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Hohes Cholesterin

Hohes Cholesterin (Hypercholesterinämie) verursacht normalerweise keine Beschwerden, kann über die Jahre aber das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen; ob eine Behandlung sinnvoll ist, hängt vom gesamten Herz-Kreislauf-Risiko ab. Zur Behandlung gehören laut IQWiG Bewegung, ein Rauchstopp und eine Ernährung mit wenig gesättigten Fetten. Als Medikamente werden vorrangig Statine eingesetzt; reichen sie nicht aus oder sind sie nicht möglich, kommen Ezetimib, Bempedoinsäure und PCSK9-Hemmer infrage. Bei Zeichen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls rufen Sie sofort den Notruf 112.

Mann Ende fünfzig mit kurzem grauem Haar in einer dunkelgrünen Jacke fährt an einem sonnigen Herbsttag mit dem Fahrrad auf einem Feldweg
Bild: KI-generiert

Hohes Cholesterin verursacht normalerweise keine Beschwerden. Über die Jahre kann es aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen [1]. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, hängt vom gesamten Herz-Kreislauf-Risiko ab, zu dem neben den Cholesterinwerten etwa Blutdruck und Blutzucker gehören [1]. Man kann laut IQWiG viel selbst tun: sich ausreichend bewegen, nicht rauchen und die Ernährung anpassen. Als Medikamente werden vorrangig Statine eingesetzt [1].

Was ist hohes Cholesterin?

Cholesterin ist ein wichtiger Baustoff des Körpers, zum Beispiel für die Zellen und für die Herstellung von Vitamin D und Hormonen. Nur etwa ein Drittel des Bedarfs stammt aus der Nahrung, den größten Teil stellt der Körper selbst her, vor allem in der Leber. Im Blut wird Cholesterin in winzigen, eiweißhaltigen Partikeln transportiert, den Lipoproteinen [5]. Ist viel Cholesterin im Blut, sprechen Fachleute von einer Hypercholesterinämie [1]. Bei einer Blutuntersuchung unterscheidet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unter anderem diese Werte [1]:

  • LDL-Cholesterin: Überschüssiges LDL-Cholesterin kann sich in den Gefäßen ablagern; ein hoher Wert ist mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.
  • HDL-Cholesterin: Welche Bedeutung der Wert hat, ist nicht abschließend geklärt; eine Schutzwirkung hat sich in neueren Studien nicht bestätigt.
  • Non-HDL-Cholesterin: das Gesamtcholesterin ohne das HDL-Cholesterin. Es gilt als bester Vorhersagewert für die Herz- und Gefäßgesundheit, viele Risikorechner verwenden es.
  • Triglyceride: Sie spielen bei der Risikobestimmung eine untergeordnete Rolle.

Extrem hohe Triglyceride können zu einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen [6].

Symptome

Ungünstige Cholesterinwerte verursachen normalerweise keine Beschwerden. Über die Jahre können sie das Risiko für verengte Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit), Herzinfarkte oder Schlaganfälle erhöhen [1, 7], laut IQWiG auch für eine PAVK (Durchblutungsstörung der Beine) [5]. Das Risiko steigt, je länger die Werte erhöht sind [1, 7].

Sehr hohe, erblich bedingte Werte führen manchmal zu sichtbaren Ablagerungen: gelbliche Knötchen oder Erhebungen unter der Haut (Xanthome) an der Achillessehne oder über den Augenlidern, Schwellungen an den Sehnen der Hand oder ein heller Ring am Rand der Iris im Auge. Viele Menschen mit genetisch erhöhten Werten haben aber keine Symptome [1, 3].

Ursachen und Risikofaktoren

Der Cholesterinspiegel hängt meist von der Lebensweise ab. Das LDL-Cholesterin erhöhen können eine Ernährung mit vielen gesättigten Fettsäuren und Trans-Fettsäuren sowie wenig Bewegung. Starkes Übergewicht geht oft mit ungünstigen Werten einher, und bei Frauen kann das LDL-Cholesterin nach den Wechseljahren leicht ansteigen [1, 7]. Auch Rauchen kann das LDL-Cholesterin erhöhen [2]. Manchmal tragen andere Erkrankungen bei, vor allem Diabetes, aber auch Rheuma, eine Unterfunktion der Schilddrüse, Nieren- oder Lebererkrankungen [1, 7].

Vor einer lipidsenkenden Behandlung sollten laut der S3-Leitlinie "Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention" der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) Ursachen einer sekundären Hypercholesterinämie bedacht werden, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, exzessiver Alkoholkonsum oder Folgen einer medikamentösen Behandlung [8]. Mit "soll" kennzeichnet die DEGAM eine hohe, mit "sollte" eine mittlere und mit "kann" eine niedrige Empfehlungsstärke [9].

Medikamente als Ursache: Bestimmte Medikamente wie Kortisonpräparate und HIV-Medikamente können den Cholesterinspiegel etwas steigen lassen [1, 7]. Als weitere mögliche Ursachen nennt das IQWiG hormonelle Verhütungsmittel und Betablocker [5]. Welche Wirkstoffe erhöhte Blutfette als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Medikamente, die Blutfette erhöhen.

Erbliche Form: Bei der familiären Hypercholesterinämie stört ein geerbtes, verändertes Gen den Stoffwechsel des LDL-Cholesterins; die Werte sind von Kindheit an erhöht [1]. Die heterozygote Form, geerbt von einem Elternteil, kommt bei 3 von 1000 Menschen vor; das LDL-Cholesterin liegt ohne Behandlung oft über 190 mg/dl (4,9 mmol/l). Hat ein Elternteil eine familiäre Hypercholesterinämie, wird sie mit mindestens 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit an jedes Kind vererbt [3].

Weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind laut IQWiG Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, zunehmendes Alter und männliches Geschlecht. Das Risiko ist auch erhöht, wenn ein Bruder oder der Vater vor dem 55. Geburtstag einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte oder eine Schwester oder die Mutter vor dem 65. Geburtstag [1, 7].

Diagnose

Die Werte werden in einer Blutprobe bestimmt [1]. Mahlzeiten beeinflussen den Cholesterinwert laut IQWiG kaum; nüchtern zu kommen, wird meist trotzdem empfohlen, weil oft noch andere Blutwerte gemessen werden [5]. Gesetzlich Versicherte über 35 Jahre haben alle drei Jahre Anspruch auf den Check-up 35, der die Cholesterinwerte einschließt [1, 7].

Einen Wert, ab dem das Risiko für Herzkrankheiten plötzlich steigt, gibt es laut IQWiG nicht: Je höher etwa das LDL-Cholesterin, desto höher das Risiko für Folgeerkrankungen. So werden die Werte häufig eingeordnet [1]:

Häufige Einordnung der Cholesterinwerte laut IQWiG
WertBereichEinordnung
Gesamtcholesterinunter 200 mg/dl (5,2 mmol/l)optimal
200 bis 239 mg/dl (5,2 bis 6,2 mmol/l)leicht erhöht
240 mg/dl oder höher (über 6,2 mmol/l)deutlich erhöht
LDL-Cholesterinunter 100 mg/dl (2,6 mmol/l)optimal
100 bis 129 mg/dl (2,6 bis 3,4 mmol/l)minimal erhöht
130 bis 159 mg/dl (3,4 bis 4,1 mmol/l)leicht erhöht
160 bis 189 mg/dl (4,1 bis 4,9 mmol/l)deutlich erhöht
190 mg/dl oder höher (über 4,9 mmol/l)stark erhöht
HDL-Cholesterinunter 40 mg/dl (1,0 mmol/l)ungünstig

Fachgesellschaften verwenden teilweise unterschiedliche Grenzwerte; manche betrachten bereits ein LDL-Cholesterin ab 116 mg/dl (3 mmol/l) als zu hoch [1, 7].

Gesamtrisiko: Eine kardiovaskuläre Risikoberatung sollte laut DEGAM-Leitlinie unter anderem empfohlen werden, wenn erhöhte Lipidwerte neu festgestellt werden. Die Einschätzung sollte durch geprüfte Risikorechner (validierte Scores wie arriba, ESC Charts oder PROCAM) unterstützt werden [8]. Das Ergebnis ist die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen [4].

Erbliche Form: Erwachsene, die bestimmte Kriterien für eine mögliche oder definitive familiäre Hypercholesterinämie erfüllen, sollten laut DEGAM zu einer spezialisierten Abklärung überwiesen werden [8]. Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG unter anderem nach der Höhe des LDL-Cholesterins, der Krankheitsgeschichte in der Familie und sichtbaren Fettablagerungen; auch ein Gentest ist möglich [3].

Behandlung ohne Medikamente

Ein erhöhter Cholesterinwert ist laut IQWiG einer von mehreren möglichen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und keine Krankheit. Ziel einer Behandlung ist, die Gesundheit von Herz und Gefäßen insgesamt zu verbessern [1]. Die DEGAM-Leitlinie sieht im Rahmen der Risikoberatung unabhängig von der Höhe des Risikos vor [8]:

  • Ernährung: Erwachsenen sollte eine Ernährungsweise empfohlen werden, die sich an der mediterranen Ernährung orientiert.
  • Bewegung: Erwachsenen soll regelmäßige Bewegung empfohlen werden, mindestens 150 Minuten pro Woche mit moderater oder mindestens 75 Minuten mit starker Intensität; auch wenig regelmäßige Bewegung ist besser als keine.
  • Rauchen: Menschen, die rauchen, soll empfohlen werden, das Tabakrauchen vollständig einzustellen. Mehr dazu: Nikotinabhängigkeit.
  • Alkohol: Menschen, die Alkohol trinken, soll empfohlen werden, keinen oder möglichst wenig zu trinken. Geringe Mengen Alkohol zur Reduktion des koronaren Risikos sollten nicht empfohlen werden.

Gesättigte Fettsäuren, vor allem in tierischen Fetten sowie in Palm- und Kokosfett, lassen das LDL-Cholesterin laut IQWiG eher steigen [2]. Weil der Körper den größten Teil des Cholesterins selbst bildet, lassen sich die Werte nur teilweise über die Ernährung beeinflussen. Menschen mit starkem Übergewicht, also einem Body-Mass-Index über 30, empfehlen Fachleute laut IQWiG eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10 Prozent [2]. Mehr dazu: Adipositas.

Nahrungsergänzungsmittel: Für keines wurde laut IQWiG bislang nachgewiesen, dass es vor Herzinfarkten oder Schlaganfällen schützt. Für Fischöl-Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren gibt es Hinweise, dass sie Vorhofflimmern wahrscheinlicher machen [1, 2]. Menschen ohne chronische Erkrankung und ohne Mangel soll laut DEGAM außerhalb einer Schwangerschaft von Betacarotin abgeraten werden; Vitamin D und Vitamin E sollten ihnen nicht empfohlen werden [8]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.

Behandlung mit Medikamenten

Frau Anfang sechzig mit kurzem silbergrauem Haar in einer bordeauxroten Bluse spricht in einer hellen Praxis ruhig mit einem Hausarzt mit Brille
Bild: KI-generiert

Ob man vorbeugend Medikamente nehmen möchte, ist laut IQWiG eine Frage der persönlichen Abwägung: Je mehr Risikofaktoren jemand hat, desto eher kann er davon profitieren. Menschen, die bereits einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten, wird eine Behandlung mit Statinen empfohlen, ebenso Menschen mit familiärer Hypercholesterinämie [1].

Ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung

Für die Vorbeugung (Primärprävention) richtet sich die DEGAM-Leitlinie (Version 2.1) nach dem absoluten Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse in 10 Jahren. Entscheidungen sollen gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten getroffen werden [8]:

  • Bei einem Risiko von 20 Prozent oder mehr soll Personen bis 75 Jahre eine Statintherapie empfohlen werden.
  • Bei einem Risiko von 10 bis unter 20 Prozent und deutlich erhöhtem altersbezogenem Risiko sollte eine Statintherapie empfohlen werden.
  • Bei über 75-Jährigen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung kann keine Empfehlung für oder gegen eine Statintherapie gegeben werden.
  • Die Statin-Behandlung sollte als "Fixdosistherapie" in moderater Dosierung empfohlen werden.
  • Ist der Abbruch einer Statintherapie wegen Unverträglichkeit oder Nebenwirkungen angezeigt, kann bei einem Risiko von 20 Prozent oder mehr eine andere Behandlung mit Ezetimib, Bempedoinsäure oder Fibraten empfohlen werden.
  • Zur Wirksamkeit der PCSK9-Hemmer auf Herz-Kreislauf-Ereignisse kann in der Primärprävention keine evidenzbasierte Aussage gemacht werden.

Laut Kurzversion der DEGAM stimmen die Fachgesellschaften DGK, DGIM, DDG, DHL, DGSP und DGPR den Empfehlungen dieser Liste nicht zu [8].

Bei koronarer Herzkrankheit

Laut Nationaler VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische KHK, Version 7.0 von 2024, soll allen Menschen mit koronarer Herzkrankheit unabhängig vom Ausgangswert der Blutfette dauerhaft ein Statin als Mittel der ersten Wahl empfohlen werden (Empfehlung 7-8, starke Empfehlung) [10]. Für die Lipidsenkung beschreibt die NVL zwei Strategien: Nach DEGAM und Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) soll eine Statintherapie in fester Dosis empfohlen werden (Empfehlung 7-12). Nach DGIM, DGK, DGPR und DGRW soll das LDL-Cholesterin auf einen Zielwert unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l) gesenkt oder eine mindestens 50-prozentige Reduktion erzielt werden (Empfehlung 7-13); beide sind starke Empfehlungen [10].

Nur im Rahmen der Zielwertstrategie kann Ezetimib angeboten werden, wenn das LDL-Cholesterin unter der maximal verträglichen Statindosis über 55 mg/dl liegt, und ein PCSK9-Hemmer, wenn unter maximal verträglicher Statindosis und Ezetimib ein vereinbarter Zielwert nicht erreicht wird (Empfehlungen 7-14 und 7-15, offene Empfehlungen). Zu Bempedoinsäure spricht die Leitliniengruppe derzeit keine Empfehlung aus [10]. Mehr dazu: Koronare Herzkrankheit.

Bei familiärer Hypercholesterinämie

Meist gelingt es hier laut IQWiG nur mit Medikamenten, die Werte ausreichend zu senken, und das in der Regel nur mit einer lebenslangen Behandlung. Zunächst wird danach üblicherweise ein Statin verschrieben; reicht das nicht, kann es mit Ezetimib und/oder Bempedoinsäure kombiniert werden, danach kommen PCSK9-Hemmer infrage [3]. Für das LDL-Cholesterin nennt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie danach einen Zielwert unter 70 mg/dl (1,8 mmol/l), bei bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l); andere Fachleute empfehlen, den Ausgangswert um mindestens die Hälfte zu senken [3].

Die Wirkstoffgruppen

Medikamente bei hohem Cholesterin: Beispiele mit eigener Wirkstoffseite
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Statine (HMG-CoA-Reduktase-Hemmer)Atorvastatin, Rosuvastatin, Simvastatin [3], Pravastatin, Fluvastatin [4]Hemmen ein Enzym in den Leberzellen; die Leber bildet weniger eigenes Cholesterin und kann mehr Cholesterin aus dem Blut aufnehmen [3]. Bei Atorvastatin ist das Enzym laut Fachinformation die HMG-CoA-Reduktase; die Zahl der LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen steigt [12]Atorvastatin häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten: Entzündung der Luftwege in der Nase, Halsschmerzen, Nasenbluten, allergische Reaktionen, Anstieg des Blutzuckers und der Kreatinphosphokinase im Blut, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsstörungen, Durchfall, Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen, Blutwerte, die auf eine gestörte Leberfunktion hinweisen können [11]
CholesterinaufnahmehemmerEzetimibGreift im Dünndarm an einem Transporteiweiß (NPC1L1) an; weniger Cholesterin gelangt aus dem Darm in die Leber. Die Wirkung ergänzt die der Statine [17]Allein häufig: Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen, Müdigkeit; zusammen mit einem Statin zusätzlich häufig: erhöhte Leberwerte (Transaminasen), Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur [16]
ATP-Citrat-Lyase-HemmerBempedoinsäureWird erst in der Leber aktiviert und hemmt dort das Enzym ATP-Citrat-Lyase, das im Stoffwechselweg der Cholesterinbildung vor der HMG-CoA-Reduktase liegt; die Leber bildet weniger Cholesterin und entfernt mehr LDL-Cholesterin aus dem Blut [18]Häufig: verminderte Zahl roter Blutkörperchen (Anämie), erhöhte Harnsäure im Blut (Gicht), Schmerzen in Schultern, Beinen oder Armen, Bluttests mit Hinweis auf Veränderungen der Leber, verringerte glomeruläre Filtrationsrate (Maß der Nierenfunktion) [18]
PCSK9-HemmerEvolocumabAntikörper, der an das Eiweiß PCSK9 bindet; dadurch werden weniger LDL-Rezeptoren auf den Leberzellen abgebaut, die Leber nimmt mehr Cholesterin auf. Wird unter die Haut gespritzt [19]Häufig: Grippe, Erkältung (Infektionen der oberen Atemwege), Übelkeit, Rücken-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Reaktionen an der Einstichstelle wie Bluterguss, Rötung, Blutung, Schmerzen oder Schwellung, allergische Reaktionen einschließlich Hautausschlag, Kopfschmerzen [19]

Die Häufigkeiten stammen aus der Packungsbeilage des genannten Wirkstoffs und gelten nur für ihn [11, 16, 18, 19]. Die Einstufungen der anderen Statine und den Vergleich zeigt die Gruppenseite Statine und weitere Lipidsenker, die Dosierung laut Packungsbeilage die jeweilige Wirkstoffseite, zum Beispiel Atorvastatin.

PCSK9-Hemmer dürfen laut IQWiG nur bestimmte Fachärztinnen und Fachärzte verschreiben; weitere Wirkstoffe der Gruppe sind Alirocumab und Inclisiran [3].

Nebenwirkungen der Medikamente

Muskelbeschwerden: Schmerzende oder müde Muskeln sind eine mögliche Nebenwirkung von Statinen. Muskelbeschwerden sind laut IQWiG aber auch ohne Statine häufig; es ist danach nicht sinnvoll, die Behandlung beim ersten Verdacht zu beenden. Besprechen Sie die Beschwerden mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [4]. Bei koronarer Herzkrankheit soll laut NVL bei Nebenwirkungen versucht werden, die Statinbehandlung mit geringerer Dosis oder einem anderen Statin weiterzuführen (Empfehlung 7-9, starke Empfehlung) [10]. Für Menschen ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung sieht die DEGAM-Leitlinie bei Muskelbeschwerden unter einem Statin vor, dass ein Auslassversuch, ein Wechsel oder eine geringere Dosis und eine erneute Beratung empfohlen werden soll [8]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr dazu: Muskelschmerzen durch Medikamente und Nocebo-Effekt.

Muskelzerfall: Muskelschwäche, Empfindlichkeit, Schmerzen oder ein Riss in der Muskulatur oder ein rotbraun verfärbter Urin, besonders mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur, können laut Packungsbeilage von Atorvastatin durch einen seltenen, möglicherweise lebensbedrohlichen krankhaften Muskelschwund (Rhabdomyolyse) verursacht sein. Die Packungsbeilage verlangt dann, die Einnahme abzubrechen und umgehend die Ärztin oder den Arzt zu informieren oder die nächste Notaufnahme aufzusuchen [11]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bemerken Sie unter Ezetimib unklare Muskelschmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskulatur, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [16].

Leber und Blutzucker: Unter Atorvastatin sind ein Anstieg des Blutzuckers und Blutwerte, die auf eine gestörte Leberfunktion hinweisen können, häufig; sehr selten können unerwartete Blutungen oder Blutergüsse auf Leberschäden hinweisen, dann suchen Sie so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Ein erhöhtes Risiko für eine Blutzuckererkrankung (Diabetes) ist laut einer Risikoinformation des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom 11. September 2012 ein möglicher Klasseneffekt der Statine [23]. Laut Packungsbeilage von Atorvastatin ist das Risiko größer bei erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten, Übergewicht und hohem Blutdruck; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt überwacht Sie dann während der Behandlung engmaschig [11]. Mehr dazu: Leberwerte und Blutzucker.

Wechselwirkungen: Statine können mit bestimmten anderen Medikamenten Wechselwirkungen haben, etwa mit dem Antibiotikum Clarithromycin; sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt deshalb immer, welche Medikamente Sie nehmen [4]. Die Packungsbeilage von Atorvastatin nennt höchstens ein oder zwei kleine Gläser Grapefruitsaft am Tag [11]; laut der Packungsbeilage von Simvastatin sollten Sie Grapefruitsaft meiden [13]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Grapefruit; den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.

Bempedoinsäure und Evolocumab: Haben Sie jemals Gicht gehabt, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme von Bempedoinsäure mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [18]. Mehr dazu: Harnsäure und Gicht. Unter Evolocumab ist eine Schwellung von Gesicht, Mund, Zunge oder Rachen (Angioödem) selten [19].

Schwangerschaft und Stillzeit: Atorvastatin, Simvastatin, Rosuvastatin und Pravastatin dürfen laut ihren Packungsbeilagen in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden [11, 13, 14, 15], Ezetimib zusammen mit einem Statin ebenfalls nicht, Bempedoinsäure nicht in der Schwangerschaft [16, 18]. Laut IQWiG wird Frauen geraten, cholesterinsenkende Medikamente vor und während einer Schwangerschaft sowie in der Stillzeit nach ärztlicher Rücksprache zu unterbrechen; Fachleute empfehlen danach, die Einnahme drei Monate vor der geplanten Schwangerschaft zu beenden [3]. Planen Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [11]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit hohem Cholesterin

Bei einer heterozygoten familiären Hypercholesterinämie wird laut IQWiG mindestens einmal im Jahr eine Kontrolle empfohlen, zu Beginn der Behandlung auch häufiger. Die LDL-Werte können durch Ernährung, Messungenauigkeiten und andere Faktoren um etwa 10 Prozent schwanken; Zielwerte sind als Orientierung gedacht [3]. Eine erneute Risikoberatung soll laut DEGAM unter anderem empfohlen werden, wenn Maßnahmen zur Senkung des Risikos vereinbart wurden oder sich Risikofaktoren verändert haben [8].

Im Alter: Bei über 75-Jährigen sollte laut DEGAM das Absetzen einer schon länger als 2 Jahre bestehenden vorbeugenden Statintherapie nicht allein aufgrund des Alters empfohlen werden [8].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Herzinfarkt: Typische Anzeichen sind laut IQWiG ein starkes Enge- oder Druckgefühl in der Brust, stechende, brennende oder drückende Schmerzen hinter dem Brustbein und Schmerzen, die in Arm, Rücken, Hals oder Oberbauch ausstrahlen. Die Schmerzen dauern mehr als fünf Minuten an und bessern sich in Ruhe nicht. Möglich sind auch Luftnot, Übelkeit, kalter Schweiß oder Schwindel; Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Diabetes oder Herzschwäche spüren die typische Brustenge seltener. Schon bei Verdacht ist es wichtig, sofort den Notruf 112 zu wählen; treten die Anzeichen nachts auf, warten Sie nicht bis zum nächsten Morgen [20].

Schlaganfall: Zu den häufigsten Anzeichen zählen plötzlich auftretende Schwäche, Sprachstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, ein Gesichtsfeldausfall, ein herabhängender Mundwinkel sowie Schwindel und ein unsicherer Gang; in der Regel ist nur eine Körperseite betroffen. Bei jedem Verdacht wählen Sie schnell den Notruf 112 und warten nicht darauf, dass die Beschwerden wieder verschwinden [21].

In lebensbedrohlichen Fällen, etwa bei starken Brustschmerzen oder schwerer Atemnot, alarmieren Sie laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) den Rettungsdienst unter 112 [22].

Quellen

  1. Erhöhte Cholesterinwerte. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.08.2025. abgerufen am 17.10.2026
  2. Was kann ich selbst für Herz und Gefäße tun?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.08.2025. abgerufen am 17.10.2026
  3. Familiäre Hypercholesterinämie (FH). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.08.2025 (erstellt). abgerufen am 17.10.2026
  4. Wann sind Statine sinnvoll?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.08.2025. abgerufen am 17.10.2026
  5. Cholesterin (Laborwert). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 17.10.2026
  6. Triglyceride (Laborwert). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.03.2025. abgerufen am 17.10.2026
  7. Behörde Hypercholesterinämie. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 23.02.2026. abgerufen am 17.10.2026
  8. Leitlinie S3-Leitlinie Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention, Version 2.1 (AWMF-Register-Nr. 053-024), Kurzversion. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand Version 2.1 (Kurzversion, DEGAM 2025); inhaltlicher Stand 11/2024, Revision geplant 11/2029. abgerufen am 17.10.2026
  9. Leitlinie S3-Leitlinie Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention (AWMF-Register-Nr. 053-024), Leitlinienreport, Abschnitt "Formulierung und Graduierung von Empfehlungen". Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
  10. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK, Langfassung, Version 7.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-004), Kapitel 7.3 Lipidsenker, Empfehlungen 7-8, 7-9 und 7-12 bis 7-15. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (NVL-Programm). Stand Version 7.0, 15.08.2024 (gültig bis 14.08.2029). abgerufen am 17.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atorvastatin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 17.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Atorvastatin-ratiopharm 10 mg / 20 mg / 40 mg / 80 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 17.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Simvastatin-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Rosuvastatin-ratiopharm 5 mg/10 mg/20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 17.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pravastatin-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 17.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ezetimib-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 17.10.2026
  17. Fachinformation Fachinformation Ezetimib-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 17.10.2026
  18. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Nilemdo (Bempedoinsäure), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Daiichi Sankyo Europe GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 02/2026 (EMA, aktualisiert am 27.02.2026). abgerufen am 17.10.2026
  19. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Repatha (Evolocumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Repatha 140 mg Injektionslösung im Fertigpen. Amgen Europe B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026 (EMA, aktualisiert am 04.09.2026). abgerufen am 17.10.2026
  20. Anzeichen eines Herzinfarkts. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.10.2021. abgerufen am 17.10.2026
  21. Behörde Schlaganfall (Abschnitte "Was sind die Anzeichen eines Schlaganfalls?" und Notruf). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 16.12.2022. abgerufen am 17.10.2026
  22. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
  23. Behörde Statine: Erhöhtes Risiko von Diabetes als möglicher Klasseneffekt (Risikoinformation zum Bescheid vom 21.08.2012). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 11.09.2012. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Ab welchem Wert ist Cholesterin zu hoch?

Einen bestimmten Wert, ab dem das Risiko für Herzkrankheiten plötzlich steigt, gibt es laut IQWiG nicht: Je höher LDL-Cholesterin oder Gesamtcholesterin, desto höher das Risiko. Häufig gilt ein Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl (5,2 mmol/l) als optimal und ab 240 mg/dl als deutlich erhöht, ein LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l) als optimal, ab 160 mg/dl als deutlich und ab 190 mg/dl als stark erhöht. Ein HDL-Cholesterin unter 40 mg/dl (1,0 mmol/l) gilt als ungünstig. Fachgesellschaften verwenden teilweise unterschiedliche Grenzwerte. Ob eine Behandlung sinnvoll ist, hängt vom gesamten Herz-Kreislauf-Risiko ab.

Was senkt Cholesterin ohne Medikamente?

Laut IQWiG gehört dazu, nicht zu rauchen, wenig gesättigte Fette und Trans-Fette zu essen, sich ausreichend zu bewegen und bei starkem Übergewicht abzunehmen. Die DEGAM-Leitlinie sieht vor, dass Erwachsenen eine Ernährung empfohlen werden sollte, die sich an der mediterranen Ernährung orientiert, und regelmäßige Bewegung empfohlen werden soll, mindestens 150 Minuten pro Woche mit moderater oder mindestens 75 Minuten mit starker Intensität. Weil der Körper den größten Teil des Cholesterins selbst bildet, lassen sich die Werte laut IQWiG nur teilweise über die Ernährung beeinflussen.

Welche Medikamente senken Cholesterin?

Vorrangig werden laut IQWiG Statine eingesetzt, häufig verschrieben werden Atorvastatin, Rosuvastatin und Simvastatin. Weitere Mittel sind Ezetimib, das die Aufnahme von Cholesterin aus dem Darm hemmt, Bempedoinsäure und die PCSK9-Hemmer Alirocumab, Evolocumab und Inclisiran. Ob und welches Mittel infrage kommt, hängt vom persönlichen Risiko ab und wird gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt entschieden. Die Dosierung laut Packungsbeilage steht auf den Wirkstoffseiten, etwa unter Atorvastatin.

Welche Nebenwirkungen haben Cholesterinsenker?

Bei Atorvastatin sind laut Packungsbeilage unter anderem Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Gelenk-, Muskel- und Rückenschmerzen, ein Anstieg des Blutzuckers und veränderte Leberwerte häufig. Muskelschwäche, Muskelschmerzen oder rotbraun verfärbter Urin, besonders mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur, können auf einen seltenen krankhaften Muskelschwund hinweisen. Bei Bempedoinsäure sind unter anderem erhöhte Harnsäure im Blut (Gicht) und Blutarmut häufig, bei Evolocumab unter anderem Reaktionen an der Einstichstelle. Die Häufigkeiten gelten je Wirkstoff; den Vergleich zeigt die Seite Statine und weitere Lipidsenker.

Muss ich Cholesterinsenker ein Leben lang nehmen?

Allen Menschen mit koronarer Herzkrankheit soll laut Nationaler VersorgungsLeitlinie unabhängig vom Ausgangswert der Blutfette dauerhaft ein Statin als Mittel der ersten Wahl empfohlen werden (Empfehlung 7-8, starke Empfehlung). Bei familiärer Hypercholesterinämie gelingt es laut IQWiG in der Regel nur mit einer lebenslangen Behandlung, die Werte und das Risiko zu senken. Wenn Sie die Einnahme beenden, können die Cholesterinwerte laut den Packungsbeilagen von Simvastatin und Ezetimib wieder ansteigen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Helfen Omega-3-Kapseln oder andere Nahrungsergänzungsmittel?

Für kein Nahrungsergänzungsmittel wurde laut IQWiG bislang nachgewiesen, dass es vor Herzinfarkten oder Schlaganfällen schützt, auch nicht für Fischöl, Knoblauch, Artischocken-Extrakte oder Flohsamenschalen. Für Fischöl-Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren gibt es danach Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern. Laut DEGAM-Leitlinie soll Menschen ohne chronische Erkrankung und ohne Mangel außerhalb einer Schwangerschaft von Betacarotin abgeraten werden, Vitamin D und Vitamin E sollten nicht empfohlen werden.

Ist hohes Cholesterin erblich?

Manchmal. Bei der familiären Hypercholesterinämie stört ein vererbtes Gen den Stoffwechsel des LDL-Cholesterins; die heterozygote Form kommt laut IQWiG bei 3 von 1000 Menschen vor. Hat ein Elternteil die Erkrankung, wird sie mit mindestens 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit an jedes Kind vererbt. Fachleute empfehlen danach, Kindern betroffener Eltern und Verwandten 1. und 2. Grades eine Untersuchung anzubieten. Statine sind je nach Wirkstoff ab einem Alter von 6 bis 10 Jahren zugelassen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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