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Itraconazol: Nebenwirkungen und Wirkung

Itraconazol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Pilzinfektionen der Scheide, der Mundhöhle, der Haut und der Nägel. Häufig sind Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Übelkeit. Itraconazol kann eine Herzschwäche verschlimmern oder auslösen, selten die Leber schwer schädigen und hat viele Wechselwirkungen. Bei Kurzatmigkeit, geschwollenen Beinen oder Zeichen eines Leberproblems beenden Sie die Einnahme und melden sich sofort ärztlich.

Frau in den Fünfzigern sitzt auf einer Holzbank in einem hellen Flur und schnürt barfuß ihre Turnschuhe auf, daneben ein Handtuch
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Bauchschmerzen, Übelkeit[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Itraconazol eingesetzt?

Itraconazol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Pilzinfektionen, ein Antimykotikum [1, 2]. Es behandelt Pilzinfektionen einschließlich Hefepilzen: Infektionen der Mundhöhle (Soor, Mundsoor) und der weiblichen Geschlechtsorgane (Scheidenpilz), Pilzinfektionen der Haut wie die Kleienpilzflechte (Pityriasis versicolor) und Hautpilz an Rumpf, Schenkeln, Füßen oder Händen sowie Pilzinfektionen der Nägel (Nagelpilz) [1, 2].

Bei Scheidenpilz nennt die Packungsbeilage eine Behandlung über einen Tag, bei Haut- und Nagelpilz eine Behandlung über Wochen bis Monate [1]. Für den Beginn der Behandlung einer unmittelbar lebensbedrohlichen Pilzerkrankung des ganzen Körpers wird Itraconazol in Kapselform nicht empfohlen [1, 2]. Mehr zu Pilzinfektionen der Haut auf den Seiten Hautpilz und Fußpilz.

Wie wirkt Itraconazol?

Itraconazol ist ein Triazol. Es hemmt ein Enzym der Pilze, die 14-alpha-Demethylase. Dadurch nimmt das Ergosterin ab, ein Baustein der Zellmembran, und der Aufbau der Pilzmembran wird unterbrochen [2].

Nach der Einnahme einer Kapsel sind die höchsten Blutspiegel nach 2 bis 5 Stunden erreicht. Die Bioverfügbarkeit liegt bei ungefähr 55 % und ist am höchsten, wenn die Kapsel direkt nach einer Mahlzeit eingenommen wird; bei zu wenig Magensäure ist die Aufnahme beeinträchtigt. Die Halbwertszeit beträgt 16 bis 28 Stunden nach einer Einzelgabe und 34 bis 42 Stunden bei wiederholter Gabe [2]. In der Haut erreicht Itraconazol bis zu viermal höhere Konzentrationen als im Blut und verbleibt dort länger; deshalb zeigt sich die volle Wirkung bei Hautinfektionen 1 bis 4 Wochen und bei Nagelinfektionen 6 bis 9 Monate nach dem Ende der Behandlung [1, 2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; die Fachinformation ordnet sie denselben Klassen zu. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Zu den schwerwiegendsten Nebenwirkungen zählt die Fachinformation schwere allergische Reaktionen, Herzversagen, Herzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz) und Wasser in der Lunge (Lungenödem), Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, schwere Leberschäden einschließlich einiger tödlich verlaufener Fälle von akutem Leberversagen und schwere Hautreaktionen [2]. Bei Menschen, die andere Darreichungsformen von Itraconazol einnahmen, wurden zusätzlich ohne Häufigkeitsangabe unter anderem Veränderungen des Blutbilds, hoher Blutzucker, Störungen der Blutsalze, Verwirrtheit, Nervenschäden, Schwindel, Herzversagen, schneller Herzschlag, Blutdruckveränderungen, Leberentzündung, Muskel- und Gelenkschmerzen, Nierenprobleme und Fieber berichtet [1]. Mehr dazu auf den Seiten Herzschwäche durch Medikamente und Leberwerte.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Schwere Leberschäden traten laut Fachinformation auch bei Menschen ohne vorbestehende Lebererkrankung auf, einige innerhalb des ersten Behandlungsmonats, manche schon in der ersten Behandlungswoche [2]. Ein Hörverlust geht gewöhnlich zurück, wenn die Behandlung beendet wird, kann aber bei einigen Menschen bestehen bleiben [2]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Paar in den Sechzigern sitzt nach dem Mittagessen an einem gedeckten Tisch, sie trinkt ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Magen und Darm: Bauchschmerzen und Übelkeit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung und Blähungen zu den gelegentlichen [1, 2]. Nehmen Sie die Kapseln wie vorgesehen unmittelbar nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit ein [1]. Beeinträchtigt Sie eine Nebenwirkung, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Herz: Haben Sie ein Herzproblem und verordnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt dennoch Itraconazol, sollten Ihnen die Zeichen einer Herzschwäche beschrieben werden: Kurzatmigkeit, unerwartete Gewichtszunahme, geschwollene Beine oder geschwollener Bauch, ungewöhnliche Müdigkeit, nächtliches Aufwachen mit Kurzatmigkeit. Tritt eines davon auf, hören Sie mit der Einnahme auf und informieren unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Leber: Nehmen Sie Itraconazol ununterbrochen über mehr als einen Monat ein, wird Ihre Leberfunktion möglicherweise mit einem Bluttest geprüft [1]. Laut Fachinformation sollte bei allen Behandelten eine Überwachung der Leberfunktion in Betracht gezogen werden [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Sprechen Sie vor Beginn der Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen [1]. Itraconazol hemmt das Leberenzym CYP3A4, über das viele Arzneimittel abgebaut werden; deren Konzentration kann dann steigen und laut Fachinformation schwere, möglicherweise lebensbedrohliche Nebenwirkungen wie eine QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen auslösen. Umgekehrt können Mittel, die dieses Enzym anregen, die Itraconazol-Spiegel so weit senken, dass die Behandlung versagt [2].

Die Packungsbeilage unterscheidet drei Gruppen: Arzneimittel, die Sie nicht gleichzeitig und auch nicht bis 2 Wochen nach dem Ende der Behandlung einnehmen dürfen, etwa Simvastatin, Lovastatin, Dabigatran, Ticagrelor oder Midazolam zum Einnehmen; Arzneimittel, von denen abgeraten wird, etwa Atorvastatin, Rivaroxaban, Apixaban, Carbamazepin oder Johanniskraut; und Arzneimittel, bei denen Vorsicht geboten ist, etwa Warfarin, Digoxin, Ciclosporin oder Tacrolimus. Die Listen der Mittel, von denen abgeraten wird oder bei denen Vorsicht geboten ist, sind laut Packungsbeilage nicht vollständig [1]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Itraconazol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Arzneimittel, die nicht gleichzeitig und erst 2 Wochen nach dem Ende der Behandlung eingenommen werden dürfen (siehe Gegenanzeigen), u. a. bestimmte Blutdruck-, Herz- und Gerinnungsmittel, Lovastatin und Simvastatin, Cisaprid, Domperidon, Ergotamin, Midazolam zum Einnehmen, Triazolam, Pimozid, Quetiapin, TerfenadinItraconazol hemmt ihren Abbau (CYP3A4); höhere Spiegel können laut Fachinformation schwere, möglicherweise lebensbedrohliche Nebenwirkungen wie QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes) verursachen[1, 2]Nicht zusammen einnehmen
Arzneimittel, von deren gleichzeitiger Anwendung abgeraten wird, z. B. Apixaban, Rivaroxaban, Atorvastatin, Felodipin, Tadalafil, Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Johanniskraut, Rifampicin, Rifabutin, Isoniazid, Efavirenz, Nevirapin, Everolimus, Sirolimus, Salmeterol, Ciclesonid, Ebastin, Colchicin, Fentanyl und viele KrebsmittelWirkung oder Sicherheit von Itraconazol oder dem anderen Mittel können sich ändern; Rifampicin, Rifabutin, Isoniazid und Johanniskraut senken laut Fachinformation die Konzentration von Itraconazol (bei Isoniazid und Johanniskraut wahrscheinlich)[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; die Ärztin oder der Arzt kann entscheiden, sie nicht gleichzeitig und bis 2 Wochen danach anzuwenden
Calciumkanalblocker wie Amlodipin, Isradipin, Nifedipin, Nimodipin, Diltiazem oder VerapamilMehr Nebenwirkungen möglich; laut Fachinformation erhöhtes Risiko für eine Herzschwäche[1, 2]Vorsicht; Dosisanpassung kann nötig sein
Weitere Mittel, bei denen Vorsicht geboten ist, z. B. Warfarin, Digoxin, Cilostazol, Bosentan, Alprazolam, Midazolam als Spritze, Zopiclon, Aripiprazol, Haloperidol, Risperidon, Venlafaxin, Ciclosporin, Tacrolimus, Methylprednisolon, Dexamethason, Budesonid, Fluticason, Sildenafil gegen Erektionsstörungen, Alfentanil, Buprenorphin, Oxycodon, Ciprofloxacin, Clarithromycin, Erythromycin, Ritonavir, Saquinavir, Methadon, Repaglinid, Saxagliptin, Dienogest, Ulipristal, Cannabis-PräparateNebenwirkungen können wahrscheinlicher werden, oder die Dosis von Itraconazol oder dem anderen Mittel muss eventuell angepasst werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Säurebindende Mittel (Antazida) sowie Mittel, die die Magensäure verringern (H2-Blocker, Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol)Itraconazol wird schlechter aufgenommen[1, 2]Antazida mindestens 1 Stunde vor oder frühestens 2 Stunden nach Itraconazol; bei säurehemmenden Mitteln die Kapseln mit einem nicht-diätetischen Cola-Getränk einnehmen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Itraconazol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der Punkte unten auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Kinder, Jugendliche und ältere Menschen erhalten Itraconazol normalerweise nicht; die Ärztin oder der Arzt kann es in besonderen Fällen verschreiben [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Itraconazol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwangerschaft, vermutete oder geplante Schwangerschaft; laut Fachinformation nur in lebensbedrohlichen Fällen, in denen der Nutzen für die Mutter das Risiko für das Ungeborene überwiegt[1, 2]
  • Zeichen einer schweren Herzfunktionsstörung (ventrikuläre Dysfunktion, Herzschwäche) oder Herzschwäche jetzt oder früher; laut Fachinformation außer zur Behandlung lebensbedrohlicher oder anderer schwerer Infektionen[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme bestimmter Arzneimittel, die über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut werden (siehe Wechselwirkungen), z. B. Aliskiren, Eplerenon, Lercanidipin, Nisoldipin, Bepridil, Ivabradin, Ranolazin, Dabigatran, Ticagrelor, Disopyramid, Dofetilid, Dronedaron, Chinidin, Lomitapid, Lovastatin, Simvastatin, Sildenafil bei Lungenhochdruck, Cisaprid, Domperidon, Naloxegol, Ergotamin und Dihydroergotamin, Midazolam zum Einnehmen, Triazolam, Lurasidon, Pimozid, Quetiapin, Sertindol, Darifenacin, Astemizol, Mizolastin, Terfenadin, Avanafil, Dapoxetin, Halofantrin, Irinotecan, Isavuconazol, Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir (mit oder ohne Dasabuvir) gegen Hepatitis C, Ergometrin und Methylergometrin nach einer Entbindung, Vardenafil bei Männern über 75 Jahren, Colchicin bei Nieren- oder Leberproblemen, Fesoterodin und Solifenacin bei bestimmten Nieren- oder Leberproblemen, Eliglustat bei Menschen, deren Körper bestimmte Arzneimittel nicht abbauen kann, auch noch 2 Wochen nach dem Ende der Behandlung[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Herzproblem einschließlich Herzschwäche: Itraconazol könnte es verschlimmern; laut Fachinformation steigt das Risiko möglicherweise mit der Tagesdosis, Risikofaktoren sind z. B. koronare Herzkrankheit, Herzklappenerkrankungen, COPD, Nierenversagen und andere Erkrankungen mit Wassereinlagerungen[1, 2]
  • Lebererkrankung wie Gelbsucht: Die Dosis muss eventuell geändert werden; bei ununterbrochener Einnahme über mehr als einen Monat wird die Leberfunktion möglicherweise mit einem Bluttest geprüft. Laut Fachinformation wird bei erhöhten oder auffälligen Leberwerten, aktiver Lebererkrankung oder einer früheren Leberschädigung durch andere Arzneimittel dringend von einer Behandlung abgeraten, außer in schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Situationen, in denen der Nutzen das Risiko übersteigt[1, 2]
  • Nierenfunktionsstörung: Die Dosis muss eventuell geändert werden; laut Fachinformation kann die Wirkstoffmenge im Körper bei einigen Betroffenen geringer sein und unterscheidet sich stark von Mensch zu Mensch[1, 2]
  • Allergische Reaktion gegen ein anderes Mittel zur Pilzbehandlung (laut Fachinformation andere Azole)[1, 2]
  • Geschwächtes Immunsystem, z. B. bei Neutropenie, AIDS oder nach Organtransplantation: Laut Fachinformation kann weniger Wirkstoff aufgenommen werden; die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis eventuell an[1, 2]
  • Zu wenig Magensäure, auch durch Mittel, die die Magensäure verringern: Die Aufnahme ist beeinträchtigt; dann die Kapseln mit einem nicht-diätetischen Cola-Getränk einnehmen; säureneutralisierende Mittel mindestens eine Stunde vorher oder frühestens zwei Stunden nachher[1, 2]
  • Frauen, die schwanger werden könnten: wirksam verhüten, auch nach Behandlungsende bis zur nächsten Periode[1, 2]
  • Kinder, Jugendliche und ältere Menschen: Anwendung nur, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Kapseln enthalten Saccharose[1, 2]
  • Kapseln und Lösung zum Einnehmen sollen laut Fachinformation nicht gegeneinander ausgetauscht werden, weil die Lösung bei gleicher Dosis zu mehr Wirkstoff im Körper führt[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2]. Weil der Wirkstoff noch einige Zeit im Körper bleibt, sollen Frauen, die schwanger werden könnten, bis zur ersten Periode nach Behandlungsende wirksam verhüten [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Nehmen Sie Itraconazol in der Schwangerschaft nicht ein, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt rät dazu, weil Sie eine lebenserhaltende Behandlung brauchen und der mögliche Nutzen die Risiken überwiegt. Frauen, die schwanger werden könnten, sollten wirksam verhüten, auch nach dem Ende der Behandlung bis zur nächsten Periode, weil der Wirkstoff noch einige Zeit im Körper bleibt. Werden Sie während der Behandlung schwanger, beenden Sie die Einnahme und informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Nach der Markteinführung wurde über angeborene Fehlbildungen (u. a. an Skelett, Harn- und Geschlechtsorganen, Herz-Kreislauf-System und Auge) berichtet; ein ursächlicher Zusammenhang mit Itraconazol wurde bisher nicht festgestellt. Daten zur Einnahme in den ersten drei Monaten, meist als kurze Behandlung (laut Fachinformation überwiegend wegen Scheidenpilz), zeigten kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko.[1, 2]

Laut Embryotox ergaben sich in über 1.000 dokumentierten Schwangerschaften keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko, meist nach einer Einnahme über höchstens sieben Tage; zu hoch dosierter, längerer Behandlung gibt es keine ausreichenden Erfahrungen. Ob Itraconazol das Risiko einer Fehlgeburt erhöht, lässt sich laut Embryotox mit den vorliegenden Daten nicht abschließend beantworten. Embryotox rät, Itraconazol nur bei zwingender Indikation und möglichst nicht im ersten Drittel einzusetzen; nach einer Einnahme im ersten Drittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Laut Embryotox ist bei Pilzinfektionen der Haut oder Schleimhaut eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen; über eine Behandlung des ganzen Körpers mit Pilzmitteln muss im Einzelfall entschieden werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Itraconazol geht in die Muttermilch über. Stillen Sie erst nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er entscheidet, ob Sie abstillen oder die Behandlung unterbrechen bzw. beenden.[1, 2]

Laut Embryotox liegen keine veröffentlichten Fallberichte und keine dokumentierten Erfahrungen zur Verträglichkeit von Itraconazol in der Stillzeit vor; die Daten zur Pharmakokinetik sprechen laut Embryotox für eine sehr geringe Konzentration in der Muttermilch. Laut Embryotox ist bei Hautpilz eine örtliche Behandlung mit Clotrimazol, Miconazol oder Nystatin zu bevorzugen; falls eine Behandlung über den ganzen Körper zwingend erforderlich ist, sollte Fluconazol bevorzugt werden, zu dem es mehr Erfahrungen gibt. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Itraconazol kann gelegentlich Schwindelgefühl, verschwommenes Sehen oder Doppeltsehen oder einen Hörverlust hervorrufen. Haben Sie diese Beschwerden, fahren Sie nicht und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Kapseln im Ganzen und unzerkaut unmittelbar nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, damit möglichst viel Wirkstoff aufgenommen wird.[1, 2]

Einnahme vergessen: die nächste Dosis wie gewohnt einnehmen und die Behandlung nach Anweisung fortsetzen; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Behandlung nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorzeitig ab, sonst kann die Wirksamkeit gemindert sein. Die volle Wirkung zeigt sich bei Hautinfektionen 1 bis 4 Wochen, bei Nagelinfektionen 6 bis 9 Monate nach dem Ende der Behandlung, weil Itraconazol lange in Haut und Nägeln verbleibt.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie mehr eingenommen als vorgesehen, nehmen Sie unverzüglich Verbindung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einem nahegelegenen Krankenhaus auf. Daten zur Überdosierung liegen nicht vor; Itraconazol kann nicht durch Blutwäsche entfernt werden, ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt für jede Art der Pilzinfektion eine eigene Dosis und Dauer; die Fachinformation stimmt damit überein [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis und Dauer für Sie richtig sind, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Laut Fachinformation sollen Itraconazol-Kapseln und Itraconazol-Lösung zum Einnehmen nicht gegeneinander ausgetauscht werden [2].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Kapseln im Ganzen und unzerkaut unmittelbar nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit ein [1]. Säureneutralisierende Mittel nehmen Sie mindestens eine Stunde vorher oder frühestens zwei Stunden danach ein [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis wie gewohnt und nicht die doppelte Menge [1].

Brechen Sie die Behandlung nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorzeitig ab, sonst kann die Wirksamkeit gemindert sein [1]. Haben Sie mehr eingenommen als vorgesehen, nehmen Sie unverzüglich Verbindung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einem Krankenhaus auf [1].

Präparate mit Itraconazol

Itraconazol gibt es als Hartkapseln; laut Fachinformation gibt es außerdem eine Lösung zum Einnehmen und eine Form zur Gabe in die Vene [2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Itraconazol STADA 100 mg Hartkapseln [1, 2]. Laut Embryotox sollte in der Stillzeit, falls eine Behandlung über den ganzen Körper zwingend erforderlich ist, das verwandte Triazol Fluconazol bevorzugt werden, zu dem es mehr Erfahrungen gibt [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Präparate mit Itraconazol
PräparatAnbieterHinweis
Itraconazol STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Hartkapseln mit 100 mg; Grundlage dieser Seite
Itraconazol-1 A Pharma1 A Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Hartkapseln mit 100 mg
Semperaverschreibungspflichtig
Itraisdinverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Itraconazol STADA 100 mg Hartkapseln (Druckcode 9381261/2506). STADAPHARM GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Itraconazol STADA 100 mg Hartkapseln. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Itraconazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Behandlung von Nagelpilz mit Itraconazol?

Die Packungsbeilage nennt für Nagelpilz eine Intervalltherapie mit einwöchigen Einnahmephasen und dreiwöchigen Pausen oder eine kontinuierliche Einnahme über 3 Monate. Die Einzelheiten stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage". Die volle Wirkung zeigt sich bei Nagelinfektionen erst 6 bis 9 Monate nach dem Ende der Behandlung, weil Itraconazol lange in den Nägeln verbleibt. Brechen Sie die Behandlung nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Warum darf man Itraconazol bei Herzschwäche nicht nehmen?

Itraconazol kann eine bestehende Herzfunktionsstörung verschlimmern; eine Herzschwäche (kongestive Herzinsuffizienz) ist eine seltene Nebenwirkung. Laut Fachinformation hat Itraconazol eine die Herzkraft schwächende Wirkung, und das Risiko steigt möglicherweise mit der Tagesdosis. Bei Zeichen einer schweren Herzfunktionsstörung oder einer Herzschwäche, auch früher, dürfen Sie es nicht einnehmen. Eine Ausnahme sind laut Fachinformation lebensbedrohliche oder andere schwere Infektionen.

Welche Medikamente darf ich nicht mit Itraconazol nehmen?

Itraconazol hemmt den Abbau vieler Arzneimittel. Zahlreiche Mittel dürfen Sie nicht gleichzeitig und auch nicht in den 2 Wochen nach dem Ende der Behandlung einnehmen, etwa bestimmte Blutdruck-, Herz- und Gerinnungsmittel, die Cholesterinsenker Lovastatin und Simvastatin, Cisaprid, Domperidon, Ergotamin, Midazolam zum Einnehmen, Triazolam, Pimozid und Quetiapin. Bei vielen weiteren Mitteln rät die Packungsbeilage ab oder mahnt zur Vorsicht. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel.

Warum soll ich Itraconazol nach dem Essen einnehmen?

Die Kapseln sollen unmittelbar nach einer Mahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden, damit möglichst viel Wirkstoff in den Körper aufgenommen wird. Haben Sie zu wenig Magensäure oder nehmen Sie Mittel ein, die die Magensäure verringern, empfiehlt die Packungsbeilage die Einnahme mit einem nicht-diätetischen Cola-Getränk.

Darf ich Itraconazol in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft dürfen Sie Itraconazol nicht einnehmen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt rät dazu, weil Sie eine lebenserhaltende Behandlung brauchen. Frauen, die schwanger werden könnten, sollen bis zur ersten Periode nach Behandlungsende wirksam verhüten. Stillen Sie nur nach ärztlicher Rücksprache. Laut Embryotox sollte in der Stillzeit, falls eine Behandlung über den ganzen Körper zwingend erforderlich ist, Fluconazol bevorzugt werden, zu dem es mehr Erfahrungen gibt. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Itraconazol einnehme?

Packungsbeilage und Fachinformation von Itraconazol STADA enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Ob Alkohol während Ihrer Behandlung infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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