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Botulinumtoxin Typ A (Dysport): Nebenwirkungen und Wirkung
Botulinumtoxin Typ A ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff, der die Übertragung von Nervenimpulsen auf Muskeln hemmt und so verkrampfte Muskeln entspannt. Dysport wird von erfahrenen Ärztinnen und Ärzten gespritzt, etwa bei Lidkrampf, Schiefhals, Spastik nach Schlaganfall, bei Kindern mit Zerebralparese und bei bestimmten Formen der Harninkontinenz. Treten danach Schluck-, Sprech- oder Atemstörungen auf, benachrichtigen Sie sofort den ärztlichen Notdienst.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Allgemeines Schwächegefühl (Asthenie), Ermüdung, grippeähnliche Erkrankung, Schmerzen oder blauer Fleck an der Injektionsstelle (bei allen Anwendungsgebieten)[1, 2]
- Sehr häufig: Bei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Herabhängen des Lids (Ptosis)[1, 2]
- Häufig: Bei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Lähmung der Gesichtsmuskulatur (Gesichtsparese)[1, 2]
- Häufig: Bei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Doppeltsehen, trockene Augen, tränende Augen[1, 2]
- Häufig: Bei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Schwellung des Augenlids (Augenlidödem)[1, 2]
- Sehr häufig: Bei Schiefhals: Schluckstörungen (Dysphagie) und Mundtrockenheit[1, 2]
- Sehr häufig: Bei Schiefhals: Muskelschwäche[1, 2]
- Häufig: Bei Schiefhals: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Lähmung der Gesichtsmuskulatur[1, 2]
- Häufig: Bei Schiefhals: verschwommenes Sehen, verminderte Sehschärfe[1, 2]
- Häufig: Bei Schiefhals: Sprachstörungen (Dysphonie) und Atemnot (Dyspnoe)[1, 2]
- Häufig: Bei Schiefhals: Nackenschmerzen, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Muskelschmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen, Steifigkeit der Muskulatur[1, 2]
- Häufig: Bei Spastik der Arme (Erwachsene): Muskelschwäche, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Schmerzen in den Gliedmaßen[1, 2]
- Häufig: Bei Spastik der Arme (Erwachsene): Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. Schmerzen, Hautrötung, Schwellung), Kraftlosigkeit (Asthenie), Ermüdung, grippeähnliche Erkrankung[1, 2]
- Häufig: Bei Spastik des Fußgelenks (Erwachsene): Schluckstörungen (Dysphagie)[1, 2]
- Häufig: Bei Spastik des Fußgelenks (Erwachsene): Muskelschwäche, Muskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]
- Häufig: Bei Spastik des Fußgelenks (Erwachsene): Kraftlosigkeit (Asthenie), Ermüdung, grippeähnliche Erkrankung, Reaktion an der Injektionsstelle (Schmerz, blauer Fleck, Ausschlag, Juckreiz)[1, 2]
- Häufig: Bei Spastik des Fußgelenks (Erwachsene): Sturz[1, 2]
- Häufig: Bei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Harnwegsinfektion und Bakterien im Urin (Bakteriurie); beides kann mit dem Eingriff zusammenhängen[1, 2]
- Häufig: Bei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Bei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Verstopfung[1, 2]
- Häufig: Bei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Blut im Urin (Hämaturie); kann mit dem Eingriff zusammenhängen[1, 2]
- Häufig: Bei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)[1, 2]
- Häufig: Bei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Fieber[1, 2]
Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche
Wofür wird Botulinumtoxin Typ A eingesetzt?
Botulinumtoxin Typ A ist der Wirkstoff von Dysport, einem verschreibungspflichtigen Pulver, aus dem eine Injektionslösung hergestellt wird [1, 2, 4]. Laut Packungsbeilage dient Dysport zur Behandlung der Beschwerden bei unwillkürlichen Muskelverkrampfungen: bei einem anhaltenden Lidkrampf, der die Augen unfreiwillig schließt (Blepharospasmus), bei halbseitigen Bewegungsstörungen im Gesicht (hemifazialer Spasmus) und bei einem von Krämpfen begleiteten Schiefhals, der im Erwachsenenalter begonnen hat (zervikale Dystonie) [1]. Bei Lidkrampf und halbseitigem Gesichtskrampf spricht die Fachinformation ausdrücklich von einer Alternativbehandlung [2].
Außerdem wird Dysport bei Erwachsenen mit einer Verkrampfung der Arm- und Schultermuskulatur (Spastik) eingesetzt und bei einer Spastik der Unterschenkelmuskulatur nach einem Schlaganfall oder einem Schädel-Hirn-Trauma. Bei Kindern ab 2 Jahren mit einer Bewegungsstörung durch eine frühkindliche Hirnschädigung (infantile Zerebralparese) behandelt es eine Spastik der Arme und bei gehfähigen Kindern eine Spitzfußstellung [1, 2]. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist Urinverlust durch eine überaktive Blasenmuskulatur bei Erwachsenen mit Rückenmarksverletzung oder Multipler Sklerose, die ihre Blase regelmäßig mit einem Katheter entleeren, der nur vorübergehend eingeführt wird (saubere intermittierende Katheterisierung) [1, 2].
Die Fachinformation weist darauf hin, dass es daneben andere medikamentöse und chirurgische Behandlungen gibt und dass nicht alle Behandelten ansprechen oder nur eine teilweise Linderung eintritt [2]. Die Behandlung von Falten gehört nicht zu den Anwendungsgebieten von Dysport [1, 2]. Laut Galderma ist Azzalure die Variante des Dysport-Wirkstoffs für ästhetische Anwendungen in der EU; Galderma verweist dafür auf die im jeweiligen Land zugelassene Produktinformation [5]. Diese Seite beschreibt nur die Anwendungsgebiete von Dysport. Andere Präparate mit Botulinumtoxin Typ A haben eigene Zulassungen und eigene Packungsbeilagen: OnabotulinumtoxinA ist zum Beispiel laut der Migräne-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie seit 2011 zur Vorbeugung der chronischen Migräne zugelassen [6]; dieses Anwendungsgebiet hat Dysport nicht [1, 2]. Mehr auf der Seite Migräne. Laut Gemeinsamem Bundesausschuss (G-BA) ist die örtliche Injektion von Botulinumtoxin Typ A außerdem zur Behandlung eines starken, fortbestehenden Schwitzens unter den Achseln ohne andere Ursache (primäre axilläre Hyperhidrose) zugelassen, das den Alltag stört und sich mit einer Behandlung zum Auftragen nicht ausreichend kontrollieren lässt [7]; auch dieses Anwendungsgebiet hat Dysport nicht [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Starkes Schwitzen.
Wie wirkt Botulinumtoxin Typ A?
Botulinumtoxin Typ A gehört zu den peripher wirkenden Muskelrelaxanzien [2]. Es hemmt die Erregungsübertragung von Nerven auf Muskeln, wird direkt am Wirkort gespritzt und wirkt dort muskelentspannend [1]. Laut Fachinformation verhindert es an der Verbindung zwischen Nerv und Muskel, der motorischen Endplatte, die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin. Die Nervenendigungen reagieren dann nicht mehr auf Nervenimpulse. Die Übertragung erholt sich über neu gebildete Nervenendigungen; diese Neubildung beginnt etwa 8 Wochen nach der Gabe [2].
Wann die Wirkung einsetzt, hängt vom Anwendungsgebiet ab: Bei Lidkrampf ist eine Besserung nach 2 bis 4 Tagen zu erwarten und die stärkste Wirkung innerhalb von 2 Wochen, bei Schiefhals innerhalb einer Woche, bei Spastik der Arme Erwachsener etwa eine Woche nach der Behandlung. Bei Harninkontinenz bessern sich die Beschwerden in der Regel innerhalb von 2 Wochen; die Besserung kann bis zu 48 Wochen anhalten [1]. Das Toxin verteilt sich von der Einstichstelle in das umliegende Gewebe. Je größer die gespritzte Menge Flüssigkeit und je höher die Dosis, desto ausgeprägter und häufiger sind laut Fachinformation unerwünschte Wirkungen durch diese Verbreitung [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage von Dysport eine Häufigkeit angibt: zuerst die, die alle Anwendungsgebiete betreffen, dann die Angaben je Anwendungsgebiet. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Nebenwirkungen können entstehen, wenn das Mittel zu tief oder an falscher Stelle gespritzt wird und benachbarte Muskeln vorübergehend lähmt [1, 2]. Bei allen Anwendungsgebieten sind laut Fachinformation allgemeines Schwächegefühl, Ermüdung, grippeähnliche Beschwerden und Schmerzen oder ein blauer Fleck an der Einstichstelle am häufigsten; sie verschwinden üblicherweise innerhalb weniger Wochen [2]. Je nach Anwendungsgebiet unterscheiden sich die Nebenwirkungen; sehr häufig sind bei Lidkrampf ein herabhängendes Lid, bei Schiefhals Mundtrockenheit, Schluckstörungen und Muskelschwäche [1, 2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- AugenBei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Herabhängen des Lids (Ptosis)[1, 2]
- Magen und DarmBei Schiefhals: Schluckstörungen (Dysphagie) und Mundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Schiefhals: Muskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenAllgemeines Schwächegefühl (Asthenie), Ermüdung, grippeähnliche Erkrankung, Schmerzen oder blauer Fleck an der Injektionsstelle (bei allen Anwendungsgebieten)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
- NervensystemBei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Lähmung der Gesichtsmuskulatur (Gesichtsparese)[1, 2]
- AugenBei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Doppeltsehen, trockene Augen, tränende Augen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HautBei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Schwellung des Augenlids (Augenlidödem)[1, 2]
- NervensystemBei Schiefhals: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Lähmung der Gesichtsmuskulatur[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindel
- AugenBei Schiefhals: verschwommenes Sehen, verminderte Sehschärfe[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AtemwegeBei Schiefhals: Sprachstörungen (Dysphonie) und Atemnot (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Schiefhals: Nackenschmerzen, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Muskelschmerzen, Schmerzen in den Gliedmaßen, Steifigkeit der Muskulatur[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Spastik der Arme (Erwachsene): Muskelschwäche, Schmerzen des Muskel- und Skelettsystems, Schmerzen in den Gliedmaßen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschwächeMuskelschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenBei Spastik der Arme (Erwachsene): Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. Schmerzen, Hautrötung, Schwellung), Kraftlosigkeit (Asthenie), Ermüdung, grippeähnliche Erkrankung[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
- Magen und DarmBei Spastik des Fußgelenks (Erwachsene): Schluckstörungen (Dysphagie)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Spastik des Fußgelenks (Erwachsene): Muskelschwäche, Muskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschwächeMuskelschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenBei Spastik des Fußgelenks (Erwachsene): Kraftlosigkeit (Asthenie), Ermüdung, grippeähnliche Erkrankung, Reaktion an der Injektionsstelle (Schmerz, blauer Fleck, Ausschlag, Juckreiz)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
- Verletzungen und VergiftungenBei Spastik des Fußgelenks (Erwachsene): Sturz[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Kindern mit Zerebralparese, Spastik der Arme: Muskelschwäche, Muskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschwächeMuskelschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenBei Kindern mit Zerebralparese, Spastik der Arme: grippeähnliche Erkrankung, Müdigkeit, Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B. juckende Haut, Bluterguss, Schmerzen, Schwellung, Ausschlag)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- HautBei Kindern mit Zerebralparese, Spastik der Arme: Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Kindern mit Zerebralparese, Spitzfußstellung: Muskelschmerzen, Muskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
- Nieren und HarnwegeBei Kindern mit Zerebralparese, Spitzfußstellung: unwillkürlicher Harnverlust (Harninkontinenz)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenBei Kindern mit Zerebralparese, Spitzfußstellung: grippeähnliche Erkrankung, Reaktion an der Injektionsstelle (z. B. Schmerz, Hautrötung, Schwellung), Gangstörung, Ermüdung[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Verletzungen und VergiftungenBei Kindern mit Zerebralparese, Spitzfußstellung: Sturz[1, 2]
- InfektionenBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Harnwegsinfektion und Bakterien im Urin (Bakteriurie); beides kann mit dem Eingriff zusammenhängen[1, 2]
- NervensystemBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Magen und DarmBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Verstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- Nieren und HarnwegeBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Blut im Urin (Hämaturie); kann mit dem Eingriff zusammenhängen[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Fieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- HautJuckreiz (Pruritus)[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- NervensystemBei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Lähmung des siebten Hirnnervs (Gesichtslähmung)[1, 2]
- AugenBei Schiefhals: Doppeltsehen, Herabhängen des Lids[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Magen und DarmBei Schiefhals: Übelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Schiefhals: Muskelschwund (Muskelatrophie), Kiefererkrankung[1, 2]
- Magen und DarmBei Spastik der Arme (Erwachsene): Schluckstörungen (Dysphagie)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenBei Kindern mit Zerebralparese, Spastik der Arme: Kraftlosigkeit (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- Allgemeine BeschwerdenBei Kindern mit Zerebralparese, Spitzfußstellung: Kraftlosigkeit (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- NervensystemBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Taubheit (Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Muskeln, Knochen und GelenkeBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Muskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
- Nieren und HarnwegeBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Unfähigkeit, die Blase zu entleeren (Harnverhalt), sowie Blutungen aus der Blase oder der Harnröhre[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Allgemeine BeschwerdenBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): Blasenschmerzen; können mit dem Eingriff zusammenhängen[1, 2]
- Verletzungen und VergiftungenBei Harninkontinenz (Injektion in die Blase): unkontrollierte Reflexreaktion des Körpers (autonome Dysreflexie), z. B. Schweißausbrüche, pochende Kopfschmerzen, Anstieg von Blutdruck oder Puls; kann mit dem Eingriff zusammenhängen[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes SchwitzenBlutdruckanstieg
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- NervensystemSchmerzen und Lähmung der Schulter- und Armmuskulatur (neuralgische Schulteramyotrophie)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- HautAusschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- AugenBei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Lähmung von Augenmuskeln (Ophthalmoplegie)[1, 2]
- HautBei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf: Einwärtsdrehung des Lids (Entropium)[1, 2]
- AtemwegeBei Schiefhals: Einatmen von Fremdstoffen (Aspiration)[1, 2]
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenAusbreitung der Toxinwirkung über die Injektionsstelle hinaus: übermäßige Schwächung der Muskulatur, Schluckstörungen und Lungenentzündung durch Einatmen von Fremdstoffen (Aspirationspneumonie), die tödlich sein können[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen, auch mit Nesselsucht, Schwellungen (Angioödem), Schwellung des Rachens und Atemproblemen[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- NervensystemTaubheitsgefühl (Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwund (Muskelatrophie)[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Sehr selten breitet sich die Wirkung über die Injektionsstelle hinaus aus. Dann können übermäßige Muskelschwäche, Schluckstörungen und eine Lungenentzündung durch eingeatmete Fremdstoffe (Aspirationspneumonie) auftreten, die tödlich sein können [1, 2]. Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit Schluck- und Atemschwierigkeiten oder einer gestörten Signalübertragung, laut Fachinformation an der Verbindung zwischen Nerv und Muskel, etwa bei Myasthenia gravis. Laut Fachinformation sind Betroffene und pflegende Personen darauf hinzuweisen, bei Schluck-, Sprech- oder Atemstörungen sofort den ärztlichen Notdienst zu rufen [1, 2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schluckbeschwerden: Bei Schiefhals scheinen Schluckstörungen von der Dosis abzuhängen; sie traten am häufigsten nach einer Injektion in einen bestimmten Halsmuskel auf (M. sternocleidomastoideus). Weiche Nahrung kann erforderlich sein, bis die Beschwerden abklingen [1, 2]. Kommen Sprech- oder Atemstörungen hinzu, ist das ein Notfall [1].
Augen: Werden die Augen nach einer Behandlung rund um das Auge trocken, kann das die Hornhaut schädigen. Als Schutz können Augentropfen, Salben oder ein Verband nötig sein; ob das in Ihrem Fall erforderlich ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt [1, 2]. Mehr zu Beschwerden beim Sehen lesen Sie unter Sehstörungen durch Medikamente.
Stürze: Erwachsene und besonders ältere Menschen, die wegen einer Spastik des Fußgelenks behandelt werden, können ein erhöhtes Sturzrisiko haben [1, 2]. Laut Fachinformation stürzten in placebokontrollierten Studien 6,3 Prozent der mit Dysport und 3,7 Prozent der mit Placebo Behandelten [2]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie sich unsicher auf den Beinen fühlen. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie die Ärztin oder den Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden oder vor Kurzem angewendet haben, auch über rezeptfreie [1]. Besonders wichtig sind Antibiotika gegen Infektionen und muskelentspannende Mittel, auch andere Botulinumtoxin-Präparate: Manche davon können die Wirkung von Dysport verstärken [1]. Laut Fachinformation können Mittel, die die Übertragung zwischen Nerv und Muskel beeinträchtigen (etwa Aminoglykosid-Antibiotika und Curare-artige Muskelrelaxanzien), die Wirkung theoretisch verstärken; sie sollten bei Menschen, die mit Botulinumtoxin behandelt werden, mit Vorsicht angewendet werden [2]. Allgemeines zum Thema erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Antibiotika gegen Infektionen, z. B. Aminoglykoside | Manche davon können die Wirkung von Dysport verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation mit Vorsicht anwenden |
| Muskelentspannende Mittel (Muskelrelaxanzien, z. B. Curare-artige, nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien) und andere Botulinumtoxin-Präparate | Manche davon können die Wirkung von Dysport verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Botulinumtoxin Typ A nicht oder nur mit Vorsicht bekommen sollte
Nach einer Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A oder B wurde sehr selten über Todesfälle berichtet, vereinzelt im Zusammenhang mit Schluckstörungen oder einer Lungenentzündung durch eingeatmete Fremdstoffe oder bei ausgeprägter Schwäche [1, 2]. Bei Menschen mit Erkrankungen wie gestörter Signalübertragung, Schluck- oder Atemschwierigkeiten erfolgt die Behandlung deshalb nur unter fachärztlicher Kontrolle und nur, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt [1, 2]. Bei Kindern und Jugendlichen ist laut Fachinformation äußerste Vorsicht geboten, wenn sie ausgeprägte neurologische Schwächezustände oder Schluckstörungen haben oder früher eine Lungenentzündung durch eingeatmete Fremdstoffe bzw. eine Lungenerkrankung hatten [2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Bestehende Schluck- oder Atemschwierigkeiten: Sie können sich verstärken, wenn sich die Toxinwirkung auf die betreffenden Muskeln ausbreitet. Das Einatmen von Fremdstoffen (Aspiration) trat in seltenen Fällen auf und ist ein Risiko bei chronischen Atemstörungen[1, 2]
- Merklich gestörte Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel, z. B. Myasthenia gravis: übermäßige Schwächung der Muskulatur möglich; laut Fachinformation nur mit Vorsicht und unter enger Überwachung anwenden[1, 2]
- Nach Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A oder B wurde sehr selten über Todesfälle berichtet, vereinzelt mit Schluckstörungen oder Aspirationspneumonie oder bei bedeutsamen Schwächezuständen. Bei Erkrankungen wie gestörter Signalübertragung, Schluck- und Atemschwierigkeiten erfolgt die Behandlung nur unter fachärztlicher Kontrolle und nur, wenn der Nutzen das Risiko überwiegt[1, 2]
- Übermäßige Schwächung der Muskulatur ist möglich; das Risiko könnte verringert werden, indem die minimal wirksame Dosis angewendet und die empfohlene Dosis nicht überschritten wird[1, 2]
- Muskelschwund (Atrophie) im Muskel, der behandelt werden soll[1, 2]
- Erwachsene und besonders ältere Menschen mit Spastik des Fußgelenks, die ein erhöhtes Sturzrisiko haben könnten[1, 2]
- Behandlung an den Augen: Trockene Augen können die Hornhaut schädigen; als Schutz können Augentropfen, Salben oder ein Verband nötig sein[1, 2]
- Blutgerinnungsstörung oder Entzündung bzw. Infektion im Bereich der geplanten Injektionsstelle: Ärztin oder Arzt informieren[1, 2]
- Dauerhaft verkürzte, versteifte Muskeln (fixe Kontraktur): Dysport sollte dann laut Fachinformation nicht angewendet werden[2]
- Dysport enthält eine geringe Menge Humanalbumin; das Risiko einer Übertragung viraler Infektionen kann nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden[1, 2]
- Antikörper gegen das Toxin wurden selten beobachtet; eine deutlich nachlassende Wirkung kann darauf hindeuten. Das Risiko steigt laut Fachinformation mit höheren Dosen und kurzen Abständen zwischen den Behandlungen[2]
- Kinder: nur ab 2 Jahren zur Behandlung einer Spastik bei infantiler Zerebralparese; äußerste Vorsicht bei ausgeprägten neurologischen Schwächezuständen, Schluckstörungen oder einer Aspirationspneumonie bzw. Lungenerkrankung in der Vorgeschichte[2]
- Wechsel des Präparats: Die Einheiten von Dysport gelten nur für Dysport und dürfen nicht auf andere Präparate mit Botulinumtoxin übertragen werden; laut Fachinformation wird empfohlen, bei Langzeitbehandlung nicht zwischen verschiedenen Präparaten zu wechseln[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation von Dysport keine Angaben [1, 2]. Hinweise zum Straßenverkehr allgemein gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Dysport darf in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für zwingend erforderlich hält; laut Fachinformation ist Vorsicht geboten. Zur Anwendung beim Menschen gibt es nur wenige Daten; abgesehen von hohen Dosen, die für das Muttertier giftig sind, lassen Tierstudien laut Fachinformation nicht auf schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft oder Entwicklung des Kindes schließen.[1, 2]
Laut Embryotox haben sich bei über 100 dokumentierten Schwangerschaften bisher keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergeben; die Daten erlauben aber keine differenzierte Risikobewertung. Eine Anwendung für kosmetische Zwecke sollte in der Schwangerschaft unterbleiben; bei medizinischer Notwendigkeit kann Botulinumtoxin nach kritischer Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Abhängig vom Anwendungsgebiet sollten laut Embryotox besser untersuchte Wirkstoffe bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; die Anwendung in der Stillzeit kann daher nicht empfohlen werden.[1, 2]
Laut Embryotox gibt es keine dokumentierten Erfahrungen zur Anwendung in der Stillzeit; ein Übergang in die Muttermilch gilt als unwahrscheinlich, weil nach der Injektion keine Wirkstoffspiegel im Blut erwartet werden. Bei dringender medizinischer Notwendigkeit hält Embryotox die Anwendung in der Stillzeit für akzeptabel.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Während der Behandlung können Muskelschwäche, Ermüdung oder Sehstörungen auftreten. Trifft das auf Sie zu, dürfen Sie kein Fahrzeug steuern und keine Maschinen bedienen.[1, 2]
Einnahme
Dysport wird nur von Ärztinnen und Ärzten gespritzt, die in der Behandlung des jeweiligen Anwendungsgebiets Erfahrung haben, meist an mehreren Stellen im betroffenen Bereich: bei Lidkrampf unter die Haut um das Auge, bei Schiefhals und Spastik in die betroffenen Muskeln, bei Harninkontinenz mithilfe einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) in die Blasenwand.[1]
Behandlung der Blase: nur bei Menschen, die bereits eine saubere intermittierende Katheterisierung durchführen. Zur Vorbeugung einer Harnwegsinfektion werden Antibiotika eingenommen; blutverdünnende Mittel passt die Ärztin oder der Arzt vor und nach den Injektionen an. Möglich sind eine örtliche Betäubung, eine Vollnarkose oder ein Beruhigungsmittel; nach den Injektionen werden Sie mindestens 30 Minuten beobachtet.[1]
Absetzen
Zeigt sich bei Lidkrampf oder Schiefhals nach der Höchstdosis keine Wirkung, wird die Behandlung beendet.[1]
Überdosierung
Wurde mehr Dysport gegeben als nötig, können auch andere als die behandelten Muskeln geschwächt werden, dann sofort die Ärztin oder den Arzt kontaktieren, bei Schwierigkeiten beim Atmen, Schlucken oder Sprechen den ärztlichen Notdienst aufsuchen. Laut Fachinformation treten Zeichen einer Überdosierung möglicherweise nicht sofort auf; Betroffene sollten über mehrere Wochen ärztlich auf übermäßige Muskelschwäche oder Lähmungen überwacht werden. Sind die Atemmuskeln gelähmt, kann künstliche Beatmung nötig sein.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage von Dysport nennt für die meisten Anwendungsgebiete eine Dosis oder Höchstmenge in Einheiten und für alle Anwendungsgebiete Mindestabstände zwischen zwei Behandlungen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Die Dosis legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt individuell fest [1].
Anwendung und Ende der Behandlung
Dysport wird nur von Ärztinnen und Ärzten angewendet, die im jeweiligen Anwendungsgebiet Erfahrung haben und die nötige Ausstattung besitzen [1, 2]. Üblicherweise wird an mehreren Stellen gespritzt: bei Lidkrampf unter die Haut um das Auge, bei Schiefhals und Spastik in die betroffenen Muskeln. Bei Harninkontinenz wird Dysport mithilfe einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) in die Blasenwand gespritzt; dazu gehören Antibiotika zur Vorbeugung einer Harnwegsinfektion, eine Anpassung blutverdünnender Mittel und eine Beobachtung von mindestens 30 Minuten nach den Injektionen [1]. Mehr zu Blasenbeschwerden lesen Sie unter Reizblase und Inkontinenz.
Die Injektionen werden wiederholt, wenn die Wirkung nachlässt, je nach Anwendungsgebiet frühestens nach 12 oder 16 Wochen [1]. Zeigt sich bei Lidkrampf oder Schiefhals nach der Höchstdosis keine Wirkung, wird die Behandlung beendet [1]. Laut Fachinformation kann das Ansprechen bei Folgebehandlungen schwanken; selten bilden sich Antikörper gegen das Toxin, die sich durch eine deutlich nachlassende Wirkung bemerkbar machen können [2]. Was bei einer zu großen Menge zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Botulinumtoxin Typ A
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Dysport 300 Einheiten / 500 Einheiten [1, 2]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage des angewendeten Präparats: Die Einheiten von Dysport gelten nur für Dysport und dürfen nicht auf andere Präparate mit Botulinumtoxin übertragen werden [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Dysport 300 Einheiten / 500 Einheiten | Ipsen Pharma GmbH | Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Azzalure | Galderma | Präparat für ästhetische Anwendungen; eigene Packungsbeilage |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dysport 300 Einheiten / 500 Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung. Ipsen Pharma GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Dysport 300 Einheiten / 500 Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung. Ipsen Pharma GmbH. Stand 12/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Embryotox Embryotox: Clostridium botulinum Toxin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Clostridium botulinum Toxin Typ A und B. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Produktseite Azzalure. Galderma. abgerufen am 11.10.2026
- Leitlinie S1-Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, Version 7 (AWMF-Register-Nr. 030/057), Kapitel 7.1. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Stand vollständig überarbeitet 08.08.2025, gültig bis 07.08.2028. abgerufen am 18.10.2026
- Tragende Gründe zum Beschluss über die Nutzenbewertung von Glycopyrronium (schwere primäre axilläre Hyperhidrose), Abschnitt 2.1.2. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 19.01.2023. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Wie lange wirkt eine Behandlung mit Botulinumtoxin?
Das hängt vom Anwendungsgebiet ab. Laut Packungsbeilage von Dysport werden die Injektionen bei Lidkrampf ungefähr alle 12 Wochen wiederholt, bei Schiefhals ungefähr alle 16 Wochen, in beiden Fällen nicht häufiger als alle 12 Wochen. Bei Harninkontinenz kann die Besserung bis zu 48 Wochen anhalten. Laut Fachinformation erholt sich die Übertragung zwischen Nerv und Muskel über neu gebildete Nervenendigungen, deren Bildung etwa 8 Wochen nach der Gabe beginnt.
Kann ich zwischen verschiedenen Botulinumtoxin-Präparaten wechseln?
Packungsbeilage und Fachinformation von Dysport betonen, dass die Einheiten von Dysport nur für Dysport gelten und nicht auf andere Präparate mit Botulinumtoxin übertragen werden dürfen. Die Fachinformation empfiehlt deshalb, bei einer Langzeitbehandlung nicht zwischen verschiedenen Präparaten zu wechseln. Ob ein Wechsel in Ihrem Fall infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Welche Nebenwirkungen sind bei einer Behandlung am Auge möglich?
Bei Lidkrampf oder halbseitigem Gesichtskrampf hängt sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, das Augenlid herab. Häufig sind Doppeltsehen, trockene oder tränende Augen, eine Schwellung des Lids und eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Trockene Augen können die Hornhaut schädigen; als Schutz können Augentropfen, Salben oder ein Verband nötig sein. Das entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Was hilft bei Schluckbeschwerden nach der Spritze in den Hals?
Bei Schiefhals gehören Schluckstörungen zu den sehr häufigen Nebenwirkungen. Laut Packungsbeilage scheinen sie von der Dosis abzuhängen und traten am häufigsten nach einer Injektion in einen bestimmten Halsmuskel auf; weiche Nahrung kann nötig sein, bis die Beschwerden abklingen. Kommen Sprech- oder Atemstörungen hinzu, benachrichtigen Sie sofort den ärztlichen Notdienst.
Wird Dysport auch gegen Falten eingesetzt?
Nein, die Behandlung von Falten gehört nicht zu den Anwendungsgebieten von Dysport. Laut Galderma ist Azzalure die Variante des Dysport-Wirkstoffs für ästhetische Anwendungen in der EU; Galderma verweist dafür auf die im jeweiligen Land zugelassene Produktinformation. Das Beratungszentrum Embryotox rät, Botulinumtoxin in der Schwangerschaft nicht für kosmetische Zwecke anzuwenden.
Darf ich Botulinumtoxin in der Schwangerschaft oder Stillzeit bekommen?
In der Schwangerschaft darf Dysport laut Packungsbeilage nur angewendet werden, wenn die Ärztin oder der Arzt es für zwingend erforderlich hält; in der Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen, weil nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Embryotox sieht bei über 100 dokumentierten Schwangerschaften bisher keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko und hält die Anwendung in der Stillzeit bei dringender medizinischer Notwendigkeit für akzeptabel.
Darf ich nach der Behandlung Auto fahren?
Während der Behandlung können Muskelschwäche, Ermüdung oder Sehstörungen auftreten, die die Verkehrstüchtigkeit vorübergehend beeinträchtigen können. Trifft das auf Sie zu, dürfen Sie laut Packungsbeilage kein Fahrzeug steuern und keine Maschinen bedienen.
Wer darf Botulinumtoxin nicht bekommen?
Dysport darf nicht angewendet werden bei einer Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, bei einer Infektion an der geplanten Injektionsstelle sowie, bei der Behandlung der Blase, bei einer Harnwegsinfektion. Besondere Vorsicht gilt unter anderem bei bestehenden Schluck- oder Atemschwierigkeiten und bei Erkrankungen mit gestörter Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel wie Myasthenia gravis.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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