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Pembrolizumab: Nebenwirkungen und Wirkung

Pembrolizumab ist ein verschreibungspflichtiger Antikörper (Immun-Checkpoint-Hemmer), der dem Immunsystem helfen soll, Krebs zu bekämpfen. Er wird in Klinik oder Praxis als Infusion gegeben. Sehr häufig sind unter anderem Müdigkeit, Durchfall, Übelkeit, Juckreiz, Hautausschlag und eine Unterfunktion der Schilddrüse. Weil das aktivierte Immunsystem auch gesunde Organe angreifen kann, kontaktieren Sie bei Warnzeichen wie Kurzatmigkeit, Durchfall oder Gelbfärbung der Haut unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, auch nach Ende der Behandlung.

Mann in den Sechzigern sitzt mit einer Wolldecke auf einem Sessel am Fenster eines hellen Wohnzimmers und schaut in den Garten
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Weniger rote Blutkörperchen (Anämie)[1, 2]
  • Sehr häufig: Verminderte Schilddrüsenfunktion (Unterfunktion)[1, 2]
  • Sehr häufig: Vermindertes Hungergefühl[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Kurzatmigkeit, Husten[1, 2]
  • Sehr häufig: Durchfall, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung[1, 2]
  • Sehr häufig: Juckreiz, Hautausschlag[1, 2]
  • Sehr häufig: Schmerzen in Muskeln und Knochen, Gelenkschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Müdigkeit und Erschöpfung, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche, Schwellungen, Fieber[1, 2]
  • Häufig: Lungeninfektion[1, 2]
  • Häufig: Weniger Blutplättchen (leicht auftretende Blutergüsse oder Blutungen), weniger weiße Blutkörperchen (Neutrophile, Lymphozyten)[1, 2]
  • Häufig: Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion[1, 2]
  • Häufig: Überaktive Schilddrüse[1, 2]
  • Häufig: Hitzewallungen[1]
  • Häufig: Erniedrigte Natrium-, Kalium- oder Kalziumwerte im Blut[1, 2]
  • Häufig: Schlafstörungen[1, 2]
  • Häufig: Schwindelgefühl; Nervenentzündungen mit Taubheitsgefühl, Schwäche, Kribbeln oder brennenden Schmerzen in Armen und Beinen; Antriebslosigkeit; Geschmacksveränderungen[1, 2]
  • Häufig: Trockene Augen[1, 2]
  • Häufig: Herzrhythmusstörung (laut Fachinformation einschließlich Vorhofflimmern)[1, 2]
  • Häufig: Hoher Blutdruck[1, 2]
  • Häufig: Lungenentzündung (Pneumonitis)[1, 2]
  • Häufig: Entzündung des Darms (Kolitis), Mundtrockenheit[1, 2]
  • Häufig: Entzündung der Leber (Hepatitis)[1, 2]
  • Häufig: Roter, erhabener Hautausschlag, manchmal mit Blasen; Hautentzündung; fleckförmige Entfärbung der Haut (Weißfleckenkrankheit, Vitiligo); trockene, juckende Haut; Haarausfall; akneähnliche Hautprobleme[1, 2]
  • Häufig: Muskelschmerzen oder druckempfindliche Muskeln (laut Fachinformation Myositis), Schmerzen in Armen oder Beinen, Gelenkschmerzen mit Schwellungen (Arthritis)[1, 2]
  • Häufig: Grippeähnliche Erkrankung, Schüttelfrost[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Leberwerte, erhöhter Kalziumspiegel und veränderte Nierenwerte im Blut[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Pembrolizumab eingesetzt?

Pembrolizumab ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Behandlung von Krebs [1, 2]. Bei Erwachsenen wird es laut Packungsbeilage bei bestimmten Formen zahlreicher Krebsarten angewendet, darunter schwarzer Hautkrebs (Melanom), nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, Krebs des Brustfells (malignes Pleuramesotheliom), das klassische Hodgkin-Lymphom, Blasenkrebs, Krebs der Kopf-Hals-Region, Nierenkrebs, Speiseröhrenkrebs, triple-negativer Brustkrebs, Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs, Magenkrebs, Krebs der Gallenwege und Eierstockkrebs. Außerdem kommt es bei bestimmten Krebsarten von Dick- oder Enddarm, Gebärmutter, Magen, Dünndarm oder Gallenwegen infrage, wenn im Tumor eine bestimmte genetische Eigenschaft (MSI-H oder dMMR) nachgewiesen wurde [1]. Kinder und Jugendliche können es ab 12 Jahren bei Melanom und ab 3 Jahren bei klassischem Hodgkin-Lymphom erhalten [1].

Pembrolizumab wird eingesetzt, wenn der Krebs gestreut hat oder sich nicht operativ entfernen lässt, bei einigen Krebsarten auch nach einer Operation, um einem Rückfall vorzubeugen, oder vor und nach einer Operation. Es kann allein oder zusammen mit anderen Krebsmitteln gegeben werden, mit oder ohne Strahlentherapie; dann sind auch die Packungsbeilagen dieser Arzneimittel wichtig [1]. Zu Nebenwirkungen einer gleichzeitigen Chemotherapie informiert die Seite Chemotherapie: Nebenwirkungen.

Wie wirkt Pembrolizumab?

Pembrolizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der laut Packungsbeilage Ihrem Immunsystem hilft, den Krebs zu bekämpfen [1]. Laut Fachinformation bindet er an den PD-1-Rezeptor auf bestimmten Abwehrzellen, den T-Zellen. PD-1 wirkt wie eine Bremse für diese Zellen; Tumoren können die passenden Gegenstücke (PD-L1 und PD-L2) bilden und so die Abwehr bremsen. Pembrolizumab blockiert diese Verbindung und verstärkt dadurch die Reaktion der T-Zellen, einschließlich der Immunreaktion gegen den Tumor [2]. Medikamente mit diesem Wirkprinzip werden Immun-Checkpoint-Hemmer genannt [2].

Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt laut Fachinformation im gleichbleibenden Zustand im Mittel 22 Tage. Pembrolizumab wird durch Abbau aus dem Blut entfernt; Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln über Abbauwege sind deshalb laut Fachinformation nicht zu erwarten [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt die Nebenwirkungen, die laut Packungsbeilage unter Pembrolizumab allein berichtet wurden, ergänzt um wenige Angaben, die nur die Fachinformation nennt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Wird Pembrolizumab mit Chemotherapie, Strahlentherapie oder bestimmten anderen Krebsmitteln kombiniert, nennt die Packungsbeilage eigene Listen mit teils anderen Häufigkeiten; so ist Haarausfall unter der Kombination mit Chemotherapie sehr häufig [1]. Laut Fachinformation waren unter Pembrolizumab allein Müdigkeit (31 Prozent), Durchfall (22 Prozent) und Übelkeit (20 Prozent) am häufigsten; die meisten Nebenwirkungen waren leicht bis mittelschwer. Am schwerwiegendsten waren immunvermittelte Nebenwirkungen und schwere Reaktionen auf die Infusion [2].

Immunvermittelte Nebenwirkungen: Weil Pembrolizumab das Immunsystem anregt, kann es Entzündungen in Teilen des Körpers verursachen, etwa in Lunge, Darm, Leber, Nieren, Haut, Schilddrüse, Hirnanhangsdrüse oder Nebennieren. Diese Nebenwirkungen können manchmal lebensbedrohlich werden und tödlich verlaufen, jederzeit während der Behandlung oder sogar danach auftreten, auch mehrere gleichzeitig [1]. Laut Fachinformation waren die meisten umkehrbar und durch eine Behandlungspause, Kortikosteroide und/oder unterstützende Maßnahmen beherrschbar [2]. Hintergrund bieten die Seiten Durchfall durch Medikamente und Hautausschlag.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemWeniger weiße Blutkörperchen (Leukozyten), gegen die Blutplättchen gerichtete Entzündungsreaktion (Immunthrombozytopenie), mehr Eosinophile[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemSarkoidose, eine Immunerkrankung, die Lunge, Haut, Augen und/oder Lymphknoten betreffen kann[1, 2]
  • HormonsystemVerminderte Hormonausschüttung der Nebennieren; Entzündung der Hirnanhangsdrüse (Hypophysitis); Entzündung der Schilddrüse[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungTyp-1-Diabetes, auch mit diabetischer Ketoazidose (Übersäuerung des Blutes)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
  • NervensystemMuskelschwäche mit rascher Ermüdung (Myastheniesyndrom); Krampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: MuskelschwächeKrampfanfälle
  • AugenAugenentzündung (Uveitis); Augenschmerzen, -reizung, -juckreiz oder -rötung; unangenehme Lichtempfindlichkeit; Sehen von "fliegenden Mücken"[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HerzEntzündung des Herzmuskels (Myokarditis) mit Kurzatmigkeit, unregelmäßigem Herzschlag, Erschöpfung oder Brustschmerzen; Herzbeutelentzündung (Perikarditis); Herzbeutelerguss[1, 2]Mehr dazu: AtemnotHerzrhythmusstörungen
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse; Entzündung des Magens; Geschwür an der Schleimhaut des Magens oder des oberen Dünndarms[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungMagen-Darm-Blutungen und Geschwüre
  • HautVerdicktes, manchmal schuppiges Hautwachstum; kleine Hautbeulen, -knoten oder -wunden; Änderungen der Haarfarbe[1, 2]
  • HautSchuppenflechte (Psoriasis)[2]Mehr dazu: Schuppenflechte
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSehnenscheidenentzündung (Tendosynovitis)[1, 2]Mehr dazu: Sehnenentzündung und Sehnenriss
  • Nieren und HarnwegeEntzündung der Nieren (Nephritis)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Amylase im Blut[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemGegen die roten Blutkörperchen gerichtete Entzündungsreaktion (hämolytische Anämie); hämophagozytische Lymphohistiozytose, bei der das Immunsystem zu viele bestimmte Abwehrzellen bildet; Blutarmut durch isolierte aplastische Anämie mit Schwäche, Schwindel, Kurzatmigkeit oder Blässe[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • HormonsystemVerminderte Funktion der Nebenschilddrüse mit Muskelkrämpfen oder -spasmen, Erschöpfung und Schwächegefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Muskelschmerzen
  • NervensystemGuillain-Barré-Syndrom (vorübergehende Nervenentzündung mit Schmerzen, Schwäche und Lähmung der Gliedmaßen); Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) mit Verwirrtheit, Fieber, Gedächtnisstörungen oder Krampfanfällen; Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) mit Schmerzen, Taubheit, Kribbeln oder Schwäche in Armen oder Beinen und Blasen- oder Darmproblemen; Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningitis) mit Nackensteife, Kopfschmerzen, Fieber, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit oder Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und TaubheitsgefühlVerwirrtheitKrampfanfälleKopfschmerzenFieber
  • NervensystemSchwellung des Sehnervs (Optikusneuritis) mit Sehverlust in einem oder beiden Augen, Schmerzen bei Augenbewegungen und/oder Verlust des Farbsehens[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenVogt-Koyanagi-Harada-Syndrom[2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Gefäße und KreislaufGefäßentzündung (Vaskulitis)[1, 2]
  • Magen und DarmMangel an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz); Loch im Dünndarm (Dünndarmdurchbruch); Zöliakie mit Magenschmerzen, Durchfall und Blähungen nach glutenhaltigen Nahrungsmitteln[1, 2]Mehr dazu: DurchfallBauchschmerzenBlähungen
  • Leber und GalleEntzündung der Gallengänge (laut Fachinformation sklerosierende Cholangitis)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautHautreaktion mit Juckreiz, Blasen, Abschälungen oder Wunden der Haut und/oder Geschwüren in Mund, Nase, Rachen oder Genitalbereich (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse); empfindliche rote Beulen unter der Haut (Erythema nodosum)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSjögren-Syndrom: Das Immunsystem greift die Drüsen an, die Tränen und Speichel bilden[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
  • Nieren und HarnwegeNicht infektiöse Blasenentzündung mit häufigem und/oder schmerzhaftem Wasserlassen, Harndrang, Blut im Urin, Schmerzen oder Druck im Unterbauch[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • ImmunsystemAbstoßung eines transplantierten Organs (solides Organtransplantat)[2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei diesen Beschwerden kontaktieren oder suchen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Sie oder er kann Ihnen andere Arzneimittel geben, um schwerere Komplikationen zu verhindern und die Beschwerden zu lindern, die nächste Dosis verschieben oder die Behandlung beenden [1]. Die Warnzeichen stehen auch auf der Patientenkarte, die Sie während der Behandlung bei sich tragen sollen [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Fünfzigern im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin an einem hellen Tisch in einer Praxis
Bild: KI-generiert

Früh melden: Bemerken Sie eines der Warnzeichen oben, etwa Kurzatmigkeit, Husten, Durchfall, Veränderungen beim Wasserlassen oder Hautveränderungen, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, auch zwischen zwei Terminen und nach dem Ende der Behandlung [1]. Laut Fachinformation sollte bei Verdacht die Ursache abgeklärt werden; je nach Schweregrad sollten die Behandlung unterbrochen und Kortikosteroide gegeben werden [2].

Kontrollen: Laut Fachinformation sollten unter anderem Leber- und Schilddrüsenfunktion zu Behandlungsbeginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung überwacht werden, die Nierenfunktion auf Abweichungen; bei Hormonstörungen sollten auch die Hormonspiegel überwacht werden, um eine angemessene Hormonersatzbehandlung sicherzustellen [2]. Eine Unterfunktion der Schilddrüse gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1, 2].

Patientenkarte: Tragen Sie die Patientenkarte immer bei sich und zeigen Sie sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner oder Ihrer Betreuungsperson [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Besonders wichtig sind Kortikosteroide wie Prednison und andere Mittel, die das Immunsystem schwächen: Sie können die Wirkung von Pembrolizumab beeinträchtigen. Hat die Behandlung bereits begonnen, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Kortikosteroide aber gezielt gegen Nebenwirkungen einsetzen, bei einer Kombination mit Chemotherapie auch gegen Übelkeit und Erbrechen [1, 2].

Wechselwirkungen von Pembrolizumab
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Kortikosteroide (z. B. Prednison) und andere Mittel, die das Immunsystem schwächenKönnen die Wirkung von Pembrolizumab beeinträchtigen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation sollte eine systemische Anwendung vor Behandlungsbeginn vermieden werden. Nach Beginn können Kortikosteroide gegen Nebenwirkungen oder vor einer Chemotherapie gegen Übelkeit gegeben werden
Andere ArzneimittelLaut Fachinformation wurden keine formalen Wechselwirkungsstudien durchgeführt; weil Pembrolizumab durch Abbau aus dem Blut entfernt wird, sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln zu erwarten[1, 2]Alle angewendeten Arzneimittel der Ärztin oder dem Arzt nennen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Pembrolizumab nicht oder nur mit Vorsicht erhalten sollte

Bei einer Allergie gegen Pembrolizumab oder einen der sonstigen Bestandteile darf es nicht angewendet werden [1, 2]. Sprechen Sie vor Behandlungsbeginn mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, etwa eine Autoimmunerkrankung, eine Lungenentzündung, eine chronische Hepatitis oder eine Organ- oder Stammzelltransplantation [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Pembrolizumab oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Immunvermittelte Nebenwirkungen: Pembrolizumab kann Entzündungen in verschiedenen Organen verursachen, die manchmal lebensbedrohlich sind und tödlich verlaufen können, jederzeit während der Behandlung und auch nach ihrem Ende, auch mehrere gleichzeitig. Die Ärztin oder der Arzt kann andere Arzneimittel geben, die nächste Dosis verschieben oder die Behandlung abbrechen[1, 2]
  • Autoimmunerkrankung (der Körper greift eigene Zellen an): Das Risiko für immunvermittelte Nebenwirkungen kann höher sein; Schübe der Autoimmunerkrankung können häufig auftreten, meist leicht[1, 2]
  • Bestehende Lungenentzündung (Pneumonie oder Pneumonitis)[1]
  • Frühere schwere Nebenwirkungen unter Ipilimumab (Mittel gegen Melanom) oder allergische Reaktion auf andere monoklonale Antikörper[1]
  • Chronische Virusinfektion der Leber (Hepatitis B oder C), jetzt oder früher; HIV-Infektion oder AIDS; geschädigte Leber oder Nieren[1]
  • Transplantation eines soliden Organs oder Knochenmarktransplantation mit Spenderstammzellen (allogene Stammzelltransplantation): Nach einer früheren oder künftigen Stammzelltransplantation können Komplikationen einschließlich einer Graft-versus-Host-Erkrankung auftreten, die schwer sein und zum Tod führen können; laut Fachinformation kann Pembrolizumab bei Empfängern eines soliden Organtransplantats das Risiko einer Abstoßung erhöhen[1, 2]
  • Patientenkarte: Tragen Sie die Patientenkarte, die Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erhalten, während der Behandlung bei sich und zeigen Sie sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner oder Ihrer Betreuungsperson[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Pembrolizumab sollte nicht angewendet werden, außer ab 3 Jahren bei klassischem Hodgkin-Lymphom und ab 12 Jahren bei Melanom[1]
  • Polysorbat 80 kann allergische Reaktionen hervorrufen; teilen Sie frühere allergische Reaktionen mit[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Was sie zu Schwangerschaft, Verhütung, Stillzeit und Verkehrstüchtigkeit sagen, fassen die Karten zusammen [1, 2]. Sind Sie schwanger, vermuten Sie es oder planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie vor der Behandlung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1].

Schwangerschaft

Sind Sie schwanger, dürfen Sie Pembrolizumab nicht erhalten, außer auf besondere Empfehlung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes: Es kann Ihrem ungeborenen Kind schaden oder seinen Tod verursachen. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und noch mindestens vier Monate nach der letzten Dosis zuverlässig verhüten.[1, 2]

Laut Fachinformation liegen keine Daten zu Schwangeren vor. In Versuchen mit trächtigen Mäusen störte die Blockade des PD-L1-Signalwegs die Verträglichkeit zwischen Mutter und Frucht und erhöhte die Abortrate; Antikörper wie Pembrolizumab können über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Während der Anwendung dürfen Sie nicht stillen. Ob Pembrolizumab in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; laut Fachinformation kann ein Risiko für den Säugling nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Pembrolizumab hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Schwindelgefühl, Müdigkeit oder Schwäche sind mögliche Nebenwirkungen; führen Sie nach einer Gabe kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bevor Sie sicher sind, dass Sie sich wohlfühlen.[1, 2]

Einnahme

Pembrolizumab wird in einem Krankenhaus oder einer ambulanten Praxis unter der Betreuung einer in der Krebsbehandlung erfahrenen Ärztin oder eines Arztes als Infusion in eine Vene gegeben; die Ärztin oder der Arzt kann auf eine Injektion unter die Haut umstellen. Wie viele Behandlungen Sie benötigen, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.[1]

Behandlung versäumt: Kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um sie nachzuholen. Es ist sehr wichtig, keine Behandlung zu versäumen.[1]

Absetzen

Ein Behandlungsabbruch kann die Wirkung aufheben. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, bevor Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber gesprochen haben.[1]

Überdosierung

Laut Fachinformation liegen keine Informationen zu Überdosierungen vor; im Fall einer Überdosierung wird engmaschig auf Nebenwirkungen überwacht und nach den Beschwerden behandelt.[2]

Anwendung und Behandlungsdauer

Pembrolizumab wird Ihnen in einem Krankenhaus oder einer ambulanten Praxis unter der Betreuung einer in der Krebsbehandlung erfahrenen Ärztin oder eines Arztes als Infusion in eine Vene gegeben. Die Ärztin oder der Arzt kann die Behandlung auch auf eine Injektion unter die Haut umstellen und entscheidet, wie viele Behandlungen Sie benötigen [1]. Dosis und Abstände der Gaben legt Ihr Behandlungsteam fest [1].

Es ist sehr wichtig, keine Behandlung zu versäumen. Haben Sie einen Termin verpasst, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um ihn nachzuholen [1]. Ein Behandlungsabbruch kann die Wirkung aufheben; brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben [1].

Präparate mit Pembrolizumab

Pembrolizumab ist als Keytruda zugelassen, als Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung und als Injektionslösung zur Gabe unter die Haut [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation des Konzentrats aus der EMA-Produktinformation mit Stand Juli 2026 [1, 2].

Präparate mit Pembrolizumab
PräparatAnbieterHinweis
KeytrudaMerck Sharp & Dohme B.V.Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (Grundlage dieser Seite); außerdem Injektionslösung zur Gabe unter die Haut

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Keytruda (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Keytruda 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Keytruda (EPAR), Anhang I: Fachinformation Keytruda 25 mg/ml Konzentrat, und Anhang II. Merck Sharp & Dohme B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Was sind immunvermittelte Nebenwirkungen?

Pembrolizumab verstärkt die Abwehrreaktion des Immunsystems. Dabei kann das Immunsystem auch gesunde Organe angreifen und Entzündungen verursachen, etwa an Lunge, Darm, Leber, Nieren, Haut, Hormondrüsen wie der Schilddrüse oder am Herzmuskel. Laut Packungsbeilage können diese Nebenwirkungen manchmal lebensbedrohlich werden und tödlich verlaufen. Laut Fachinformation waren die meisten umkehrbar und ließen sich durch eine Behandlungspause, Kortikosteroide und/oder unterstützende Maßnahmen beherrschen.

Welche Nebenwirkungen hat Pembrolizumab am häufigsten?

Unter Pembrolizumab allein sind sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten: weniger rote Blutkörperchen, eine Unterfunktion der Schilddrüse, weniger Appetit, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit und Husten, Durchfall, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Juckreiz und Hautausschlag, Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen sowie Müdigkeit, Schwäche, Schwellungen und Fieber. Laut Fachinformation waren Müdigkeit (31 Prozent), Durchfall (22 Prozent) und Übelkeit (20 Prozent) die häufigsten.

Können Nebenwirkungen auch nach Ende der Behandlung auftreten?

Ja. Laut Packungsbeilage können schwere Nebenwirkungen jederzeit während der Behandlung oder sogar nach ihrem Ende auftreten, auch mehrere gleichzeitig. Bemerken Sie Warnzeichen wie Kurzatmigkeit, Durchfall, Gelbfärbung der Haut, mehr Durst als gewöhnlich oder Sehstörungen, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, auch nach der letzten Infusion.

Wozu dient die Patientenkarte?

Die Patientenkarte, die Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erhalten, enthält die wichtigsten Informationen zu möglichen Nebenwirkungen. Tragen Sie sie während der Behandlung bei sich und zeigen Sie sie Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner oder Ihrer Betreuungsperson. Laut Fachinformation wird sie bei jeder Verordnung zur Verfügung gestellt, und die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt muss die Risiken der Behandlung mit Ihnen besprechen.

Darf ich während der Behandlung Kortison nehmen?

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Kortikosteroide wie Prednison oder andere Mittel anwenden, die das Immunsystem schwächen: Sie können die Wirkung von Pembrolizumab beeinträchtigen. Hat die Behandlung bereits begonnen, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen aber Kortikosteroide geben, um Nebenwirkungen zu verringern, und bei einer Kombination mit Chemotherapie auch vorbeugend gegen Übelkeit und Erbrechen.

Wie wird Pembrolizumab gegeben?

Pembrolizumab wird in einem Krankenhaus oder einer ambulanten Praxis unter der Betreuung einer in der Krebsbehandlung erfahrenen Ärztin oder eines Arztes als Infusion in eine Vene gegeben. Es gibt auch eine Form zur Injektion unter die Haut. Wie oft und wie lange Sie behandelt werden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Versäumen Sie einen Termin, kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um ihn nachzuholen.

Darf ich während der Behandlung schwanger werden oder stillen?

In der Schwangerschaft dürfen Sie Pembrolizumab nur auf besondere Empfehlung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes erhalten, weil es dem ungeborenen Kind schaden oder seinen Tod verursachen kann. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und noch mindestens vier Monate nach der letzten Dosis zuverlässig verhüten. Während der Behandlung dürfen Sie nicht stillen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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