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Oxcarbazepin: Nebenwirkungen und Wirkung

Oxcarbazepin ist ein verschreibungspflichtiges Antiepileptikum zur Behandlung von fokalen Anfällen bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren. Sehr häufig sind Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen und Doppeltsehen; laut Fachinformation ist auch ein zu niedriger Natriumspiegel häufig. Bei Hautausschlag mit Blasen, Schwellungen im Gesicht oder häufigeren Anfällen als zuvor informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Pille kann unter Oxcarbazepin unwirksam werden.

Frau Anfang dreißig geht an einem sonnigen Nachmittag entspannt einen Uferweg an einem See entlang
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Müdigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit; laut Fachinformation Schläfrigkeit[1, 2]
  • Sehr häufig: Übelkeit und Erbrechen[1, 2]
  • Sehr häufig: Doppeltsehen[1, 2]
  • Häufig: Zittern, Koordinationsstörungen und unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus)[1, 2]
  • Häufig: Angst und Nervosität, Depression, Stimmungsschwankungen[1, 2]
  • Häufig: Teilnahmslosigkeit (Apathie), Erregung und Verwirrtheit[1, 2]
  • Häufig: Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen[1, 2]
  • Häufig: Sprechstörungen; laut Fachinformation häufiger während Dosissteigerungen[1, 2]
  • Häufig: Gleichgewichtsstörungen; laut Fachinformation auch Schwindel (eingeordnet unter Erkrankungen des Ohrs und des Innenohrs)[1, 2]
  • Häufig: Verschwommenes Sehen und Sehstörungen[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung, Durchfall und Bauchschmerzen[1, 2]
  • Häufig: Ausschlag, Haarausfall und Akne[1, 2]
  • Häufig: Schwäche[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
  • Häufig: Zu niedriger Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie); laut Fachinformation meist ohne Beschwerden, sehr selten mit Anfällen, Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Sehstörungen, Erbrechen und Übelkeit[2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Oxcarbazepin eingesetzt?

Oxcarbazepin gehört zu den Antiepileptika, auch Antikonvulsiva genannt [1]. Es wird zur Behandlung von partiellen (fokalen) Anfällen mit oder ohne Übergang in generalisierte tonisch-klonische Anfälle angewendet, allein oder zusammen mit anderen Antiepileptika [1, 2]. Zugelassen ist es für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren [1, 2]. Mehr zur Erkrankung unter Epilepsie.

Die Packungsbeilage erklärt den Unterschied: Partielle Anfälle betreffen einen begrenzten Bereich des Gehirns, können sich aber auf das ganze Gehirn ausdehnen; bei einfach partiellen Anfällen bleibt die betroffene Person bei Bewusstsein, bei komplex partiellen ist die Bewusstseinslage verändert [1]. Bei schwererer Epilepsie kann eine Kombination aus zwei oder mehr Arzneimitteln nötig sein [1].

Wie wirkt Oxcarbazepin?

Laut Packungsbeilage bringt Oxcarbazepin die "übererregbaren" Nervenzellen des Gehirns unter Kontrolle; dadurch werden Anfälle unterdrückt oder seltener [1]. Die Fachinformation beschreibt, dass die Wirkung hauptsächlich von seinem Abbauprodukt MHD ausgeht. Vermutlich blockieren beide vor allem spannungsabhängige Natriumkanäle; das stabilisiert übererregte Nervenmembranen, hemmt wiederholte Entladungen und vermindert die Ausbreitung von Impulsen [2].

Oxcarbazepin wird vollständig aufgenommen und in der Leber rasch zu MHD umgewandelt. Die Halbwertszeit von MHD beträgt durchschnittlich 9,3 Stunden; ein gleichbleibender Spiegel stellt sich bei zweimal täglicher Einnahme innerhalb von 2 bis 3 Tagen ein. Ausgeschieden werden die Abbauprodukte vorwiegend über die Nieren [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt, ergänzt um wenige Angaben, die nur die Fachinformation enthält. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Nebenwirkungen, bei denen die Packungsbeilage nicht zu sofortiger oder baldiger ärztlicher Rücksprache rät, sind dort als normalerweise leicht bis mäßig beschrieben; die meisten davon sind vorübergehend und gehen normalerweise im Laufe der Zeit zurück [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Natriummangel: Laut Fachinformation wurden Natriumwerte unter 125 mmol/l bei bis zu 2,7 Prozent der Behandelten beobachtet. Sie verursachen gewöhnlich keine Beschwerden und normalisieren sich, wenn die Dosis verringert, Oxcarbazepin abgesetzt oder zum Beispiel die Trinkmenge eingeschränkt wird. Niedrige Werte traten in der Regel in den ersten drei Monaten auf, bei manchen aber erst nach über einem Jahr [2]. Mehr unter Natriummangel.

Schwere Hautreaktionen: Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse sind sehr selten, können aber lebensbedrohlich sein. Das höchste Risiko besteht in den ersten Behandlungswochen; laut Fachinformation traten die ersten Zeichen im Median nach 19 Tagen auf [1, 2]. Bei Personen aus bestimmten asiatischen Ländern können diese Reaktionen häufiger auftreten; bei Abstammung von Han-Chinesen oder Thailändern kann ein Bluttest ein erhöhtes Risiko zeigen [1]. Mehr unter schwere Hautreaktionen.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemSchwellung von Lippen, Augenlidern, Gesicht, Rachen oder Mund mit Atem-, Sprech- oder Schluckschwierigkeiten (anaphylaktische Reaktionen und Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
  • HautHautausschlag und/oder Fieber als Zeichen eines DRESS-Syndroms (Arzneimittelausschlag mit Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen und Allgemeinsymptomen) oder einer AGEP (akute generalisierte exanthematische Pustulose)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
  • Blut und LymphsystemWeniger Blutplättchen oder rote Blutkörperchen, erkennbar an Müdigkeit, Kurzatmigkeit bei Belastung, Blässe, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Schwindel, häufigen Infektionen mit Fieber, Halsschmerzen, Geschwüren im Mund, leichter auftretenden Blutungen oder blauen Flecken, Nasenbluten oder roten bis lilafarbenen Hautflecken; laut Fachinformation auch Knochenmarkdepression, aplastische Anämie, Agranulozytose, Panzytopenie und Neutropenie[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue FleckenErhöhte Infektanfälligkeit
  • Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Natriumspiegel durch eine unangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder deutlicher Verschlechterung der Krampfanfälle; laut Fachinformation auch Übelkeit, Schwindel, Erbrechen und Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: NatriummangelVerwirrtheitKrampfanfälle
  • Muskeln, Knochen und GelenkeAbnahme der Knochendichte (Osteoporose) bis hin zu Knochenbrüchen bei langer Anwendung[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
  • Laborwerte und UntersuchungenAbfall des Schilddrüsenhormons T4 (klinische Bedeutung unklar)[2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag, Fieber sowie Muskel- und Gelenkschmerzen; laut Fachinformation können auch Blut, Leber, Nieren, Lunge und andere Organe betroffen sein[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagFieberMuskelschmerzenGelenkschmerzen
  • HautStarke Blasenbildung auf Haut oder Schleimhäuten von Lippen, Augen, Mund, Nase oder Geschlechtsorganen (Lyell-Syndrom, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSystemischer Lupus erythematodes: roter, fleckiger Ausschlag vor allem im Gesicht, eventuell mit Müdigkeit, Fieber, Übelkeit oder Appetitverlust[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis) mit grippeähnlichen Beschwerden und Gelbsucht[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) mit starken Oberbauchschmerzen, Übelkeit und Appetitverlust; laut Fachinformation auch Anstieg von Lipase oder Amylase[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzen
  • HerzUnregelmäßiger, sehr schneller oder langsamer Herzschlag; laut Fachinformation AV-Block und Herzrhythmusstörungen[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasenVerlangsamter Herzschlag

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Ist bei Ihnen unter Oxcarbazepin ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse aufgetreten, dürfen Sie nie wieder mit Oxcarbazepin behandelt werden [1]. Laut Fachinformation sollte Oxcarbazepin bei Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion grundsätzlich sofort abgesetzt werden; bei Verdacht auf eine Leberschädigung sollten die Leberwerte untersucht und ein Absetzen erwogen werden [2]. Ob Oxcarbazepin abgesetzt werden muss, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; setzen Sie es nie plötzlich von sich aus ab [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Mitte vierzig im Gespräch mit einer Ärztin in einer hellen Praxis, beide sitzen am Schreibtisch
Bild: KI-generiert

Müdigkeit, Schwindel, Sehstörungen: Oxcarbazepin kann müde oder schwindelig machen; verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Koordinationsstörungen oder eine Bewusstseinstrübung können laut Packungsbeilage besonders zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung auftreten. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen können [1]. Alkohol kann die beruhigende Wirkung verstärken; meiden Sie ihn so weit wie möglich [1]. Mehr unter Müdigkeit und Schwindel.

Blutuntersuchungen: Vor und während der Behandlung führt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt möglicherweise Bluttests durch, um die Dosis festzulegen [1]. Laut Fachinformation sollte der Natriumwert bei Risikofaktoren vor Beginn, nach etwa 2 Wochen und in den ersten 3 Monaten monatlich bestimmt werden; bei Kindern wird eine Überwachung der Schilddrüsenfunktion empfohlen [1, 2].

Knochen: Nehmen Sie Antiepileptika lange ein, haben Sie eine Osteoporose oder wenden Sie gleichzeitig Kortison an, lassen Sie sich von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke beraten [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen [1]. Oxcarbazepin kann hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille unwirksam machen [1, 2]. Laut Fachinformation regt Oxcarbazepin bestimmte Leberenzyme schwach an; dadurch können die Spiegel anderer Arzneimittel sinken. Bis diese Wirkung voll ausgeprägt ist, kann es zwei bis drei Wochen dauern; nach dem Absetzen bildet sie sich innerhalb von 2 bis 3 Wochen zurück [2]. Mehr dazu in den Ratgebern Wechselwirkungen und Pille und Antibiotika.

Wechselwirkungen von Oxcarbazepin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Hormonelle Verhütungsmittel wie die "Pille" (laut Fachinformation mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel)Die Verhütung kann unwirksam werden; laut Fachinformation sanken die mittleren Werte (AUC) von Ethinylestradiol um 48 bis 52 Prozent und von Levonorgestrel um 32 bis 52 Prozent[1, 2]Eine andere oder zusätzliche Verhütungsmethode verwenden; laut Fachinformation vorzugsweise nicht-hormonell, z. B. eine Spirale
Andere Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin oder Lamotrigin sowie RifampicinGegenseitige Beeinflussung der Spiegel; laut Fachinformation kann der Phenytoin-Spiegel steigen, und die Kombination mit Lamotrigin ist mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen (Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen) verbunden[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren; laut Fachinformation gegebenenfalls Dosisanpassung oder Kontrolle der Spiegel
Mittel, die den Natriumspiegel senken, z. B. Entwässerungsmittel (Diuretika), Desmopressin und Entzündungshemmer wie IndometacinHöheres Risiko für einen Natriummangel[1, 2]Laut Fachinformation den Natriumwert regelmäßig kontrollieren lassen
Lithium und MAO-Hemmer (Mittel gegen Stimmungsschwankungen und bestimmte Formen der Depression)Laut Fachinformation kann Lithium zusammen mit Oxcarbazepin stärker nervenschädigend wirken; eine Wechselwirkung mit MAO-Hemmern ist theoretisch möglich[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren
Ciclosporin und Tacrolimus (Mittel, die das Immunsystem dämpfen)Laut Fachinformation können ihre Spiegel sinken[1, 2]Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Oxcarbazepin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bitte befolgen Sie alle Anweisungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes genau, auch wenn sie von den allgemeinen Angaben der Packungsbeilage abweichen [1]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Oxcarbazepin, Eslicarbazepin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse im Zusammenhang mit Oxcarbazepin in der Vorgeschichte: dann nie wieder mit Oxcarbazepin behandeln; laut Fachinformation sollte nach Absetzen wegen einer Überempfindlichkeitsreaktion auf eine erneute Gabe verzichtet werden[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Frühere Überempfindlichkeit gegen Carbamazepin oder andere Arzneimittel: Bei einer Allergie gegen Carbamazepin beträgt die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion auch gegen Oxcarbazepin etwa 1 zu 4 (25 Prozent); laut Fachinformation 25 bis 30 Prozent[1, 2]
  • Nierenerkrankung; schwere Lebererkrankung[1, 2]
  • Einnahme von Entwässerungsmitteln (Diuretika)[1, 2]
  • Herzkrankheit, Kurzatmigkeit oder geschwollene Füße oder Beine durch Wassereinlagerungen; laut Fachinformation bei Herzschwäche regelmäßige Gewichtskontrolle und bei bestehenden Reizleitungsstörungen des Herzens (z. B. AV-Block) sorgfältige Überwachung[1, 2]
  • Niedriger Natriumspiegel im Blut; laut Fachinformation sollte bei Risikofaktoren (z. B. Nierenerkrankungen mit niedrigem Natrium, natriumsenkende Arzneimittel, NSAR) der Natriumwert vor der Behandlung, nach etwa 2 Wochen und in den ersten 3 Monaten monatlich oder nach klinischer Notwendigkeit bestimmt werden; diese Risikofaktoren treten besonders bei älteren Menschen auf[1, 2]
  • Hormonelle Verhütung wie die "Pille": Sie kann unter Oxcarbazepin unwirksam werden; verwenden Sie eine andere oder zusätzliche Verhütungsmethode und melden Sie unregelmäßige Blutungen sofort[1, 2]
  • Abstammung von Han-Chinesen oder Thailändern: Ein Bluttest kann ein erhöhtes Risiko für schwere Hautreaktionen zeigen (laut Fachinformation das Merkmal HLA-B*1502)[1, 2]
  • Kinder: Die Ärztin oder der Arzt kann die Schilddrüsenfunktion vor und während der Behandlung überwachen; laut Fachinformation wird Oxcarbazepin für Kinder unter 6 Jahren nicht empfohlen[1, 2]
  • Langzeitbehandlung mit Antiepileptika, bekannte Osteoporose oder gleichzeitige Anwendung von Kortison oder anderen Steroidhormonen: Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke beraten[1]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alkohol, Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Es ist wichtig, epileptische Anfälle auch in der Schwangerschaft unter Kontrolle zu halten; die Einnahme von Antiepileptika kann aber ein Risiko für das Kind bedeuten. Studien zeigten kein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler durch Oxcarbazepin, ganz ausschließen lässt es sich nicht; auch eine Wirkung auf die Entwicklung der Gehirnfunktion kann nicht ausgeschlossen werden. In einer Studie waren etwa 15 von 100 Kindern von Müttern mit Epilepsie, die Oxcarbazepin einnahmen, bei der Geburt kleiner und leichter als erwartet, verglichen mit etwa 11 von 100 ohne Antiepileptika. Brechen Sie die Behandlung in der Schwangerschaft nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen.[1, 2]

Laut Fachinformation sollte bei einer Schwangerschaft die niedrigste anfallskontrollierende Dosis gegeben werden, wann immer möglich als alleiniges Antiepileptikum, zumindest in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Die ergänzende Einnahme von Folsäure vor und während der Schwangerschaft wird empfohlen; der Mutter sollte in den letzten Schwangerschaftswochen und dem Neugeborenen Vitamin K gegeben werden. Der Spiegel des wirksamen Abbauprodukts kann in der Schwangerschaft sinken.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über; die Menge, die das Kind aufnimmt, ist nach den verfügbaren Daten gering, ein Risiko lässt sich aber nicht ausschließen. Fragen Sie vor dem Stillen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bemerken Sie beim Baby übermäßige Schläfrigkeit oder eine geringe Gewichtszunahme, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol kann die beruhigende Wirkung von Oxcarbazepin verstärken. Vermeiden Sie Alkohol so weit wie möglich und fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Oxcarbazepin kann müde oder schwindelig machen; außerdem sind verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Störungen der Muskelkoordination oder eine Bewusstseinstrübung möglich, besonders zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie Auto fahren oder Maschinen bedienen können.[1, 2]

Einnahme

Zweimal täglich zu etwa derselben Uhrzeit einnehmen, mit einer kleinen Menge Wasser, mit oder ohne Nahrung. Die Tabletten dürfen zum leichteren Schlucken geteilt werden, aber nicht, um nur die Hälfte der Dosis einzunehmen. Für kleine Kinder, die keine Tabletten schlucken können, gibt es andere Darreichungsformen.[1]

Dosis vergessen: Nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist schon Zeit für die nächste Dosis. Nicht die doppelte Menge nehmen; bei mehreren vergessenen Dosen die Ärztin oder den Arzt fragen.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Einnahme nicht ohne ärztlichen Rat ab und setzen Sie Oxcarbazepin nie plötzlich ab, um eine plötzliche Verschlechterung der Anfälle zu vermeiden; ein Abbruch sollte schrittweise und nach ärztlicher Anweisung erfolgen. Die Behandlung kann über viele Jahre nötig sein.[1, 2]

Überdosierung

Haben Sie mehr Tabletten eingenommen als verschrieben, wenden Sie sich sofort an das nächstgelegene Krankenhaus oder an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Mögliche Zeichen sind unter anderem Benommenheit, Schwindel, Koordinationsstörungen, unwillkürliche Augenbewegungen, Muskelzuckungen oder eine Verschlechterung der Anfälle, Kopfschmerzen, Bewusstseinstrübung, Koma, Übelkeit, Erbrechen, Doppelt- oder Verschwommensehen, Schläfrigkeit, flache Atmung, unregelmäßiger Herzschlag, Zittern, Aggression, Unruhe, Verwirrtheit, niedriger Blutdruck und Kurzatmigkeit. Ein spezielles Gegenmittel ist laut Fachinformation nicht bekannt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die übliche Anfangsdosis, den Dosisbereich mit den besten Ergebnissen und für Kinder eine Maximaldosis nach Körpergewicht; die Fachinformation ergänzt Angaben zu Nierenfunktionsstörungen und Kindern unter 6 Jahren [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie oder Ihr Kind richtig ist, legt die Ärztin oder der Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Oxcarbazepin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein: zweimal täglich zu etwa derselben Uhrzeit, mit einer kleinen Menge Wasser, mit oder ohne Nahrung [1]. Die Tabletten dürfen geteilt werden, damit sie sich leichter schlucken lassen, aber nicht, um nur die Hälfte der Dosis einzunehmen [1]. Wie lange die Behandlung dauert, hängt von der Art der Anfälle ab; sie kann über viele Jahre nötig sein [1].

Setzen Sie Oxcarbazepin nie plötzlich und nie ohne ärztlichen Rat ab, damit sich die Anfälle nicht plötzlich verschlechtern; ein Abbruch erfolgt schrittweise nach ärztlicher Anweisung [1]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen; Telefonnummern bei einer Überdosierung unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Oxcarbazepin

Oxcarbazepin gibt es als Filmtabletten in mehreren Stärken; für kleine Kinder, die keine Tabletten schlucken können, gibt es andere Darreichungsformen [1]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Oxcarbazepin-ratiopharm [1, 2].

Präparate mit Oxcarbazepin
PräparatAnbieterHinweis
Oxcarbazepin-ratiopharmratiopharm GmbHFilmtabletten mit 150, 300 oder 600 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxcarbazepin-ratiopharm 300 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Oxcarbazepin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Oxcarbazepin eingesetzt?

Oxcarbazepin wird bei Erwachsenen und Kindern ab 6 Jahren zur Behandlung von partiellen, also fokalen epileptischen Anfällen mit oder ohne Übergang in generalisierte tonisch-klonische Anfälle angewendet, allein oder zusammen mit anderen Antiepileptika. Laut Packungsbeilage bringt es die übererregbaren Nervenzellen des Gehirns unter Kontrolle, sodass Anfälle unterdrückt oder seltener werden.

Warum wird unter Oxcarbazepin das Natrium kontrolliert?

Ein zu niedriger Natriumspiegel im Blut ist laut Fachinformation eine häufige Nebenwirkung. Meist verursacht er keine Beschwerden; sehr selten gehen damit Anfälle, Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Sehstörungen, Übelkeit oder Erbrechen einher. Bei Risikofaktoren wie Entwässerungsmitteln oder bestimmten Nierenerkrankungen sieht die Fachinformation Kontrollen vor Beginn, nach etwa 2 Wochen und in den ersten 3 Monaten monatlich vor.

Wirkt die Pille, wenn ich Oxcarbazepin nehme?

Oxcarbazepin kann hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille unwirksam machen. Verwenden Sie eine andere oder zusätzliche Verhütungsmethode; laut Fachinformation vorzugsweise eine nicht-hormonelle, etwa eine Spirale. Melden Sie unregelmäßige Blutungen oder Schmierblutungen sofort Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ist Oxcarbazepin bei einer Carbamazepin-Allergie möglich?

Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Packungsbeilage beträgt die Wahrscheinlichkeit, auch auf Oxcarbazepin allergisch zu reagieren, bei einer Allergie gegen Carbamazepin etwa 1 zu 4; die Fachinformation nennt 25 bis 30 Prozent.

Darf ich während der Einnahme von Oxcarbazepin Alkohol trinken?

Alkohol kann die beruhigende Wirkung von Oxcarbazepin verstärken. Vermeiden Sie Alkohol laut Packungsbeilage so weit wie möglich und fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.

Darf ich Oxcarbazepin in der Schwangerschaft nehmen?

Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache ab, denn Anfälle müssen auch in der Schwangerschaft unter Kontrolle bleiben. Studien zeigten kein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler, ganz ausschließen lässt es sich aber nicht; Kinder können bei der Geburt kleiner und leichter sein als erwartet. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erklärt Ihnen Nutzen und Risiken.

Wie hoch ist die Dosis von Oxcarbazepin?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest, bei Kindern nach dem Körpergewicht. Was die Packungsbeilage dazu sagt, steht im Abschnitt Dosierung.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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