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COPD
Bei der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist die Lunge laut IQWiG dauerhaft geschädigt, und die Atemwege sind verengt; die Erkrankung entwickelt sich über Jahre, die Ursache ist meist das Rauchen. Am wichtigsten ist laut IQWiG, vollständig mit dem Rauchen aufzuhören; Medikamente wie atemwegserweiternde Mittel (Beta-2-Mimetika und Anticholinergika) und entzündungshemmende Mittel können die Beschwerden lindern und akuten Atemproblemen vorbeugen. Bei schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112.

Bei der COPD (englisch: chronic obstructive pulmonary disease, chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist die Lunge laut IQWiG dauerhaft geschädigt, und die Atemwege sind verengt; die Erkrankung entwickelt sich langsam über Jahre [4]. Die Ursache ist laut IQWiG meist das Rauchen; die Erkrankung ist nicht heilbar, und die Behandlung zielt darauf ab, ihr Fortschreiten aufzuhalten oder zumindest zu bremsen [4]. Medikamente können die Beschwerden lindern und akuten Atemproblemen vorbeugen [5].
Was ist COPD?
Laut Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) COPD ist die COPD eine dauerhafte Erkrankung der Atemwege und der Lunge, die nicht heilbar ist und in der Regel fortschreitet; sie umfasst die chronisch obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem [3]:
- Chronisch obstruktive Bronchitis: Die Bronchien sind ständig entzündet und verengt [3].
- Lungenemphysem: Die Lungenbläschen sind teilweise zerstört und überbläht; diese Überblähung lässt sich nicht wieder rückgängig machen [3]. Laut IQWiG werden dabei die Wände der Lungenbläschen zerstört, es bilden sich größere Blasen, und weniger Sauerstoff gelangt ins Blut [4].
Kennzeichnend ist laut Patientenleitlinie, dass die Verengungen der Bronchien auch nach dem Inhalieren atemwegserweiternder Medikamente nicht oder nicht vollständig zurückgehen [3]. Eine Exazerbation ist danach eine Verschlechterung, die über das übliche Maß hinausgeht und mindestens 2 Tage anhält [3]. Laut IQWiG ist dann oft eine Behandlung im Krankenhaus notwendig [4]. Nach Schätzungen haben etwa 6 Prozent aller Menschen über 40 Jahre eine COPD, Männer erkranken laut IQWiG deutlich häufiger als Frauen [4].
Abgrenzung zu Asthma: Asthma beginnt laut NVL Asthma (Version 5.0, 2024) häufig in Kindheit oder Jugend, COPD meist nicht vor dem 6. Lebensjahrzehnt. Bei Asthma ist die Atemnot typischerweise anfallartig und der Verlauf wechselnd, bei COPD tritt Atemnot bei Belastung auf und der Verlauf ist meist fortschreitend. Die Verengung der Atemwege ist bei Asthma oft voll rückbildungsfähig, bei COPD nie voll [26]. Mehr dazu: Asthma.
Symptome
Typische Beschwerden sind laut IQWiG Atemnot bei körperlicher Belastung, bei fortgeschrittener COPD bereits in Ruhe, täglicher Husten über längere Zeit, Auswurf, Atemgeräusche wie Pfeifen und Brummen sowie stärkere Beschwerden bei Erkältungen oder Grippe [4]. Weil die Lunge große Reserven hat, kann sich ihre Funktion über Jahre verschlechtern, ohne dass im Alltag viel davon zu spüren ist; anfangs werden die Beschwerden oft für einen Raucherhusten, eine Bronchitis oder Asthma gehalten [4]. Mit der Zeit kommt es bei Anstrengung immer mehr zu Atemproblemen; bei schwerer COPD leiden Betroffene auch bei Alltagstätigkeiten wie Waschen und Anziehen oder in Ruhe unter Atemnot [4].
Im fortgeschrittenen Stadium kann die Lunge den Körper laut IQWiG nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen; das Herz wird stärker belastet, und es kann zum Beispiel zu Wassereinlagerungen in den Beinen kommen [4]. Mehr dazu: Herzinsuffizienz.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Hauptursache ist laut Patientenleitlinie langjähriges Rauchen; fast jeder Mensch mit COPD raucht oder hat lange geraucht [3]. Weitere Faktoren sind danach Passivrauchen, der dauerhafte Gebrauch von Wasserpfeifen, Tabak-Erhitzern und E-Zigaretten, Stäube und Giftstoffe, die man häufig bei der Arbeit einatmet, Luftverschmutzung, häufige Atemwegsinfekte im Kindesalter, Tuberkulose, Asthma, eine erbliche Veranlagung und eine nicht richtig entwickelte oder zu kleine Lunge [3]. Den seltenen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel haben laut IQWiG etwa 1 bis 2 von 100 Erkrankten [4]. Mehr dazu: Nikotinabhängigkeit.
Exazerbationen treten laut Patientenleitlinie besonders bei fortgeschrittener Erkrankung auf, bevorzugt im Winter; häufigste Ursache sind Infekte wie Erkältungen und Grippe, weitere Auslöser sind unter anderem Luftverunreinigung (Smog) und Begleiterkrankungen wie Herzkrankheiten [3]. Laut IQWiG können Exazerbationen auch durch Rauch, Abgase und bestimmte Wetterlagen wie Hitze, Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit ausgelöst werden [4].
Medikamente: Welche Medikamente Atemnot auslösen können, beschreibt die Seite Atemnot durch Medikamente. Als Auslöser einer Exazerbation nennt die Patientenleitlinie auch Medikamente, die sich hemmend auf die Atmung auswirken, zum Beispiel manche Schlafmittel; Betablocker können danach die Atemwege verengen [3].
Diagnose
Besteht nach Befragung und körperlicher Untersuchung der Verdacht auf eine COPD, soll laut Patientenleitlinie die Lungenfunktion mit einer Spirometrie gemessen werden; hat sie verengte Atemwege nachgewiesen, soll ein sogenannter Reversibilitätstest angeboten werden, mit dem sich eine COPD von einem Asthma unterscheiden lässt [3]. Laut IQWiG kommen je nach Ergebnis weitere Untersuchungen hinzu, um andere Krankheiten wie Asthma, Herzschwäche oder Lungenkrebs auszuschließen; die Ärztin oder der Arzt fragt auch nach Ängsten oder Niedergeschlagenheit [4]. Bei jedem Kontrolltermin soll die Ärztin oder der Arzt laut Patientenleitlinie erfragen, ob sich die Beschwerden in letzter Zeit verschlechtert haben [3].
Behandlung ohne Medikamente
Rauchstopp: Am wichtigsten ist laut IQWiG, vollständig mit dem Rauchen aufzuhören [4]. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt soll Ihnen laut Patientenleitlinie raten, komplett und dauerhaft auf Tabak zu verzichten und auch jedes Passivrauchen zu vermeiden [3]. Wer aufhören möchte, dem hilft danach eine kombinierte Behandlung am besten: eine Verhaltenstherapie und Nikotinersatz oder Medikamente, die den Nikotinverzicht unterstützen [3]. Mehr dazu: Nikotinabhängigkeit.
Weitere Empfehlungen der Patientenleitlinie [3]:
- Bewegung: Die Ärztin oder der Arzt soll Ihnen empfehlen, körperlich aktiv zu sein, und ein angeleitetes Training, das an Ihre persönlichen Fähigkeiten angepasst ist; wenn Sie das selbstständig nicht schaffen, sollte man Ihnen Reha-Sport empfehlen [3].
- Selbsthilfe bei Atemnot: Fachleute sollen Ihnen in einer Schulung, Rehabilitation, beim Lungensport oder bei der Physiotherapie Selbsthilfe-Techniken bei Atemnot erklären und mit Ihnen einüben [3].
- Schulung: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt soll Ihnen eine Schulung anbieten und vermitteln, bei Bedarf auch wiederholte Nachschulungen [3].
- Ernährung: Wenn Sie unter- oder übergewichtig sind, soll man Ihnen eine Ernährungsberatung anbieten [3].
- Rehabilitation: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt soll Ihnen eine pneumologische Rehabilitation anbieten, wenn Sie trotz guter ärztlicher Betreuung durch die COPD so sehr beeinträchtigt sind, dass Sie Ihren privaten und beruflichen Alltag nicht bewältigen können [3].
- Impfungen: Die Ärztin oder der Arzt soll Ihnen die Schutzimpfungen anbieten, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt [3]. Mehr dazu: Grippeimpfung, Pneumokokken-Impfung und RSV-Impfung. Wem die STIKO die Impfung gegen Gürtelrose empfiehlt, steht auf der Seite Gürtelrose-Impfung.
Bei sehr weit fortgeschrittener COPD ist laut IQWiG oft zusätzlich eine Behandlung mit Sauerstoff notwendig [4]. Ob eine Langzeit-Sauerstoff-Therapie infrage kommt, richtet sich laut Patientenleitlinie nach dem wiederholt in Ruhe gemessenen Sauerstoff-Partialdruck im Blut [3].
Behandlung mit Medikamenten

Die Nationale VersorgungsLeitlinie COPD (2. Auflage 2021, ergänzt 2024 um ein Kapitel zu Exazerbationen) war laut Dokument bis spätestens 25. Juni 2026 gültig; ihre Gültigkeit ist abgelaufen, eine Neufassung lag am 17.10.2026 auf leitlinien.de nicht vor [1, 2]. Welche Medikamente zum Einsatz kommen, richtet sich laut der Patientenleitlinie zur NVL COPD (2022) nach den Beschwerden oder nach der Häufigkeit plötzlicher Verschlechterungen (Exazerbationen); zu jeder Behandlung gehören nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Rauchstopp, Bewegung und Atemtechniken [3]. Die Patientenleitlinie unterscheidet zwei Wege [3]:
- Beschwerden im Vordergrund: bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden keine Medikamente, ein kurz wirksames Anticholinergikum (SAMA) oder Beta-2-Sympathomimetikum (SABA) bei Bedarf oder ein lang wirksames Anticholinergikum (LAMA) oder Beta-2-Sympathomimetikum (LABA) als tägliches Dauermedikament; bei mittel- bis schwergradigen Beschwerden LAMA oder LABA oder LAMA und LABA zusammen [3].
- Exazerbationen im Vordergrund, bisher keine Dauermedikamente: LAMA oder LAMA und LABA zusammen [3].
- Exazerbationen im Vordergrund, schon Dauermedikamente: wer schon ein LAMA anwendet, LAMA und LABA; wer schon zwei Dauermedikamente anwendet, LAMA, LABA und ein inhalatives Kortikosteroid (ICS); in beiden Fällen kann Roflumilast als zusätzliches Dauermedikament infrage kommen, wenn sich die COPD trotzdem immer wieder verschlechtert, Husten und zäher Schleim überwiegen und die Lungenfunktion deutlich eingeschränkt ist (FEV1 unter 50 Prozent) [3].
Ein inhalatives Kortikosteroid empfehlen die Fachleute laut Patientenleitlinie nur, wenn Sie bereits regelmäßig LAMA und LABA inhalieren und trotzdem Exazerbationen hatten; auch bei einem zusätzlich ärztlich festgestellten Asthma kann es infrage kommen [3]. Ein Wirkstoff kann auch wieder abgesetzt werden, zum Beispiel wegen Nebenwirkungen oder weil Sie längere Zeit kaum oder keine Beschwerden mehr haben; das geschieht danach stets in ärztlicher Absprache und mit regelmäßigen Kontrollen [3]. Bedarfsmedikamente sind laut Patientenleitlinie nicht als Langzeitbehandlung geeignet, weil bei sehr häufiger Anwendung die COPD unbemerkt fortschreiten kann [3].
Kortison zum Inhalieren absetzen: Wer schon länger regelmäßig ein Kortison-Spray inhaliert, bei dem soll laut Patientenleitlinie die Ärztin oder der Arzt prüfen, ob es noch gebraucht wird. Ein Absetzen empfehlen die Fachleute danach, wenn sich im Blut nur wenige Eosinophile nachweisen lassen und es keinen Hinweis auf ein gleichzeitiges Asthma gibt oder wenn unter Kortison schon einmal eine Lungenentzündung aufgetreten ist [3]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Biologika: Laut IQWiG sind Biologika seit 2024 zur Behandlung der COPD verfügbar; sie kommen infrage, wenn eine Kombination aus LABA, Kortison und LAMA die Beschwerden nicht ausreichend lindert [5].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Kurz wirksame Beta-2-Sympathomimetika (SABA), bei Bedarf | Salbutamol | Regt überwiegend die Beta-2-Rezeptoren an und entspannt so die Muskulatur der Bronchien und der Blutgefäße; Wirkung nach 5 bis 15 Minuten, Wirkdauer 3 bis 4 Stunden [7] | Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten: erhöhter Blutzucker, Zittern, Kopfschmerzen, Herzrasen [6] |
| Kurz wirksame Anticholinergika (SAMA), bei Bedarf | Ipratropium | Wirkt anticholinerg: hemmt die Wirkung des Botenstoffs Acetylcholin an den Muskarinrezeptoren der glatten Bronchialmuskulatur [9] | Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Mundtrockenheit, Übelkeit, Magenverstimmung, Magenbeschwerden, Husten, Reizung des Rachens [8] |
| Lang wirksame Anticholinergika (LAMA) | Tiotropium | Lang wirksamer Muskarinrezeptor-Antagonist: hemmt an der glatten Bronchialmuskulatur die verengenden Effekte von Acetylcholin [11] | Häufig: trockener Mund, normalerweise in leichter Form [10] |
| Lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA) | Formoterol | Selektiver Beta-2-Agonist, der die glatte Bronchialmuskulatur entspannt; Wirkung innerhalb von 1 bis 3 Minuten, im Schnitt ungefähr 12 Stunden [13] | Häufig: Wahrnehmen des eigenen Herzschlags, Herzklopfen oder Herzstolpern, Kopfschmerzen, Zittern [12] |
| Fixkombinationen aus ICS und LABA, bei Exazerbationen zusammen mit einem LAMA | Beclometason/Formoterol, Budesonid/Formoterol, Salmeterol/Fluticason | Bei Beclometason/Formoterol wirkt Beclometason in der Lunge entzündungshemmend; Formoterol entspannt als selektiver Beta-2-Agonist die glatte Bronchialmuskulatur, Wirkung innerhalb von 1 bis 3 Minuten für 12 Stunden [15] | Beclometason/Formoterol häufig: Pilzinfektionen von Mund, Rachen oder Speiseröhre, Kopfschmerzen, Heiserkeit, Rachenentzündung, bei COPD Lungenentzündung [14] |
| Monoklonale Antikörper (Biologika), als Spritze unter die Haut | Dupilumab | Hemmt die Signalwege von Interleukin-4 und Interleukin-13 und verringert Botenstoffe der Typ-2-Entzündung [19] | Häufig: Reaktionen an der Einstichstelle, Augenrötung und Jucken der Augen, Augeninfektion, Fieberbläschen, mehr Eosinophile im Blut, Gelenkschmerzen [19] |
| Glucocorticoide zum Einnehmen, bei Exazerbationen | Prednisolon | Wirkt bei verengten Atemwegen vor allem, indem es Entzündungsprozesse und das Anschwellen der Schleimhaut hemmt, die Verkrampfung der Bronchien bremst und die Schleimbildung einschränkt [21] | Die Packungsbeilage nennt keine Häufigkeiten, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen; möglich sind unter anderem verschleierte, neu auftretende oder sich verschlimmernde Infektionen, Gewichtszunahme, erhöhter Blutzucker, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und Knochenschwund [20] |
Häufig bedeutet bei bis zu 1 von 10 Behandelten; die Klasse gilt nur für das jeweils genannte Präparat, und die Liste ist nicht vollständig [6]. Alle Nebenwirkungen und die Dosierung laut Packungsbeilage stehen auf den Wirkstoffseiten; was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Anwendungsgebiete: Salbutamol ist für Atemwegsverengungen zugelassen, die sich zurückbilden können, bei COPD mit rückbildungsfähigem Anteil, Ipratropium für rückbildungsfähige Verkrampfungen der Bronchien bei COPD [7, 9]. Tiotropium und Formoterol sind bei COPD für Erwachsene zugelassen [11, 13]. Die Fixkombinationen mit Kortikosteroid sind bei COPD nur bei eingeschränkter Lungenfunktion (FEV1 je nach Präparat unter 50, 60 oder 70 Prozent des Normwerts) und wiederholten Exazerbationen zugelassen, wenn trotz regelmäßiger bronchienerweiternder Behandlung erhebliche Beschwerden bestehen [15, 16, 18]. Dupilumab ist als Zusatz für Erwachsene mit COPD und erhöhter Zahl an Eosinophilen im Blut zugelassen, die trotz ICS, LABA und LAMA oder, falls ein ICS nicht angebracht ist, trotz LABA und LAMA unzureichend kontrolliert ist [19]. Prednisolon ist unter anderem bei einer akuten Verschlechterung einer chronischen, einengenden Atemwegserkrankung zugelassen, mit einer empfohlenen Behandlungsdauer bis zu 10 Tagen [20].
Bei einer Exazerbation
Für die erste Versorgung in der Arztpraxis nennt die NVL-Ergänzung von 2024 (Stand November 2024, Gültigkeit abgelaufen) je nach Lage Sauerstoff, atmungserleichternde Körperhaltung und dosierte Lippenbremse, ein SABA, gegebenenfalls zusätzlich Ipratropium, und Prednisolon zum Einnehmen; bessert sich der Zustand nach 30 bis 60 Minuten nicht nachhaltig, werden eine notfallmäßige fachärztliche Mitversorgung oder eine Einweisung ins Krankenhaus erwogen [2]. Antibiotika können laut IQWiG helfen, wenn eine Atemwegsinfektion durch Bakterien ausgelöst wurde und die Beschwerden sehr stark sind; gelb-grünlicher oder eitriger Auswurf kann auf eine bakterielle Infektion hinweisen. Wurde die Infektion durch Viren ausgelöst, helfen Antibiotika nicht [5].
Fluorchinolone: Der Rote-Hand-Brief vom 8. April 2019 fordert, Fluorchinolone wie Levofloxacin oder Moxifloxacin bei leichten bis mittelschweren Infektionen einschließlich einer akuten Exazerbation einer chronischen Bronchitis und COPD nicht zu verschreiben, es sei denn, andere üblicherweise empfohlene Antibiotika werden als ungeeignet erachtet [23]. Bei gleichzeitiger Behandlung mit Kortikosteroiden kann das Risiko für Sehnenentzündungen und Sehnenrisse erhöht sein; die gleichzeitige Anwendung sollte laut diesem Rote-Hand-Brief vermieden werden [23]. Der Rote-Hand-Brief vom 7. Juni 2023 erinnert an diese Anwendungsbeschränkungen [24]. Mehr dazu: Sehnenschäden durch Medikamente.
Nebenwirkungen der Medikamente
Lungenentzündung unter Kortison zum Inhalieren: Bei Menschen mit COPD, die inhalative Kortikosteroide erhalten, wurden laut Fachinformation mehr Lungenentzündungen beobachtet, auch solche, die eine Krankenhausbehandlung erforderten; Risikofaktoren sind derzeitiges Rauchen, höheres Alter, ein niedriger Body-Mass-Index und eine schwere COPD [15]. Ein europäisches Risikobewertungsverfahren hat 2016 das erhöhte Risiko bestätigt und keine Unterschiede zwischen den Wirkstoffen gefunden; Ärzte und Patienten sollten auf Zeichen einer Lungenentzündung achten, weil sie einer Verschlechterung der COPD sehr ähneln können (BfArM, 21.03.2016) [22]. Fieber oder Schüttelfrost, mehr oder verfärbter Schleim, stärkerer Husten oder mehr Atembeschwerden teilen Sie laut den Packungsbeilagen von Beclometason/Formoterol und Budesonid/Formoterol Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit [14, 17]. Mehr dazu: Lungenentzündung.
Pilzinfektion im Mund: Um das Risiko zu vermindern, sollten Sie laut Packungsbeilage von Beclometason/Formoterol nach jeder Inhalation den Mund mit Wasser ausspülen, mit Wasser gurgeln oder die Zähne putzen [14]. Mehr dazu: Mundsoor.
Kortikosteroide und Augen: Verschwommenes Sehen und eine Erkrankung der Netzhaut (zentrale seröse Chorioretinopathie) sind laut BfArM ein Problem der gesamten Gruppe der Kortikosteroide, zu der Kortison zum Inhalieren und zum Einnehmen gehört (14.06.2017) [27]; bei verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen wenden Sie sich laut Packungsbeilage von Beclometason/Formoterol an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [14].
Anticholinergika und Augen: Augenschmerzen oder Missempfinden, verschwommenes Sehen, Lichthöfe mit Farbringen oder unwirkliches Farbempfinden in Verbindung mit geröteten Augen können laut Packungsbeilage von Tiotropium Zeichen eines akuten Glaukomanfalls sein; dann sollten Sie die Behandlung abbrechen und sofort ärztlichen Rat einholen, wenn möglich bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt [10]. Gelangt Flüssigkeit oder Sprühnebel von Ipratropium in die Augen, spülen Sie sie laut Packungsbeilage sofort einige Minuten lang mit kaltem Leitungswasser aus; bei Augenschmerzen, unscharfem Sehen oder farbigen Ringen in Verbindung mit geröteten Augen wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin [8]. Mehr dazu: Mundtrockenheit und Sehstörungen.
Verkrampfung direkt nach dem Inhalieren: Unmittelbar nach der Inhalation können wie bei allen inhalativen Arzneimitteln Brustenge, Husten, keuchende Atmung oder Atemnot auftreten. Dann wenden Sie laut Packungsbeilage von Tiotropium sofort Ihren schnell wirksamen Notfallinhalator an, informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und wenden den Inhalator nicht erneut an, ohne vorher Rücksprache gehalten zu haben [10]. Mehr dazu: Atemnot.
Beta-2-Sympathomimetika: Zittern und Herzrasen sind bei Salbutamol häufig [6]. Einige Nebenwirkungen können laut Packungsbeilage akut lebensbedrohlich sein, etwa lebensbedrohliches Herzrasen; tritt ein solches Ereignis plötzlich auf oder entwickelt es sich unerwartet stark, sollten Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [6]. Mehr dazu: Zittern und Herzrasen.
Kortison zum Einnehmen: Laut IQWiG sind mögliche Nebenwirkungen bei längerer Anwendung Gewichtszunahme, Blutzuckeranstieg und Schlafstörungen; bei dauerhafter Einnahme können Haut, Muskeln und Knochen geschwächt werden [5]. Mehr dazu: Glucocorticoide.
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [8]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Leben mit COPD
Aktionsplan und Programme: Menschen mit COPD sollen laut Patientenleitlinie einen schriftlichen Aktionsplan erhalten; er beinhaltet die persönliche Behandlung und konkrete Schritte bei einer Exazerbation und im Notfall [3]. Die Hausärztin oder der Hausarzt soll Sie danach langfristig im Rahmen eines strukturierten Behandlungsprogramms (DMP COPD) betreuen [3].
Inhalieren: Wenn Ihnen ein Inhaliergerät verschrieben wird, soll man Ihnen laut Patientenleitlinie genau erklären und zeigen, wie es zu benutzen ist, und Sie sollen den Gebrauch mit einem Demonstrationsgerät einüben können; kommen Sie mit einem Gerät gut zurecht, sollten Sie diese Form der Inhalation danach möglichst beibehalten [3]. Das Bedarfsmedikament sollten Sie laut Patientenleitlinie immer dabeihaben [3].
Alltag: Während der Erkältungs- und Grippesaison ist es laut IQWiG wichtig, sich vor einer Ansteckung zu schützen, etwa indem man den Kontakt zu erkälteten Menschen und größere Menschenmengen meidet [4]. Angehörige können sich laut Patientenleitlinie Anzeichen für einen Notfall erklären lassen, um gegebenenfalls die Notrufnummer 112 anzurufen [3]. Für den Überblick über Ihre Medikamente hilft der Medikationsplan.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Warnzeichen einer Exazerbation sind laut IQWiG mehr Auswurf, verfärbter, eitriger oder zäherer Auswurf, mehr Atemnot und mehr Husten als üblich, ein höherer Bedarf an Medikamenten sowie Fieber, verminderte Leistungsfähigkeit oder größere Müdigkeit [4]. Eine Einweisung ins Krankenhaus soll das Behandlungsteam laut Patientenleitlinie unter anderem empfehlen bei Anzeichen für eine lebensbedrohliche Verschlechterung, bei schwerer oder schneller Verschlechterung der COPD trotz Behandlung und bei schweren Infektionen der Atemwege oder der Lunge [3]. Bei schwerer Atemnot alarmieren Sie laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [25].
Verschlechtert sich die Atmung insgesamt, informieren Sie laut Packungsbeilage von Tiotropium Ihre Ärztin oder Ihren Arzt so bald wie möglich [10]. Mehr dazu: Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie COPD, Teilpublikation der Langfassung, 2. Auflage, Version 1 (AWMF-Register-Nr. nvl-003). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 2. Auflage, Version 1, 2021 (verabschiedet 25.06.2021, publiziert 17.08.2021; gültig bis 25.06.2026, Gültigkeit abgelaufen; am 17.10.2026 keine Neufassung auf leitlinien.de). abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie COPD, Kapitel 8: Exazerbationen, Ergänzung zur 2. Auflage (AWMF-Register-Nr. nvl-003). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand 2024 (Stand November 2024, verabschiedet 19.12.2024; gültig bis 25.06.2026, Gültigkeit abgelaufen). abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie COPD, 2. Auflage, Version 1. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin). Stand 2022. abgerufen am 17.10.2026
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.04.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Medikamente bei COPD. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.04.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ipratropium Teva 500 Mikrogramm/2 ml Lösung für einen Vernebler. TEVA GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ipratropium Teva 250 Mikrogramm/1 ml und 500 Mikrogramm/2 ml Lösung für einen Vernebler. TEVA GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Braltus 10 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation. TEVA GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Braltus 10 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Version 6). TEVA GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Formoterol-ratiopharm 12 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation. ratiopharm GmbH. Stand 10/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Formoterol-ratiopharm 12 Mikrogramm Hartkapseln mit Pulver zur Inhalation (Version 2). ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß Druckgasinhalation, Lösung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Beclometason/Formoterol-ratiopharm 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Sprühstoß Druckgasinhalation, Lösung (Version 1). ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm Pulver zur Inhalation. Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation DuoResp Spiromax 160 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm Pulver zur Inhalation. Teva Pharma B.V. (Vertrieb in Deutschland: TEVA GmbH). Stand 01/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster 50 Mikrogramm/500 Mikrogramm einzeldosiertes Pulver zur Inhalation. Zentiva Pharma GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 17.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Dupixent (Dupilumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Dupixent 300 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Sanofi Winthrop Industrie (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 08/2026 (EMA, aktualisiert am 18.08.2026). abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Inhalative Kortikosteroide (ICS): Risiko von Pneumonien (Empfehlung des PRAC). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Risikoinformation. Stand 21.03.2016. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu systemisch und inhalativ angewendeten Chinolon- und Fluorchinolon-Antibiotika: Risiko von die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen; Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber von Fluorchinolon-Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.04.2019. abgerufen am 17.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu systemisch und inhalativ angewendeten fluorchinolonhaltigen Antibiotika: Erinnerung an die Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber fluorchinolonhaltiger Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 07.06.2023. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma, Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-002), Tabelle 5: Abgrenzung von Asthma und COPD. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF (NVL-Programm). Stand Version 5.0, 2024 (publiziert 23.08.2024, gültig bis 14.08.2029). abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Kortikosteroide: Nebenwirkungen am Auge. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Risikoinformation. Stand 14.06.2017. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente helfen bei COPD?
Laut IQWiG werden meist atemwegserweiternde Mittel eingesetzt, also Beta-2-Mimetika (zum Beispiel Salbutamol oder Formoterol) und Anticholinergika (zum Beispiel Ipratropium oder Tiotropium), außerdem entzündungshemmende Mittel: Kortikosteroide, der PDE-4-Hemmer Roflumilast und Biologika. Bei leichten bis mittelgradigen Beschwerden reicht es laut IQWiG meist aus, nur bei akuten Atemproblemen ein Medikament zu nehmen; werden die Beschwerden häufiger und stärker, wird empfohlen, bestimmte Medikamente dauerhaft anzuwenden. Inhalierbares Kortison empfehlen die Fachleute laut Patientenleitlinie zur NVL COPD nur, wenn trotz zwei atemwegserweiternder Dauermedikamente (LAMA und LABA) Exazerbationen auftreten. Welche Mittel für Sie infrage kommen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Ist COPD heilbar?
Eine COPD ist laut IQWiG nicht heilbar. Die Behandlung soll danach die Beschwerden lindern, den Alltag erleichtern, die Lebensqualität verbessern, das Fortschreiten verlangsamen und Exazerbationen vorbeugen. Am wichtigsten ist laut IQWiG, vollständig mit dem Rauchen aufzuhören.
Was ist der Unterschied zwischen Asthma und COPD?
Bei beiden Erkrankungen sind die Atemwege verengt. Bei COPD bildet sich die Verengung laut Nationaler VersorgungsLeitlinie Asthma (Version 5.0, 2024) nie voll zurück, bei Asthma oft vollständig; COPD beginnt meist nicht vor dem 6. Lebensjahrzehnt, Asthma häufig in Kindheit oder Jugend. Mehr dazu auf der Seite Asthma.
Was ist eine Exazerbation?
Eine Exazerbation ist laut Patientenleitlinie zur NVL COPD eine Verschlechterung, die über das übliche Maß hinausgeht und mindestens 2 Tage anhält. Warnzeichen sind laut IQWiG unter anderem mehr Atemnot, Husten und Auswurf als üblich und ein höherer Bedarf an Medikamenten. Häufigste Ursache sind laut Patientenleitlinie Infekte wie Erkältungen und Grippe; weitere Auslöser sind unter anderem Luftverunreinigung und Medikamente, die sich hemmend auf die Atmung auswirken, zum Beispiel manche Schlafmittel.
Warum bekomme ich Kortison-Tabletten bei einer Verschlechterung?
Um eine Exazerbation zu behandeln, können laut Patientenleitlinie zur NVL COPD für einige Tage Kortison-Tabletten zum Einsatz kommen, um die starken Beschwerden rasch zu lindern. Prednisolon ist laut Packungsbeilage unter anderem bei einer akuten Verschlechterung einer chronischen, einengenden Atemwegserkrankung zugelassen, mit einer empfohlenen Behandlungsdauer bis zu 10 Tagen. Von einer Langzeitbehandlung mit Kortison-Tabletten wird laut IQWiG wegen möglicher Nebenwirkungen abgeraten. Die Dosierung laut Packungsbeilage steht auf der Seite Prednisolon.
Welche Impfungen sind bei COPD sinnvoll?
Laut Patientenleitlinie zur NVL COPD soll Ihnen die Ärztin oder der Arzt die Schutzimpfungen anbieten, die die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt. Laut IQWiG kann es sinnvoll sein, sich gegen Grippe, Covid-19, Pneumokokken und RSV impfen zu lassen, weil Atemwegsinfekte häufig Exazerbationen auslösen. Mehr dazu: Grippeimpfung, Pneumokokken-Impfung, Covid-19-Impfung und RSV-Impfung.
Darf ich mit COPD einen Betablocker nehmen?
Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Betablocker können laut Patientenleitlinie zur NVL COPD die Atemwege verengen; es gibt aber Betablocker, die gezielt am Herz und kaum an den Atemwegen wirken. Die Studienlage ist danach nicht eindeutig, und es gibt Hinweise, dass sich bei schwergradiger COPD das Risiko für Verschlechterungen möglicherweise durch einen Betablocker erhöhen kann. Wird Ihnen wegen einer Herzerkrankung ein Betablocker angeboten, sagen Sie, dass Sie eine COPD haben, und besprechen Sie gemeinsam Vor- und Nachteile. Mehr dazu: Betablocker.
Helfen schleimlösende Mittel bei COPD?
Wenn zäher Schleim und Husten überwiegen, kann laut Patientenleitlinie zur NVL COPD zur Vermeidung von Exazerbationen zusätzlich ein schleimlösendes Dauermedikament (Mukolytikum) wie N-Acetylcystein in ausreichend hoher Dosierung infrage kommen. Laut IQWiG verbessern Mukopharmaka darüber hinaus die Atmung nicht und spielen bei der Behandlung einer COPD eine eher geringe Rolle. Mehr dazu: Acetylcystein.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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