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Bempedoinsäure (Nilemdo): Nebenwirkungen und Wirkung

Bempedoinsäure (Präparat Nilemdo) ist ein verschreibungspflichtiger Cholesterinsenker, der die Cholesterinbildung in der Leber hemmt. Er wird allein oder zusammen mit Statinen eingesetzt. Häufige Nebenwirkungen sind Blutarmut, erhöhte Harnsäure und Gicht, Schmerzen in Armen oder Beinen sowie veränderte Leber- und Nierenwerte. In der Schwangerschaft darf Bempedoinsäure nicht eingenommen werden. Wer zusätzlich ein Statin nimmt, meldet ungeklärte Muskelbeschwerden unverzüglich der Ärztin oder dem Arzt.

Frau Anfang sechzig mit kurzen silbernen Haaren geht im Herbst zügig durch einen Stadtpark
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Verminderte Zahl roter Blutkörperchen (Anämie)[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Konzentration von Harnsäure im Blut (Hyperurikämie)[1, 2]
  • Häufig: Gicht[1, 2]
  • Häufig: Schmerzen in Schultern, Beinen oder Armen (Schmerzen in den Gliedmaßen)[1, 2]
  • Häufig: Ergebnisse von Bluttests, die auf Veränderungen der Leber hinweisen; laut Fachinformation ist das Leberenzym AST häufig erhöht, das Leberenzym ALT und Werte im Leberfunktionstest gelegentlich[1, 2]
  • Häufig: Verringerte glomeruläre Filtrationsrate (eine Messgröße dafür, wie gut die Nieren arbeiten)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Bempedoinsäure eingesetzt?

Bempedoinsäure ist ein verschreibungspflichtiger Cholesterinsenker, in Europa zugelassen als Nilemdo [1, 2]. Er senkt das "schlechte" LDL-Cholesterin im Blut und kann so dazu beitragen, das Herz-Kreislauf-Risiko zu verringern [1]. Zugelassen ist Bempedoinsäure für Erwachsene mit erhöhtem Cholesterin (primäre Hypercholesterinämie, auch erblich, oder gemischte Dyslipidämie) zusätzlich zu einer cholesterinsenkenden Diät: zusammen mit einem Statin, wenn das LDL-Cholesterin mit der höchsten verträglichen Statin-Dosis nicht ausreichend sinkt, oder allein bzw. mit anderen Cholesterinsenkern, wenn Statine nicht vertragen werden oder nicht angewendet werden dürfen [1, 2]. Mehr zum Krankheitsbild lesen Sie auf der Seite Cholesterin.

Außerdem wird Bempedoinsäure bei Erwachsenen mit nachgewiesener atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder hohem Risiko dafür angewendet, um das Herz-Kreislauf-Risiko durch Senkung des LDL-Cholesterins zu verringern: ergänzend zur Behandlung anderer Risikofaktoren, zusammen mit der höchsten verträglichen Statin-Dosis mit oder ohne Ezetimib oder allein bzw. mit Ezetimib, wenn Statine nicht vertragen werden oder nicht angewendet werden dürfen [2]. Die Fachinformation beschreibt dazu die Studie CLEAR Outcomes mit 13.970 Erwachsenen, in der Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall untersucht wurden [2].

Wie wirkt Bempedoinsäure?

Bempedoinsäure ist zunächst unwirksam und wird erst in der Leber in ihre aktive Form umgewandelt. Dort blockiert sie das Enzym ATP-Citrat-Lyase, das für die Bildung von Cholesterin gebraucht wird: Die Leber bildet weniger Cholesterin und entfernt mehr LDL-Cholesterin aus dem Blut [1]. Laut Fachinformation liegt dieses Enzym im Stoffwechselweg vor dem Enzym HMG-CoA-Reduktase. Das Enzym, das Bempedoinsäure aktiviert, kommt vorwiegend in der Leber und nicht in der Skelettmuskulatur vor [2]. Neben dem LDL-Cholesterin sinken Non-HDL-Cholesterin, Apolipoprotein B, Gesamtcholesterin und das Entzündungseiweiß CRP [2].

Die höchste Konzentration im Blut wird im Median nach 3,5 Stunden erreicht, ein gleichbleibender Spiegel nach 7 Tagen; die Halbwertszeit beträgt im Mittel 19 Stunden. Bempedoinsäure wird nicht über Cytochrom-P450-Enzyme abgebaut, sondern vor allem an Glucuronsäure gebunden und überwiegend mit dem Urin ausgeschieden [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen aus der Packungsbeilage und der Fachinformation von Nilemdo. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

In den wichtigsten Studien waren laut Fachinformation eine erhöhte Harnsäure (3,8 %), Schmerzen in den Gliedmaßen (3,1 %), Blutarmut (2,5 %) und Gicht (1,4 %) die häufigsten Nebenwirkungen [2]. Die Harnsäure stieg in der Regel in den ersten 4 Behandlungswochen und sank nach dem Absetzen wieder auf die Ausgangswerte; Menschen, die eine Gicht bekamen, hatten häufiger schon früher Gicht oder erhöhte Harnsäurewerte [2]. Auch der Hämoglobinwert sank in der Regel in den ersten 4 Wochen und normalisierte sich nach dem Absetzen [2]. Erhöhte Leberwerte traten ohne andere Zeichen einer Leberfunktionsstörung auf [2]. Der Anstieg des Kreatinins hängt laut Fachinformation möglicherweise mit einer Hemmung seiner Ausscheidung in den Nieren zusammen; er scheint nicht auf eine Verschlechterung der Nierenfunktion hinzuweisen [2]. Mehr dazu auf der Seite Veränderte Laborwerte.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVerminderte Zahl roter Blutkörperchen (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Konzentration von Harnsäure im Blut (Hyperurikämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
  • Stoffwechsel und ErnährungGicht[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzen in Schultern, Beinen oder Armen (Schmerzen in den Gliedmaßen)[1, 2]
  • Leber und GalleErgebnisse von Bluttests, die auf Veränderungen der Leber hinweisen; laut Fachinformation ist das Leberenzym AST häufig erhöht, das Leberenzym ALT und Werte im Leberfunktionstest gelegentlich[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Nieren und HarnwegeVerringerte glomeruläre Filtrationsrate (eine Messgröße dafür, wie gut die Nieren arbeiten)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVermindertes Hämoglobin (der rote Blutfarbstoff, der Sauerstoff transportiert)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Nieren und HarnwegeErhöhtes Kreatinin und erhöhte Blut-Harnstoff-Stickstoff-Werte (Laborwerte der Nierenfunktion); laut Fachinformation scheint der Kreatininanstieg nicht auf eine Verschlechterung der Nierenfunktion hinzuweisen[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
  • Stoffwechsel und ErnährungGewichtsverlust; laut Fachinformation in der Studie CLEAR Outcomes nur bei einem Body-Mass-Index ab 30 beobachtet[1, 2]Mehr dazu: Gewichtsabnahme

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Statine verursachen gelegentlich eine Muskelerkrankung (Myopathie), in seltenen Fällen einen Muskelzerfall (Rhabdomyolyse). Weil Bempedoinsäure die Spiegel von Statinen im Blut erhöht, werden Menschen, die beides einnehmen, auf Nebenwirkungen hoher Statin-Dosen überwacht; wird eine Muskelerkrankung mit einem CK-Wert über dem Zehnfachen des oberen Normwerts bestätigt, sind laut Fachinformation Bempedoinsäure und alle Statine sofort abzusetzen [2]. Mehr dazu auf der Seite Muskelschmerzen.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Ende fünfzig kreist am Morgen auf einem Balkon mit Topfpflanzen entspannt die Schultern
Bild: KI-generiert

Harnsäure und Gicht: Hatten Sie schon einmal Gicht, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Treten bei erhöhter Harnsäure Gichtbeschwerden auf, ist die Behandlung laut Fachinformation abzusetzen [2]. Mehr dazu auf der Seite Gicht.

Blutwerte: Die Ärztin oder der Arzt kann vor Beginn einen Bluttest machen, um die Leberfunktion zu prüfen [1]. Laut Fachinformation ist die Behandlung abzusetzen, wenn die Transaminasen anhaltend auf mehr als das Dreifache des oberen Normwerts erhöht sind [2]. Nehmen Sie zusätzlich ein Fibrat ein, sollten 4 Wochen nach Beginn und danach regelmäßig Triglyzeride und HDL-Cholesterin kontrolliert werden [1, 2].

Weitere Beschwerden: Wenden Sie sich bei Nebenwirkungen an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Brechen Sie die Einnahme nicht ohne ärztliche Erlaubnis ab, weil Ihr Cholesterin sonst wieder ansteigen kann [1].

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Zusammen mit Statinen wie Atorvastatin, Rosuvastatin, Pravastatin oder Simvastatin kann das Risiko für eine Muskelerkrankung erhöht sein [1]. Laut Fachinformation stieg in Studien die Menge an Simvastatinsäure im Blut auf das Doppelte, die von Atorvastatin, Pravastatin und Rosuvastatin bzw. ihren Hauptabbauprodukten auf das 1,4- bis 1,5-Fache [2]. Mit Fibraten wurden bei einigen Behandelten erhöhte Triglyzeride und ein erniedrigtes HDL-Cholesterin beobachtet, außerdem häufiger Blutarmut und erhöhte Harnsäure [2]. Bempedoinsäure wird nicht über Cytochrom-P450-Enzyme abgebaut; sie hatte keine Auswirkungen auf Metformin und veränderte nicht die Blutspiegel der Wirkstoffe einer untersuchten Verhütungspille [2].

Wechselwirkungen von Bempedoinsäure
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Statine wie Atorvastatin, Fluvastatin, Pitavastatin, Pravastatin, Rosuvastatin oder SimvastatinDas Risiko für Muskelerkrankungen kann erhöht sein; laut Fachinformation steigen die Statin-Spiegel im Blut (bei Simvastatin steigt die Menge an Simvastatinsäure auf das Doppelte)[1, 2]Ungeklärte Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche unverzüglich melden; mehr als 40 mg Simvastatin täglich dürfen nicht kombiniert werden, laut Fachinformation sollte die Simvastatin-Dosis begrenzt werden
Fenofibrat und andere FibrateLaut Fachinformation bei einigen Behandelten erhöhte Triglyzeride und erniedrigtes HDL-Cholesterin; häufiger Anämie und erhöhte Harnsäure[1, 2]Kontrolle von Triglyzeriden und HDL-Cholesterin nach 4 Wochen und danach regelmäßig
Bosentan (Lungenhochdruck), Fimasartan (Bluthochdruck, Herzschwäche), Asunaprevir, Glecaprevir, Grazoprevir, Voxilaprevir (Hepatitis C)Laut Fachinformation können die Konzentrationen dieser Arzneimittel im Blut steigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Bempedoinsäure nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie jemals Gicht hatten oder schwere Nieren- oder Leberprobleme haben [1]. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen Bempedoinsäure nicht erhalten [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Bempedoinsäure oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwangerschaft, auch wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden, oder vermuten, schwanger zu sein[1, 2]
  • Einnahme von mehr als 40 mg Simvastatin täglich[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Gicht in der Vorgeschichte; laut Fachinformation kann Bempedoinsäure die Harnsäure erhöhen und eine Gicht bei Menschen mit Gicht in der Vorgeschichte oder Veranlagung dazu verschlimmern[1, 2]
  • Schwere Nierenprobleme: Laut Fachinformation gibt es bei schwerer Nierenfunktionsstörung und bei Dialyse nur begrenzte Erfahrungen; eine zusätzliche Überwachung auf Nebenwirkungen kann nötig sein[1, 2]
  • Schwere Leberprobleme: Laut Fachinformation wurden Menschen mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht untersucht; regelmäßige Leberfunktionstests sind zu erwägen[1, 2]
  • Leberwerte: Die Ärztin oder der Arzt kann vor Beginn einen Bluttest machen, um die Leberfunktion zu prüfen; laut Fachinformation ist die Behandlung abzusetzen, wenn die Transaminasen anhaltend auf mehr als das Dreifache des oberen Normwerts erhöht sind[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Statinen: Das Risiko für Muskelerkrankungen kann erhöht sein. Laut Fachinformation sind Bempedoinsäure und alle Statine sofort abzusetzen, wenn eine Muskelerkrankung mit einem CK-Wert über dem Zehnfachen des oberen Normwerts bestätigt wird[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Fibraten: Die Ärztin oder der Arzt sollte 4 Wochen nach Beginn und danach regelmäßig Triglyzeride und HDL-Cholesterin im Blut kontrollieren[1, 2]
  • Frauen im gebärfähigen Alter: Vor Beginn sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen und eine wirksame Verhütung angewendet werden. Wer mit der Pille verhütet und länger als 2 Tage Durchfall oder Erbrechen hat, muss nach Abklingen der Beschwerden 7 Tage lang eine andere Verhütungsmethode anwenden, z. B. Kondome oder ein Diaphragma[1, 2]
  • Kinderwunsch: zuerst mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen; sie oder er berät, wie die Einnahme beendet wird, bevor Sie die Verhütung beenden[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: dürfen Bempedoinsäure nicht erhalten; die Anwendung wurde in dieser Altersgruppe nicht untersucht[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Frauen im gebärfähigen Alter sollten vor Beginn eine Schwangerschaft ausschließen und wirksam verhüten; wer mit der Pille verhütet und länger als 2 Tage Durchfall oder Erbrechen hat, muss nach Abklingen der Beschwerden 7 Tage lang eine andere Verhütungsmethode anwenden, z. B. Kondome oder ein Diaphragma [1]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine Angaben [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Sie dürfen Bempedoinsäure nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder vermuten, weil es das ungeborene Kind schädigen kann. Werden Sie während der Einnahme schwanger, rufen Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an und brechen Sie die Einnahme ab. Möchten Sie schwanger werden, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, weil die Behandlung geändert werden muss.[1, 2]

Laut Fachinformation vermindert Bempedoinsäure die Bildung von Cholesterin und möglicherweise weiterer Stoffe, die das ungeborene Kind für seine Entwicklung braucht; Tierversuche zeigten eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung. Bempedoinsäure ist vor der Empfängnis bzw. sobald eine Schwangerschaft geplant oder festgestellt wird, abzusetzen.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, wenn Sie stillen, weil Bempedoinsäure in die Muttermilch übergehen kann.[1]

Laut Fachinformation gehen Bempedoinsäure und ihr aktiver Abbaustoff nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch über (etwa 0,5 % der auf das Gewicht bezogenen Dosis der Mutter); Auswirkungen auf gestillte Säuglinge sind nicht zu erwarten. Die Anwendung in der Stillzeit kann nach Abwägung des Nutzens des Stillens und der Behandlung erwogen werden.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Bempedoinsäure hat keinen oder einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Die Tablette im Ganzen schlucken, mit einer Mahlzeit oder zwischen den Mahlzeiten.[1, 2]

Einnahme vergessen: Bemerken Sie es spät am selben Tag, holen Sie die Dosis nach und nehmen die nächste zur gewohnten Zeit am nächsten Tag. Haben Sie die Dosis des Vortags vergessen, nehmen Sie Ihre Tablette zur gewohnten Zeit, nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht ohne Erlaubnis Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ab, weil Ihr Cholesterin sonst wieder ansteigen kann.[1]

Überdosierung

Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation gibt es keine spezifische Behandlung einer Überdosierung.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die empfohlene Dosis für Erwachsene; die Fachinformation ergänzt eine Begrenzung der Simvastatin-Dosis bei gleichzeitiger Behandlung und Angaben für ältere Menschen und bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Bempedoinsäure immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein [1]. Schlucken Sie die Tablette im Ganzen, mit einer Mahlzeit oder zwischen den Mahlzeiten; laut Fachinformation verändert Nahrung die aufgenommene Menge nicht, verlangsamt aber die Aufnahme [1, 2]. Wie Sie mit einer vergessenen Dosis umgehen, steht in der Karte oben [1].

Brechen Sie die Einnahme nicht ohne Erlaubnis Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ab, weil Ihr Cholesterin sonst wieder ansteigen kann [1]. Planen Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er berät Sie, wie Sie die Einnahme beenden, bevor Sie die Verhütung beenden [1]. Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Präparate mit Bempedoinsäure

Bempedoinsäure ist als Nilemdo 180 mg Filmtabletten zugelassen. Grundlage dieser Seite ist die Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur mit Packungsbeilage und Fachinformation [1, 2].

Präparate mit Bempedoinsäure
PräparatAnbieterHinweis
NilemdoDaiichi Sankyo Europe GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 180 mg; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Nilemdo (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Nilemdo 180 mg Filmtabletten. Daiichi Sankyo Europe GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Nilemdo (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Daiichi Sankyo Europe GmbH (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Bempedoinsäure eingesetzt?

Bempedoinsäure wird bei Erwachsenen mit erhöhtem Cholesterin (primäre Hypercholesterinämie oder gemischte Dyslipidämie) zusätzlich zu einer Diät eingesetzt: zusammen mit einem Statin, wenn das LDL-Cholesterin mit der höchsten verträglichen Statin-Dosis nicht ausreichend sinkt, oder allein bzw. mit anderen Cholesterinsenkern, wenn Statine nicht vertragen werden oder nicht angewendet werden dürfen. Außerdem kann sie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder hohem Risiko dafür dazu beitragen, das Herz-Kreislauf-Risiko zu verringern, indem sie das LDL-Cholesterin senkt.

Welche Nebenwirkungen hat Bempedoinsäure?

Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, kommen eine verminderte Zahl roter Blutkörperchen (Anämie), erhöhte Harnsäure, Gicht, Schmerzen in Schultern, Beinen oder Armen, auffällige Leberwerte und eine verringerte glomeruläre Filtrationsrate vor. Gelegentlich sinkt das Hämoglobin, steigen Kreatinin und Harnstoff im Blut oder nimmt das Gewicht ab. Laut Fachinformation waren erhöhte Harnsäure (3,8 %), Gliederschmerzen (3,1 %), Anämie (2,5 %) und Gicht (1,4 %) die häufigsten Nebenwirkungen in den wichtigsten Studien.

Kann Bempedoinsäure Gicht auslösen?

Ja. Erhöhte Harnsäure und Gicht gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Laut Fachinformation kann Bempedoinsäure die Harnsäure erhöhen und eine Gicht bei Menschen mit Gicht in der Vorgeschichte oder einer Veranlagung dazu verschlimmern; die Behandlung ist abzusetzen, wenn ein erhöhter Harnsäurespiegel zusammen mit Gichtbeschwerden auftritt. Hatten Sie schon einmal Gicht, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Verursacht Bempedoinsäure Muskelschmerzen wie Statine?

Muskelschmerzen sind in der Packungsbeilage nicht als Nebenwirkung von Bempedoinsäure aufgeführt; häufig sind dagegen Schmerzen in Schultern, Beinen oder Armen. Laut Fachinformation brachen in den wichtigsten Studien mehr Behandelte unter Bempedoinsäure als unter Placebo die Behandlung wegen Muskelkrämpfen ab (0,7 % gegenüber 0,3 %); der Unterschied war nicht signifikant. Zusammen mit einem Statin kann das Risiko für Muskelerkrankungen erhöht sein; laut Fachinformation erhöht Bempedoinsäure die Statin-Spiegel im Blut. Nehmen Sie zusätzlich ein Statin, melden Sie ungeklärte Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche unverzüglich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wird Bempedoinsäure auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen angewendet?

Ja. Bempedoinsäure ist auch für Erwachsene mit nachgewiesener atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder hohem Risiko dafür zugelassen, um das Herz-Kreislauf-Risiko durch Senkung des LDL-Cholesterins zu verringern, ergänzend zur Behandlung anderer Risikofaktoren. Die Fachinformation beschreibt dazu die Studie CLEAR Outcomes mit 13.970 Erwachsenen, in der Herz-Kreislauf-Ereignisse untersucht wurden. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Darf ich Bempedoinsäure in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft nicht, weil Bempedoinsäure das ungeborene Kind schädigen kann, und auch nicht, wenn Sie schwanger werden möchten oder es vermuten. Vor Beginn sollte eine Schwangerschaft ausgeschlossen und wirksam verhütet werden. Stillen Sie, fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; laut Fachinformation gehen nur sehr geringe Mengen in die Muttermilch über, und die Anwendung kann nach Abwägung erwogen werden.

Kann ich Bempedoinsäure zusammen mit Ezetimib oder einem Statin nehmen?

Ja, Bempedoinsäure ist für die Anwendung zusammen mit Statinen und mit Ezetimib zugelassen. Mit Statinen steigen laut Fachinformation deren Spiegel im Blut. Für Simvastatin gilt dabei eine Obergrenze der Tagesdosis (siehe Gegenanzeigen), und ungeklärte Muskelbeschwerden sollten Sie unverzüglich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt melden. Die Erhöhung der Ezetimib-Spiegel ist laut Fachinformation klinisch nicht bedeutsam.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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