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Metronidazol: Nebenwirkungen und Wirkung
Metronidazol ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole. Die Tabletten wirken gegen Bakterien, die ohne Sauerstoff leben, und gegen bestimmte Einzeller, etwa bei bakterieller Vaginose, Trichomoniasis oder Amöbenruhr. Häufig sind Geschmacksstörungen wie ein metallischer Geschmack, Übelkeit, Durchfall und ein dunkler Urin. Alkohol ist während der Behandlung und mindestens 48 Stunden danach zu meiden. Bei Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Armen und Beinen verständigen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Metronidazol eingesetzt?
Metronidazol ist ein Arzneimittel gegen Einzeller (Protozoen) und gegen Bakterien, die ohne Sauerstoff leben, sogenannte Anaerobier [1]. Es gehört zu den Antibiotika aus der Gruppe der Nitroimidazole [2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der verschreibungspflichtigen Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. Sie werden angewendet bei Trichomoniasis, einer durch Geschlechtsverkehr übertragenen Infektion, bei bakterieller Vaginose, bei Amöbenruhr und Lambliasis und bei Infektionen mit Anaerobiern (besonders solchen, die von den weiblichen Geschlechtsorganen, vom Magen-Darm-Trakt sowie vom Hals-Nasen-Ohren- und Zahn-Mund-Kiefer-Bereich ausgehen); außerdem bei Infektionen mit Helicobacter pylori im oberen Magen-Darm-Bereich und zur Vorbeugung von Infektionen bei Operationen im weiblichen Geschlechtsbereich und im Magen-Darm-Trakt [1, 2]. Mehr zu Helicobacter lesen Sie unter Helicobacter pylori.
Bei der bakteriellen Vaginose ist laut Packungsbeilage die natürliche Bakterienzusammensetzung der Scheide verändert; es kommt zu einer Entzündung mit fischähnlichem Geruch. Amöbenruhr wird durch einen Einzeller verursacht und führt meist zu Bauchschmerzen und schweren Durchfällen, die Lambliasis vor allem zu wässrigen Durchfällen [1]. Laut Fachinformation sind bei der Anwendung die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika zu berücksichtigen [2].
Metronidazol gibt es auch in anderen Darreichungsformen. Laut Embryotox kann es auch über die Vene oder örtlich angewendet werden, etwa in der Scheide [3]; bei der Hauterkrankung Rosazea kommen laut gesund.bund.de unter anderem Cremes oder Gels mit Metronidazol zum Einsatz [5]. Diese Präparate haben eigene Packungsbeilagen. Die Nebenwirkungsliste und die Dosierung auf dieser Seite gelten für die Tabletten.
Wie wirkt Metronidazol?
Metronidazol selbst ist noch nicht wirksam. Erst unter sauerstoffarmen Bedingungen entstehen in den Mikroorganismen aus dem Wirkstoff reaktive Nitroso-Radikale. Sie greifen das Erbgut (DNS) der Erreger an, es kommt zu Strangbrüchen, und die Zelle stirbt ab [2]. Zwischen Metronidazol und anderen Nitroimidazolen wie Tinidazol besteht laut Fachinformation eine vollständige Kreuzresistenz [2].
Nach dem Einnehmen wird Metronidazol rasch und nahezu vollständig aufgenommen; die höchsten Blutspiegel sind nach 1 bis 2 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit liegt bei etwa 8 Stunden. Etwa 80 Prozent werden über die Nieren ausgeschieden; bei stark eingeschränkter Leberfunktion kann sich die Halbwertszeit auf bis zu 30 Stunden verlängern. Nach Anwendung in der Scheide finden sich nur etwa 20 Prozent der Substanz im Blut [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen der Tabletten, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen sind bei Kindern und Erwachsenen gleich [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation treten schwerwiegende unerwünschte Wirkungen unter den empfohlenen Dosierungen wenig auf. Ärztinnen und Ärzte, die eine Dauerbehandlung über längere als die empfohlenen Zeiträume erwägen, sind aufgefordert, den möglichen Nutzen sorgfältig gegen das Risiko einer Nervenschädigung (periphere Neuropathie) abzuwägen [2]. Mehr zu Nervenschäden lesen Sie unter Kribbeln und Taubheitsgefühl, zur Verfärbung des Urins unter Urinverfärbung.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmGeschmacksstörungen (z. B. metallischer Geschmack), bitteres Aufstoßen, Zungenbelag, Entzündungen im Mund (Glossitis, Stomatitis), Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall[1, 2]Mehr dazu: GeschmacksstörungenSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenÜbelkeitErbrechenAppetitlosigkeitDurchfall
- Nieren und HarnwegeDunkelfärbung des Urins durch ein Stoffwechselprodukt, ohne Krankheitswert[1, 2]Mehr dazu: Urinverfärbung
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenInfektionen mit Sprosspilzen (z. B. Candida albicans) im Geschlechtsbereich[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- Blut und LymphsystemVerminderung weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Granulozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemAllergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion), häufig mit Blutdruckabfall, Schwindel, Übelkeit und eventuell Atemnot[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNiedriger BlutdruckSchwindelÜbelkeitAtemnot
- ImmunsystemSchleimhautschwellung im Bereich der Luftwege mit Atemnot (angioneurotisches Ödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- ImmunsystemEntzündliche Rötungen, allergischer Schnupfen, allergische Bindehautentzündung, Nesselsucht, Arzneimittelfieber[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtVerstopfte NaseFieber
- NervensystemKopfschmerzen, Schwindel[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindel
- NervensystemStörungen im Zusammenspiel der Bewegungen (Ataxie), Nervenstörungen (periphere Neuropathien) und Krampfanfälle; Krampfanfälle laut Fachinformation nach sehr hoher Dosierung oder Langzeitbehandlung, nach Verringerung der Dosis oder Absetzen rückbildungsfähig[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlKrampfanfälle
- PsycheSchläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, traurige Verstimmtheit (Depression)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchlafstörungenPsychose und HalluzinationenVerwirrtheitUnruhe und NervositätDepressive Verstimmung
- AugenMeist vorübergehende Sehstörungen wie Doppeltsehen und Kurzsichtigkeit[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Leber und GalleStörungen der Leberfunktion (laut Fachinformation z. B. erhöhte Werte von Transaminasen, alkalischer Phosphatase und Bilirubin im Blut), Anstieg verschiedener Leberenzymwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautHautreaktionen, z. B. Hautausschlag mit Bläschen- und Quaddelbildung, Pustelausschläge, Juckreiz, anfallsweise Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagNesselsuchtJuckreizHitzewallungen
- Nieren und HarnwegeSchmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie), Blasenentzündung (Zystitis) und unfreiwilliger Abgang von Urin (Harninkontinenz)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemStark verringerte Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), der Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder aller Blutkörperchen (Panzytopenie); Anzeichen sind Schwäche, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen und vermehrte Blutergüsse[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsSchwäche (Asthenie)Erhöhte InfektanfälligkeitBlutungen und blaue Flecken
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (anaphylaktischer Schock), unter Umständen mit Kreislaufversagen[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNiedriger Blutdruck
- NervensystemNicht entzündliche Erkrankung des Gehirns (Enzephalopathie) mit z. B. Verwirrtheit, Fieber, Kopfschmerzen, Halluzinationen, Lähmungen, Lichtempfindlichkeit, Störungen der Seh- und Bewegungsfähigkeit, Nackensteife sowie Erkrankung des Kleinhirns mit z. B. Sprech-, Bewegungs- und Gangstörungen, Zittern und Augenzittern (Nystagmus); diese Erscheinungen können sich nach Behandlungsende zurückbilden[1, 2]Mehr dazu: VerwirrtheitFieberKopfschmerzenPsychose und HalluzinationenSehstörungenZittern
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) mit starken Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit und Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzenÜbelkeitErbrechen
- Magen und DarmSchwere, anhaltende Durchfälle während oder in den ersten Wochen nach der Behandlung (pseudomembranöse Enterokolitis), eine durch Antibiotika ausgelöste, möglicherweise lebensbedrohliche Darmerkrankung[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
- Leber und GalleGelbsucht, Leberentzündung mit Stauung des Gallenflusses (cholestatische Hepatitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen, Gelenkschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenGelenkschmerzen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- NervensystemNicht bakteriell bedingte Hirnhautentzündung (aseptische Meningitis)[1, 2]
- AugenErkrankung oder Entzündung des Sehnervs (Optikusneuropathie, Optikusneuritis)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtSchwerhörigkeit oder Hörverlust, Ohrenklingeln oder -sausen (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- Leber und GalleLeberversagen, das eine Lebertransplantation erforderte, bei Menschen, die gleichzeitig mit anderen Antibiotika behandelt wurden[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Leber und GalleAkutes Leberversagen bei Menschen mit Cockayne-Syndrom, einer seltenen Erbkrankheit[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautAkute entzündliche Erkrankungen von Haut oder Schleimhaut (Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, fixes Arzneimittelexanthem), zum Teil mit Störung des Allgemeinbefindens, Fieber und schmerzhafter Blasenbildung[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist laut Fachinformation an eine pseudomembranöse Kolitis zu denken, eine durch Antibiotika ausgelöste Darmentzündung, die lebensbedrohlich sein kann; Mittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht eingenommen werden [1, 2]. Bei Zeichen einer schweren Hautreaktion wie dem Stevens-Johnson-Syndrom und bei schweren allergischen Reaktionen muss die Behandlung sofort abgebrochen werden [2]. Mehr dazu unter Durchfall und Schwere Hautreaktionen.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Magen und Geschmack: Die Packungsbeilage sieht vor, die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit während des Essens oder kurz danach einzunehmen [1]. Treten Geschmacksstörungen, bitteres Aufstoßen, Magendrücken, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Durchfall auf, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die weitere Behandlung [1]. Bei unangenehmen Nebenwirkungen bespricht sie oder er mit Ihnen Gegenmaßnahmen und ob andere Arzneimittel infrage kommen [1]. Mehr dazu unter Geschmacksstörungen.
Kein Alkohol: Verzichten Sie während der Behandlung und mindestens 48 Stunden danach auf Alkohol, um Unverträglichkeitsreaktionen zu vermeiden [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Pilzinfektionen und Blutbild: Gelegentlich treten Pilzinfektionen im Geschlechtsbereich auf, etwa mit Candida albicans; mehr dazu unter Scheidenpilz [1]. Bei längerer Anwendung sind regelmäßige Blutbildkontrollen vorgesehen [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder anwenden, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Metronidazol verstärkt die Wirkung von Blutverdünnern vom Cumarin-Typ wie Phenprocoumon; die Gerinnung muss dann gegebenenfalls neu eingestellt werden [1, 2]. Die Blutspiegel von Lithium, Ciclosporin und Tacrolimus können steigen, die Giftigkeit von Busulfan und 5-Fluorouracil kann zunehmen. Zusammen mit Amiodaron kann die Herztätigkeit beeinflusst werden [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Alkohol (während der Behandlung und mindestens 48 Stunden danach) | Unverträglichkeitsreaktionen, z. B. Hautrötung an Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel[1, 2] | Alkohol meiden |
| Disulfiram (Mittel zur Alkoholentwöhnung) | Verwirrtheitszustände und Psychosen möglich[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Blutgerinnungshemmer vom Cumarin-Typ (z. B. Phenprocoumon, Warfarin) | Gerinnungshemmende Wirkung wird verstärkt[1, 2] | Gerinnung muss gegebenenfalls neu eingestellt werden; laut Fachinformation Gerinnungswerte überwachen |
| Lithium | Lithiumspiegel im Blut kann steigen (Gefahr einer Lithiumvergiftung mit Zittern und Krampfanfällen)[1, 2] | Lithium-, Kreatinin- und Elektrolytwerte kontrollieren lassen; laut Fachinformation sollte die Lithium-Behandlung vor Beginn ärztlich verringert oder beendet werden |
| Barbiturate (z. B. Phenobarbital) und Phenytoin | Wirkung von Metronidazol vermindert; laut Fachinformation sinkt seine Halbwertszeit auf etwa 3 Stunden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Cimetidin (Magenmittel) | Sehr selten verzögerte Ausscheidung von Metronidazol, Wirkung und Nebenwirkungen können sich verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Ciclosporin, Tacrolimus (Mittel, die das Immunsystem unterdrücken) | Blutspiegel dieser Mittel können steigen[1, 2] | Ciclosporin- und Kreatininspiegel bzw. Tacrolimus-Spiegel und Nierenfunktion häufig kontrollieren lassen |
| 5-Fluorouracil, Busulfan (Mittel gegen Krebs) | Ihre Giftigkeit kann sich erhöhen, bei Busulfan erheblich[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Amiodaron (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen) | Beeinflussung der Herztätigkeit; laut Fachinformation Verlängerung des QT-Intervalls und Torsade de pointes[1, 2] | Herztätigkeit regelmäßig im EKG überwachen |
| Silymarin/Silibinin (Mittel bei Lebererkrankungen und Verdauungsbeschwerden) | Wirkung von Metronidazol vermindert[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Diosmin (Mittel bei Venenleiden und Hämorrhoiden) | Metronidazol-Konzentration im Blut kann steigen, Wirkung und Nebenwirkungen können sich verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mycophenolatmofetil (Mittel, das das Immunsystem unterdrückt) | Verfügbarkeit im Körper kann verringert sein[1, 2] | Häufige Laborkontrollen empfohlen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Metronidazol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Metronidazol dürfen Sie nicht einnehmen, wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder andere 5-Nitroimidazole sind, außer bei einer lebensbedrohlichen Infektion, wenn andere Arzneimittel wirkungslos sind [1, 2]. Leiden Sie an Störungen der Blutbildung, an Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark oder Nerven oder an schweren Leberschäden, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei Menschen mit Cockayne-Syndrom wurden Fälle schwerer Leberschädigung und akuten Leberversagens beobachtet, auch mit tödlichem Ausgang [1, 2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Störungen der Blutbildung sowie Erkrankungen von Gehirn, Rückenmark und Nerven; laut Fachinformation auch schwere Leberschäden: vor der Behandlung sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung[1, 2]
- Schwere Leberschäden: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen; laut Fachinformation wird Metronidazol dann verzögert ausgeschieden[1, 2]
- Cockayne-Syndrom: Fälle schwerer Leberschädigung und akuten Leberversagens, auch mit tödlichem Ausgang; laut Fachinformation sollte Metronidazol dann nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko und es gibt keine alternative Behandlung; die Leberfunktion ist vor, während und nach der Behandlung zu kontrollieren[1, 2]
- Behandlungsdauer: Die Behandlung mit Metronidazol oder einem anderen Nitroimidazol darf in der Regel 10 Tage nicht überschreiten und sollte möglichst selten wiederholt werden, weil sich eine Schädigung menschlicher Keimzellen nicht ausschließen lässt und im Tierversuch bestimmte Tumoren zunahmen[1, 2]
- Längere Anwendung: regelmäßige Blutbildkontrollen[1, 2]
- Trichomoniasis: Der Sexualpartner sollte ebenfalls untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden; während der Behandlung auf Geschlechtsverkehr verzichten[1, 2]
- Lactose-Unverträglichkeit: Die Tabletten enthalten Lactose; bei einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern erst nach Rücksprache einnehmen[1, 2]
- Kinder unter 6 Jahren: Tabletten, die unzerkaut eingenommen werden müssen, sind nicht geeignet[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alkohol, Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Fachinformation und Embryotox bewerten die Anwendung in der Schwangerschaft unterschiedlich; beide Einschätzungen stehen in der Karte. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind, behandelt Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nur dann mit Metronidazol, wenn sie oder er es für absolut notwendig hält.[1]
Laut Fachinformation ist die Sicherheit in der Schwangerschaft nicht hinreichend nachgewiesen; zur Frühschwangerschaft gibt es widersprüchliche Berichte, in einigen Studien zeigte sich eine erhöhte Fehlbildungsrate. Im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte Metronidazol nur bei schweren, lebensbedrohlichen Infektionen eingesetzt werden, wenn keine sicherere Alternative verfügbar ist, im zweiten und dritten Drittel nur, wenn der erwartete Nutzen die möglichen Risiken eindeutig überwiegt.[2]
Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als hoch: In Studien mit über 3.000 ausgewerteten Schwangerschaften ergaben sich insgesamt keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; ein Zusammenhang mit Fehlgeburten erscheint eher unwahrscheinlich. Metronidazol gelangt über die Plazenta auch bei Anwendung in der Scheide in relevanten Mengen zum ungeborenen Kind. Laut Embryotox kann es bei kritisch geprüfter Notwendigkeit in der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Penicilline, Cephalosporine und gegebenenfalls Makrolide. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Metronidazol geht in die Muttermilch über. Laut Packungsbeilage sollten Sie das Stillen während der Behandlung und noch mindestens 2 bis 3 Tage danach unterbrechen.[1, 2]
Embryotox: Bei etwa 60 gestillten Kindern wurden keine nennenswerten negativen Wirkungen beobachtet; eine Antibiotikabehandlung der Mutter kann beim gestillten Säugling gelegentlich vorübergehenden Durchfall oder Soor auslösen. Eine örtliche Behandlung oder eine Einmaldosis zum Einnehmen erfordert laut Embryotox keine Einschränkung des Stillens; die Notwendigkeit einer mehrtägigen oder intravenösen Behandlung sollte kritisch geprüft werden, ein Abstillen ist aber in der Regel nicht nötig.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie während der Behandlung und mindestens 48 Stunden danach keinen Alkohol. Sonst können Unverträglichkeitsreaktionen auftreten, etwa Hautrötungen an Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Besonders zu Behandlungsbeginn kann Metronidazol das Reaktionsvermögen so beeinträchtigen, dass Sie im Straßenverkehr, beim Bedienen von Maschinen oder beim Arbeiten ohne sicheren Halt nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren, verstärkt zusammen mit Alkohol.[1, 2]
Einnahme
Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, z. B. einem Glas Wasser, während des Essens oder kurz danach einnehmen; die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen. Bemerken Sie es noch am selben Tag, holen Sie die fehlende Menge am selben Tag nach; bemerken Sie es erst am nächsten Tag, kann es nötig sein, die Behandlung um einen Tag zu verlängern, sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]
Absetzen
Wenn Sie die Behandlung vorzeitig beenden oder zeitweise unterbrechen, gefährden Sie den Behandlungserfolg. Bei unangenehmen Nebenwirkungen bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen Gegenmaßnahmen oder andere Arzneimittel.[1]
Überdosierung
Eine versehentlich doppelt eingenommene Einzelgabe hat keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme. Nach erheblich zu hohen Mengen können Übelkeit, Erbrechen, gesteigerte Reflexe, Störungen im Bewegungsablauf (Ataxie), beschleunigter Herzschlag, Atemnot und Desorientierung auftreten. Ein Gegenmittel ist nicht bekannt; nach ärztlicher Behandlung ist mit einer vollständigen Erholung nach wenigen Tagen zu rechnen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt Durchschnittswerte, die sich nach Art und Schwere der Erkrankung richten und nur gelten, soweit die Ärztin oder der Arzt nichts anderes verordnet hat; für Kinder und Jugendliche stehen eigene Angaben nach Alter oder Körpergewicht darin [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis und Behandlungsdauer für Sie richtig sind, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, etwa einem Glas Wasser, während des Essens oder kurz danach [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen und bemerken es noch am selben Tag, holen Sie die fehlende Menge am selben Tag nach; bemerken Sie es erst am nächsten Tag, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, denn es kann nötig sein, die Behandlung um einen Tag zu verlängern [1]. Mehr dazu im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.
Beenden oder unterbrechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, denn das gefährdet den Erfolg [1]. Haben Sie versehentlich eine Einzelgabe doppelt eingenommen, hat das keine Auswirkungen auf die weitere Einnahme. Nach erheblich zu hohen Mengen können Übelkeit, Erbrechen, gesteigerte Reflexe, Bewegungsstörungen, Herzrasen, Atemnot und Desorientierung auftreten; ein Gegenmittel ist nicht bekannt [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Metronidazol
Metronidazol gibt es von mehreren Herstellern, als Tabletten zum Einnehmen und in anderen Darreichungsformen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten [1, 2]. Metronidazol ist verschreibungspflichtig [2, 4].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Arilin | Präparat mit eigener Packungsbeilage | |
| Metronidazol STADA 400 mg Tabletten | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig |
| Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2022. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Metronidazol-ratiopharm 400 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Metronidazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Metronidazol und seine Ester. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde gesund.bund.de: Rosazea (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Bundesministerium für Gesundheit. Stand 17.10.2024. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Darf ich während der Einnahme von Metronidazol Alkohol trinken?
Nein. Laut Packungsbeilage ist Alkohol während der Behandlung und für mindestens 48 Stunden danach zu meiden, weil sonst Unverträglichkeitsreaktionen auftreten können, etwa Hautrötungen an Kopf und Nacken, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwindel. Zusammen mit Alkohol ist außerdem das Reaktionsvermögen stärker beeinträchtigt.
Warum ist mein Urin unter Metronidazol dunkel?
Eine Dunkelfärbung des Urins ist eine häufige Nebenwirkung, betrifft also bis zu 1 von 10 Behandelten. Laut Packungsbeilage entsteht sie durch ein Stoffwechselprodukt des Wirkstoffs und hat keinen Krankheitswert. Tritt zusätzlich eine Gelbsucht auf, also eine Gelbfärbung von Haut oder Augen, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die weitere Behandlung.
Wie lange darf ich Metronidazol einnehmen?
Über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut Packungsbeilage darf die Behandlung mit Metronidazol oder einem anderen Nitroimidazol in der Regel 10 Tage nicht überschreiten und sollte möglichst selten wiederholt werden, weil sich eine Schädigung menschlicher Keimzellen nicht ausschließen lässt und im Tierversuch bestimmte Tumoren zunahmen. Brechen Sie die Behandlung aber auch nicht vorzeitig ab, denn das gefährdet den Erfolg.
Woher kommt der metallische Geschmack?
Geschmacksstörungen wie ein metallischer Geschmack, bitteres Aufstoßen und ein Zungenbelag gehören zu den häufigen Nebenwirkungen von Metronidazol. Die Packungsbeilage rät, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die weitere Behandlung zu sprechen, wenn solche Beschwerden auftreten. Nehmen Sie die Tabletten während des Essens oder kurz danach ein, wie es die Packungsbeilage vorsieht.
Muss mein Partner bei Trichomoniasis mitbehandelt werden?
Laut Packungsbeilage ist bei Trichomoniasis oft auch der Sexualpartner Träger der Erreger, selbst wenn bei ihm keine Veränderungen aufgefallen sind. Damit Sie sich nicht gegenseitig wieder anstecken, sollte der Partner ebenfalls untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Während der Behandlung sollten Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten.
Darf ich Metronidazol in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage behandelt Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt in der Schwangerschaft nur, wenn es absolut notwendig ist; die Fachinformation nennt widersprüchliche Berichte zur Frühschwangerschaft. Laut Embryotox ergaben Studien mit über 3.000 ausgewerteten Schwangerschaften insgesamt keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. In der Stillzeit sieht die Packungsbeilage eine Stillpause während der Behandlung und für mindestens 2 bis 3 Tage danach vor; laut Embryotox ist ein Abstillen in der Regel nicht nötig. Besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was bedeutet Kribbeln in Händen und Füßen unter Metronidazol?
Taubheitsgefühl, Pelzigsein oder Kribbeln in Armen und Beinen können Zeichen einer Nervenstörung (periphere Neuropathie) sein, einer gelegentlichen Nebenwirkung. Laut Packungsbeilage müssen Sie dann sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt verständigen, auch wenn die Beschwerden nur leicht sind.
Gibt es Metronidazol auch als Gel oder für die Scheide?
Ja. Metronidazol wird laut Embryotox auch örtlich angewendet, etwa in der Scheide, und laut gesund.bund.de kommen bei der Rosazea Cremes oder Gels mit Metronidazol zum Einsatz. Solche Präparate haben eigene Packungsbeilagen mit eigenen Angaben; die Nebenwirkungsliste auf dieser Seite gilt für die Tabletten.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Ratgeber Medikamente vor oder nach dem Essen?Ob ein Medikament vor, zum oder nach dem Essen eingenommen wird, steht in seiner Packungsbeilage.