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Flecainid: Nebenwirkungen und Wirkung
Flecainid ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen bestimmte schwerwiegende Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmikum der Klasse IC). Sehr häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, Benommenheit und Sehstörungen. Wie andere Antiarrhythmika kann Flecainid selbst Herzrhythmusstörungen auslösen oder verschlimmern. Die Behandlung beginnt unter ärztlicher Aufsicht; Blutspiegel und EKG werden regelmäßig kontrolliert.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Schwindel und Benommenheit, laut Fachinformation in der Regel vorübergehend[1, 2]
- Sehr häufig: Probleme mit dem Sehen wie Doppeltsehen, Schleiersehen und unscharfes Sehen[1, 2]
- Häufig: Auftreten einer schwerwiegenderen Form der Herzrhythmusstörung oder häufigeres Auftreten bzw. Verschlimmerung einer bestehenden Herzrhythmusstörung (Proarrhythmie); laut Fachinformation bei Menschen mit strukturellen Herzerkrankungen oder signifikant eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer[1, 2]
- Häufig: Atemnot (Dyspnoe)[1, 2]
- Häufig: Schwäche, Müdigkeit (Fatigue), Fieber, Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe (Ödeme) und allgemeines Unwohlsein[1, 2]
Wofür wird Flecainid eingesetzt?
Flecainid gehört zu den Arzneimitteln gegen Herzrhythmusstörungen, den Antiarrhythmika, und ist verschreibungspflichtig [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird es bei bestimmten schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen angewendet, die sich häufig als starkes Herzrasen oder als erhöhte Herzfrequenz äußern, und bei schwerwiegenden Rhythmusstörungen, die auf andere Arzneimittel nicht gut ansprachen oder bei denen andere Behandlungen nicht vertragen wurden [1].
Die Fachinformation nennt die Anwendungsgebiete genauer: die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie und Rhythmusstörungen beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom oder bei ähnlichen zusätzlichen Leitungsbahnen im Herzen, wenn andere Behandlungen unwirksam waren; schwere, mit Beschwerden einhergehende und lebensbedrohliche anfallsartige Rhythmusstörungen der Herzkammern, die auf andere Behandlungen nicht angesprochen haben oder bei denen diese nicht vertragen wurden; und anfallsartiges Vorhofflimmern, Vorhofflattern oder Vorhoftachykardien bei eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit nach einer Kardioversion, wenn eine Behandlung wegen der Schwere der Beschwerden eindeutig nötig ist und andere Behandlungen unwirksam waren. Eine strukturelle Herzerkrankung oder eine eingeschränkte Funktion der linken Herzkammer sollte vorher ausgeschlossen werden, weil dann das Risiko einer rhythmusstörenden Wirkung erhöht ist [2]. Mehr zu schnellem Herzschlag lesen Sie auf der Seite Herzrasen.
Wie wirkt Flecainid?
Laut Packungsbeilage hemmt Flecainid die Reizleitung im Herzen und verlängert die Zeit, in der sich das Herz in Ruhe befindet; dadurch pumpt das Herz wieder normal [1]. Die Fachinformation ordnet Flecainid als Antiarrhythmikum der Klasse IC ein: Es hemmt ausgeprägt den schnellen Natriumkanal der Herzmuskelzellen und verlangsamt so die Erregungsleitung. Im EKG kann sich das als Verlängerung des PR-Intervalls und der QRS-Dauer zeigen; außerdem verlängert Flecainid das QT-Intervall und verbreitert den QRS-Komplex um 12 bis 20 % [2]. In sehr hohen Konzentrationen schwächt es die Pumpkraft des Herzens geringfügig [2].
Nach dem Schlucken wird Flecainid fast vollständig aufgenommen. Abgebaut wird es weitgehend über das Leberenzym CYP2D6, dessen Aktivität von Mensch zu Mensch genetisch verschieden ist; ausgeschieden wird es hauptsächlich mit dem Urin. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt etwa 20 Stunden. Bei Nieren- oder Lebererkrankungen, bei Herzschwäche und bei alkalischem Urin verlässt Flecainid den Körper langsamer [2]. Laut Fachinformation scheinen Blutspiegel von 200 bis 1.000 ng/ml nötig, um Extraschläge der Herzkammern bestmöglich zu unterdrücken; Spiegel über 700 bis 1.000 ng/ml gehen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen einher [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation von Flecainid-ratiopharm. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten berichtet werden Schwindel und Sehstörungen; sie traten bei etwa 15 % der Behandelten auf und verschwinden bei fortgesetzter Behandlung meist nach wenigen Tagen oder lassen sich durch eine niedrigere Dosis beseitigen [1]. Am Herzen nennt die Packungsbeilage als häufigste Nebenwirkungen einen verlangsamten oder beschleunigten Herzschlag, Herzklopfen, Herzstillstand, Herzschwäche, Brustschmerzen, Herzinfarkt und niedrigen Blutdruck [1]. Wie andere Antiarrhythmika kann Flecainid Rhythmusstörungen auslösen: Bestehende Rhythmusstörungen können sich verschlechtern oder neue auftreten. Am größten ist dieses Risiko bei Menschen mit strukturellen Herzerkrankungen oder signifikant eingeschränkter Herzfunktion [1, 2]. Mehr zu Veränderungen im EKG lesen Sie unter QT-Verlängerung.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- HerzAuftreten einer schwerwiegenderen Form der Herzrhythmusstörung oder häufigeres Auftreten bzw. Verschlimmerung einer bestehenden Herzrhythmusstörung (Proarrhythmie); laut Fachinformation bei Menschen mit strukturellen Herzerkrankungen oder signifikant eingeschränkter Funktion der linken Herzkammer[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- AtemwegeAtemnot (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Allgemeine BeschwerdenSchwäche, Müdigkeit (Fatigue), Fieber, Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe (Ödeme) und allgemeines Unwohlsein[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)MüdigkeitFieberWassereinlagerungen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderung der roten und weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HerzErhöhte Herzfrequenz bei Menschen mit Vorhofflattern; laut Fachinformation durch eine 1:1-Überleitung der Vorhoferregung auf die Herzkammern[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Verdauungsbeschwerden mit Oberbauchschmerzen und Völlegefühl (Dyspepsie) und Blähungen[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenVerstopfungBauchschmerzenAppetitlosigkeitDurchfallSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBlähungen
- Magen und DarmMundtrockenheit und Geschmacksstörungen[1, 2]Mehr dazu: MundtrockenheitGeschmacksstörungen
- HautAllergische Hautreaktionen wie Hautausschlag sowie Haarausfall[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagAllergische ReaktionenHaarausfall
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgien) und Muskelschmerzen (Myalgien), eventuell mit Fieber[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzenFieber
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- AtemwegeLungenentzündung (Pneumonie)[1, 2]
- NervensystemPrickeln der Haut, als ob Ameisen darüber laufen (Parästhesien), und vermindertes Berührungsgefühl (Hypoästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemKoordinationsprobleme (Ataxie) und Schwierigkeiten bei Bewegungen mit Muskelzuckungen (Dyskinesie)[1, 2]
- NervensystemVorübergehender Bewusstseinsverlust (Synkope)[1, 2]
- NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
- NervensystemVermehrtes Schwitzen und Gesichtsröte bzw. Hitzegefühl[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes SchwitzenHitzewallungen
- NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz) und Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitKopfschmerzen
- NervensystemNervenstörungen, zum Beispiel in den Armen und Beinen (periphere Neuropathie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemKrampfanfälle (Konvulsionen)[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- Ohr und GleichgewichtKlingeln in den Ohren (Tinnitus) und Drehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: OhrgeräuscheSchwindel
- PsycheDepression; die Packungsbeilage spricht von schwerer Depression[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- PsycheAngstzustände und Schlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: AngstSchlafstörungen
- PsycheVerwirrtheit, Sehen von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), und Gedächtnislücken (Amnesie)[1, 2]Mehr dazu: VerwirrtheitPsychose und HalluzinationenKonzentrations- und Gedächtnisstörungen
- HautNesselsucht (Urtikaria), laut Fachinformation in schwerer Form[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
- Leber und GalleErhöhte Leberenzymwerte mit und ohne Gelbsucht (Ikterus)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemErhöhte Konzentrationen bestimmter Antikörper (antinukleäre Antikörper), laut Fachinformation mit oder ohne Entzündung im ganzen Körper[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
- AugenAblagerungen in der Hornhaut des Auges[1, 2]
- HautLichtempfindlichkeit der Haut[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HerzBestimmte Veränderungen im EKG: Verlängerung des PR-Intervalls und des QRS-Komplexes, laut Fachinformation dosisabhängig[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HerzErhöhte Reizschwelle bei Menschen mit Herzschrittmacher oder vorübergehenden Herzschrittmacherelektroden[1, 2]
- HerzGestörte Weiterleitung der Erregung zwischen Vorhöfen und Herzkammern (AV-Block 2. oder 3. Grades) und Aussetzen des normalen Herzrhythmus (Sinusarrest)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenVerlangsamter Herzschlag
- HerzAussetzen des Herzschlags (Herzstillstand)[1, 2]
- HerzLangsamer oder schneller Herzschlag und spürbarer Herzschlag (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter HerzschlagHerzrasen
- HerzHerzschwäche: Das Herz kann nicht ausreichend Blut in das Körpergewebe pumpen[1, 2]Mehr dazu: Herzschwäche
- HerzBrustschmerzen und Herzinfarkt[1, 2]
- HerzNiedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- HerzHerzkammerflimmern[2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HerzSichtbarwerden einer bereits bestehenden, vorher nicht erkannten vererbten Herzerkrankung (Brugada-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- AtemwegeLungenerkrankungen (Lungenfibrose und interstitielle Lungenerkrankung)[1, 2]
- Leber und GalleLeberfunktionsstörung[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die Packungsbeilage bittet darum, sich bei Nebenwirkungen an die Ärztin, den Arzt oder die Apotheke zu wenden, auch bei Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung nehmen Sie unverzüglich Kontakt mit einer Ärztin oder einem Arzt auf; laut Fachinformation ist eine Überdosierung ein potenziell lebensbedrohlicher Notfall [1, 2]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schwindel und Sehstörungen: Sie gehen bei fortgesetzter Behandlung meist nach wenigen Tagen zurück oder lassen sich durch eine niedrigere Dosis beseitigen; ob und wie die Dosis angepasst wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Solange Ihnen schwindelig ist oder Sie doppelt oder verschwommen sehen, kann Ihr Reaktionsvermögen eingeschränkt sein; das kann im Straßenverkehr, beim Bedienen gefährlicher Maschinen und beim Arbeiten in der Höhe gefährlich sein. Sind Sie unsicher, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Herz und Kreislauf: Regelmäßige Kontrollen gehören zur Behandlung. Laut Packungsbeilage bestimmt die Ärztin oder der Arzt regelmäßig die Flecainid-Konzentration im Blut; ein einfaches EKG wird einmal pro Monat und ein ausführlicheres EKG alle 3 Monate abgeleitet, zu Beginn der Behandlung und bei einer Dosiserhöhung alle 2 bis 4 Tage [1]. Ein zu niedriger oder zu hoher Kaliumwert kann die Wirkung beeinflussen; Entwässerungsmittel, Abführmittel und Kortison können den Kaliumwert senken, und die Ärztin oder der Arzt lässt ihn dann gegebenenfalls überprüfen [1]. Mehr dazu auf der Seite Veränderter Kaliumspiegel.
Weitere Beschwerden: Wenden Sie sich bei Nebenwirkungen an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Setzen Sie Flecainid nicht eigenmächtig ab: Die Rhythmusstörung würde dann nicht mehr wie beabsichtigt kontrolliert [1]. Beschwerden können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten und zum nächsten Termin mitnehmen.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Andere Mittel gegen Herzrhythmusstörungen aus der Gruppe der Natriumkanalblocker dürfen nicht zusammen mit Flecainid eingenommen werden [1, 2]. Flecainid wird weitgehend über das Enzym CYP2D6 abgebaut: Arzneimittel, die dieses Enzym hemmen, zum Beispiel Antidepressiva, Neuroleptika, Propranolol, Ritonavir und einige Antihistaminika (Allergiemittel), können die Konzentration erhöhen, Mittel wie Phenytoin, Phenobarbital oder Carbamazepin sie senken. Laut Fachinformation können erhöhte Konzentrationen durch Wechselwirkungen zu lebensbedrohlichen oder sogar tödlich verlaufenden Nebenwirkungen führen [2]. Zusammen mit Amiodaron muss die Flecainid-Dosis laut Packungsbeilage bei einigen Menschen verringert werden [1]; laut Fachinformation sollten dann Nebenwirkungen und Blutspiegel engmaschig überwacht werden. Bei Betablockern sollte laut Fachinformation eine sich addierende herzkraftschwächende Wirkung berücksichtigt werden, bei Verapamil ist Vorsicht geboten [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Mittel gegen Herzrhythmusstörungen der Klasse I (Natriumkanalblocker) wie Disopyramid oder Chinidin | Gegenanzeige[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen |
| Digoxin (Herzglykosid) | Die Digoxin-Konzentration im Blut kann steigen, laut Fachinformation um etwa 15 %[1, 2] | Laut Fachinformation den Digoxinspiegel frühestens 6 Stunden nach einer Digoxin-Gabe bestimmen |
| Betablocker wie Propranolol | Laut Fachinformation können sich die herzkraftschwächenden Wirkungen addieren; Propranolol kann außerdem den Abbau von Flecainid hemmen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Calciumkanalblocker wie Verapamil | Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Amiodaron | Die Flecainid-Dosis muss bei einigen Menschen verringert werden[1, 2] | Laut Fachinformation engmaschige Überwachung auf Nebenwirkungen und Kontrolle der Blutspiegel |
| Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin (Mittel gegen Epilepsie) | Flecainid kann schneller abgebaut werden; laut Fachinformation deuten begrenzte Daten darauf hin, dass die Ausscheidung nur um 30 % ansteigt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Cimetidin (Mittel gegen Magensäure) | Kann die Wirkung von Flecainid verstärken[1, 2] | Regelmäßige ärztliche Kontrolle; für manche Menschen wird eine niedrigere Dosis verschrieben |
| Paroxetin, Fluoxetin und andere Antidepressiva, auch trizyklische Antidepressiva | Laut Fachinformation höhere Flecainid-Konzentration im Blut, mit trizyklischen Antidepressiva erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Clozapin, Haloperidol und Risperidon (Neuroleptika) | Laut Fachinformation erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mizolastin, Astemizol und Terfenadin (Allergiemittel) | Laut Fachinformation erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen[1, 2] | Laut Fachinformation gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Chinin und Halofantrin (Malariamittel) | Laut Fachinformation höhere Flecainid-Konzentration im Blut[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Ritonavir, Lopinavir und Indinavir (HIV-Mittel) | Laut Fachinformation höhere Flecainid-Konzentration und erhöhtes Risiko für Rhythmusstörungen der Herzkammern[1, 2] | Laut Fachinformation gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Entwässerungsmittel (Diuretika), Abführmittel und Kortison (Kortikosteroide) | Können den Kaliumwert senken; ein Kaliummangel verstärkt laut Fachinformation die schädliche Wirkung auf das Herz[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt lässt eventuell den Kaliumwert bestimmen |
| Terbinafin (Mittel gegen Pilzinfektionen) | Kann laut Fachinformation die Flecainid-Konzentration erhöhen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Bupropion (Mittel zur Raucherentwöhnung) | Wird über dasselbe Enzym abgebaut (CYP2D6)[1, 2] | Laut Fachinformation mit Vorsicht kombinieren; die Ärztin oder der Arzt erwägt eine Anpassung der Dosierungen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Flecainid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Laut Packungsbeilage darf Flecainid nicht eingenommen werden, wenn Sie an einer anderen Herzerkrankung leiden als derjenigen, wegen der Sie das Mittel einnehmen sollen; sind Sie unsicher, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Die Fachinformation nennt weitere Gegenanzeigen, darunter eine Herzschwäche, einen früheren Herzinfarkt mit bestimmten symptomlosen Rhythmusstörungen der Herzkammern und eine eingeschränkte Funktion der Herzkammern [2]. Bei der Behandlung bestimmter Rhythmusstörungen (etwa beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom oder bei anfallsartigem Vorhofflimmern mit einschränkenden Beschwerden) erfolgt die Einnahme im Krankenhaus oder unter direkter fachärztlicher Aufsicht [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Flecainid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Eine andere Herzerkrankung als die, wegen der Sie Flecainid einnehmen sollen[1]
- Gleichzeitige Einnahme anderer Mittel gegen Herzrhythmusstörungen aus der Gruppe der Natriumkanalblocker (Antiarrhythmika der Klasse I, z. B. Disopyramid oder Chinidin)[1, 2]
- Brugada-Syndrom (eine vererbte Krankheit des Herzens), auch in der Vorgeschichte[1, 2]
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)[2]
- Herzinfarkt in der Vorgeschichte, wenn zugleich symptomlose Extraschläge der Herzkammern oder symptomlose, nicht anhaltende Kammertachykardien bestehen[2]
- Strukturelle Herzerkrankungen oder gestörte Funktion der linken Herzkammer; verminderte oder eingeschränkte Funktion der Herzkammern, kardiogener Schock[2]
- Schwer verlangsamter Herzschlag (weniger als 50 Schläge pro Minute) oder schwer erniedrigter Blutdruck (schwere Hypotonie)[2]
- Lang anhaltendes Vorhofflimmern, bei dem kein Versuch unternommen wurde, den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen[2]
- Herzklappenerkrankung mit bedeutsamen Auswirkungen auf den Kreislauf[2]
- Ohne Herzschrittmacher: Funktionsstörung des Sinusknotens, Leitungsstörungen in den Vorhöfen, AV-Block 2. oder höheren Grades, Schenkelblock oder distaler Block[2]
- Symptomlose oder nur leicht symptomatische Rhythmusstörungen der Herzkammern[2]
Besondere Vorsicht bei
- Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion: Die Konzentration von Flecainid im Blut kann ansteigen; die Ärztin oder der Arzt lässt sie gegebenenfalls kontrollieren. Laut Fachinformation sollte Flecainid bei schwer eingeschränkter Leberfunktion nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen die Risiken überwiegt[1, 2]
- Höheres Alter: Die Konzentration von Flecainid im Blut kann ansteigen; das sollte bei Dosisanpassungen berücksichtigt werden[1, 2]
- Dauerhafter Herzschrittmacher oder vorübergehende Herzschrittmacherelektroden: Flecainid erhöht die Reizschwelle; laut Fachinformation bei schlecht eingestellter Reizschwelle oder nicht programmierbarem Schrittmacher nur, wenn ein Notfallschrittmacher bereitsteht[1, 2]
- Herzrhythmusstörungen nach einer Herzoperation[1, 2]
- Herzschwäche oder Störung der Herzmuskelfunktion in der Vorgeschichte; früherer Herzinfarkt. Laut Fachinformation erhöhte Flecainid bei Menschen nach Herzinfarkt mit symptomlosen Rhythmusstörungen der Herzkammern das Sterblichkeitsrisiko[1, 2]
- Schwer verlangsamter Herzschlag (Bradykardie): sollte vor Beginn der Behandlung behoben werden; dasselbe gilt laut Packungsbeilage für einen sehr hohen Blutdruck, laut Fachinformation für einen ausgeprägt niedrigen Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]
- Zu niedriger oder zu hoher Kaliumwert im Blut: Elektrolytstörungen sollten vor der Anwendung ausgeglichen werden. Entwässerungsmittel, Abführmittel und Kortison (Kortikosteroide) können den Kaliumwert senken[1, 2]
- Behandlungsbeginn unter ärztlicher Aufsicht, gegebenenfalls im Krankenhaus; bei AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, Rhythmusstörungen beim Wolff-Parkinson-White-Syndrom und anfallsartigem Vorhofflimmern mit einschränkenden Beschwerden im Krankenhaus oder unter direkter fachärztlicher Aufsicht[1, 2]
- Regelmäßige Kontrollen: Die Ärztin oder der Arzt bestimmt regelmäßig die Flecainid-Konzentration im Blut und lässt ein EKG ableiten, laut Packungsbeilage ein einfaches EKG einmal pro Monat und ein ausführlicheres EKG alle 3 Monate, zu Beginn der Behandlung und bei einer Dosiserhöhung alle 2 bis 4 Tage[1, 2]
- Brugada-Syndrom: Unter Flecainid kann ein bisher unerkanntes Brugada-Syndrom sichtbar werden; treten darauf hinweisende EKG-Veränderungen auf, sollte laut Fachinformation ein Absetzen erwogen werden[2]
- Kinder unter 12 Jahren: Flecainid ist für sie nicht zugelassen. Berichtet wurde über Vergiftungserscheinungen (Toxizität) bei Kindern, die weniger Milch zu sich nahmen, und bei Säuglingen, deren Ernährung von Milch auf Dextroseprodukte umgestellt wurde. Hat die Ärztin oder der Arzt einem Kind Flecainid verschrieben, sollte die Menge an Milchprodukten stabil bleiben[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation von Flecainid-ratiopharm keine Angaben; fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1, 2]. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft sollte Flecainid nur eingenommen werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt: Es gelangt über den Mutterkuchen (Plazenta) zum Kind. Wird es in der Schwangerschaft angewendet, sollten die Flecainid-Spiegel der Mutter während der gesamten Schwangerschaft überwacht werden. Wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder wenn Sie Kinder haben möchten.[1, 2]
Laut Fachinformation liegen keine Daten zur Arzneimittelsicherheit in der Schwangerschaft vor; bei einer Kaninchenrasse verursachte hoch dosiertes Flecainid einige Fehlbildungen beim Ungeborenen, bei einer anderen Kaninchenrasse und bei Ratten nicht; die Bedeutung für den Menschen ist nicht festgestellt.[2]
Embryotox schätzt den Erfahrungsumfang als gering ein. Die Entscheidung sollte einer Fachärztin oder einem Facharzt für Kardiologie bzw. Rhythmologie vorbehalten sein. Bei dringlichem Behandlungsgrund und fehlenden Alternativen scheint Flecainid im ersten Schwangerschaftsdrittel akzeptabel, wenn die Unsicherheit wegen der geringen Erfahrung in Kauf genommen wird; ist ein Klasse-IC-Antiarrhythmikum nötig, kann es im zweiten und dritten Drittel eingesetzt werden. Nach Einnahme im ersten Drittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden; nach der Entbindung ist laut Embryotox eine Monitorüberwachung der Mutter über etwa 48 Stunden angezeigt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Flecainid geht in die Muttermilch über. In der Stillzeit sollte es nur eingenommen werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt. Laut Fachinformation sind die Konzentrationen im Blut eines gestillten Kindes fünf- bis zehnmal niedriger als die wirksamen Arzneimittelkonzentrationen, das Risiko für Nebenwirkungen beim Kind ist sehr gering.[1, 2]
Laut Embryotox wurden bei voll gestillten Kindern bisher keine Beschwerden beobachtet; Stillen unter einer Behandlung nur mit Flecainid scheint akzeptabel.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Schwindel, Doppelt- oder Verschwommensehen und Benommenheit können das Reaktionsvermögen verringern. Das kann im Straßenverkehr, beim Bedienen gefährlicher Maschinen und beim Arbeiten in der Höhe gefährlich sein. Sind Sie unsicher, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel Wasser, einnehmen. Die Tagesdosis wird gewöhnlich über den Tag verteilt eingenommen, auf nüchternen Magen oder mindestens eine Stunde vor den Mahlzeiten. Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt werden.[1]
Einnahme vergessen: die Dosis nachholen, sobald Sie es bemerken, es sei denn, es ist schon fast Zeit für die nächste Dosis; dann die vergessene Dosis auslassen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Ein plötzliches Absetzen führt nicht zu Entzugserscheinungen, die Herzrhythmusstörung wird dann aber nicht mehr wie beabsichtigt kontrolliert. Brechen Sie die Einnahme deshalb nie ab, ohne dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt davon weiß.[1]
Überdosierung
Vermuten Sie eine Überdosierung, nehmen Sie unverzüglich Kontakt mit einer Ärztin oder einem Arzt auf. Laut Fachinformation ist eine Überdosierung mit Flecainid ein potenziell lebensbedrohlicher Notfall; sie kann zu niedrigem Blutdruck, Krampfanfällen, verlangsamtem Herzschlag, Leitungsstörungen und Herzstillstand führen. Ein spezifisches Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine übliche Anfangsdosis und eine Höchstdosis sowie Grenzen für ältere Menschen und Menschen mit Herzschrittmacher; die Fachinformation ergänzt Grenzen bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion und bei gleichzeitiger Behandlung mit Cimetidin oder Amiodaron [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet eine für Ihre Beschwerden individuell angepasste Dosis, und die Behandlung beginnt normalerweise unter medizinischer Beobachtung [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Flecainid immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein und halten Sie sich streng an die Anweisungen [1]. Die Tabletten werden mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen, auf nüchternen Magen oder mindestens eine Stunde vor einer Mahlzeit; laut Fachinformation soll so vermieden werden, dass die Nahrung die Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigt [1, 2]. Die Tagesdosis wird gewöhnlich über den Tag verteilt eingenommen [1].
Ein plötzliches Absetzen löst laut Packungsbeilage keine Entzugserscheinungen aus, die Herzrhythmusstörung wird dann aber nicht mehr wie beabsichtigt kontrolliert. Brechen Sie die Einnahme deshalb nie ab, ohne dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt davon weiß [1]. Wie Sie mit einer vergessenen Dosis umgehen, steht in der Karte oben [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Flecainid
Flecainid gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten, außerdem als Injektionslösung. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Flecainid-ratiopharm 100 mg Tabletten [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Flecainid-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 100 mg; Grundlage dieser Seite |
| Flecainid - 1 A Pharma | 1 A Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 50 oder 100 mg |
| Flecainidacetat STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 100 mg |
| flecadura | Viatris Healthcare GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 50 oder 100 mg |
| Tambocor, Tambocor mite | Viatris Healthcare GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten, außerdem Tambocor als Injektionslösung |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Flecainid-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Flecainid-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Flecainid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Flecainid eingesetzt?
Flecainid wird bei bestimmten schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen angewendet, die sich häufig als starkes Herzrasen oder erhöhte Herzfrequenz äußern, und bei schwerwiegenden Rhythmusstörungen, die auf andere Arzneimittel nicht gut ansprachen oder bei denen andere Behandlungen nicht vertragen wurden. Laut Fachinformation gehören dazu bestimmte Formen von Herzrasen mit zusätzlichen Leitungsbahnen, schwere Rhythmusstörungen der Herzkammern und anfallsartiges Vorhofflimmern oder -flattern, wenn andere Behandlungen unwirksam waren.
Welche Nebenwirkungen hat Flecainid am häufigsten?
Am häufigsten sind Schwindel und Sehstörungen wie Doppelt- oder Verschwommensehen. Sie traten laut Packungsbeilage bei etwa 15 % der Behandelten auf und verschwinden bei fortgesetzter Behandlung meist nach wenigen Tagen oder lassen sich durch eine niedrigere Dosis beseitigen. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, kommen Atemnot, Schwäche, Müdigkeit, Fieber, Wassereinlagerungen, Unwohlsein und eine Verschlechterung von Herzrhythmusstörungen vor.
Kann Flecainid selbst Herzrhythmusstörungen auslösen?
Ja. Wie andere Antiarrhythmika kann Flecainid bestehende Rhythmusstörungen verschlechtern oder neue auslösen (Proarrhythmie). Das Risiko ist laut Packungsbeilage bei Menschen mit strukturellen Herzerkrankungen oder signifikant eingeschränkter Herzfunktion am größten. Die Behandlung beginnt unter ärztlicher Aufsicht, und Blutspiegel und EKG werden regelmäßig kontrolliert.
Warum sind bei Flecainid so viele EKG-Kontrollen nötig?
Laut Fachinformation verlangsamt Flecainid die Erregungsleitung im Herzen, was sich im EKG zeigen kann, und hohe Blutspiegel gehen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen einher. Laut Packungsbeilage bestimmt die Ärztin oder der Arzt regelmäßig die Flecainid-Konzentration im Blut; ein einfaches EKG wird einmal pro Monat und ein ausführlicheres alle 3 Monate abgeleitet, zu Beginn und nach einer Dosiserhöhung alle 2 bis 4 Tage.
Darf ich Flecainid nach einem Herzinfarkt oder bei Herzschwäche nehmen?
Laut Fachinformation darf Flecainid bei Herzschwäche nicht angewendet werden, ebenso nicht nach einem Herzinfarkt, wenn zugleich symptomlose Extraschläge oder kurze, symptomlose Kammertachykardien bestehen; bei solchen Menschen erhöhte Flecainid das Sterblichkeitsrisiko. Hatten Sie schon einmal einen Herzinfarkt oder eine Herzschwäche, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Soll ich Flecainid vor oder nach dem Essen einnehmen?
Laut Packungsbeilage auf nüchternen Magen oder mindestens eine Stunde vor einer Mahlzeit, mit ausreichend Flüssigkeit. Die Tagesdosis wird gewöhnlich über den Tag verteilt eingenommen. Wie viele Tabletten Sie wann nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Darf ich Flecainid in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage nur, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt; in der Schwangerschaft sollten die Flecainid-Spiegel der Mutter überwacht werden. Laut Embryotox scheint Flecainid im ersten Schwangerschaftsdrittel bei dringlichem Behandlungsgrund und fehlenden Alternativen akzeptabel, wenn die Unsicherheit wegen der geringen Erfahrung in Kauf genommen wird; im zweiten und dritten Drittel kann es eingesetzt werden, wenn ein solches Mittel nötig ist. Stillen unter einer Behandlung nur mit Flecainid scheint laut Embryotox akzeptabel. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger werden möchten.
Was passiert, wenn ich Flecainid absetze?
Entzugserscheinungen treten laut Packungsbeilage nicht auf. Die Herzrhythmusstörung wird dann aber nicht mehr wie beabsichtigt kontrolliert. Brechen Sie die Einnahme deshalb nie ab, ohne dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt davon weiß.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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