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Tamoxifen: Nebenwirkungen und Wirkung
Tamoxifen ist ein verschreibungspflichtiges Antiöstrogen zur Behandlung von Brustkrebs, sowohl unterstützend nach der Erstbehandlung als auch bei Metastasen. Sehr häufig sind unter anderem Hitzewallungen, Übelkeit, Erschöpfung, Wassereinlagerungen sowie Ausfluss und Blutungen aus der Scheide. Häufig kommt es zu Blutgerinnseln. Blutungen aus der Scheide nach den Wechseljahren oder unregelmäßige Blutungen davor müssen umgehend frauenärztlich abgeklärt werden, weil Tamoxifen das Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut und für Uterussarkome erhöht.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Übelkeit[1, 2]
- Sehr häufig: Hautausschlag; selten mit runden, scheibenförmigen Hautrötungen, unter Umständen mit Beteiligung der Schleimhäute und hohem Fieber sowie mit schweren Störungen des Allgemeinbefindens oder großen, teils blutgefüllten Hautblasen[1, 2]
- Sehr häufig: Flüssigkeitsansammlung im Gewebe[1, 2]
- Sehr häufig: Hitzewallungen[1, 2]
- Sehr häufig: Erschöpfung[1, 2]
- Sehr häufig: Ausfluss aus der Scheide[1, 2]
- Sehr häufig: Unregelmäßige Monatsblutungen bis hin zum völligen Ausbleiben der Regel bei Frauen vor den Wechseljahren[1, 2]
- Sehr häufig: Blutungen aus der Scheide[1, 2]
- Häufig: Vorübergehende Blutarmut (Anämie)[1, 2]
- Häufig: Benommenheit[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Störungen der Sinneswahrnehmung, einschließlich Geschmacksstörungen sowie Taubheit oder Kribbeln der Haut[1, 2]
- Häufig: Sehstörungen, die sich nur zum Teil zurückbilden, durch Linsentrübung (Katarakt), Hornhauttrübung (selten) und/oder Netzhautveränderungen (Retinopathie); das Risiko für eine Linsentrübung steigt mit der Dauer der Einnahme[1, 2]
- Häufig: Erbrechen, Durchfall, Verstopfung[1, 2]
- Häufig: Haarausfall[1, 2]
- Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen, in seltenen Fällen mit Gewebeschwellung (angioneurotisches Ödem)[1, 2]
- Häufig: Muskelschmerzen[1, 2]
- Häufig: Anstieg bestimmter Blutfette (Triglyceride)[1, 2]
- Häufig: Durchblutungsstörungen der Hirngefäße (ischämische zerebrovaskuläre Ereignisse)[1, 2]
- Häufig: Muskelkrämpfe in den Beinen (Wadenkrämpfe)[1, 2]
- Häufig: Blutgerinnsel in den Venen (Thrombose), die zu einer Minderdurchblutung von Organen führen können, etwa tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie, auch Gerinnsel in kleinen Gefäßen; bei gleichzeitiger Chemotherapie häufiger[1, 2]
- Häufig: Veränderte Leberenzymwerte, Entwicklung einer Fettleber[1, 2]
- Häufig: Juckreiz im Genitalbereich[1, 2]
- Häufig: Vergrößerung gutartiger Geschwülste der Gebärmutter (Myome)[1, 2]
- Häufig: Wucherungen und Polypen der Gebärmutterschleimhaut, in seltenen Fällen gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut mit Auswandern von Gewebe aus der Gebärmutter (Endometriose)[1, 2]
Wofür wird Tamoxifen eingesetzt?
Tamoxifen ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinom) [1, 3]. Es wird zur unterstützenden Behandlung nach der Erstbehandlung eines Brusttumors eingesetzt (Fachleute sprechen von adjuvanter Therapie) und zur Behandlung von Brustkrebs, der Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat [1, 2]. Die Behandlung ist in der Regel eine Langzeittherapie und sollte laut Fachinformation durch onkologisch erfahrene Ärztinnen und Ärzte erfolgen [2]. Hintergründe zur antihormonellen Behandlung lesen Sie unter Brustkrebs: Antihormontherapie.
Wie wirkt Tamoxifen?
Tamoxifen gehört zu den Antiöstrogenen. Laut Fachinformation hemmt es die Bindung von Östrogenen an ihre Bindungsstellen in den Zellen, die Hormonrezeptoren. In Geweben, deren Wachstum von Östrogen abhängt, teilen sich die Zellen dadurch weniger [2].
Der Wirkstoff wird gut aufgenommen; die höchsten Spiegel im Blut sind 4 bis 7 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt im Mittel 7 Tage. Bei Dauereinnahme reichert sich Tamoxifen im Blut an; ein gleichbleibender Spiegel stellt sich frühestens nach 4 Wochen ein [2].
Im Körper entstehen aus Tamoxifen mehrere Abbauprodukte; der Hauptabbaustoff und weitere besitzen nahezu die gleichen antiöstrogenen Eigenschaften wie Tamoxifen selbst. Eines der wichtigsten aktiven Abbauprodukte ist Endoxifen, an dessen Bildung das Enzym CYP2D6 beteiligt ist. Menschen ohne CYP2D6-Aktivität haben etwa 75 Prozent weniger Endoxifen im Blut; starke Hemmstoffe dieses Enzyms senken den Spiegel in gleichem Umfang. Ein langsamer Abbau über CYP2D6 kann laut Fachinformation mit einem schwächeren Ansprechen auf die Behandlung einhergehen [2].
Bei Frauen nach den Wechseljahren senkte Tamoxifen laut klinischen Erfahrungen das Gesamt- und das LDL-Cholesterin um 10 bis 20 Prozent; zudem wurde von einem Erhalt der Knochendichte berichtet [2]. Bei Frauen vor den Wechseljahren nahm die Knochendichte in Studien dagegen ab [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation lassen sich die Nebenwirkungen zum Teil durch die Wirkweise erklären, etwa Hitzewallungen, Blutungen und Ausfluss aus der Scheide, Juckreiz im Genitalbereich und Schmerzen im Bereich des erkrankten Gewebes; zum Teil sind sie allgemeiner Art wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Benommenheit, Wassereinlagerungen und Haarausfall. Soweit die Fachinformation nichts anderes angibt, stammen ihre Häufigkeiten aus einer großen Studie mit 9.366 Frauen nach den Wechseljahren mit operablem Brustkrebs über 5 Jahre [2].
Gebärmutter: Häufig kommt es zu Wucherungen und Polypen der Gebärmutterschleimhaut und zur Vergrößerung gutartiger Myome, gelegentlich zu Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom), selten zu bösartigen Tumoren der Gebärmutter (Uterussarkome) [1, 2]. Laut Fachinformation steigt das Risiko für ein Endometriumkarzinom mit zunehmender Behandlungsdauer auf das 2- bis 4-Fache gegenüber Frauen ohne Tamoxifen [2].
Blutgerinnsel: Thrombosen in den Venen, etwa tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien, gehören zu den häufigen Nebenwirkungen; bei gleichzeitiger Chemotherapie ist ihre Häufigkeit erhöht [1, 2]. Hintergrund bietet die Seite Thromboserisiko durch Medikamente.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- HautHautausschlag; selten mit runden, scheibenförmigen Hautrötungen, unter Umständen mit Beteiligung der Schleimhäute und hohem Fieber sowie mit schweren Störungen des Allgemeinbefindens oder großen, teils blutgefüllten Hautblasen[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Stoffwechsel und ErnährungFlüssigkeitsansammlung im Gewebe[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Allgemeine BeschwerdenHitzewallungen[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- Allgemeine BeschwerdenErschöpfung[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Geschlechtsorgane und BrustAusfluss aus der Scheide[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustUnregelmäßige Monatsblutungen bis hin zum völligen Ausbleiben der Regel bei Frauen vor den Wechseljahren[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustBlutungen aus der Scheide[1, 2]
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVorübergehende Blutarmut (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- NervensystemBenommenheit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemStörungen der Sinneswahrnehmung, einschließlich Geschmacksstörungen sowie Taubheit oder Kribbeln der Haut[1, 2]Mehr dazu: GeschmacksstörungenKribbeln und Taubheitsgefühl
- AugenSehstörungen, die sich nur zum Teil zurückbilden, durch Linsentrübung (Katarakt), Hornhauttrübung (selten) und/oder Netzhautveränderungen (Retinopathie); das Risiko für eine Linsentrübung steigt mit der Dauer der Einnahme[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Magen und DarmErbrechen, Durchfall, Verstopfung[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenDurchfallVerstopfung
- HautHaarausfall[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- HautÜberempfindlichkeitsreaktionen, in seltenen Fällen mit Gewebeschwellung (angioneurotisches Ödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Stoffwechsel und ErnährungAnstieg bestimmter Blutfette (Triglyceride)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- Gefäße und KreislaufDurchblutungsstörungen der Hirngefäße (ischämische zerebrovaskuläre Ereignisse)[1, 2]
- Gefäße und KreislaufMuskelkrämpfe in den Beinen (Wadenkrämpfe)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in den Venen (Thrombose), die zu einer Minderdurchblutung von Organen führen können, etwa tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolie, auch Gerinnsel in kleinen Gefäßen; bei gleichzeitiger Chemotherapie häufiger[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
- Leber und GalleVeränderte Leberenzymwerte, Entwicklung einer Fettleber[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Geschlechtsorgane und BrustJuckreiz im Genitalbereich[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- Geschlechtsorgane und BrustVergrößerung gutartiger Geschwülste der Gebärmutter (Myome)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustWucherungen und Polypen der Gebärmutterschleimhaut, in seltenen Fällen gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut mit Auswandern von Gewebe aus der Gebärmutter (Endometriose)[1, 2]
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), vorübergehende Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- AtemwegeLungenentzündung (interstitielle Pneumonitis)[1, 2]
- HormonsystemErhöhter Kalziumgehalt im Blut bei Tochtergeschwülsten in den Knochen, vor allem zu Beginn der Behandlung[1, 2]
- Gefäße und KreislaufSchlaganfall[1, 2]
- Leber und GalleSchwere chronische Lebererkrankung (Leberzirrhose); einige Fälle schwerwiegender Lebererkrankungen verliefen tödlich[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Geschlechtsorgane und BrustBösartige Tumoren der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom)[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVollständiger Verlust bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), Verminderung bestimmter Blutzellen (Neutropenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- AugenSchädigung oder Entzündung des Sehnervs; bei einer geringen Anzahl von Patientinnen kam es zur Erblindung[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HautEntzündung kleiner Gefäße in der Haut, die zu Hautausschlag führt (kutane Vaskulitis)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautSchwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) mit rötlichen, zielscheibenartigen oder kreisrunden Flecken am Rumpf, oft mit Blasen in der Mitte, Hautabschuppung und Geschwüren an Mund, Rachen, Nase, Genitalien und Augen; vorher können Fieber oder grippeähnliche Beschwerden auftreten[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Allgemeine BeschwerdenZu Behandlungsbeginn Knochenschmerzen und Schmerzen im Bereich des erkrankten Gewebes[1, 2]
- Leber und GalleStörungen des Gallenabflusses, Leberentzündung, Gelbsucht, ausgeprägter Zerfall von Leberzellen (Leberzellnekrose), Schädigung der Leberzellen, Leberversagen; einige Fälle schwerwiegender Lebererkrankungen verliefen tödlich[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Geschlechtsorgane und BrustZysten an den Eierstöcken[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustBösartige Tumoren der Gebärmutter (Uterussarkome)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustGutartige Gewebewucherungen in der Scheide (Vaginalpolypen)[1, 2]
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemSchwere Blutbildveränderungen (Neutropenien, Panzytopenien)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Stoffwechsel und ErnährungAusgeprägte Erhöhung bestimmter Blutfette (Hypertriglyzeridämie), gelegentlich mit Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte BlutfetteBauchspeicheldrüsenentzündung
- Stoffwechsel und ErnährungStoffwechselstörung mit vermehrter Bildung bestimmter Zellfarbstoffe (Porphyrine) in der Leber und Hautblasen an Stellen, die dem Licht ausgesetzt sind (Porphyria cutanea tarda)[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- HautHautentzündung mit Ausschlag und Rötung, üblicherweise an Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind (kutaner Lupus erythematodes)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagLichtempfindlichkeit der Haut
- Verletzungen und VergiftungenHautausschlag mit Rötung, Schwellung und/oder Blasen nach vorausgegangener Strahlentherapie ("Radiation-Recall"-Phänomen)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Muskeln, Knochen und GelenkeAbnahme der Knochendichte bei Frauen vor den Wechseljahren[1, 2, 4]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- HerzVeränderung der elektrischen Herzaktivität (verlängertes QT-Intervall im EKG)[1, 2, 4]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HautAuslösen oder Verschlimmern der Beschwerden eines erblichen (hereditären) Angioödems[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse können laut Fachinformation lebensbedrohlich oder tödlich sein; trat eine solche Reaktion während der Behandlung mit Tamoxifen auf, darf die Behandlung zu keiner Zeit erneut begonnen werden [2]. Blutungen aus der Scheide nach den Wechseljahren oder unregelmäßige Blutungen davor müssen Sie umgehend frauenärztlich abklären lassen, weil Tamoxifen das Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut und für Uterussarkome erhöht [1, 2]. Einige Fälle schwerwiegender Lebererkrankungen verliefen tödlich [1, 2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Regelmäßige Kontrollen: Während der Behandlung sollten Blutbild, Kalziumgehalt im Blut und Leberfunktion regelmäßig ärztlich kontrolliert werden; eine Kontrolle der Blutfette (Triglyceride) kann sinnvoll sein [1, 2]. Laut Fachinformation sollten Frauen, deren Gebärmutter nicht entfernt wurde, jährlich frauenärztlich auf Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut untersucht werden; bei Tochtergeschwülsten (Metastasen) entscheidet die Ärztin oder der Arzt über die Häufigkeit der Untersuchungen [2]. Vor Behandlungsbeginn sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen; verändert sich Ihre Sehkraft, lassen Sie sich dringend augenärztlich untersuchen, denn manche früh erkannten Veränderungen bilden sich nach dem Absetzen zurück [1, 2].
Hitzewallungen, Erschöpfung, Übelkeit: Diese Beschwerden gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen; Hitzewallungen gehen laut Fachinformation zum Teil auf die antiöstrogene Wirkung von Tamoxifen zurück [1, 2]. Fühlen Sie sich erschöpft oder benommen oder sehen Sie schlechter, seien Sie beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Knochen: Bei Frauen vor den Wechseljahren kann die Knochendichte abnehmen. Fragen Sie dann Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie Sie Ihre Knochengesundheit erhalten können [1]. Laut Fachinformation sollten Frauen vor den Wechseljahren gemäß den örtlichen Leitlinien über Maßnahmen zur Erhaltung der Knochengesundheit aufgeklärt werden [2]. Mehr dazu unter Osteoporose durch Medikamente.
Verhütung: Frauen, die schwanger werden können, sollten während der Behandlung und 9 Monate danach wirksam und nicht hormonell verhüten, etwa mit einer hormonfreien Spirale oder Kondomen. Die Pille ist dafür nicht geeignet: Hormonpräparate, besonders östrogenhaltige, sollten während der Behandlung nicht eingenommen werden, weil eine gegenseitige Wirkungsminderung möglich ist [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Besonders wichtig sind starke Hemmstoffe des Enzyms CYP2D6: die Antidepressiva Paroxetin und Fluoxetin, außerdem Bupropion, Chinidin und Cinacalcet. Sie können die Bildung des aktiven Abbauprodukts Endoxifen verringern; weil eine schwächere Wirkung von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann, sollte die gleichzeitige Gabe vermieden werden [1, 2]. Nehmen Sie eines dieser Mittel ein, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [1].
Blutverdünner vom Cumarin-Typ können zusammen mit Tamoxifen stärker wirken, bis hin zu einer erhöhten Blutungsneigung; kombinieren Sie sie nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung und halten Sie Labortermine sehr sorgfältig ein [1, 2]. Arzneimittel, die das QT-Intervall im EKG verlängern, können diese Wirkung von Tamoxifen verstärken; mehr dazu unter QT-Verlängerung durch Medikamente [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Starke Hemmstoffe des Enzyms CYP2D6: Paroxetin, Fluoxetin (z. B. gegen Depressionen), Bupropion (gegen Depressionen oder zur Raucherentwöhnung), Chinidin (z. B. gegen Herzrhythmusstörungen), Cinacalcet (bei Erkrankungen der Nebenschilddrüse) | Weniger aktives Endoxifen im Blut (laut Fachinformation in der Literatur berichtet: um 65 bis 75 Prozent); eine verminderte Wirksamkeit von Tamoxifen kann nicht ausgeschlossen werden, nach Gabe von SSRI wie Paroxetin wurde sie in Studien gezeigt[1, 2] | Die gleichzeitige Gabe sollte vermieden werden, laut Fachinformation möglichst |
| Arzneimittel, die den Herzrhythmus beeinflussen bzw. das QT-Intervall verlängern | Die QT-Verlängerung kann sich verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation ist Vorsicht geboten und eine EKG- und Elektrolytüberwachung wird empfohlen |
| Blutgerinnungshemmende Arzneimittel, z. B. vom Cumarin-Typ | Verstärkte Wirkung bis hin zu erhöhter Blutungsneigung; laut Fachinformation veränderte Gerinnungswerte (verlängerte Prothrombinzeit)[1, 2] | Nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung kombinieren und Labortermine sehr sorgfältig einhalten |
| Mittel, die die Verklumpung der Blutplättchen hemmen (Thrombozytenaggregationshemmer) | Höhere Blutungsgefahr während einer möglichen Phase mit zu wenigen Blutplättchen[2] | Laut Fachinformation sollten sie nicht zusammen mit Tamoxifen gegeben werden |
| Gleichzeitige Chemotherapie | Blutgerinnsel (thromboembolische Ereignisse, auch tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien) treten häufiger auf[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Hormonpräparate, vor allem östrogenhaltige wie die Pille | Gegenseitige Wirkungsminderung möglich[1, 2] | Sollten während der Behandlung nicht eingenommen werden |
| Aromatasehemmer wie Letrozol | Laut Fachinformation war die Letrozol-Konzentration im Blut um 37 Prozent vermindert; die gemeinsame Gabe von Tamoxifen und Aromatasehemmern zeigte in der unterstützenden (adjuvanten) Behandlung keine bessere Wirksamkeit als Tamoxifen allein[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mittel, die das Enzym CYP3A4 anregen (z. B. Rifampicin) | Laut Literatur niedrigere Tamoxifen-Spiegel im Blut; die klinische Bedeutung ist noch nicht geklärt[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Tamoxifen nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Kinder dürfen nicht mit Tamoxifen behandelt werden; in der Schwangerschaft und in der Stillzeit dürfen Sie es nicht einnehmen [1, 2]. Trifft einer der Punkte unter "Besondere Vorsicht" auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Erbliches (hereditäres) Angioödem in der Vorgeschichte: Tamoxifen kann Beschwerden eines Angioödems auslösen oder verschlimmern[1, 2]
- Stark verminderte Zahl von Blutplättchen und weißen Blutkörperchen oder erhöhter Kalziumgehalt im Blut: besonders sorgfältige ärztliche Überwachung nötig[1, 2]
- Starker Anstieg bestimmter Blutfette (Triglyceride) während der Behandlung: Es kann eine durch Tamoxifen verursachte ausgeprägte Fettstoffwechselstörung (Hypertriglyzeridämie) vorliegen[1]
- Herzerkrankungen, auch Herzrhythmusstörungen oder ein verlängertes QT-Intervall: Das Risiko für Herzrhythmusstörungen kann erhöht sein; laut Fachinformation werden bei Risiko für eine QT-Verlängerung EKG- und Elektrolytkontrollen empfohlen[1, 2]
- Gebärmutter: Laut Fachinformation erhöht Tamoxifen das Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut und für Uterussarkome. Frauen, deren Gebärmutter nicht entfernt wurde, sollten laut Fachinformation jährlich frauenärztlich auf Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut untersucht werden, bei Tochtergeschwülsten (Metastasen) entscheidet die Ärztin oder der Arzt über die Häufigkeit der Untersuchungen; laut Packungsbeilage besprechen Sie die Notwendigkeit einer jährlichen frauenärztlichen Untersuchung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt[1, 2]
- Augen: Vor Behandlungsbeginn sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen[1, 2]
- Frauen vor den Wechseljahren: Die Monatsblutung kann unterdrückt werden, und in Studien nahm die Knochendichte ab; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie Sie Ihre Knochengesundheit erhalten können[1, 2]
- Zeitversetzte Brustrekonstruktion mit eigenem Gewebe (Wochen oder Jahre nach der ersten Brustoperation): Tamoxifen kann das Risiko für Blutgerinnsel in kleinen Gefäßen des Gewebelappens erhöhen, was zu Komplikationen führen kann[1, 2]
- Regelmäßige Kontrollen: Blutbild, Kalziumgehalt im Blut und Leberfunktion sollten regelmäßig ärztlich kontrolliert werden; eine Kontrolle der Triglyceride kann sinnvoll sein[1, 2]
- Langsamer Abbau über das Enzym CYP2D6 ("Poor Metabolizer"): laut Fachinformation niedrigere Endoxifen-Spiegel; dies kann mit einem schwächeren Ansprechen einhergehen[2]
- Dopingkontrollen: Die Anwendung kann zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Was sie zu Schwangerschaft, Verhütung, Stillzeit und Verkehrstüchtigkeit sagen, fassen die Karten zusammen [1, 2]. Bei der Frage, ob Tamoxifen in die Muttermilch übergeht, unterscheiden sich die beiden Dokumente: Die Packungsbeilage bezeichnet das als nicht bekannt, die Fachinformation verweist auf begrenzte Daten, nach denen Tamoxifen übergeht und sich in der Milch anreichert. Die Packungsbeilage schließt die Einnahme in der Stillzeit aus; die Fachinformation führt die Stillzeit als Gegenanzeige auf und empfiehlt die Anwendung in der Stillzeit nicht [1, 2].
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft dürfen Sie Tamoxifen nicht einnehmen, weil keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen. Eine Schwangerschaft sollte vor Behandlungsbeginn ausgeschlossen werden.[1, 2]
Wegen des erbgutschädigenden (genotoxischen) Potenzials von Tamoxifen sollten Frauen, die schwanger werden können, während der Behandlung und 9 Monate danach wirksam und nicht hormonell verhüten (nicht mit der Pille, sondern zum Beispiel mit einer hormonfreien Spirale oder Kondomen). Männern wird empfohlen, während der Behandlung und 6 Monate danach wirksam zu verhüten und kein Kind zu zeugen.[1, 2]
Laut Fachinformation haben Tierstudien eine schädliche Wirkung auf die Fortpflanzung (Reproduktionstoxizität) gezeigt; Frauen müssen über das mögliche Risiko für das ungeborene Kind aufgeklärt werden, falls sie während der Behandlung oder innerhalb von 9 Monaten danach schwanger werden.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
In der Stillzeit dürfen Sie Tamoxifen laut Packungsbeilage nicht einnehmen; ist eine Behandlung nötig, müssen Sie abstillen. In höherer Dosierung hemmt Tamoxifen die Milchbildung vollständig, und sie setzt auch nach dem Ende der Behandlung innerhalb der Stillzeit nicht wieder ein. Ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, ist laut Packungsbeilage nicht bekannt.[1]
Laut Fachinformation weisen begrenzte Daten darauf hin, dass Tamoxifen und seine aktiven Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen und sich dort mit der Zeit anreichern; die Anwendung in der Stillzeit wird deshalb nicht empfohlen. Außerdem führt die Fachinformation die Stillzeit als Gegenanzeige auf.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Ein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit ist unwahrscheinlich. Unter der Behandlung wurde jedoch über Erschöpfung, Benommenheit und Beeinträchtigung des Sehvermögens berichtet; treten diese Beschwerden bei Ihnen auf, sollten Sie beim Führen eines Fahrzeugs oder beim Bedienen von Maschinen vorsichtig sein.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, zu einer Mahlzeit einnehmen.[1, 2]
Tamoxifen wird in der Regel über einen langen Zeitraum eingenommen; über die Dauer entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Zur unterstützenden Behandlung bei frühem Brustkrebs wird zurzeit eine Behandlungsdauer von mindestens 5 Jahren empfohlen.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Behandlung nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, sonst kann der Behandlungserfolg gefährdet sein.[1]
Überdosierung
Haben Sie zu viel eingenommen, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet je nach Schwere der Vergiftung über nötige Maßnahmen. Laut Fachinformation ist über Überdosierungen beim Menschen wenig bekannt; bei sehr hohen Dosen traten Veränderungen im EKG (verlängertes QT-Intervall) und Nervenstörungen (Zittern, gesteigerte Reflexe, Gangunsicherheit und Schwindel) auf. Ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht; behandelt wird nach den Beschwerden.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Packungsbeilage und Fachinformation nennen einen üblichen Dosisbereich für Erwachsene [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Nehmen Sie Tamoxifen immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, zu einer Mahlzeit ein [1]. Tamoxifen wird in der Regel über einen langen Zeitraum eingenommen; über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Zur unterstützenden Behandlung bei frühem Brustkrebs wird zurzeit eine Behandlungsdauer von mindestens 5 Jahren empfohlen [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1].
Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, weil sonst der Behandlungserfolg gefährdet sein kann [1]. Absetzerscheinungen oder ein Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Was Leitlinie und Krebsinformationsdienst zu Behandlungsdauer, Wechsel des Medikaments und belastenden Nebenwirkungen sagen, lesen Sie auf der Seite Tamoxifen absetzen. Haben Sie zu viel eingenommen, benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Tamoxifen
Tamoxifen gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten oder Filmtabletten. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Tamoxifen-ratiopharm 20 mg Tabletten, beide mit Stand April 2026 [1, 2]. Diese Fassungen enthalten die Hinweise zur Abnahme der Knochendichte bei Frauen vor den Wechseljahren und zur Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, die nach einem europäischen Bewertungsverfahren aufgenommen wurden; den Beschluss der Koordinierungsgruppe vom 29. Januar 2026 hat das BfArM am 16. April 2026 umgesetzt [1, 2, 4].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Tamoxifen-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Tabletten mit 20 mg; Grundlage dieser Seite |
| Tamoxifen HEXAL | HEXAL AG | Filmtabletten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tamoxifen-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Tamoxifen-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Tamoxifen. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Tamoxifen: Umsetzung des einstimmigen Beschlusses der Koordinierungsgruppe CMDh vom 29.01.2026 (PSUR Single Assessment), Bescheid vom 16.04.2026, mit dem Beschluss und den Anhängen I bis III in deutscher Übersetzung (Knochendichte vor den Wechseljahren, QT-Verlängerung). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 16.04.2026. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Tamoxifen am häufigsten?
Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, treten Übelkeit, Hautausschlag, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, Hitzewallungen und Erschöpfung auf, außerdem Ausfluss und Blutungen aus der Scheide. Bei Frauen vor den Wechseljahren kann die Monatsblutung unregelmäßig werden oder ganz ausbleiben. Einige dieser Beschwerden, etwa Hitzewallungen sowie Ausfluss und Blutungen aus der Scheide, lassen sich laut Fachinformation durch die Wirkweise von Tamoxifen erklären; andere wie Übelkeit und Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe sind Nebenwirkungen allgemeiner Art. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Erhöht Tamoxifen das Risiko für Gebärmutterkrebs?
Ja. Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom) gehört zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, Uterussarkome zu den seltenen. Laut Fachinformation steigt das Risiko für ein Endometriumkarzinom mit der Dauer der Behandlung auf das 2- bis 4-Fache gegenüber Frauen ohne Tamoxifen. Blutungen aus der Scheide nach den Wechseljahren oder unregelmäßige Blutungen davor müssen Sie deshalb umgehend frauenärztlich abklären lassen. Über eine jährliche frauenärztliche Untersuchung sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann Tamoxifen eine Thrombose verursachen?
Blutgerinnsel in den Venen, etwa tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien, gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Bei gleichzeitiger Chemotherapie ist ihre Häufigkeit erhöht. Auch bei einer zeitversetzten Brustrekonstruktion mit eigenem Gewebe kann Tamoxifen das Risiko für Gerinnsel in kleinen Gefäßen erhöhen; informieren Sie Ihre Ärztinnen und Ärzte vor einem solchen Eingriff.
Welche Antidepressiva vertragen sich nicht mit Tamoxifen?
Packungsbeilage und Fachinformation nennen Paroxetin und Fluoxetin sowie Bupropion; dazu kommen Chinidin und Cinacalcet. Diese Mittel hemmen das Enzym CYP2D6, über das das wichtige aktive Abbauprodukt Endoxifen entsteht. Weil eine schwächere Wirkung von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden kann, sollte die gleichzeitige Gabe vermieden werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eines dieser Mittel einnehmen.
Darf ich während der Behandlung mit Tamoxifen die Pille nehmen?
Nein. Hormonpräparate, besonders östrogenhaltige wie die Pille, sollten während der Behandlung nicht eingenommen werden, weil sich die Wirkungen gegenseitig abschwächen können. Frauen, die schwanger werden können, sollten während der Behandlung und 9 Monate danach wirksam und nicht hormonell verhüten, zum Beispiel mit einer hormonfreien Spirale oder Kondomen.
Macht Tamoxifen müde?
Erschöpfung gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, Benommenheit zu den häufigen. Ein Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit ist laut Packungsbeilage unwahrscheinlich. Treten Erschöpfung, Benommenheit oder Sehstörungen auf, sollten Sie beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen aber vorsichtig sein.
Wie lange muss man Tamoxifen nehmen?
Tamoxifen wird in der Regel über einen langen Zeitraum eingenommen; über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Zur unterstützenden Behandlung bei frühem Brustkrebs wird zurzeit eine Behandlungsdauer von mindestens 5 Jahren empfohlen. Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab, sonst kann der Behandlungserfolg gefährdet sein. Die Dosis laut Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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