Ratgeber

Antibiotika richtig einnehmen

Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Nehmen Sie ein verordnetes Antibiotikum so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es verordnet hat, auch wenn es Ihnen schon besser geht, und halten Sie die vorgegebenen Einnahmezeiten ein; ob es vor, zu oder nach dem Essen und mit welchem Getränk eingenommen wird, steht in der Packungsbeilage und unterscheidet sich von Mittel zu Mittel. Geben Sie Antibiotika nicht an andere weiter, und fragen Sie bei Unsicherheit in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke.

Mann mit kurzem dunkelblondem Haar in hellblauem Hemd sitzt am Frühstückstisch und trinkt ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren [3]. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) empfiehlt, sie genau nach Vorschrift einzunehmen: in der verordneten Dosierung, zu den vorgeschriebenen Einnahmezeiten und über die ganze Einnahmedauer [3]. Wann und womit Sie Ihr Antibiotikum einnehmen, etwa vor, zu oder nach einer Mahlzeit, steht in der Packungsbeilage [3, 8, 10].

Antibiotika sind in Deutschland verschreibungspflichtig; für einen umsichtigen Einsatz sind laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vor allem Ärztinnen und Ärzte verantwortlich [2]. Eine falsche Einnahme oder ein zu häufiger Einsatz kann laut gesund.bund.de dazu führen, dass Bakterien unempfindlich gegen Antibiotika werden und manche Infektionskrankheiten nicht mehr so gut behandelt werden können [1].

Warum es bei Antibiotika auf die richtige Einnahme ankommt

Antibiotika töten Bakterien ab oder hemmen ihr Wachstum; nicht jedes Antibiotikum wirkt gegen jedes Bakterium [3]. Gegen Erkältungskrankheiten und Grippe, die durch Viren hervorgerufen werden, sind sie laut BIÖG wirkungslos [3]. Bekommen ansonsten gesunde Menschen eine Erkältung oder Grippe, helfen Antibiotika bei normalem Verlauf laut IQWiG nicht, können aber trotzdem Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Pilzinfektionen verursachen [2]. Mehr: Erkältung und Grippe.

Resistent heißt, dass Bakterien eine Eigenschaft erworben haben, die sie vor dem Antibiotikum schützt [2]. Werden Antibiotika sehr häufig eingesetzt, kann sich ein resistenter Erreger laut IQWiG besonders gut vermehren, weil seine empfindlichen Artgenossen gehemmt werden und nur er übrig bleibt [2]. Auch eine fehlerhafte Anwendung oder der vorzeitige Abbruch der Behandlung begünstigt laut BIÖG die Entstehung resistenter Bakterien, weil sie dadurch überleben und sich weiter vermehren können [3]. Nehmen Patientinnen und Patienten unnötig Antibiotika ein, können diese laut Robert Koch-Institut ihre Wirksamkeit verlieren und dann, wenn es darauf ankommt, nicht mehr helfen [4].

Die Einnahme in der verordneten Dosierung und in den vorgeschriebenen Zeitabständen soll laut BIÖG einen ausreichend hohen und gleichmäßigen Wirkstoffspiegel im Körper gewährleisten [3]. Verwenden Sie nie ein Antibiotikum, das einer anderen Person verschrieben wurde, und geben Sie Ihres an niemanden weiter, auch nicht bei ähnlichen Beschwerden [3]. Laut Robert Koch-Institut empfiehlt das BIÖG außerdem, Antibiotika nicht ohne Rezept im Internet oder im Ausland zu kaufen [4]. Mehr: Medikamente online kaufen und die Übersichten Penicilline und Cephalosporine sowie weitere Antibiotika.

Welche Medikamente betroffen sein können

Was die Packungsbeilage zur Einnahme sagt, unterscheidet sich von Wirkstoff zu Wirkstoff [8, 10, 15]. Die Tabelle gibt die Hinweise zur Art der Einnahme aus der Packungsbeilage je eines Präparats wieder, bei Doxycyclin aus der Fachinformation; welches Präparat, steht in den Quellen am Ende der Seite. Wie oft und in welchen Abständen Sie ein Antibiotikum einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Beispiele: Angaben aus der Packungsbeilage (Auswahl)
WirkstoffWas die Packungsbeilage zur Einnahme sagtMehr dazu
AmoxicillinUnzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, einnehmen. Es sollte mit einer Mahlzeit eingenommen werden, weil das die Verträglichkeit verbessert; die Wirksamkeit wird dadurch nicht beeinträchtigt [8]Einnahme von Amoxicillin
AzithromycinMit oder ohne Mahlzeit; die Einnahme unmittelbar vor einer Mahlzeit kann die Verträglichkeit für den Magen verbessern [9]Einnahme von Azithromycin
CefuroximNach einer Mahlzeit einnehmen, das fördert die Wirksamkeit. Die Tabletten im Ganzen mit etwas Wasser einnehmen; wegen des bitteren Geschmacks sollten sie nicht zerdrückt oder zerkaut werden [10]Einnahme von Cefuroxim
CiprofloxacinUnzerkaut mit viel Flüssigkeit, mit oder ohne Mahlzeit. Während einer Mahlzeit mit Milchprodukten ist die Einnahme möglich, nicht aber gleichzeitig mit Milchprodukten oder calciumhaltigen Getränken, die allein und getrennt von den Mahlzeiten eingenommen werden: Ciprofloxacin sollte ein bis zwei Stunden vor oder frühestens 4 Stunden nach solchen Milchprodukten oder Getränken eingenommen werden. Während der Behandlung ausreichend trinken [11]Einnahme von Ciprofloxacin
ClindamycinIm Ganzen mit ausreichend Flüssigkeit, mindestens einem großen Glas Wasser, und mindestens 30 Minuten vor dem Hinlegen einnehmen, um Reizungen der Speiseröhre zu vermeiden [12]Einnahme von Clindamycin
CotrimoxazolUnzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit nach den Mahlzeiten einnehmen. Während der Behandlung ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten [13]Einnahme von Cotrimoxazol
DoxycyclinLaut Fachinformation sollte Doxycyclin mit dem Frühstück oder zusammen mit einer anderen Mahlzeit eingenommen werden; die Einnahme nach oder während einer Mahlzeit kann Magen-Darm-Störungen verringern. Um Geschwüre der Speiseröhre zu vermeiden, sollte die Tablette mit einem Glas Wasser (keine Milch) und nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen eingenommen werden. Milch, Milchprodukte, calciumhaltige Fruchtsäfte, Mittel mit Aluminium, Mittel gegen Sodbrennen mit Magnesium (Antazida) sowie Zink-, Bismut- und Eisenpräparate sollten in einem zeitlichen Abstand von 2 bis 3 Stunden eingenommen werden [14]Einnahme von Doxycyclin
FosfomycinWeil Nahrung die Aufnahme verzögern kann, sollte Fosfomycin auf nüchternen Magen eingenommen werden (2 bis 3 Stunden vor oder 2 bis 3 Stunden nach einer Mahlzeit). Den Inhalt des Beutels in einem Glas Wasser auflösen und sofort trinken [15]Einnahme von Fosfomycin
LevofloxacinUnzerkaut mit ausreichend Wasser, zu den Mahlzeiten oder jederzeit dazwischen. Eisentabletten, Zinkpräparate und Mittel gegen Sodbrennen mit Magnesium oder Aluminium (Antazida) dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden, sondern mindestens 2 Stunden vor oder nach Levofloxacin. Während der Einnahme und noch 2 Tage nach Behandlungsende direkte Sonne meiden [16]Einnahme von Levofloxacin
MetronidazolUnzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, während des Essens oder kurz danach. Alkohol ist während der Behandlung und für mindestens 48 Stunden danach zu vermeiden [17]Einnahme von Metronidazol
NitrofurantoinMit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel Harntee, zu oder kurz nach den Mahlzeiten einnehmen [18]Einnahme von Nitrofurantoin
PivmecillinamUnzerkaut im Sitzen oder Stehen einnehmen und dabei mindestens ein halbes Glas Wasser oder ein anderes Getränk trinken; bevorzugt mit einer Mahlzeit, um Magenprobleme zu vermeiden. Die Einnahme kurz vor dem Schlafengehen vermeiden [19]Einnahme von Pivmecillinam

Die Tabelle ist eine Auswahl. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Wie lange Sie ein Antibiotikum einnehmen

Antibiotika sollten laut IQWiG so lange eingenommen werden, wie die Ärztin oder der Arzt sie verordnet hat. Klingen die Beschwerden früher ab, muss das nicht heißen, dass alle Erreger abgetötet sind; übrig gebliebene Keime können dafür sorgen, dass die Krankheit wieder ausbricht [2]. Die Packungsbeilagen der Beispiele sagen es ähnlich:

  • Amoxicillin: so lange einnehmen, wie verordnet, auch wenn Sie sich bereits besser fühlen. Für die Bekämpfung der Infektion sind alle verordneten Dosen nötig; überleben einige Bakterien, kann die Infektion erneut auftreten [8].
  • Ciprofloxacin: Wird es zu früh abgesetzt, ist es möglich, dass die Infektion nicht vollständig geheilt wird, die Beschwerden erneut auftreten oder sich der Zustand verschlechtert; auch eine Resistenz gegen das Antibiotikum kann entstehen [11].
  • Cotrimoxazol: Die Bekämpfung der Krankheitserreger muss auch nach dem Rückgang der Beschwerden eine Zeitlang fortgeführt werden, sonst können die Krankheitserscheinungen wieder auftreten [13].

Beenden Sie die Einnahme laut IQWiG deshalb nicht einfach selbst, sondern halten Sie Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [2]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen. Fühlen Sie sich nach Abschluss der Behandlung immer noch unwohl, sollten Sie laut Packungsbeilage von Amoxicillin Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen [8].

Haben Sie eine Einnahme vergessen, gilt die Regel Ihrer Packungsbeilage; ob und bis wann eine Dosis nachgeholt wird, unterscheidet sich von Mittel zu Mittel. Gemeinsam ist den Packungsbeilagen von Amoxicillin, Azithromycin, Ciprofloxacin, Cotrimoxazol und Levofloxacin der Hinweis, nicht die doppelte Menge einzunehmen [8, 9, 11, 13, 16]. Erinnerungen zu den Einnahmezeiten, die Sie eingeben, erstellt das Werkzeug Einnahme-Erinnerung als Kalenderdatei.

Milch, Mineralstoffe, Alkohol und die Pille

Frau mit langem kastanienbraunem Haar in grünem Pullover füllt in einer hellen Küche ein Glas mit Leitungswasser
Bild: KI-generiert

gesund.bund.de rät, Antibiotika nur mit Wasser einzunehmen, weil Säfte, Milchprodukte und Alkohol die Aufnahme beeinflussen können; Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralstoffen können die Wirkung hemmen und sollten nicht gleichzeitig eingenommen werden [1]. Zu den Milchprodukten zählen laut IQWiG neben Milch auch Butter, Joghurt, Käse und Quark; auch Grapefruitsaft und Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralstoffen wie Kalzium können die Wirkung von Antibiotika hemmen [2]. Das BIÖG nennt als Getränk am besten Leitungswasser, weil Milch oder auch Mineralwasser die Wirkung mancher Antibiotika beeinflussen können [3]. Wie streng das für Ihr Mittel gilt, steht in der Packungsbeilage; Beispiele sind Ciprofloxacin, Doxycyclin und Levofloxacin in der Tabelle oben [11, 14, 16]. Mehr: Medikamente mit Milch und Medikamente vor oder nach dem Essen.

Auch Alkohol kann laut gesund.bund.de die Aufnahme eines Antibiotikums beeinflussen [1]. Bei Metronidazol ist Alkohol laut Packungsbeilage während der Behandlung und für mindestens 48 Stunden danach zu vermeiden, da sonst Unverträglichkeitserscheinungen wie Hautrötungen im Bereich von Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten können [17]. Chronischer Alkoholmissbrauch kann laut Fachinformation von Doxycyclin den Abbau des Wirkstoffs beschleunigen [14]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Alkohol und auf den Seiten Amoxicillin und Alkohol und Doxycyclin und Alkohol.

Manche Antibiotika können laut IQWiG die Wirkung der Antibabypille beeinträchtigen [2]. Laut BIÖG können auch Magen-Darm-Probleme während der Behandlung die Sicherheit des Verhütungsmittels einschränken [3]. Die Packungsbeilage von Nitrofurantoin zum Beispiel sagt: Bei Durchfall und Erbrechen sollten zur Empfängnisverhütung während und einen Monat nach der Behandlung zusätzlich ergänzende, nicht hormonelle Maßnahmen angewendet werden [18]. Mehr im Ratgeber Pille und Antibiotika.

Fluorchinolone: eingeschränkte Anwendung

Fluorchinolone wie Ciprofloxacin und Levofloxacin sind laut einem Rote-Hand-Brief vom 7. Juni 2023 mit sehr seltenen, schwerwiegenden, die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise bleibenden Nebenwirkungen verbunden [6]. Dazu können Entzündungen und Risse von Sehnen, Gelenkschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen, Gangstörungen, Nervenschäden mit Missempfindungen, Depressionen, Erschöpfung, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen, Psychosen, Schlafstörungen und Störungen von Hören, Sehen, Schmecken und Riechen gehören [6]. Der Rote-Hand-Brief vom 8. April 2019 forderte Ärztinnen und Ärzte auf, Fluorchinolone unter anderem nicht zur Behandlung von nicht schweren oder von selbst abklingenden Infektionen wie Halsentzündung, Mandelentzündung oder akuter Bronchitis zu verschreiben und bei leichten bis mittelschweren Infektionen wie einer unkomplizierten Blasenentzündung nur, wenn andere üblicherweise empfohlene Antibiotika als ungeeignet erachtet werden [5]. Der Rote-Hand-Brief vom 7. Juni 2023 erinnerte daran: Fluorchinolone sollten in diesen Fällen nicht verschrieben werden [6].

Sehnenschäden, besonders an der Achillessehne, können laut Rote-Hand-Brief von 2023 innerhalb von 48 Stunden nach Behandlungsbeginn oder mit einer Verzögerung von einigen Monaten nach dem Ende der Behandlung auftreten [6]. Laut dem Brief wurden die Produktinformationen 2018 und 2020 außerdem um die Risiken für Aortenaneurysmen und -dissektionen, also Ausbuchtungen und Einrisse der Hauptschlagader, und für undichte Herzklappen ergänzt [6]. Mehr: Sehnenschäden durch Medikamente und Lichtempfindlichkeit durch Medikamente.

Für wen es besonders wichtig ist

  • Ältere Menschen, Menschen mit Kortison, Nierenproblemen oder einem Spenderorgan: Bei ihnen kann laut den Rote-Hand-Briefen das Risiko für eine durch Fluorchinolone ausgelöste Sehnenentzündung und einen Sehnenriss erhöht sein [5, 6]. Die Packungsbeilage von Ciprofloxacin nennt ein höheres Risiko, wenn Sie über 60 Jahre alt sind, ein Organtransplantat erhalten haben, unter Nierenproblemen leiden oder gleichzeitig mit Kortikosteroiden behandelt werden [11]. Mehr: Medikamente im Alter.
  • Schwangere und Stillende: Frauen müssen der Ärztin oder dem Arzt laut BIÖG vor der Behandlung unbedingt mitteilen, ob sie schwanger sind oder stillen [3]. Mehr: Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
  • Kinder: Nicht jedes Antibiotikum kann laut BIÖG im Kindesalter eingesetzt werden, und die Dosierung wird auf Körpergewicht oder Alter des Kindes abgestimmt [3]. Bei Säften steht die Zubereitung in der Packungsbeilage; zum Abmessen empfiehlt das BIÖG ausschließlich den beiliegenden Messlöffel, weil Haushaltslöffel keine genaue Dosierung gewährleisten [3]. Mehr: Medikamente bei Kindern.
  • Menschen mit Allergien: Amoxicillin darf laut Packungsbeilage nicht einnehmen, wer allergisch gegen Amoxicillin oder Penicillin ist oder schon einmal eine allergische Reaktion gegen ein anderes Penicillin hatte [8]. Mehr: Arzneimittelallergie.

So gehen Sie vor

  1. Vorher alles sagen Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt laut BIÖG über Begleiterkrankungen, weitere Arzneimittel und Allergien, auch über allergische Reaktionen bei früheren Antibiotika-Behandlungen [3].
  2. Packungsbeilage lesen Achten Sie darauf, ob das Mittel vor, zu oder nach den Mahlzeiten einzunehmen ist und auf welche Nahrungs- und Genussmittel Sie während der Behandlung verzichten sollten [3]. Fragen Sie im Zweifel in Ihrer Arztpraxis oder Apotheke [2].
  3. Einnahmezeiten einhalten Halten Sie die vorgegebenen Einnahmezeiten und Abstände ein, wie sie Ihnen verordnet wurden [1]. Erinnerungen richten Sie mit dem Werkzeug Einnahme-Erinnerung ein.
  4. Bis zum Ende einnehmen Führen Sie die Behandlung laut gesund.bund.de bis zum Ende fort, auch wenn es Ihnen bereits wieder besser geht [1].
  5. Reste richtig entsorgen Heben Sie übrig gebliebene Tabletten nicht für später auf und geben Sie sie nicht weiter. Entsorgen Sie sie, wie es in Ihrer Region vorgesehen ist, nie im Abfluss oder in der Toilette [1, 2]. Wie Sie die Regel Ihrer Region finden, erklären der Ratgeber Medikamente entsorgen und der Entsorgungs-Wegweiser.
  6. Auffälligkeiten mitteilen Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt laut BIÖG mit, wenn während der Behandlung Auffälligkeiten oder unerwünschte Wirkungen auftreten [3]. Wie Sie Nebenwirkungen melden können, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden; mehr zu Beschwerden unter Durchfall durch Medikamente und Scheidenpilz.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot und starke Brustschmerzen nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unter den Fällen für den Notruf 112 [7]. Diese Warnzeichen nennen Packungsbeilagen aus der Tabelle:

  • Allergische Reaktion unter Amoxicillin: Juckreiz der Haut oder Ausschlag, Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Körper oder Atembeschwerden; diese können schwerwiegend sein. Dann nehmen Sie Amoxicillin laut Packungsbeilage nicht weiter ein und wenden sich sofort an einen Arzt [8]. Dasselbe gilt laut Packungsbeilage für eine Entzündung des Dickdarms mit Durchfall, der manchmal Blut enthält, Schmerzen und Fieber [8].
  • Schwerer Durchfall unter Ciprofloxacin: Während der Einnahme von Antibiotika und selbst mehrere Wochen nach dem Ende der Behandlung können laut Packungsbeilage Durchfälle auftreten. Bei starkem oder anhaltendem Durchfall oder wenn der Stuhl Blut oder Schleim enthält, beenden Sie die Einnahme und wenden sich sofort an Ihren Arzt, da dies lebensbedrohlich sein kann; nehmen Sie keine Arzneimittel ein, die die Darmbewegung anhalten oder verlangsamen [11].
  • Sehnenschmerzen unter Ciprofloxacin: Beim ersten Anzeichen von Schmerz oder Entzündung einer Sehne, etwa an Fußknöchel, Handgelenk, Ellenbogen, Schulter oder Knie, beenden Sie laut Packungsbeilage die Anwendung, wenden sich an Ihren Arzt und stellen den schmerzenden Bereich ruhig [11].
  • Plötzliche starke Schmerzen unter Ciprofloxacin: Spüren Sie plötzlich starke Schmerzen im Bauch, im Brustbereich oder im Rücken, die Zeichen einer Ausbuchtung oder Aufspaltung der Hauptschlagader sein können, begeben Sie sich laut Packungsbeilage sofort in eine Notaufnahme [11].

Quellen

  1. Behörde Umgang mit Arzneimitteln: Richtig lagern, einnehmen und entsorgen (Abschnitte "Was ist bei der Einnahme von Antibiotika zu beachten?" und Lebensmittel). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem BfArM). Stand 17.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  2. Antibiotika richtig anwenden und Resistenzen vermeiden. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand aktualisiert am 03.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
  3. Behörde Antibiotika. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), infektionsschutz.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde FAQ zu Antibiotikaresistenz: Antibiotikaverbrauch (Frage "Was kann man selbst tun, um Antibiotikaresistenzen zu verringern?"). Robert Koch-Institut (RKI). Stand 19.08.2025. abgerufen am 18.10.2026
  5. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete Chinolon- und Fluorchinolon-Antibiotika, Risiko von die Lebensqualität beeinträchtigenden, lang anhaltenden und möglicherweise irreversiblen Nebenwirkungen; Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber von Fluorchinolon-Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.04.2019. abgerufen am 18.10.2026
  6. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Systemisch und inhalativ angewendete fluorchinolonhaltige Antibiotika, Erinnerung an die Anwendungsbeschränkungen. Zulassungsinhaber fluorchinolonhaltiger Antibiotika in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 07.06.2023. abgerufen am 18.10.2026
  7. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amoxicillin-ratiopharm 1000 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Azithromycin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cefuroxim-ratiopharm 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2023. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciprofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clindamycin-ratiopharm 300 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cotrim forte-ratiopharm 800 mg/160 mg Tabletten (Sulfamethoxazol/Trimethoprim). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation Doxy-M-ratiopharm 100 mg / 200 mg Tabletten (Abschnitte 4.2 und 4.5). ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 18.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fosfuro 3000 mg Granulat zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen (Fosfomycin). APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 02/2022. abgerufen am 18.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Levofloxacin-ratiopharm 500 mg Filmtabletten (Versionscode Z20). ratiopharm GmbH. Stand 12/2025. abgerufen am 18.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 18.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Nifurantin 100 mg Tabletten (Nitrofurantoin). APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 05/2022. abgerufen am 18.10.2026
  19. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pivmelam 400 mg Filmtabletten (Pivmecillinam; Version v007de-1). APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Warum muss ich ein Antibiotikum bis zum Ende nehmen, obwohl es mir besser geht?

Wenn Beschwerden früher abklingen, muss das laut IQWiG nicht heißen, dass alle Erreger abgetötet sind; übrig gebliebene Keime können dafür sorgen, dass die Krankheit wieder ausbricht. Laut Packungsbeilage von Ciprofloxacin ist es bei zu frühem Absetzen möglich, dass die Infektion nicht vollständig geheilt wird, die Beschwerden wiederkommen oder eine Resistenz gegen das Antibiotikum entsteht. Wie lange Sie es einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Darf ich ein Antibiotikum selbst absetzen, wenn ich Nebenwirkungen habe?

Für bestimmte schwere Nebenwirkungen verlangt die Packungsbeilage selbst, die Einnahme zu beenden: Bei Zeichen einer allergischen Reaktion wie Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge oder Atembeschwerden nehmen Sie Amoxicillin laut Packungsbeilage nicht weiter ein und wenden sich sofort an einen Arzt. Bei starkem oder anhaltendem Durchfall oder Blut oder Schleim im Stuhl beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme von Ciprofloxacin und wenden sich sofort an Ihren Arzt; beim ersten Anzeichen von Schmerz oder Entzündung einer Sehne beenden Sie die Anwendung und wenden sich an Ihren Arzt. Ansonsten gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Teilen Sie Nebenwirkungen Ihrer Arztpraxis mit, wie es das BIÖG empfiehlt.

Was mache ich, wenn ich eine Einnahme vergessen habe?

Das regelt jede Packungsbeilage selbst; die Regeln, ob und bis wann eine vergessene Dosis nachgeholt wird, unterscheiden sich. Gemeinsam ist den Packungsbeilagen von Amoxicillin, Azithromycin, Ciprofloxacin, Cotrimoxazol und Levofloxacin der Hinweis, nicht die doppelte Menge einzunehmen. Fragen Sie im Zweifel in Ihrer Apotheke.

Darf ich Antibiotika mit Milch einnehmen?

gesund.bund.de rät, Antibiotika nur mit Wasser einzunehmen, weil Säfte, Milchprodukte und Alkohol die Aufnahme beeinflussen können. Wie streng das für Ihr Mittel gilt, steht in der Packungsbeilage: Ciprofloxacin zum Beispiel kann während einer Mahlzeit mit Milchprodukten eingenommen werden, aber nicht zusammen mit Milchprodukten oder calciumhaltigen Getränken, die allein getrunken werden. Bei Doxycyclin nennt die Fachinformation ein Glas Wasser und keine Milch.

Darf ich während einer Antibiotika-Behandlung Alkohol trinken?

gesund.bund.de nennt Alkohol unter den Getränken, die die Aufnahme eines Antibiotikums beeinflussen können. Bei Metronidazol ist Alkohol laut Packungsbeilage während der Behandlung und für mindestens 48 Stunden danach zu vermeiden, weil sonst Unverträglichkeitserscheinungen wie Hautrötungen an Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel auftreten können. Was für Ihr Mittel gilt, steht in der Packungsbeilage; mehr im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Helfen Antibiotika bei Erkältung oder Grippe?

Antibiotika wirken laut IQWiG nur gegen Bakterien. Viele Infektionen werden durch Viren ausgelöst und sind nicht mit Antibiotika behandelbar, zum Beispiel Atemwegserkrankungen wie Husten, Schnupfen, Bronchitis oder Grippe. Bei ansonsten gesunden Menschen helfen Antibiotika bei normalem Krankheitsverlauf dann nicht, können aber Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Pilzinfektionen verursachen. Bei Anzeichen einer zusätzlichen bakteriellen Infektion kann laut BIÖG ein Antibiotikum notwendig werden.

Was mache ich mit übrig gebliebenen Antibiotika?

Laut IQWiG sollten Sie übrig gebliebene Tabletten nicht für später aufheben und nicht an andere weitergeben. Sie können über den normalen Hausmüll entsorgt oder in einigen Apotheken abgegeben werden; Apotheken sind dazu nicht verpflichtet. Medikamentenreste gehören nie in den Ausguss oder die Toilette, das belastet die Umwelt und trägt zur Resistenzbildung bei.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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