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Rauchen aufhören: Medikamente
Nikotin macht schon nach kurzer Zeit abhängig, und die meisten Raucherinnen und Raucher spüren unangenehme Entzugserscheinungen, wenn sie plötzlich aufhören. Laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) sollen Nikotinersatz, Vareniclin und Bupropion zur Tabakentwöhnung angeboten werden, jeweils zusammen mit einer begleitenden Beratung (Empfehlungsgrad A); laut IQWiG ist der Nutzen von Bupropion und Cytisin unklar. Nikotinersatz gibt es ohne Rezept in der Apotheke, Vareniclin, Bupropion und Cytisin verschreibt die Ärztin oder der Arzt. Kostenlose Beratung bietet die Telefonberatung zur Rauchentwöhnung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit unter 0800 8 31 31 31.

Mit dem Rauchen aufzuhören, fällt vielen schwer, weil das Nikotin im Tabak schon nach kurzer Zeit abhängig macht; oft sind mehrere Anläufe nötig, doch die meisten Menschen schaffen es irgendwann [2]. Nikotinersatztherapien und andere Medikamente können Entzugserscheinungen lindern und die Erfolgschancen erhöhen [2]. Am größten sind die Chancen laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), wenn ein Entwöhnungsprogramm oder eine regelmäßige Telefonberatung mit Nikotinersatz oder Medikamenten kombiniert wird [2]. Kostenlose Hilfe gibt es unter anderem bei der Telefonberatung zur Rauchentwöhnung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) [13].
Was ist Nikotinabhängigkeit?
Fachleute sprechen von Tabakabhängigkeit. Nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10), wie sie die S3-Leitlinie "Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung" darstellt, ist sie durch ein eingeengtes Verhaltensmuster im Umgang mit Tabak und einen starken Wunsch nach Tabakkonsum gekennzeichnet. Der innere Zwang zu rauchen wird meist dann bewusst, wenn jemand versucht, den Konsum zu beenden oder zu kontrollieren [1]. Die Diagnose "Abhängigkeit" sollte nur gestellt werden, wenn im letzten Jahr drei oder mehr dieser Kriterien gleichzeitig vorhanden waren [1]:
- ein starker Wunsch oder eine Art Zwang zu konsumieren,
- verminderte Kontrolle über Beginn, Beendigung und Menge des Konsums,
- ein körperliches Entzugssyndrom, wenn der Konsum beendet oder verringert wird, oder Konsum, um Entzugssymptome zu mildern oder zu vermeiden,
- eine Toleranz: Für dieselbe Wirkung sind zunehmend höhere Dosen nötig,
- fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen zugunsten des Konsums,
- anhaltender Konsum trotz eindeutig schädlicher Folgen.
Etwa 30 Prozent der Menschen in Deutschland rauchen laut IQWiG Tabak [2]. Nicht alle sind im Sinne dieser Kriterien abhängig: Laut einer Übersichtsarbeit für Deutschland und die USA, die die Leitlinie zitiert, erfüllte etwa die Hälfte der Raucherinnen und Raucher die Kriterien nicht [1]. Die Leitlinie hat den Stand 12.01.2021. Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) sind laut Leitlinie fünf Jahre gültig; die Gültigkeit dieser Fassung ist damit abgelaufen [1].
Symptome: Entzug und Folgen des Rauchens
Die charakteristischen Symptome des Tabakentzugs sind laut Leitlinie Reizbarkeit, Frustration oder Ärger, Angst, Konzentrationsschwierigkeiten, gesteigerter Appetit, Ruhelosigkeit, depressive Stimmung und Schlaflosigkeit [1]. Besonders schwer ist laut IQWiG die erste Woche nach dem Rauchstopp: Man wird unruhig, reizbar, fühlt sich niedergeschlagen und hat ein starkes Verlangen zu rauchen [4].
Dauerhaftes Rauchen verkürzt laut IQWiG die Lebenserwartung um mehrere Jahre. Es erhöht das Risiko für viele Krebsarten, insbesondere für Lungenkrebs und bösartige Tumoren im Mund- und Halsbereich, und kann auf Dauer zu chronischem Husten und Lungenerkrankungen führen [2]. Rauchen schädigt das Herz-Kreislauf-System, Folgen können Herzinfarkt und Schlaganfall sein; Wunden heilen langsamer [2]. In der Schwangerschaft stört Rauchen die Entwicklung des ungeborenen Kindes; das Risiko für Fehlgeburten, eine Frühgeburt und ein zu kleines oder zu leichtes Kind steigt [2]. Auch wer nur wenig oder gelegentlich raucht, schadet laut IQWiG damit schon der Gesundheit [2]. Mehr: COPD, Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt.
Ursachen und Risikofaktoren
Beim Versuch aufzuhören wirken laut IQWiG zwei Dinge zusammen: Dem Körper fehlt das Nikotin, und es ist schwer, Gewohnheiten wie das Rauchen abzulegen, etwa die Zigarette nach dem Essen oder in der Pause [2, 5]. Ein Großteil der Raucherinnen und Raucher hat laut gesund.bund.de schon im Jugendalter angefangen. Wer Eltern, Geschwister oder Freunde hat, die rauchen, greift auch selbst eher zur Zigarette [6].
Diagnose
Laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) sollen alle Patientinnen und Patienten beim ersten für eine umfassende Anamnese geeigneten Kontakt und danach in regelmäßigen Abständen nach ihrem Konsum von Tabak gefragt werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Zur weiterführenden Diagnostik soll der Fagerström-Test für Zigarettenabhängigkeit (FTZA) eingesetzt werden, um die Stärke der Abhängigkeit einzuschätzen (Empfehlungsgrad A) [1]. Der Test beruht laut Gemeinsamem Bundesausschuss (G-BA) auf der persönlichen Selbsteinschätzung; ab einem Punktwert von 6 ist von einer schweren Abhängigkeit auszugehen [12]. Vor einer Behandlung mit Medikamenten ist es laut IQWiG wichtig, der Ärztin oder dem Arzt mitzuteilen, welche anderen Medikamente Sie einnehmen; so lassen sich Wechselwirkungen vermeiden [3]. Dabei hilft ein Medikationsplan.
Behandlung ohne Medikamente
Die meisten, die aufhören wollen, versuchen es laut IQWiG ohne Hilfe. Durch wirksame Unterstützung steigen die Chancen aber nachweislich, und viele Angebote sind kostenlos [5]. Die S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) nennt unter anderem [1]:
- Kurzberatung: In der medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Versorgung soll Kurzberatung zum Rauchstopp angeboten werden (Empfehlungsgrad A) [1].
- Telefonberatung: Qualitätsgesicherte telefonische Beratung soll angeboten werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Das BIÖG bietet sie kostenfrei unter 0800 8 31 31 31 an, mit bis zu 5 Rückrufen während der Ausstiegsphase [13].
- Online und per App: Qualitätsgesicherte mobile Selbsthilfeprogramme sollen angeboten werden (Empfehlungsgrad A), internetbasierte Selbsthilfeprogramme sollten angeboten werden (Empfehlungsgrad B) [1]. Das BIÖG hat ein kostenloses Onlineprogramm; zertifizierte Apps (digitale Gesundheitsanwendungen, DiGA) bezahlen die Krankenkassen, wenn sie verschrieben werden; ihre Wirksamkeit wird laut IQWiG noch untersucht [5].
- Verhaltenstherapie: Verhaltenstherapeutische Gruppen- und Einzelinterventionen sollen angeboten werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Qualitätsgeprüfte Nichtraucherkurse werden von den Krankenkassen gefördert [6].
Als günstigen Tag für den Rauchstopp nennt das IQWiG einen Termin 1 bis 2 Wochen nach dem Entschluss; es kann helfen, Angehörigen davon zu erzählen und alle Zigaretten zu entsorgen. Für den Umgang mit dem Verlangen nach einer Zigarette nennt das IQWiG zum Beispiel, sich bewusst zu machen, dass das Verlangen vorübergeht [5]. Für Akupunktur, pflanzliche Mittel wie Johanniskraut oder Hypnose ist laut IQWiG nicht nachgewiesen, dass sie die Erfolgschancen erhöhen [2]; laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) kann Hypnotherapie angeboten werden (Empfehlungsgrad 0) [1].
Behandlung mit Medikamenten

Die medikamentöse Behandlung zielt laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) darauf, die Entzugssymptome nach dem Rauchstopp zu überwinden, und kann auch bei der Stabilisierung der Abstinenz eine Rolle spielen [1]. Wer den Tabakkonsum beenden will und eine Medikation angeboten bekommt, soll eine begleitende Beratung erhalten; wenn verfügbar und angemessen, soll eine Kombination mit einem verhaltenstherapeutischen Entwöhnungsprogramm angeboten werden (jeweils Empfehlungsgrad A) [1]. Mit Empfehlungsgrad A ("soll angeboten werden") nennt die Leitlinie [1]:
- Nikotinersatz als Nikotinkaugummi, Nikotininhaler, Nikotinlutschtablette, Nikotinnasalspray, Nikotinmundspray oder Nikotinpflaster; das Nasenspray ist laut Leitlinie in Deutschland nicht mehr im Handel,
- Vareniclin,
- Bupropion.
In ihrem Behandlungsablauf (Algorithmus) bietet die Leitlinie zuerst verbale Therapieformen und Nikotinersatz an. War ein einzelnes Präparat nicht erfolgreich, folgt eine Kombination aus Pflaster und einem schnell wirksamen Präparat; war auch das nicht erfolgreich, werden nach Prüfung von Indikation und Gegenanzeigen gegebenenfalls Vareniclin oder Bupropion angeboten [1]. Laut IQWiG ist die Wirksamkeit von Vareniclin in vielen Studien nachgewiesen; der Nutzen von Bupropion und Cytisin ist unklar, weil die Hersteller nicht alle Studiendaten zur Verfügung gestellt haben [3]. Weil die verschreibungspflichtigen Mittel auf Botenstoffe im Gehirn wirken, können sie laut IQWiG manchmal müde machen und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen [3].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Nikotinersatz (rezeptfrei in der Apotheke) | Nikotin (ohne eigene Wirkstoffseite) als Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette, Inhalator oder Spray [4] | Ersetzen das Nikotin aus dem Tabak; sie geben es langsamer und in geringerer Dosis an den Körper ab als Zigaretten, schädliche Stoffe wie Teer und Kohlenmonoxid entfallen. Die Dosis wird schrittweise verringert [4] | Laut IQWiG je nach Form Reizungen der Mundschleimhaut, Magenverstimmungen und manchmal Schluckauf, bei Pflastern Hautreizungen; in Studien auch Herzklopfen [4] |
| Nikotinrezeptor-Teilagonisten (verschreibungspflichtig) | Vareniclin (ohne eigene Wirkstoffseite) [8] | Bindet an bestimmte Nikotinrezeptoren im Gehirn und regt sie schwächer an als Nikotin; das lindert Rauchverlangen und Entzug. Zugleich blockiert es die Bindung von Nikotin und vermindert so den Belohnungseffekt beim Rauchen [8] | Sehr häufig: Entzündung von Nase und Rachen, abnorme Träume, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit [7] |
| Antidepressiva (verschreibungspflichtig) | Bupropion [1, 3] | Hemmt die Wiederaufnahme der Botenstoffe Noradrenalin und Dopamin in die Nervenzellen [10]; die Wirksamkeit von Antidepressiva in der Tabakentwöhnung scheint laut Leitlinie mit dieser Wirkung zusammenzuhängen [1] | Laut Packungsbeilage von Bupropion-ratiopharm (Anwendungsgebiet Depression) sehr häufig: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, trockener Mund, Übelkeit, Erbrechen; häufig unter anderem Blutdruckerhöhung, manchmal schwerwiegend; selten Krampfanfälle [9] |
"Sehr häufig" heißt bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10, "selten" bei bis zu 1 von 1.000 [7, 9]. Die Angaben gelten für das genannte Präparat; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Nikotinersatz
Nikotinpräparate sind laut IQWiG apothekenpflichtig, ein Rezept ist nicht nötig. Damit sie wirken, müssen sie in der vorgesehenen Dosierung und Dauer angewendet werden; beides beschreibt die Packungsbeilage, und die Apotheke erklärt es [4]. Die Behandlung kann zeitgleich mit dem Rauchstopp oder 1 bis 2 Wochen früher beginnen; welche Form man wählt, hängt von den persönlichen Vorlieben ab [4].
Die Dosis eines Nikotinersatzpräparats soll laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) in Abhängigkeit vom Bedarf gewählt werden (klinischer Konsenspunkt). Für starke Raucherinnen und Raucher gilt: Bei unzureichender Wirksamkeit eines einzelnen Präparats soll eine Zweifach-Kombination aus Pflaster und Kaugummi, Lutschtablette, Spray oder Inhaler angeboten werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Zur Entwöhnung von rauchlosen Tabakprodukten wie Kautabak, Schnupftabak und Snus sollte Nikotinersatz nicht angeboten werden (Empfehlungsgrad B) [1].
Vareniclin
Vareniclin ist zur Raucherentwöhnung bei Erwachsenen zugelassen und verschreibungspflichtig [8]. Laut Packungsbeilage kann es das Verlangen zu rauchen und die Entzugserscheinungen vermindern, ebenso den Genuss beim Rauchen [7]. Die Behandlung sollte laut Fachinformation üblicherweise 1 bis 2 Wochen vor dem festgelegten Rauchstopp beginnen und 12 Wochen dauern; bei Menschen, die danach rauchfrei sind, kann eine weitere Behandlung über 12 Wochen erwogen werden [8]. Die Dosis wird zu Beginn schrittweise erhöht; welche Dosis Sie nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [7]. Vareniclin darf laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen Vareniclin oder einen der sonstigen Bestandteile sind. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor Beginn, wenn Sie schon einmal Krampfanfälle hatten oder an Epilepsie leiden, und sprechen Sie über psychische Erkrankungen in der Vorgeschichte. Bei Nierenproblemen sollten Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen; möglicherweise ist eine geringere Dosis nötig [7].
Bupropion
Bupropion ist ein Antidepressivum. Unter den Antidepressiva ist laut Leitlinie in Deutschland nur Bupropion für die Tabakentwöhnung zugelassen [1], laut IQWiG unter dem Handelsnamen Zyban [3]. Andere Bupropion-Präparate wie Bupropion-ratiopharm sind zur Behandlung von Depressionen bestimmt [9]. Bupropion darf laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden bei Allergie gegen Bupropion oder einen der sonstigen Bestandteile, zusammen mit anderen Arzneimitteln, die Bupropion enthalten, bei Epilepsie oder früheren Krampfanfällen, bei einer Essstörung wie Bulimie oder Magersucht, auch in der Vergangenheit, bei einem Gehirntumor, bei einer schweren Leberfunktionsstörung, wenn Sie normalerweise viel Alkohol trinken und gerade damit aufgehört haben oder aufhören wollen, wenn Sie vor Kurzem Beruhigungsmittel abgesetzt haben oder sie während der Einnahme absetzen wollen, und wenn Sie MAO-Hemmer einnehmen oder in den letzten 14 Tagen eingenommen haben [9]. Bei einer bipolaren (manisch-depressiven) Erkrankung kann Bupropion laut Packungsbeilage eine Episode dieser Erkrankung auslösen [9]. Zusammen mit einem Nikotinpflaster kann der Blutdruck steigen [10]. Für eine wirksame Kombination von Nikotinersatz und Bupropion gibt es laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) keine Belege; das Risiko für Nebenwirkungen scheint erhöht [1].
Cytisin und andere Mittel
Cytisin ist laut IQWiG in Deutschland zur Rauchentwöhnung zugelassen und verschreibungspflichtig; sein Nutzen ist unklar [3]. Laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) wurde Cytisin erst im Dezember 2020 zugelassen, nach ihrer Literaturrecherche; sie empfiehlt es deshalb nur als Medikation der zweiten Wahl: Cytisin kann unter Beachtung möglicher Risiken angeboten werden, wenn andere zugelassene Therapieformen nicht zum Erfolg geführt haben (Empfehlungsgrad 0) [1].
Kinder, Jugendliche und Schwangerschaft
Kinder, Jugendliche und Schwangere sollten laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) keine Medikamente zur Entwöhnung einnehmen; nur in genau festgelegten Ausnahmefällen kann Nikotinersatz eingesetzt werden [1]. Die Anwendung von Vareniclin wird laut Packungsbeilage bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen, Bupropion-ratiopharm wird für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht empfohlen [7, 9].
Rauchenden Schwangeren sollen laut Leitlinie Intensivberatung, Verhaltensmodifikation und Motivationsstrategien angeboten werden (Empfehlungsgrad A). Nikotinersatz kann nach Ausschöpfung aller nicht medikamentösen Möglichkeiten, unter sorgfältigster Abwägung von Nutzen und Risiko und unter ärztlicher gynäkologischer Überwachung angeboten werden (Empfehlungsgrad 0) [1]. Die Anwendung von Vareniclin soll laut Fachinformation in der Schwangerschaft aus Vorsichtsgründen vermieden werden [8]. Bupropion nehmen Sie laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nur ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt [9]. Mehr: Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen der Medikamente
Manche Beschwerden gehören zum Rauchstopp selbst: Laut Packungsbeilage von Vareniclin können bei der Aufgabe des Rauchens, mit oder ohne Behandlung, Stimmungsschwankungen, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen, eine verlangsamte Herzfrequenz und mehr Appetit oder Gewichtszunahme auftreten [7]. Eine depressive Stimmungslage, selten verbunden mit Suizidgedanken und Suizidversuch, kann laut Fachinformation ein Symptom des Nikotinentzugs sein [8].
Nikotinersatz: Kaugummis, Lutschtabletten, Inhalatoren und Sprays können laut IQWiG die Mundschleimhaut reizen und auf den Magen schlagen, manchmal lösen sie Schluckauf aus; Nikotinpflaster können die Haut reizen [4]. In Studien kam es auch zu Herzklopfen; Hinweise darauf, dass Nikotinersatz das Risiko für Herzerkrankungen erhöht, gibt es laut IQWiG nicht [4]. Werden die Beschwerden zu unangenehm, kann sich laut IQWiG eine andere Form lohnen [4].
Vareniclin: Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind laut Packungsbeilage Entzündungen von Nase und Rachen, abnorme Träume, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Übelkeit [7]. Die Übelkeit trat laut Fachinformation in der Mehrzahl der Fälle in der Anfangsphase auf und war leicht bis mäßig [8]. Gelegentlich oder selten traten schwerwiegende Nebenwirkungen auf: Krampfanfall, Schlaganfall, Herzinfarkt, Suizidgedanken, Realitätsverlust (Psychose) und Änderungen des Denkens oder Verhaltens wie Aggressivität. Berichtet wurde außerdem über schwere Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom) und schwere allergische Reaktionen wie Schwellungen von Gesicht, Mund oder Hals (Angioödem) [7]. Vareniclin kann laut Fachinformation Schwindel, Schläfrigkeit und vorübergehenden Bewusstseinsverlust verursachen [8]; laut Packungsbeilage sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine komplexen Maschinen bedienen, bis Sie wissen, ob das Mittel diese Fähigkeit beeinträchtigt [7]. Bei Menschen mit bestehenden Herz- oder Gefäßproblemen wurde laut Packungsbeilage anfänglich über neue oder sich verschlechternde Herz-Kreislauf-Probleme berichtet [7]. Wegen einer Metaanalyse, deren Autoren ein geringfügig erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse berichteten, forderte die Europäische Arzneimittelagentur laut BfArM (28.07.2011) eine Ergänzung der Hinweise in der Produktinformation; das Nutzen-Risiko-Verhältnis blieb positiv [11]. Über eine Verstärkung der berauschenden Wirkung von Alkohol unter Vareniclin gibt es einige Berichte; ob Vareniclin sie tatsächlich verstärkt, ist nicht bekannt [7].
Bei Menschen, die Vareniclin eingenommen haben, wurde laut Packungsbeilage von Depressionen, Suizidgedanken, selbstgefährdendem Verhalten und Suizidversuchen berichtet. Spüren Sie unter Vareniclin innere Unruhe, werden depressiv oder bemerken Verhaltensänderungen, die Sie oder Ihre Familie beunruhigen, oder entwickeln Sie Suizidgedanken oder selbstgefährdendes Verhalten, sollten Sie laut Packungsbeilage die Einnahme beenden und umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen [7]. Beim Beenden der Einnahme können vorübergehend Reizbarkeit, Verlangen zu rauchen, Depression oder Schlafstörungen zunehmen; möglicherweise verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis am Ende schrittweise [7]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Bupropion: Sehr häufig sind laut Packungsbeilage von Bupropion-ratiopharm Schlafstörungen, Kopfschmerzen, trockener Mund, Übelkeit und Erbrechen. Häufig sind unter anderem Fieber, Schwindel, Zittern, Angst- oder Erregungszustände, Appetitverlust und eine Blutdruckerhöhung, manchmal schwerwiegend [9]. Zu Beginn der Behandlung sollte laut Fachinformation der Blutdruck bestimmt und danach kontrolliert werden, insbesondere bei bestehendem Bluthochdruck [10]. Bei ungefähr 1 von 1.000 Behandelten kann ein Krampfanfall auftreten [9]. Ohne bekannte Häufigkeit nennt die Packungsbeilage Suizidgedanken oder Gedanken an Selbstverletzung während der Behandlung oder kurz nach ihrem Ende [9]. Alle Nebenwirkungen stehen auf der Seite Bupropion.
Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [7]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeines zum Lesen der Häufigkeiten: Beipackzettel verstehen.
Leben ohne Zigarette
Ein Rauchstopp hat laut IQWiG auch im Alltag viele Vorteile: Schon nach kurzer Zeit kann man besser riechen und schmecken, und nach wenigen Wochen verbessert sich zum Beispiel die Lungenfunktion [2]. Misslingt der Rauchstopp beim ersten Mal, ist das laut IQWiG ganz normal [2].
Andere Medikamente: Die Veränderungen im Körper durch die Raucherentwöhnung können laut Packungsbeilage von Vareniclin die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen, auch ohne Vareniclin; in einigen Fällen kann eine Dosisanpassung nötig sein, zum Beispiel bei Theophyllin, Warfarin und Insulin [7]. Da Rauchen das Leberenzym CYP1A2 anregt, kann die Raucherentwöhnung laut Fachinformation die Blutspiegel von Mitteln erhöhen, die über dieses Enzym abgebaut werden [8]. Wenn Sie nicht sicher sind, fragen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [7]. Mehr: Medikamente und Rauchen.
Rückfälle vermeiden: Wird erwogen, eine laufende medikamentöse Behandlung zur Vorbeugung von Rückfällen fortzusetzen, können laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) Nikotinersatz, Vareniclin oder Bupropion angeboten werden (Empfehlungsgrad 0) [1].
Beratung: Die Telefonberatung zur Rauchentwöhnung des BIÖG unter 0800 8 31 31 31 ist kostenfrei und von Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und von Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr erreichbar [13]. Menschen mit Suchtproblemen und ihre Angehörigen berät die Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031 täglich von 8 bis 24 Uhr; ein Anruf kostet 20 Cent aus dem Festnetz und aus dem Mobilfunknetz, das BIÖG stellt das organisatorische Dach [14]. Mehr: Alkoholabhängigkeit.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Unter Vareniclin: Bei Anzeichen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls suchen Sie laut Packungsbeilage sofort medizinische Hilfe. Bei Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge, Gaumen, Hals oder Körper, Atembeschwerden oder keuchender Atmung beenden Sie die Einnahme und verständigen unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; ebenso bei Hautausschlag, sich abschälender Haut oder Bläschenbildung [7].
Unter Bupropion: Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion wie Hautrötung, Quaddeln, ungewöhnlichem Keuchen, Atemnot, Schwellung von Augenlidern, Lippen oder Zunge oder Kreislaufkollaps nehmen Sie laut Packungsbeilage keine weiteren Tabletten ein und setzen sich sofort mit einer Ärztin oder einem Arzt in Verbindung. Bei zielscheibenartigen Flecken mit Blasen, Hautablösung oder Geschwüren in Mund, Rachen, Nase, an den Genitalien oder Augen brechen Sie die Einnahme ab und suchen sofort ärztliche Hilfe [9]. Mehr: Schwere Hautreaktionen und Arzneimittelallergie.
Gedanken, sich das Leben zu nehmen: Gehen Sie laut Packungsbeilage von Bupropion zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf, wenn Sie Gedanken entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen [9]. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 [15]. Suizidversuche aller Art, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, Bewusstlosigkeit und akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [16].
Quellen
- Leitlinie S3-Leitlinie "Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung", Langversion (AWMF-Register-Nr. 076-006). Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht), Fassung auf dgppn.de. Stand Stand 12.01.2021 (fünfjährige Gültigkeit abgelaufen). abgerufen am 18.10.2026
- Rauchen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.04.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Medikamente zur Raucherentwöhnung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.04.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Wie gut hilft eine Nikotinersatztherapie bei der Raucherentwöhnung?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.04.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Wo finde ich Unterstützung für den Rauchstopp?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.04.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Rauchen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 08.11.2022. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Vareniclin-ratiopharm 1 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Vareniclin-ratiopharm 1 mg Filmtabletten (Version 4). ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bupropion-ratiopharm 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Bupropion-ratiopharm 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung (Version 9). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Champix: Die Europäische Arzneimittelagentur bestätigt positives Nutzen-Risiko-Verhältnis (Risikoinformation, Wirkstoff Vareniclin). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 28.07.2011. abgerufen am 18.10.2026
- Arzneimittel zur Tabakentwöhnung (Arzneimittel-Richtlinie § 14a und Anlage IIa). Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand Beschluss vom 15.05.2025. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Rauchentwöhnung: Telefonberatung zum Nichtrauchen. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Sucht & Drogen Hotline. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente helfen beim Rauchen aufhören?
Zur Rauchentwöhnung gibt es Nikotinersatz als Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette, Inhalator oder Spray sowie die verschreibungspflichtigen Wirkstoffe Vareniclin, Bupropion und Cytisin. Laut S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) sollen Nikotinersatz, Vareniclin und Bupropion angeboten werden (Empfehlungsgrad A). Laut IQWiG ist die Wirksamkeit von Vareniclin in vielen Studien nachgewiesen, der Nutzen von Bupropion und Cytisin ist unklar, weil die Hersteller nicht alle Studiendaten zur Verfügung gestellt haben. Welches Mittel für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Gibt es Mittel zur Rauchentwöhnung ohne Rezept?
Ja, Nikotinersatz. Nikotinpräparate sind laut IQWiG apothekenpflichtig, ein Rezept ist aber nicht erforderlich. Damit sie wirken, müssen sie in der vorgesehenen Dosierung und Dauer angewendet werden; beides steht in der Packungsbeilage und wird auch in der Apotheke erklärt. Vareniclin, Bupropion und Cytisin müssen ärztlich verordnet werden.
Zahlt die Krankenkasse Medikamente zur Rauchentwöhnung?
Unter Bedingungen. Laut Gemeinsamem Bundesausschuss (G-BA) können Versicherte mit schwerer Tabakabhängigkeit, die an einem evidenzbasierten Programm zur Tabakentwöhnung teilnehmen, Arzneimittel mit Nicotin oder Vareniclin verordnet bekommen; eine Kombination der beiden Wirkstoffe ist von der Verordnung ausgeschlossen. Von einer schweren Abhängigkeit ist unter anderem ab 6 Punkten im Fagerström-Test auszugehen. Nach drei Monaten prüft die Ärztin oder der Arzt, ob die medikamentöse Unterstützung weiter nötig ist; nach einem Rückfall besteht frühestens nach drei Jahren erneut Anspruch.
Welche Nebenwirkungen hat Vareniclin?
Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, sind laut Packungsbeilage von Vareniclin-ratiopharm Entzündungen von Nase und Rachen, abnorme Träume, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Übelkeit. Gelegentlich oder selten traten schwerwiegende Nebenwirkungen wie Krampfanfälle, Herzinfarkt, Schlaganfall, Suizidgedanken oder Veränderungen des Denkens und Verhaltens auf. Laut Packungsbeilage wurde bei Menschen, die Vareniclin eingenommen haben, von Depressionen, Suizidgedanken, selbstgefährdendem Verhalten und Suizidversuchen berichtet. Spüren Sie innere Unruhe, werden depressiv, bemerken beunruhigende Verhaltensänderungen oder entwickeln Suizidgedanken oder selbstgefährdendes Verhalten, sollten Sie die Einnahme beenden und umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen. Vareniclin kann laut Packungsbeilage mit Schwindel, Schläfrigkeit und vorübergehendem Bewusstseinsverlust verbunden sein.
Darf ich in der Schwangerschaft Nikotinpflaster verwenden?
Rauchenden Schwangeren sollen laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) Intensivberatung, Verhaltensmodifikation und Motivationsstrategien angeboten werden (Empfehlungsgrad A). Nikotinersatz kann laut Leitlinie erst nach Ausschöpfung aller nicht medikamentösen Möglichkeiten, unter sorgfältigster Abwägung von Nutzen und Risiko und unter ärztlicher gynäkologischer Überwachung angeboten werden (Empfehlungsgrad 0). Laut IQWiG haben nur wenige Studien untersucht, ob Nikotinersatz in der Schwangerschaft hilft; sie konnten keinen Nutzen feststellen. Vareniclin soll laut Fachinformation in der Schwangerschaft aus Vorsichtsgründen vermieden werden.
Helfen E-Zigaretten beim Rauchstopp?
E-Zigaretten können laut IQWiG manchen Menschen helfen, vom Tabak loszukommen; ihr Dampf enthält weniger Giftstoffe als Tabakrauch, aber ebenfalls Schadstoffe und meist Nikotin. Viele, die damit vom Tabak wegkommen, bleiben danach zumindest für längere Zeit beim "Dampfen". Die S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) beschreibt die Befundlage zu Wirkung und Risiken in der Tabakentwöhnung als uneinheitlich, mit Hinweisen auf ein Entwöhnungspotenzial und auf langfristige Risiken; zur Reduktion des Zigarettenkonsums sollten E-Zigaretten nicht angeboten werden (klinischer Konsenspunkt). Tabakerhitzer eignen sich laut IQWiG nicht zur Entwöhnung.
Nimmt man nach dem Rauchstopp zu?
Viele Menschen nehmen laut IQWiG etwas zu, vor allem im ersten Jahr. Gründe sind nicht nur, dass sie mehr essen, sondern auch ein veränderter Stoffwechsel; außerdem unterdrückt Rauchen das Hungergefühl. Wie sich das Gewicht verändert, ist individuell. Für die Gesundheit ist es laut IQWiG in jedem Fall besser, etwas zuzunehmen als weiter zu rauchen.
Kann man Nikotinersatz und Vareniclin kombinieren?
Fragen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, bevor Sie Vareniclin zusammen mit anderen Mitteln zur Raucherentwöhnung anwenden. Laut Fachinformation traten in einer Studie mit Vareniclin und Nikotinpflaster Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Verdauungsbeschwerden und Müdigkeit häufiger auf als unter Nikotinpflaster allein; Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination wurden nicht untersucht. Auf Kassenrezept ist die Kombination laut G-BA ausgeschlossen. Zusammen mit Bupropion kann ein Nikotinpflaster laut Fachinformation den Blutdruck steigen lassen.
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Behandlungen Kontrastmittel (CT und MRT): NebenwirkungenKontrastmittel für CT und MRT können je nach Präparat Übelkeit, Kopfschmerzen oder ein Hitzegefühl auslösen.