NebenwirkungenNebenwirkung

Akne durch Medikamente

Akne kann als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten: Laut IQWiG können bestimmte Hormonbehandlungen wie Anabolika und Medikamente wie Kortison Akne hervorrufen und verstärken; auch bestimmte Mittel gegen Epilepsie können sie fördern. Die Packungsbeilagen nennen Akne zum Beispiel bei Glucocorticoiden wie Prednisolon, bei Minipillen mit Desogestrel oder Drospirenon, bei Testosteron, Lithium (österreichische Packungsbeilage), Ciclosporin, Oxcarbazepin und dem JAK-Hemmer Upadacitinib. Sprechen Sie neue oder stärker werdende Pickel bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Junger Mann mit hellbraunem Haar betrachtet am Morgen in einem hellen Badezimmer einige kleine Pickel auf seiner Wange
Bild: KI-generiert

Manche Medikamente können Akne auslösen oder eine bestehende Akne verstärken. Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gilt das etwa für bestimmte Hormonbehandlungen wie Anabolika (Mittel zum Muskelaufbau) und für Medikamente wie Kortison; auch bestimmte Mittel gegen Epilepsie können Akne fördern [1]. Ebenso nennt gesund.bund.de Hormonpräparate, Kortison und Mittel gegen Epilepsie [2]. Akne entsteht, wenn Talgdrüsen der Haut verstopfen: Es bilden sich Mitesser (Komedonen), aus denen entzündete Aknepickel werden können [1]. Sie tritt vor allem dort auf, wo es besonders viele Talgdrüsen gibt: im Gesicht, auf Brust, Rücken und Schultern [1]. In den Packungsbeilagen steht dafür zum Beispiel "Akne", bei einer Kortisoncreme auch "Steroidakne" [4, 6].

Welche Medikamente Akne auslösen können

Die Beispiele stammen aus Packungsbeilagen und Fachinformationen. Jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Glucocorticoide (Kortison): In der Packungsbeilage von Prednisolon-Tabletten stehen Akne und entzündliche Hautveränderungen im Gesicht, besonders um Mund, Nase und Augen, unter den Nebenwirkungen einer Behandlung mit höheren Dosen als beim Hormonersatz. Sie hängen laut Packungsbeilage sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab, deshalb ist keine Häufigkeit angegeben; beim Hormonersatz ist das Risiko für Nebenwirkungen bei Beachtung der empfohlenen Dosierungen gering [4]. Auch die Packungsbeilage von Dexamethason-Tabletten führt Akne und entzündliche Hautveränderungen im Gesicht auf, ohne Häufigkeitsangabe [5].
  • Kortison zum Auftragen: Bei einer Creme mit Triamcinolon kann es laut Packungsbeilage bei einer Anwendung länger als 4 Wochen, auf mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche oder unter luftdicht abschließenden Verbänden unter anderem zu Steroidakne, einer Entzündung der Haarbälge und einer Entzündung um den Mund kommen; eingestuft ist das als gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) [6].
  • Hormonelle Verhütung: Die Packungsbeilagen der Minipillen mit Desogestrel und mit Drospirenon nennen Akne als häufig (bis zu 1 von 10 Frauen) [7, 8]. Beide sind reine Gestagen-Pillen: Im Gegensatz zur kombinierten Pille enthalten sie kein Östrogen [7, 8]. Weitere hormonelle Verhütungsmittel zeigt die Tabelle.
  • Testosteron: Bei einem Testosteron-Gel zur Behandlung von Männern mit Testosteronmangel nennt die Packungsbeilage Akne und fettige Haut (Seborrhoe) als gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) [9]. Bei wiederholtem oder längerem Körperkontakt kann das Gel auf andere Personen übertragen werden; bekommen sie danach Vermännlichungserscheinungen wie Akne, sollen sie sich laut Packungsbeilage an eine Ärztin oder einen Arzt wenden [9].
  • Lithium: Die österreichische Packungsbeilage von Quilonorm retard nennt Akne und eine Entzündung der Haarwurzeln; die Häufigkeit ist dort als nicht bekannt angegeben [10]. In Deutschland ist für denselben Zulassungsinhaber, die Teofarma S.r.l., Quilonum retard 450 mg Retardtabletten zugelassen [11]; die deutsche Fach- und Gebrauchsinformation kann in Einzelheiten abweichen.
  • Mittel gegen Epilepsie: Für Oxcarbazepin nennt die Packungsbeilage Akne als häufig (bis zu 1 von 10); diese weiteren Nebenwirkungen sind laut Packungsbeilage normalerweise leicht bis mäßig, die meisten sind vorübergehend und gehen normalerweise im Laufe der Zeit zurück [13]. Auch bei Gabapentin ist Akne in der Packungsbeilage als häufig eingestuft [14]. Bei Valproinsäure steht Akne als gelegentlich (bis zu 1 von 100) zusammen mit übermäßiger Körperbehaarung vor allem bei Frauen (Hirsutismus), einem maskulinen Aussehen einer Frau (Virilismus) und Glatzenbildung wie bei Männern [15].
  • Ciclosporin: Das Mittel vermindert die Immunreaktionen des Körpers (Immunsuppressivum) und wird laut Packungsbeilage nach Transplantationen und bei bestimmten Autoimmunerkrankungen eingesetzt, etwa bei schweren Fällen von Neurodermitis (atopischer Dermatitis) und Schuppenflechte. Akne ist dort als häufig eingestuft [12].
  • Upadacitinib: Für diesen JAK-Hemmer nennt die Packungsbeilage Akne als sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten) [17]. In den Studien zur atopischen Dermatitis gehörte Akne laut Fachinformation zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen; in den Studien zu rheumatologischen Erkrankungen, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn trat sie häufig auf [17].

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Akne nennt:

Akne als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
UpadacitinibSehr häufigAkne; laut Fachinformation in den Studien zu rheumatologischen Erkrankungen, Colitis ulcerosa und Morbus Crohn häufig
CiclosporinHäufigAkne
DesogestrelHäufigAkne
DienogestHäufigAkne, Haarausfall
DrospirenonHäufigAkne
Etonogestrel/Ethinylestradiol (Vaginalring)HäufigAkne
GabapentinHäufigAnschwellen des Gesichts, Blutergüsse (meist nach Verletzungen), Ausschlag, Juckreiz, Akne
LeuprorelinHäufigBei Kindern mit vorzeitiger Pubertät: Akne · Bei Frauen (Enantone-Gyn): Juckreiz, Veränderung der Kopf- oder Körperbehaarung (Abnahme oder Zunahme), Akne, trockene Haut
LevonorgestrelHäufigAkne
MedroxyprogesteronHäufigAkne, Haarausfall, Hautausschlag
MycophenolsäureHäufigAkne
OxcarbazepinHäufigAusschlag, Haarausfall und Akne
PembrolizumabHäufigRoter, erhabener Hautausschlag, manchmal mit Blasen; Hautentzündung; fleckförmige Entfärbung der Haut (Weißfleckenkrankheit, Vitiligo); trockene, juckende Haut; Haarausfall; akneähnliche Hautprobleme
RituximabHäufigBei GPA oder MPA: Hautausschläge einschließlich Akne oder Flecken auf der Haut
TacrolimusHäufigJuckreiz, Ausschlag, Haarausfall, Akne, verstärktes Schwitzen
TrastuzumabHäufigAkne
VedolizumabHäufigAkne (Pickel)
AzelainsäureGelegentlichVermehrte Talgproduktion (Seborrhoe), Akne und Aufhellung der Haut (Depigmentierung)
Dienogest/EthinylestradiolGelegentlichAkne, Haarausfall (Alopezie), Hautausschlag, Juckreiz
PaliperidonGelegentlichNesselsucht, Juckreiz, Hautausschlag, Haarausfall, Ekzem, trockene Haut, Hautrötung, Akne
PravastatinGelegentlichJuckreiz, Pickel, Nesselsucht und Ausschlag
PrednisonGelegentlichAkne (Steroidakne)
ProgesteronGelegentlichJuckende Haut (Pruritus), Akne
RisperidonGelegentlichNesselsucht, Juckreiz, Haarausfall, verdickte Haut, Ekzem, trockene Haut, Hautverfärbungen, Akne, schuppige, juckende (Kopf-)Haut, Hauterkrankungen und Hautveränderungen
TestosteronGelegentlichAkne, Hirsutismus, Ausschlag, trockene Haut, fettige Haut (Seborrhoe), Hautläsionen, Kontaktdermatitis, Veränderung der Haarfarbe, Überempfindlichkeit und Juckreiz an der Anwendungsstelle
TriamcinolonGelegentlichBei lang andauernder (länger als 4 Wochen) oder großflächiger Anwendung (auf mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche) oder unter luftdicht abschließenden Verbänden: Dehnungsstreifen (Striae), Dünnerwerden der Haut…
UstekinumabGelegentlichAkne
ValproinsäureGelegentlichÜbermäßige Körperbehaarung vor allem bei Frauen (Hirsutismus), vermännlichtes Aussehen einer Frau (Virilismus), Akne, Glatzenbildung wie bei Männern (Hyperandrogenismus)
EstradiolSeltenÜbermäßiger Körperhaarwuchs (Hirsutismus), Akne
MethotrexatSeltenAkne, punktförmige oder kleinflächige Hautblutungen, rötliche zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken oft mit Blase in der Mitte (Erythema multiforme), roter Hautausschlag, verstärkte Pigmentierung der Nägel,…
MethylprednisolonaceponatSeltenPustelausschlag (Pyodermitis), Hautrisse (Hautfissuren), Erweiterung von Hautgefäßen (Teleangiektasien), Hautverdünnung (Hautatrophie), Akne
CarbamazepinSehr seltenLichtempfindlichkeit, Hautrötungen mit scheiben- oder knotenförmigen Veränderungen und Einblutungen (Erythema exsudativum multiforme et nodosum), kleinfleckige Hautblutungen (Purpura), Haarausfall, vermehrtes…
IsotretinoinSehr seltenVerschlimmerung der Akne in den ersten Wochen; laut Fachinformation auch schwere Akneschübe (Akne fulminans)
ClarithromycinNicht bekanntHautausschlag (Akne)
ClobetasolNicht bekanntSteroidakne, Entzündung der Haarbälge (Follikulitis), Hautblutungen (Ekchymosen) und Hautgrieß (Milien)
DexamethasonNicht bekanntAkne (Steroidakne)
LithiumNicht bekanntAkne, Entzündung der Haarwurzeln (Follikulitis)
PrednisolonNicht bekanntAkne (Steroidakne)
TianeptinNicht bekanntAkne

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (39 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen. Andere Ausschläge behandelt die Seite Hautausschlag durch Medikamente.

Woran Sie Akne durch ein Medikament erkennen

Akne kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei leichter Akne treten Mitesser auf, bei mittelschwerer deutlich mehr entzündete Pickel, die als Papeln (kleine Knötchen) oder Pusteln (mit Eiteransammlung) bezeichnet werden; bei schwerer Akne entstehen zusätzlich Knoten in der Haut, die oft rötlich verfärbt sind und schmerzen [1]. Aknepickel entwickeln sich über längere Zeit und bleiben hartnäckig bestehen, während gewöhnliche Pickel meist schnell entstehen und nach kurzer Zeit wieder verschwinden [1]. Mitunter hinterlassen Aknepickel kleine rote Flecken oder Narben [1].

Unter welchen Bedingungen Akne als Nebenwirkung auftritt, beschreiben einzelne Packungsbeilagen genauer. Bei Prednisolon hängen Nebenwirkungen wie Akne sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab [4]. Bei der Triamcinolon-Creme ist Steroidakne an eine lange oder großflächige Anwendung oder an luftdicht abschließende Verbände geknüpft [6]. Auch unter Isotretinoin, das zur Behandlung schwerer Formen der Akne angewendet wird, kann sich die Akne in den ersten Wochen verschlimmern; die Packungsbeilage stuft das als sehr selten ein, die Beschwerden sollten sich mit der Zeit bessern [18]. Laut Fachinformation klingen solche akuten Verschlechterungen zu Beginn gewöhnlich bei fortgesetzter Behandlung ab, normalerweise innerhalb von 7 bis 10 Tagen, und erfordern meist keine Anpassung der Dosis [19].

Nicht jede Hautveränderung im Gesicht ist Akne. Die Packungsbeilagen von Prednisolon und Dexamethason nennen neben Akne gesondert entzündliche Hautveränderungen im Gesicht, besonders um Mund, Nase und Augen [4, 5]; bei der Triamcinolon-Creme steht eine Entzündung um den Mund neben der Steroidakne [6]. Bei Upadacitinib führt die Fachinformation die Entzündung der Haarfollikel (Follikulitis) getrennt von der Akne auf, bei Lithium nennt die österreichische Packungsbeilage zusätzlich eine Entzündung der Haarwurzeln [10, 17]. Ob die Pickel mit einem Medikament zusammenhängen, beurteilt die Ärztin oder der Arzt.

Ob Ihr Medikament Akne nennen kann, lesen Sie in Abschnitt 4 der Packungsbeilage nach ("Welche Nebenwirkungen sind möglich?") [7, 13]. Denken Sie auch an Mittel, die Sie nicht selbst anwenden: Testosteron-Gel kann laut Packungsbeilage bei wiederholtem oder längerem Körperkontakt auf andere Personen übertragen werden [9].

Warum Medikamente Akne auslösen können

Akne entsteht laut IQWiG, wenn sich am Ausgang einer Talgdrüse eine Hornschicht bildet: Der Talg kann nicht abfließen, sammelt sich in der Drüse an, und es entsteht ein Mitesser; entzündet er sich, bildet sich ein Aknepickel [1]. Je mehr Talg sich in den Mitessern ansammelt, desto eher vermehren sich Bakterien und entstehen entzündliche Aknepickel [1]. Eine Rolle spielen Hormone: Männliche Geschlechtshormone (Androgene), die in der Pubertät auch der weibliche Körper verstärkt bildet, regen die Haut unter anderem an, mehr Fett (Talg) zu produzieren [1].

Hormone bildet der Körper selbst, manchmal werden sie aber auch durch Medikamente oder andere Mittel aufgenommen: Bestimmte Hormonbehandlungen können laut IQWiG Akne hervorrufen und verstärken, etwa Anabolika und Medikamente wie Kortison [1]. Bei Testosteron-Gel zählt die Packungsbeilage Akne zu den Vermännlichungserscheinungen, die nach einer Übertragung auf andere Personen auftreten können [9]. Bei Valproinsäure ordnet die Fachinformation Akne einem Zuviel an männlichen Hormonen zu (Hyperandrogenismus), zusammen mit vermehrter Körperbehaarung (Hirsutismus), Vermännlichung (Virilismus), Haarausfall mit dem bei Männern typischen Erscheinungsbild und/oder erhöhten Androgenen [16].

Was Sie tun können

Junge Frau mit dunkelblondem Haar spricht in einem hellen Sprechzimmer mit einer Hautärztin, die ihr Kinn betrachtet
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Prednisolon- und Dexamethason-Tabletten dürfen laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden: Insbesondere eine länger dauernde Behandlung kann die körpereigene Bildung von Glucocorticoiden unterdrücken, und eine ausgeprägte körperliche Stresssituation kann dann lebensgefährlich sein [4, 5]. Oxcarbazepin dürfen Sie nie plötzlich absetzen, um eine plötzliche Verschlechterung der Anfälle zu vermeiden; Valproinsäure nur dann beenden, wenn die Ärztin oder der Arzt Sie dazu auffordert [13, 15]. Lithium sollte laut der österreichischen Packungsbeilage von Quilonorm retard nicht von einem Tag auf den anderen abgesetzt werden [10]. Ciclosporin sollen Sie nicht abbrechen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat das angeordnet; nach einer Transplantation kann ein Abbruch das Risiko einer Abstoßungsreaktion erhöhen [12]. Vom Tag an, an dem Sie die Minipille mit Desogestrel nicht mehr einnehmen, sind Sie laut Packungsbeilage nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt [7]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Sprechen Sie neue oder stärker werdende Pickel in der Praxis an und nennen Sie alle Mittel, die Sie anwenden, auch Cremes und Salben. Die Kinder- oder Hausarztpraxis ist laut IQWiG meist die erste Anlaufstelle, wenn man bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht [1]. Was dann infrage kommt, hängt vom Wirkstoff und von Ihrer Erkrankung ab. Bei der Triamcinolon-Creme etwa soll die Anwendung im Gesicht laut Packungsbeilage nur kurzfristig erfolgen und nur, wenn die Behandlung mit bestimmten anderen Arzneimitteln nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat [6]. Ob und wie eine Akne behandelt wird, besprechen Sie in der Praxis; eine Behandlung erfordert laut IQWiG in der Regel Geduld, und jede Behandlung kann auch Nebenwirkungen haben [1]. Fragen für den Termin sammelt die Hilfe Fragen für das Arztgespräch.

Die Haut schonend pflegen. Für die Hautpflege bei Akne werden laut IQWiG und gesund.bund.de leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen (Lotionen) oder feuchtigkeitsspeichernde Gele (Hydrogele) empfohlen, außerdem seifenfreie Reinigungsmittel, die dem pH-Wert der Haut (5,5) angepasst sind; fetthaltige Salben und Öle können die Poren zusätzlich verstopfen [1, 2]. Zu viel Pflege kann Hautreizungen verstärken [1]. Häufiges Ausdrücken von Mitessern und Pusteln macht es wahrscheinlicher, dass Narben entstehen [1].

Bei Testosteron-Gel eine Übertragung vermeiden. Laut Packungsbeilage sollen Sie sich nach dem Auftragen die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen, die Stelle nach dem Trocknen mit Kleidung bedecken und sie vor einem engen Körperkontakt mit Wasser und Seife waschen [9]. Wer mit dem Gel in Kontakt gekommen ist, soll die betroffene Hautpartie sofort mit Wasser und Seife waschen; bei Kindern ist zusätzlich auf Anzeichen einer vorzeitigen Pubertät zu achten [9].

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; das gilt laut Packungsbeilage auch für Nebenwirkungen, die dort nicht angegeben sind. Sie können sie zudem direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [7]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Einige Packungsbeilagen nennen Hautzeichen, bei denen Sie sofort handeln sollen. Unter Isotretinoin kann ein großflächiger roter und schuppender Hautausschlag mit tastbaren Knötchen unter der Haut und Blasen, begleitet von Fieber, Zeichen einer schweren Hautreaktion sein (akute generalisierte exanthematische Pustulose, AGEP); die Beschwerden treten laut Packungsbeilage üblicherweise zu Beginn der Behandlung auf [18]. Ebenso nennt sie rötliche, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, offene, schmerzende Stellen in Mund, Hals, Nase oder an den Genitalien und eine großflächige Ablösung der Haut; solchen Hautreaktionen gehen oft Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen voraus [18]. In diesen Fällen verlangt die Packungsbeilage, die Anwendung abzubrechen und sofort einen Arzt aufzusuchen [18]. Bei Lithium verlangt die österreichische Packungsbeilage von Quilonorm retard, die Einnahme zu beenden und umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, wenn ein großflächiger Hautausschlag mit hoher Körpertemperatur, erhöhten Leberenzymen, veränderten Blutwerten und vergrößerten Lymphknoten und Beteiligung anderer Körperorgane auftritt (DRESS) [10]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen und Medikamentenallergie.

Akne ist laut IQWiG häufiger mit Ängsten, depressiven Gedanken und geringerem Selbstbewusstsein verbunden [1]. Unter Isotretinoin nennt die Packungsbeilage selten Depressionen oder die Verschlechterung einer bestehenden Depression und sehr selten Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen; bei Anzeichen solcher psychischer Probleme sollen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren [18]. Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken durch eine plötzliche Schwellung von Hals, Gesicht, Lippen und Mund können Zeichen einer schweren allergischen Reaktion sein; dann sollen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Notfallaufnahme aufsuchen [18]. Schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit und Suizidversuche sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [20].

Andere Ursachen

Nicht jede Akne kommt vom Medikament. Akne ist bei Jugendlichen die häufigste Hautkrankheit; die meisten bekommen in der Pubertät eine mehr oder weniger starke Akne, hauptsächlich weil der Körper dann mehr Androgene bildet [1, 2]. Mit etwa 20 Jahren verschwindet sie häufig von selbst, einige Menschen haben aber noch mit über 30 Jahren Akne [1]. Vermutet wird, dass auch genetische Faktoren und das Immunsystem eine Rolle spielen [1]. Mehr dazu: Akne.

Verstärken können Akne laut IQWiG und gesund.bund.de außerdem Pflegemittel, die die Hautporen verschließen, etwa Fettcremes oder Öle, sowie starkes Reiben der Haut und das Ausdrücken von Mitessern [1, 2]. Manche Menschen berichten, dass Stress ihre Haut verschlechtert; darauf deuten auch einige Untersuchungen hin [1]. Für mangelnde Hygiene als Auslöser gibt es keine Belege, und einen Zusammenhang zwischen Akne und bestimmten Lebensmitteln wie Schokolade, Fleisch oder Milchprodukten zeigen die Untersuchungen meist nicht [1, 2]. Ob eine Ernährung mit vielen Kohlenhydraten, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen, oder das Rauchen eine Rolle spielen, ist noch nicht geklärt [1].

Rote Flecken, Pusteln und sichtbare Äderchen im Gesicht können auch auf eine Rosazea hinweisen, eine chronische Entzündung der Gesichtshaut, die meist erst nach dem 30. Lebensjahr beginnt [3]. Auch wenn sich bei einer Rosazea Pusteln entwickeln können, ist sie laut gesund.bund.de keine Form von Akne; anders als bei einer Akne ist die Talgproduktion der Haut nicht verstärkt [3]. Durch den langfristigen Gebrauch von Kortisonpräparaten können Beschwerden auftreten, die der Rosazea ähneln; das Risiko einer solchen Steroid-Rosazea ist bei angemessener Anwendung aber sehr gering [3]. Als Auslöser von Rosazea-Schüben nennt gesund.bund.de unter anderem Sonnenlicht, Alkohol, Kosmetika oder hautreizende Seifen und bestimmte Medikamente wie gefäßerweiternde Mittel [3]. Eine Rosazea erkennen Hautärztinnen und Hautärzte an den typischen Hautveränderungen [3]. Mehr dazu: Rosazea.

Quellen

  1. Akne. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.11.2025. abgerufen am 12.10.2026
  2. Behörde Akne: Ursachen, Häufigkeit, Behandlung. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 27.05.2024. abgerufen am 12.10.2026
  3. Behörde Rosazea: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 17.10.2024. abgerufen am 12.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg (Prednisolon). Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 12.10.2026
  5. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dexamethason-ratiopharm 4 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2022. abgerufen am 12.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Kortikoid-ratiopharm 0,1 % Creme (Triamcinolonacetonid). ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Desirett 75 Mikrogramm Filmtabletten (Desogestrel). Exeltis Germany GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Slinda 4 mg Filmtabletten (Drospirenon). Exeltis Germany GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 12.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Testogel Dosiergel 16,2 mg/g Gel (Testosteron). Besins Healthcare Germany GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quilonorm retard 450 mg Filmtabletten (Österreich). Teofarma S.r.l. (Zulassungsinhaber); veröffentlicht vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG), Österreich. Stand 07/2024. abgerufen am 12.10.2026
  11. Behörde List of nationally authorised medicinal products, Active substance: lithium (PSUSA/00001897/202308, EMA/159597/2024). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 25.04.2024. abgerufen am 12.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ciclosporin Pro 100 mg Weichkapseln. TEVA GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxcarbazepin-ratiopharm 300 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Gabapentin-ratiopharm 100 mg / 300 mg / 400 mg Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 12/2025. abgerufen am 12.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 12.10.2026
  17. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Rinvoq (Upadacitinib): Anhang I (Fachinformation) und Anhang III B (Packungsbeilage RINVOQ 15 mg/30 mg/45 mg Retardtabletten). AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Isotretinoin-ratiopharm 20 mg Weichkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  19. Fachinformation Fachinformation Isotretinoin-ratiopharm Weichkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
  20. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können Akne auslösen?

Laut IQWiG und gesund.bund.de zum Beispiel Hormonpräparate wie Anabolika, Medikamente wie Kortison und bestimmte Mittel gegen Epilepsie. Die Packungsbeilagen nennen Akne unter anderem bei Prednisolon und Dexamethason, bei Minipillen mit Desogestrel oder Drospirenon, bei Testosteron-Gel, Lithium (österreichische Packungsbeilage), Ciclosporin, Oxcarbazepin, Gabapentin, Valproinsäure und Upadacitinib. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt die Wirkstoffe mit Steckbrief, deren Produktinformation Akne nennt. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Kann Kortison Akne verursachen?

Ja. Die Packungsbeilagen von Prednisolon- und Dexamethason-Tabletten nennen Akne und entzündliche Hautveränderungen im Gesicht, besonders um Mund, Nase und Augen. Bei Prednisolon hängen diese Nebenwirkungen laut Packungsbeilage sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer ab. Bei einer Creme mit Triamcinolon kann es bei Anwendung länger als 4 Wochen, auf mehr als 20 Prozent der Körperoberfläche oder unter luftdicht abschließenden Verbänden zu Steroidakne kommen. Prednisolon- und Dexamethason-Tabletten dürfen laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Kann die Pille Akne auslösen?

Das ist möglich. Bei den Minipillen mit Desogestrel und mit Drospirenon, reinen Gestagen-Pillen ohne Östrogen, nennt die Packungsbeilage Akne als häufig (bis zu 1 von 10 Frauen). Weitere hormonelle Verhütungsmittel zeigt die Tabelle auf dieser Seite. Vom Tag an, an dem Sie die Minipille mit Desogestrel nicht mehr einnehmen, sind Sie laut Packungsbeilage nicht mehr vor einer Schwangerschaft geschützt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wird die Akne unter Isotretinoin zuerst schlimmer?

Das kann vorkommen. Die Packungsbeilage von Isotretinoin, das zur Behandlung schwerer Formen der Akne angewendet wird, nennt eine Verschlimmerung der Akne in den ersten Wochen als sehr seltene Nebenwirkung. Die Beschwerden sollten sich mit der Zeit bessern. Laut Fachinformation klingen solche Verschlechterungen zu Beginn gewöhnlich bei fortgesetzter Behandlung ab, normalerweise innerhalb von 7 bis 10 Tagen. Sprechen Sie Veränderungen bei Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt an.

Kann Testosteron Akne verursachen?

Ja. Bei einem Testosteron-Gel für Männer mit Testosteronmangel nennt die Packungsbeilage Akne und fettige Haut (Seborrhoe) als gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten). Bei wiederholtem oder längerem Körperkontakt kann das Gel auf andere Personen übertragen werden. Wer glaubt, dass das Gel auf ihn übertragen wurde, soll die betroffene Hautpartie laut Packungsbeilage sofort mit Wasser und Seife waschen und sich an eine Ärztin oder einen Arzt wenden, wenn Vermännlichungserscheinungen wie Akne auftreten.

Soll ich mein Medikament absetzen, wenn ich Pickel bekomme?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Prednisolon- und Dexamethason-Tabletten dürfen laut Packungsbeilage nie eigenmächtig abgesetzt werden und Oxcarbazepin nie plötzlich. Lithium sollte laut österreichischer Packungsbeilage nicht von einem Tag auf den anderen abgesetzt werden, Ciclosporin sollen Sie nur auf ärztliche Anordnung beenden. Sprechen Sie die Pickel in der Praxis an und nennen Sie alle Mittel, die Sie anwenden, auch Cremes und Salben.

Was hilft bei Akne durch Medikamente?

Ob und wie die Akne behandelt wird, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für die Hautpflege bei Akne werden laut IQWiG und gesund.bund.de leichte Öl-in-Wasser-Emulsionen (Lotionen) oder feuchtigkeitsspeichernde Gele und seifenfreie Reinigungsmittel empfohlen; fetthaltige Salben und Öle können die Poren verstopfen. Zu viel Pflege kann Hautreizungen verstärken, und häufiges Ausdrücken von Mitessern und Pusteln macht Narben wahrscheinlicher.

Sind Pickel im Gesicht immer Akne?

Nein. Rote Flecken, Pusteln und sichtbare Äderchen im Gesicht können laut gesund.bund.de auch auf eine Rosazea hinweisen, die keine Form von Akne ist. Durch den langfristigen Gebrauch von Kortisonpräparaten können der Rosazea ähnliche Beschwerden auftreten. Die Packungsbeilagen von Prednisolon und Dexamethason nennen neben Akne gesondert entzündliche Hautveränderungen um Mund, Nase und Augen. Eine Rosazea erkennen laut gesund.bund.de Hautärztinnen und Hautärzte an den typischen Hautveränderungen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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