neigung zu Herzrhythmusstörungen erhöhen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Andere Bronchienerweiterer (z. B. Salbutamol) und anticholinerge Mittel | Möglicherweise zusätzliche bronchienerweiternde Wirkung[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Budesonid/Formoterol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1]. Nehmen Sie bereits Kortison-Tabletten, verringert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt deren Zahl, sobald Sie mit dem Inhalieren beginnen. Danach können Sie sich allgemein unwohl fühlen, obwohl sich die Beschwerden in der Brust vielleicht bessern [1]. Laut Fachinformation kann das Risiko einer eingeschränkten Nebennierenfunktion nach der Umstellung von Kortison-Tabletten über längere Zeit bestehen bleiben [2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Diabetes; laut Fachinformation sollte eine zusätzliche Blutzuckerkontrolle erwogen werden[1, 2]
- Lungeninfektion; laut Fachinformation auch offene oder geschlossene Lungentuberkulose, Pilzinfektionen (Mykosen) und virale Infektionen der Atemwege[1, 2]
- Hoher Blutdruck oder Herzprobleme, auch unregelmäßiger Herzschlag, sehr schneller Puls, Verengung der Arterien oder Herzschwäche; laut Fachinformation Vorsicht bei verlängertem QTc-Intervall, das Formoterol selbst hervorrufen kann[1, 2]
- Probleme mit der Schilddrüse oder den Nebennieren; laut Fachinformation auch Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose) und Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom)[1, 2]
- Niedriger Kaliumspiegel im Blut; hohe Dosierungen von Beta-2-Agonisten können laut Fachinformation zu einer möglicherweise schweren Hypokaliämie führen[1, 2]
- Schwere Leberprobleme; laut Fachinformation sind bei schwerer Leberzirrhose erhöhte Blutspiegel zu erwarten[1, 2]
- Regelmäßiger Alkoholkonsum[1]
- Umstellung von Kortison-Tabletten: Die Ärztin oder der Arzt verringert die Zahl der Tabletten; nach langer Einnahme sind möglicherweise von Zeit zu Zeit Bluttests nötig. Bei Atemwegsinfektionen oder vor Operationen kann die Ärztin oder der Arzt zusätzlich Kortison-Tabletten erwägen[1]
- Längere Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit inhalativen Kortikoiden: laut Fachinformation regelmäßige Kontrolle der Körpergröße empfohlen[2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Das Präparat enthält Lactose; laut Fachinformation sollten Menschen mit der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption es nicht anwenden[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alkohol, Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 4, 5]. Allgemeine Hinweise finden Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Wenden Sie das Präparat in der Schwangerschaft nicht an, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie nicht ausdrücklich dazu angewiesen hat. Werden Sie während der Anwendung schwanger, brechen Sie die Anwendung nicht ab, sondern wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Laut Fachinformation liegen für die Kombination keine Daten aus Schwangerschaften vor. Daten von etwa 2.000 Schwangerschaften deuten nicht auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko durch inhaliertes Budesonid hin; zu Formoterol liegen keine ausreichenden Daten vor. Die Kombination sollte nur angewendet werden, wenn der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt, und mit der niedrigsten wirksamen Budesonid-Dosis.[2]
Embryotox stuft Budesonid und Formoterol jeweils als Medikament der Wahl ein, mit sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung: Budesonid kann inhalativ im Rahmen des Asthma-Stufenplans bei Planung und während der Schwangerschaft eingesetzt werden; Formoterol darf gemäß der Asthma-Stufentherapie verwendet werden. Um asthmabedingte Schwangerschaftsrisiken zu verringern, empfiehlt Embryotox eine optimale Krankheitskontrolle und eine engmaschige gynäkologische und lungenfachärztliche Betreuung.[4, 5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Wenden Sie das Präparat in der Stillzeit nicht an, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie nicht ausdrücklich dazu angewiesen hat. Laut Fachinformation geht Budesonid in die Muttermilch über, bei therapeutischen Dosen sind aber keine Auswirkungen auf den Säugling zu erwarten; ob Formoterol beim Menschen in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt. Die Anwendung in der Stillzeit sollte laut Fachinformation nur in Betracht gezogen werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als jedes mögliche Risiko für das Kind.[1, 2]
Laut Embryotox kann Budesonid inhalativ in der Stillzeit angewendet werden, und Formoterol darf in der Stillzeit indikationsgerecht im Rahmen der Asthma-Stufentherapie verwendet werden. Beschwerden bei gestillten Säuglingen wurden für beide Wirkstoffe nicht beschrieben; zu Formoterol liegen laut Embryotox keine publizierten Erfahrungen aus der Stillzeit vor.[4, 5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Informieren Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie regelmäßig Alkohol trinken. Laut Fachinformation kann Alkohol die Verträglichkeit des Herzens gegenüber Beta-2-Sympathomimetika wie Formoterol beeinträchtigen.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Das Präparat hat wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Werkzeugen oder Maschinen; laut Fachinformation besteht kein oder ein zu vernachlässigender Einfluss.[1, 2]
Einnahme
Jeden Tag anwenden, auch wenn Sie gerade keine Beschwerden haben. Vor der ersten Anwendung die Folienverpackung öffnen, am Zählwerk prüfen, dass 120 Inhalationen vorhanden sind, und das Entnahmedatum auf das Etikett schreiben; den Inhalator vor der Anwendung nicht schütteln.[1]
So wird inhaliert: Inhalator mit der Kappe des Mundstücks nach unten halten und die Kappe aufklappen, bis es laut klickt; sanft ausatmen, nicht durch den Inhalator; das Mundstück zwischen die Zähne nehmen, ohne zu beißen, die Lippen fest schließen, die Lufteinlässe nicht verdecken und so tief und kräftig wie möglich durch den Mund einatmen; den Atem 10 Sekunden oder so lange wie angenehm anhalten, sanft ausatmen und die Kappe schließen.[1]
Nach jeder Dosis den Mund mit Wasser ausspülen und das Wasser ausspucken. Laut Fachinformation sollte bei einer Candida-Infektion im Mund-Rachen-Raum der Mund auch nach den Inhalationen im Bedarfsfall ausgespült werden.[1, 2]
Den Inhalator für den Bedarfsfall immer bei sich tragen, bei Anwendung als einziger Asthmainhalator das Präparat selbst. Zeigt das Zählwerk rote Zahlen (ab 20 verbleibenden Inhalationen), einen neuen Inhalator verordnen lassen; innerhalb eines Jahres nach Entnahme aus der Folienverpackung verwenden.[1]
Anwendung vergessen: nachholen, sobald Sie daran denken; steht die nächste Dosis kurz bevor, zur gewohnten Zeit inhalieren und nicht die doppelte Menge anwenden.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Anwendung nicht ab, ohne vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu informieren. Laut Fachinformation wird empfohlen, die Dosis beim Beenden schrittweise zu verringern; die Behandlung sollte nicht abrupt beendet werden.[1, 2]
Überdosierung
Die häufigsten Beschwerden nach einer zu großen Menge sind Zittern, Kopfschmerzen oder schneller Herzschlag; wenden Sie sich dann an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal. Laut Fachinformation wurden in einzelnen Fällen außerdem erhöhter Blutzucker, ein niedriger Kaliumspiegel, ein verlängertes QTc-Intervall, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit und Erbrechen berichtet; bei Überdosierung über längere Zeit sind Kortison-Wirkungen im ganzen Körper möglich.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die Zahl der Inhalationen getrennt für Asthma mit separatem Bedarfsinhalator, Asthma mit dem Präparat als einzigem Inhalator und COPD; die Fachinformation ergänzt Angaben für ältere Menschen und eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Ändern Sie die Zahl der verordneten Inhalationen nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben [1].
Einnahme und Absetzen
Wenden Sie Budesonid/Formoterol jeden Tag an, auch wenn Sie gerade keine Beschwerden haben; bei Asthma überprüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt regelmäßig Ihre Beschwerden [1]. Schütteln Sie den Inhalator vor der Anwendung nicht, atmen Sie nicht durch ihn aus und verdecken Sie beim Einatmen nicht die Lufteinlässe [1, 2]. Tragen Sie den Inhalator für den Bedarfsfall immer bei sich [1].
Brechen Sie die Anwendung nicht ab, ohne vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu informieren [1]. Laut Fachinformation sollte die Dosis beim Beenden schrittweise verringert und die Behandlung nicht abrupt beendet werden; ist das Asthma gut kontrolliert, kann die Ärztin oder der Arzt die Dosis allmählich reduzieren [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Budesonid/Formoterol
Budesonid/Formoterol gibt es als Pulver zur Inhalation in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm [1, 2]. Für die Kombination aus Beclometason und Formoterol gibt es eine eigene Seite: Beclometason/Formoterol.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm | Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH) | Pulver zur Inhalation; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| DuoResp Spiromax 320 Mikrogramm/9 Mikrogramm | Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH) | Pulver zur Inhalation; verschreibungspflichtig |
| Symbicort Turbohaler | Referenzarzneimittel von DuoResp Spiromax; verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm Pulver zur Inhalation. Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm Pulver zur Inhalation. Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation DuoResp Spiromax (Budesonid/Formoterol): Übersicht und Gründe für die Zulassung in der EU (EPAR-Zusammenfassung). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 05/2021. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Budesonid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Formoterol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Budesonid und Formoterol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Symbicort und DuoResp Spiromax?
Beide enthalten die Wirkstoffe Budesonid und Formoterol. Laut Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) ist DuoResp Spiromax ein Hybridarzneimittel: Es ähnelt dem Referenzarzneimittel Symbicort Turbohaler, wird aber mit einem anderen Inhalator angewendet. Für die Stärken 160/4,5 Mikrogramm und 320/9 Mikrogramm wurde nachgewiesen, dass es eine mit den entsprechenden Stärken von Symbicort Turbohaler vergleichbare Qualität hat und bioäquivalent ist, also im Körper zu denselben Wirkstoffkonzentrationen führt. Die EMA geht deshalb von gleichem Nutzen und gleichen Risiken aus. Die Angaben dieser Seite stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation von DuoResp Spiromax; für Symbicort gilt dessen eigene Packungsbeilage.
Darf ich Budesonid/Formoterol bei plötzlicher Atemnot inhalieren?
Das hängt davon ab, wie es Ihnen verordnet wurde. Wird es als einziger Asthmainhalator verordnet, wenden Sie es laut Packungsbeilage täglich und zusätzlich bei Asthma-Beschwerden an. Haben Sie zusätzlich einen separaten Inhalator für den Bedarfsfall, behandeln Sie plötzliche Atemnot oder Keuchen mit diesem und nicht mit Budesonid/Formoterol. Wie viele Inhalationen höchstens vorgesehen sind, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation".
Warum soll ich nach dem Inhalieren den Mund ausspülen?
Soor, eine Pilzinfektion im Mund, gehört zu den häufigen Nebenwirkungen. Laut Packungsbeilage kommt er seltener vor, wenn Sie nach der Anwendung den Mund mit Wasser ausspülen. Spülen Sie nach jeder Dosis und spucken Sie das Wasser aus.
Kann Budesonid/Formoterol Herzklopfen oder Zittern auslösen?
Ja. Herzklopfen und leichtes oder starkes Muskelzittern gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Laut Packungsbeilage sind sie normalerweise leicht und klingen gewöhnlich ab, wenn die Behandlung fortgesetzt wird. Ein schneller Herzschlag ist gelegentlich, ein unregelmäßiger Herzschlag selten beschrieben.
Darf ich Budesonid/Formoterol in der Schwangerschaft anwenden?
Laut Packungsbeilage nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie ausdrücklich dazu angewiesen hat. Werden Sie während der Anwendung schwanger, brechen Sie die Anwendung nicht ab, sondern wenden sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité stuft Budesonid und Formoterol jeweils als Medikament der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Es empfiehlt, das Asthma während der gesamten Schwangerschaft optimal zu kontrollieren.
Darf ich Budesonid/Formoterol zusammen mit Betablockern nehmen?
Betablocker, auch als Augentropfen etwa gegen Grünen Star, können laut Fachinformation die Wirkung von Formoterol schwächen oder hemmen. Die Kombination sollte deshalb nicht gegeben werden, solange keine zwingenden Gründe dafür vorliegen. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Mittel, die Sie anwenden.
Ab welchem Alter ist Budesonid/Formoterol zugelassen?
DuoResp Spiromax wird bei Asthma bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren angewendet, bei schwerer COPD nur bei Erwachsenen ab 18 Jahren. Kindern unter 12 Jahren darf es laut Packungsbeilage nicht gegeben werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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