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Amiodaron: Nebenwirkungen und Wirkung

Amiodaron ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Herzrhythmusstörungen mit schnellem Herzschlag, etwa bei anfallsartigem Vorhofflimmern oder schweren Rhythmusstörungen der Herzkammern. Es hat eine lange Halbwertszeit, die laut Fachinformation je nach Mensch zwischen 20 und 100 Tagen liegt. Weil es Schilddrüse, Lunge, Leber, Augen und Haut betreffen kann, sind vor und während der Behandlung regelmäßige Kontrollen nötig. Bei verschwommenem Sehen, trockenem Husten oder Atemnot oder einem ausgeprägt verlangsamten Herzschlag benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Frau Anfang siebzig mit breitkrempigem Sonnenhut und langärmeliger Bluse sitzt im Schatten eines Baumes auf einer Gartenbank
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Mikroablagerungen an der Vorderfläche der Hornhaut, meist unterhalb der Pupille, die zu Sehstörungen wie Schleiersehen oder Farbhöfen um Lichtquellen führen können; sie bilden sich in der Regel 6 bis 12 Monate nach dem Absetzen zurück[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen und Geschmacksveränderungen zu Behandlungsbeginn (während der Sättigungsdosis), die verschwinden, wenn die Dosis verringert wird[1, 2]
  • Sehr häufig: Isolierte Erhöhung der Leberwerte (Transaminasen) zu Beginn der Behandlung, in der Regel auf das 1,5- bis 3-Fache des Normalwerts; die Werte normalisieren sich meist bei Dosisverringerung oder von selbst[1, 2]
  • Sehr häufig: Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilisierung) mit Neigung zu Sonnenbrand, die zu Hautrötung und Hautausschlag führen kann[1, 2]
  • Häufig: Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse; schwere Überfunktionen, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf, wurden beschrieben[1, 2]
  • Häufig: Verminderter Sexualtrieb (Libido)[1, 2]
  • Häufig: Muskelzittern (extrapyramidaler Tremor), Albträume, Schlafstörungen[1, 2]
  • Häufig: Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), normalerweise nicht stark ausgeprägt und dosisabhängig[1, 2]
  • Häufig: Lungenschäden durch Amiodaron: Lungenentzündungen (Hypersensitivitäts-Pneumonitis, alveoläre oder interstitielle Pneumonie), Vermehrung von Bindegewebe (Fibrose), Rippenfellentzündung (Pleuritis), Entzündung der kleinen Atemwege (Bronchiolitis obliterans mit Pneumonie); Einzelfälle mit tödlichem Verlauf. Erste Anzeichen sind häufig trockener Husten und Atemnot, außerdem Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung[1, 2]
  • Häufig: Akute Leberentzündung (Hepatitis) mit stark erhöhten Leberwerten und/oder Gelbsucht durch Gallestau (cholestatischer Ikterus), einschließlich Leberversagen, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf[1, 2]
  • Häufig: Juckender, roter Ausschlag (Ekzem)[1, 2]
  • Häufig: Bei längerer Behandlung schwarzviolette bis schiefergraue Verfärbung der Haut (Hyperpigmentierung), vor allem an Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind; sie bildet sich nach dem Absetzen langsam innerhalb von 1 bis 4 Jahren zurück[1, 2]
  • Häufig: Muskelschwäche[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Amiodaron eingesetzt?

Amiodaron ist ein verschreibungspflichtiges Mittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, ein sogenanntes Antiarrhythmikum der Klasse III [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird es eingenommen bei symptomatischen und behandlungsbedürftigen Herzrhythmusstörungen mit schnellem Herzschlag, die ihren Ursprung im Herzvorhof haben, etwa bei anfallsartig auftretendem Vorhofflimmern oder bei schnellem Herzschlag durch zusätzliche Leitungsbahnen zwischen Vorhof und Kammer (WPW-Syndrom). Dafür kommt es infrage, wenn andere Mittel gegen Herzrhythmusstörungen nicht wirken oder nicht geeignet sind [1, 2].

Außerdem wird Amiodaron bei schwerwiegenden symptomatischen Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Herzschlagfolge eingesetzt, die ihren Ursprung in den Herzkammern haben. Auf eine Behandlung mit Betablockern sollte dabei nicht zugunsten von Amiodaron verzichtet werden [1, 2]. Mehr zu schnellem Herzschlag lesen Sie unter Herzrasen.

Wie wirkt Amiodaron?

Amiodaron hemmt im Herzmuskel den Ausstrom von Kalium aus den Zellen. Dadurch verlängert sich die Phase, in der sich die Herzmuskelzellen nach einer Erregung erholen und nicht erneut erregt werden können. Das unterdrückt Fehlimpulse und kreisende Erregungen, die Herzrhythmusstörungen auslösen, ohne die Kontraktionskraft des Herzmuskels zu beeinträchtigen. Außerdem verlangsamt Amiodaron den Herzschlag, hemmt dosisabhängig die Wirkung an Alpha- und Beta-Rezeptoren (adrenerge Wirkung) und erweitert Herzkranz- und andere Blutgefäße [2]. Im EKG zeigt sich die Wirkung unter anderem als Verlängerung der QT-Zeit [1, 2].

Die Hälfte einer Dosis wird im Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Weil sich Amiodaron erst im Herzmuskel und in anderen Geweben anreichern muss, beginnt die Behandlung mit einer höheren Sättigungsdosis; je nach Sättigungsdosis ist innerhalb weniger Tage bis zu 2 Wochen mit einer Wirkung zu rechnen. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) ist lang und liegt je nach Mensch zwischen 20 und 100 Tagen; nach dem Absetzen wird Amiodaron noch über mehrere Monate ausgeschieden [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Die meisten Nebenwirkungen hängen von der Dosis ab; deshalb sollte die niedrigste wirksame Erhaltungsdosis gegeben werden [1, 2]. Viele Organe können betroffen sein: Sehr häufig sind Ablagerungen in der Hornhaut des Auges, Übelkeit zu Beginn der Behandlung, erhöhte Leberwerte und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut. Häufig sind eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Lungenschäden und ein verlangsamter Herzschlag [1, 2]. Als Folge der Wirkung verlängert sich im EKG die QT-Zeit; ist sie übermäßig verlängert, steigt das Risiko für eine schwere Form des Herzrasens (Torsade de pointes). Mehr dazu unter QT-Verlängerung [1].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • AugenMikroablagerungen an der Vorderfläche der Hornhaut, meist unterhalb der Pupille, die zu Sehstörungen wie Schleiersehen oder Farbhöfen um Lichtquellen führen können; sie bilden sich in der Regel 6 bis 12 Monate nach dem Absetzen zurück[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen und Geschmacksveränderungen zu Behandlungsbeginn (während der Sättigungsdosis), die verschwinden, wenn die Dosis verringert wird[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenGeschmacksstörungen
  • Leber und GalleIsolierte Erhöhung der Leberwerte (Transaminasen) zu Beginn der Behandlung, in der Regel auf das 1,5- bis 3-Fache des Normalwerts; die Werte normalisieren sich meist bei Dosisverringerung oder von selbst[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautErhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilisierung) mit Neigung zu Sonnenbrand, die zu Hautrötung und Hautausschlag führen kann[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der HautHautausschlag

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • HormonsystemÜber- oder Unterfunktion der Schilddrüse; schwere Überfunktionen, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf, wurden beschrieben[1, 2]
  • PsycheVerminderter Sexualtrieb (Libido)[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
  • NervensystemMuskelzittern (extrapyramidaler Tremor), Albträume, Schlafstörungen[1, 2]Mehr dazu: ZitternAlbträumeSchlafstörungen
  • HerzVerlangsamter Herzschlag (Bradykardie), normalerweise nicht stark ausgeprägt und dosisabhängig[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
  • AtemwegeLungenschäden durch Amiodaron: Lungenentzündungen (Hypersensitivitäts-Pneumonitis, alveoläre oder interstitielle Pneumonie), Vermehrung von Bindegewebe (Fibrose), Rippenfellentzündung (Pleuritis), Entzündung der kleinen Atemwege (Bronchiolitis obliterans mit Pneumonie); Einzelfälle mit tödlichem Verlauf. Erste Anzeichen sind häufig trockener Husten und Atemnot, außerdem Gewichtsverlust, Fieber und Schwächegefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)ReizhustenAtemnotGewichtsabnahmeFieber
  • Magen und DarmVerstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
  • Leber und GalleAkute Leberentzündung (Hepatitis) mit stark erhöhten Leberwerten und/oder Gelbsucht durch Gallestau (cholestatischer Ikterus), einschließlich Leberversagen, in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautJuckender, roter Ausschlag (Ekzem)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
  • HautBei längerer Behandlung schwarzviolette bis schiefergraue Verfärbung der Haut (Hyperpigmentierung), vor allem an Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind; sie bildet sich nach dem Absetzen langsam innerhalb von 1 bis 4 Jahren zurück[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • NervensystemSchäden an peripheren Nerven und/oder Muskeln (periphere sensorische Neuropathien, Myopathien), die sich nach dem Absetzen gewöhnlich zurückbilden; Schwindel, Koordinationsstörungen, Empfindungsstörungen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlSchwindel
  • HerzÜberleitungsstörungen im Herzen (SA-Block, AV-Block); in Einzelfällen Herzstillstand (Asystolie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • HerzVeränderung oder Verstärkung der Herzrhythmusstörungen (proarrhythmische Wirkungen), die die Herztätigkeit stark beeinträchtigen und zum Herzstillstand führen können[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Magen und DarmBauchschmerzen, Völlegefühl, Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit (Anorexie)[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenBlähungenMundtrockenheitAppetitlosigkeit
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVerminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie); Blutarmut durch gesteigerten Zerfall roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie) oder durch eine Störung der Blutbildung (aplastische Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • HormonsystemUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit Unwohlsein, Verwirrung oder Schwäche, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Reizbarkeit[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)ÜbelkeitVerwirrtheitAppetitlosigkeit
  • NervensystemGutartige Steigerung des Hirndrucks (Pseudotumor cerebri), gestörte Bewegungsabläufe (zerebrale Ataxie), Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • AugenErkrankung des Sehnervs mit Verschlechterung des Sehvermögens (Optikusneuropathie, Optikusneuritis), die zu bleibender Blindheit führen kann[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzAusgeprägte Verlangsamung des Herzschlags oder Sinusknotenstillstand, vor allem im höheren Alter oder bei gestörter Sinusknotenfunktion[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
  • Gefäße und KreislaufGefäßentzündung (Vaskulitis)[1, 2]
  • Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1]Mehr dazu: Hitzewallungen
  • AtemwegeVerkrampfung der Bronchien (Bronchospasmus) bei schwerer Atmungsschwäche und besonders bei Asthma[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • AtemwegeSchocklunge (akutes Lungenversagen, ARDS), meist nach chirurgischen Eingriffen, in Einzelfällen tödlich[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Leber und GalleChronische Lebererkrankungen (in Einzelfällen mit tödlichem Verlauf), Leberzirrhose[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautHautrötung unter Strahlentherapie, Knotenrose (Erythema nodosum), wenig spezifische Hautausschläge, entzündliche Rötung und Schuppung der Haut (exfoliative Dermatitis), vorübergehender Haarausfall[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagHaarausfall
  • Geschlechtsorgane und BrustNebenhodenentzündung (Epididymitis), Impotenz[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhter Kreatininwert im Blut[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Blut und LymphsystemVerminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie) und starke Verminderung der weißen Blutkörperchen (Agranulozytose), wodurch Infektionen wahrscheinlicher werden[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte Infektanfälligkeit
  • ImmunsystemSchwellungen von Gesicht, Lippen und/oder Zunge (angioneurotisches Ödem, Quincke-Ödem) und schwere allergische Reaktionen (anaphylaktoide oder anaphylaktische Reaktion, anaphylaktischer Schock)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische Reaktionen
  • Stoffwechsel und ErnährungVerminderter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
  • PsycheVerwirrtheit (Delirium), Halluzinationen[1, 2]Mehr dazu: VerwirrtheitPsychose und Halluzinationen
  • NervensystemUngewöhnliche Muskelbewegungen, Steifheit, Zittern und Ruhelosigkeit (Parkinsonismus)[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-SymptomeZittern
  • NervensystemGestörter Geruchssinn (Parosmie)[1, 2]
  • HerzTorsade de pointes (gefährliche Form des Herzrasens); Einzelfälle von Kammerflimmern oder Kammerflattern[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
  • AtemwegeLungenblutung[1, 2]
  • Magen und DarmAkute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • HautNesselsucht; schwere, lebensbedrohliche oder tödlich verlaufende Hautreaktionen mit Ausschlag, Blasen, sich schälender Haut und Schmerzen (toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, bullöse Dermatitis, DRESS)[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtSchwere Hautreaktionen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeLupus-ähnliches Syndrom mit Schmerzen, Steifheit und Schwellungen der Gelenke sowie geröteter Haut, manchmal als schmetterlingsförmiger Ausschlag im Gesicht[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
  • Allgemeine BeschwerdenGranulome, auch im Knochenmark[1, 2]
  • Verletzungen und VergiftungenLebensbedrohliche Komplikation nach einer Herztransplantation, bei der das neue Herz nicht mehr richtig arbeitet (primäre Transplantatdysfunktion)[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Packungsbeilage benachrichtigen Sie bei jeder der genannten Nebenwirkungen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, die oder der über den Schweregrad und weitere Maßnahmen entscheidet [1]. Lungenveränderungen bilden sich bei frühzeitigem Absetzen in der Regel zurück [1]. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse sollte die Dosis wenn möglich verringert und/oder eine Behandlung mit Levothyroxin begonnen werden, bei einer Überfunktion sollte Amiodaron in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt abgesetzt werden [1, 2]. Eine Erkrankung des Sehnervs kann bis zur Erblindung fortschreiten; dann ist das Absetzen notwendig [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Mitte sechzig sitzt in einer hellen Augenarztpraxis vor einem Untersuchungsgerät, eine Ärztin steht daneben
Bild: KI-generiert

Kontrollen wahrnehmen: Vor Behandlungsbeginn wird empfohlen, EKG, Kaliumwert, Leberwerte, Schilddrüsenwerte und Lungenfunktion zu bestimmen und den Brustkorb zu röntgen. Während der Behandlung folgen regelmäßige Kontrollen, zum Beispiel monatlich ein Standard-EKG oder alle drei Monate ein Langzeit-EKG, Lungenuntersuchungen etwa alle 3 bis 6 Monate, Kontrollen der Leberwerte, regelmäßige augenärztliche Untersuchungen und Schilddrüsentests bis etwa ein Jahr nach dem Absetzen [1, 2].

Haut schützen: Meiden Sie Sonne, UV-Licht-Anwendungen und Solarien. Geht das nicht, schützen Sie unbedeckte Hautpartien, besonders das Gesicht, mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, auch noch einige Zeit nach dem Absetzen [1]. Mehr dazu unter Pigmentstörungen.

Übelkeit zu Beginn: Übelkeit, Erbrechen und Geschmacksveränderungen können zu Behandlungsbeginn, während der Sättigungsdosis, auftreten und verschwinden bei einer Verringerung der Dosis [1, 2]. Die Tabletten werden während oder nach einer Mahlzeit eingenommen [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Amiodaron beeinflusst bestimmte Abbauenzyme (Cytochrom-P450-Enzyme) und Transportproteine. Mit Arzneimitteln, die diese Enzyme und Transportproteine ebenfalls beeinflussen, kann es deshalb zu Wechselwirkungen kommen; möglicherweise ändert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis anderer Mittel. Wegen der langen Halbwertszeit sind Wechselwirkungen noch mehrere Monate nach dem Absetzen möglich [1]. Bestimmte Mittel, die die QT-Zeit verlängern oder Torsade de pointes auslösen können, dürfen nicht gleichzeitig angewendet werden; Mittel, die den Kaliumwert senken, erhöhen das Risiko für Torsade de pointes [1, 2]. Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon können stärker wirken; bei Statinen wie Simvastatin oder Atorvastatin steigt das Risiko für Muskelschäden [1, 2]. Grapefruitsaft sollten Sie während der Einnahme nicht trinken; mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Grapefruit [1, 2].

Wechselwirkungen von Amiodaron
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
MAO-Hemmer (bestimmte Antidepressiva)Laut Fachinformation zählen sie zu den Mitteln, die zusammen mit Amiodaron Torsade de pointes auslösen können[1, 2]Dürfen nicht gleichzeitig angewendet werden
Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klasse I (vor allem chinidinähnliche) und andere der Klasse III (z. B. Sotalol) sowie andere Mittel, die die QT-Zeit verlängern (z. B. Vincamin, einige Neuroleptika wie Sulpirid, Pentamidin und Erythromycin über die Vene)Übermäßige QT-Verlängerung mit erhöhtem Risiko für Kammerrhythmusstörungen einschließlich Torsade de pointes[1, 2]Dürfen nicht gleichzeitig angewendet werden
Betablocker und Calciumkanalblocker vom Verapamil- oder Diltiazem-TypExtrem verlangsamter Herzschlag, höhergradige Überleitungsstörungen, sich addierende herzschwächende Wirkung[1, 2]Gleichzeitige Behandlung wird nicht empfohlen
Abführmittel, die den Kaliumwert senken könnenHöheres Risiko für Torsade de pointes[1, 2]Nicht empfohlen; andere Abführmittel verwenden
Antibiotika aus der Gruppe der FluorchinoloneLaut Fachinformation zählen sie zu den Mitteln, die die QT-Zeit verlängern; das Risiko für Torsade de pointes kann steigen[1, 2]Sollten während der Behandlung vermieden werden
Sofosbuvir (gegen Hepatitis C)Lebensbedrohliche Verlangsamung des Herzschlags möglich[1, 2]Nicht empfohlen; wenn notwendig, zusätzliche Überwachung des Herzens. Wegen der langen Halbwertszeit sollte laut Fachinformation auch dann die Herzfunktion so überwacht werden, wenn Amiodaron in den vorangegangenen Monaten abgesetzt wurde und eine Behandlung mit Sofosbuvir begonnen werden soll
Gerinnungshemmer vom Vitamin-K-Antagonisten-Typ (z. B. Phenprocoumon, Warfarin) und DabigatranBei Vitamin-K-Antagonisten kann die gerinnungshemmende Wirkung verstärkt werden; bei beiden höheres Blutungsrisiko[1, 2]Bei Vitamin-K-Antagonisten häufigere Kontrollen der Blutgerinnung (INR) während und nach der Behandlung und gegebenenfalls Dosisanpassung; Dabigatran nur mit Vorsicht, gegebenenfalls Dosis von Dabigatran anpassen
Digoxin und andere HerzglykosideExtrem verlangsamter Herzschlag möglich; Digoxinspiegel kann steigen[1, 2]Auf Zeichen einer Digitalis-Überdosierung achten, Digoxinspiegel bestimmen, Dosis gegebenenfalls anpassen
Andere Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Chinidin, Procainamid oder FlecainidIhr Spiegel im Blut kann steigen[1, 2]Flecainid-Dosis anpassen
Kaliumausschwemmende Entwässerungsmittel (z. B. Hydrochlorothiazid, Furosemid), Kortison zum Einnehmen, Tetracosactid, Amphotericin B über die VeneErhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen einschließlich Torsade de pointes[1, 2]Einen niedrigen Kaliumwert vermeiden bzw. ausgleichen; QT-Zeit im EKG beobachten
Phenytoin (Antiepileptikum)Phenytoinspiegel kann steigen, mit Zeichen einer Überdosierung wie Sehstörungen, Muskelzittern oder Schwindel[1, 2]Phenytoin-Dosis dann ärztlich verringern, gegebenenfalls Spiegel bestimmen
CiclosporinCiclosporinspiegel kann steigen, seine Ausscheidung um über 50 % sinken[1, 2]Dosisanpassung von Ciclosporin
FentanylWirkung und Risiko toxischer Wirkungen von Fentanyl können sich verstärken[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Statine, die über das Enzym CYP3A4 abgebaut werden (z. B. Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin)Höheres Risiko für eine Erkrankung der Muskulatur oder einen Zerfall von Muskelzellen (Myopathie, Rhabdomyolyse)[1, 2]Laut Fachinformation sollten diese Statine nicht gleichzeitig mit Amiodaron angewendet werden; empfohlen werden Statine, die nicht über CYP3A4 abgebaut werden
Tacrolimus, SirolimusIhre Wirkung kann verstärkt werden[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Weitere Mittel, die über CYP3A4 abgebaut werden: Lidocain, Sildenafil, Midazolam, Triazolam, Dihydroergotamin, Ergotamin, ColchicinWechselwirkungen möglich[1, 2]Vorher Rücksprache halten
AllgemeinnarkoseSelten verlangsamter Herzschlag, der nicht auf Atropin anspricht, Blutdruckabfall, Überleitungsstörungen und vermindertes Herzminutenvolumen; sehr selten schwere Lungenkomplikationen (Schocklunge)[1, 2]Vor Operationen die Narkoseärztin oder den Narkosearzt informieren
GrapefruitsaftLaut Packungsbeilage kann er die Wirksamkeit beeinträchtigen; laut Fachinformation können Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4 wie Grapefruitsaft die Menge an Amiodaron im Körper erhöhen[1, 2]Während der Einnahme nicht trinken

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Amiodaron nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bei Schilddrüsenerkrankungen, einer Iodallergie, einem bereits verlangsamten Herzschlag unter 55 Schlägen pro Minute oder einem zu niedrigen Kaliumwert darf Amiodaron nicht eingenommen werden [1, 2]. Mehr zu Schilddrüsenerkrankungen lesen Sie unter Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion. Vor Operationen informieren Sie die Narkoseärztin oder den Narkosearzt; mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Amiodaron oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Verlangsamter Herzschlag mit weniger als 55 Schlägen pro Minute (Sinusbradykardie)[1, 2]
  • Alle Formen einer Leitungsverzögerung im Herzen, einschließlich Syndrom des kranken Sinusknotens, AV-Block II. und III. Grades sowie bi- und trifaszikulärer Blöcke, sofern kein Herzschrittmacher eingesetzt ist[1, 2]
  • Schilddrüsenerkrankungen[1, 2]
  • Bereits bestehende QT-Verlängerung im EKG[1, 2]
  • Zu niedriger Kaliumwert im Blut (Hypokaliämie)[1, 2]
  • Iodallergie[1, 2]
  • Früheres angioneurotisches Ödem (Schwellung von Haut und Schleimhaut)[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit Arzneimitteln, die Torsade de pointes auslösen können[1, 2]
  • Schwangerschaft, es sei denn, die Anwendung ist eindeutig erforderlich[1, 2]
  • Stillzeit[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Vor Behandlungsbeginn wird empfohlen, EKG, Kaliumwert, Leberwerte, Schilddrüsenwerte und Lungenfunktion zu bestimmen und den Brustkorb zu röntgen[1, 2]
  • Herzrhythmusstörungen der Herzkammern: Die Einstellung erfordert eine sorgfältige kardiologische Überwachung und darf nur erfolgen, wenn eine kardiologische Notfallausrüstung und eine Monitorkontrolle vorhanden sind[1, 2]
  • Herzschrittmacher oder implantierte Defibrillatoren: Die Schwelle, ab der sie wirken, kann steigen; ihre Funktion sollte vor und während der Behandlung wiederholt überprüft werden[1, 2]
  • Regelmäßige Kontrollen während der Behandlung, z. B. monatlich ein Standard-EKG oder alle drei Monate ein Langzeit-EKG[1, 2]
  • Schilddrüse: Funktionsuntersuchungen vor Beginn, während der Behandlung und bis etwa ein Jahr nach dem Absetzen; wegen des Iodgehalts verfälscht Amiodaron klassische Schilddrüsentests. Laut Fachinformation kann eine Überfunktion während der Behandlung oder bis zu einigen Monaten nach dem Absetzen auftreten; bei einer Unterfunktion normalisiert sich die Schilddrüsenfunktion nach dem Absetzen normalerweise innerhalb von 1 bis 3 Monaten[1, 2]
  • Lunge: Röntgen und Lungenfunktion vor Beginn und etwa alle 3 bis 6 Monate; bei schweren Lungenerkrankungen gegebenenfalls häufiger[1, 2]
  • Leber: Kontrolle der Leberwerte zu Beginn und regelmäßig während der Behandlung[1, 2]
  • Augen: regelmäßige augenärztliche Untersuchungen einschließlich Augenhintergrund und Spaltlampe[1, 2]
  • Sonne: Sonnenbestrahlung, UV-Licht-Anwendungen und Solarien meiden; sonst unbedeckte Haut, besonders das Gesicht, mit hohem Lichtschutzfaktor schützen, auch nach dem Absetzen noch einige Zeit[1, 2]
  • Schäden an peripheren Nerven oder Muskeln: Sie verschwinden gewöhnlich einige Monate nach dem Absetzen, können sich in Einzelfällen aber auch nicht vollständig zurückbilden[1, 2]
  • Operationen und Narkose: Informieren Sie die Narkoseärztin oder den Narkosearzt; nach chirurgischen Eingriffen traten Fälle von akutem Lungenversagen auf, in Einzelfällen tödlich[1, 2]
  • Warteliste für eine Herztransplantation: Die Ärztin oder der Arzt kann die Behandlung ändern, weil Amiodaron vor einer Transplantation das Risiko einer lebensbedrohlichen Funktionsstörung des neuen Herzens erhöht hat[1, 2]
  • Ältere Menschen: Die Verlangsamung des Herzschlags kann stärker ausgeprägt sein[1, 2]
  • Kinder: Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht belegt; laut Fachinformation wird die Anwendung bei Kindern deshalb nicht empfohlen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Trinken Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol [1]. In der Schwangerschaft darf Amiodaron nur angewendet werden, wenn es eindeutig erforderlich ist, in der Stillzeit nicht. Wegen der langen Halbwertszeit sollten Frauen mit Kinderwunsch eine Schwangerschaft frühestens ein halbes Jahr nach Behandlungsende planen [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen; zur Stillzeit weichen die Angaben voneinander ab [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Amiodaron hat schädliche Wirkungen auf die Schwangerschaft und das ungeborene oder neugeborene Kind und darf in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich. Häufigste Komplikationen sind Wachstumsstörungen, Frühgeburten und Funktionsstörungen der Schilddrüse beim Neugeborenen; eine Schilddrüsenunterfunktion, ein verlangsamter Herzschlag und eine QT-Verlängerung wurden bei etwa 10 % der Neugeborenen festgestellt. Die Fehlbildungsrate scheint nicht erhöht zu sein, mögliche Herzfehler sollten jedoch berücksichtigt werden.[1, 2]

Wegen der langen Halbwertszeit sollten Frauen mit Kinderwunsch eine Schwangerschaft frühestens ein halbes Jahr nach dem Ende der Behandlung planen.[1, 2]

Embryotox stuft Amiodaron in seiner Ampel als "rot" ein (gesicherte fruchtschädigende Wirkung und/oder gravierende Schädigung des Ungeborenen) und bewertet den Erfahrungsumfang als gering. Die Behandlung sollte lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen der Mutter oder des ungeborenen Kindes vorbehalten sein, die nicht auf andere Mittel gegen Herzrhythmusstörungen ansprechen; soll das Kind nicht belastet werden, muss Amiodaron wegen der langen Halbwertszeit laut Embryotox einige Monate vor der Empfängnis abgesetzt werden. Unter Beachtung der Gegenanzeigen ist laut Embryotox Sotalol eine mögliche Alternative; kommt nach Art der Herzrhythmusstörung auch ein Klasse-1c-Antiarrhythmikum infrage, ist Flecainid dem Amiodaron vorzuziehen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Amiodaron geht in die Muttermilch über und kann beim Säugling wirksame Konzentrationen erreichen. Ist eine Behandlung in der Stillzeit erforderlich oder wurde Amiodaron in der Schwangerschaft eingenommen, darf nicht gestillt werden.[1, 2]

Laut Embryotox sollte in der Stillzeit Sotalol, ebenfalls ein Antiarrhythmikum der Klasse III, dem iodhaltigen Amiodaron vorgezogen werden. Ist eine Behandlung mit Amiodaron unvermeidbar oder erfolgte sie bis zur Geburt, muss laut Embryotox im Einzelfall über das weitere Vorgehen entschieden werden; bei längerer Behandlung der Mutter ist nicht auszuschließen, dass sich wegen der langen Halbwertszeit allmählich höhere Spiegel beim Säugling aufbauen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Trinken Sie während der Behandlung möglichst keinen Alkohol. Zusammen mit Alkohol kann das Reaktionsvermögen in verstärktem Maße beeinträchtigt sein.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann Amiodaron das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten während oder nach einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Die Dauer der Anwendung bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; die Behandlung erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte oder mehrfache Menge nehmen, sondern mit der verordneten Dosis fortfahren.[1]

Absetzen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wegen der langen Halbwertszeit können Wechselwirkungen noch mehrere Monate nach dem Absetzen auftreten; ein Lichtschutz ist auch nach dem Absetzen noch einige Zeit erforderlich, und die Schilddrüse wird bis etwa ein Jahr danach kontrolliert.[1, 2]

Überdosierung

Über akute Überdosierungen ist wenig bekannt; im Allgemeinen ist eine Überdosierung erst im Laufe einer Langzeitbehandlung möglich. Die Zeichen beschränken sich gewöhnlich auf einen Herzschlag unter 60 Schlägen pro Minute oder auf Herzjagen, das von selbst endet; Torsade de pointes, Kreislaufversagen und Leberversagen wurden berichtet. Benachrichtigen Sie bei Verdacht umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bei Vergiftungen oder schweren Beschwerden ist eine sofortige ärztliche Behandlung erforderlich. Amiodaron lässt sich nicht durch Blutwäsche (Dialyse) entfernen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt Richtdosen: eine Sättigungsdosis für die ersten Tage und danach eine niedrigere Erhaltungsdosis [1]. Die Dosierung wird individuell, vor allem nach dem Behandlungserfolg, festgelegt; bei Rhythmusstörungen der Herzkammern erfolgt die Einstellung unter sorgfältiger kardiologischer Überwachung [1, 2]. Ergänzend steht eine Angabe der Fachinformation zur Nierenfunktion in der Übersicht [2]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Amiodaron immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, während oder nach einer Mahlzeit, unzerkaut und mit ausreichend Flüssigkeit. Die Dauer der Anwendung bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, und die Behandlung bedarf regelmäßiger ärztlicher Kontrollen [1, 2]. Haben Sie eine oder mehrere Dosen vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte oder mehrfache Menge, sondern fahren mit der verordneten Dosis fort [1].

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache [1]. Auch nach dem Absetzen wird Amiodaron noch über mehrere Monate ausgeschieden: Wechselwirkungen sind noch Monate später möglich, ein Lichtschutz ist noch einige Zeit erforderlich, und die Schilddrüse wird bis etwa ein Jahr danach kontrolliert [1, 2]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung benachrichtigen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Eine Überfunktion der Schilddrüse kann laut Fachinformation noch bis zu einigen Monaten nach dem Absetzen auftreten [2]. Bei Gerinnungshemmern vom Typ der Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon sollten während und nach der Behandlung häufiger die Gerinnungswerte (INR) kontrolliert werden [1, 2]. Was Packungsbeilage, Fachinformation und Leitlinien zum Beenden der Behandlung sagen, erklärt die Seite Amiodaron absetzen.

Präparate mit Amiodaron

Amiodaron gibt es als Tabletten in verschiedenen Stärken; daneben gibt es eine Darreichungsform zur Anwendung über die Vene [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten [1, 2].

Präparate mit Amiodaron
PräparatAnbieterHinweis
Amiodaron-ratiopharmratiopharm GmbHTabletten mit 100 oder 200 mg, verschreibungspflichtig; 200 mg sind Grundlage dieser Seite
Amiodaron-CTAbZ-Pharma GmbHTabletten mit 200 mg, verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Amiodaron. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Warum sind unter Amiodaron so viele Kontrollen nötig?

Amiodaron kann Schilddrüse, Lunge, Leber, Augen, Herz und Nerven betreffen. Vor Behandlungsbeginn wird deshalb empfohlen, EKG, Kaliumwert, Leber- und Schilddrüsenwerte sowie die Lungenfunktion zu bestimmen und den Brustkorb zu röntgen. Während der Behandlung folgen regelmäßige EKG-Kontrollen, Lungenuntersuchungen etwa alle 3 bis 6 Monate, Kontrollen der Leberwerte, augenärztliche Untersuchungen und Schilddrüsentests bis etwa ein Jahr nach dem Absetzen.

Wie lange bleibt Amiodaron im Körper?

Amiodaron hat eine lange Halbwertszeit, die laut Fachinformation je nach Mensch zwischen 20 und 100 Tagen liegt. Es reichert sich im Fettgewebe an und wird nach dem Absetzen noch über mehrere Monate ausgeschieden. Deshalb können Wechselwirkungen noch mehrere Monate nach dem Absetzen auftreten, und Frauen mit Kinderwunsch sollten eine Schwangerschaft frühestens ein halbes Jahr nach Behandlungsende planen.

Was hat Amiodaron mit der Schilddrüse zu tun?

Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse ist eine häufige Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; schwere Überfunktionen, in Einzelfällen tödlich, wurden beschrieben. Amiodaron enthält Iod und verfälscht klassische Schilddrüsentests. Bei Schilddrüsenerkrankungen und Iodallergie darf es nicht eingenommen werden. Zeichen einer Unterfunktion können Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und Abgeschlagenheit sein, Zeichen einer Überfunktion Gewichtsverlust, Herzrasen, Zittern und Schwitzen.

Warum soll ich unter Amiodaron die Sonne meiden?

Eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut mit Neigung zu Sonnenbrand ist sehr häufig. Meiden Sie Sonne, UV-Licht-Anwendungen und Solarien; geht das nicht, schützen Sie unbedeckte Haut, besonders das Gesicht, mit hohem Lichtschutzfaktor, auch noch einige Zeit nach dem Absetzen. Bei längerer Behandlung kann sich die Haut vor allem an Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, schiefergrau bis schwarzviolett verfärben; das bildet sich nach dem Absetzen innerhalb von 1 bis 4 Jahren langsam zurück.

Kann Amiodaron die Augen schädigen?

Sehr häufig bilden sich feine Ablagerungen an der Vorderfläche der Hornhaut, die Schleiersehen oder Farbhöfe um Lichtquellen verursachen können; sie gehen in der Regel 6 bis 12 Monate nach dem Absetzen zurück. Sehr selten ist eine Erkrankung des Sehnervs, die zu bleibender Blindheit führen kann. Bei verschwommenem Sehen oder vermindertem Sehvermögen informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Alkohol trinken oder Grapefruitsaft, wenn ich Amiodaron nehme?

Während der Behandlung sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken; zusammen mit Alkohol kann das Reaktionsvermögen verstärkt beeinträchtigt sein. Grapefruitsaft sollten Sie während der Einnahme gar nicht trinken: Laut Packungsbeilage kann er die Wirksamkeit beeinträchtigen, laut Fachinformation kann er als Hemmstoff des Enzyms CYP3A4 die Menge an Amiodaron im Körper erhöhen.

Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Amiodaron?

Nicht zusammen eingenommen werden dürfen MAO-Hemmer und andere Mittel, die die QT-Zeit verlängern oder Torsade de pointes auslösen können, etwa bestimmte andere Mittel gegen Herzrhythmusstörungen. Nicht empfohlen sind unter anderem Betablocker, Verapamil, Diltiazem, kaliumsenkende Abführmittel und Sofosbuvir gegen Hepatitis C. Vorsicht gilt etwa bei Gerinnungshemmern, Digoxin, bestimmten Statinen und Ciclosporin. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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