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Topiramat: Nebenwirkungen und Wirkung
Topiramat ist ein verschreibungspflichtiges Antiepileptikum zur Behandlung der Epilepsie und zur Vorbeugung von Migräne bei Erwachsenen. Sehr häufig sind unter anderem Kribbeln, Schläfrigkeit, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, Gewichtsverlust und Depression; häufig auch Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Topiramat kann beim ungeborenen Kind schwere Fehlbildungen verursachen: Frauen, die schwanger werden können, dürfen es nur mit hochwirksamer Verhütung einnehmen, zur Migräne-Vorbeugung nicht in der Schwangerschaft.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Depression, neu aufgetreten oder verschlechtert[1, 2]
- Sehr häufig: Verstopfte, laufende Nase oder Halsschmerzen (Nasopharyngitis)[1, 2]
- Sehr häufig: Kribbeln, Schmerzen und/oder Taubheit verschiedener Körperteile (Parästhesie)[1, 2]
- Sehr häufig: Schläfrigkeit (Somnolenz) und Schwindel[1, 2]
- Sehr häufig: Müdigkeit (Fatigue)[1, 2]
- Sehr häufig: Übelkeit und Durchfall[1, 2]
- Sehr häufig: Gewichtsverlust[1, 2]
- Häufig: Krampfanfälle[1, 2]
- Häufig: Angst, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit[1, 2]
- Häufig: Konzentrationsprobleme, Langsamkeit im Denken, Gedächtnisverlust und Gedächtnisprobleme (neu aufgetreten, plötzlich verändert oder zunehmend schlechter)[1, 2]
- Häufig: Nierensteine, häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen[1, 2]
- Häufig: Blutarmut (Anämie)[1, 2]
- Häufig: Allergische Reaktion wie Hautausschlag, Rötung, Jucken, Gesichtsschwellung oder Nesselsucht[1, 2]
- Häufig: Appetitverlust, verminderter Appetit[1, 2]
- Häufig: Aggression, Agitiertheit, Wut und ungewöhnliches Verhalten[1, 2]
- Häufig: Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen[1, 2]
- Häufig: Probleme beim Sprechen oder Sprachstörungen, undeutliche Sprache[1, 2]
- Häufig: Ungeschicklichkeit oder fehlende Koordination, Gefühl von Unsicherheit beim Gehen[1, 2]
- Häufig: Verminderte Fähigkeit, Routineaufgaben auszuführen[1, 2]
- Häufig: Verminderter, verlorener oder fehlender Geschmackssinn[1, 2]
- Häufig: Unwillkürliches Zittern oder Zucken; schnelle, unkontrollierbare Bewegungen der Augen (Nystagmus)[1, 2]
- Häufig: Sehstörungen wie Doppelbilder, verschwommenes Sehen, vermindertes Sehvermögen und Schwierigkeiten beim Scharfsehen[1, 2]
- Häufig: Drehschwindel (Vertigo), klingelndes Geräusch in den Ohren und Ohrenschmerz[1, 2]
- Häufig: Kurzatmigkeit, Husten und Nasenbluten[1, 2]
- Häufig: Fieber, Unwohlsein und Schwäche[1, 2]
- Häufig: Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen oder Beschwerden im Bauchbereich, Verdauungsstörung und Infektion des Magens oder des Darms[1, 2]
- Häufig: Mundtrockenheit; laut Fachinformation auch Kribbeln im Mund (orale Parästhesie)[1, 2]
- Häufig: Haarausfall und Juckreiz[1, 2]
- Häufig: Gelenkschmerz oder Gelenkschwellung, Muskelkrämpfe oder Muskelzittern, Muskelschmerz oder Muskelschwäche, Brustschmerz[1, 2]
- Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche
Wofür wird Topiramat eingesetzt?
Topiramat gehört zu den Antiepileptika [1]. Es wird angewendet zur alleinigen Behandlung der Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren, zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der Epilepsie bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren und zur Vorbeugung von Migränekopfschmerzen bei Erwachsenen [1]. Laut Fachinformation ist die Migräne-Vorbeugung erst nach sorgfältiger Abwägung möglicher anderer Behandlungen vorgesehen; zur Behandlung eines akuten Migräneanfalls ist Topiramat nicht bestimmt [2]. Damit zählt es auch zu den Migränemitteln.
Bei Mädchen und Frauen, die schwanger werden können, sollte die Behandlung von einer in Epilepsie oder Migräne erfahrenen Ärztin oder einem erfahrenen Arzt eingeleitet und überwacht und mindestens einmal jährlich überprüft werden [1, 2]. Hintergrund ist das Schwangerschaftsverhütungsprogramm, über das die Zulassungsinhaber am 2. November 2023 mit einem Rote-Hand-Brief informierten [4].
Wie wirkt Topiramat?
Wie Topiramat gegen Anfälle und Migräne wirkt, ist laut Fachinformation nicht genau bekannt. Untersuchungen an Nervenzellen zeigen drei Eigenschaften, die möglicherweise beitragen: Topiramat blockiert Natriumkanäle, verstärkt die Wirkung des hemmenden Botenstoffs GABA und hemmt die Aktivierung eines Rezeptortyps für den erregenden Botenstoff Glutamat [2]. Außerdem hemmt es einige Formen des Enzyms Carboanhydrase; auf der Hemmung dieses Enzyms in den Nieren beruht laut Fachinformation die Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), die unter Topiramat auftreten kann [2].
Topiramat wird schnell und gut aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist nach 2 bis 3 Stunden erreicht. Bei wiederholter Einnahme beträgt die mittlere Halbwertszeit ungefähr 21 Stunden. Ausgeschieden wird Topiramat überwiegend unverändert über die Nieren [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt, ergänzt um einzelne Angaben, die nur die Fachinformation enthält. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Die Mehrheit der Nebenwirkungen war in Studien leicht bis mäßig [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation wurde unter Topiramat häufiger über Stimmungsschwankungen und Depression berichtet. Suizidbezogene Ereignisse traten in doppelblinden Studien bei 0,5 Prozent der mit Topiramat Behandelten auf, nahezu dreimal so oft wie unter Placebo [2]. Die Übersäuerung des Blutes ist in der Regel gering bis mäßig und tritt gewöhnlich zu Beginn auf, kann aber zu jedem Zeitpunkt vorkommen [2]. Mehr dazu unter depressive Verstimmung, Vergesslichkeit und Verwirrtheit und Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheDepression, neu aufgetreten oder verschlechtert[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- InfektionenVerstopfte, laufende Nase oder Halsschmerzen (Nasopharyngitis)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- NervensystemKribbeln, Schmerzen und/oder Taubheit verschiedener Körperteile (Parästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemSchläfrigkeit (Somnolenz) und Schwindel[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwindel
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit (Fatigue)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Magen und DarmÜbelkeit und Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitDurchfall
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtsverlust[1, 2]Mehr dazu: Gewichtsabnahme
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- PsycheAngst, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit[1, 2]Mehr dazu: AngstAggressivität und ReizbarkeitDepressive VerstimmungVerwirrtheit
- NervensystemKonzentrationsprobleme, Langsamkeit im Denken, Gedächtnisverlust und Gedächtnisprobleme (neu aufgetreten, plötzlich verändert oder zunehmend schlechter)[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- Nieren und HarnwegeNierensteine, häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
- Blut und LymphsystemBlutarmut (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemAllergische Reaktion wie Hautausschlag, Rötung, Jucken, Gesichtsschwellung oder Nesselsucht[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagJuckreizSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsucht
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitverlust, verminderter Appetit[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheAggression, Agitiertheit, Wut und ungewöhnliches Verhalten[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und ReizbarkeitUnruhe und Nervosität
- PsycheSchwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemProbleme beim Sprechen oder Sprachstörungen, undeutliche Sprache[1, 2]
- NervensystemUngeschicklichkeit oder fehlende Koordination, Gefühl von Unsicherheit beim Gehen[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- NervensystemVerminderte Fähigkeit, Routineaufgaben auszuführen[1, 2]
- NervensystemVerminderter, verlorener oder fehlender Geschmackssinn[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- NervensystemUnwillkürliches Zittern oder Zucken; schnelle, unkontrollierbare Bewegungen der Augen (Nystagmus)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
- AugenSehstörungen wie Doppelbilder, verschwommenes Sehen, vermindertes Sehvermögen und Schwierigkeiten beim Scharfsehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtDrehschwindel (Vertigo), klingelndes Geräusch in den Ohren und Ohrenschmerz[1, 2]Mehr dazu: SchwindelOhrgeräusche
- AtemwegeKurzatmigkeit, Husten und Nasenbluten[1, 2]Mehr dazu: AtemnotReizhustenBlutungen und blaue Flecken
- Allgemeine BeschwerdenFieber, Unwohlsein und Schwäche[1, 2]Mehr dazu: FieberSchwäche (Asthenie)
- Magen und DarmErbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen oder Beschwerden im Bauchbereich, Verdauungsstörung und Infektion des Magens oder des Darms[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenVerstopfungBauchschmerzenSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Magen und DarmMundtrockenheit; laut Fachinformation auch Kribbeln im Mund (orale Parästhesie)[1, 2]Mehr dazu: MundtrockenheitKribbeln und Taubheitsgefühl
- HautHaarausfall und Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: HaarausfallJuckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerz oder Gelenkschwellung, Muskelkrämpfe oder Muskelzittern, Muskelschmerz oder Muskelschwäche, Brustschmerz[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzenMuskelschwäche
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- Allgemeine BeschwerdenBei Kindern: Drehschwindel (Vertigo), Erbrechen und Fieber[1]Mehr dazu: SchwindelErbrechenFieber
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungStoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), die zu gestörter Atmung einschließlich Kurzatmigkeit, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, übermäßiger Müdigkeit und schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag führen kann[1, 2]Mehr dazu: AtemnotAppetitlosigkeitÜbelkeitErbrechenMüdigkeitHerzrasen
- HautVermindertes oder fehlendes Schwitzen, besonders bei kleinen Kindern, die hohen Umgebungstemperaturen ausgesetzt sind[1, 2]
- PsycheGedanken an schwere Selbstverletzung, Versuch einer schweren Selbstverletzung; laut Fachinformation Suizidgedanken und Suizidversuch[1, 2]
- NervensystemAusfall eines Teils des Gesichtsfeldes[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Blut und LymphsystemWeniger Blutplättchen und weniger weiße Blutkörperchen; mehr eosinophile Zellen (eine Art weißer Blutkörperchen); geschwollene Lymphknoten am Hals, in den Achseln oder der Leistengegend[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Stoffwechsel und ErnährungAbnahme des Kaliumspiegels im Blut[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- Laborwerte und UntersuchungenAnstieg der Leberenzyme[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Appetit, übermäßige Flüssigkeitsaufnahme und Durst[1, 2]
- PsycheGehobene Stimmung (Hochgefühl)[1, 2]
- PsycheHören, Sehen oder Fühlen von Dingen, die nicht vorhanden sind (Halluzinationen), schwere psychische Störung (Psychose)[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- PsycheKeine Gefühle zeigen oder empfinden, ungewöhnliches Misstrauen, Panikattacken[1, 2]Mehr dazu: Angst
- NervensystemProbleme beim Lesen, Sprachstörung, Probleme mit der Handschrift[1, 2]
- PsycheUnruhe, Hyperaktivität[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- NervensystemVerlangsamtes Denken, verminderte Wachsamkeit oder Aufmerksamkeit[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- NervensystemVerringerte oder verlangsamte Körperbewegungen, unwillkürliche abnorme oder sich wiederholende Muskelbewegungen[1, 2]
- NervensystemOhnmacht[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- NervensystemAbnormer oder gestörter Tastsinn[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemBeeinträchtigter, verfälschter oder fehlender Geruchssinn[1, 2]
- NervensystemUngewöhnliche Gefühle oder Empfindungen, die einer Migräne oder einer bestimmten Art von Anfällen vorausgehen (Aura)[1, 2]
- AugenTrockene Augen, Lichtempfindlichkeit der Augen, Zucken der Augenlider, tränende Augen[1, 2]
- Ohr und GleichgewichtVerringerung oder Verlust des Hörvermögens, Hörverlust auf einem Ohr[1, 2]
- HerzVerlangsamter oder unregelmäßiger Herzschlag, Herzklopfen[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter HerzschlagHerzrasenHerzrhythmusstörungen
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck, auch nach dem Aufstehen; manche Behandelte fühlen sich dann schwach oder schwindelig oder werden ohnmächtig, wenn sie plötzlich aufstehen[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
- Gefäße und KreislaufGesichtsrötung, Wärmegefühl[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Magen und DarmÜbermäßiges Abgehen von Darmgasen, Sodbrennen, Völlegefühl oder Blähungen[1, 2]Mehr dazu: BlähungenSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Magen und DarmZahnfleischbluten, vermehrter Speichel, Sabbern, Mundgeruch[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenMundgeruch
- HautHautverfärbung[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelsteifheit, Schmerzen in der Seite[1, 2]
- Nieren und HarnwegeBlut im Urin, Harninkontinenz, dringendes Bedürfnis zu urinieren, Schmerzen in der Flanke oder den Nieren[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustSchwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten, sexuelle Störung[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- PsycheVerminderte Libido oder Verlust der Libido[2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- Allgemeine BeschwerdenGrippeähnliche Beschwerden, kalte Finger und Zehen, Gefühl, betrunken zu sein[1, 2]
- PsycheLernschwierigkeiten[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- AugenKurzsichtigkeit (Myopie) und Fremdkörpergefühl im Auge[2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Allgemeine BeschwerdenBei Kindern: Anstieg der eosinophilen Zellen im Blut, Hyperaktivität, Wärmegefühl und Lernschwierigkeiten[1]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsUnruhe und Nervosität
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- AugenErhöhter Augeninnendruck durch eine Abflussstörung des Kammerwassers (Glaukom) mit Schmerzen oder verminderter Sehfähigkeit[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Stoffwechsel und ErnährungHoher Ammoniakspiegel im Blut (Hyperammonämie), der die Hirnfunktion verändern kann (hyperammonämische Enzephalopathie); Anzeichen sind Schwierigkeiten zu denken, sich zu erinnern oder Probleme zu lösen, verringerte Aufmerksamkeit und Wahrnehmung, Müdigkeit und Energielosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und GedächtnisstörungenMüdigkeit
- HautSchwerwiegende Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse: Hautausschläge mit oder ohne Blasen, Reizungen, Entzündungen oder Schwellungen an Mund, Rachen, Nase, Augen und Genitalien, die sich zu ausgedehnten, lebensbedrohlichen Hautschäden entwickeln können; laut Fachinformation auch Erythema multiforme[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- PsycheAnormal gesteigerte Stimmung; laut Fachinformation Manie und Hypomanie[1, 2]
- PsychePanikstörung und Gefühl von Hoffnungslosigkeit[2]Mehr dazu: AngstDepressive Verstimmung
- NervensystemBewusstseinsverlust[1, 2]
- AugenBlindheit auf einem Auge, vorübergehende Blindheit, Nachtblindheit, Sehschwäche[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenSchwellungen im und um das Auge[1, 2]
- Gefäße und KreislaufTaubheit, Kribbeln und Farbänderung (weiß, blau, dann rot) in Fingern und Zehen bei Kälte (Raynaud-Phänomen)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis), Leberversagen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautAnormaler Körpergeruch[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeBeschwerden in Armen und Beinen[1, 2]
- Nieren und HarnwegeNierenerkrankung; laut Fachinformation Harnleiterstein und eine Übersäuerung durch die Nieren (renale tubuläre Azidose)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Blut und LymphsystemVerminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Neutropenie)[2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Allgemeine BeschwerdenSchwellung des Gesichts (Gesichtsödem)[2]
- Laborwerte und UntersuchungenVerminderte Bicarbonatwerte im Blut[2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- AugenAugenentzündung (Uveitis) mit Augenrötung, Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, verstärktem Tränenfluss, Punktesehen und Verschwommensehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenErkrankung der Makula, des Bereichs des schärfsten Sehens im Auge (Makulopathie)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenEngwinkelglaukom, Störung der Augenbewegung, Schwellung der Bindehaut (konjunktivales Ödem)[2]Mehr dazu: Sehstörungen
- ImmunsystemAllergische Schwellung (allergisches Ödem)[2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Ein Syndrom aus plötzlicher Kurzsichtigkeit und erhöhtem Augeninnendruck (sekundäres Engwinkelglaukom) zeigt sich laut Fachinformation mit plötzlich verminderter Sehschärfe und/oder Augenschmerzen, üblicherweise im ersten Monat der Behandlung, und kann bei Kindern wie Erwachsenen auftreten; unbehandelt kann ein erhöhter Augeninnendruck zu dauerhaftem Sehverlust führen [2]. Mehr dazu unter Sehstörungen und schwere Hautreaktionen.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Nierensteine und Hitze: Trinken Sie über den Tag verteilt reichlich Flüssigkeit, um Nierensteinen vorzubeugen [1]. Laut Fachinformation kann eine angemessene Flüssigkeitszufuhr vor und während körperlicher Aktivität oder bei Wärme auch das Risiko hitzebedingter Nebenwirkungen verringern; vermindertes Schwitzen und ein Anstieg der Körpertemperatur können vor allem bei kleinen Kindern bei hohen Umgebungstemperaturen auftreten [2]. Mehr unter Nierenschäden.
Gewicht: Weil Topiramat das Gewicht senken kann, sollte es regelmäßig kontrolliert werden [1]. Laut Fachinformation können eine Nahrungsergänzung oder eine gesteigerte Nahrungsaufnahme erwogen werden, wenn Sie unter Topiramat Gewicht verlieren [2].
Denken, Gedächtnis, Stimmung: Bemerken Sie neue oder zunehmende Konzentrations- und Gedächtnisprobleme oder Stimmungsveränderungen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Laut Fachinformation gibt es Berichte über Beeinträchtigungen der geistigen Fähigkeiten bei Erwachsenen, die eine Verringerung der Dosis oder ein Ende der Behandlung erforderten [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen; Topiramat und bestimmte andere Arzneimittel können sich gegenseitig beeinflussen, manchmal muss eine Dosis angepasst werden [1]. Topiramat kann die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel abschwächen; deshalb sollte zusätzlich eine Barrieremethode wie ein Kondom verwendet werden [1, 2, 4]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Arzneimittel, die Denken, Konzentration oder Muskelkoordination beeinträchtigen, etwa zur Muskelentspannung oder zur Beruhigung; Alkohol | Diese Wirkungen können sich verstärken; laut Fachinformation wird empfohlen, Topiramat nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Mitteln anzuwenden[1, 2] | Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke informieren |
| Hormonelle Verhütungsmittel (z. B. die Pille) | Die empfängnisverhütende Wirkung kann abgeschwächt werden, auch ohne Zwischenblutungen; unregelmäßige Blutungen sind möglich[1, 2, 4] | Zusätzlich eine Barrieremethode wie Kondom oder Pessar/Diaphragma verwenden; Veränderungen der Regelblutung der Ärztin oder dem Arzt melden und die hormonelle Verhütung weiter anwenden |
| Valproinsäure oder Natriumvalproat | Erhöhter Ammoniakspiegel im Blut mit oder ohne Veränderung der Hirnfunktion; laut Fachinformation auch Unterkühlung (Körpertemperatur unter 35 °C)[1, 2] | Unverzüglich ärztlich melden, wenn Denk-, Gedächtnis- oder Aufmerksamkeitsprobleme oder Müdigkeit auftreten |
| Phenytoin und Carbamazepin (andere Antiepileptika) | Laut Fachinformation senken sie den Topiramat-Spiegel; bei einzelnen Behandelten kann der Phenytoin-Spiegel steigen[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis gegebenenfalls an |
| Lithium | Laut Fachinformation kann sich der Lithiumspiegel verändern[1, 2] | Lithiumspiegel überwachen lassen |
| Warfarin (Blutverdünner) | Laut Fachinformation verkürzte Gerinnungszeit (INR)[1, 2] | INR sorgfältig überwachen lassen |
| Metformin, Pioglitazon oder Glibenclamid (Mittel gegen Diabetes) | Laut Fachinformation veränderte Konzentrationen dieser Mittel oder von Topiramat[1, 2] | Laut Fachinformation besonders auf die Kontrolle des Diabetes achten |
| Hydrochlorothiazid (Entwässerungsmittel) | Laut Fachinformation mehr Topiramat im Blut und ein stärkerer Abfall des Kaliumspiegels[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis gegebenenfalls an |
| Johanniskraut (pflanzliches Mittel gegen Depressionen) | Laut Fachinformation Gefahr niedrigerer Topiramat-Spiegel und verringerter Wirksamkeit[1, 2] | Mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen |
| Andere Mittel, die Nierensteine begünstigen | Laut Fachinformation höheres Risiko für Nierensteine[2] | Laut Fachinformation während der Behandlung vermeiden |
| Weitere Mittel wie Risperidon, Amitriptylin, Propranolol, Diltiazem, Venlafaxin, Flunarizin und Digoxin | Können sich mit Topiramat gegenseitig beeinflussen[1, 2] | Mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke sprechen; laut Fachinformation bei Digoxin den Spiegel sorgfältig überwachen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Topiramat nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Seit dem Rote-Hand-Brief vom 2. November 2023 gelten für die Behandlung der Epilepsie neue Gegenanzeigen in der Schwangerschaft und bei Frauen ohne hochwirksame Verhütung; für die Migräne-Vorbeugung bestanden sie bereits [4]. Wenn Sie nicht sicher sind, ob einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Topiramat oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Vorbeugung von Migräne: Schwangerschaft[1, 2, 4]
- Vorbeugung von Migräne: Frauen, die schwanger werden können und keine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden[1, 2, 4]
- Epilepsie: Schwangerschaft, es sei denn, keine andere Behandlung ermöglicht eine ausreichende Kontrolle der Anfälle[1, 2, 4]
- Epilepsie: Frauen, die schwanger werden können und keine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden. Einzige Ausnahme: Topiramat ist die einzige Behandlung, die die Anfälle ausreichend kontrolliert, die Frau plant eine Schwangerschaft und ist umfassend über die Risiken informiert[1, 2, 4]
Besondere Vorsicht bei
- Frauen, die schwanger werden können: Topiramat kann ein ungeborenes Kind schädigen. Vor Beginn ist ein Schwangerschaftstest durchzuführen; während der Behandlung und mindestens 4 Wochen nach der letzten Einnahme muss eine hochwirksame Verhütungsmethode angewendet werden. Die Behandlung wird mindestens einmal jährlich überprüft[1, 2, 4]
- Nierenprobleme, insbesondere Nierensteine, oder Nierendialyse; laut Fachinformation erhöhtes Risiko bei früheren Nierensteinen oder Nierensteinen in der Familie[1, 2]
- Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) in der Vorgeschichte; laut Fachinformation können auch Nierenerkrankungen, schwere Atemwegserkrankungen, ein Status epilepticus, Durchfall, Operationen oder eine ketogene Diät eine Azidose begünstigen[1, 2]
- Leberprobleme[1, 2]
- Augenprobleme, insbesondere ein Glaukom[1, 2]
- Wachstumsprobleme; laut Fachinformation kann eine chronische Übersäuerung des Blutes bei Kindern das Wachstum verlangsamen[1, 2]
- Fettreiche diätetische Ernährung (ketogene Diät)[1]
- Gewichtsverlust: Das Gewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden; wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie zu viel Gewicht verlieren oder ein Kind nicht genug zunimmt[1, 2]
- Hitze und körperliche Aktivität: Laut Fachinformation kann eine angemessene Flüssigkeitszufuhr das Risiko hitzebedingter Nebenwirkungen verringern; vermindertes Schwitzen und ein Anstieg der Körpertemperatur können vor allem bei kleinen Kindern bei hohen Umgebungstemperaturen auftreten[2]
- Kinder: Einige Nebenwirkungen wie Konzentrationsprobleme, Übersäuerung des Blutes, Gedanken an Selbstverletzung, Müdigkeit, veränderter Appetit, Aggression, Schlafstörungen und verlangsamter Herzschlag können bei ihnen häufiger auftreten als bei Erwachsenen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation, der Rote-Hand-Brief und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3, 4]. Lesen Sie unbedingt den Patientinnenleitfaden, den Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erhalten; der Packung liegt außerdem eine Patientenkarte bei [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Topiramat kann ein ungeborenes Kind schädigen. Zur Migräne-Vorbeugung dürfen Sie es in der Schwangerschaft nicht einnehmen; bei Epilepsie nur, wenn keine andere Behandlung die Anfälle ausreichend kontrolliert. Bei Frauen, die Topiramat einnehmen, haben etwa 4 bis 9 von 100 Kindern Geburtsfehler, bei Frauen ohne Epilepsie und ohne Epilepsie-Medikamente 1 bis 3 von 100, insbesondere Lippen- und Gaumenspalten und bei Jungen eine Fehlbildung des Penis (Hypospadie); sie können entstehen, bevor Sie von der Schwangerschaft wissen. Das Risiko für Autismus-Spektrum-Störungen, geistige Behinderungen oder ADHS kann 2- bis 3-fach höher sein als bei Kindern von Frauen mit Epilepsie ohne Epilepsie-Medikamente; außerdem können die Kinder bei der Geburt kleiner und leichter sein als erwartet.[1, 2]
Laut Fachinformation deuten einige Daten auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen hin, andere nicht. Werden Sie während der Behandlung schwanger, vereinbaren Sie dringend einen Arzttermin; zur Migräne-Vorbeugung brechen Sie die Einnahme unverzüglich ab, bei Epilepsie nicht ohne ärztliche Rücksprache. Wird Topiramat in der Schwangerschaft angewendet, werden Sie engmaschig überwacht. Der Packung liegt eine Patientenkarte bei; einen Patientinnenleitfaden erhalten Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2]
Laut dem Rote-Hand-Brief vom 2. November 2023 gilt für Topiramat ein Schwangerschaftsverhütungsprogramm. Für die Behandlung der Epilepsie gelten seitdem neue Gegenanzeigen: die Schwangerschaft, es sei denn, es gibt keine geeignete andere Behandlung, und Frauen, die schwanger werden können und keine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden.[4]
Embryotox ordnet Topiramat der Gruppe "rot" zu: gesicherte fruchtschädigende Wirkung (Teratogenität) und/oder gravierende Fetotoxizität; der Erfahrungsumfang ist sehr hoch (mehr als 3.500 dokumentierte Schwangerschaften). In einer Metaanalyse zeigte sich ein sechsfach erhöhtes Risiko für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, in mehreren Studien eine erhöhte Rate an Hypospadien. Mehrere Studien deuten auf ein vermindertes Geburtsgewicht nach langfristiger Einnahme im zweiten und dritten Drittel hin, verschiedene Studien auf ein erhöhtes Risiko für neurokognitive Entwicklungsstörungen. Nach einer Anwendung in der Schwangerschaft muss laut Embryotox wegen des Vitamin-K-Antagonismus eine ausreichende Vitamin-K-Gabe an das Kind unmittelbar nach der Geburt sichergestellt sein. Eine Migräne-Vorbeugung mit Topiramat soll laut Embryotox beendet bzw. nicht begonnen werden. Bei Epilepsie sollte laut Embryotox bei Planung einer Schwangerschaft wenn immer möglich auf besser geeignete Mittel umgestellt werden, insbesondere auf Lamotrigin oder Levetiracetam; zur Migräne-Vorbeugung nennt Embryotox Metoprolol und Amitriptylin als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Topiramat geht in die Muttermilch über. Bei gestillten Kindern behandelter Mütter wurden Durchfall, Schläfrigkeit, Erregbarkeit und geringe Gewichtszunahme beobachtet; deshalb bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen, ob Sie auf das Stillen oder auf die Behandlung verzichten. Verhält sich Ihr Baby ungewöhnlich, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]
Laut Embryotox wurden bei den meisten gestillten Kindern keine Nebenwirkungen berichtet; Stillen erscheint unter alleiniger Behandlung mit Topiramat und guter Beobachtung des Kindes akzeptabel. Bei hohen Dosen der Mutter kann nach etwa zwei bis drei Wochen die Konzentration im Blut des Kindes bestimmt werden, vor allem bei neu auftretenden, anders nicht erklärbaren Beschwerden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Vermeiden Sie Alkohol, solange Sie Topiramat einnehmen. Laut Fachinformation wird empfohlen, Topiramat nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Mitteln anzuwenden.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Während der Behandlung können Schwindel, Müdigkeit und Sehstörungen auftreten. Sie dürfen sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen, ohne vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt zu fragen. Laut Fachinformation ist das besonders bis zu dem Zeitpunkt wichtig, an dem Sie Erfahrung mit dem Arzneimittel gesammelt haben.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten im Ganzen schlucken und nicht zerkauen, weil sie bitter schmecken können; vor, während oder nach einer Mahlzeit. Trinken Sie über den Tag verteilt reichlich Flüssigkeit, um Nierensteinen vorzubeugen.[1]
Dosis vergessen: Nehmen Sie sie ein, sobald Sie es bemerken; ist es fast Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die vergessene aus und machen wie gewohnt weiter. Nehmen Sie nicht zwei Dosen gleichzeitig. Haben Sie zwei oder mehr Einnahmen verpasst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat Sie dazu aufgefordert; Ihre Beschwerden können zurückkehren. Entscheidet sie oder er, Topiramat abzusetzen, wird die Dosis schrittweise über einige Tage verringert. Bei Epilepsie ist es wichtig, das Arzneimittel nicht ohne Rücksprache abzusetzen. Laut Fachinformation sollten Antiepileptika schrittweise abgesetzt werden, um das Risiko für Krampfanfälle zu verringern.[1, 2]
Überdosierung
Bei einer Überdosierung suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf und nehmen die Packung mit. Mögliche Zeichen sind Schläfrigkeit, Müdigkeit, verminderte Aufmerksamkeit, mangelnde Koordination, Sprech- und Konzentrationsschwierigkeiten, Doppelt- oder Verschwommensehen, Schwindel durch zu niedrigen Blutdruck, Niedergeschlagenheit oder Aufgeregtheit, Bauchschmerzen und Krampfanfälle. Laut Fachinformation kann eine Überdosierung zu einer schweren Übersäuerung des Blutes führen; eine Blutwäsche (Hämodialyse) entfernt Topiramat wirksam aus dem Körper.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt keine Zahlen zur Dosis; sie beschreibt, dass die Ärztin oder der Arzt mit einer geringen Dosis beginnt und die passende Dosierung für Sie bestimmt [1]. Die Übersicht gibt deshalb die empfohlenen Dosen der Fachinformation für die einzelnen Anwendungsgebiete und die Angaben für besondere Gruppen wieder [2]. Sie ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Topiramat immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Schlucken Sie die Tabletten im Ganzen, weil sie beim Zerkauen bitter schmecken können; Sie können sie vor, während oder nach einer Mahlzeit einnehmen [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie sie, sobald Sie es bemerken, es sei denn, es ist fast Zeit für die nächste; nehmen Sie nie zwei Dosen gleichzeitig [1].
Brechen Sie die Einnahme nicht ab, ohne dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu auffordert; Ihre Beschwerden können zurückkehren. Soll Topiramat abgesetzt werden, wird die Dosis schrittweise über einige Tage verringert [1]. Laut Fachinformation sollten Antiepileptika schrittweise abgesetzt werden, um das Risiko für Krampfanfälle zu verringern [2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen; Telefonnummern bei einer Überdosierung unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Topiramat
Topiramat gibt es von verschiedenen Herstellern als Filmtabletten in mehreren Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Topiramat-ratiopharm [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Topamax | Janssen-Cilag GmbH | verschreibungspflichtig |
| Topiramat Migräne STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig |
| Topiramat STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig |
| Topiramat-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Filmtabletten mit 25, 50, 100 oder 200 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Topiramat-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Topiramat-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Topiramat. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Topiramat: Neue Beschränkungen zur Verhinderung einer Exposition während der Schwangerschaft. Zulassungsinhaber topiramathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 02.11.2023. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Darf ich Topiramat in der Schwangerschaft nehmen?
Zur Vorbeugung von Migräne nicht. Bei Epilepsie nur, wenn keine andere Behandlung die Anfälle ausreichend kontrolliert. Topiramat erhöht das Risiko für Geburtsfehler wie Lippen- und Gaumenspalten; laut Packungsbeilage haben etwa 4 bis 9 von 100 Kindern von Frauen, die Topiramat einnehmen, Geburtsfehler, gegenüber 1 bis 3 von 100 bei Frauen ohne Epilepsie und ohne Epilepsie-Medikamente. Werden Sie schwanger, vereinbaren Sie dringend einen Arzttermin; bei Epilepsie brechen Sie die Einnahme nicht ohne Rücksprache ab.
Welche Verhütung brauche ich bei Topiramat?
Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung und mindestens 4 Wochen nach der letzten Einnahme eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden, etwa eine Hormonspirale, oder zwei sich ergänzende Methoden wie die Pille zusammen mit einem Kondom oder Diaphragma. Topiramat kann die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel abschwächen; deshalb sollte zusätzlich eine Barrieremethode verwendet werden. Vor Beginn der Behandlung ist ein Schwangerschaftstest durchzuführen.
Macht Topiramat dünn?
Gewichtsverlust gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen (mehr als 1 von 10 Behandelten); auch Appetitverlust ist häufig. Ihr Gewicht sollte deshalb regelmäßig kontrolliert werden. Wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie zu viel Gewicht verlieren oder ein Kind nicht genug zunimmt. Zugelassen ist Topiramat für die Behandlung der Epilepsie und die Vorbeugung von Migräne.
Kann Topiramat das Gedächtnis oder die Konzentration beeinträchtigen?
Ja. Konzentrationsprobleme, Langsamkeit im Denken und Gedächtnisprobleme sind häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten). Treten sie neu auf, verändern sie sich plötzlich oder werden sie schlimmer, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder begeben Sie sich umgehend in ärztliche Behandlung. Selten können solche Beschwerden auch auf einen hohen Ammoniakspiegel im Blut hinweisen, besonders zusammen mit Valproinsäure.
Was hat Topiramat mit den Augen zu tun?
Topiramat kann selten ein Glaukom auslösen, also einen erhöhten Augeninnendruck mit Schmerzen oder verminderter Sehfähigkeit. Laut Fachinformation treten die Beschwerden eines durch Topiramat ausgelösten Syndroms aus plötzlicher Kurzsichtigkeit und sekundärem Engwinkelglaukom üblicherweise im ersten Monat der Behandlung auf. Gelegentlich kommt es zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Bei plötzlich verminderter Sehschärfe, Augenschmerzen oder Ausfällen im Gesichtsfeld brauchen Sie umgehend ärztliche Hilfe.
Darf ich während der Einnahme von Topiramat Alkohol trinken?
Laut Packungsbeilage sollten Sie Alkohol vermeiden, solange Sie Topiramat einnehmen. Die Fachinformation empfiehlt, Topiramat nicht gleichzeitig mit Alkohol oder anderen zentral dämpfenden Mitteln anzuwenden.
Warum soll ich unter Topiramat viel trinken?
Topiramat kann Nierensteine verursachen; sie sind eine häufige Nebenwirkung. Laut Packungsbeilage sollen Sie über den Tag verteilt reichlich Flüssigkeit trinken, um Nierensteinen vorzubeugen. Laut Fachinformation kann eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr außerdem das Risiko hitzebedingter Nebenwirkungen verringern.
Wie hoch ist die Dosis von Topiramat?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Angaben der Fachinformation stehen im Abschnitt Dosierung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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