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Zolmitriptan: Nebenwirkungen und Wirkung

Zolmitriptan ist ein verschreibungspflichtiges Triptan zur Akutbehandlung von Migränekopfschmerzen mit oder ohne Aura; es wirkt nur, wenn der Anfall bereits begonnen hat. Häufig sind unter anderem Kribbeln, Schläfrigkeit, Schwindel, Herzklopfen, Übelkeit, Mundtrockenheit sowie Schwere- oder Druckgefühl in Brust, Hals oder Gliedmaßen. Bei Herzkrankheiten, Bluthochdruck oder nach einem Schlaganfall darf Zolmitriptan nicht eingenommen werden; bei Brustschmerzen nach der Einnahme nehmen Sie keine weitere Tablette und wenden sich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Frau Anfang vierzig liegt mit geschlossenen Augen auf einem Sofa in einem abgedunkelten, ruhigen Wohnzimmer
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Missempfindungen wie Kribbeln in Fingern und Zehen oder Überempfindlichkeit der Haut bei Berührung; laut Fachinformation auch Störungen der Wahrnehmung[1, 2]
  • Häufig: Schläfrigkeit, Schwindel oder Hitzegefühl[1, 2]
  • Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Unregelmäßiger Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen)[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Mundtrockenheit[1, 2]
  • Häufig: Schwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie)[1, 2]
  • Häufig: Muskelschwäche oder Muskelschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Schwächegefühl (Asthenie)[1, 2]
  • Häufig: Schweregefühl, Spannungsgefühl, Schmerzen oder Druckgefühl in Rachen, Nacken, Gliedmaßen oder Brust[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Zolmitriptan eingesetzt?

Zolmitriptan gehört zu den Triptanen, einer Gruppe der Migränemittel [1]. Es wird zur Akutbehandlung von Migränekopfschmerzen mit oder ohne Aura angewendet [1, 2]. Zolmitriptan wirkt nur, wenn ein Migräneanfall bereits eingesetzt hat; einen Anfall verhindern kann es nicht, und zur Vorbeugung ist es nicht angezeigt [1, 2].

Laut Fachinformation sollte Zolmitriptan nur nach einer eindeutigen Diagnose der Migräne angewendet werden. Wurde die Diagnose Migräne noch nicht gestellt oder treten bei bekannter Migräne untypische Beschwerden auf, sollte vor der Behandlung sichergestellt werden, dass andere, möglicherweise schwerwiegende Erkrankungen des Nervensystems ausgeschlossen sind [2]. Für die hemiplegische Migräne, die Basilarismigräne und die ophthalmoplegische Migräne ist Zolmitriptan nicht bestimmt [2].

Wie wirkt Zolmitriptan?

Laut Packungsbeilage können Migränebeschwerden durch eine Erweiterung der Blutgefäße im Kopf entstehen; Zolmitriptan verringert vermutlich diese Erweiterung [1]. Die Fachinformation beschreibt Zolmitriptan als gezielten Anreger der Serotonin-Rezeptoren 5-HT1B und 5-HT1D, die eine Verengung von Blutgefäßen vermitteln. Tierversuche lassen vermuten, dass es außerdem die Aktivität des Trigeminusnervs unterbindet, indem es die Freisetzung der Botenstoffe CGRP, VIP und Substanz P hemmt [2].

In Studien mit herkömmlichen Tabletten setzte die Wirkung innerhalb einer Stunde ein und nahm nach 2 bis 4 Stunden zu [2]. Bei der Schmelztablette kann die höchste Konzentration im Blut später erreicht werden als bei der Tablette. Die mittlere Halbwertszeit beträgt 2,5 bis 3 Stunden; abgebaut wird Zolmitriptan hauptsächlich in der Leber, ein Abbauprodukt ist ebenfalls wirksam [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Einige der Beschwerden können auch durch den Migräneanfall selbst entstehen [1]. Laut Fachinformation sind die Nebenwirkungen üblicherweise vorübergehend, treten gewöhnlich innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme auf, werden bei wiederholter Einnahme nicht häufiger und bilden sich von selbst zurück [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

In ihren Warnhinweisen nennt die Fachinformation weitere Risiken: Unter Triptanen wurden Schlaganfälle und andere Durchblutungsstörungen des Gehirns berichtet, wobei Menschen mit Migräne ohnehin ein Risiko für bestimmte solche Ereignisse haben. Außerdem wurde, auch bei Menschen ohne Bluthochdruck, über einen vorübergehenden Blutdruckanstieg berichtet, sehr selten mit klinisch bedeutsamen Folgen; die empfohlenen Dosen sollten nicht überschritten werden [2]. Mehr dazu unter Blutdruckanstieg, Herzrasen und Schwindel.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • HerzSehr schneller Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Gefäße und KreislaufLeicht erhöhter Blutdruck, vorübergehender Blutdruckanstieg[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
  • Nieren und HarnwegeMehr Urin oder häufigeres Wasserlassen[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • HerzBrustschmerzen bei Belastung (Angina pectoris), Herzinfarkt oder krampfartige Verengungen der Herzkranzgefäße (Koronarspasmen)[1, 2]
  • Magen und DarmKrampfartige Verengungen der Blutgefäße des Darms, die den Darm schädigen und sich als Bauchschmerzen oder blutiger Durchfall zeigen können; laut Fachinformation Minderdurchblutung oder Infarkt etwa von Darm oder Milz[1, 2]Mehr dazu: DurchfallBauchschmerzen
  • Nieren und HarnwegePlötzlicher Harndrang[1, 2]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation wird trotz vorheriger Untersuchungen möglicherweise nicht jede Herzerkrankung erkannt; in sehr seltenen Fällen traten schwerwiegende Herzereignisse auch bei Menschen ohne zugrunde liegende Herz-Kreislauf-Erkrankung auf [2]. Treten Schmerzen im Brustbereich oder andere Zeichen einer Durchblutungsstörung des Herzens auf, sollten vor einer medizinischen Abklärung keine weiteren Dosen eingenommen werden [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Ende dreißig sitzt an einem ruhigen Abend mit einer Tasse Tee am Fenster
Bild: KI-generiert

Übergebrauch vermeiden: Wie bei anderen Migränemitteln kann eine übermäßige Einnahme tägliche Kopfschmerzen hervorrufen oder die Migränekopfschmerzen verschlimmern. Haben Sie diesen Eindruck, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; möglicherweise müssen Sie die Anwendung beenden [1]. Laut Fachinformation sollte bei häufigen oder täglichen Kopfschmerzen trotz oder wegen regelmäßiger Einnahme von Kopfschmerzmitteln an einen Übergebrauch gedacht werden [2]. Mehr unter Kopfschmerzen und im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.

Wenn die Wirkung nicht reicht: Hilft Ihnen Zolmitriptan bei einem Anfall nicht ausreichend, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er kann die Behandlung ändern. Nehmen Sie nicht mehr ein, als Ihnen verordnet wurde [1]. Spricht ein Anfall auf die erste Dosis nicht an, ist eine zweite Dosis während desselben Anfalls laut Fachinformation wahrscheinlich nicht von Nutzen [2].

Weitere Beschwerden: Mögliche Nebenwirkungen sind laut Fachinformation üblicherweise vorübergehend und bilden sich von selbst zurück [2]. Halten Beschwerden an oder belasten sie Sie, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Andere Triptane wie Sumatriptan oder Naratriptan und Mittel vom Ergotamintyp dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden; die Packungsbeilage nennt feste Abstände [1, 2]. Bei Antidepressiva aus den Gruppen SSRI und SNRI wurde unter Triptanen ein Serotonin-Syndrom berichtet [2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Zolmitriptan
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere TriptaneLaut Fachinformation ist die gleichzeitige Anwendung nicht erlaubt (Gegenanzeige)[1, 2]Nach einem anderen Triptan 24 Stunden warten, bevor Sie Zolmitriptan einnehmen, und nach Zolmitriptan 24 Stunden, bevor Sie ein anderes Triptan einnehmen
Ergotamin und Mittel vom Ergotamintyp (z. B. Dihydroergotamin, Methysergid)Laut Fachinformation theoretisch erhöhtes Risiko für Verkrampfungen der Herzkranzgefäße; die gleichzeitige Anwendung ist nicht erlaubt[1, 2]Nach einem ergotaminhaltigen Mittel 24 Stunden warten, bevor Sie Zolmitriptan einnehmen; nach Zolmitriptan 6 Stunden warten, bevor Sie Ergotamin oder ein Mittel vom Ergotamintyp einnehmen
Antidepressiva aus den Gruppen SSRI und SNRI (z. B. Venlafaxin, Duloxetin)Laut Fachinformation wurde ein Serotonin-Syndrom mit veränderter geistiger Verfassung, Störungen der unwillkürlichen Körperfunktionen und Störungen von Nerven und Muskeln berichtet; diese Reaktionen können schwerwiegend sein[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren; laut Fachinformation sorgfältige Überwachung, besonders zu Beginn, bei Dosiserhöhung oder wenn ein weiteres serotonerges Mittel hinzukommt
Moclobemid (MAO-A-Hemmer gegen Depressionen)Laut Fachinformation höhere Konzentration von Zolmitriptan und seinem aktiven Abbauprodukt[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren; laut Fachinformation gilt eine niedrigere Höchstmenge für Zolmitriptan (siehe Dosierung), und bei mehr als 2-mal täglich 150 mg Moclobemid sollten beide Mittel nicht zusammen angewendet werden
Cimetidin (Magenmittel), Fluvoxamin (Antidepressivum) und Antibiotika vom Typ der Chinolone wie CiprofloxacinLaut Fachinformation höhere Zolmitriptan-Konzentration (bei Cimetidin gemessen, bei Fluvoxamin und Chinolonen nicht auszuschließen)[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren; laut Fachinformation gilt eine niedrigere Höchstmenge für Zolmitriptan (siehe Dosierung)
Johanniskraut (pflanzliches Mittel)Nebenwirkungen von Zolmitriptan können möglicherweise häufiger auftreten[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren
Andere ArzneimittelLaut Fachinformation könnte Zolmitriptan ihre Aufnahme ins Blut verzögern[2]Ärztlich besprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Zolmitriptan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Triptane werden mit Verkrampfungen der Herzkranzgefäße in Verbindung gebracht; deshalb wurden Menschen mit Durchblutungsstörungen des Herzens nicht in die Studien aufgenommen, und Zolmitriptan darf bei ihnen nicht angewendet werden [2]. Sind Sie nicht sicher, ob einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Mehr zu den Risikofaktoren unter Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Zolmitriptan, Menthol-Aroma oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Hoher Blutdruck; laut Fachinformation mittelschwerer oder schwerer Bluthochdruck und nicht ausreichend eingestellter leichter Bluthochdruck[1, 2]
  • Herzprobleme, auch früher, einschließlich Herzinfarkt, Angina pectoris, Prinzmetal-Angina (Brustschmerz in Ruhe) oder andere herzbedingte Beschwerden wie Atemnot oder Druckgefühl in der Brust; laut Fachinformation auch periphere arterielle Verschlusskrankheit[1, 2]
  • Schlaganfall oder vorübergehende schlaganfallähnliche Beschwerden (transitorische ischämische Attacke, TIA), auch früher[1, 2]
  • Schwerwiegende Nierenprobleme; laut Fachinformation eine Kreatinin-Clearance unter 15 ml/min[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme anderer Migränemittel wie Ergotamin oder Mittel vom Ergotamintyp (Dihydroergotamin, Methysergid) oder anderer Triptane (z. B. Sumatriptan, Naratriptan)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Erhöhtes Risiko für eine Durchblutungsstörung des Herzens, etwa durch Rauchen, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin, Diabetes oder eine Durchblutungsstörung des Herzens bei einem Familienmitglied; laut Fachinformation sollte Zolmitriptan dann nicht ohne vorherige Untersuchung verordnet werden, besonders bei Frauen nach den Wechseljahren und Männern über 40 Jahren[1, 2]
  • Wolff-Parkinson-White-Syndrom (eine Form von unregelmäßigem Herzschlag); laut Fachinformation sollte Zolmitriptan bei symptomatischem WPW-Syndrom oder Herzrhythmusstörungen durch zusätzliche Leitungsbahnen nicht angewendet werden[1, 2]
  • Leberprobleme, auch früher[1, 2]
  • Kopfschmerzen, die sich von Ihren üblichen Migränekopfschmerzen unterscheiden; laut Fachinformation sollte Zolmitriptan nur nach eindeutiger Diagnose einer Migräne angewendet werden und ist nicht für die hemiplegische, die Basilaris- oder die ophthalmoplegische Migräne bestimmt[1, 2]
  • Zu häufige Einnahme: Wie andere Migränemittel kann Zolmitriptan bei übermäßiger Einnahme tägliche Kopfschmerzen hervorrufen oder Migränekopfschmerzen verschlimmern[1, 2]
  • Bei sensibilisierten Menschen kann das Menthol-Aroma Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Atemnot auslösen[1, 2]
  • Menschen unter 18 und über 65 Jahren: Die Anwendung wird nicht empfohlen[1, 2]
  • Krankenhausaufenthalt: Sagen Sie dem medizinischen Personal, dass Sie Zolmitriptan einnehmen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angabe [1, 2].

Schwangerschaft

Die Sicherheit einer Anwendung in der Schwangerschaft ist nicht belegt; sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vor der Einnahme, wenn Sie schwanger sind oder schwanger werden möchten. Laut Fachinformation ergaben Tierstudien keine Hinweise auf Fehlbildungen, aber auf eine mögliche Beeinträchtigung der Lebensfähigkeit des Embryos; Zolmitriptan sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn der Nutzen für die Mutter größer ist als das mögliche Risiko für das Kind.[1, 2]

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an: Für Zolmitriptan wurden mehr als 550 Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel ausgewertet, ohne erhöhtes Gesamtrisiko für Fehlbildungen. Für das zweite und dritte Drittel sind die Erfahrungen geringer (über 300 Schwangerschaften) und reichen für eine differenzierte Bewertung nicht aus; insgesamt scheint die Anwendung weder mit einem relevant erhöhten Risiko für das Kind noch mit mehr Schwangerschaftskomplikationen verbunden zu sein. Aus der Gruppe der Triptane ist laut Embryotox das besser untersuchte Sumatriptan zu bevorzugen; bei individuell besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit erscheinen auch Einzeldosen von Zolmitriptan akzeptabel. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox außerdem Ibuprofen (nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche) und, bei individuell gegebener Wirksamkeit, Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Bis 24 Stunden nach der Einnahme dürfen Sie nicht stillen. Laut Fachinformation geht Zolmitriptan bei Tieren in die Milch über; Daten vom Menschen liegen nicht vor.[1, 2]

Laut Embryotox wurde bisher nicht über unerwünschte Wirkungen bei gestillten Kindern berichtet; wegen der geringen Menge, die das Kind aufnimmt, sind sie bei üblichen Einzeldosen auch nicht zu erwarten. Bei Stillenden gibt es Berichte über Schmerzen der Brust und Brustwarzen und eine verringerte Milchmenge nach Triptanen. Zu den Schmerzmitteln der Wahl in der Stillzeit zählt Embryotox Ibuprofen und Paracetamol, bei unzureichender Wirkung Sumatriptan; bei individuell besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit erscheinen auch Einzeldosen von Zolmitriptan akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Während eines Migräneanfalls können Ihre Reaktionen langsamer sein als üblich. Dass Zolmitriptan selbst die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt, ist laut Packungsbeilage unwahrscheinlich; warten Sie trotzdem ab, wie Sie auf die Einnahme reagieren, bevor Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen. Laut Fachinformation können während des Anfalls Schläfrigkeit und andere Beschwerden auftreten.[1, 2]

Einnahme

Zolmitriptan können Sie einnehmen, sobald die Migräneattacke beginnt, aber auch noch während des Anfalls. Die Schmelztablette auf die Zunge legen; sie löst sich auf und wird mit dem Speichel geschluckt, Wasser ist nicht nötig. Die Einnahme ist mit oder ohne Mahlzeit möglich. Laut Fachinformation kann die Aufnahme aus der Schmelztablette verzögert sein, sodass die Wirkung später eintreten kann.[1, 2]

Absetzen

Bekommen Sie durch zu häufige Einnahme tägliche Kopfschmerzen oder verschlimmert sich Ihre Migräne, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; möglicherweise müssen Sie die Anwendung beenden. Helfen Ihnen die Tabletten bei einem Anfall nicht ausreichend, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er kann die Behandlung ändern.[1]

Überdosierung

Haben Sie mehr eingenommen als verordnet, sagen Sie es umgehend einer Ärztin oder einem Arzt oder gehen Sie sofort ins nächstgelegene Krankenhaus; nehmen Sie die Schmelztabletten mit. Laut Fachinformation sollten Betroffene mindestens 15 Stunden bzw. so lange überwacht werden, wie Beschwerden bestehen; ein spezielles Gegenmittel gibt es nicht.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage der Schmelztabletten in der Stärke 5 mg nennt die übliche Dosis, wann eine weitere Dosis möglich ist, und eine tägliche Höchstmenge. Die Fachinformation gilt für die Stärken 2,5 und 5 mg; sie nennt eine eigene empfohlene Dosis und niedrigere Höchstmengen bei mittelschwerer oder schwerer Einschränkung der Leberfunktion und bei bestimmten Begleitmitteln [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Zolmitriptan immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1]. Sie können es einnehmen, sobald die Migräneattacke beginnt, aber auch noch während des Anfalls; laut Fachinformation sollte es so früh wie möglich nach Beginn des Migränekopfschmerzes eingenommen werden, wirkt aber auch später [1, 2]. Die Schmelztablette löst sich auf der Zunge auf und wird mit dem Speichel geschluckt; Sie brauchen kein Wasser, und Sie können sie mit oder ohne Mahlzeit einnehmen [1].

Zolmitriptan wird nur bei Bedarf eingenommen. Bekommen Sie durch zu häufige Einnahme tägliche Kopfschmerzen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; es kann nötig sein, die Anwendung zu beenden [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Zolmitriptan

Zolmitriptan gibt es als Schmelztabletten mit 2,5 oder 5 mg [2], außerdem als Tabletten und als Nasenspray [3]. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Zolmitriptan STADA 5 mg Schmelztabletten und die zugehörige Fachinformation [1, 2].

Präparate mit Zolmitriptan
PräparatAnbieterHinweis
AscoTopverschreibungspflichtig
Zolmitriptan STADASTADAPHARM GmbHSchmelztabletten oder Tabletten mit 2,5 oder 5 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite (Schmelztabletten 5 mg)
Zolmitriptan-ratiopharmratiopharm GmbHSchmelztabletten mit 2,5 oder 5 mg; verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Zolmitriptan STADA 5 mg Schmelztabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2022. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Zolmitriptan STADA 2,5 mg/5 mg Schmelztabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2022. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Zolmitriptan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wie schnell wirkt Zolmitriptan?

In klinischen Studien mit herkömmlichen Tabletten setzte die Wirkung innerhalb einer Stunde ein; nach 2 bis 4 Stunden nahm die Wirksamkeit gegen Kopfschmerzen und Begleitbeschwerden wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit zu. Bei Schmelztabletten kann die Aufnahme laut Fachinformation verzögert sein, sodass die Wirkung später eintreten kann.

Wie oft darf ich Zolmitriptan nehmen?

Wie oft Sie Zolmitriptan nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Angaben von Packungsbeilage und Fachinformation zu Dosis, Abstand zwischen zwei Dosen und täglicher Höchstmenge stehen im Abschnitt Dosierung. Zolmitriptan ist nur zur Behandlung eines Migräneanfalls bestimmt, nicht zur Vorbeugung. Wie bei anderen Migränemitteln kann eine zu häufige Einnahme tägliche Kopfschmerzen hervorrufen oder die Migränekopfschmerzen verschlimmern.

Darf ich Zolmitriptan mit Antidepressiva einnehmen?

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Antidepressiva einnehmen. Zusammen mit SSRI oder SNRI wie Venlafaxin oder Duloxetin wurde unter Triptanen ein Serotonin-Syndrom berichtet, mit veränderter geistiger Verfassung, Störungen unwillkürlicher Körperfunktionen und Störungen von Nerven und Muskeln; diese Reaktionen können schwerwiegend sein. Bei Moclobemid und Fluvoxamin sieht die Fachinformation eine niedrigere Höchstmenge vor.

Ist Zolmitriptan gefährlich für das Herz?

Bei Herzerkrankungen wie Angina pectoris oder nach einem Herzinfarkt darf Zolmitriptan nicht eingenommen werden. Sehr selten (bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten) kam es zu Angina pectoris, Herzinfarkt oder Verkrampfungen der Herzkranzgefäße. Bei Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhtem Cholesterin oder Diabetes sollte Zolmitriptan laut Fachinformation nicht ohne vorherige Untersuchung verordnet werden.

Darf ich Zolmitriptan in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage ist die Sicherheit in der Schwangerschaft nicht belegt; sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut dem Beratungszentrum Embryotox wurde in Studien mit mehr als 550 Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel kein erhöhtes Gesamtrisiko für Fehlbildungen beobachtet; aus der Gruppe der Triptane ist laut Embryotox aber das besser untersuchte Sumatriptan zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich nach der Einnahme von Zolmitriptan stillen?

Laut Packungsbeilage dürfen Sie bis 24 Stunden nach der Einnahme nicht stillen. Zu den Schmerzmitteln der Wahl in der Stillzeit zählt das Beratungszentrum Embryotox Ibuprofen und Paracetamol, bei unzureichender Wirkung Sumatriptan; bei individuell besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit erscheinen laut Embryotox auch Einzeldosen von Zolmitriptan akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Macht Zolmitriptan müde?

Schläfrigkeit und Schwindel gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Laut Packungsbeilage ist es unwahrscheinlich, dass Zolmitriptan die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt, Sie sollten aber abwarten, wie Sie reagieren; während eines Migräneanfalls können Ihre Reaktionen langsamer sein als üblich.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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