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Bronchitis

Bei einer akuten Bronchitis sind die Bronchien vorübergehend entzündet, meist durch Erkältungsviren; typisch ist Husten, der zu Beginn trocken ist und mehrere Wochen anhalten kann. Die Erkrankung verschwindet laut IQWiG in der Regel von selbst, Medikamente sind meist nicht nötig; Paracetamol oder Ibuprofen können Fieber und Schmerzen lindern. Antibiotika werden laut IQWiG nicht empfohlen; laut der fachärztlichen S2k-Leitlinie Husten der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) von 2025 soll bei akutem Husten in der Regel keine Antibiotikatherapie verordnet werden (starke Empfehlung). Ärztlich abklären lassen sollten Sie sehr hohes oder erneut ansteigendes Fieber, Blut im Auswurf, zunehmende Atemnot mit pfeifenden Atemgeräuschen und einen Husten, der länger als acht Wochen dauert.

Mann Mitte vierzig mit kurzem braunem Haar liegt in einem grauen Kapuzenpullover unter einer karierten Wolldecke auf dem Sofa und hält eine dampfende Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Bei einer akuten Bronchitis sind die unteren Atemwege (Bronchien) vorübergehend entzündet, meist durch Erkältungsviren [1]. Typisch ist Husten, der unangenehm und hartnäckig sein kann. Bei ansonsten gesunden Menschen verschwindet die Erkrankung laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in aller Regel von selbst, eine Behandlung mit Medikamenten ist meist nicht nötig [1]. Antibiotika helfen bei einer akuten Bronchitis kaum, weil meist Viren die Ursache sind, und werden nicht empfohlen [1, 2].

Was ist eine Bronchitis?

Die akute Bronchitis ist eine vorübergehende Entzündung der Bronchien. Weil sie meist durch Erkältungsviren entsteht, tritt sie oft zusammen mit oder nach einer Erkältung auf [1]. Jährlich gehen etwa 5 von 100 Menschen wegen einer akuten Bronchitis in die Arztpraxis, vor allem wegen des Hustens; die meisten erkranken im Herbst und Winter [1].

Wer über mehrere Monate Husten und Auswurf hat, könnte laut IQWiG an einer chronischen Bronchitis erkrankt sein. Sie wird oft durch Rauchen hervorgerufen und kann sich zu einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) entwickeln [1]. Bei einer bestehenden COPD kann eine akute Bronchitis einen Krankheitsschub (Exazerbation) auslösen [1].

Symptome und Verlauf

Husten ist das typische Symptom. Zu Beginn ist es meistens ein trockener Reizhusten; später kann sich Schleim lösen, der abgehustet wird (Husten mit Auswurf). Die Farbe des Auswurfs kann sich im Verlauf ändern, zum Beispiel von weißlich bis gelb-grünlich [1]. Der Husten tritt häufig nachts auf und stört dann den Schlaf. Weil die akute Bronchitis oft mit einer Erkältung einhergeht, haben viele Erkrankte auch leichtes Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und Heiserkeit. Durch das häufige Husten können Schmerzen hinter dem Brustbein auftreten, manchmal ist auch das Atmen erschwert [1].

Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen oder Fieber bessern sich meist schon innerhalb weniger Tage deutlich. Bis der Husten abgeklungen ist, können jedoch mehrere Wochen vergehen [1]. Normalerweise bleibt eine akute Bronchitis folgenlos, es sei denn, die Lunge ist vorgeschädigt. Selten kann sich bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer chronischen Herz- oder Lungenerkrankung eine Lungenentzündung entwickeln [1]. Wenn Kinder fiebern und husten, ist bei einer akuten Bronchitis laut IQWiG meist keine Behandlung mit Medikamenten nötig; wer erst einmal zu Hause abwartet, macht nichts falsch [1].

Ursachen und Ansteckung

In der Regel ist eine Virusinfektion die Ursache, mit Viren, die auch Erkältung, Grippe oder Nasennebenhöhlenentzündung auslösen können. Seltener sind Bakterien verantwortlich. Weitere seltene Ursachen sind eingeatmete Schadstoffe, etwa in Brandqualm oder bei ungeschützten Schweißarbeiten; nur in Ausnahmefällen sind Pilze die Ursache [1].

Die Erreger setzen sich in der Schleimhaut der Bronchien fest; der Körper reagiert mit einer Entzündung, die Schleimhaut schwillt an und bildet mehr Flüssigkeit und Schleim [1]. Beim Abhusten werden Tröpfchen mit Erregern in der Luft verteilt, die für andere ansteckend sein können (Tröpfcheninfektion) [1].

Husten durch Medikamente: Husten kann auch andere Ursachen haben, darunter bestimmte Medikamente wie ACE-Hemmer gegen Bluthochdruck [3]. Mehr dazu auf den Seiten Reizhusten durch Medikamente und Husten.

Diagnose

In der Hausarztpraxis werden Sie meist nach den akuten Beschwerden und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand gefragt. Bei der körperlichen Untersuchung tastet die Ärztin oder der Arzt in der Regel die Lymphknoten am Hals ab, schaut in Rachen und Ohren, klopft die Nasennebenhöhlen ab und hört Lunge und Herz ab; manchmal werden Fieber, Puls und Blutdruck gemessen [1]. Laut der S2k-Leitlinie "Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten" der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) von 2025 sollen bei akutem und subakutem Husten außer Anamnese und körperlicher Untersuchung keine weiteren Untersuchungen erfolgen, es sei denn, es liegen Warnzeichen vor (starke Empfehlung) [4]. Bei Warnzeichen werden weitere Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen oder Bluttests gemacht, um eine schwerere Erkrankung auszuschließen [1].

Behandlung ohne Medikamente

Eine akute Bronchitis klingt laut IQWiG auch ohne Behandlung von selbst wieder ab, oft ist ein Arztbesuch gar nicht nötig [1]. Wer sich schlapp und krank fühlt, schont sich am besten ein paar Tage und verzichtet auf Sport und andere anstrengende körperliche Aktivitäten. Heißer Tee oder Brühe werden meist als wohltuend empfunden [1]. Ob es hilft, viel mehr als normal zu trinken, ist wissenschaftlich nicht geklärt [1, 2].

Ein hustenstillendes Hausmittel kann Honig sein, pur oder in warmem Tee. Studien mit Kindern deuten darauf hin, dass Honig bei Infekten der oberen Atemwege den Husten lindern kann; für Kinder unter einem Jahr ist er nicht geeignet, weil Säuglinge empfindlich auf bestimmte Bakterien im Honig reagieren können [2]. Raucherinnen und Raucher können ihre Atemwege schonen, indem sie möglichst nicht zur Zigarette greifen [2].

Behandlung mit Medikamenten

Hausarzt mit grauem Haar hört in einer hellen Praxis mit dem Stethoskop den Rücken einer Frau Anfang vierzig mit dunkelblondem Pferdeschwanz in einem petrolfarbenen Pullover ab
Bild: KI-generiert

Ein Rezept für Medikamente muss bei einer akuten Bronchitis laut IQWiG nicht ausgestellt werden; Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können aber manchmal sinnvoll sein, um Fieber und Schmerzen zu lindern [1]. Die Wirkung von Hustenstillern und Hustenlösern ist bislang nicht ausreichend untersucht [1]. Laut der S2k-Leitlinie der DGP soll bei akutem Husten in der Regel keine Antibiotikatherapie verordnet werden (starke Empfehlung) [4]. Bei akutem und subakutem Husten sollten pflanzliche und synthetische Mittel, die den Abtransport des Schleims fördern, und Hustenstiller mit belegter Wirksamkeit verordnet werden; eine Langzeitanwendung ist nicht zugelassen (schwache Empfehlung). Wünschen Erkrankte mit akutem Husten eine lindernde Behandlung, können laut Leitlinie Hustenlöser (Ambroxol, N-Acetylcystein), Hustenstiller (Dextromethorphan) und pflanzliche Arzneimittel verordnet werden [4].

Medikamente bei akuter Bronchitis: Beispiele mit eigener Wirkstoffseite
WirkstoffgruppeBeispielWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Schmerz- und Fiebermittel (Nichtopioid-Analgetika)ParacetamolWirkt schmerzstillend und fiebersenkend [5]Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen; selten ein leichter Anstieg bestimmter Leberenzyme, sehr selten unter anderem allergische Reaktionen [5]
NSAR (entzündungshemmende Schmerzmittel)IbuprofenWirkt entzündungshemmend und schmerzstillend; angewendet bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber [6]Häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut verursachen können [6]
Hustenlöser (Schleimlöser)AcetylcysteinWirkt schleimlösend und fördert den Abtransport des Schleims; rezeptfrei zugelassen bei akuter erkältungsbedingter Bronchitis [8]Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen; gelegentlich unter anderem allergische Reaktionen, Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall [7]
Pflanzliche HustenmittelEfeublätter-TrockenextraktExtrakte aus Efeublättern können laut Embryotox zähen Bronchialschleim verflüssigen und das Abhusten fördern [18]Ohne bekannte Häufigkeit: allergische Reaktionen wie Atemnot, Schwellungen, Hautrötungen und Juckreiz; bei empfindlichen Menschen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall [10]
Pflanzliche HustenmittelCineolLaut Packungsbeilage ein entzündungshemmendes und schleimlösendes Arzneimittel zur Zusatzbehandlung bei Erkrankungen der Atemwege [11]; Cineol ist der Hauptbestandteil von Eukalyptusöl [12]Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen; gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Durchfall [11]
Pflanzliche HustenmittelMyrtolDestillat unter anderem aus Eukalyptusöl; löst zähen Schleim und setzt das Sekret verstärkt in Bewegung, so wird das Abhusten gefördert [12, 13]Häufig: Magen- oder Oberbauchschmerzen [12]
Hustenstiller, apothekenpflichtigDextromethorphanWirkt hustenstillend, in therapeutischen Dosen laut Fachinformation ohne schmerzstillende oder atemdämpfende Wirkung [15]Häufig: Schwindelgefühl, starke Müdigkeit, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden und Erbrechen [14]
Hustenstiller, verschreibungspflichtig (Opioid)CodeinWirkt abhängig von der Dosis zentral hustenstillend und schmerzstillend; ein Teil der Wirkungen wird über sein Abbauprodukt Morphin vermittelt [17]Sehr häufig: Übelkeit, unter Umständen bis zum Erbrechen (vor allem zu Beginn), und Verstopfung; häufig: leichte Kopfschmerzen und leichte Schläfrigkeit [16]

Sehr häufig heißt bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig bei bis zu 1 von 10, gelegentlich bei bis zu 1 von 100, selten bei bis zu 1 von 1.000 und sehr selten bei bis zu 1 von 10.000; bei "ohne bekannte Häufigkeit" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [5, 6, 10, 16]. Jede Angabe gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht.

Schmerz- und Fiebermittel

Kommt es zu Beginn durch eine begleitende Erkältung oder Grippe zu Kopf-, Hals-, Ohren- oder Gliederschmerzen, können Schmerz- und Fiebermittel wie Paracetamol oder nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS) laut IQWiG Erleichterung verschaffen; sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich [2]. Für Kinder unter zwölf Jahren mit fieberhaften Virusinfektionen ist ASS nicht geeignet, weil es bei ihnen, wenn auch selten, zu einer schweren Hirn- und Leberschädigung (Reye-Syndrom) führen kann [2].

Paracetamol nehmen Sie laut Packungsbeilage ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage ein; bei hohem Fieber oder wenn sich die Beschwerden verschlimmern oder nach 3 Tagen nicht bessern, müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [5]. Ibuprofen ist laut Packungsbeilage zur kurzzeitigen Behandlung bestimmt; ist es bei Erwachsenen länger als 3 Tage bei Fieber oder 4 Tage bei Schmerzen nötig oder verschlimmern sich die Beschwerden, sollten Sie ärztlichen Rat einholen [6]. Die Angaben zur Dosis stehen unter Paracetamol und Ibuprofen. Mehr dazu: Ibuprofen oder Paracetamol und Fieber.

Hustenlöser und Hustenstiller

Ob Hustenlöser bei einer akuten Bronchitis helfen, lassen die bisherigen Studien laut IQWiG offen; sie sollten, wenn überhaupt, nur eingenommen werden, wenn der gebildete Schleim auch abgehustet werden kann [2]. Rezeptfreies Acetylcystein ist laut Fachinformation zur Verflüssigung des Schleims und Erleichterung des Abhustens bei akuter erkältungsbedingter Bronchitis zugelassen; ohne ärztlichen Rat sollte es nicht länger als 4 bis 5 Tage angewendet werden [8]. Ambroxol wird laut Packungsbeilage bei akuten und chronischen Erkrankungen der Bronchien und der Lunge mit zähem Schleim angewendet, ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4 bis 5 Tage [9].

Hustenstiller kommen laut IQWiG bei einer akuten Bronchitis nur selten infrage, weil sie nicht auf die entzündete Schleimhaut wirken, sondern den Hustenreiz unterdrücken sollen. Sie dürfen nur bei starkem, trockenem Reizhusten und über höchstens zwei Wochen angewendet werden, vor allem bei quälendem Husten, der einen nicht schlafen lässt; bei Husten mit Auswurf sind sie nicht sinnvoll [2]. Studien, die Hustenstiller bei akuter Bronchitis untersucht haben, gibt es laut IQWiG nicht. Die wenigen Studien bei einfachen Erkältungen, Rachen- oder Nasennebenhöhlenentzündungen zeigten laut IQWiG: Codein wirkt weder bei Erwachsenen noch bei Kindern und Jugendlichen gegen akuten Husten bei Erkältungen; Dextromethorphan kann bei Infekten der oberen Atemwege den Husten lediglich bei Erwachsenen etwas lindern, zumindest für kurze Zeit nach der Einnahme [2]. Dextromethorphan darf laut IQWiG nicht bei Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD eingenommen werden; Codein ist verschreibungspflichtig, Dextromethorphan auch ohne Rezept in Apotheken erhältlich [2]. Was bei der Kombination von Schleimlösern und Hustenstillern, bei Kindern und in der Schwangerschaft gilt, steht auf der Seite Husten.

Pflanzliche Mittel

Gegen akute Bronchitis werden laut IQWiG verschiedene pflanzliche Präparate angeboten, zum Teil als Wirkstoffkombination, etwa Extrakte aus Pelargonienwurzel, Primelwurzel, Thymian, Eukalyptus oder Efeublättern. Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass sie bei einer akuten Bronchitis den Husten etwas lindern und das Abhusten unterstützen können; als Nebenwirkungen können zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden auftreten [2].

Efeublätter-Trockenextrakt wird laut Packungsbeilage bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und akuten Entzündungen der Atemwege mit Husten angewendet; halten die Beschwerden länger als 1 Woche an, sollte medizinischer Rat eingeholt werden [10]. Cineol wird zur Behandlung der Beschwerden bei Bronchitis, bei akuten, unkomplizierten, nicht bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündungen und bei Erkältungskrankheiten der Atemwege angewendet; es darf bei Keuchhusten und Pseudokrupp nicht eingenommen werden, bei Asthma nur unter ärztlicher Kontrolle [11]. Myrtol wird zur Schleimlösung und Erleichterung des Abhustens bei akuter und chronischer Bronchitis angewendet; es darf bei entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich und im Bereich der Gallenwege sowie bei schweren Lebererkrankungen nicht eingenommen werden [12]. Bei Asthma, Keuchhusten oder anderen Atemwegserkrankungen mit ausgeprägter Überempfindlichkeit der Atemwege sollten Sie Myrtol laut Packungsbeilage nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen [12].

Pelargonienwurzel: Mit Bescheid vom 27.03.2014 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angeordnet, dass Gebrauchs- und Fachinformationen pelargoniumhaltiger Arzneimittel auf Fälle von Leberschäden und Hepatitis hinweisen; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Bei Zeichen einer Leberschädigung wie Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunklem Urin, starken Schmerzen im Oberbauch oder Appetitverlust beenden Sie laut der angeordneten Gebrauchsinformation die Einnahme und suchen eine Ärztin oder einen Arzt auf [21]. Mehr dazu: Leberwerte.

Warum von Antibiotika abgeraten wird

Antibiotika töten Bakterien ab oder hemmen ihre Vermehrung. Eine akute Bronchitis wird aber meist durch Viren verursacht, gegen die Antibiotika nicht wirken; laut IQWiG beeinflussen sie den Krankheitsverlauf kaum, können aber Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit oder Hautausschläge auslösen, und häufige Verschreibungen bei Atemwegsinfekten können zu Resistenzen führen. Deshalb wird davon abgeraten [2]. Bei Menschen, die wegen einer Immunschwäche, einer schweren Lungen- oder Herzerkrankung oder ihres hohen Alters ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie eine Lungenentzündung haben, kann eine Antibiotikatherapie laut IQWiG sinnvoll sein, um Komplikationen vorzubeugen [2]. Ob und welches Antibiotikum infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Mehr dazu: Antibiotika und Antibiotika richtig einnehmen.

Fluorchinolone: Der Rote-Hand-Brief vom 08.04.2019 fordert, Fluorchinolone nicht zur Behandlung nicht schwerer oder selbstlimitierender Infektionen wie einer akuten Bronchitis zu verschreiben. Bei leichten bis mittelschweren Infektionen, darunter eine akute Verschlechterung (Exazerbation) einer chronischen Bronchitis und COPD, sollen sie danach nicht verschrieben werden, es sei denn, andere üblicherweise empfohlene Antibiotika werden als ungeeignet erachtet. Grund sind lang anhaltende, möglicherweise bleibende Nebenwirkungen, vor allem an Bewegungsapparat und Nervensystem [22]. Der Rote-Hand-Brief vom 07.06.2023 zu Wirkstoffen wie Levofloxacin und Moxifloxacin erinnert an diese Anwendungsbeschränkungen, weil aktuelle Studiendaten darauf hindeuten, dass Fluorchinolone weiterhin außerhalb der empfohlenen Anwendungsgebiete verschrieben werden; sie sollten nur für die zugelassenen Anwendungsgebiete und nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung für den einzelnen Menschen verschrieben werden [23]. Mehr dazu: Sehnenschäden durch Medikamente.

Atemwegserweiternde Mittel

Atemwegserweiternde Medikamente werden meist als Inhalationsspray bei Erkrankungen wie Asthma oder COPD eingesetzt, die die Bronchien verengen. Bei einer akuten Bronchitis ohne verengte Atemwege helfen sie laut IQWiG nicht und sollten nicht angewendet werden [2]. Mehr dazu: Asthma- und COPD-Medikamente.

Schwangerschaft

Paracetamol kann laut Packungsbeilage falls erforderlich in der Schwangerschaft eingenommen werden, in der geringstmöglichen Dosis und für den kürzestmöglichen Zeitraum [5]. Ibuprofen dürfen Sie in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht einnehmen; in den ersten 6 Monaten sollten Sie es nur einnehmen, wenn es absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt [6]. Acetylcystein und Ambroxol können laut Embryotox (Charité Berlin) auch in der Schwangerschaft verwendet werden, wenn Inhalationen und ausreichendes Trinken nicht genügen [19, 20]. Laut den Packungsbeilagen dürfen Sie Acetylcystein in der Schwangerschaft nur anwenden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Anwendung für absolut notwendig hält; Ambroxol sollten Sie, vor allem im ersten Drittel, nur nach ärztlicher Anordnung und sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung einnehmen [7, 9]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Paracetamol: Nach einer Überdosierung treten laut Packungsbeilage im Allgemeinen innerhalb von 24 Stunden Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe und Bauchschmerzen auf; wurde mehr als empfohlen eingenommen, rufen Sie laut Packungsbeilage die nächst erreichbare Ärztin oder den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe [5]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder der Apotheke, wenn Sie chronisch alkoholkrank sind oder Ihre Leberfunktion beeinträchtigt ist [5]. Mehr dazu: Leberwerte.

Ibuprofen: Bei Anzeichen einer Magen-Darm-Blutung wie stärkeren Oberbauchschmerzen, Blut im Stuhl, schwarzem Stuhl (Teerstuhl), Bluterbrechen oder Erbrochenem, das wie Kaffeesatz aussieht, nehmen Sie Ibuprofen laut Packungsbeilage nicht weiter ein und begeben sich sofort in ärztliche Behandlung [6]. Treten während der Einnahme Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung, Überwärmung, Schmerz oder Fieber neu auf oder verschlimmern sie sich, sollte unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt werden; sehr selten ist im zeitlichen Zusammenhang mit solchen Entzündungshemmern eine Verschlechterung infektionsbedingter Entzündungen beschrieben worden [6]. Ibuprofen kann laut Packungsbeilage außerdem Anzeichen einer Infektion wie Fieber und Schmerzen verdecken; dadurch kann sich eine angemessene Behandlung verzögern und das Risiko für Komplikationen steigen, beobachtet unter anderem bei bakterieller Lungenentzündung [6]. Mehr dazu: Magenbeschwerden und Blutungen.

Hustenmittel: Bei Acetylcystein und Ambroxol wurde über schwere Hautreaktionen berichtet; bei Hautausschlag oder neuen Veränderungen an Haut und Schleimhäuten beenden Sie laut Packungsbeilage die Anwendung und holen unverzüglich ärztlichen Rat ein [7, 9]. Nach einem europäischen Bewertungsverfahren zu akuten und verzögerten Überempfindlichkeitsreaktionen hat die EU-Kommission am 14.01.2016 entschieden, die Fach- und Gebrauchsinformationen ambroxol- und bromhexinhaltiger Arzneimittel um einen Warnhinweis zu Berichten über schwere Hautreaktionen zu ergänzen; das BfArM hat die Umsetzung mit Bescheid vom 11.02.2016 angeordnet [26]. Dextromethorphan kann häufig leichte Müdigkeit und Schwindelgefühl verursachen und das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr beeinträchtigen; es kann zu Abhängigkeit führen, Fälle von Missbrauch wurden vorwiegend bei Jugendlichen berichtet [14]. Codein kann abhängig machen; bei Zeichen wie langsamer oder flacher Atmung, Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder engen Pupillen beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und holen sofort ärztlichen Rat ein [16]. Kindern unter 12 Jahren darf Codein nicht gegeben werden [16]; das BfArM hat dazu mit Bescheid vom 17.06.2015 einen europäischen Beschluss umgesetzt [25]. Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen, Müdigkeit und Hustenmittel.

Pflanzliche Mittel: Bei Efeublätter-Extrakt nennt die Packungsbeilage allergische Reaktionen wie Atemnot, Schwellungen, Hautrötungen und Juckreiz, ohne bekannte Häufigkeit [10]. Bei Cineol dürfen Sie die Kapseln bei ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion nicht nochmals einnehmen [11]; bei Myrtol setzen Sie das Mittel bei allergischen Reaktionen mit Atemnot oder Kreislaufstörungen laut Packungsbeilage ab und informieren sofort eine Ärztin oder einen Arzt [12]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Vorbeugen und andere schützen

Wer sich vor Erkältungen schützt, beugt laut IQWiG auch einer akuten Bronchitis vor. Regelmäßiges Händewaschen und möglichst nicht mit den Fingern ins Gesicht zu fassen, senkt das Risiko, sich mit Erkältungsviren anzustecken [1]. Um andere zu schützen, hustet oder niest man in die Armbeuge statt in die Hand, entsorgt benutzte Taschentücher direkt, hält Abstand, verzichtet auf Händedruck, Umarmungen oder Küsse und kuriert die Erkrankung möglichst zu Hause aus; auch ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz kann helfen [1].

Weil Rauchen Husten fördert und eine Erkältung verlängern kann, ist es laut IQWiG sinnvoll, damit aufzuhören; Unterstützung beschreibt die Seite Rauchen aufhören [3]. Für bestimmte Erkrankungen mit dem Hauptsymptom Husten wie Grippe und Covid-19 stehen Impfungen zur Verfügung [3].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Diese Warnzeichen sollten laut IQWiG ärztlich abgeklärt werden [1]:

  • Der Husten dauert länger als acht Wochen.
  • Das Fieber ist sehr hoch oder steigt nach einer fieberfreien Phase wieder an.
  • Der Husten wird von starkem Krankheitsgefühl, Schüttelfrost und nächtlichem Schwitzen begleitet.
  • Im abgehusteten Schleim ist Blut zu sehen.
  • Es kommt vermehrt zu Atemnot und auffälligen, pfeifenden Geräuschen beim Atmen.

Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer chronischen Erkrankung von Herz oder Lunge kann es sinnvoll sein, schon bei leichteren Beschwerden zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen [1]. Außerhalb der Sprechzeiten hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117, zum Beispiel bei einer Erkältung mit Fieber über 39 °C, wenn die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten kann. Schwere Atemnot und starke Brustschmerzen sind Fälle für den Notruf 112 [24].

Quellen

  1. Akute Bronchitis. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.03.2023. abgerufen am 17.10.2026
  2. Behandlung bei akuter Bronchitis. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.03.2023. abgerufen am 17.10.2026
  3. Husten. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.02.2026. abgerufen am 17.10.2026
  4. Leitlinie Diagnosis and Treatment of Adult Patients with Cough. Englische Fassung der S2k-Leitlinie "Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten" (AWMF-Register-Nr. 020-003, Fassung 02/2025, gültig bis 30.01.2030), Respiration 2025, DOI 10.1159/000549999, Open Access (CC BY-NC). P. Kardos, S. Becker, K.-R. Heidenreich, L. Klimek, T. Köhnlein et al. für die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP); S. Karger AG. Stand online veröffentlicht 12.12.2025. abgerufen am 17.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 17.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NAC-ratiopharm akut 600 mg Hustenlöser Brausetabletten (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 17.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation NAC-ratiopharm akut 600 mg Hustenlöser Brausetabletten (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 07/2024. abgerufen am 17.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ambroxol-ratiopharm 30 mg Hustenlöser Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Prospan Hustenliquid, Flüssigkeit zum Einnehmen. Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG. Stand 03/2025. abgerufen am 17.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Soledum Kapseln forte 200 mg, magensaftresistente Weichkapseln (10018003 12P0923). Cassella-med GmbH & Co. KG. Stand 08/2023. abgerufen am 17.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation GeloMyrtol forte 300 mg, magensaftresistente Weichkapseln. G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG. Stand 02/2018. abgerufen am 17.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation GeloMyrtol forte, 300 mg, magensaftresistente Weichkapseln (007773-81870). G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG. Stand 07/2021. abgerufen am 17.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Silomat Hustenstiller Dextromethorphan Intensiv 22 mg Hartkapseln (9357082 2404). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 17.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Hustenstiller-ratiopharm Dextromethorphan Hartkapseln (Version 3). ratiopharm GmbH. Stand 03/2021. abgerufen am 17.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen, Tropfen zum Einnehmen, Lösung. AbZ-Pharma GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 17.10.2026
  17. Fachinformation Fachinformation Codeintropfen-CT 1 mg/Tropfen. AbZ-Pharma GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 17.10.2026
  18. Embryotox Embryotox: Efeu. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
  19. Embryotox Embryotox: Acetylcystein. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
  20. Embryotox Embryotox: Ambroxol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
  21. Behörde Abwehr von Gefahren durch Arzneimittel, Stufe II: Pelargonium-Wurzel-haltige Arzneimittel, Bescheid (Risikoinformation "Pelargoniumhaltige Arzneimittel: Risiko von Leberschädigungen", 31.03.2014). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 27.03.2014. abgerufen am 17.10.2026
  22. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu systemisch und inhalativ angewendeten Chinolon- und Fluorchinolon-Antibiotika: Risiko von die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen; Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber von Fluorchinolon-Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.04.2019. abgerufen am 17.10.2026
  23. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu systemisch und inhalativ angewendeten fluorchinolonhaltigen Antibiotika: Erinnerung an die Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber fluorchinolonhaltiger Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 07.06.2023. abgerufen am 17.10.2026
  24. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
  25. Behörde Codein: Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von codeinhaltigen Arzneimitteln zur Behandlung von Husten bei Kindern und Jugendlichen (Eintrag vom 19.06.2015 zum Bescheid vom 17.06.2015). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 19.06.2015. abgerufen am 17.10.2026
  26. Behörde Ambroxol und Bromhexin: Erhöhte Zahl von akuten und verzögerten Hypersensitivitätsreaktionen (Eintrag vom 23.02.2016 zum Durchführungsbeschluss der EU-Kommission). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.02.2016. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine akute Bronchitis?

Erkältungsbeschwerden wie Schnupfen oder Fieber bessern sich laut IQWiG meist schon innerhalb weniger Tage deutlich. Bis der Husten abgeklungen ist, können jedoch mehrere Wochen vergehen. Normalerweise verschwindet eine akute Bronchitis von selbst und bleibt folgenlos, es sei denn, die Lunge ist vorgeschädigt. Hält der Husten länger als acht Wochen an, ist es sinnvoll, ihn ärztlich abklären zu lassen.

Ist eine Bronchitis ansteckend?

Sie kann ansteckend sein, wenn Viren oder Bakterien die Ursache sind. Beim Abhusten werden laut IQWiG Tröpfchen des Schleims zusammen mit Erregern in der Luft verteilt, die für andere ansteckend sein können (Tröpfcheninfektion). Um andere zu schützen, husten oder niesen Sie in die Armbeuge, entsorgen benutzte Taschentücher direkt, halten Abstand, verzichten auf Händedruck, Umarmungen oder Küsse und kurieren die Erkrankung möglichst zu Hause aus.

Brauche ich bei Bronchitis ein Antibiotikum?

In der Regel nicht. Eine akute Bronchitis wird laut IQWiG meist durch Viren verursacht, gegen die Antibiotika nicht wirken; sie beeinflussen den Krankheitsverlauf kaum, können aber Nebenwirkungen haben und zu Resistenzen führen, deshalb werden sie nicht empfohlen. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für Komplikationen, etwa wegen einer Immunschwäche, einer schweren Lungen- oder Herzerkrankung oder hohen Alters, kann eine Antibiotikatherapie laut IQWiG sinnvoll sein. Ob das für Sie gilt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Was hilft bei Bronchitis?

Wer sich schlapp und krank fühlt, schont sich laut IQWiG am besten ein paar Tage und verzichtet auf Sport und andere anstrengende Tätigkeiten; heißer Tee oder Brühe werden meist als wohltuend empfunden. Paracetamol oder Ibuprofen können manchmal sinnvoll sein, um Fieber und Schmerzen zu lindern. Honig kann ein hustenstillendes Hausmittel sein, ist aber für Kinder unter einem Jahr nicht geeignet. Neben Honig können laut IQWiG möglicherweise einige pflanzliche Arzneimittel den Husten etwas lindern. Wer raucht, kann die Atemwege schonen, indem er möglichst nicht zur Zigarette greift.

Helfen pflanzliche Mittel bei Bronchitis?

Angeboten werden laut IQWiG unter anderem Extrakte aus Pelargonienwurzel, Primelwurzel, Thymian, Eukalyptus oder Efeublättern, zum Teil als Kombination. Die bisherigen Studien deuten darauf hin, dass sie den Husten bei einer akuten Bronchitis etwas lindern und das Abhusten unterstützen können; als Nebenwirkung können zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Für Arzneimittel mit Pelargonienwurzel hat das BfArM mit Bescheid vom 27.03.2014 Hinweise in Gebrauchs- und Fachinformation auf Fälle von Leberschäden und Hepatitis angeordnet; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Cineol darf laut Packungsbeilage bei Keuchhusten und Pseudokrupp nicht eingenommen werden.

Was ist der Unterschied zwischen akuter und chronischer Bronchitis?

Bei einer akuten Bronchitis sind die Bronchien vorübergehend entzündet, meist durch Erkältungsviren, und die Erkrankung verschwindet in der Regel von selbst. Wer über mehrere Monate Husten und Auswurf hat, könnte laut IQWiG an einer chronischen Bronchitis erkrankt sein. Sie wird oft durch Rauchen hervorgerufen und kann sich zu einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) entwickeln. Mehr dazu auf der Seite COPD.

Darf ich mit Bronchitis Sport machen?

Wer sich schlapp und krank fühlt, schont sich laut IQWiG am besten ein paar Tage; dazu gehört, auf Sport und andere anstrengende körperliche Aktivitäten zu verzichten. Besonders in den ersten Tagen der Erkrankung ist es wichtig, sich die nötige Ruhe zu gönnen.

Wann sollte ich mit Bronchitis zum Arzt?

Laut IQWiG sollten diese Warnzeichen ärztlich abgeklärt werden: Husten, der länger als acht Wochen dauert, sehr hohes Fieber oder Fieber, das nach einer fieberfreien Phase wieder ansteigt, starkes Krankheitsgefühl mit Schüttelfrost und nächtlichem Schwitzen, Blut im abgehusteten Schleim sowie zunehmende Atemnot mit pfeifenden Atemgeräuschen. Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer chronischen Herz- oder Lungenerkrankung kann ein Arztbesuch schon bei leichteren Beschwerden sinnvoll sein. Bei schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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