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Herzschwäche durch Medikamente

Manche Medikamente können eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auslösen oder eine bestehende verschlechtern. Laut Fach- und Gebrauchsinformationen gehören dazu zum Beispiel entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Naproxen, das Diabetesmittel Pioglitazon, der Blutdrucksenker Verapamil, TNF-alpha-Hemmer wie Adalimumab und Etanercept und das Pilzmittel Itraconazol. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz nennt außerdem unter anderem Diltiazem, einige Mittel gegen Herzrhythmusstörungen sowie einige Antidepressiva und Antiepileptika. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über alle Mittel, die Sie anwenden, auch rezeptfreie. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Älterer Mann mit grauem Haar bleibt auf halber Höhe einer Treppe im Wohnhaus stehen, hält sich am Geländer fest und atmet durch
Bild: KI-generiert

Manche Medikamente können eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auslösen oder eine bestehende Herzschwäche verschlechtern. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz sieht die Evidenz dafür als belastbar an und nennt unter anderem entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) sowie bestimmte Mittel gegen Diabetes, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Pilzinfektionen, Krampfanfälle und Depression [1]. Bei einer Herzschwäche kann das Herz nicht genügend Blut in den Körper pumpen: Organe, Muskeln und andere Gewebe werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, und das Blut staut sich vor dem Herzen [3]. Laut Patientenblatt zur NVL können ungünstige Mittel bewirken, dass das Herz noch schlechter pumpt oder sich noch mehr Wasser im Körper einlagert [2].

Welche Medikamente eine Herzschwäche auslösen können

Die NVL empfiehlt mit starkem Empfehlungsgrad: Bei Menschen mit Herzschwäche soll die Notwendigkeit von Wirkstoffen, die ihren Zustand oder ihre Aussichten verschlechtern können, kritisch geprüft und mit ihnen besprochen werden [1]. Ihre Tabelle "potenziell problematischer Medikamente bei Herzinsuffizienz" ist eine Auswahl von Wirkstoffen, die in Deutschland häufig genutzt werden; einige davon sind bei Herzschwäche kontraindiziert, dürfen also nicht angewendet werden [1]. Die Beispiele stammen aus der Leitlinie und aus den Produktinformationen einzelner Wirkstoffe; jede Häufigkeitsangabe gehört zu dem Wirkstoff, bei dem sie steht.

  • Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR): Laut Packungsbeilage und Fachinformation von Naproxen wurden Ödeme, Bluthochdruck und eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) im Zusammenhang mit einer NSAR-Behandlung berichtet [14, 15]. Die Leitlinie nennt nicht-selektive NSAR wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen sowie die selektiven COX-2-Hemmer ("Coxibe") [1]. Laut Patientenblatt raten Fachleute auch bei Celecoxib und Etoricoxib zur Vorsicht [2]. Eine besondere Bedeutung haben NSAR laut Leitlinie, weil Patientinnen und Patienten sie oft in Selbstmedikation anwenden [1]. Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) weist darauf hin, dass Schmerzmittel wie Diclofenac und Ibuprofen bei Herzschwäche ungeeignet sein können, da sie die Nieren belasten [3]. Die Packungsbeilage von Naproxen nennt eine Herzmuskelschwäche als sehr seltene Nebenwirkung (bis zu 1 von 10.000 Behandelten); bei einer schweren Herzschwäche darf es nicht eingenommen werden [14]. Laut Fachinformation wurden Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme in Verbindung mit einer NSAR-Behandlung berichtet [15].
  • Pioglitazon (Mittel gegen Typ-2-Diabetes): Laut Fachinformation kann Pioglitazon eine Flüssigkeitsretention (Wasser wird im Körper zurückgehalten) hervorrufen, die zum Auftreten oder zur Verschlechterung einer Herzschwäche führen kann; bei einer Herzschwäche, auch in der Vorgeschichte, darf es nicht angewendet werden [6]. Zusammen mit Insulin ist eine Herzschwäche laut Packungsbeilage häufig aufgetreten (bis zu 1 von 10 Behandelten) [6]. Die Leitlinie führt außerdem Gliptine wie Saxagliptin auf; für Metformin nennt sie bei einer entgleisten (dekompensierten) Herzschwäche eine erhöhte Gefahr einer Übersäuerung des Blutes (Laktatazidose) [1]. Mehr unter Orale Antidiabetika.
  • Bestimmte Blutdrucksenker: Bei dem Calciumkanalblocker Verapamil sind die Entstehung einer Herzmuskelschwäche und die Verschlimmerung einer bestehenden Herzmuskelschwäche laut Packungsbeilage häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten), ebenso Knöchelödeme; laut Fachinformation kann es im Herzmuskel zu einer verminderten Schlagkraft kommen (negativ inotroper Effekt) [18, 19]. Die Leitlinie nennt zudem den Calciumkanalblocker Diltiazem [1]. Außerdem stehen Alphablocker wie Doxazosin und Terazosin, zentral wirkende Mittel wie Moxonidin und Clonidin sowie gefäßerweiternde Mittel wie Minoxidil und Dihydralazin in ihrer Tabelle [1]. Mehr unter Calciumkanalblocker.
  • TNF-alpha-Hemmer (Mittel gegen entzündliche Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis): Bei Adalimumab wurden laut Fachinformation Fälle einer Verschlechterung einer dekompensierten Herzschwäche berichtet; bei mäßiger bis schwerer Herzschwäche (NYHA-Klasse III/IV) darf es nicht angewendet werden [4]. Die Packungsbeilage nennt Herzprobleme, die zu Kurzatmigkeit und Anschwellen der Fußknöchel führen können, als gelegentliche Nebenwirkung (bis zu 1 von 100 Behandelten) [4]. Bei Etanercept ist die Verschlechterung einer Herzschwäche laut Packungsbeilage gelegentlich, eine neu auftretende Herzschwäche selten (bis zu 1 von 1.000) [5]. Laut Fachinformation trat eine neue Herzschwäche auch bei Menschen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung auf; einige waren jünger als 50 Jahre [5].
  • Itraconazol (Mittel gegen Pilzinfektionen): Laut Fachinformation wurde gezeigt, dass Itraconazol die Schlagkraft des Herzmuskels vermindert (negativ inotrope Effekte), und Berichte über eine Herzschwäche wurden mit seiner Anwendung in Verbindung gebracht [9]. Die Packungsbeilage nennt eine Herzschwäche mit Kurzatmigkeit, unerwarteter Gewichtszunahme, geschwollenen Beinen oder geschwollenem Bauch, ungewöhnlicher Erschöpfung oder neu auftretenden Durchschlafstörungen als seltene Nebenwirkung [8]. Bei Zeichen einer Herzschwäche darf Itraconazol laut Fachinformation nur zur Behandlung lebensbedrohlicher oder anderer schwerer Infektionen verordnet werden [9].
  • Trastuzumab (Antikörper unter anderem gegen bestimmte Formen von Brustkrebs): Laut Fachinformation haben Behandelte ein erhöhtes Risiko für eine Herzschwäche oder eine Funktionsstörung des Herzens ohne Beschwerden, insbesondere nach einer Chemotherapie mit Anthrazyklinen wie Doxorubicin oder Epirubicin; diese Ereignisse können mäßig bis schwer sein und wurden mit Todesfällen in Verbindung gebracht [7]. Das IQWiG zählt bestimmte Krebsmedikamente zu den Risikofaktoren einer Herzschwäche [3].
  • Betablocker: Nebivolol ist laut Fachinformation selbst zur Behandlung einer stabilen leichten und mittelschweren chronischen Herzschwäche zugelassen, zusätzlich zu einer Standardtherapie bei Menschen ab 70 Jahren [11]. In einer Studie bei Herzleistungsschwäche war die Verschlechterung der Herzleistungsschwäche laut Packungsbeilage häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten) [10]. Bei einer unbehandelten Herzschwäche sollten Betablocker laut Fachinformation im Allgemeinen erst eingesetzt werden, wenn der Zustand stabilisiert ist [11]. Bei Propranolol ist die Verstärkung einer Herzmuskelschwäche laut Packungsbeilage und Fachinformation häufig; bei einer manifesten Herzschwäche darf es nicht eingenommen werden [12, 13].
  • Weitere Mittel laut Leitlinie: Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Flecainid, Propafenon, Dronedaron und Sotalol, atemwegserweiternde Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol und Formoterol, die Antiepileptika Carbamazepin und Pregabalin, trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin, Antipsychotika, vor allem Clozapin, das Pilzmittel Amphotericin B sowie Alphablocker gegen Prostatabeschwerden wie Tamsulosin [1]. In der Fachinformation von Amitriptylin ist die Verschlechterung einer Herzschwäche als gelegentlich eingestuft [16]. Mehr unter Antidepressiva, Antiepileptika und Asthma- und COPD-Medikamente.

Die Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation eine Herzschwäche, ihre Verschlechterung oder eine verminderte Pumpleistung nennt:

Herzschwäche als Nebenwirkung: Angaben aus der Produktinformation
WirkstoffHäufigkeitAngabe in der Produktinformation
CarvedilolSehr häufigHerzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
TrastuzumabSehr häufigVerminderte Pumpleistung der linken Herzkammer (verminderte Auswurffraktion), beobachtet bei Kombinationsbehandlung nach Anthrazyklinen und zusammen mit Taxanen · Herzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz), auch mit…
BisoprololHäufigVerschlechterung einer bestehenden Herzschwäche, laut Fachinformation bei Menschen mit chronischer Herzschwäche · Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche bei Menschen mit Bluthochdruck oder Angina pectoris
EplerenonHäufigHerzbeschwerden wie Herzschwäche der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz) und Vorhofflimmern
NebivololHäufigLangsamer Herzschlag oder andere Herzbeschwerden (laut Fachinformation verlangsamter Herzschlag, Herzleistungsschwäche, verzögerte Erregungsleitung bzw. AV-Block) · Bei Behandlung der Herzleistungsschwäche:…
PropranololHäufigVerstärkung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
VerapamilHäufigVerlangsamter Herzschlag (Bradykardie), Entstehung oder Verschlimmerung einer Herzmuskelschwäche, übermäßiger Blutdruckabfall und/oder Beschwerden durch Blutdruckabfall beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen zum Stehen…
AdalimumabGelegentlichUnregelmäßiger Herzschlag, etwa übersprungene Schläge; Herzschwäche mit Kurzatmigkeit und geschwollenen Fußknöcheln; Herzinfarkt
AmitriptylinGelegentlichVerschlimmerung einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
CarbamazepinGelegentlichVerlangsamung des Herzschlags (Bradykardie), Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und Verschlechterung einer bestehenden koronaren Herzkrankheit; laut Fachinformation gelegentlich bis selten
CelecoxibGelegentlichHerzschwäche (Herzversagen), Herzklopfen (bewusste Wahrnehmung des Herzschlags), schneller Herzschlag (Tachykardie)
DoxepinGelegentlichKollapszustände, Störungen der Erregungsleitung am Herzen, Verstärkung einer bereits bestehenden Herzleistungsschwäche
EtanerceptGelegentlichVerschlechterung einer Herzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz) · Neu auftretende Herzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz)
EtoricoxibGelegentlichHerzleistungsstörung (dekompensierte Herzinsuffizienz)
InfliximabGelegentlichNeu auftretende oder sich verschlechternde Herzschwäche (Herzinsuffizienz), langsamer Herzschlag; laut Fachinformation auch Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie)
MemantinGelegentlichHerzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz)
MetoprololGelegentlichVorübergehende Verschlechterung der Beschwerden einer Herzschwäche
PramipexolGelegentlichBei Parkinson-Krankheit: Herzversagen, eine Herzerkrankung, die Kurzatmigkeit und Schwellungen an den Knöcheln verursachen kann (genaue Häufigkeit nicht schätzbar, wahrscheinlich nicht höher als gelegentlich) · Bei…
PregabalinGelegentlichHerzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
TacrolimusGelegentlichUnregelmäßiger Herzschlag, Herzstillstand, verminderte Herzleistung, Herzmuskelerkrankungen, Vergrößerung des Herzmuskels, starkes Herzklopfen, auffälliges EKG, auffällige Herz- und Pulsfrequenz
ValsartanGelegentlichAtemnot, Schwierigkeiten beim Atmen im Liegen, geschwollene Füße oder Beine (Zeichen einer Herzleistungsschwäche)
AtenololSeltenVerstärkung einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
ClonidinSeltenVerstärkung einer bestehenden Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
ItraconazolSeltenHerzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz) mit Kurzatmigkeit, unerwarteter Gewichtszunahme, geschwollenen Beinen oder geschwollenem Bauch, ungewöhnlicher Erschöpfung oder neu auftretenden Durchschlafstörungen
OpipramolSeltenVerstärkung einer bestehenden Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
RituximabSeltenBei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Herzschwäche (Herzinsuffizienz) · Bei rheumatoider Arthritis laut Fachinformation: Schmerzen in der Brust (Angina pectoris), Vorhofflimmern, Herzversagen, Herzinfarkt
DiclofenacSehr seltenHerzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
IbuprofenSehr seltenHerzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
NaproxenSehr seltenHerzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
PiroxicamSehr seltenHerzklopfen (Palpitationen), Wassereinlagerungen (Ödeme), Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Herzinfarkt
BromazepamNicht bekanntHerzversagen einschließlich Herzstillstand
DoxylaminNicht bekanntBeschleunigter oder unregelmäßiger Herzschlag, Zunahme einer bestehenden Herzschwäche (Herzleistungsschwäche) und EKG-Veränderungen
FlecainidNicht bekanntHerzschwäche: Das Herz kann nicht ausreichend Blut in das Körpergewebe pumpen
HydroxychloroquinNicht bekanntHerzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie), die zu Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen kann, auch mit tödlichem Ausgang
LisdexamfetaminNicht bekanntBei Jugendlichen: Atemnot oder Anschwellen der Beine als Anzeichen einer Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie) · Atemnot oder Anschwellen der Beine als Anzeichen einer Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie)
MorphinNicht bekanntHerzklopfen, Herzversagen
TimololNicht bekanntHerz-Kreislauf-Beschwerden, besonders bei herzkranken Menschen; Herzstillstand, AV-Block, Herzschwäche, Herzrhythmusstörung und Herzklopfen
TrimipraminNicht bekanntVerstärkung einer bestehenden Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)

Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (38 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Bei einigen Betablockern gilt die Einstufung für Menschen, die wegen einer Herzschwäche behandelt werden; der Wortlaut steht in der Tabelle.

Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Woran Sie eine Herzschwäche durch ein Medikament erkennen

Die häufigsten Anzeichen einer Herzschwäche sind laut IQWiG Kurzatmigkeit und Atemnot, Erschöpfung und Abgeschlagenheit, Wassereinlagerungen in den Füßen, Knöcheln oder Beinen, seltener auch im Genitalbereich oder im Bauch, und eine Gewichtszunahme durch diese Wassereinlagerungen [3]. Andere mögliche Beschwerden sind ein schneller Herzschlag, häufiges nächtliches Wasserlassen, Konzentrationsprobleme und Husten [3]. Solche Beschwerden können auch andere Ursachen haben; weil viele Betroffene noch andere Erkrankungen haben, kann es schwierig sein, eine beginnende Herzschwäche zu erkennen [3]. Mehr dazu: Wassereinlagerungen und Atemnot.

Wann sich eine Verschlechterung zeigt, hängt vom Mittel ab: Laut Patientenblatt zur NVL tritt sie je nach Medikament sofort oder erst nach einiger Zeit auf [2]. Bei Trastuzumab können Herzprobleme laut Packungsbeilage während der Behandlung und manchmal nach Behandlungsende auftreten; der Wirkstoff kann sich laut Fachinformation nach dem Absetzen noch bis zu 7 Monate im Kreislauf befinden [7]. Bei Itraconazol könnte das Risiko laut Fachinformation mit der Höhe der Tagesdosis ansteigen [9]. Bei Pioglitazon wurde laut Fachinformation nach der Markteinführung über Fälle einer Herzschwäche berichtet, wenn es zusammen mit Insulin oder bei einer Herzschwäche in der Vorgeschichte angewendet wurde [6].

Nicht jede Verschlechterung kommt vom Medikament. In einer Studie mit Nebivolol bei chronischer Herzschwäche verschlechterte sich die Herzschwäche bei 5,8 Prozent der Behandelten und bei 5,2 Prozent derer, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhielten [11]. Werden mehrere Medikamente gleichzeitig neu begonnen, lässt sich laut Leitlinie nicht herausfinden, welches die unerwünschten Wirkungen auslöst [1]. Ob ein Zusammenhang besteht, beurteilt deshalb Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Ob Ihr Mittel das Herz betreffen kann, lesen Sie in der Packungsbeilage nach; bei Itraconazol und Naproxen etwa stehen Hinweise zur Herzschwäche in Abschnitt 2 und in Abschnitt 4 bei den Nebenwirkungen [8, 14]. Tägliche Kontrollen des Körpergewichts können laut IQWiG frühzeitig darauf hinweisen, dass sich Wasser einlagert; ein Arztbesuch ist dann ratsam, um zu prüfen, ob sich die Herzschwäche verschlechtert hat [3]. Auch die Fachinformation von Pioglitazon sieht vor, das Gewicht engmaschig zu kontrollieren, weil eine Gewichtszunahme in einigen Fällen ein Zeichen einer Herzschwäche sein kann [6].

Warum Medikamente eine Herzschwäche auslösen können

Die Leitlinie nennt je nach Wirkstoff unterschiedliche mögliche Probleme [1]:

  • Salz und Wasser im Körper: Bei NSAR wurden laut Fachinformation von Naproxen Flüssigkeitseinlagerungen und Ödeme berichtet, und NSAR können die Wirkung entwässernder Mittel (Diuretika) abschwächen [15]; eine Salz- und Wasserretention nennt die Leitlinie auch bei Moxonidin und Clonidin, bei gefäßerweiternden Mitteln wie Minoxidil und bei Pregabalin [1]. Pioglitazon kann laut Fachinformation eine Flüssigkeitsretention hervorrufen; weil auch Insulin damit verbunden ist, kann die gleichzeitige Gabe das Risiko eines Ödems erhöhen [6].
  • Schwächere Schlagkraft des Herzmuskels: Negativ inotrope Effekte beschreiben die Fachinformationen von Verapamil und Itraconazol [9, 19]; die Leitlinie führt sie außerdem bei Diltiazem, Carbamazepin, trizyklischen Antidepressiva und Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen wie Flecainid an [1]. Bei Itraconazol können Calciumkanalblocker diese Wirkung laut Fachinformation verstärken; zudem kann Itraconazol ihren Abbau hemmen, weshalb die gemeinsame Anwendung wegen des erhöhten Risikos einer Herzschwäche vorsichtig erfolgen sollte [9].
  • Herzschlag und Herzrhythmus: Bei Beta-2-Sympathomimetika nennt die Leitlinie eine Erhöhung der Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen, bei trizyklischen Antidepressiva und einigen Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen Effekte, die Herzrhythmusstörungen fördern können [1]. Mehr dazu: Herzrasen und QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen.
  • Schädigung des Herzmuskels: Anthrazykline können laut Packungsbeilage von Trastuzumab den Herzmuskel schädigen und bei der Anwendung von Trastuzumab das Risiko von Herzproblemen erhöhen [7]. Für Amphotericin B nennt die Leitlinie eine medikamentenbedingte Erkrankung des Herzmuskels (Kardiomyopathie) [1]. Auch laut IQWiG können bestimmte Arzneimittel, ebenso wie Alkohol und Drogen, den Herzmuskel schädigen [3].
  • Hormone und Nervensystem: Bei Alphablockern nennt die Leitlinie einen Anstieg der Hormone Renin und Aldosteron, bei Moxonidin und Clonidin eine mögliche Hemmung des sympathischen Nervensystems (Sympathikotonus) [1]. Zentral wirkende Blutdrucksenker wie Clonidin oder Moxonidin können laut Fachinformation von Nebivolol zusammen mit diesem Betablocker über eine Abnahme von Herzfrequenz und Schlagvolumen zu einer Verschlechterung der Herzschwäche führen [11].

Was Sie tun können

Ältere Frau mit kurzem weißem Haar sitzt mit hochgelegten Beinen auf einem Sofa und spricht mit ihrer erwachsenen Tochter
Bild: KI-generiert

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Auch Mittel, die die Herzschwäche selbst behandeln, sind laut Patientenblatt zur NVL wichtig: Sie helfen und können das Leben verlängern [2]. Nebivolol etwa sollte nicht plötzlich abgesetzt werden, weil das die Herzleistungsschwäche laut Packungsbeilage vorübergehend verschlechtern kann [10]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Alle Mittel nennen. Für Ihre Sicherheit ist es laut Patientenblatt wesentlich, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt über alle Medikamente Bescheid weiß, die Sie anwenden, auch über die rezeptfreien; auch Ihre Apotheke kann eine wichtige Anlaufstelle sein [2]. Ein Medikationsplan, den Sie bei jedem Arztbesuch, in der Apotheke und bei einem Klinikaufenthalt vorlegen, hilft dabei [2]. Das IQWiG rät, rezeptfrei erhältliche Mittel dort ebenfalls einzutragen [3]. Mehr dazu: Viele Medikamente gleichzeitig und Wechselwirkungen.

Gemeinsam prüfen. Laut Patientenblatt prüfen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob es einen anderen geeigneten Wirkstoff gibt, ob Sie das Medikament wirklich brauchen und ob gefährliche Wirkungen eintreten [2]. Oft gibt es laut Leitlinie andere Wirkstoffe, die keinen Einfluss auf die Herzschwäche haben, etwa bei Diabetesmitteln oder Mitteln gegen Prostatabeschwerden [1]. Lässt sich ein Mittel wegen einer anderen wichtigen Erkrankung, etwa eines schweren Asthmas oder einer COPD, nicht vermeiden, sind laut Leitlinie eine sorgfältige Beratung und eine gemeinsame Entscheidung besonders wichtig, auch damit unerwünschte Wirkungen selbst beobachtet werden können [1]. Was dann infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Schmerzmittel nicht ohne Rat. Die Leitlinie empfiehlt Ärztinnen und Ärzten, die Einnahme von NSAR gezielt zu erfragen, sie möglichst zu vermeiden und, wenn ein Schmerzmittel nötig ist, andere Wirkstoffe zu verwenden [1]. Fragen Sie deshalb vor jedem Schmerzmittel, auch einem rezeptfreien, in der Arztpraxis oder Apotheke nach. Mehr dazu: Schmerzmittel richtig anwenden.

Kontrollen wahrnehmen. Bei Trastuzumab sieht die Fachinformation eine Prüfung der Herzfunktion vor Beginn, alle 3 Monate während der Behandlung und nach ihrem Ende alle 6 Monate für 24 Monate vor [7]. Bei einer leichten Herzschwäche muss diese unter Adalimumab laut Packungsbeilage sorgfältig ärztlich überwacht werden [4]. Etanercept soll bei Herzschwäche laut Fachinformation mit Vorsicht angewendet werden; unter Itraconazol sollen Menschen mit Herzschwäche vorsichtig behandelt und auf Zeichen einer Herzschwäche beobachtet werden [5, 9]. Wie oft kontrolliert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [14]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Wenn das Herz plötzlich nicht mehr so gut pumpen kann, spricht man von einer akuten Herzschwäche; das ist laut IQWiG ein Notfall [3]. Verschlechtert sich die Herzleistung plötzlich stark, kann das lebensbedrohlich sein; das äußert sich zum Beispiel durch Atemnot schon bei geringer Belastung oder in Ruhe, vor allem im Liegen [3]. Wassereinlagerungen in der Lunge (Lungenödem) sind ein Notfall und können zu Erstickungsanfällen mit Husten und schaumigem Auswurf führen [3]. Schwere Atemnot sowie starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden sind Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [17].

Die Packungsbeilagen beschreiben, worauf Sie unter einzelnen Mitteln achten sollen. Bei Etanercept nennt die Packungsbeilage als Zeichen einer neuen oder sich verschlechternden Herzschwäche Erschöpfung oder Kurzatmigkeit unter Belastung, eine Schwellung im Bereich der Sprunggelenke, ein Druckgefühl im Halsbereich oder Völlegefühl im Bauch, nächtliche Kurzatmigkeit oder nächtlichen Husten und eine Blaufärbung der Nägel oder der Lippen; dann benötigen Sie möglicherweise dringend ärztliche Hilfe [5]. Bei Pioglitazon sollen Sie bei ungewöhnlicher Kurzatmigkeit, rascher Gewichtszunahme oder Schwellungen (Ödemen) sofort einen Arzt aufsuchen, bei Adalimumab bei neuen oder sich verschlechternden Zeichen wie Kurzatmigkeit oder Anschwellen der Füße sofort mit Ihrem Arzt sprechen [4, 6]. Bei Trastuzumab sollen Sie Atemnot, auch nachts, Husten, Schwellungen der Beine oder Arme und Herzklopfen umgehend ärztlich melden [7].

Bei Itraconazol verlangt die Packungsbeilage, bei Zeichen wie Kurzatmigkeit, unerwarteter Gewichtszunahme, geschwollenen Beinen oder geschwollenem Bauch, ungewöhnlicher Müdigkeit oder nächtlichem Aufwachen mit Kurzatmigkeit die Einnahme zu beenden und unverzüglich die Ärztin oder den Arzt zu informieren [8]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Abgesehen von solchen in der Packungsbeilage genannten Warnzeichen gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Andere Ursachen

Nicht jede Herzschwäche unter einem Medikament kommt vom Medikament. Eine Herzschwäche ist laut IQWiG meistens die Folge einer anderen Erkrankung, die den Herzmuskel oder die Blutgefäße geschädigt hat; die häufigsten Ursachen sind die koronare Herzkrankheit und der Herzinfarkt, Bluthochdruck, Herzklappenfehler und Herzrhythmusstörungen wie das Vorhofflimmern [3]. Auch Entzündungen und angeborene Veränderungen des Herzmuskels können eine Herzschwäche auslösen [3].

Zu den häufigsten Risikofaktoren zählt das IQWiG Typ-2-Diabetes, Rauchen, Alkoholkonsum, starkes Übergewicht (Adipositas), wenig Bewegung und bestimmte Krebsmedikamente [3]. Eine Herzschwäche tritt meist erst nach dem 65. Lebensjahr auf; mehr als 10 Prozent der über 70-Jährigen haben eine Herzschwäche [3]. Laut Patientenblatt zur NVL entsteht sie meist als Folge einer anderen Erkrankung, zum Beispiel eines hohen Blutdrucks, einer koronaren Herzkrankheit oder nach einem Herzinfarkt [2]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie auf der Seite Herzinsuffizienz.

Quellen

  1. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Langfassung, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-006), Kapitel 6.4.1 und 6.4.2 mit Tabelle 18. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 4.0, 2023 (Kapitel "Medikamentöse Therapie" gültig bis 12.12.2028). abgerufen am 12.10.2026
  2. Leitlinie Patientenblatt "Herzschwäche: Vorsicht bei bestimmten Medikamenten" (Bestandteil der NVL Chronische Herzinsuffizienz, AWMF-Register-Nr. nvl-006). Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (BÄK, KBV, AWMF), Redaktion ÄZQ. Stand 2023. abgerufen am 12.10.2026
  3. Herzschwäche. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.09.2023. abgerufen am 12.10.2026
  4. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Humira (Adalimumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Humira 40 mg Injektionslösung im Fertigpen. AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025. abgerufen am 12.10.2026
  5. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Enbrel (Etanercept), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Enbrel 25 mg/50 mg Injektionslösung in Fertigspritze. Pfizer Europe MA EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  6. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Actos (Pioglitazon), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand Packungsbeilage 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
  7. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Herceptin (Trastuzumab), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage Herceptin 150 mg Pulver zur Herstellung eines Infusionslösungskonzentrats. Roche Registration GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 11/2025. abgerufen am 12.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Itraconazol STADA 100 mg Hartkapseln. STADAPHARM GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Itraconazol STADA 100 mg Hartkapseln. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 12.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Nebivolol STADA 5 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 01/2020. abgerufen am 12.10.2026
  11. Fachinformation Fachinformation Nebivolol STADA 5 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
  12. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Propranolol STADA 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 10/2014. abgerufen am 12.10.2026
  13. Fachinformation Fachinformation Propranolol STADA 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 12.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation Naproxen-CT 500 mg Filmtabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Amitriptylin-CT Tabletten (25 mg und 75 mg). AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
  17. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
  18. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Verapamil-ratiopharm® 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
  19. Fachinformation Fachinformation Verapamil-ratiopharm® 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 12.10.2026

Häufige Fragen

Welche Medikamente können eine Herzschwäche auslösen oder verschlechtern?

Laut Fach- und Gebrauchsinformationen können zum Beispiel entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Naproxen, das Diabetesmittel Pioglitazon, der Blutdrucksenker Verapamil, TNF-alpha-Hemmer wie Adalimumab und Etanercept, das Pilzmittel Itraconazol und das Krebsmedikament Trastuzumab eine Herzschwäche auslösen oder verschlechtern. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz nennt außerdem unter anderem NSAR wie Diclofenac und Ibuprofen, Coxibe, Diltiazem, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Flecainid, Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol, Carbamazepin, Pregabalin und trizyklische Antidepressiva. Die Tabelle auf dieser Seite zeigt alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation eine Herzschwäche nennt.

Darf ich bei Herzschwäche Ibuprofen oder Diclofenac nehmen?

Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut IQWiG können Schmerzmittel wie Diclofenac und Ibuprofen bei Herzschwäche ungeeignet sein, da sie die Nieren belasten. Laut Fachinformation von Naproxen wurden Ödeme und eine Herzschwäche im Zusammenhang mit NSAR berichtet, und NSAR können die Wirkung entwässernder Mittel abschwächen. Bei einer schweren Herzschwäche darf zum Beispiel Naproxen laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden. Tragen Sie auch rezeptfreie Mittel in Ihren Medikationsplan ein.

Warum bekomme ich bei Herzschwäche einen Betablocker, wenn Betablocker sie verschlechtern können?

Nebivolol zum Beispiel ist laut Fachinformation selbst zur Behandlung einer stabilen chronischen Herzschwäche bei Menschen ab 70 Jahren zugelassen, zusätzlich zu einer Standardtherapie. Die Behandlung wird laut Fachinformation schrittweise begonnen und ärztlich überwacht, unter anderem auf Anzeichen einer Verschlechterung der Herzschwäche. In einer Studie verschlechterte sich die Herzschwäche bei 5,8 Prozent der mit Nebivolol Behandelten und bei 5,2 Prozent unter einem Scheinmedikament. Ein abruptes Absetzen kann die Herzschwäche laut Packungsbeilage vorübergehend verschlechtern. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Woran merke ich, dass ein Medikament meine Herzschwäche verschlechtert?

Mögliche Zeichen nennen zum Beispiel die Packungsbeilagen von Itraconazol und Etanercept: Kurzatmigkeit, auch nachts, eine unerwartete Gewichtszunahme, geschwollene Beine, Knöchel oder ein geschwollener Bauch, ungewöhnliche Erschöpfung und nächtlicher Husten. Laut IQWiG können tägliche Kontrollen des Körpergewichts frühzeitig auf Wassereinlagerungen hinweisen. Solche Beschwerden können auch andere Ursachen haben; ob ein Zusammenhang mit dem Medikament besteht, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Was soll ich tun, wenn ich eines dieser Medikamente einnehme?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Laut Patientenblatt zur Nationalen VersorgungsLeitlinie prüfen Sie gemeinsam, ob es einen anderen geeigneten Wirkstoff gibt, ob Sie das Medikament wirklich brauchen und ob gefährliche Wirkungen eintreten. Ein Medikationsplan, den Sie bei jedem Arztbesuch, in der Apotheke und im Krankenhaus vorlegen, hilft dabei.

Wann ist eine Herzschwäche ein Notfall?

Laut IQWiG ist eine akute Herzschwäche ein Notfall, ebenso Wassereinlagerungen in der Lunge (Lungenödem), die zu Erstickungsanfällen mit Husten und schaumigem Auswurf führen können. Eine plötzliche starke Verschlechterung kann lebensbedrohlich sein und äußert sich zum Beispiel durch Atemnot schon bei geringer Belastung oder in Ruhe, vor allem im Liegen. Bei schwerer Atemnot oder bei starken Brustschmerzen oder Herzbeschwerden rufen Sie den Notruf 112.

Kann eine Herzschwäche auch andere Ursachen haben?

Ja, meistens. Laut IQWiG ist eine Herzschwäche meist die Folge einer anderen Erkrankung; die häufigsten Ursachen sind die koronare Herzkrankheit und der Herzinfarkt, Bluthochdruck, Herzklappenfehler und Herzrhythmusstörungen. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem Typ-2-Diabetes, Rauchen, Alkoholkonsum, starkes Übergewicht, wenig Bewegung und bestimmte Krebsmedikamente.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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