MedikamenteWirkstoff
Levonorgestrel (Mirena): Nebenwirkungen der Hormonspirale
Mirena ist eine verschreibungspflichtige Hormonspirale mit dem Gestagen Levonorgestrel; sie wird zur Empfängnisverhütung und bei zu starker Regelblutung angewendet. Sehr häufig verändert sich das Blutungsmuster; auch Kopfschmerzen sowie Bauch- oder Beckenschmerzen sind sehr häufig. Häufig wird die Spirale ganz oder teilweise ausgestoßen, gelegentlich durchstößt sie die Gebärmutter. Bei anhaltenden Unterbauchschmerzen, Fieber oder Zeichen einer Durchstoßung suchen Sie sofort bzw. unverzüglich ärztliche Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Bauchschmerzen oder Schmerzen im Becken[1, 2]
- Sehr häufig: Veränderung des Blutungsmusters: verstärkte oder verminderte Blutung (Hyper- oder Hypomenorrhoe), Schmierblutungen, seltene Blutungen (Oligomenorrhoe) und Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe)[1, 2]
- Sehr häufig: Entzündung von Scheide und äußerem Genital (Vulvovaginitis)[1, 2]
- Sehr häufig: Scheidenausfluss (Genitalausfluss)[1, 2]
- Häufig: Depressive Stimmung, Depression[1, 2]
- Häufig: Libidoabnahme (weniger Lust auf Sex)[1, 2]
- Häufig: Migräne[1, 2]
- Häufig: Schwindel[1, 2]
- Häufig: Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Akne[1, 2]
- Häufig: Übermäßiger Haarwuchs mit männlichem Verteilungsmuster (Hirsutismus)[1, 2]
- Häufig: Rückenschmerzen[1, 2]
- Häufig: Infektionen des oberen Genitaltrakts[1, 2]
- Häufig: Eierstockzysten (Ovarialzysten)[1, 2]
- Häufig: Regelschmerzen (Dysmenorrhoe)[1, 2]
- Häufig: Schmerzen in der Brust[1, 2]
- Häufig: Ausstoßung von Mirena, vollständig oder teilweise; laut Fachinformation sehr häufig, wenn die Spirale sofort nach der Entbindung eingelegt wird (Schätzungen in der Literatur: 10 bis 44 Prozent)[1, 2]
- Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
Wofür wird Levonorgestrel als Hormonspirale eingesetzt?
Mirena ist ein Intrauterinpessar ("Spirale") mit Hormonabgabe. Es wird zur Empfängnisverhütung und bei zu starker Regelblutung angewendet (idiopathische Hypermenorrhoe) [1, 2]. Vor der ersten Monatsblutung ist eine Anwendung nicht angezeigt, und für Frauen nach den Wechseljahren gibt es keine Indikation [1]. Mirena ist verschreibungspflichtig und wird von einer Ärztin oder einem Arzt eingelegt. Vorher werden Sie im Rahmen eines Einverständnisverfahrens über die Risiken aufgeklärt und erhalten dafür einen speziellen Aufklärungsbogen; die Spirale wird nur eingesetzt, wenn Sie ihn unterschrieben haben [1, 2]. Wie das Einlegen abläuft, beschreibt die Seite Hormonspirale.
Diese Seite beschreibt nur die Hormonspirale Mirena. Levonorgestrel ist laut Embryotox auch in der "Pille danach" enthalten [3]; Mirena selbst ist laut Packungsbeilage nicht zur Notfallverhütung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr geeignet [1]. Für Pillen mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol gibt es die Seite Levonorgestrel/Ethinylestradiol; einen Überblick über hormonelle Methoden bietet die Seite Hormonelle Verhütungsmittel.
Wie wirkt die Hormonspirale mit Levonorgestrel?
Mirena gibt das Gestagen Levonorgestrel direkt in die Gebärmutterhöhle ab. Die Spirale enthält 52 mg Levonorgestrel; die Freisetzung ist im ersten Jahr am höchsten und nimmt danach ab [1, 2]. Laut Fachinformation beruht die Wirkung darauf, dass das Hormon örtlich in der Gebärmutter wirkt: Es hemmt stark das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut, macht den Schleim am Gebärmutterhals zäher und erschwert so den Spermien den Durchtritt, und es beeinträchtigt die Beweglichkeit und Funktion der Spermien. Bei einigen Frauen wird zusätzlich der Eisprung gehemmt [2]. In der Regel hemmt Mirena den Eisprung laut Packungsbeilage nicht [1].
Mehr als 90 Prozent des freigesetzten Levonorgestrels gelangen laut Fachinformation in den Blutkreislauf. Die hohe örtliche Konzentration in der Gebärmutter führt aber zu niedrigen Konzentrationen im Blut [2]. Die tägliche Levonorgestrel-Dosis und die Konzentration im Blut sind laut Packungsbeilage unter Mirena niedriger als bei allen anderen hormonalen Verhütungsmitteln [1]. Wie lange Mirena wirksam ist, hängt vom Anwendungsgebiet ab; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Nebenwirkungen treten häufiger während der ersten Monate nach dem Einlegen auf und klingen bei längerer Anwendung in der Regel ab [1, 2]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Anwenderinnen, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit nicht abschätzen [1, 2]. Laut Fachinformation beruhen die Häufigkeiten auf klinischen Studien mit 5.091 Frauen; eine separate Studie mit 362 Frauen zeigte in den Jahren 6 bis 8 ein unverändertes Nebenwirkungsprofil [2]. Erklärungen dazu bietet der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Blutungen: Bei allen Frauen, die Mirena anwenden, verändert sich die Monatsblutung: Sie kann häufiger, länger, kürzer oder stärker sein; Zwischen- oder Schmierblutungen sind möglich, ebenso seltenere Blutungen oder ein völliges Ausbleiben [1]. Seltene Regelblutungen oder ihr Ausbleiben stellen sich bei etwa 20 Prozent der Anwenderinnen ein; im ersten Jahr blieben die Blutungen in klinischen Studien bei 17 Prozent der Frauen mindestens drei Monate lang aus [1, 2]. Spätestens 6 Wochen nach dem erstmaligen Ausbleiben der Periode muss an eine Schwangerschaft gedacht und dies überprüft werden [1]. Mehr dazu auf der Seite Zyklusstörungen.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Magen und DarmBauchschmerzen oder Schmerzen im Becken[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustVeränderung des Blutungsmusters: verstärkte oder verminderte Blutung (Hyper- oder Hypomenorrhoe), Schmierblutungen, seltene Blutungen (Oligomenorrhoe) und Ausbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustEntzündung von Scheide und äußerem Genital (Vulvovaginitis)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustScheidenausfluss (Genitalausfluss)[1, 2]
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheDepressive Stimmung, Depression[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- PsycheLibidoabnahme (weniger Lust auf Sex)[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- NervensystemMigräne[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Gefäße und KreislaufSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- HautAkne[1, 2]Mehr dazu: Akne
- HautÜbermäßiger Haarwuchs mit männlichem Verteilungsmuster (Hirsutismus)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Rückenschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustInfektionen des oberen Genitaltrakts[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustEierstockzysten (Ovarialzysten)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustRegelschmerzen (Dysmenorrhoe)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustSchmerzen in der Brust[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Geschlechtsorgane und BrustAusstoßung von Mirena, vollständig oder teilweise; laut Fachinformation sehr häufig, wenn die Spirale sofort nach der Entbindung eingelegt wird (Schätzungen in der Literatur: 10 bis 44 Prozent)[1, 2]
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- HautHaarausfall (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- HautVerfärbung der Haut, vor allem im Gesicht und am Hals (Chloasma, sogenannte Schwangerschaftsflecken), verstärkte Pigmentierung der Haut[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
- Geschlechtsorgane und BrustDurchstoßung der Gebärmutter (Perforation); in klinischen Studien ohne stillende Frauen war sie laut Fachinformation selten[1, 2]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria) und plötzlich auftretender Schwellungen der Haut oder Schleimhäute (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhter Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- Geschlechtsorgane und BrustBrustkrebs: Es wurde über Fälle berichtet[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Eine Entzündung im kleinen Becken kann schwerwiegende Folgen haben und zum Beispiel die Fruchtbarkeit einschränken oder das Risiko für eine Bauchhöhlenschwangerschaft erhöhen; äußerst selten kann in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Einlegen eine schwerwiegende Infektion oder Sepsis auftreten [1]. Eine Spirale, die die Gebärmutter durchstoßen hat, kann eine Schwangerschaft nicht wirksam verhüten und muss unverzüglich entfernt werden; dafür kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Rückholfäden kontrollieren: Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt sollte Ihnen zeigen, wie Sie die Rückholfäden selbst ertasten können. Ziehen Sie nicht daran. Können Sie die Fäden nicht fühlen, kann das ein Zeichen für eine Ausstoßung oder Durchstoßung sein: Verwenden Sie dann beim Geschlechtsverkehr eine Barrieremethode wie ein Kondom und suchen Sie Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt auf [1]. Empfohlen werden Binden; Tampons oder Menstruationstassen wechseln Sie vorsichtig, um nicht an den Fäden zu ziehen [1].
Nachuntersuchungen: Eine Nachuntersuchung ist 4 bis 12 Wochen nach dem Einlegen vorgesehen, danach einmal jährlich oder bei Beschwerden häufiger. Bringen Sie die Patientinnenerinnerungskarte zu jedem Termin mit und erinnern Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt daran, dass bei Ihnen eine Mirena liegt, vor allem wenn sie oder er die Spirale nicht selbst eingelegt hat [1].
Stimmung, Haut und Gewicht: Depressive Stimmung, Akne und Gewichtszunahme gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Treten Stimmungsschwankungen und depressive Beschwerden auf, lassen Sie sich so rasch wie möglich ärztlich beraten [1]. Weitere Informationen bieten die Seiten Depression, Akne und Gewichtszunahme.
Eierstockzysten: Nach dem Einlegen kann es zu vergrößerten Follikeln kommen, die sich klinisch nicht von Eierstockzysten unterscheiden lassen; Eierstockzysten wurden bei etwa 7 Prozent der Anwenderinnen festgestellt. Meistens verursachen sie keine Beschwerden, in einigen Fällen aber Schmerzen im Unterbauch oder beim Geschlechtsverkehr. In den meisten Fällen bilden sie sich innerhalb von 2 bis 3 Monaten zurück; sonst sind Ultraschallkontrollen zu empfehlen [1, 2].
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen möchten [1]. Laut Fachinformation können Mittel, die bestimmte Leberenzyme anregen (etwa einige Mittel gegen Epilepsie, Rifampicin oder Johanniskraut), den Abbau von Levonorgestrel beschleunigen. Wie stark das die Verhütungswirkung beeinflusst, ist nicht bekannt; wegen der örtlichen Wirkung wird nicht angenommen, dass dieser Einfluss von großer Bedeutung ist [2]. Bestimmte Pilzmittel und Antibiotika, Verapamil, Diltiazem und Grapefruitsaft können die Konzentration des Gestagens im Blut erhöhen [2]. Allgemeines lesen Sie im Ratgeber Pille und Antibiotika.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel, die bestimmte Leberenzyme anregen, z. B. Phenytoin, Barbiturate, Primidon, Carbamazepin, Rifampicin, möglicherweise auch Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat, Griseofulvin und Johanniskraut | Levonorgestrel kann schneller abgebaut werden; wie sich das auf die Verhütungswirkung auswirkt, ist nicht bekannt, wegen der örtlichen Wirkung wird laut Fachinformation nicht angenommen, dass dieser Einfluss von großer Bedeutung ist[1, 2] | Ärztin oder Arzt über alle Arzneimittel informieren |
| Viele HIV- und Hepatitis-C-Mittel (Protease-Hemmer, nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer) | Können die Konzentration des Gestagens im Blut erhöhen oder verringern[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Starke und mäßig starke CYP3A4-Hemmer wie Pilzmittel (z. B. Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol), Verapamil, Makrolid-Antibiotika (z. B. Clarithromycin, Erythromycin), Diltiazem und Grapefruitsaft | Können die Konzentration des Gestagens im Blut erhöhen[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer die Hormonspirale nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Mirena darf unter anderem nicht eingelegt werden bei einer bestehenden oder vermuteten Schwangerschaft, bei Entzündungen im kleinen Becken oder an den Geschlechtsorganen, bei hormonabhängigen Tumoren wie Brustkrebs, bei Gebärmutterblutungen unbekannter Ursache und bei akuten Lebererkrankungen oder Lebertumoren [1, 2]. Das Risiko einer Durchstoßung ist bei stillenden Frauen und bei Frauen bis 36 Wochen nach einer Geburt erhöht; laut Fachinformation lag es in einer großen Beobachtungsstudie mit Anwenderinnen von Hormon- und Kupferspiralen innerhalb eines Jahres bei stillenden Frauen mit Einlage bis 36 Wochen nach der Entbindung bei 5,6 pro 1.000 Einlagen, bei nicht stillenden Frauen mit Einlage nach mehr als 36 Wochen bei 0,7 pro 1.000 [1, 2]. Klinische Erfahrungen mit Diabetikerinnen liegen nur begrenzt vor; der Blutzucker sollte vor allem in der Anfangsphase streng überwacht werden [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Levonorgestrel oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Bestehende oder vermutete Schwangerschaft[1, 2]
- Bestehende oder vermutete Tumoren, die von Geschlechtshormonen abhängen (z. B. Brustkrebs)[1, 2]
- Bestehende oder wiederkehrende Entzündungen im kleinen Becken (PID)[1, 2]
- Gebärmutterhalsentzündung; Entzündung der inneren oder äußeren Geschlechtsorgane[1, 2]
- Entzündung der Gebärmutterschleimhaut nach einer Entbindung oder, innerhalb der letzten drei Monate, nach einer Fehlgeburt[1, 2]
- Erkrankungen und Zustände mit höherem Entzündungsrisiko, z. B. Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem beeinträchtigen[1, 2]
- Krankhafte Zellveränderungen am Gebärmutterhals (Zervixdysplasie)[1, 2]
- Bösartige Erkrankung der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses oder Verdacht darauf[1, 2]
- Unregelmäßige Gebärmutterblutungen unbekannter Ursache[1, 2]
- Angeborene oder erworbene Fehlbildung der Gebärmutter einschließlich gutartiger Muskelgeschwülste (Myome), wenn sie die Gebärmutterhöhle verformen[1, 2]
- Akute Lebererkrankungen oder Lebertumoren[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Strenge ärztliche Prüfung vor der Anwendung oder gegebenenfalls Entfernung bei Migräne, Verstärkung einer Migräne oder fokaler Migräne mit asymmetrischem Sehverlust und anderen Zeichen einer vorübergehenden Minderdurchblutung des Gehirns, außergewöhnlich starken Kopfschmerzen, Gelbsucht, deutlicher Blutdrucksteigerung, schweren arteriellen Gefäßerkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt sowie akuten venösen Erkrankungen wie tiefer Beinvenenthrombose[1, 2]
- Angeborene Herzkrankheiten oder Herzklappenfehler (Zustände, die eine sehr starke Vermehrung von Bakterien im Blut begünstigen können)[1, 2]
- Diabetes: Der Blutzucker sollte vor allem in der Anfangsphase streng überwacht werden[1, 2]
- Stillende Frauen und Frauen bis 36 Wochen nach einer Geburt: erhöhtes Risiko einer Durchstoßung der Gebärmutter; bei einer Lageanomalie der Gebärmutter (z. B. dauerhaft nach hinten geneigte Gebärmutter) kann es ebenfalls erhöht sein; nach einer Entbindung frühestens nach sechs Wochen einlegen, wenn sich die Gebärmutter vollständig zurückgebildet hat[1, 2]
- Übergewicht zum Zeitpunkt der Einlage oder starke Regelblutungen in der Vorgeschichte: Ausstoßung wahrscheinlicher; ein hohes Risiko besteht, wenn die Spirale unmittelbar nach der Geburt eingelegt wird[1, 2]
- Frühere Bauchhöhlenschwangerschaft, Operation an den Eileitern oder Entzündungen im kleinen Becken: besonders gefährdet für eine Bauchhöhlenschwangerschaft[1, 2]
- Wechselnde Sexualpartner: bekannter Risikofaktor für Entzündungen im kleinen Becken; Kondome können das Risiko sexuell übertragbarer Infektionen verringern[1, 2]
- Epilepsie: Bei Einlage oder Entfernen kann ein Anfall ausgelöst werden[1, 2]
- Jugendliche unter 18 Jahren: nicht untersucht; nach den Wechseljahren gibt es keine Indikation[1, 2]
- Mirena ist nicht zur Empfängnisverhütung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr (Notfallverhütung) geeignet[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Tritt unter Mirena eine Schwangerschaft auf, informieren Sie umgehend Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt [1]. Wird eine Frau unter Mirena schwanger, ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft entwickelt [1, 2]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Angaben, Studien zur Verkehrstüchtigkeit wurden nicht durchgeführt [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox zu Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3].
Schwangerschaft
Bei bestehender oder vermuteter Schwangerschaft darf Mirena nicht eingelegt werden. Tritt unter Mirena eine Schwangerschaft auf, informieren Sie umgehend Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt; Mirena sollte entfernt werden. Das Entfernen kann zur vorzeitigen Beendigung der Schwangerschaft führen; verbleibt Mirena, ist das Risiko für eine Fehlgeburt und für vorzeitig einsetzende Wehen erhöht. Eine Bauchhöhlenschwangerschaft muss ausgeschlossen werden. Es gab vereinzelte Berichte über Auswirkungen auf die Genitalien weiblicher Babys, die im Mutterleib levonorgestrelhaltigen Spiralen ausgesetzt waren.[1, 2]
Laut Embryotox ergaben die Erfahrungen mit Gestagenen in der Frühschwangerschaft, vor allem aus der versehentlichen Anwendung von Pillen, die den Eisprung hemmen, keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Über das Vorgehen, wenn unter einer liegenden Hormonspirale eine Schwangerschaft eintritt, muss laut Embryotox individuell entschieden werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Levonorgestrel wurde bei Anwenderinnen von Mirena in der Muttermilch nachgewiesen; ein gestilltes Kind nimmt etwa 0,1 Prozent der Levonorgestreldosis auf. Laut Packungsbeilage ist es nicht wahrscheinlich, dass die freigesetzte Dosis ein Risiko für das Kind mit sich bringt; Hinweise auf schwerwiegende negative Auswirkungen auf Wachstum oder Entwicklung gibt es nicht, wenn Mirena sechs Wochen nach der Entbindung angewendet wird. Menge und Qualität der Muttermilch werden nach den vorliegenden Daten nicht nachteilig beeinflusst. In seltenen Fällen wurde über Gebärmutterblutungen bei stillenden Anwenderinnen berichtet.[1, 2]
Embryotox zählt gestagenhaltige Spiralen zu den Mitteln der ersten Wahl für die hormonale Verhütung in der Stillzeit; mit der Anwendung kann laut Embryotox sechs bis acht Wochen nach der Entbindung begonnen werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Studien zur Verkehrstüchtigkeit und zum Bedienen von Maschinen wurden nicht durchgeführt.[1, 2]
Einnahme
Mirena wird von einer erfahrenen Ärztin oder einem erfahrenen Arzt in die Gebärmutter eingelegt; vorher wird eine Schwangerschaft ausgeschlossen. Bei Einlage und Entfernen kann es zu Schmerzen und Blutungen kommen; eine kurze Ohnmacht ist möglich. Eine Nachuntersuchung ist 4 bis 12 Wochen nach der Einlage vorgesehen, danach einmal jährlich oder bei Beschwerden häufiger.[1, 2]
Die Rückholfäden regelmäßig selbst ertasten, ohne daran zu ziehen. Empfohlen werden Binden; Tampons oder Menstruationstassen vorsichtig wechseln, um nicht an den Fäden zu ziehen. Die Patientinnenerinnerungskarte zu jedem Arzttermin mitbringen.[1]
Absetzen
Mirena darf nur von einer Ärztin oder einem Arzt entfernt werden. Ist keine Schwangerschaft gewünscht, sollte sie nicht nach dem siebten Tag des Zyklus entfernt werden, es sei denn, Sie verwenden mindestens sieben Tage vorher andere Verhütungsmittel (z. B. Kondome). Haben Sie keine Regelblutung, sollten Sie mindestens sieben Tage vor dem Entfernen eine Barrieremethode zur Verhütung anwenden. Eine neue Mirena kann sofort nach dem Entfernen eingesetzt werden; dann ist kein zusätzlicher Schutz erforderlich. Nach dem Entfernen erreichen Frauen wieder die gleiche Fruchtbarkeit wie zuvor.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die Wirkstoffmenge, die Wirkdauer und den Zeitpunkt, zu dem Mirena eingelegt wird [1]. Eingelegt und entfernt wird die Spirale immer von einer Ärztin oder einem Arzt [1].
Einlegen, Wechsel und Entfernen
Vor dem Einlegen sollten Sie eine frauenärztliche Untersuchung mit Zellabstrich vom Gebärmutterhals und eine Untersuchung der Brust vornehmen und eine Schwangerschaft ausschließen lassen; ebenso sollten Entzündungen und Tumoren der Gebärmutter ausgeschlossen sein [1]. Beim Einlegen und Entfernen kann es zu Schmerzen und Blutungen kommen. Infolge einer Kreislaufstörung ist eine kurze Ohnmacht möglich, und bei Epileptikerinnen kann ein Anfall ausgelöst werden [1].
Mirena darf nur von einer Ärztin oder einem Arzt entfernt werden; eine neue Mirena kann sofort danach eingesetzt werden [1]. Möchten Sie nicht schwanger werden, sollte die Spirale nicht nach dem siebten Tag des Zyklus entfernt werden, es sei denn, Sie verwenden mindestens sieben Tage vorher andere Verhütungsmittel wie Kondome [1]. Nach dem Entfernen erreichen Frauen wieder die gleiche Fruchtbarkeit wie zuvor [1, 2]. Überlegen Sie sich rechtzeitig vor dem Entfernen, wie Sie danach verhüten möchten, und besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Präparate mit Levonorgestrel als Hormonspirale
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Mirena, beide mit Stand Juli 2026 [1, 2]. Für andere Präparate mit Levonorgestrel gelten deren eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Mirena | Bayer Vital GmbH | verschreibungspflichtig; Intrauterinpessar mit Hormonabgabe, 52 mg Levonorgestrel; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mirena, 52 mg, Intrauterinpessar mit Hormonabgabe. Bayer Vital GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Mirena, 52 mg, Intrauterinpessar mit Hormonabgabe. Bayer Vital GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Gestagene. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie lange kann Mirena liegen bleiben?
Wie lange Mirena wirksam ist und wann sie spätestens entfernt oder ersetzt werden sollte, hängt laut Packungsbeilage vom Anwendungsgebiet ab (Empfängnisverhütung oder zu starke Regelblutung). Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung. Entfernt wird Mirena nur von einer Ärztin oder einem Arzt; eine neue Mirena kann sofort danach eingesetzt werden.
Bleibt mit Mirena die Periode aus?
Bei allen Frauen, die Mirena anwenden, verändert sich die Monatsblutung. Seltene Regelblutungen oder ein Ausbleiben der Blutung stellen sich bei etwa 20 Prozent der Anwenderinnen ein; in klinischen Studien blieb die Blutung im ersten Jahr bei 17 Prozent der Frauen mindestens drei Monate lang aus. Spätestens 6 Wochen nach dem erstmaligen Ausbleiben der Periode muss an eine Schwangerschaft gedacht und dies überprüft werden.
Kann die Hormonspirale herausrutschen?
Ja, eine vollständige oder teilweise Ausstoßung ist häufig, betrifft also bis zu 1 von 10 Anwenderinnen. Wahrscheinlicher ist sie bei Übergewicht zum Zeitpunkt der Einlage oder bei starken Regelblutungen in der Vorgeschichte; ein hohes Risiko besteht, wenn die Spirale unmittelbar nach der Geburt eingelegt wird. Anzeichen können Blutungen oder Schmerzen sein, die Ausstoßung kann aber auch unbemerkt bleiben. Kontrollieren Sie regelmäßig die Rückholfäden.
Woran erkenne ich, dass die Spirale die Gebärmutter durchstoßen hat?
Mögliche Anzeichen sind starke Schmerzen oder stärkere Schmerzen als erwartet, starke Blutungen nach der Einlage, Schmerzen oder Blutungen über mehr als ein paar Wochen, plötzliche Veränderungen der Monatsblutung, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und nicht mehr tastbare Rückholfäden. Suchen Sie dann unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf und sagen Sie, dass Mirena eingelegt wurde. Das Risiko ist bei stillenden Frauen und bis 36 Wochen nach einer Geburt erhöht.
Macht Mirena depressiv oder dick?
Depressive Stimmung oder Depression und Gewichtszunahme gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, betreffen also bis zu 1 von 10 Anwenderinnen. Depressionen können schwerwiegend sein und gelegentlich zu Selbsttötungsgedanken führen. Treten Stimmungsschwankungen und depressive Beschwerden auf, lassen Sie sich so rasch wie möglich ärztlich beraten.
Darf ich mit Mirena stillen?
Levonorgestrel wurde bei Anwenderinnen von Mirena in der Muttermilch nachgewiesen; ein gestilltes Kind nimmt etwa 0,1 Prozent der Levonorgestreldosis auf. Laut Packungsbeilage ist ein Risiko für das Kind nicht wahrscheinlich, und Menge und Qualität der Muttermilch werden nach den vorliegenden Daten nicht nachteilig beeinflusst. Embryotox zählt gestagenhaltige Spiralen zu den Mitteln der ersten Wahl für die hormonale Verhütung in der Stillzeit; beachten Sie aber, dass das Risiko einer Durchstoßung bei stillenden Frauen erhöht ist.
Ist Mirena dasselbe wie die "Pille danach"?
Nein. Mirena ist laut Packungsbeilage nicht zur Notfallverhütung nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr geeignet. Levonorgestrel ist laut Embryotox zwar auch in der "Pille danach" enthalten, für sie gilt aber eine eigene Packungsbeilage. Diese Seite beschreibt nur die Hormonspirale Mirena.
Erhöht Mirena das Brustkrebsrisiko?
Einige wissenschaftliche Studien deuten laut Packungsbeilage auf ein geringfügig erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Levonorgestrel-Hormonspiralen hin, andere Studien nicht. Es wurde über Fälle von Brustkrebs berichtet; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Bei bestehendem oder vermutetem hormonabhängigem Krebs wie Brustkrebs darf Mirena nicht eingelegt werden; haben Sie Bedenken, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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