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Roxithromycin: Nebenwirkungen und Wirkung

Roxithromycin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide, unter anderem gegen Infektionen der Atemwege, im Hals-Nasen-Ohren-Bereich und der Haut. Häufig sind Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden und Hautreaktionen. Roxithromycin kann den Herzrhythmus beeinflussen und erhöht die Blutspiegel mancher Arzneimittel. Bei Schwellungen im Gesicht oder schweren Hautreaktionen brechen Sie die Einnahme sofort ab und holen ärztliche Hilfe.

Frau in den Dreißigern sitzt im Morgenlicht in eine Strickjacke gehüllt am Küchentisch, hält eine Tasse Tee und schaut ruhig aus dem Fenster
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Brechreiz und/oder Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]
  • Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut und Schleimhaut wie Rötung, Schwellung mit und ohne Juckreiz[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Roxithromycin eingesetzt?

Roxithromycin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide [1, 2]. Es wird gegen Infektionen durch Bakterien eingesetzt, die auf Roxithromycin empfindlich sind. Bei den Atemwegen sind das eine außerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzündung, insbesondere durch Chlamydien oder Mykoplasmen, Keuchhusten und die akute Verschlechterung einer chronischen Bronchitis. Im Hals-Nasen-Ohren-Bereich wird es bei akuter bakterieller Nasennebenhöhlenentzündung angewendet [1, 2].

Bei Entzündungen der Mandeln, des Rachens und des Mittelohrs sowie bei Hautinfektionen wie Furunkulose, eitrigen Hautentzündungen, Eiterflechte (Impetigo) und Wundrose (Erysipel) gilt eine Einschränkung: Roxithromycin kommt dort zum Einsatz, wenn eine Überempfindlichkeit gegen Betalaktam-Antibiotika besteht oder wenn diese Behandlung aus anderen Gründen nicht geeignet ist. Außerdem behandelt es Entzündungen der Harnröhre, des Gebärmutterhalses und der Scheide durch Chlamydien und Mykoplasmen, mit Ausnahme von Gonokokken-Infektionen [1, 2].

Die Fachinformation verweist darauf, die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika zu berücksichtigen [2]. Mehr zum Umgang mit Antibiotika lesen Sie im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.

Wie wirkt Roxithromycin?

Makrolide wie Roxithromycin hemmen die Eiweißherstellung in der Bakterienzelle [1]. Laut Fachinformation ist Roxithromycin ein halbsynthetisches Makrolid mit einem 14-gliedrigen Ring. Es bindet an einen Baustein der bakteriellen Ribosomen, die 50S-Untereinheit, und blockiert so die Eiweißbildung. Daraus ergibt sich zumeist eine bakteriostatische Wirkung: Die Bakterien werden an der Vermehrung gehindert. Entscheidend für die Wirksamkeit ist vor allem, wie lange der Wirkstoffspiegel oberhalb der Konzentration liegt, die den Erreger hemmt [2].

Etwa 60 % einer eingenommenen Dosis werden aufgenommen. Roxithromycin ist schon 15 Minuten nach der Einnahme im Blut nachweisbar, die höchsten Blutspiegel werden nach etwa 2 Stunden erreicht. Die Halbwertszeit beträgt bei Erwachsenen etwa 8 bis 12 Stunden; bei eingeschränkter Leberfunktion ist sie verlängert. Bakterien, die gegen Erythromycin, Azithromycin oder Clarithromycin unempfindlich sind, können es auch gegen Roxithromycin sein (Kreuzresistenz) [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben; maßgeblich ist die jüngere Fachinformation, deren Klassen mit der Packungsbeilage übereinstimmen. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation treten unerwünschte Wirkungen insgesamt bei etwa 4 % der Behandelten auf, wenn die Tagesdosis auf zwei Einnahmen verteilt wird, und bei etwa 10 %, wenn sie einmal täglich auf einmal eingenommen wird. Den größten Anteil haben Magen-Darm-Beschwerden; ihre Häufigkeit steigt bei einmal täglicher Einnahme [2]. Wie bei anderen Makroliden wurden für Roxithromycin Fälle von QT-Verlängerung, ventrikulärer Tachykardie und Torsade de pointes berichtet [2]. Mehr dazu auf der Seite QT-Verlängerung.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • InfektionenZusätzliche Infektion mit einem Hefepilz (Candida), z. B. an Mund- und Scheidenschleimhaut, bei längerer Anwendung[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
  • AtemwegeAtemnot (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • InfektionenFolgeinfektionen, die nicht auf das verschriebene Antibiotikum ansprechen (Superinfektion bei längerer Anwendung)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Magen und DarmSchwere, anhaltende und/oder blutige Durchfälle durch eine antibiotikabedingte Darmentzündung (pseudomembranöse Enterokolitis, Clostridium-difficile-Kolitis), die lebensbedrohlich sein kann[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
  • Blut und LymphsystemStarke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen und Fieber (Agranulozytose, Neutropenie); starke Verminderung der Blutplättchen mit erhöhter Blutungsneigung und Neigung zu Blutergüssen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte InfektanfälligkeitBlutungen und blaue Flecken
  • ImmunsystemSchwere akute Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schwellung von Gesicht, Zunge und/oder Kehlkopf (Angioödem) bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
  • HautSchwere Hautreaktionen mit großflächiger Blasenbildung und Hautablösung (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) oder rotem, schuppigem Ausschlag mit Erhebungen unter der Haut und Blasen (akute generalisierte exanthematische Pustulose, AGEP)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • HautKleinfleckige Blutungen in der Haut (Purpura)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
  • HerzVerlängerung der QT-Zeit im EKG und Herzrhythmusstörungen wie ventrikuläre Tachykardien und Torsade de pointes; laut Fachinformation wurden solche Fälle, wie bei anderen Makroliden, für Roxithromycin selten berichtet[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
  • AtemwegeVerkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Leber und GalleLeberzellschädigung (Hepatitis) mit oder ohne Gallestau, akute Gelbsucht (Ikterus), vorübergehender Anstieg von Leberwerten (ASAT, ALAT, GGT, alkalische Phosphatase, Bilirubin)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • PsycheHalluzinationen, Verwirrtheitszustände[1, 2]Mehr dazu: Psychose und HalluzinationenVerwirrtheit
  • NervensystemMissempfindungen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • NervensystemGeruchs- und/oder Geschmacksstörungen bis zum Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
  • Ohr und GleichgewichtVorübergehende Taubheit, Schwerhörigkeit, Drehschwindel (Vertigo), Ohrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: OhrgeräuscheSchwindel
  • AugenSehstörungen, verschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilage nennt die oben aufgeführten Reaktionen (außer den Muskelbeschwerden unter Statinen) als unter Umständen akut lebensbedrohlich; tritt eine davon auf, ist sofort eine Ärztin oder ein Arzt zu informieren [1]. Eine durch Antibiotika ausgelöste Darmentzündung kann lebensbedrohlich sein und erfordert eine sofortige Behandlung; Mittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht eingenommen werden [1, 2]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern sitzt vor dem Essen an einem gedeckten Tisch und hält ein Glas Wasser, vor ihm ein Teller mit Gemüse und Brot
Bild: KI-generiert

Magen und Darm: Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall und Verdauungsstörungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Die Packungsbeilage sieht die Einnahme etwa eine Viertelstunde vor den Mahlzeiten vor, weil der Wirkstoff dann am besten aufgenommen wird [1]. Laut Fachinformation sind Magen-Darm-Beschwerden bei einmal täglicher Einnahme häufiger als bei zwei Einnahmen am Tag; wie die Tagesdosis verteilt wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [2]. Bei schweren, anhaltenden oder blutigen Durchfällen, auch in den ersten Wochen nach der Behandlung, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr auf der Seite Durchfall durch Medikamente.

Kopfschmerzen und Schwindel: Beide sind häufig [1, 2]. Schwindel kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, vor allem zu Behandlungsbeginn und zusammen mit Alkohol; führen Sie dann kein Fahrzeug und arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt [1, 2].

Haut und Pilzinfektionen: Rötung, Schwellung und Juckreiz an Haut oder Schleimhaut sind häufig, Nesselsucht gelegentlich [1, 2]. Bei längerer Anwendung kann es selten zu einer zusätzlichen Infektion mit Hefepilzen kommen, etwa im Mund oder in der Scheide [1, 2]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn solche Beschwerden auftreten. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Roxithromycin hemmt ein Enzym, über das andere Arzneimittel abgebaut werden (Cytochrom P450 3A4). Obwohl es dieses Enzym nur relativ schwach hemmt, können dadurch die Blutspiegel und die Nebenwirkungen anderer Mittel steigen [1, 2]. Deshalb dürfen Sie es nicht zusammen mit Ergotamin oder Dihydroergotamin (Migränemittel) einnehmen, weil Durchblutungsstörungen insbesondere an Fingern und Zehen drohen, und nicht mit Terfenadin, Astemizol, Cisaprid oder Pimozid, die schwere Herzrhythmusstörungen auslösen können [1, 2].

Nicht empfohlen wird die Kombination mit anderen Mitteln, die das QT-Intervall verlängern, etwa bestimmten Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen, Antidepressiva wie Citalopram, Methadon, Neuroleptika, Fluorchinolonen wie Moxifloxacin oder Pilzmitteln wie Fluconazol [1, 2]. Mit Statinen sind Muskelerkrankungen möglich, mit Blutverdünnern in Einzelfällen eine verstärkte Gerinnungshemmung [1, 2]. In seltenen Fällen, vor allem bei Erbrechen oder Durchfall, kann die Wirkung der "Pille" unsicher sein; mehr dazu im Ratgeber Pille und Antibiotika [1, 2].

Wechselwirkungen von Roxithromycin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Ergotamin oder Dihydroergotamin (Migränemittel)Gefahr von Durchblutungsstörungen, insbesondere an Fingern und Zehen[1, 2]Nicht zusammen einnehmen
Terfenadin, Astemizol, Cisaprid, PimozidGefahr schwerer Herzrhythmusstörungen (Torsade de pointes, QT-Verlängerung)[1, 2]Nicht zusammen einnehmen
Andere Mittel, die das QT-Intervall verlängern: Antiarrhythmika der Klassen IA und III (z. B. Chinidin, Disopyramid, Amiodaron), Mittel gegen Depressionen (z. B. Citalopram, trizyklische Antidepressiva), Methadon, Neuroleptika (z. B. Phenothiazine), Fluorchinolone (z. B. Moxifloxacin), Mittel gegen Pilzinfektionen (z. B. Fluconazol, Pentamidin), Mittel gegen Virusinfektionen (z. B. Telaprevir)Schwere Herzrhythmusstörungen wie Torsade de pointes möglich[1, 2]Kombination nicht empfohlen; laut Fachinformation besondere Vorsicht
Vitamin-K-Antagonisten und andere Gerinnungshemmer (Blutverdünner)In Einzelfällen verstärkte Gerinnungshemmung[1, 2]Ärztlich besprechen; Kontrolle der Gerinnungswerte (z. B. Quick-Wert) ist sinnvoll
Statine (Cholesterinsenker, z. B. Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin)Höhere Statin-Spiegel; Muskelerkrankungen einschließlich eines Muskelzerfalls möglich[1, 2]Bei unerklärlichen Muskelschmerzen, -empfindlichkeit oder -schwäche sofort ärztlich melden
Digoxin und andere HerzglykosideRoxithromycin kann die Aufnahme von Digoxin aus dem Darm erhöhen; laut Fachinformation sehr selten mit erhöhter Giftigkeit der Herzglykoside[1, 2]EKG-Überwachung und Kontrolle der Herzglykosid-Spiegel
Hormonelle Verhütungsmittel ("Pille")In seltenen Fällen, vor allem bei Erbrechen und Durchfall, kann die Wirkung unsicher sein[1, 2]Zusätzlich nicht hormonell verhüten
Theophyllin, Bromocriptin, Midazolam, Ciclosporin, RifabutinRoxithromycin kann ihre Blutspiegel und damit Wirkung und Nebenwirkungen erhöhen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; Theophyllin-Spiegel überwachen; bei Ciclosporin laut Fachinformation Spiegel und Nierenfunktion überwachen
Disopyramid (gegen Herzrhythmusstörungen)Höhere Spiegel von freiem Disopyramid möglich[1, 2]Nicht zusammen anwenden; wenn doch nötig, EKG-Überwachung und möglichst Kontrolle der Disopyramid-Spiegel

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Roxithromycin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der Punkte unten auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Ältere Menschen müssen laut Packungsbeilage keine speziellen Vorsichtsmaßnahmen beachten [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Roxithromycin, andere Makrolid-Antibiotika oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von ergotamin- oder dihydroergotaminhaltigen Arzneimitteln (Migränemittel) wegen der Gefahr einer verstärkten Engstellung von Blutgefäßen und von Durchblutungsstörungen[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme von Mitteln, deren Blutspiegel Roxithromycin erhöht (CYP3A4-Substrate) und die dann vermehrt Nebenwirkungen verursachen, insbesondere Terfenadin, Astemizol (Allergiemittel), Cisaprid (Magenmittel) und Pimozid (gegen seelische Störungen), die Herzrhythmusstörungen auslösen können[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Angeborene oder erworbene Verlängerung des QT-Intervalls im EKG, verminderter Kalium- oder Magnesiumgehalt im Blut, krankhaft verlangsamter Herzschlag, Herzmuskelschwäche mit Beschwerden, Herzrhythmusstörungen jetzt oder früher, andere Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern: laut Fachinformation nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung[1, 2]
  • Myasthenia gravis: Sie kann sich, wie von anderen Makroliden bekannt, verschlimmern[1, 2]
  • Gestörte Leberfunktion: Roxithromycin sollte in der Regel nicht eingenommen werden; hält die Ärztin oder der Arzt es dennoch für notwendig, werden die Leberwerte kontrolliert und die Dosis gegebenenfalls angepasst[1, 2]
  • Schwere Niereninsuffizienz oder gleichzeitige schwere Nieren- und Leberschäden: Kontrolle der Roxithromycin-Konzentration im Blut, gegebenenfalls Dosisanpassung[1, 2]
  • Kinder und Erwachsene unter 40 kg Körpergewicht: Roxithromycin-ratiopharm sollte nicht angewendet werden; Erfahrungen mit dieser Dosierung bei Kindern liegen nicht vor[1, 2]
  • Während der Behandlung, insbesondere bei Anwendung über zwei Wochen hinaus: Blutbild, Leber- und Nierenfunktion sollten laut Fachinformation überwacht werden[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Glucose; vor der Einnahme ärztlich besprechen. Bei der seltenen Glucose-Galactose-Malabsorption sollten sie laut Fachinformation nicht eingenommen werden[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Packungsbeilage und Embryotox bewerten Schwangerschaft und Stillzeit unterschiedlich: Die Packungsbeilage rät in der Stillzeit von der Einnahme ab, in der Schwangerschaft ebenfalls, es sei denn, die Ärztin oder der Arzt hält sie für medizinisch eindeutig erforderlich; Embryotox hält Roxithromycin bei entsprechender Indikation in Schwangerschaft und Stillzeit für einsetzbar. Die Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1, 3].

Schwangerschaft

Sie sollten Roxithromycin in der Schwangerschaft nicht einnehmen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet es ausdrücklich, weil sie oder er es für medizinisch eindeutig erforderlich hält. Laut Fachinformation liegen keine klinischen Erfahrungen in der Schwangerschaft vor; in Tierstudien mit hohen Dosen zeigten sich keine fruchtschädigenden Wirkungen.[1, 2]

Laut Embryotox wurden mehr als 3.500 Schwangerschaften mit Roxithromycin im ersten Drittel wissenschaftlich dokumentiert; Studien, die Roxithromycin gesondert auswerten, sprechen gegen ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen, auch des Herzens; die bisher vorliegenden Daten sprechen nicht für ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Bei entsprechender Indikation kann Roxithromycin laut Embryotox in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Penicilline und Cephalosporine. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Klinische Erfahrungen in der Stillzeit liegen nicht vor; nur sehr geringe Mengen gehen in die Muttermilch über (laut Fachinformation weniger als 0,05 % der eingenommenen Dosis). Beim gestillten Säugling kann es dennoch zu Störungen der Darmfunktion und einer Überempfindlichkeit kommen, laut Fachinformation auch zu einer Besiedlung mit Sprosspilzen. Sie sollten Roxithromycin deshalb in der Stillzeit nicht einnehmen; die Ärztin oder der Arzt entscheidet, ob das Stillen oder die Behandlung beendet wird.[1, 2]

Embryotox: Roxithromycin kann in der Stillzeit indikationsgerecht eingesetzt werden; die meisten gestillten Kinder haben keine Beschwerden, gelegentlich kann es zu vorübergehendem Durchfall oder Soor beim Säugling kommen.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Zusammen mit Alkohol kann die Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens, etwa durch Schwindel, verstärkt sein.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Roxithromycin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, z. B. durch Schwindel, das Reaktionsvermögen so verändern, dass das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen oder das Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, verstärkt zu Behandlungsbeginn, nach einer Dosiserhöhung, bei einem Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol. Auch Sehstörungen und verschwommenes Sehen können sich auswirken.[1, 2]

Einnahme

Filmtablette unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit etwa eine Viertelstunde vor den Mahlzeiten einnehmen; dann wird der Wirkstoff am besten aufgenommen. Die Tablette mit 300 mg kann in gleiche Dosen geteilt werden.[1, 2]

Einnahme vergessen: Sie können sie nachholen, solange die reguläre Einnahmezeit um nicht mehr als etwa 12 Stunden überschritten ist; sonst die Behandlung mit der verordneten Dosis zu den üblichen Zeiten fortsetzen.[1]

Absetzen

Ein eigenmächtiger Abbruch ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt gefährdet den Behandlungserfolg. Nach Abklingen der Krankheitszeichen sollte die Behandlung noch mindestens 2 Tage fortgesetzt werden.[1, 2]

Überdosierung

Bei einer Überdosierung nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auf. Laut Fachinformation ist mit ausgeprägten Magen-Darm-Beschwerden und unter Umständen mit Leberschäden zu rechnen; ein spezifisches Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt die Dosis für Erwachsene und Jugendliche, die Grenze von 40 kg Körpergewicht bei Kindern sowie Anpassungen bei Leber- und Nierenerkrankungen; die Fachinformation desselben Präparats stimmt damit überein und nennt zusätzlich eine Obergrenze der Tagesdosis je Kilogramm Körpergewicht für Kinder bis 40 kg [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; welche Dosis und Dauer für Sie richtig sind, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Roxithromycin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit, etwa eine Viertelstunde vor den Mahlzeiten [1]. Warum der Zeitpunkt wichtig sein kann, erklärt der Ratgeber Einnahme vor oder nach dem Essen. Haben Sie eine Einnahme vergessen, können Sie sie nachholen, solange nicht mehr als etwa 12 Stunden vergangen sind; sonst setzen Sie die Behandlung zu den üblichen Zeiten fort [1].

Brechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig ab; das gefährdet den Behandlungserfolg. Nach Abklingen der Krankheitszeichen wird sie noch mindestens 2 Tage fortgesetzt [1, 2]. Während der Behandlung, insbesondere bei einer Anwendung über zwei Wochen hinaus, sollten laut Fachinformation Blutbild, Leber- und Nierenfunktion überwacht werden [2]. Haben Sie zu viel eingenommen, nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auf [1].

Präparate mit Roxithromycin

Roxithromycin gibt es als Filmtabletten in zwei Stärken von verschiedenen Herstellern [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Roxithromycin-ratiopharm Filmtabletten [1, 2]. Weitere Makrolide sind Erythromycin, Azithromycin und Clarithromycin [2].

Präparate mit Roxithromycin
PräparatAnbieterHinweis
Roxithromycin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 150 oder 300 mg; Grundlage dieser Seite
Roxithromycin AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 150 oder 300 mg
Roxithromycin STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 150 oder 300 mg
Roxi - 1 A Pharma1 A Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 150 oder 300 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Roxithromycin-ratiopharm 300 mg Filmtabletten (Versionscode Z10) und 150 mg Filmtabletten (Versionscode Z11). ratiopharm GmbH. Stand 08/2019. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Roxithromycin-ratiopharm 150 mg / 300 mg Filmtabletten (Version 6). ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Roxithromycin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Roxithromycin verschrieben?

Roxithromycin behandelt bakterielle Infektionen: Lungenentzündungen außerhalb des Krankenhauses, insbesondere durch Chlamydien oder Mykoplasmen, Keuchhusten, eine akute Verschlechterung einer chronischen Bronchitis und akute bakterielle Nasennebenhöhlenentzündungen. Bei Mandel-, Rachen- und Mittelohrentzündungen sowie bestimmten Hautinfektionen kommt es zum Einsatz, wenn eine Überempfindlichkeit gegen Betalaktam-Antibiotika besteht oder diese aus anderen Gründen nicht geeignet sind. Außerdem wird es bei Entzündungen von Harnröhre, Gebärmutterhals und Scheide durch Chlamydien und Mykoplasmen eingesetzt.

Warum soll Roxithromycin vor dem Essen eingenommen werden?

Laut Packungsbeilage wird der Wirkstoff am besten aufgenommen, wenn Sie die Filmtablette etwa eine Viertelstunde vor den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einnehmen.

Darf ich Roxithromycin zusammen mit einem Cholesterinsenker nehmen?

Bei gleichzeitiger Einnahme eines Statins wie Simvastatin, Atorvastatin oder Lovastatin kann der Blutspiegel des Statins steigen. Dann sind Muskelerkrankungen einschließlich eines Muskelzerfalls möglich. Wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie unerklärliche Schmerzen, Empfindlichkeit oder Schwäche der Muskeln bemerken. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der Behandlung über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen.

Wirkt die Pille, wenn ich Roxithromycin nehme?

In seltenen Fällen, vor allem bei Erbrechen oder Durchfall, kann die Wirkung der "Pille" unsicher sein. Packungsbeilage und Fachinformation empfehlen deshalb, während der Behandlung zusätzlich nicht hormonell zu verhüten. Mehr dazu im Ratgeber "Pille und Antibiotika".

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Roxithromycin einnehme?

Packungsbeilage und Fachinformation erwähnen Alkohol im Zusammenhang mit dem Reaktionsvermögen: Roxithromycin kann zum Beispiel durch Schwindel die Fähigkeit beeinträchtigen, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, zusammen mit Alkohol in verstärktem Maß. Ob und wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Darf ich Roxithromycin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage sollten Sie Roxithromycin in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für medizinisch eindeutig erforderlich hält, und in der Stillzeit nicht. Embryotox nennt mehr als 3.500 wissenschaftlich dokumentierte Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel und hält Roxithromycin bei entsprechender Indikation in allen Phasen der Schwangerschaft für einsetzbar. In der Stillzeit kann es laut Embryotox indikationsgerecht eingesetzt werden. Die Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wie hoch ist die Dosis von Roxithromycin?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; bei schweren Leberfunktionsstörungen wird sie verringert. Die Angaben der Packungsbeilage für Erwachsene, Jugendliche und Kinder nach Körpergewicht finden Sie weiter oben im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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