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Erenumab (Aimovig): Nebenwirkungen und Wirkung

Erenumab ist ein verschreibungspflichtiger monoklonaler Antikörper, der die Wirkung des Botenstoffs CGRP an seinem Rezeptor hemmt. Er wird zur Vorbeugung von Migräne bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen im Monat alle 4 Wochen unter die Haut gespritzt. Häufig sind Verstopfung, Juckreiz, Muskelkrämpfe, allergische Reaktionen und Reaktionen an der Einstichstelle; bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion oder bei Verstopfung mit starken Bauchschmerzen und Erbrechen brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Frau Ende dreißig steht morgens auf einem sonnigen Balkon zwischen Kräutertöpfen und atmet mit geschlossenen Augen ruhig durch
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Allergische Reaktionen wie Ausschlag, Schwellung, Nesselsucht oder Atembeschwerden; laut Fachinformation zählen zu den Überempfindlichkeitsreaktionen auch Anaphylaxie und Angioödem[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung (Obstipation)[1, 2]
  • Häufig: Juckreiz (Pruritus)[1, 2]
  • Häufig: Muskelkrämpfe (Muskelspasmen)[1, 2]
  • Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerzen, Rötung und Schwellung[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Erenumab eingesetzt?

Erenumab gehört zu den Migränemitteln und ist ein vollständig menschlicher monoklonaler Antikörper, der mit Hilfe rekombinanter DNA-Technologie hergestellt wird [1, 2]. Er ist zugelassen zur Vorbeugung von Migräne bei Erwachsenen, die zu Beginn der Behandlung mindestens 4 Migränetage pro Monat haben [1, 2].

Laut Fachinformation sollte die Behandlung von Ärztinnen und Ärzten begonnen werden, die mit Diagnose und Behandlung von Migräne Erfahrung haben [2]. Erenumab ist verschreibungspflichtig und wird als Fertigspritze oder Fertigpen mit 70 mg oder 140 mg angeboten [2].

Wie wirkt Erenumab?

Erenumab bindet an den Rezeptor des Botenstoffs CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide), konkurriert dort mit CGRP und hemmt die Funktion des Rezeptors [2]. CGRP ist ein Neuropeptid, das die Weiterleitung von Schmerzsignalen reguliert und Blutgefäße erweitert. Der CGRP-Spiegel steigt laut Fachinformation während eines Migräneanfalls an und normalisiert sich, wenn die Kopfschmerzen abklingen; der CGRP-Rezeptor liegt an Stellen, die für die Entstehung der Migräne relevant sind, etwa im Ganglion trigeminale, einem Nervenknoten [2]. Die Packungsbeilage fasst das so zusammen: Erenumab blockiert die Aktivität des Moleküls CGRP, das mit Migräne in Zusammenhang gebracht wird [1].

Nach einer Injektion unter die Haut ist die höchste Konzentration im Blut nach 4 bis 6 Tagen erreicht. Die Eliminationshalbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt 28 Tage; während der Behandlung wird der Antikörper vor allem über einen unspezifischen Eiweißabbau aus dem Körper entfernt (eliminiert), nicht über die Cytochrom-P450-Enzyme der Leber [2]. In klinischen Studien trat bei der Mehrheit der Patientinnen und Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, ein Nutzen innerhalb von 3 Monaten auf [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Laut Packungsbeilage sind die meisten Nebenwirkungen leicht bis mittelschwer [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Die Fachinformation beschreibt die Reaktionen an der Einstichstelle als leicht und meist vorübergehend; am häufigsten waren örtliche Schmerzen, Rötung und Juckreiz, die Schmerzen ließen normalerweise innerhalb einer Stunde nach [2]. Anaphylaxie und Angioödem, also schwere allergische Reaktionen und Schwellungen von Haut und Schleimhäuten, wurden nach der Markteinführung beobachtet [2]. Mehr dazu lesen Sie unter Verstopfung und Arzneimittelallergie.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HautHautausschlag und Juckreiz; laut Fachinformation umfasst der Ausschlag auch knötchenförmige, schuppende und gerötete Ausschläge, Nesselsucht und Blasen[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreizNesselsucht
  • HautHaarausfall (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
  • Magen und DarmWunde Stellen im Mundbereich oder an den Lippen; laut Fachinformation Läsionen im Mundbereich wie Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis), Geschwüre oder Blasen im Mund[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation können schwere Überempfindlichkeitsreaktionen innerhalb von Minuten, manche aber auch mehr als eine Woche nach der Behandlung auftreten; bei einer schweren Reaktion wird die Behandlung mit Erenumab abgebrochen [2]. Nach der Markteinführung wurde über Verstopfung mit schweren Komplikationen berichtet; in manchen Fällen war ein Krankenhausaufenthalt nötig, auch Operationen kamen vor [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Vierzigern im ruhigen Gespräch mit einer Ärztin in einem hellen Sprechzimmer
Bild: KI-generiert

Verstopfung: Sie ist laut Fachinformation in der Regel leicht oder mäßig, setzte in der Mehrzahl der Fälle nach der ersten Dosis ein und war in den meisten Fällen innerhalb von drei Monaten abgeklungen; sie wurde aber auch später im Behandlungsverlauf berichtet [2]. Wenn Sie Verstopfung bekommen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Laut Fachinformation sollte eine Verstopfung umgehend behandelt werden; bei schwerer Verstopfung sollte ein Abbruch der Behandlung erwogen werden [2]. Hatten Sie schon früher Verstopfung oder nehmen Sie Arzneimittel, die den Darm verlangsamen, sprechen Sie das vor Beginn an, denn dann kann das Risiko für eine schwerere Verstopfung steigen [2].

Einstichstelle: Spritzen Sie nicht in empfindliche, verletzte, gerötete oder verhärtete Haut. Brauchen Sie zwei Injektionen, setzen Sie sie an verschiedenen Stellen, um eine Verhärtung der Haut zu verhindern [1]. Die Fachinformation empfiehlt, bei jeder Injektion eine andere Stelle zu wählen [2].

Weitere Beschwerden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Aufgrund der Abbauwege monoklonaler Antikörper erwartet die Fachinformation keine Wirkung auf die Konzentration gleichzeitig angewendeter Arzneimittel [2].

Wechselwirkungen von Erenumab
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere ArzneimittelWegen der Abbauwege monoklonaler Antikörper erwartet die Fachinformation keine Wirkung auf die Konzentration gleichzeitig angewendeter Arzneimittel; in Studien mit Gesunden wurde keine Wechselwirkung mit der Pille (Ethinylestradiol/Norgestimat) oder mit Sumatriptan beobachtet[1, 2]Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden
Arzneimittel, die die Bewegungen des Magen-Darm-Trakts verlangsamenLaut Fachinformation höheres Risiko für eine schwerere Verstopfung und Komplikationen[2]Ärztlich besprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Erenumab nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie eine Herz-Kreislauf-Erkrankung haben [1]. Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren darf Erenumab nicht verabreicht werden, weil es in dieser Altersgruppe nicht untersucht wurde [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Erenumab oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erenumab wurde bei Menschen mit bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht untersucht; laut Fachinformation waren Menschen mit bestimmten schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen von den Studien ausgeschlossen, Sicherheitsdaten liegen für sie nicht vor[1, 2]
  • Verstopfung in der Vorgeschichte oder gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die die Bewegungen des Magen-Darm-Trakts verlangsamen: Laut Fachinformation kann das Risiko für eine schwerere Verstopfung und für Komplikationen steigen[2]
  • Frühere allergische Reaktionen: Das Arzneimittel enthält Polysorbat 80, das allergische Reaktionen hervorrufen kann; teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, ob bei Ihnen schon einmal eine allergische Reaktion beobachtet wurde[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Erenumab darf ihnen nicht verabreicht werden, da die Anwendung in dieser Altersgruppe nicht untersucht wurde[1, 2]
  • Menschen ab 65 Jahren: Erenumab wurde bei ihnen nicht untersucht[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft, Stillzeit und Verkehrstüchtigkeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angabe [1, 2]. Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit zeigten sich in Tierstudien nicht [2].

Schwangerschaft

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet, ob Sie die Anwendung während der Schwangerschaft aussetzen sollten. Laut Fachinformation gibt es bisher nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren; Tierstudien ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte schädliche Wirkungen in Bezug auf die Fortpflanzung (Reproduktionstoxizität). Aus Vorsichtsgründen soll eine Anwendung in der Schwangerschaft vermieden werden.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als gering an: Erfahrungen zu etwa 90 Schwangerschaften zeigen keine Signale für ein erhöhtes Fehlbildungs- oder Fehlgeburtsrisiko, reichen für eine differenzierte Bewertung aber nicht aus. Laut Embryotox sollte Erenumab nach Möglichkeit in der Schwangerschaft nicht verwendet werden; besser untersuchte Mittel sind zu bevorzugen, zur Migräne-Vorbeugung nennt Embryotox Metoprolol und Amitriptylin. Nach einer Anwendung im ersten Schwangerschaftsdrittel kann eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Antikörper wie Erenumab gehen in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch über; nach dieser ersten Phase kann Erenumab laut Packungsbeilage angewendet werden. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie das Stillen oder die Anwendung beenden sollten. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Erenumab in die Muttermilch übergeht; ein Risiko für das gestillte Kind in den ersten Tagen ist nicht ausgeschlossen, danach könnte die Anwendung in Betracht gezogen werden, falls sie klinisch notwendig ist.[1, 2]

Laut Embryotox liegen Erfahrungen zu zwei Mutter-Kind-Paaren vor; bei den gestillten Kindern wurden keine Beschwerden beobachtet. Ist Erenumab nach sorgfältiger Prüfung möglicher Alternativen das geeignetste Medikament, scheint Stillen laut Embryotox akzeptabel zu sein. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Laut Packungsbeilage ist nicht zu erwarten, dass Erenumab die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt; die Fachinformation geht von keinem oder einem zu vernachlässigenden Einfluss aus.[1, 2]

Einnahme

Erenumab wird unter die Haut gespritzt, in den Bauch oder in den Oberschenkel; die Außenseite des Oberarms nur, wenn eine andere Person die Injektion gibt. Nicht in empfindliche, verletzte, gerötete oder verhärtete Haut spritzen. Bevor Sie sich Erenumab selbst spritzen, werden Sie oder eine helfende Person von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal geschult; versuchen Sie es nicht ohne diese Schulung. Jede Fertigspritze und jeder Fertigpen ist nur für den einmaligen Gebrauch.[1]

Dosis vergessen: Holen Sie sie nach, sobald es Ihnen auffällt, und informieren Sie anschließend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er teilt Ihnen den Zeitpunkt der nächsten Dosis mit.[1]

Aufbewahrung: im Kühlschrank (2 bis 8 °C) im Umkarton, nicht einfrieren. Nach der Entnahme aus dem Kühlschrank bei Raumtemperatur bis 25 °C im Umkarton aufbewahren und innerhalb von 7 Tagen anwenden, sonst entsorgen; nicht zurück in den Kühlschrank legen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Anwendung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben; nach dem Ende der Behandlung können Ihre Beschwerden zurückkehren. Bemerken Sie nach 3 Monaten keinen Behandlungseffekt, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet, ob die Behandlung fortgesetzt wird.[1]

Laut Fachinformation sollte bei fehlendem Ansprechen nach 3 Monaten erwogen werden, die Behandlung einzustellen; nach den ersten drei Monaten wird empfohlen, in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, ob die Behandlung fortgesetzt werden soll.[2]

Überdosierung

Haben Sie mehr Erenumab erhalten, als Sie sollten, oder wurde eine Dosis früher gegeben als vorgesehen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation wurden in klinischen Studien keine Fälle einer Überdosierung berichtet.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage beschreibt, wie die verordnete Dosis gespritzt wird; die Fachinformation nennt die empfohlene Dosis und die Angaben für besondere Gruppen [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Erenumab wird unter die Haut gespritzt. Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder das medizinische Fachpersonal schult Sie oder eine helfende Person, wie die Injektion vorbereitet und gegeben wird; versuchen Sie es nicht ohne diese Schulung. Eine ausführliche Anleitung steht am Ende der Packungsbeilage [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, holen Sie sie nach, sobald es Ihnen auffällt, und fragen Sie dann nach dem Zeitpunkt der nächsten Dosis [1].

Brechen Sie die Anwendung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen; nach dem Ende der Behandlung können die Beschwerden zurückkehren [1]. Laut Fachinformation wird empfohlen, nach den ersten drei Monaten in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, ob die Behandlung fortgesetzt werden soll [2]. Was bei einer zu hohen Dosis zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Erenumab

Erenumab ist in der EU unter dem Namen Aimovig als Fertigspritze und als Fertigpen zentral zugelassen. Grundlage dieser Seite ist die deutsche EMA-Produktinformation von Aimovig mit Packungsbeilage und Fachinformation [1, 2].

Präparate mit Erenumab
PräparatAnbieterHinweis
AimovigNovartis Europharm Limited (in Deutschland: Novartis Pharma GmbH)Injektionslösung in einer Fertigspritze oder im Fertigpen mit 70 mg oder 140 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Aimovig (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Aimovig 70 mg/140 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Aimovig (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Erenumab. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wie wirkt Erenumab gegen Migräne?

Erenumab ist ein Antikörper, der an den Rezeptor des Botenstoffs CGRP bindet und dessen Funktion hemmt. CGRP reguliert laut Fachinformation die Weiterleitung von Schmerzsignalen und erweitert Blutgefäße; während eines Migräneanfalls steigt sein Spiegel an. Zugelassen ist Erenumab zur Vorbeugung von Migräne bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat.

Wie oft wird Erenumab gespritzt?

Laut Packungsbeilage einmal alle 4 Wochen unter die Haut, je nach verordneter Dosis als eine Injektion oder als zwei Injektionen direkt nacheinander an verschiedenen Stellen. Welche Dosis Sie bekommen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung.

Macht Erenumab Verstopfung?

Ja, Verstopfung gehört zu den häufigen Nebenwirkungen (bis zu 1 von 10 Behandelten). Laut Fachinformation ist sie in der Regel leicht oder mäßig, beginnt in der Mehrzahl der Fälle nach der ersten Dosis und ist in den meisten Fällen innerhalb von drei Monaten abgeklungen. Nach der Markteinführung wurden auch Fälle mit schweren Komplikationen berichtet, teils mit Krankenhausaufenthalt oder Operation. Bei Verstopfung mit starken oder andauernden Bauchschmerzen und Erbrechen, Schwellung des Bauches oder Blähungen suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf.

Kann Erenumab allergische Reaktionen auslösen?

Allergische Reaktionen wie Ausschlag, Schwellung, Nesselsucht oder Atembeschwerden sind häufig. Schwere allergische Reaktionen können innerhalb von Minuten auftreten, manche aber erst mehr als eine Woche nach der Anwendung. Bei Schwellungen im Gesicht, im Mund, an der Zunge oder im Rachen oder bei Atembeschwerden sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder rufen den medizinischen Notdienst.

Darf ich Erenumab in der Schwangerschaft anwenden?

Laut Fachinformation gibt es nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren; aus Vorsichtsgründen soll die Anwendung vermieden werden. Ob Sie die Behandlung aussetzen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Das Beratungszentrum Embryotox schreibt, Erenumab sollte nach Möglichkeit in der Schwangerschaft nicht verwendet werden, und nennt zur Migräne-Vorbeugung als besser geeignete Alternativen Metoprolol und Amitriptylin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich mit Erenumab Auto fahren?

Laut Packungsbeilage ist nicht zu erwarten, dass Erenumab die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt. Die Fachinformation geht von keinem oder einem zu vernachlässigenden Einfluss aus.

Wann merke ich, ob Erenumab wirkt?

In klinischen Studien trat bei der Mehrheit der Patientinnen und Patienten, die ansprachen, ein Nutzen innerhalb von 3 Monaten auf. Bemerken Sie nach 3 Monaten keinen Behandlungseffekt, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet, ob die Behandlung fortgesetzt wird.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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