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Medikamente, die den Blutdruck erhöhen
Laut IQWiG und Nationaler VersorgungsLeitlinie Hypertonie können unter anderem entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac, abschwellende Nasensprays, östrogenhaltige Verhütungsmittel, bestimmte Mittel gegen psychische Erkrankungen und Antidepressiva, Immunsuppressiva und im ganzen Körper wirkendes Kortison den Blutdruck erhöhen. Die Produktinformationen nennen einen Blutdruckanstieg zum Beispiel bei Etoricoxib, Celecoxib, Venlafaxin, Methylphenidat, Atomoxetin, Ciclosporin und Pseudoephedrin. Ein erhöhter Blutdruck ist laut IQWiG meistens nicht zu spüren. Bei sehr hohen Werten mit Atemnot, starker Brustenge, Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen rufen Sie den Notruf 112. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Verschiedene Medikamente können den Blutdruck erhöhen. Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gehören dazu zum Beispiel bestimmte Mittel zur Behandlung psychischer Erkrankungen, entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac und Ibuprofen, abschwellende Nasensprays oder -tropfen und hormonelle Verhütungsmittel, die Östrogen enthalten [3]. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie nennt unter anderem Schmerzmittel (Analgetika), orale Verhütungsmittel, Immunsuppressiva, Antidepressiva und im ganzen Körper wirkendes Kortison (systemische Kortikosteroide) als Medikamente, die mit einer Erhöhung des Blutdrucks einhergehen können [1]. Ein erhöhter Blutdruck ist laut IQWiG meistens nicht zu spüren; nur wenn er extrem hoch ist, löst er manchmal Beschwerden wie Schwindel und Sehstörungen aus [3].
Welche Medikamente den Blutdruck erhöhen können
Die Beispiele stammen aus Packungsbeilagen und Fachinformationen. Jede Häufigkeit gilt für den genannten Wirkstoff.
- NSAR (entzündungshemmende Schmerzmittel): Bei Etoricoxib ist erhöhter Blutdruck laut Packungsbeilage häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten), ein starker Anstieg des Blutdrucks gelegentlich [4]. Laut Fachinformation kann Etoricoxib häufiger und mit einem stärkeren Bluthochdruck verbunden sein als einige andere NSAR und selektive COX-2-Hemmer, insbesondere in hohen Dosen [5]. In der Fachinformation von Celecoxib ist Bluthochdruck (auch die Verschlechterung eines bestehenden) als sehr häufig eingestuft; die Angabe stammt aus Langzeitstudien zur Vorbeugung von Darmpolypen mit einer Behandlungsdauer von bis zu 3 Jahren [7]. Bei Ibuprofen nennt die Fachinformation einen Bluthochdruck als sehr selten [8].
- Glucocorticoide (Kortison): Die Packungsbeilage von Prednisolon nennt eine Blutdruckerhöhung; eine Häufigkeit gibt sie nicht an [9]. Bei schwer einstellbarem Bluthochdruck ist laut Fachinformation während der Behandlung eine regelmäßige Blutdruckkontrolle erforderlich [10].
- Antidepressiva: Unter Venlafaxin wurde laut Fachinformation häufig ein dosisabhängiger Blutdruckanstieg berichtet, nach der Markteinführung außerdem einige Fälle von stark erhöhtem Blutdruck, der eine sofortige Behandlung erforderte [11]. Bei Bupropion nennt die Packungsbeilage eine Blutdruckerhöhung, manchmal schwerwiegend, als häufig [12].
- ADHS-Medikamente: Bei Methylphenidat ist hoher Blutdruck laut Packungsbeilage häufig [13]. Laut Fachinformation entwickelten Kinder und Jugendliche unter Methylphenidat in Studien häufig eine Änderung des Blutdrucks um über 10 mmHg gegenüber dem Ausgangswert; auch bei Erwachsenen wurde ein Anstieg festgestellt [14]. Bei Atomoxetin ist erhöhter Blutdruck laut Packungsbeilage sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten) [15]. Die meisten Behandelten zeigen laut Fachinformation eine mäßige Erhöhung der Herzfrequenz und/oder einen Blutdruckanstieg von im Mittel weniger als 5 mmHg; laut kombinierten Daten aus klinischen Studien kam es bei etwa 8 bis 12 Prozent der Kinder und Jugendlichen und 6 bis 10 Prozent der Erwachsenen zu einer deutlicheren Veränderung der Herzfrequenz (20 Schläge pro Minute oder mehr) und des Blutdrucks (15 bis 20 mmHg oder mehr) [16]. Auch Lisdexamfetamin steht in der Tabelle unten.
- Immunsuppressiva: Bei Ciclosporin ist Bluthochdruck laut Packungsbeilage sehr häufig [17]. Während der Behandlung ist laut Fachinformation eine regelmäßige Überwachung des Blutdrucks erforderlich [18]. Wie andere Immunsuppressiva, etwa Tacrolimus, die Beschwerde einstufen, zeigt die Tabelle.
- Abschwellende Mittel bei verstopfter Nase: Bei einem Nasenspray mit Xylometazolin ist ein Blutdruckanstieg laut Packungsbeilage selten [19]. Zusammen mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Hemmern vom Tranylcypromin-Typ oder trizyklischen Antidepressiva) und blutdrucksteigernden Arzneimitteln kann es durch Wirkungen auf Herz und Kreislauf zu einer Erhöhung des Blutdrucks kommen [19]. Für Pseudoephedrin, das allein oder zusammen mit anderen Wirkstoffen gegen eine verstopfte Nase eingesetzt wird, gilt seit dem Rote-Hand-Brief vom 15. Februar 2024: Bei schwerem oder nicht eingestelltem Bluthochdruck darf es nicht angewendet werden [21]. Mehr dazu: Nasensprays.
- Hormonelle Verhütungsmittel: Laut Fachinformation einer Pille mit Dienogest und Ethinylestradiol wurde bei vielen Frauen, die solche kombinierten Pillen einnehmen, ein geringer Blutdruckanstieg berichtet; klinisch relevante Blutdruckerhöhungen sind dagegen selten [23]. In der Packungsbeilage ist hoher Blutdruck als gelegentlich eingestuft [22].
- Weitere Beispiele: Beim Migränemittel Sumatriptan ist ein vorübergehender Blutdruckanstieg laut Packungsbeilage häufig [24]. Beim Blutdrucksenker Clonidin nennt die Fachinformation einen anfänglichen (paradoxen) Blutdruckanstieg zu Beginn der Behandlung als selten [26]. Mehr dazu: Migränemittel.
Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation einen Blutdruckanstieg nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Atomoxetin | Sehr häufig | Bei Kindern und Jugendlichen: Erhöhter Blutdruck und erhöhter Puls · Bei Erwachsenen: Erhöhter Blutdruck und erhöhter Puls |
| Celecoxib | Sehr häufig | Bluthochdruck, auch Verschlechterung eines bestehenden Bluthochdrucks; Häufigkeit aus Langzeitstudien mit hohen Dosen zur Verhütung von Darmpolypen |
| Ciclosporin | Sehr häufig | Bluthochdruck |
| Enzalutamid | Sehr häufig | Bluthochdruck |
| Mycophenolsäure | Sehr häufig | Erhöhter Blutdruck (Hypertonie) |
| Rituximab | Sehr häufig | Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: hoher oder niedriger Blutdruck, Blutdruckabfall vor allem beim Aufstehen · Bei rheumatoider Arthritis: Blutdruckveränderungen, Übelkeit, Ausschlag, Fieber, Juckreiz, laufende oder… |
| Tacrolimus | Sehr häufig | Erhöhter Blutdruck |
| Trastuzumab | Sehr häufig | Erniedrigter oder erhöhter Blutdruck, größtenteils im Zusammenhang mit Reaktionen auf die Infusion |
| Adalimumab | Häufig | Hoher Blutdruck, Hitzegefühl, Blutergüsse |
| Bimatoprost | Häufig | Erhöhter Blutdruck (Hypertension) |
| Bupropion | Häufig | Blutdruckerhöhung, manchmal schwerwiegend, und Gesichtsröte |
| Citalopram | Häufig | Hoher oder niedriger Blutdruck |
| Clozapin | Häufig | Plötzliche unkontrollierbare Erhöhung des Blutdrucks (Pseudophäochromozytom) · Ohnmacht (Synkope), Schwäche oder Schwindel nach Lagewechsel (orthostatische Hypotonie) und Bluthochdruck |
| Duloxetin | Häufig | Erhöhter Blutdruck (Blutdruckanstieg) · Bluthochdruck (Hypertonie) · Hypertensive Krise (krisenhafter Blutdruckanstieg), besonders bei bereits bestehendem Bluthochdruck berichtet |
| Etoricoxib | Häufig | Erhöhter Blutdruck (Hypertonie) · Starker Anstieg des Blutdrucks (hypertensive Krise) |
| Fentanyl | Häufig | Bluthochdruck |
| Gabapentin | Häufig | Hoher Blutdruck, Erröten, Gefäßerweiterung |
| Infliximab | Häufig | Kreislaufprobleme wie niedriger oder hoher Blutdruck |
| Ivabradin | Häufig | Unkontrollierter Blutdruck |
| Leflunomid | Häufig | Leichte Erhöhung des Blutdrucks · Starke Erhöhung des Blutdrucks |
| Letrozol | Häufig | Erhöhter Blutdruck (Hypertonie) |
| Lisdexamfetamin | Häufig | Hoher Blutdruck · Bei Kindern und Jugendlichen: hoher Blutdruck |
| Memantin | Häufig | Erhöhter Blutdruck |
| Methylphenidat | Häufig | Hoher Blutdruck |
| Nivolumab | Häufig | Hoher Blutdruck |
| Paliperidon | Häufig | Hoher Blutdruck |
| Pembrolizumab | Häufig | Hoher Blutdruck |
| Risperidon | Häufig | Hoher Blutdruck |
| Sumatriptan | Häufig | Vorübergehender Blutdruckanstieg kurz nach der Einnahme |
| Testosteron | Häufig | Hoher Blutdruck · Maligne Hypertonie, Hitzewallungen/Gesichtsrötung (Flush), Venenentzündung (Phlebitis) |
| Tizanidin | Häufig | Anstieg des Blutdrucks bei plötzlichem Abbruch der Behandlung (Rebound-Hypertonie) |
| Vedolizumab | Häufig | Bluthochdruck |
| Venlafaxin | Häufig | Blutdruckanstieg |
| Amisulprid | Gelegentlich | Erhöhter Blutdruck |
| Amitriptylin | Gelegentlich | Bluthochdruck (Hypertonie) |
| Cefaclor | Gelegentlich | Vorübergehender Bluthochdruck |
| Certoparin | Gelegentlich | Bei der Behandlung tiefer Venenthrombosen (THERAPIE, 8000 I.E.): Bluthochdruck |
| Dienogest/Ethinylestradiol | Gelegentlich | Hoher Blutdruck, niedriger Blutdruck · Venenentzündung, diastolischer Bluthochdruck, Schwindel oder Ohnmacht beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen (orthostatische Dysregulation), Hitzewallungen, Krampfadern… |
| Drospirenon | Gelegentlich | Erhöhter Blutdruck, Hitzewallungen |
| Estradiol | Gelegentlich | Erhöhter Blutdruck |
| Estriol | Gelegentlich | Erhöhung des Blutdrucks |
| Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring) | Gelegentlich | Blutdruckerhöhung |
| Ezetimib | Gelegentlich | Hitzewallungen, Bluthochdruck |
| Febuxostat | Gelegentlich | Hitzewallungen oder Gesichtsrötung (Flush), erhöhter Blutdruck |
| Guanfacin | Gelegentlich | Blutdruckanstieg · Bluthochdruck (Hypertonie) · Hoher Blutdruck bei abruptem Absetzen als schwerwiegende Absetzreaktion; mögliche Zeichen sind Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern (hypertensive… |
| Leuprorelin | Gelegentlich | Bei Männern mit Prostatakrebs: Blutdruckveränderungen (Senkung oder Erhöhung) · Bei Frauen (Enantone-Gyn): Blutdruckerhöhung oder -senkung |
| Levodopa/Carbidopa | Gelegentlich | Bluthochdruck |
| Melatonin | Gelegentlich | Bluthochdruck |
| Morphin | Gelegentlich | Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg |
| Naratriptan | Gelegentlich | Leichter Blutdruckanstieg, der bis zu 12 Stunden nach der Einnahme andauern kann |
| Oxcarbazepin | Gelegentlich | Hoher Blutdruck |
| Paroxetin | Gelegentlich | Kurzzeitiger Blutdruckanstieg oder -abfall, der bei plötzlichem Aufstehen zu Schwindel oder Ohnmacht führen kann (orthostatische Hypotonie); laut Fachinformation üblicherweise bei Menschen mit vorher bestehendem… |
| Prednison | Gelegentlich | Bluthochdruck |
| Pregabalin | Gelegentlich | Niedriger Blutdruck, hoher Blutdruck |
| Rizatriptan | Gelegentlich | Bluthochdruck und Hitzewallungen |
| Sertralin | Gelegentlich | Hoher Blutdruck |
| Sildenafil | Gelegentlich | Bluthochdruck, niedriger Blutdruck |
| Sulfasalazin | Gelegentlich | Erhöhter Blutdruck |
| Tadalafil | Gelegentlich | Niedriger Blutdruck (laut Fachinformation vor allem bei Menschen, die bereits Blutdrucksenker einnehmen), hoher Blutdruck |
| Trazodon | Gelegentlich | Blutdruckanstieg |
| Zolmitriptan | Gelegentlich | Leicht erhöhter Blutdruck, vorübergehender Blutdruckanstieg |
| Beclometason/Formoterol | Selten | Blutdruckanstieg oder Blutdrucksenkung |
| Carbamazepin | Selten | Erhöhter oder zu niedriger Blutdruck |
| Clonidin | Selten | Anfänglicher (paradoxer) Blutdruckanstieg bei Behandlungsbeginn |
| Moxifloxacin | Selten | Bluthochdruck, niedriger Blutdruck |
| Oxymetazolin | Selten | Blutdruckerhöhung |
| Salbutamol | Selten | Blutdrucksteigerungen oder Blutdrucksenkungen |
| Timolol | Selten | Erhöhter Blutdruck, Schwellungen (Ödeme) an Händen und Füßen, kalte Hände und Füße |
| Tramadol | Selten | Blutdruckanstieg |
| Xylometazolin | Selten | Blutdruckanstieg |
| Budesonid/Formoterol | Sehr selten | Veränderungen des Blutdrucks (Blutdruckschwankungen) |
| Diclofenac | Sehr selten | Bluthochdruck (Hypertonie) |
| Formoterol | Sehr selten | Änderungen der Blutdruckwerte (Blutdruckschwankungen) |
| Ibuprofen | Sehr selten | Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) |
| Naproxen | Sehr selten | Bluthochdruck (Hypertonie) |
| Piroxicam | Sehr selten | Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) |
| Rivastigmin | Sehr selten | Bluthochdruck · Bei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise auch beim Pflaster: Bluthochdruck; Entzündung der Bauchspeicheldrüse; Blutungen im Darm, erkennbar an Blut im Stuhl oder im Erbrochenen;… |
| Aripiprazol | Nicht bekannt | Hoher Blutdruck, Ohnmacht |
| Brinzolamid | Nicht bekannt | Erhöhter oder erniedrigter Blutdruck (auch Hypertonie) |
| Dexamethason | Nicht bekannt | Bluthochdruck |
| Dorzolamid | Nicht bekannt | Erhöhter Blutdruck (Hypertonie) |
| Doxylamin | Nicht bekannt | Abfall oder Anstieg des Blutdrucks |
| Levonorgestrel | Nicht bekannt | Erhöhter Blutdruck |
| Metoclopramid | Nicht bekannt | Sehr hoher Blutdruck; laut Fachinformation akuter Blutdruckanstieg bei Phäochromozytom und vorübergehender Blutdruckanstieg |
| Nepafenac | Nicht bekannt | Erhöhter Blutdruck |
| Prednisolon | Nicht bekannt | Blutdruckerhöhung |
| Pseudoephedrin | Nicht bekannt | Blutdruckanstieg, aber nicht bei behandeltem Bluthochdruck |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (87 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Blutdruckanstieg als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (7 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Botulinumtoxin Typ A | Bei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): unkontrollierte Reflexreaktion des Körpers (autonome Dysreflexie), z. B. Schweißausbrüche, pochende Kopfschmerzen, Anstieg von Blutdruck oder Puls; kann mit dem Eingriff zusammenhängen | Gelegentlich |
| Clobetasol | Hemmung der Nebennierenrindenfunktion: cushingoide Erscheinungen (zum Beispiel Mondgesicht und Fettansatz am Rumpf), verzögerte Gewichtszunahme und Wachstumsverzögerung bei Kindern, verminderte Knochendichte (Osteoporose), erhöhter Blutzucker und Zucker im… | Sehr selten |
| Leuprorelin | Bei Männern mit Prostatakrebs: Kombination von Stoffwechselstörungen (metabolisches Syndrom) mit Bluthochdruck, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen | Nicht bekannt |
| Leuprorelin | Bei Frauen (Enantone-Gyn): metabolisches Syndrom mit Bluthochdruck, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen; Anstieg des Cholesterins und von Enzymen wie LDH, alkalischer Phosphatase oder Transaminasen | Nicht bekannt |
| Methylphenidat | Plötzlicher Anstieg der Körpertemperatur, sehr hoher Blutdruck und schwere Krampfanfälle (malignes neuroleptisches Syndrom); ob Methylphenidat oder andere gleichzeitig eingenommene Arzneimittel die Ursache sind, ist nicht sicher | Sehr selten |
| Metoclopramid | Malignes neuroleptisches Syndrom mit hohem Fieber, hohem Blutdruck, Krampfanfällen, Schweißausbruch und vermehrter Speichelbildung | Nicht bekannt |
| Prednisolon | Sklerodermiebedingte renale Krise bei Menschen, die bereits an Sklerodermie (einer Autoimmunerkrankung) leiden; Anzeichen sind erhöhter Blutdruck und verringerte Harnbildung | Nicht bekannt |
| Prednison | Sklerodermiebedingte renale Krise bei Menschen, die bereits an Sklerodermie leiden; Anzeichen sind erhöhter Blutdruck und verringerte Harnbildung | Nicht bekannt |
Einige Zeilen nennen Blutdruckschwankungen in beide Richtungen; zu niedrigen Werten siehe Niedriger Blutdruck durch Medikamente.
Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Woran Sie einen Blutdruckanstieg durch ein Medikament erkennen
Ein erhöhter Blutdruck ist laut IQWiG meistens nicht zu spüren [3]. Die Packungsbeilage von Venlafaxin weist ausdrücklich darauf hin, dass das Mittel manchmal Nebenwirkungen verursacht, die Sie möglicherweise nicht erkennen, zum Beispiel einen Blutdruckanstieg [20]. Die Produktinformationen mehrerer Mittel sehen Blutdruckmessungen vor:
- Bei Etoricoxib sollte der Blutdruck laut Fachinformation vor der Behandlung eingestellt und in den ersten zwei Wochen nach Behandlungsbeginn sowie danach regelmäßig überwacht werden [5]. Laut Packungsbeilage wird die Ärztin oder der Arzt den Blutdruck von Zeit zu Zeit überprüfen [4].
- Bei Venlafaxin sollte ein bestehender Bluthochdruck laut Fachinformation vor Behandlungsbeginn eingestellt und der Blutdruck nach Behandlungsbeginn und nach Dosiserhöhungen regelmäßig kontrolliert werden [11].
- Bei Methylphenidat sollen, bei Atomoxetin müssen Blutdruck und Puls laut Fachinformation bei bzw. nach jeder Dosisanpassung und danach mindestens alle 6 Monate dokumentiert werden [14, 16].
- Bei Celecoxib kann die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage vorschlagen, den Blutdruck regelmäßig zu überwachen [6]. Vor Beginn einer Pille misst die Ärztin oder der Arzt den Blutdruck [22].
Muss eine Blutdruckbehandlung verstärkt werden, sollen Ärztinnen und Ärzte laut NVL Hypertonie vorher unter anderem nach der zeitweisen Einnahme blutdrucksteigernder Medikamente fragen [1]. Laut Fachinformationen können NSAR außerdem die Wirkung von Blutdrucksenkern wie Diuretika, ACE-Hemmern, Sartanen oder Betablockern abschwächen [5, 7, 8]. Notieren Sie Ihre Messwerte zusammen mit den Medikamenten, zum Beispiel im Nebenwirkungs-Tagebuch.
Warum Medikamente den Blutdruck erhöhen können
Salz und Wasser: Unter Etoricoxib wurden laut Fachinformation wie bei anderen Hemmstoffen der Prostaglandinbildung Flüssigkeitseinlagerungen, Ödeme und Bluthochdruck beobachtet [5]. Bei Celecoxib kann die Hemmung der Prostaglandinbildung laut Fachinformation zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion und zu vermehrter Flüssigkeitseinlagerung führen [7]. Die Packungsbeilage von Clonidin nennt nicht steroidale Antirheumatika als blutdrucksteigernde oder Natrium und Wasser zurückhaltende Substanzen, die die blutdrucksenkende Wirkung von Clonidin vermindern [25]. Mehr dazu: Wassereinlagerungen durch Medikamente.
Gefäßverengung und Wechselwirkungen: Xylometazolin ist laut Fachinformation ein Sympathomimetikum, das gefäßverengend wirkt und so die Nasenschleimhaut abschwellen lässt [30]. Zusammen mit bestimmten Antidepressiva oder anderen blutdrucksteigernden Mitteln kann der Blutdruck laut Packungsbeilage steigen [19]. Bei Methylphenidat und Lisdexamfetamin kann die gleichzeitige Einnahme eines MAO-Hemmers laut Packungsbeilage zu einem plötzlichen Blutdruckanstieg führen [13, 27].
Absetzen: Manche Mittel lassen den Blutdruck steigen, wenn sie plötzlich abgesetzt werden. Bricht man die Behandlung mit Clonidin plötzlich ab, kann es laut Packungsbeilage zu einem überschießenden Blutdruckanstieg mit Herzjagen, Unruhe, Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen und/oder Übelkeit kommen (Rebound-Phänomen) [25]. Bei Venlafaxin gehört ein Blutdruckanstieg laut Fachinformation zu den am häufigsten berichteten Beschwerden nach dem Absetzen [11].
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Clonidin etwa sollte laut Packungsbeilage nicht plötzlich und/oder ersatzlos abgesetzt werden [25]. Auch blutdrucksenkende Medikamente sollen laut NVL-Patientenblatt regelmäßig und wie verordnet eingenommen und nicht eigenmächtig weggelassen werden [2]. Was bei einem Blutdruckanstieg geschieht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt: Steigt der Blutdruck unter Etoricoxib deutlich an, ist laut Fachinformation eine andere Behandlung zu erwägen [5]. Entwickelt sich unter einer kombinierten Pille ein anhaltender, deutlicher Bluthochdruck, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation das Absetzen der Pille in Erwägung ziehen [23]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Blutdruck messen. Nehmen Sie Kontrolltermine wahr, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wegen des Medikaments vorsieht [5, 11, 14, 16, 18]. Das NVL-Patientenblatt empfiehlt Menschen mit Bluthochdruck, den Blutdruck regelmäßig selbst zu messen [2]. Mehr zu Messwerten und Behandlung: Bluthochdruck.
Rezeptfreie Mittel ansprechen. Wenn Sie Bluthochdruck haben, fragen Sie vor der Einnahme rezeptfreier Schmerz-, Erkältungs- und Schnupfenmittel in der Apotheke oder Arztpraxis nach. Pseudoephedrinhaltige Mittel dürfen laut Packungsbeilage bei sehr hohem oder nicht durch Medikamente kontrolliertem Bluthochdruck nicht eingenommen werden [21, 28]. Werden Sie mit MAO-Hemmern oder anderen möglicherweise blutdrucksteigernden Arzneimitteln behandelt oder haben Sie eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Bluthochdruck, sollen Sie laut Packungsbeilage eines Xylometazolin-Nasensprays vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke sprechen; laut Fachinformation darf es dann nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden [19, 30]. Die Packungsbeilage von Methylphenidat bittet, die Ärztin, den Arzt oder die Apotheke auch über bestimmte Husten- und Erkältungsmittel mit Wirkstoffen zu informieren, die den Blutdruck beeinflussen können [13]. Mehr dazu: Wechselwirkungen und Verstopfte Nase durch Medikamente.
Bei vielen Medikamenten. Haben Sie Bluthochdruck und nehmen mehrere Medikamente ein, sollte laut NVL Hypertonie eine Medikationsanalyse durchgeführt und in die Planung der Behandlung einbezogen werden, gegebenenfalls interprofessionell (etwa gemeinsam mit der Apotheke) [1]. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig.
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die dort nicht angegeben sind; Sie können sie außerdem direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Über das Risiko unter Pseudoephedrin informierten die Zulassungsinhaber in Abstimmung mit der EMA und dem BfArM mit einem Rote-Hand-Brief [21]; mehr im Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Steigt der Blutdruck schnell und sehr stark an, kann laut NVL-Patientenblatt ein Notfall dahinterstecken [2]. Von einer Blutdruck-Entgleisung sprechen Fachleute, wenn der obere Wert über 180 mmHg und der untere über 110 mmHg liegt; mögliche Hinweise sind ein roter Kopf, Kopfschmerz, Schwindel und Übelkeit [2]. Treten keine schwerwiegenden Beschwerden auf, empfiehlt das Patientenblatt, ruhig zu bleiben und nach etwa 30 Minuten erneut zu messen; sind die Werte dann nicht besser oder halten die Beschwerden an, sollten Sie Ihre Arztpraxis anrufen oder aufsuchen [2]. Bei großer Unsicherheit hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117; besonders Schwangere brauchen bei so hohen Werten rasch ärztliche Hilfe [2].
Ein Notfall liegt vor, wenn der stark erhöhte Blutdruck Gehirn und weitere Organe schädigt; Anzeichen können Atemnot, starke Brustenge, Verwirrtheit, Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit sein [2]. Dann rufen Sie den Notruf 112 oder sorgen dafür, dass jemand anderes das tut [2]. Auch starke Brustschmerzen und Bewusstlosigkeit nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Fälle für die 112 [29].
Unter Pseudoephedrin wurden wenige Fälle eines posterioren reversiblen Enzephalopathiesyndroms (PRES) und eines reversiblen zerebralen Vasokonstriktionssyndroms (RCVS) berichtet, schwerer Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn; zu den Anzeichen gehören plötzliche, starke Kopfschmerzen oder Donnerschlagkopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfälle und/oder Sehstörungen [21]. Laut Packungsbeilage sollen Sie die Anwendung dann sofort beenden und unverzüglich ärztliche Hilfe suchen [28]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Bei Menschen mit einem Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) wurde nach Anwendung von Corticosteroiden laut Packungsbeilage von Prednisolon eine möglicherweise tödlich verlaufende Phäochromozytom-Krise berichtet, zum Beispiel mit stark erhöhtem Blutdruck, Kopfschmerzen, Schwitzen, Herzklopfen und Blasswerden der Haut [9].
Andere Ursachen
Nicht jeder hohe Blutdruck unter einem Medikament kommt vom Medikament. Bei vielen Menschen ist der Blutdruck dauerhaft zu hoch, ohne dass sich eine bestimmte Ursache finden lässt; Fachleute sprechen dann von einem essenziellen oder primären Bluthochdruck [3]. Bei etwa 5 von 100 Menschen mit zu hohem Blutdruck lässt sich eine Ursache feststellen, zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine verengte Nierenarterie [3]. Auch Stress oder Angst können den Blutdruck erhöhen, und bei den meisten Menschen nimmt er mit steigendem Alter etwas zu [3].
Die wichtigsten Risikofaktoren für Bluthochdruck sind laut IQWiG Übergewicht, eine salzreiche Ernährung, zu viel Alkohol, Rauchen und zu wenig Bewegung; es gibt aber auch eine familiäre Veranlagung [3]. Als häufigen Grund für einen plötzlich entgleisten Blutdruck nennt das NVL-Patientenblatt, dass blutdrucksenkende Medikamente nicht regelmäßig eingenommen oder weggelassen werden; auch Stress, seelische Probleme, Alkohol, Drogen oder Schmerzen können den Blutdruck in die Höhe treiben, ebenso andere Medikamente oder Hormonstörungen [2]. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Mehr dazu: Bluthochdruck und Adipositas.
Quellen
- Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-009). Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 1.0, 2023 (gültig bis 29.06.2028). abgerufen am 12.10.2026
- Leitlinie NVL Hypertonie, Patientenblatt "Was tun, wenn der Blutdruck plötzlich viel zu hoch ist?". Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (BÄK, KBV, AWMF), Redaktion ÄZQ. Stand 2023. abgerufen am 12.10.2026
- Bluthochdruck (Hypertonie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.05.2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Etoricoxib-ratiopharm® 30 mg/60 mg/90 mg/120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Etoricoxib-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2021. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Celecoxib-ratiopharm® 100 mg, 200 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Celecoxib-ratiopharm® 100 mg/200 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation IBU-ratiopharm® 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Predni H Tablinen 5 mg/20 mg/50 mg, Tabletten. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm® Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Bupropion-ratiopharm® 150 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm® Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm® Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atomoxetin-ratiopharm® Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Atomoxetin-ratiopharm® Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciclosporin Pro 100 mg Weichkapseln. TEVA GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ciclosporin Pro 25 mg/50 mg/100 mg Weichkapseln und 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen. TEVA GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NasenSpray-ratiopharm® Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm® 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Pseudoephedrin: Risiko für posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom und reversibles zerebrales Vasokonstriktionssyndrom. Zulassungsinhaber pseudoephedrinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 15.02.2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mayra 0,03 mg/2 mg Filmtabletten (Dienogest/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Mayra 0,03 mg/2 mg Filmtabletten (Dienogest/Ethinylestradiol). Exeltis Germany GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sumatriptan-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Clonidin-ratiopharm® 150 (150 Mikrogramm Tabletten). ratiopharm GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Clonidin-ratiopharm® 150. ratiopharm GmbH. Stand 09/2020. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lisdexamfetamin-ratiopharm® Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Grippostad® COMPLEX ASS/Pseudoephedrinhydrochlorid mit Orangenaroma 500 mg/30 mg Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 04/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation NasenSpray-ratiopharm® Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid 0,1 %). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente erhöhen den Blutdruck?
Laut IQWiG gehören dazu zum Beispiel bestimmte Mittel gegen psychische Erkrankungen, entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac und Ibuprofen, abschwellende Nasensprays oder -tropfen und östrogenhaltige Verhütungsmittel. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie nennt außerdem Immunsuppressiva, Antidepressiva und im ganzen Körper wirkendes Kortison (systemische Kortikosteroide). Welche Wirkstoffe mit Steckbrief einen Blutdruckanstieg nennen, zeigt die Tabelle auf dieser Seite. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Erhöhen Schmerzmittel wie Ibuprofen den Blutdruck?
Das ist möglich. Laut IQWiG erhöhen entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac und Ibuprofen manchmal den Blutdruck etwas. In der Fachinformation von Ibuprofen ist Bluthochdruck als sehr selten eingestuft, bei Etoricoxib ist erhöhter Blutdruck laut Packungsbeilage häufig. Außerdem können NSAR laut Fachinformationen die Wirkung von Blutdrucksenkern abschwächen. Wenn Sie Bluthochdruck haben, fragen Sie vor der Einnahme in der Arztpraxis oder Apotheke nach.
Können Nasensprays den Blutdruck erhöhen?
Ja, abschwellende Nasensprays oder -tropfen können laut IQWiG den Blutdruck etwas erhöhen. In der Packungsbeilage eines Xylometazolin-Nasensprays ist ein Blutdruckanstieg als selten eingestuft. Dort steht auch, dass der Blutdruck zusammen mit bestimmten Antidepressiva oder anderen blutdrucksteigernden Arzneimitteln steigen kann. Mittel mit Pseudoephedrin gegen eine verstopfte Nase dürfen laut Rote-Hand-Brief vom 15. Februar 2024 bei schwerem oder nicht eingestelltem Bluthochdruck nicht angewendet werden.
Erhöht die Pille den Blutdruck?
Das ist möglich. Laut IQWiG können östrogenhaltige Verhütungsmittel wie viele Antibabypillen den Blutdruck etwas erhöhen. Laut Fachinformation einer Pille mit Dienogest und Ethinylestradiol wurde bei vielen Frauen ein geringer Blutdruckanstieg berichtet, klinisch relevante Erhöhungen sind dagegen selten. Vor der ersten Einnahme misst die Ärztin oder der Arzt den Blutdruck. Steigt er während der Einnahme anhaltend deutlich an, entscheidet sie oder er über das weitere Vorgehen.
Woran merke ich, dass ein Medikament meinen Blutdruck erhöht?
Oft gar nicht: Ein erhöhter Blutdruck ist laut IQWiG meistens nicht zu spüren. Die Packungsbeilage von Venlafaxin weist darauf hin, dass ein Blutdruckanstieg zu den Nebenwirkungen gehört, die Sie möglicherweise nicht erkennen. Die Produktinformationen mehrerer Mittel sehen Blutdruckkontrollen vor, etwa bei Etoricoxib, Venlafaxin, Methylphenidat, Atomoxetin und Ciclosporin.
Darf ich ein Blutdruck-erhöhendes Medikament einfach absetzen?
Nein. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Manche Mittel können beim plötzlichen Absetzen selbst den Blutdruck steigen lassen: Bei Clonidin kann es dann laut Packungsbeilage zu einem überschießenden Blutdruckanstieg kommen. Bei Venlafaxin gehört ein Blutdruckanstieg laut Fachinformation zu den häufigsten Absetzbeschwerden. Ausnahme: Bei Anzeichen eines PRES oder RCVS unter Pseudoephedrin verlangt die Packungsbeilage, die Einnahme sofort zu beenden; holen Sie dann in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
Wann ist ein hoher Blutdruck ein Notfall?
Laut Patientenblatt der Nationalen VersorgungsLeitlinie Hypertonie liegt ein Notfall vor, wenn der stark erhöhte Blutdruck Gehirn und andere Organe schädigt. Anzeichen können Atemnot, starke Brustenge, Verwirrtheit, Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit sein; dann rufen Sie den Notruf 112. Steigt der Blutdruck ohne solche Beschwerden über 180 zu 110 mmHg, empfiehlt das Patientenblatt, Ruhe zu bewahren und nach einer halben Stunde erneut zu messen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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ImpfungenMögliche Reaktionen und Nebenwirkungen nach Impfungen, je Impfstoff aus der Fachinformation.