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Tacrolimus: Nebenwirkungen und Wirkung

Tacrolimus ist ein verschreibungspflichtiges Immunsuppressivum: Als Kapseln beugt es nach einer Leber-, Nieren- oder Herztransplantation einer Abstoßung vor und dient zur Behandlung von Abstoßungsreaktionen, als Salbe wird es bei Neurodermitis angewendet. Sehr häufig sind bei den Kapseln Zittern, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker, Nierenbeschwerden und Durchfall. Die Dosis wird anhand regelmäßiger Blutspiegelmessungen eingestellt. Präparate dürfen nur mit Zustimmung der Fachärztin oder des Facharztes gewechselt werden.

Mann in den Fünfzigern sitzt morgens am Küchentisch und schaut ruhig aus dem Fenster, vor ihm ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Erhöhte Blutzuckerwerte, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)[1, 2]
  • Sehr häufig: Erhöhte Kaliumkonzentration im Blut[1, 2]
  • Sehr häufig: Schlafstörungen (Schlaflosigkeit)[1, 2]
  • Sehr häufig: Zittern (Tremor), Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Erhöhter Blutdruck[1, 2]
  • Sehr häufig: Auffällige Leberfunktionstests[1, 2]
  • Sehr häufig: Durchfall, Übelkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Nierenbeschwerden (Nierenfunktionsstörung)[1, 2]
  • Häufig: Weniger Blutzellen (Blutplättchen, rote oder weiße Blutkörperchen), mehr weiße Blutkörperchen, veränderte rote Blutkörperchen in Blutuntersuchungen[1, 2]
  • Häufig: Zu niedrige Werte von Magnesium, Phosphat, Kalium, Calcium oder Natrium im Blut, andere Veränderungen der Blutsalze, erhöhte Säurewerte des Blutes (metabolische Azidose)[1, 2]
  • Häufig: Zu viel Flüssigkeit im Körper (Flüssigkeitsüberbelastung)[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Harnsäure- oder Blutfettwerte[1, 2]
  • Häufig: Verringerter Appetit[1, 2]
  • Häufig: Angst, Verwirrtheit und Desorientiertheit, Depression, Stimmungsschwankungen, Albträume, Halluzinationen, psychische Erkrankungen[1, 2]
  • Häufig: Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Kribbeln und Taubheitsgefühl (manchmal schmerzhaft) in Händen und Füßen, Schwindelgefühl, Schreibstörungen, Störungen des Nervensystems; laut Fachinformation auch Erkrankungen der peripheren Nerven (periphere Neuropathien)[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
  • Häufig: Verstärkte Lichtempfindlichkeit der Augen, Augenerkrankungen[1, 2]
  • Häufig: Ohrensausen (Tinnitus)[1, 2]
  • Häufig: Verringerte Durchblutung der Herzkranzgefäße, beschleunigter Herzschlag[1, 2]
  • Häufig: Blutungen, teilweise oder vollständige Verstopfung von Blutgefäßen, niedriger Blutdruck; laut Fachinformation auch Erkrankungen der peripheren Blutgefäße[1, 2]
  • Häufig: Kurzatmigkeit, Veränderungen des Lungengewebes, Flüssigkeitsansammlung um die Lunge, Rachenentzündung, Husten, grippeartige Beschwerden[1, 2]
  • Häufig: Schwellung und Entzündung der Nasenschleimhaut[2]
  • Häufig: Durchbruch im Magen-Darm-Trakt (gastrointestinale Perforation) mit starken Bauchschmerzen, mit oder ohne Schüttelfrost, Fieber, Übelkeit oder Erbrechen[1, 2]
  • Häufig: Entzündungen oder Geschwüre mit Bauchschmerzen oder Durchfall, Magenblutungen, Entzündungen oder Geschwüre im Mund, Flüssigkeitsansammlung im Bauch, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Darmgase, Blähungen, lockere Stühle, Magenbeschwerden[1, 2]
  • Häufig: Veränderte Leberenzyme und Leberfunktion, Gelbfärbung der Haut durch Lebererkrankungen, Schädigung des Lebergewebes, Leberentzündung[1, 2]
  • Häufig: Entzündung der Gallenwege (Cholangitis)[2]
  • Häufig: Juckreiz, Ausschlag, Haarausfall, Akne, verstärktes Schwitzen[1, 2]
  • Häufig: Gelenkschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen, im Rücken und in den Füßen, Muskelkrämpfe[1, 2]
  • Häufig: Beeinträchtigte Nierenfunktion, verringerte Harnbildung, eingeschränktes oder schmerzhaftes Wasserlassen; laut Fachinformation auch Nierenversagen, akutes Nierenversagen, Absterben von Zellen der Nierenkanälchen (Tubulusnekrose), toxische Nierenschädigung (Nephropathie) und Veränderungen des Harns[1, 2]
  • Häufig: Allgemeine Schwäche, Fieber, Flüssigkeitsansammlung im Körper, Schmerzen und Beschwerden, gestörtes Temperaturempfinden[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Blutwerte des Enzyms alkalische Phosphatase, Gewichtszunahme[1, 2]
  • Häufig: Unzureichende Funktion des transplantierten Organs[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Tacrolimus eingesetzt?

Tacrolimus ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der das Immunsystem unterdrückt (Immunsuppressivum) [1, 2, 5]. Als Kapseln wird er nach einer Leber-, Nieren- oder Herztransplantation eingesetzt, um einer Abstoßung des neuen Organs vorzubeugen, oft zusammen mit anderen Immunsuppressiva. Außerdem dient er laut Packungsbeilage zur Behandlung einer Abstoßung, auch wenn sich die Immunreaktion mit einer vorausgehenden Behandlung nicht beherrschen ließ; die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiet Abstoßungen, die sich gegenüber anderen Immunsuppressiva als therapieresistent erweisen [1, 2]. Laut Fachinformation sollten nur Ärztinnen und Ärzte mit Erfahrung in der immunsuppressiven Behandlung von Transplantierten Tacrolimus verordnen oder die Behandlung ändern [2].

Tacrolimus gibt es auch als Salbe (Protopic). Sie ist zugelassen für das mittelschwere bis schwere atopische Ekzem, also die Neurodermitis, wenn herkömmliche Behandlungen wie Kortisonsalben nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden; die schwächere Salbe auch bei Kindern ab 2 Jahren [4]. Kapseln, Retardkapseln und Salbe sind unterschiedliche Arzneimittel mit eigenen Packungsbeilagen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der Kapseln Prograf; Angaben zur Salbe sind ausdrücklich als solche gekennzeichnet [1, 2, 4].

Wie wirkt Tacrolimus?

Nach einer Transplantation versucht das Immunsystem, das fremde Organ abzustoßen. Tacrolimus hält das Immunsystem laut Packungsbeilage unter Kontrolle und ermöglicht dem Körper so die Annahme des transplantierten Organs [1]. Es gehört zu den Calcineurin-Hemmern: In den Zellen bindet Tacrolimus an ein Eiweiß; dieser Komplex hemmt das Enzym Calcineurin. Dadurch werden Signalwege in den T-Zellen unterbrochen, einer Gruppe von Abwehrzellen. Tacrolimus hemmt vor allem die Bildung zytotoxischer Lymphozyten, die in erster Linie für die Abstoßung verantwortlich sind, und die Bildung von Botenstoffen wie Interleukin-2 [2].

Nach der Einnahme der Kapseln ist die höchste Konzentration im Blut nach etwa 1 bis 3 Stunden erreicht; im Mittel gelangen 20 bis 25 Prozent des Wirkstoffs ins Blut. Am besten wird Tacrolimus auf nüchternen Magen aufgenommen; eine Mahlzeit, besonders eine fettreiche, vermindert die Aufnahme [2]. Abgebaut wird es vor allem in der Leber über die Enzyme CYP3A4 und CYP3A5 sowie in der Darmwand. Deshalb können viele andere Arzneimittel, aber auch Grapefruit und Johanniskraut, den Tacrolimus-Spiegel im Blut erhöhen oder senken [1, 2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation der Kapseln eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation lässt sich das Nebenwirkungsprofil von Immunsuppressiva wegen der Grunderkrankung und der vielen gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel oft nicht genau bestimmen. Am häufigsten (bei mehr als 10 Prozent der Behandelten) wurden Zittern, Nierenfunktionsstörungen, erhöhter Blutzucker und Diabetes, ein erhöhter Kaliumwert, Infektionen, Bluthochdruck und Schlaflosigkeit berichtet [2]. Weil Tacrolimus die körpereigene Abwehr verringert, können Sie sich leichter Infektionen der Haut, des Mundes, des Magen-Darm-Trakts, der Lunge oder der Harnwege zuziehen; einige können schwerwiegend oder lebensbedrohlich sein [1]. Mehr dazu unter Infektanfälligkeit durch Medikamente, Nierenschäden durch Medikamente und Zittern.

Salbe: Für die Tacrolimus-Salbe Protopic gelten eigene Angaben, die nicht in der Liste stehen. Laut ihrer Packungsbeilage sind Brennen und Juckreiz sehr häufig; sie sind gewöhnlich leicht bis mäßig und verschwinden im Allgemeinen innerhalb einer Woche. Häufig sind Hautrötung, Wärmegefühl, Schmerz, erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegen Hitze und Kälte, Prickeln, Ausschlag, örtliche Hautinfektionen wie Lippenherpes sowie Gesichtsrötung oder Hautreizung nach alkoholischen Getränken; gelegentlich kommt es zu Akne [4].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemVeränderungen der Blutgerinnung, Verringerung aller Blutzellen; laut Fachinformation auch Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Neutropenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
  • Blut und LymphsystemSchädigung der kleinsten Blutgefäße (thrombotische Mikroangiopathie), auch als hämolytisch-urämisches Syndrom mit wenig oder keinem Urin (akutes Nierenversagen), extremer Müdigkeit, Gelbsucht, ungewöhnlichen Blutergüssen oder Einblutungen und Anzeichen einer Infektion[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenBlutungen und blaue FleckenMüdigkeit
  • Stoffwechsel und ErnährungFlüssigkeitsmangel (Dehydrierung)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungVerringerte Eiweiß- oder Zuckerwerte im Blut, erhöhte Phosphatwerte[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
  • PsychePsychotische Störung[2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
  • NervensystemKoma, Hirnblutungen, Schlaganfall, Lähmung, Erkrankung des Gehirns, Sprech- und Sprachstörungen, Gedächtnisausfall[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • AugenLinsentrübung (Katarakt)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Ohr und GleichgewichtVermindertes Hörvermögen[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • HerzUnregelmäßiger Herzschlag, Herzstillstand, verminderte Herzleistung, Herzmuskelerkrankungen, Vergrößerung des Herzmuskels, starkes Herzklopfen, auffälliges EKG, auffällige Herz- und Pulsfrequenz[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasenHerzschwäche
  • Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in einer Arm- oder Beinvene, Schock; laut Fachinformation auch Infarkt[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
  • AtemwegeAtembeschwerden, Erkrankungen der Atemwege, Asthma; laut Fachinformation auch Atemversagen[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmDarmverschluss, erhöhte Blutwerte des Enzyms Amylase, Rückfluss von Mageninhalt in den Rachen, verlangsamte Magenentleerung[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
  • Magen und DarmAkute und chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • HautHautentzündung (Dermatitis), brennendes Gefühl unter Sonneneinwirkung[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
  • Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkerkrankungen[1, 2]
  • Nieren und HarnwegeAusbleibende Harnausscheidung (Anurie)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • Geschlechtsorgane und BrustMenstruationsschmerzen und unregelmäßige Regelblutungen[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
  • Allgemeine BeschwerdenVersagen mehrerer Organe, grippeartige Erkrankung, erhöhte Empfindlichkeit gegen Wärme und Kälte, Druckgefühl auf der Brust, Zittrigkeit oder Krankheitsgefühl[1, 2]Mehr dazu: Zittern
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Blutwerte des Enzyms Laktatdehydrogenase, Gewichtsverlust[1, 2]Mehr dazu: Veränderte LaborwerteGewichtsabnahme

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemThrombotische thrombozytopenische Purpura: Schädigung der kleinsten Blutgefäße mit Fieber und winzigen roten Punkten unter der Haut, mit oder ohne extreme Müdigkeit, Verwirrtheit, Gelbsucht, Zeichen eines akuten Nierenversagens, Sehverlust und Krampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenFieberNierenfunktionsstörungen
  • Blut und LymphsystemKleine Einblutungen in die Haut durch Blutgerinnsel; laut Fachinformation auch ein Mangel an dem Gerinnungsfaktor Prothrombin (Hypoprothrombinämie)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • HautToxische epidermale Nekrolyse: wunde Stellen und Blasen auf Haut oder Schleimhäuten, rote geschwollene Haut, die sich großflächig ablösen kann[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
  • AugenBlindheit[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • NervensystemStarke Muskelsteifigkeit (erhöhter Muskeltonus)[1, 2]
  • Ohr und GleichgewichtTaubheit[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • HerzFlüssigkeitsansammlung um das Herz (Perikarderguss)[1, 2]
  • AtemwegeAkute Atemnot (akutes Atemnotsyndrom)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmZysten in der Bauchspeicheldrüse; laut Fachinformation auch unvollständiger Darmverschluss (Subileus)[1, 2]
  • Leber und GalleDurchblutungsstörungen in der Leber (laut Fachinformation Thrombose der Leberarterie und mit Venenverschluss einhergehende Lebererkrankung)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HormonsystemVerstärkter Haarwuchs (Hirsutismus)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenDurst, Sturz, beklemmendes Gefühl im Brustbereich, Geschwüre[1, 2]
  • Muskeln, Knochen und GelenkeVerringerte Beweglichkeit[1, 2]

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • HautStevens-Johnson-Syndrom: unerklärliche großflächige Hautschmerzen, Gesichtsschwellung, schwere Erkrankung mit Blasen auf der Haut, im Mund, an den Augen und Geschlechtsorganen, Nesselsucht, geschwollene Zunge, sich ausbreitender roter oder purpurfarbener Ausschlag, Hautschuppung[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • HerzTorsades de pointes: Herzrhythmusstörung, mit oder ohne Beschwerden wie Brustschmerz (Angina), Ohnmacht, Schwindel oder Übelkeit, Herzklopfen und Atemnot[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
  • InfektionenProgressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML), eine schwerwiegende, möglicherweise lebensbedrohliche Hirninfektion mit Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten beim Denken oder Gehen oder Sehverlust[1]Mehr dazu: Konzentrations- und GedächtnisstörungenSehstörungen
  • NervensystemMuskelschwäche (Myasthenie)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
  • Laborwerte und UntersuchungenAuffälliges Echokardiogramm (Ultraschall des Herzens); laut Fachinformation auch QT-Verlängerung im EKG[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
  • Leber und GalleLeberversagen, Verengung der Gallengänge[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Nieren und HarnwegeSchmerzhaftes Wasserlassen mit Blut im Urin (hämorrhagische Blasenentzündung); laut Fachinformation auch Nierenerkrankung (Nephropathie)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • Ohr und GleichgewichtEingeschränktes Hörvermögen[2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
  • Allgemeine BeschwerdenZunahme des Fettgewebes[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • InfektionenOpportunistische Infektionen durch Bakterien, Pilze, Viren oder Einzeller mit lang anhaltendem Durchfall, Fieber und Halsschmerzen[1]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitPilzinfektionenDurchfallFieber
  • Gutartige und bösartige NeubildungenGutartige und bösartige Tumoren als Folge der Immunsuppression, darunter bösartiger Hautkrebs und das Kaposi-Sarkom; Anzeichen sind neue oder veränderte Hautverfärbungen, Läsionen oder Knoten[1, 2]
  • Blut und LymphsystemSehr starke Verminderung der roten Blutkörperchen (Pure Red Cell Aplasia), Blutarmut durch vermehrten Abbau roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie) und Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen mit Fieber (febrile Neutropenie); mögliche Beschwerden sind Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Brustschmerzen und kalte Hände und Füße[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsFieberMüdigkeit
  • Blut und LymphsystemStarke Verminderung der weißen Blutkörperchen (Agranulozytose) mit Geschwüren im Mund, Fieber und Infektionen; mögliche Beschwerden sind plötzliches Fieber, Muskelspannungen und Halsschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsFieberErhöhte Infektanfälligkeit
  • ImmunsystemAllergische und anaphylaktische Reaktionen mit plötzlich juckendem Ausschlag (Nesselsucht), Schwellung von Händen, Füßen, Fußgelenken, Gesicht, Lippen, Mund oder Rachen, auch mit Schluck- oder Atembeschwerden, und Ohnmachtsgefühl[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
  • NervensystemPosteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) mit Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Stimmungsschwankungen, Krampfanfällen und Sehstörungen[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenVerwirrtheitKrampfanfälleSehstörungen
  • AugenStörungen des Sehnervs (Neuropathie des Nervus opticus) mit verschwommenem Sehen, verändertem Farbsehen, Schwierigkeiten beim Erkennen von Einzelheiten oder Einschränkungen des Gesichtsfeldes[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • Verletzungen und VergiftungenAbstoßung des Transplantats nach unbeabsichtigter oder unbeaufsichtigter Umstellung zwischen Tacrolimus-Formulierungen mit sofortiger und mit verzögerter Freisetzung (Anwendungsfehler)[2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilage nennt diese Beschwerden als Zeichen von Infektionen oder schwerwiegenden Nebenwirkungen, bei denen Sie unmittelbar mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen sollten [1]. Laut Fachinformation sollten Veränderungen der Sehschärfe oder des Farbensehens, verschwommenes Sehen und Gesichtsfeldausfälle sofort untersucht werden; bei einem Durchbruch im Magen-Darm-Trakt ist unmittelbar eine Behandlung zu erwägen [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Vierzigern mit Sonnenhut und leichter langärmeliger Bluse sitzt im Schatten auf einer Terrasse
Bild: KI-generiert

Kontrollen wahrnehmen: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt führt von Zeit zu Zeit Untersuchungen durch, etwa Blut- und Harnuntersuchungen sowie Prüfungen von Herz, Augen und Nervensystem, um die Dosis richtig einzustellen; für die Dosisfindung sind regelmäßige Blutuntersuchungen nötig [1]. Laut Fachinformation wird der Tacrolimus-Spiegel kurz vor der nächsten Einnahme (Talspiegel) gemessen: anfangs etwa zweimal wöchentlich, später regelmäßig und nach jeder Änderung der Dosis oder der Begleitmedikamente [2]. Bleiben Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in regelmäßigem Kontakt [1].

Durchfall: Haben Sie länger als einen Tag Durchfall, verständigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; möglicherweise muss die Dosis angepasst werden. Laut Fachinformation kann der Tacrolimus-Spiegel bei Durchfall stark schwanken [1, 2].

Haut schützen: Wegen des Risikos bösartiger Hautveränderungen unter Immunsuppressiva setzen Sie sich möglichst wenig Sonnenlicht und UV-Licht aus, tragen geeignete Kleidung und benutzen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor [1, 2]. Bemerken Sie neue oder veränderte Hautverfärbungen oder Knoten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Hintergrund bietet die Seite Medikamente und Sonne: Lichtempfindlichkeit der Haut.

Blutzucker, Blutdruck, Kalium: Erhöhte Blutzuckerwerte, Bluthochdruck und ein erhöhter Kaliumwert gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Laut Fachinformation werden Blutdruck, Blutzucker und Blutsalze (besonders Kalium) in der ersten Zeit nach der Transplantation routinemäßig überwacht [2]. Eine hohe Kaliumzufuhr und kaliumsparende Entwässerungsmittel sollten laut Fachinformation vermieden werden [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, auch rezeptfreie und pflanzliche [1]. Andere Arzneimittel können den Tacrolimus-Spiegel erhöhen oder senken. Steigt er, besteht das Risiko schwerer Nebenwirkungen an Nieren und Nervensystem oder von Herzrhythmusstörungen; sinkt er, steigt das Risiko einer Abstoßung. Weil sich der Spiegel sehr bald nach Beginn eines neuen Mittels ändern kann, muss er dann möglicherweise wiederholt kontrolliert werden [1]. Suchen Sie eine andere Ärztin oder einen anderen Arzt als Ihr Transplantationsteam auf, sagen Sie dort, dass Sie Tacrolimus einnehmen [1].

Prograf darf nicht zusammen mit Ciclosporin eingenommen werden [1]. Zu den Mitteln, die den Spiegel verändern können, zählen unter anderem Pilzmittel wie Fluconazol, Antibiotika wie Clarithromycin oder Rifampicin, Magenschutzmittel wie Omeprazol, Metamizol, bestimmte Blutdruck- und Herzmittel sowie Johanniskraut [1, 2]. Grapefruit und Grapefruitsaft sind zu meiden [1]; mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Grapefruit. Schmerzmittel wie Ibuprofen und einige Antibiotika und Virusmittel können zusammen mit Tacrolimus Nieren und Nervensystem zusätzlich belasten [1].

Wechselwirkungen von Tacrolimus
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
CiclosporinLaut Fachinformation verlängerte Halbwertszeit von Ciclosporin und sich verstärkende nierenschädigende Wirkungen[1, 2]Darf nicht zusammen mit Prograf eingenommen werden
Starke CYP3A4-Hemmer, z. B. Pilzmittel wie Ketoconazol, Itraconazol, Posaconazol und Voriconazol, Makrolid-Antibiotika wie Clarithromycin, Josamycin und Telithromycin, HIV-Mittel wie Ritonavir und CobicistatHöhere Tacrolimus-Spiegel; laut Fachinformation drohen schwere Nebenwirkungen an Nieren und Nervensystem sowie eine QT-Verlängerung[1, 2]Ärztin oder Arzt verständigen; laut Fachinformation gleichzeitige Anwendung möglichst vermeiden, sonst Spiegel ab den ersten Tagen häufig kontrollieren
Weitere Mittel, die den Tacrolimus-Spiegel verändern können, z. B. Fluconazol, Erythromycin, Azithromycin, Letermovir, Mittel gegen Hepatitis C, bestimmte Krebsmittel (z. B. Nilotinib, Imatinib, Crizotinib), Omeprazol, Lansoprazol, Cimetidin, Metoclopramid, Magnesium-Aluminium-Hydroxid, Ethinylestradiol, Danazol, Nifedipin, Nicardipin, Diltiazem, Verapamil, Amiodaron, Nefazodon, Cannabidiol, Prednisolon, Methylprednisolon und Zubereitungen mit Schisandra sphenantheraDer Tacrolimus-Spiegel kann steigen oder sinken; ein Anstieg kann zu schweren Nebenwirkungen an Nieren oder Nervensystem und zu Herzrhythmusstörungen führen, ein Abfall das Abstoßungsrisiko erhöhen[1, 2]Ärztin oder Arzt verständigen; der Blutspiegel muss eventuell in den ersten Tagen wiederholt und danach häufig kontrolliert werden
Mittel, die den Tacrolimus-Spiegel senken können, z. B. Rifampicin, Rifabutin, Isoniazid, Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Metamizol, Apalutamid, Enzalutamid, Mitotan, Efavirenz, Etravirin, Nevirapin, Flucloxacillin, Caspofungin, JohanniskrautNiedrigere Tacrolimus-Spiegel, höheres Abstoßungsrisiko[1, 2]Ärztin oder Arzt verständigen; laut Fachinformation starke Induktoren wie Rifampicin, Phenytoin oder Carbamazepin möglichst meiden
Grapefruit und GrapefruitsaftLaut Fachinformation höhere Tacrolimus-Spiegel und größeres Risiko schwerer Nebenwirkungen[1, 2]Vermeiden
Mittel, die Nieren oder Nervensystem belasten können: Ibuprofen und andere NSAR, Amphotericin B, Cotrimoxazol, Vancomycin, Aminoglykoside wie Gentamicin, Aciclovir, Ganciclovir, Cidofovir, FoscarnetKönnen Nierenerkrankungen oder Erkrankungen des Nervensystems verschlechtern[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Sirolimus oder EverolimusHöheres Risiko für eine Schädigung der kleinsten Blutgefäße (thrombotische Mikroangiopathie, TTP, HUS)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Kaliumhaltige Nahrungsergänzungsmittel, kaliumsparende Entwässerungsmittel (Amilorid, Triamteren, Spironolacton), Trimethoprim, CotrimoxazolKaliumwert im Blut kann steigen[1, 2]Laut Fachinformation hohe Kaliumzufuhr und kaliumsparende Entwässerungsmittel vermeiden; Kalium engmaschig kontrollieren
Blutverdünner und Diabetesmittel zum EinnehmenLaut Fachinformation sind Wechselwirkungen möglich, weil Tacrolimus stark an Bluteiweiße gebunden wird[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Hormonelle VerhütungsmittelLaut Fachinformation kann Tacrolimus ihren Abbau verlangsamen und die Hormonmenge im Körper erhöhen[2]Verhütung besonders sorgfältig ärztlich besprechen
PhenytoinLaut Fachinformation erhöht Tacrolimus den Phenytoinspiegel im Blut[2]Ärztin oder Arzt informieren
MycophenolsäureBei einer Umstellung zwischen Ciclosporin und Tacrolimus kann sich die Menge an Mycophenolsäure im Körper verändern[1, 2]Laut Fachinformation kann eine Spiegelkontrolle angebracht sein
Lebendimpfstoffe und andere ImpfungenImpfungen können weniger wirksam sein[1, 2]Vor einer Impfung ärztlich beraten lassen; laut Fachinformation abgeschwächte Lebendimpfstoffe vermeiden

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Tacrolimus nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bei einer Allergie gegen Tacrolimus oder gegen Antibiotika aus der Gruppe der Makrolide dürfen Sie Tacrolimus nicht einnehmen [1, 2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Tacrolimus oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Allergie gegen Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin, Clarithromycin oder Josamycin[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Austausch von Präparaten: Achten Sie darauf, immer dasselbe Tacrolimus-Arzneimittel zu erhalten, außer Ihre Fachärztin oder Ihr Facharzt hat einem Wechsel ausdrücklich zugestimmt. Sieht das Arzneimittel anders aus oder hat sich die Dosierungsanweisung geändert, fragen Sie so schnell wie möglich nach. Laut Fachinformation ist eine unachtsame, versehentliche oder unbeaufsichtigte Umstellung zwischen Tacrolimus-Formulierungen mit sofortiger und mit verzögerter Freisetzung gefährlich und kann zu Abstoßungen oder vermehrten Nebenwirkungen führen[1, 2]
  • Kontrollen: Ihre Ärztin oder Ihr Arzt führt von Zeit zu Zeit Untersuchungen durch, zum Beispiel Blut- und Harnuntersuchungen sowie Prüfungen von Herz, Augen und Nervensystem, um die Dosis richtig einzustellen; für die Dosisfindung sind regelmäßige Blutuntersuchungen nötig. Laut Fachinformation werden in der ersten Zeit nach der Transplantation unter anderem Blutdruck, EKG, Sehvermögen, Blutzucker, Blutsalze (besonders Kalium), Leber- und Nierenfunktion, Blutbild und Blutgerinnung überwacht[1, 2]
  • Blutspiegel: Laut Fachinformation werden die Tacrolimus-Talspiegel nach der Transplantation regelmäßig gemessen, anfangs etwa zweimal wöchentlich, außerdem nach jeder Dosisänderung und wenn Arzneimittel hinzukommen oder wegfallen, die den Spiegel verändern können[2]
  • Niere: Tacrolimus kann die Nierenfunktion einschränken; laut Fachinformation sollten Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion engmaschig überwacht und Arzneimittel, die die Nieren schädigen können, möglichst nicht gleichzeitig angewendet werden[1, 2]
  • Leberbeschwerden oder frühere Lebererkrankungen: Teilen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, weil dies die Dosierung beeinflussen kann[1, 2]
  • Herz: Veränderungen der elektrischen Herzaktivität (QT-Verlängerung) sind der Ärztin oder dem Arzt zu nennen; laut Fachinformation ist bei Risikofaktoren für eine QT-Verlängerung Vorsicht geboten[1, 2]
  • Sonne und UV-Licht: Setzen Sie sich möglichst wenig Sonnenlicht und UV-Licht aus, tragen Sie geeignete Kleidung und verwenden Sie Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, weil unter Immunsuppressiva ein Risiko bösartiger Hautveränderungen besteht[1, 2]
  • Infektionen und Tumoren: erhöhtes Risiko für Infektionen, auch für lymphoproliferative Erkrankungen; laut Fachinformation auch für Hepatitis-Infektionen und das Wiederaufflammen einer Hepatitis B oder C[1, 2]
  • Frühere Schädigung der kleinsten Blutgefäße (thrombotische Mikroangiopathie, TTP, HUS): Das Risiko kann zusammen mit Sirolimus oder Everolimus steigen[1, 2]
  • Impfungen: Sprechen Sie vor jeder Impfung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation können Impfungen weniger wirksam sein, abgeschwächte Lebendimpfstoffe sollten vermieden werden[1, 2]
  • Pflanzliche Mittel wie Johanniskraut können die Wirksamkeit und die nötige Dosis beeinflussen und sind zu vermeiden[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern (die Kapseln enthalten Lactose) sowie Allergie gegen Erdnuss oder Soja (Drucktinte der Kapseln mit 0,5 mg und 1 mg enthält Sojalecithin): vorher ärztlich besprechen[1, 2]
  • Salbe (Protopic): nicht auf infizierte Hautstellen auftragen; Vorsicht bei Leberinsuffizienz, bösartigen Hautveränderungen, geschwächtem Immunsystem und geschwollenen Lymphknoten; längere Sonnen- und Solariumbestrahlung vermeiden; für Kinder unter 2 Jahren nicht zugelassen[4]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation der Kapseln, die Packungsbeilage der Salbe und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3, 4]. In der Stillzeit weichen die Angaben voneinander ab: Packungsbeilage und Fachinformation raten vom Stillen ab, weil Tacrolimus in die Muttermilch übergeht; laut Embryotox darf unter Tacrolimus gestillt werden [1, 2, 3]. Planen Sie eine Schwangerschaft, besprechen Sie das rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Schwangerschaft

Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, wenn Sie schwanger sind oder werden möchten. In einer Studie mit transplantierten Frauen wurden unter Tacrolimus mehr Fehlgeburten bei Leber- und Nierentransplantierten und bei Nierentransplantierten ein höheres Risiko für eine Präeklampsie (anhaltender Bluthochdruck mit Eiweiß im Urin) berichtet, ohne dass die Daten für Schlussfolgerungen ausreichten; ein erhöhtes Risiko für schwere Geburtsfehler wurde nicht festgestellt.[1, 2]

Laut Fachinformation passiert Tacrolimus die Plazenta; bei Neugeborenen kann ein erhöhter Kaliumwert auftreten (in einer Auswertung bei 8 von 111), der sich in der Regel von selbst normalisiert. Tacrolimus kommt in der Schwangerschaft in Betracht, wenn keine sicherere Alternative zur Verfügung steht und der Nutzen das mögliche Risiko für das Kind rechtfertigt; das Neugeborene sollte dann besonders auf die Nierenfunktion überwacht werden.[2]

Embryotox stuft die Studienlage als widersprüchlich oder noch unzureichend ein: Bei insgesamt mehr als 1.000 Schwangerschaften ließ sich keine fehlbildende Wirkung erkennen. Eine stabil auf Tacrolimus eingestellte Patientin sollte laut Embryotox nicht umgestellt werden. Bietet Tacrolimus eine größere Erfolgschance als ältere, besser untersuchte Immunsuppressiva, darf es laut Embryotox bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft verordnet werden. Nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Bei längerer Einnahme empfiehlt Embryotox Ultraschallkontrollen des Wachstums und die Beachtung eines erhöhten Risikos für Schwangerschaftsdiabetes; beim Neugeborenen sollten Kalium und Nierenfunktion kontrolliert werden. Eine Behandlung des werdenden Vaters muss laut Embryotox nicht umgestellt werden. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Ciclosporin oder Azathioprin und Glukokortikoide wie Prednisolon. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Tacrolimus geht in die Muttermilch über; laut Packungsbeilage und Fachinformation sollten Sie während der Einnahme deshalb nicht stillen.[1, 2]

Embryotox bewertet das anders: Bei fast 60 Mutter-Kind-Paaren wurden bei gestillten Kindern bisher keine Beschwerden beschrieben; laut Embryotox darf unter Tacrolimus gestillt werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Schwindel, Schläfrigkeit und verschwommenes Sehen treten bei Einnahme zusammen mit Alkohol häufiger auf.[1, 2]

Salbe (Protopic): Rötung der Gesichtshaut oder Hautreizungen nach dem Genuss alkoholischer Getränke sind häufig.[4]

Autofahren und Maschinen

Fühlen Sie sich nach der Einnahme schwindelig oder schläfrig oder sehen Sie verschwommen, dürfen Sie sich nicht ans Steuer setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen. Zusammen mit Alkohol treten diese Wirkungen häufiger auf.[1, 2]

Einnahme

Prograf wird zweimal täglich eingenommen, gewöhnlich morgens und abends, und zwar auf nüchternen Magen oder mindestens 1 Stunde vor bzw. 2 bis 3 Stunden nach einer Mahlzeit. Die Kapseln sofort nach der Entnahme aus der Blisterpackung unzerkaut mit einem Glas Wasser schlucken; das Trockenmittel im Folienbeutel nicht schlucken. Grapefruit und Grapefruitsaft meiden.[1, 2]

Achten Sie darauf, beim Einlösen des Rezepts immer dasselbe Tacrolimus-Arzneimittel zu erhalten, außer Ihre Fachärztin oder Ihr Facharzt hat einem Wechsel ausdrücklich zugestimmt. Um eine Abstoßung zu verhindern, müssen Sie Tacrolimus täglich einnehmen, solange Ihr Immunsystem unterdrückt werden muss.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen, sondern bis zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt warten und die Behandlung ganz normal fortsetzen.[1]

Absetzen

Wenn Sie die Behandlung beenden, kann sich das Risiko einer Abstoßung Ihres Transplantats erhöhen. Die Behandlung darf nur auf Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes abgebrochen werden.[1]

Überdosierung

Haben Sie versehentlich zu viel eingenommen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses. Laut Fachinformation wurden nach Überdosierungen unter anderem Zittern, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Infektionen, Nesselsucht, Teilnahmslosigkeit sowie erhöhte Nieren- und Leberwerte beobachtet; ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt einen üblichen Bereich für die Anfangsdosis nach einer Transplantation, die sich nach dem Körpergewicht richtet; die Fachinformation ergänzt Hinweise für eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion, Kinder und ältere Menschen [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt anhand Ihres Zustands und regelmäßiger Blutuntersuchungen fest [1].

Einnahme und Absetzen

Prograf wird zweimal täglich eingenommen, gewöhnlich morgens und abends, und zwar auf nüchternen Magen oder mindestens 1 Stunde vor beziehungsweise 2 bis 3 Stunden nach einer Mahlzeit. Schlucken Sie die Kapseln sofort nach der Entnahme aus der Blisterpackung unzerkaut mit einem Glas Wasser; das Trockenmittel im Folienbeutel darf nicht geschluckt werden [1, 2]. Achten Sie darauf, beim Einlösen des Rezepts immer dasselbe Tacrolimus-Arzneimittel zu erhalten, außer Ihre Fachärztin oder Ihr Facharzt hat einem Wechsel ausdrücklich zugestimmt; sieht das Arzneimittel anders aus als gewohnt, fragen Sie so schnell wie möglich nach [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern setzen Sie die Behandlung zum nächsten vorgesehenen Zeitpunkt normal fort [1].

Um eine Abstoßung zu verhindern, müssen Sie Tacrolimus täglich einnehmen, solange Ihr Immunsystem unterdrückt werden muss. Beenden Sie die Behandlung nur auf Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes, denn sonst kann sich das Risiko einer Abstoßung erhöhen [1]. Haben Sie versehentlich zu viel eingenommen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses [1]; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Tacrolimus

Tacrolimus gibt es als Hartkapseln zur zweimal täglichen Einnahme (zum Beispiel Prograf), als Kapseln mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (zum Beispiel Advagraf), als Konzentrat zur Infusion und als Salbe (Protopic). Laut Fachinformation ist eine unachtsame oder unbeaufsichtigte Umstellung zwischen Formen mit sofortiger und mit verzögerter Freisetzung gefährlich; sie kann zu Abstoßungen oder vermehrten Nebenwirkungen führen [2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Prograf Hartkapseln, beide mit Stand März 2026 [1, 2].

Präparate mit Tacrolimus
PräparatAnbieterHinweis
AdvagrafAstellas Pharma Europe B.V.Hartkapseln, retardiert (mit verzögerter Freisetzung); nicht ohne ärztliche Aufsicht mit Prograf austauschbar
PrografAstellas Pharma GmbHHartkapseln mit 0,5 mg, 1 mg oder 5 mg (zweimal täglich); Grundlage dieser Seite
ProtopicLEO Pharma A/SSalbe mit 0,03 % oder 0,1 % zur Anwendung auf der Haut (Neurodermitis)

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Prograf 0,5 mg/1 mg/5 mg Hartkapseln. Astellas Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Prograf 0,5 mg/1 mg/5 mg Hartkapseln. Astellas Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Tacrolimus. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
  4. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Protopic 0,03 %/0,1 % Salbe (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilagen. LEO Pharma A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025. abgerufen am 11.10.2026
  5. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Tacrolimus. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Tacrolimus am häufigsten?

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, treten bei Tacrolimus-Kapseln erhöhte Blutzuckerwerte und Diabetes, ein erhöhter Kaliumwert, Schlafstörungen, Zittern, Kopfschmerzen, Bluthochdruck, auffällige Leberwerte, Durchfall, Übelkeit und Nierenbeschwerden auf. Außerdem erhöht Tacrolimus die Anfälligkeit für Infektionen. Bei Anzeichen einer Infektion wie Fieber, Husten oder Halsschmerzen sprechen Sie unmittelbar mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Warum wird der Tacrolimus-Spiegel im Blut gemessen?

Die richtige Dosis lässt sich nur mit regelmäßigen Blutuntersuchungen finden. Laut Fachinformation werden die Talspiegel (der Wert kurz vor der nächsten Einnahme) nach der Transplantation anfangs etwa zweimal wöchentlich bestimmt, später regelmäßig, außerdem nach jeder Dosisänderung und wenn Arzneimittel hinzukommen oder wegfallen, die den Spiegel verändern können. Zu hohe Spiegel können zu schweren Nebenwirkungen an Nieren und Nervensystem oder zu Herzrhythmusstörungen führen, zu niedrige das Risiko einer Abstoßung erhöhen.

Darf ich unter Tacrolimus Grapefruit essen?

Nein. Grapefruit und Grapefruitsaft sollen Sie während der Einnahme meiden. Laut Fachinformation können sie den Tacrolimus-Spiegel im Blut erhöhen und das Risiko schwerer Nebenwirkungen steigern. Auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut sind zu vermeiden, weil sie die Wirksamkeit und die nötige Dosis beeinflussen können.

Kann ich Prograf gegen Advagraf oder ein anderes Tacrolimus-Präparat tauschen?

Nicht ohne ärztliche Zustimmung. Laut Packungsbeilage sollten Sie beim Einlösen des Rezepts immer dasselbe Tacrolimus-Arzneimittel erhalten, außer Ihre Fachärztin oder Ihr Facharzt hat einem Wechsel ausdrücklich zugestimmt. Laut Fachinformation ist eine unachtsame oder unbeaufsichtigte Umstellung zwischen Tacrolimus-Formen mit sofortiger Freisetzung wie Prograf und solchen mit verzögerter Freisetzung (Retardformen) gefährlich; sie hat zu Abstoßungen und vermehrten Nebenwirkungen geführt. Sieht Ihr Arzneimittel anders aus als gewohnt, fragen Sie sofort nach.

Schadet Tacrolimus den Nieren?

Nierenbeschwerden gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen der Kapseln; häufig sind eine beeinträchtigte Nierenfunktion und eine verringerte Harnbildung. Laut Fachinformation kann eine akute Nierenfunktionsstörung ohne Eingreifen chronisch werden. Deshalb wird die Nierenfunktion regelmäßig überwacht. Arzneimittel, die die Nieren zusätzlich belasten können (etwa Ibuprofen), besprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Welche Nebenwirkungen hat die Tacrolimus-Salbe?

Laut Packungsbeilage der Salbe Protopic sind Brennen und Juckreiz auf der Haut sehr häufig; sie sind gewöhnlich leicht bis mäßig und verschwinden im Allgemeinen innerhalb einer Woche nach Behandlungsbeginn. Häufig sind Hautrötung, Wärmegefühl, Schmerz, Empfindlichkeit gegen Hitze und Kälte, Prickeln, Ausschlag, örtliche Hautinfektionen wie Lippenherpes sowie Gesichtsrötung oder Hautreizung nach Alkohol. Die Liste auf dieser Seite bezieht sich dagegen auf die Kapseln.

Darf ich unter Tacrolimus schwanger werden oder stillen?

Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation kommt Tacrolimus in der Schwangerschaft in Betracht, wenn keine sicherere Alternative zur Verfügung steht; das Neugeborene wird dann besonders überwacht. Packungsbeilage und Fachinformation raten vom Stillen ab, weil Tacrolimus in die Muttermilch übergeht. Das Beratungszentrum Embryotox empfiehlt, eine stabil auf Tacrolimus eingestellte Patientin nicht umzustellen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zur Stillzeit bewertet Embryotox die Erfahrungen anders als Packungsbeilage und Fachinformation: Laut Embryotox darf unter Tacrolimus gestillt werden.

Was soll ich bei Durchfall unter Tacrolimus tun?

Haben Sie länger als einen Tag Durchfall, verständigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, denn möglicherweise muss die Dosis angepasst werden. Laut Fachinformation kann der Tacrolimus-Spiegel bei Durchfall stark schwanken und sollte dann besonders sorgfältig überwacht werden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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