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Amiodaron absetzen
Laut Packungsbeilage unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Amiodaron nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; ein Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Amiodaron wird nach dem Absetzen noch über mehrere Monate ausgeschieden. Wegen der langen Halbwertszeit können Wechselwirkungen laut Fachinformation noch mehrere Monate danach auftreten; eine Schilddrüsenüberfunktion kann bis zu einigen Monaten nach dem Absetzen auftreten, und die Schilddrüse sollte bis etwa ein Jahr danach regelmäßig untersucht werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Laut Packungsbeilage unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Amiodaron nicht ohne Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. Wie lange Amiodaron eingenommen wird, bestimmt die Ärztin oder der Arzt [1, 2]. Ein Ausschleichen oder ein bestimmtes Vorgehen beim Beenden beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2].
Amiodaron hat laut Fachinformation eine lange Halbwertszeit, die je nach Mensch zwischen 20 und 100 Tagen liegt. Während der Aufsättigung reichert sich Amiodaron vor allem im Fettgewebe an, und nach dem Absetzen wird es noch über mehrere Monate ausgeschieden [2]. Einige Hinweise gelten auch für die Zeit danach: Wegen der langen Halbwertszeit können Wechselwirkungen noch mehrere Monate nach dem Absetzen auftreten, die Schilddrüse sollte bis etwa ein Jahr danach regelmäßig untersucht werden, und ein Lichtschutz ist noch einige Zeit erforderlich [1, 2].
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Unter der Überschrift "Wenn Sie die Einnahme abbrechen" steht in der Packungsbeilage von Amiodaron-ratiopharm ein einziger Satz: Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt [1]. Die Behandlung bedarf regelmäßiger ärztlicher Kontrollen [1, 2].
Für die Wirkung ist laut Fachinformation entscheidend, dass sich Amiodaron am Wirkort anreichert und der Herzmuskel aufgesättigt ist. Je nach Sättigungsdosis ist innerhalb weniger Tage bis zu 2 Wochen mit einer Wirkung zu rechnen; ein gleichbleibender Spiegel im Blut (Steady State) stellt sich innerhalb von einem bis zu mehreren Monaten ein [2]. Wie lange die Wirkung auf den Herzrhythmus nach dem Absetzen anhält, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an [1, 2].
Wann die Ärztin oder der Arzt die Behandlung ändert oder beendet
In diesen Situationen sehen Packungsbeilage und Fachinformation vor, die Dosis zu verringern, die Behandlung zu beenden oder ein anderes Mittel zu erwägen. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt [1, 2]:
- Sehr langsamer Herzschlag: Bei einer ausgeprägten Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie) oder einem Sinusknotenstillstand muss die Behandlung abgebrochen werden. Bei älteren Menschen kann die Verlangsamung stärker ausgeprägt sein [1, 2]. Mehr dazu: Langsamer Puls durch Medikamente.
- Veränderungen im EKG: Verschlechtern sich bestimmte Werte im EKG, zum Beispiel eine Verlängerung der QT-Zeit auf mehr als 500 Millisekunden, oder nehmen Zahl oder Schwere der Herzrhythmusstörungen zu, sollte die Behandlung überprüft werden [1, 2]. Mehr dazu: QT-Verlängerung.
- Schilddrüsenüberfunktion: Wird eine Überfunktion nachgewiesen, sollte Amiodaron in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt abgesetzt werden. In schweren Fällen sollte laut Packungsbeilage außerdem eine Behandlung mit Mitteln, die die Schilddrüse hemmen (Thyreostatika), Betablockern und/oder Kortikosteroiden begonnen werden; die Fachinformation spricht von einer Notfallbehandlung, die dann begonnen werden muss [1, 2].
- Schilddrüsenunterfunktion: Hier sollte die Dosis, sofern möglich, verringert und/oder eine Behandlung mit Levothyroxin begonnen werden; in Einzelfällen kann ein Absetzen erforderlich werden [1, 2]. Erhöhte T4-Werte und verminderte T3-Werte bei sonst unauffälliger Schilddrüsenfunktion sollten allein nicht zu einem Abbruch führen [1, 2].
- Lunge: Bei einer Lungenentzündung als Überempfindlichkeitsreaktion (Hypersensitivitäts-Pneumonitis) ist Amiodaron sofort abzusetzen und eine Behandlung mit Kortikosteroiden zu beginnen. Bei einer alveolären oder interstitiellen Lungenentzündung sollten Kortikosteroide gegeben und die Dosis verringert oder Amiodaron, falls möglich, abgesetzt werden [1, 2].
- Leber: Steigen die Leberwerte (Transaminasen) über das 3-Fache der Norm, sollte die Dosis verringert oder Amiodaron abgesetzt werden [1, 2]. Mehr dazu: Erhöhte Leberwerte durch Medikamente.
- Sehnerv: Bei einer Erkrankung des Sehnervs mit Verschlechterung des Sehvermögens (Optikusneuropathie, Optikusneuritis) ist das Absetzen notwendig, weil sie bis zur Erblindung fortschreiten kann. Informieren Sie dann umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, damit eine andere Behandlung eingeleitet werden kann [1, 2].
- Schwere Hautreaktionen: Bei Anzeichen schwerer allergischer Hautreaktionen wie Blasenbildung oder Hautablösung muss die Behandlung beendet werden; laut Fachinformation sofort, wenn Zeichen eines Stevens-Johnson-Syndroms oder einer toxischen epidermalen Nekrolyse vorhanden sind [1, 2]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
- Warteliste für eine Herztransplantation: Dann kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Behandlung ändern. Der Grund: Die Anwendung von Amiodaron vor einer Herztransplantation hat ein erhöhtes Risiko für eine lebensbedrohliche Funktionsstörung des neuen Herzens gezeigt (primäre Transplantatdysfunktion) [1]. Laut Fachinformation sollte so früh wie möglich vor der Transplantation ein anderes Mittel gegen Herzrhythmusstörungen erwogen werden [2].
- Hepatitis-C-Mittel mit Sofosbuvir: Zusammen mit Sofosbuvir kann sich der Herzschlag lebensbedrohlich verlangsamen; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zieht möglicherweise eine andere Behandlung in Erwägung [1]. Laut Fachinformation sollte Amiodaron dann nur angewendet werden, wenn andere Mittel gegen Herzrhythmusstörungen nicht vertragen werden oder nicht angewendet werden dürfen [2].
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Absetzerscheinungen, eine Abhängigkeit oder einen Rückprall-Effekt (Rebound) nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Amiodaron nicht [1, 2]. Sie beschreiben aber, welche Nebenwirkungen auch nach dem Absetzen noch auftreten können und wann einige von ihnen zurückgehen [1, 2].
Schilddrüse
Eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) kann laut Fachinformation während der Behandlung oder bis zu einigen Monaten nach dem Absetzen auftreten. Die Zeichen sind normalerweise leicht: Gewichtsverlust, Herzrasen, Muskelzittern, Nervosität, vermehrtes Schwitzen und Wärmeunverträglichkeit, erneut auftretende Herzrhythmusstörungen oder Angina pectoris, Herzschwäche [2]. Eine Besserung tritt innerhalb einiger Monate nach dem Absetzen ein, begleitet von einer Normalisierung der Schilddrüsenwerte. In schweren Fällen, von denen einige tödlich verliefen, muss eine Notfallbehandlung begonnen werden [2]. Mehr dazu: Schilddrüsenüberfunktion.
Hinweise auf eine Unterfunktion (Hypothyreose) können Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Abgeschlagenheit und eine extreme Verlangsamung des Herzschlags sein, die über die unter Amiodaron zu erwartende Wirkung hinausgeht. Nach dem Absetzen normalisiert sich die Schilddrüsenfunktion normalerweise innerhalb von 1 bis 3 Monaten [1, 2]. Mehr dazu: Schilddrüsenunterfunktion.
Schilddrüsenuntersuchungen sollten während der Behandlung und bis etwa ein Jahr nach dem Absetzen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden; dabei wird auch auf Zeichen einer Über- oder Unterfunktion geachtet [1, 2]. Weil Amiodaron Iod enthält, verfälscht es klassische Schilddrüsentests (Iodbindungstests) [1, 2].
Wechselwirkungen
Amiodaron beeinflusst bestimmte Abbauenzyme (Cytochrom-P450-Enzyme) und Transportproteine (P-Glykoprotein). Wegen der langen Halbwertszeit können Wechselwirkungen mehrere Monate nach dem Absetzen beobachtet werden [1, 2]. Die Packungsbeilage weist darauf hin, dass ihre Angaben zu Wechselwirkungen auch für vor Kurzem angewandte Arzneimittel gelten können [1]. Zwei Situationen nennt die Fachinformation ausdrücklich:
- Gerinnungshemmer vom Typ der Vitamin-K-Antagonisten: Amiodaron kann die Wirkung von Phenprocoumon oder Warfarin verstärken und das Blutungsrisiko erhöhen. Während und nach der Behandlung mit Amiodaron sollten die Gerinnungswerte (INR) häufiger kontrolliert und die Dosis des Gerinnungshemmers gegebenenfalls angepasst werden [1, 2].
- Sofosbuvir gegen Hepatitis C: Zusammen mit Amiodaron wurden lebensbedrohliche Fälle eines verlangsamten Herzschlags und eines Herzblocks beobachtet. Wegen der langen Halbwertszeit sollte die Herzfunktion auch bei Menschen überwacht werden, die Amiodaron in den vorangegangenen Monaten abgesetzt haben und eine solche Behandlung beginnen sollen [2].
Haut, Augen, Nerven, Leber und Lunge
Haut: Auch nach dem Absetzen ist ein Lichtschutz noch für einige Zeit erforderlich [1, 2]. Eine schiefergraue bis schwarzviolette Verfärbung der Haut, die unter längerer Behandlung vor allem an sonnenbeschienenen Stellen auftreten kann, bildet sich langsam innerhalb von 1 bis 4 Jahren nach dem Absetzen zurück [1, 2]. Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut und Pigmentstörungen.
Augen: Feine Ablagerungen an der Vorderfläche der Hornhaut sind sehr häufig und können Schleiersehen oder Farbhöfe um Lichtquellen verursachen. Sie bilden sich in der Regel 6 bis 12 Monate nach dem Absetzen zurück [1, 2]. Mehr dazu: Sehstörungen durch Medikamente.
Nerven und Muskeln: Schäden an peripheren Nerven und Muskeln (Neuropathien, Myopathien) verschwinden gewöhnlich einige Monate nach dem Absetzen, können sich in Einzelfällen aber auch nicht vollständig zurückbilden [1, 2].
Leber und Lunge: Leberfunktionsstörungen sind nach dem Absetzen umkehrbar (reversibel); es wurden jedoch Fälle mit tödlichem Ausgang beschrieben [1, 2]. Lungenveränderungen durch Amiodaron bilden sich bei frühzeitigem Absetzen in der Regel zurück [1].
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Ein Schema, nach dem die Dosis vor dem Absetzen verringert wird, nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Für die Zeit nach dem Absetzen nennen sie weitere Kontrollen: Schilddrüsenuntersuchungen bis etwa ein Jahr danach, häufigere Kontrollen der Gerinnungswerte (INR) bei Vitamin-K-Antagonisten und eine Überwachung der Herzfunktion, wenn in den Monaten danach eine Behandlung mit Sofosbuvir beginnen soll [1, 2].
Was Leitlinien zur Dauer der Behandlung sagen
Laut einer Zusammenfassung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zur S3-Leitlinie Vorhofflimmern (Stand 04/2025) sollte eine langfristige Behandlung mit Amiodaron wegen potenziell bedrohlicher Nebenwirkungen vermieden werden (Empfehlung 6.9). Nach Einschätzung der Leitliniengruppe hat Amiodaron bei Vorhofflimmern vor allem einen Stellenwert zur kurzfristigen Überbrückung, zum Beispiel nach einer elektrischen Kardioversion, um zu beurteilen, ob Beschwerden und Herzrhythmus zusammenhängen, bei Verdacht auf eine durch Rhythmusstörungen ausgelöste Herzmuskelschwäche zur Beurteilung der Pumpfunktion oder während der Wartezeit bis zu einer Katheterablation [11].
Die Pocket-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zur Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) von 2024 empfiehlt Amiodaron für Menschen mit Vorhofflimmern und Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion (HFrEF), die eine Langzeitbehandlung mit Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen benötigen; dabei ist eine sorgfältige Prüfung und Überwachung auf Nebenwirkungen außerhalb des Herzens erforderlich (Empfehlungsklasse I) [12]. Beide Empfehlungen gelten für Vorhofflimmern; Amiodaron wird auch bei schwerwiegenden Rhythmusstörungen der Herzkammern eingesetzt [1, 2]. Ob und wann Ihre Behandlung endet, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Kinderwunsch
Frauen mit Kinderwunsch sollten laut Packungsbeilage und Fachinformation wegen der langen Halbwertszeit eine Schwangerschaft frühestens ein halbes Jahr nach dem Ende der Behandlung planen, um eine Belastung des Kindes in der Frühschwangerschaft zu vermeiden [1, 2]. Laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, muss Amiodaron bereits einige Monate vor der Empfängnis abgesetzt werden, wenn das Ungeborene nach einer Behandlung der Mutter nicht belastet werden soll. Die Behandlung sollte laut Embryotox lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen der Mutter oder des Ungeborenen vorbehalten sein, die nicht auf andere Mittel ansprechen [3].
Als mögliche Alternative nennt Embryotox unter Beachtung der Gegenanzeigen Sotalol; kommt nach Art der Herzrhythmusstörung auch ein Mittel der Klasse 1c infrage, ist laut Embryotox Flecainid dem Amiodaron vorzuziehen [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Haben Sie eine oder mehrere Einnahmen vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte oder mehrfache Menge ein, sondern setzen die Behandlung mit der verordneten Dosis fort [1]. Die Tabletten werden während oder nach einer Mahlzeit unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen [1, 2].
Was Sie tun können
Diese Fragen helfen, das Gespräch vorzubereiten:
- Warum soll Amiodaron bei mir beendet werden, und wie wird mein Herzrhythmus danach behandelt?
- Wie lange und in welchen Abständen werden meine Schilddrüsenwerte nach dem Absetzen kontrolliert?
- Auf welche Zeichen einer Schilddrüsenstörung achte ich in den Monaten danach?
- Welche meiner anderen Medikamente können noch mit Amiodaron in Wechselwirkung treten, und muss eine Dosis angepasst werden?
- Nehme ich einen Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon, und wann wird der INR-Wert kontrolliert?
- Wie lange sollte ich meine Haut noch vor der Sonne schützen?
- Ich wünsche mir ein Kind: Wann sollte die Behandlung enden, und wer berät mich zur Planung?
Eine Vorlage für Ihre Fragen bietet das Werkzeug Fragen für das Arztgespräch.
Andere Behandelnde informieren: Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke auch über Arzneimittel, die Sie kürzlich eingenommen haben [1]. Sagen Sie bei einem neuen Rezept oder beim Kauf eines Mittels in der Apotheke, dass Sie Amiodaron bis vor Kurzem genommen haben, auch vor einer Behandlung gegen Hepatitis C mit Sofosbuvir [1, 2].
Haut schützen: Während der Behandlung sollten Sie Sonne, UV-Licht-Anwendungen und Solarien meiden; ist das nicht möglich, sollten Sie unbedeckte Haut, besonders das Gesicht, mit einem Mittel mit hohem Lichtschutzfaktor schützen. Ein Lichtschutz ist auch nach dem Absetzen noch für einige Zeit erforderlich [1, 2]. Wie lange das bei Ihnen gilt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeines steht im Ratgeber Medikamente absetzen.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Bemerken Sie während der Behandlung oder in den Monaten nach dem Absetzen Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion wie Herzrasen, Muskelzittern, Nervosität, vermehrtes Schwitzen, Gewichtsverlust oder erneute Herzrhythmusstörungen, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1, 2].
Starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, schwere Atemnot sowie Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Notruf 112. Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [13]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Die folgenden Warnzeichen nennen Packungsbeilage und Fachinformation für die Behandlung mit Amiodaron [1, 2]:
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Amiodaron. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- S3-Leitlinie Vorhofflimmern: Empfehlungen zur medikamentösen Therapie (Arzneiverordnung in der Praxis, Band 52, Heft 2, S. 121-125), Abschnitt "Auswahl der medikamentösen antiarrhythmischen Therapie". Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand 09/2025 (vorab online 21.08.2025). abgerufen am 16.10.2026
- Leitlinie ESC Pocket Guidelines Vorhofflimmern, Version 2024, 2. Auflage (Kurzfassung der 2024 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation), Abschnitt 6.3 Langfristige Therapie mit Antiarrhythmika. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK), von der DGK übernommene Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC). Stand Version 2024, 2. Auflage mit Corrigendum (digitale Fassung). abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Amiodaron einfach absetzen?
Laut Packungsbeilage unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt. Wie lange Amiodaron eingenommen wird, bestimmt die Ärztin oder der Arzt. Auch nach der letzten Tablette wird Amiodaron noch über mehrere Monate ausgeschieden. Laut Fachinformation können Wechselwirkungen noch mehrere Monate und eine Schilddrüsenüberfunktion bis zu einigen Monaten nach dem Absetzen auftreten. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Amiodaron absetzen oder ausschleichen?
Ein Ausschleichen oder ein Schema zum Verringern der Dosis vor dem Absetzen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation von Amiodaron nicht. Sie nennen Situationen, in denen die Dosis verringert oder die Behandlung abgebrochen wird, etwa bei einer Schilddrüsenüberfunktion, Leberwerten über dem 3-Fachen der Norm, einer Lungenentzündung durch Amiodaron oder einem ausgeprägt verlangsamten Herzschlag. Wie Ihre Behandlung endet, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Wie lange wirkt Amiodaron nach dem Absetzen noch?
Wie lange die Wirkung auf den Herzrhythmus nach dem Absetzen anhält, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an. Laut Fachinformation liegt die Halbwertszeit je nach Mensch zwischen 20 und 100 Tagen, und Amiodaron wird nach dem Absetzen noch über mehrere Monate ausgeschieden. Wegen der langen Halbwertszeit können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln noch mehrere Monate nach dem Absetzen auftreten.
Welche Nebenwirkungen können nach dem Absetzen von Amiodaron noch auftreten?
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann laut Fachinformation noch bis zu einigen Monaten nach dem Absetzen auftreten. Für andere Nebenwirkungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation, wann sie nach dem Absetzen zurückgehen: Ablagerungen in der Hornhaut des Auges in der Regel nach 6 bis 12 Monaten, eine schiefergraue bis schwarzviolette Verfärbung der Haut langsam innerhalb von 1 bis 4 Jahren, Schäden an Nerven und Muskeln gewöhnlich nach einigen Monaten, in Einzelfällen aber nicht vollständig. Ein Lichtschutz ist noch einige Zeit erforderlich.
Was passiert nach dem Absetzen mit der Schilddrüse?
Laut Fachinformation sollten Schilddrüsenuntersuchungen bis etwa ein Jahr nach dem Absetzen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Eine Unterfunktion normalisiert sich nach dem Absetzen normalerweise innerhalb von 1 bis 3 Monaten. Eine Überfunktion kann noch bis zu einigen Monaten nach dem Absetzen auftreten; sie bessert sich innerhalb einiger Monate nach dem Absetzen. Bemerken Sie Zeichen wie Herzrasen, Zittern, Schwitzen oder Gewichtsverlust, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wird Amiodaron vor oder nach einer Ablation abgesetzt?
Dazu sagen Packungsbeilage und Fachinformation nichts. Laut einer Zusammenfassung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zur S3-Leitlinie Vorhofflimmern sollte eine langfristige Behandlung mit Amiodaron wegen potenziell bedrohlicher Nebenwirkungen vermieden werden. Nach Einschätzung der Leitliniengruppe hat Amiodaron vor allem einen Stellenwert zur kurzfristigen Überbrückung, zum Beispiel während der Wartezeit bis zur Katheterablation. Ob und wann Sie Amiodaron beenden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Wann kann ich nach Amiodaron schwanger werden?
Frauen mit Kinderwunsch sollten laut Packungsbeilage und Fachinformation wegen der langen Halbwertszeit eine Schwangerschaft frühestens ein halbes Jahr nach dem Ende der Behandlung planen, um eine Belastung des Kindes in der Frühschwangerschaft zu vermeiden. Laut Embryotox muss Amiodaron bereits einige Monate vor der Empfängnis abgesetzt werden, wenn das Ungeborene nach einer Behandlung der Mutter nicht belastet werden soll. Sprechen Sie Ihren Kinderwunsch früh bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an.
Muss ich nach dem Absetzen noch auf Wechselwirkungen achten?
Ja. Wegen der langen Halbwertszeit können Wechselwirkungen laut Fachinformation noch mehrere Monate nach dem Absetzen auftreten. Bei Gerinnungshemmern vom Typ der Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon oder Warfarin sollten während und nach der Behandlung häufiger die Gerinnungswerte (INR) kontrolliert werden. Soll in den Monaten nach dem Absetzen eine Behandlung mit Sofosbuvir gegen Hepatitis C beginnen, sollte die Herzfunktion überwacht werden. Sagen Sie Ärztinnen, Ärzten und Ihrer Apotheke, dass Sie Amiodaron bis vor Kurzem eingenommen haben.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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