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Starkes Schwitzen (Hyperhidrose)

Starkes Schwitzen ohne erkennbare Ursache heißt primäre Hyperhidrose; warum es entsteht, ist laut IQWiG nicht bekannt. Für die Achseln empfiehlt die S1-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft laut G-BA zuerst schweißhemmende Mittel zum Auftragen, bei denen die beste Evidenz für Aluminiumchlorid vorliegt, als zweite Möglichkeit die Leitungswasser-Iontophorese und nennt als dritte Spritzen mit Botulinumtoxin A; für die schwere Form an den Achseln gibt es für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren außerdem eine verschreibungspflichtige Creme mit Glycopyrronium. Vermehrtes Schwitzen kann auch Zeichen einer Schilddrüsenüberfunktion oder eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Treten nach einer Spritze mit Botulinumtoxin Schluck-, Sprech- oder Atemstörungen auf, brauchen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Mann Anfang dreißig mit kurzem braunem Haar steht in einem hellblauen Leinenhemd entspannt am offenen Fenster einer hellen Wohnung und genießt an einem warmen Sommermorgen die frische Luft
Bild: KI-generiert

Starkes Schwitzen ohne erkennbare Ursache heißt primäre Hyperhidrose; warum es entsteht, ist laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nicht bekannt [1, 4]. Für die Achseln empfiehlt die Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft laut Gemeinsamem Bundesausschuss (G-BA) ein stufenweises Vorgehen: zuerst schweißhemmende Mittel zum Auftragen, bei denen die beste Evidenz für Aluminiumchlorid vorliegt, als zweite Möglichkeit die Leitungswasser-Iontophorese; als dritte nennt die Leitlinie Spritzen mit Botulinumtoxin A [3]. Seit Juni 2022 gibt es außerdem eine verschreibungspflichtige Creme mit Glycopyrronium; laut Fachinformation ist sie für die schwere primäre Hyperhidrose der Achseln bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren bestimmt [1, 5]. Vermehrtes Schwitzen kann auch andere Ursachen haben, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion oder ein Medikament [9, 13].

Was ist eine Hyperhidrose?

Schwitzen ist ein lebensnotwendiger Vorgang: Verdunstet der Schweiß, entzieht er dem Körper Wärme und schützt ihn so vor Überhitzung [4]. Von einer Hyperhidrose spricht die S1-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) bei einem krankhaften Übermaß an Schwitzen, das über die Erfordernisse der Wärmeregulation hinausgeht. Bestimmt wird sie deshalb nicht über die Schweißmenge, sondern über die Fehlfunktion des Schwitzens [4].

Unterschieden werden eine primäre und eine sekundäre Hyperhidrose. Der primären Form liegen laut Leitlinie keine internistischen Erkrankungen oder äußeren Ursachen zugrunde; sie tritt typischerweise an umschriebenen Körperstellen auf [4]. Bei einer sekundären Hyperhidrose steckt eine andere Ursache dahinter, laut Fachinformation von Botox zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder ein Phäochromozytom [6]. Laut gesund.bund.de kann vermehrtes Schwitzen verschiedene Ursachen haben, die nicht immer krankhaft sein müssen; es kann aber sehr belastend sein, und manche Menschen schwitzen nur nachts stark [2].

Symptome

Bei der primären Hyperhidrose schwitzen laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) vor allem Achseln, Handflächen, Fußsohlen, Stirn und Leistenbereich; dort liegen besonders viele Schweißdrüsen [4]. Typisch sind laut Leitlinie [4]:

  • ein Beginn in Kindheit oder Jugend, vor dem 25. Lebensjahr; an den Händen meist schon vor der Pubertät,
  • Schwitzen unabhängig von der Temperatur, nicht vorhersehbar und nicht willentlich zu beeinflussen,
  • Schwitzen an einer oder mehreren dieser Stellen, auf beiden Seiten gleichmäßig,
  • Schwitzen öfter als einmal pro Woche, mit Einschränkungen im Alltag,
  • kein vermehrtes Schwitzen im Schlaf,
  • weitere Betroffene in der Familie.

Menschen mit starkem Schwitzen unter den Achseln fühlen sich laut IQWiG wegen Schweißflecken oder Geruch gezwungen, häufiger die Kleidung zu wechseln. Der typische Schweißgeruch kann entstehen, wenn Hautbakterien Eiweißstoffe im Schweiß zersetzen [1]. Die Hyperhidrose kann laut Leitlinie zu erheblichen sozialen und beruflichen Einschränkungen führen und die Lebensqualität deutlich mindern. Weil die Haut ständig feucht ist, können Folgeerkrankungen entstehen, zum Beispiel Fußpilz oder Warzen [4]. Häufig ist die Hyperhidrose laut Leitlinie zeitlich begrenzt und beschränkt sich auf die Pubertät und das frühe Erwachsenenalter [4].

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen der primären Hyperhidrose sind laut IQWiG nicht bekannt [1]. Die Schweißdrüsen sind laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) dabei weder vermehrt noch vergrößert, sondern überstimuliert. Angeregt werden sie über den sympathischen Teil des vegetativen Nervensystems; zwischen Nervenende und Schweißdrüse überträgt der Botenstoff Acetylcholin das Signal [4]. An dieser Stelle setzen auch Glycopyrronium und Botulinumtoxin A an [5, 6].

Hinter vermehrtem Schwitzen können auch andere Ursachen stecken. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion schwitzen Betroffene laut IQWiG häufig und empfinden Wärme schnell als unangenehm [9]. In den Wechseljahren sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche die häufigsten Beschwerden; sie können auch den Nachtschlaf stören [10]. Kalter Schweiß kann zusammen mit schnellem Puls, Zittern oder Heißhunger auf eine Unterzuckerung hindeuten. Dazu kommt es laut IQWiG vor allem bei Menschen, die Insulin spritzen oder bestimmte blutzuckersenkende Tabletten nehmen [11]. Mehr dazu: Diabetes Typ 2.

Medikamente als Ursache: Vermehrtes Schwitzen kann auch eine Nebenwirkung sein. Beim Antidepressivum Venlafaxin etwa ist Schwitzen einschließlich Nachtschweiß laut Packungsbeilage sehr häufig, betrifft also mehr als 1 von 10 Behandelten [13]. Welche Mittel Schwitzen als Nebenwirkung nennen und woran Sie einen Zusammenhang erkennen, steht auf der Seite Vermehrtes Schwitzen durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Diagnose

Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) anhand der Vorgeschichte und des Beschwerdebilds, gegebenenfalls mit ergänzenden Tests. Einen allgemeingültigen Labor- oder Messwert, der eine Hyperhidrose beweist oder ausschließt, gibt es nicht. Wichtig ist auch, wie stark das Schwitzen die Lebensqualität einschränkt [4]. Häufig werden zwei Tests genutzt: Beim Jod-Stärke-Test nach Minor färbt sich die schwitzende Fläche dunkel, so lässt sich das betroffene Areal abgrenzen. Bei der Gravimetrie wird der Schweiß, der in einer festgelegten Zeit an einer Körperstelle entsteht, mit Filterpapier aufgefangen und gewogen [4]. Passen die Angaben zum typischen Bild der primären Hyperhidrose, sind laut Leitlinie keine routinemäßigen Labor- oder Bilduntersuchungen angezeigt [4].

Vor einer Behandlung mit Botulinumtoxin A müssen laut Fachinformation von Botox Befragung, körperliche Untersuchung und, wenn nötig, weitere Untersuchungen mögliche Ursachen einer sekundären Hyperhidrose ausschließen. So soll vermieden werden, dass nur das Schwitzen behandelt wird, ohne dass eine Grunderkrankung erkannt und behandelt ist [6]. Für das Gespräch in der Praxis hilft die Liste Fragen fürs Arztgespräch.

Behandlung ohne Medikamente

Leitungswasser-Iontophorese: Für Erwachsene mit Hyperhidrose kommt laut IQWiG neben Cremes mit Aluminiumchlorid eine Gleichstromtherapie infrage [1]. Bei der Leitungswasser-Iontophorese fließt laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) Gleichstrom durch Wasserbäder; nach einer Schulung können Betroffene die Behandlung mit einem eigenen Gerät zu Hause durchführen [4]. Die Leitlinie beschreibt sie als bewährte Behandlung bei Schwitzen an Händen und Füßen; damit sie wirkt, muss sie dauerhaft angewendet werden [4]. Zu Beginn kostet sie mehrmals pro Woche 20 bis 30 Minuten je Anwendung; wirkt sie, kann laut Leitlinie auf ein- bis zweimal pro Woche reduziert werden [4]. Unter den Achseln spielt sie eine untergeordnete Rolle: Dort ist sie mit Schwämmchen aufwendiger, und Wirksamkeit und Sicherheit sind schlechter durch gute Studien belegt [4]. Iontophoresegeräte sind laut G-BA Hilfsmittel und im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung gelistet [3].

Wärmeverfahren: Radiofrequenz, Mikrowellen und fokussierter Ultraschall schädigen Schweißdrüsen durch Wärme und sollen so das Schwitzen verringern; angeboten werden sie laut Leitlinie bislang nur für die Achseln. Die Wirkung ist nicht gezielt, deshalb können auch Nerven geschädigt werden; die Studienlage ist laut Leitlinie deutlich schlechter als bei Botulinumtoxin A [4].

Operationen: Bei Schwitzen unter den Achseln können Schweißdrüsen operativ verringert werden. Die radikale Ausschneidung der Haut wurde laut Leitlinie durch Ausschabungsverfahren unter der Haut abgelöst (subkutane Kürettage, auch mit Absaugen); dabei kann es unter anderem zu Wundheilungsstörungen und Blutergüssen kommen, und bei Restschwitzen kann ein zweiter Eingriff nötig werden [4]. Bei Schwitzen an den Händen ist ein Eingriff am Grenzstrang des sympathischen Nervensystems im Brustkorb möglich (endoskopische thorakale Sympathektomie). Er kann das Schwitzen an Armen und Händen, Achseln und Gesicht dauerhaft behandeln, führt aber häufig zu einem oft schwer zu kontrollierenden Ausgleichsschwitzen an anderen Körperstellen. Laut Leitlinie muss er deshalb sehr sorgfältig abgewogen werden und sollte nicht an erster Stelle stehen [4].

Behandlung mit Medikamenten

Frau Ende zwanzig mit dunkelblondem Haar sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Hautärztin mit grauem Haar gegenüber, beide unterhalten sich ruhig
Bild: KI-generiert

Für die primäre Hyperhidrose der Achseln empfiehlt die S1-Leitlinie der DDG laut G-BA (Tragende Gründe vom 19. Januar 2023) unabhängig vom Schweregrad ein stufenweises Vorgehen. Als erste Möglichkeit wird eine Behandlung mit schweißhemmenden Mitteln zum Auftragen (Antitranspirantien) empfohlen; die beste Evidenz liegt für Mittel mit Aluminiumchlorid vor. Als zweite Möglichkeit wird die Leitungswasser-Iontophorese empfohlen, als dritte nennt die Leitlinie Spritzen mit Botulinumtoxin A [3]. Die Auswahl sollte laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) individuell auf den Menschen und die Körperstelle abgestimmt sein; bei Unverträglichkeit oder unzureichender Wirkung wird eine andere Behandlung gewählt, manche lassen sich auch kombinieren [4].

Die Häufigkeitsangaben in der Tabelle stammen aus der Fachinformation des jeweiligen Präparats und gelten nur für dieses ("sehr häufig": bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig": bei bis zu 1 von 10) [5, 6]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Medikamente bei primärer Hyperhidrose im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Aluminiumsalze zum Auftragen (Antitranspirantien)Cremes mit mindestens 15 Prozent Aluminiumchlorid [1]; Rezepturen mit Aluminiumchlorid-Hexahydrat, etwa im Deoroller [4]Verschließen die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen [4]Möglich ist laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) eine Hautentzündung (Dermatitis) in Hautfalten [4]
Anticholinergika zum AuftragenGlycopyrronium-Creme (Axhidrox), bei schwerer primärer Hyperhidrose der Achseln ab 12 Jahren [5]Blockiert bestimmte Andockstellen (muskarinische Rezeptoren) für den Botenstoff Acetylcholin; an den Schweißdrüsen vermindert das die Schweißbildung [5]Sehr häufig: Mundtrockenheit. Häufig: Reaktionen an der Anwendungsstelle wie Hautentzündung, Ekzem, Ausschlag, Knötchen (Papeln), Rötung, Reizung, Schmerzen oder Juckreiz, trockene Haut, trockene Augen, verschwommenes Sehen, trockene Nase, Kopfschmerzen, Verstopfung [5]
Botulinumtoxin Typ ABotulinumtoxin Typ A (Botox), gegen Schwitzen nur zugelassen bei starker, fortbestehender primärer Hyperhidrose der Achseln, die mit Mitteln zum Auftragen nicht ausreichend kontrolliert werden kann [6]Blockiert die Freisetzung von Acetylcholin an den Nervenendigungen [6]; die Schweißdrüse wird so vorübergehend vom Nervensignal abgekoppelt [4]Sehr häufig: Schmerzen an der Einstichstelle. Häufig: Kopfschmerzen, Kribbeln (Parästhesie), Hitzewallungen, vermehrtes Schwitzen außerhalb der Achseln, veränderter Hautgeruch, Juckreiz, Knoten unter der Haut, Haarausfall, Schmerzen in Arm oder Bein, Schwellung, Blutung oder Reizung an der Einstichstelle, Kraftlosigkeit [6]

Aluminiumchlorid zum Auftragen

Mittel zum Auftragen enthalten laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) meist Aluminiumchlorid-Hexahydrat in Konzentrationen von 10 bis 30 Prozent, in wässriger oder alkoholischer Lösung, als Deoroller oder Creme [4]. Für Erwachsene mit Hyperhidrose nennt das IQWiG Cremes mit mindestens 15 Prozent Aluminiumchlorid [1]. Das Neue Rezeptur-Formularium enthält laut G-BA Rezepturen mit Aluminiumchlorid gegen übermäßige Schweißbildung. Diese Rezepturen sind apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig und können nicht zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden [3]. Die Wirkung setzt laut Leitlinie verzögert ein, deshalb wird ein Behandlungsversuch über mehrere Wochen empfohlen [4].

Glycopyrronium-Creme

Glycopyrronium (Axhidrox) ist seit Juni 2022 zugelassen [1]. Laut Fachinformation wird die Creme zur Behandlung der schweren primären Hyperhidrose der Achseln bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren verwendet. Sie ist nur für die Achseln bestimmt, nicht für andere Körperstellen, und verschreibungspflichtig. Damit die Wirkung anhält, ist eine fortwährende Behandlung erforderlich [5]. Aufgetragen werden sollte sie laut Fachinformation nur mit der Kappe des Spenders, nicht mit den Fingern; danach werden Kappe und Hände sofort gründlich mit Wasser und Seife gewaschen, damit keine Creme an Augen, Nase, Mund oder andere Menschen gelangt [5]. Ob Glycopyrronium im Vergleich zu den Standardbehandlungen Vor- oder Nachteile hat, konnte das IQWiG 2022 nicht beurteilen, weil der Hersteller keine geeigneten Daten vorlegte [1].

Botulinumtoxin A

Die Fachinformation von Botox nennt als Anwendungsgebiet eine starke, fortbestehende primäre Hyperhidrose der Achseln, die den Alltag stört und sich mit einer Behandlung zum Auftragen nicht ausreichend kontrollieren lässt; gespritzt wird an mehreren Stellen in die Haut [6]. Laut G-BA kommt das Mittel deshalb erst infrage, wenn eine Behandlung zum Auftragen versagt hat [3]. In der Regel bessert sich das Schwitzen innerhalb der ersten Woche; erneut gespritzt werden kann, wenn die Wirkung nachlässt und die Ärztin oder der Arzt es für erforderlich hält [6].

An Händen, Füßen oder Stirn ist laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) keines der Präparate dafür zugelassen; dort ist die Anwendung ein Off-Label-Gebrauch [4]. Im Bereich der Hände kann es laut Leitlinie zu einer vorübergehenden Schwäche der Handmuskulatur kommen [4]. Mehr zum Wirkstoff und zu seinen anderen Anwendungsgebieten steht auf der Seite Botulinumtoxin Typ A.

Mittel zum Einnehmen

Anticholinergika zum Einnehmen wirken laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) im ganzen Körper. Sie werden selten als Dauerbehandlung, aber häufig vorübergehend für bestimmte Situationen eingesetzt und können das Schwitzen für mehrere Stunden verringern [4]. Für die Hyperhidrose zugelassen sind laut G-BA unter anderem Methantheliniumbromid und Bornaprin [3]; Bornaprin ist laut Leitlinie ein Parkinsonmittel mit anticholinerger Wirkung [4]. Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Störungen beim Scharfsehen, Herzrasen, Störungen beim Wasserlassen und Konzentrationsstörungen können laut Leitlinie eine niedrigere Dosis oder einen Abbruch der Behandlung nötig machen [4].

Salbei und Gerbstoffe

Salbeiblätter sind laut G-BA zur Behandlung der Hyperhidrose zugelassen [3]. Kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Tabletten mit Salbeiextrakt liegen laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) nicht vor; die meisten Menschen mit Schwitzen an einzelnen Körperstellen berichten über eine fehlende oder unzureichende Wirkung [4]. Auch zu Nutzen und Risiken von Mitteln mit Gerbsäure zum Auftragen gibt es laut Leitlinie nur wenige kontrollierte Studien [4].

Jugendliche

Die Glycopyrronium-Creme kann laut Fachinformation bei Jugendlichen ab 12 Jahren angewendet werden; bei Kindern unter 12 Jahren sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen [5]. Zu Botulinumtoxin A gegen Schwitzen unter den Achseln gibt es bei Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren laut Fachinformation von Botox nur begrenzte Erfahrungen; Wirksamkeit und Sicherheit sind für diese Gruppe nicht abschließend erwiesen [6]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Schwangerschaft und Stillzeit

Botox darf laut Fachinformation während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nur bei zwingender Indikation angewendet werden; die Anwendung in der Stillzeit kann nicht empfohlen werden [6]. Zur Glycopyrronium-Creme liegen laut Fachinformation keine oder nur begrenzte Daten bei Schwangeren vor; falls erforderlich, kann die Anwendung in der Schwangerschaft erwogen werden. In der Stillzeit sollte der Kontakt des gestillten Kindes mit der Creme oder der behandelten Haut vermieden werden; ob das Stillen unterbrochen oder die Behandlung beendet wird, muss entschieden werden [5]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Botulinumtoxin A: Bei der Behandlung der Achseln sind laut Fachinformation von Botox Schmerzen an der Einstichstelle sehr häufig. Innerhalb eines Monats nach der Spritze berichteten 4,5 Prozent der Behandelten über vermehrtes Schwitzen außerhalb der Achseln [6]. Gelegentlich, bei 0,7 Prozent, kam es zu einer leichten, vorübergehenden Schwäche in den Armen, die sich ohne Folgen besserte [6]. Laut Fachinformation wurden Nebenwirkungen durch eine Ausbreitung des Toxins an entfernte Körperstellen berichtet, gelegentlich mit tödlichem Verlauf, teils mit Schluckstörungen, Lungenentzündung oder ausgeprägter Schwäche; die Beschwerden traten Stunden bis Wochen nach der Spritze auf. Auch Fälle einer Botulinumvergiftung durch die Behandlung (iatrogener Botulismus) wurden gemeldet [6]. Ein Rote-Hand-Brief vom Juni 2007 wies darauf hin, dass für alle Botulinumtoxin-Präparate sehr selten über schwere Ereignisse wie Muskelschwäche, Schluckstörungen und Einatmen von Fremdstoffen im Zusammenhang mit einer Ausbreitung des Toxins berichtet wurde. Bei Menschen mit neurologischen Erkrankungen oder mit Schluckstörungen oder Einatmen von Fremdstoffen in der Vorgeschichte ist äußerste Vorsicht geboten [7]. Bei gestörter Übertragung zwischen Nerv und Muskel, etwa bei Myasthenia gravis, sollte das Mittel laut Fachinformation nur mit äußerster Vorsicht und unter engmaschiger Überwachung angewendet werden; es darf dann nur unter fachärztlicher Überwachung gegeben werden, wenn davon auszugehen ist, dass der Nutzen das Risiko überwiegt [6]. Selten wurden schwere oder sofortige Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet, unter anderem eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie), Nesselsucht, Schwellungen des Weichgewebes und Atemnot [6]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.

Glycopyrronium-Creme: Sehr häufig ist laut Fachinformation Mundtrockenheit; bei längerer Anwendung nahm sie in den Studien tendenziell ab. Weil weniger Speichel fließt, ist ein erhöhtes Kariesrisiko nicht auszuschließen; sorgfältige Zahnhygiene und regelmäßige Kontrollen der Zähne sind zu empfehlen [5]. Gelangt die Creme in die Augen, kann sie die Pupille vorübergehend erweitern und das Sehen verschwimmen lassen; Augen, Nase oder Mund sollten dann sofort mit viel Wasser gespült werden [5]. Die Creme hat laut Fachinformation einen mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit, weil nach der Anwendung verschwommenes Sehen, Müdigkeit und Schwindel auftreten können [5]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren. Der behandelte Bereich sollte nicht mit anderen Körperstellen oder der Haut anderer Menschen in Kontakt kommen, etwa indem er mit Kleidung bedeckt wird [5]. Nicht angewendet werden darf die Creme unter anderem bei Grünem Star (Glaukom), einer Darmlähmung, Myasthenia gravis oder Sjögren-Syndrom. Mit Vorsicht angewendet werden sollte sie bei schwerer Prostatavergrößerung oder Harnverhalt sowie, weil Anticholinergika den Puls erhöhen können, bei koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck [5].

Haben Sie ein Medikament als Auslöser von Beschwerden im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [13]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit starkem Schwitzen

Aluminiumsalze sind laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ein wichtiger Wirkstoff von Antitranspirantien: Sie blockieren vorübergehend die Schweißporen und wirken antibakteriell, sodass weniger Schweißgeruch entsteht [8]. Die Wahrscheinlichkeit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung durch den regelmäßigen Gebrauch aluminiumhaltiger Antitranspirantien schätzt das BfR in seiner Stellungnahme vom 6. Oktober 2023 nach gegenwärtigem wissenschaftlichem Kenntnisstand als sehr niedrig ein; bewertet wurden kosmetische Antitranspirantien, in denen vor allem Aluminiumchlorohydrat verwendet wird [8]. Für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer-Demenz oder Brustkrebs gibt es laut BfR keine belastbare Datengrundlage [8].

Dass die Hyperhidrose häufig auf Pubertät und frühes Erwachsenenalter begrenzt ist, sollte laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) bei der Wahl der Behandlung beachtet werden, auch bei der Abwägung einer Sympathektomie [4]. Für das Gespräch in der Praxis kann ein Nebenwirkungs-Tagebuch helfen, wenn Sie ein neues Mittel beginnen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Treten nach einer Spritze mit Botulinumtoxin A Schluck-, Sprech- oder Atemstörungen auf, sollen Betroffene und Pflegende laut Fachinformation sofort medizinische Hilfe anfordern; solche Beschwerden wurden Stunden bis Wochen nach der Spritze berichtet [6, 7]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Bei schwerer Prostatavergrößerung, einer Verengung am Blasenausgang oder einem früheren oder bestehenden Harnverhalt sollten Betroffene unter der Glycopyrronium-Creme laut Fachinformation auf Zeichen eines Harnverhalts achten, etwa Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Zeigen sich solche Zeichen, ist die Anwendung laut Fachinformation sofort abzubrechen und eine Ärztin oder ein Arzt aufzusuchen [5].

Kalter Schweiß mit schnellem Puls, Zittern, Unruhe oder Heißhunger kann auf eine Unterzuckerung hinweisen; darauf ist laut IQWiG sofort zu reagieren, etwa mit Traubenzucker. Eine starke Unterzuckerung kann zu Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit führen [11]. Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot sowie starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) Fälle für den Notruf 112 [12].

Schwitzen Sie auch im Schlaf stark oder hat das Schwitzen erst nach dem 25. Lebensjahr begonnen, passt das nicht zu den typischen Merkmalen der primären Hyperhidrose, die die Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) nennt [4]. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Quellen

  1. Glycopyrronium (Axhidrox) bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.11.2022. abgerufen am 18.10.2026
  2. Behörde ICD-Code R61.9: Hyperhidrose, nicht näher bezeichnet (Erläuterung der "Was hab ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  3. Tragende Gründe zum Beschluss über die Nutzenbewertung von Glycopyrronium (schwere primäre axilläre Hyperhidrose), Abschnitte 2.1.2 (zweckmäßige Vergleichstherapie, mit Zusammenfassung der S1-Leitlinie der DDG und der zugelassenen Wirkstoffe) und 2.4. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Stand 19.01.2023. abgerufen am 18.10.2026
  4. Leitlinie S1-Leitlinie Definition und Therapie der primären Hyperhidrose (AWMF-Register-Nr. 013-059), Fassung 11/2017, Gültigkeit abgelaufen. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG); Rzany B, Bechara FG, Feise K, Heckmann M, Rapprich S, Wörle B. Stand Stand 01.11.2017, gültig bis 31.12.2021. abgerufen am 18.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Axhidrox 2,2 mg/Hub Creme (Glycopyrronium), Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel (Zulassungsinhaber). Stand 10.07.2026. abgerufen am 18.10.2026
  6. Fachinformation Fachinformation BOTOX 50/100/200 Allergan-Einheiten Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung (Botulinumtoxin Typ A), Abschnitte 4.1 bis 4.8 und 5.1, Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. AbbVie Limited (Zulassungsinhaber). Stand 08/2026. abgerufen am 18.10.2026
  7. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Wichtige Sicherheitsinformationen zu den Botulinumtoxinpräparaten Botox, Dysport, NeuroBloc, Vistabel, Xeomin; Risiko schwerer unerwünschter Ereignisse aufgrund der Ausbreitung des Toxins an entfernte Stellen. Zulassungsinhaber nach Rücksprache mit den EU-Aufsichtsbehörden und dem BfArM; Archiv der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand 06/2007. abgerufen am 18.10.2026
  8. Behörde Neue Studien zu aluminiumhaltigen Antitranspirantien: Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Aluminium-Aufnahme über die Haut sind unwahrscheinlich, Stellungnahme 045/2023. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Stand 06.10.2023. abgerufen am 18.10.2026
  9. Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.04.2024. abgerufen am 18.10.2026
  10. Wechseljahrsbeschwerden. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.01.2023. abgerufen am 18.10.2026
  11. Über- und Unterzuckerung bei Typ-2-Diabetes. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.10.2023. abgerufen am 18.10.2026
  12. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft gegen starkes Schwitzen?

Für die primäre Hyperhidrose der Achseln empfiehlt die S1-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft laut G-BA ein stufenweises Vorgehen: zuerst schweißhemmende Mittel zum Auftragen, bei denen die beste Evidenz für Mittel mit Aluminiumchlorid vorliegt, als zweite Möglichkeit die Leitungswasser-Iontophorese; als dritte nennt die Leitlinie Spritzen mit Botulinumtoxin A. Für Erwachsene mit Hyperhidrose nennt das IQWiG Cremes mit mindestens 15 Prozent Aluminiumchlorid oder eine Gleichstromtherapie. Bei schwerer primärer Hyperhidrose der Achseln gibt es für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren außerdem eine verschreibungspflichtige Creme mit Glycopyrronium.

Welche Medikamente gibt es gegen übermäßiges Schwitzen?

Zur Behandlung der Hyperhidrose sind laut G-BA neben Glycopyrronium unter anderem Botulinumtoxin Typ A, Bornaprin, Methantheliniumbromid und Salbeiblätter zugelassen. Mittel mit Aluminiumchlorid gibt es als Rezeptur aus der Apotheke; sie sind laut G-BA apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig, und können nicht zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Die Auswahl sollte laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) individuell auf die Körperstelle, frühere Behandlungen und die Wünsche der Betroffenen abgestimmt werden.

Sind Deos mit Aluminium schädlich?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schätzt die Wahrscheinlichkeit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung durch den regelmäßigen Gebrauch aluminiumhaltiger Antitranspirantien nach gegenwärtigem wissenschaftlichem Kenntnisstand als sehr niedrig ein (Stellungnahme vom 6. Oktober 2023); bewertet wurden kosmetische Antitranspirantien, in denen vor allem Aluminiumchlorohydrat verwendet wird. Für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer-Demenz oder Brustkrebs gibt es laut BfR keine belastbare Datengrundlage. Bei Mitteln mit Aluminiumchlorid gegen Hyperhidrose kann laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) in Hautfalten eine Hautentzündung entstehen.

Hilft Botox gegen Schwitzen?

Botulinumtoxin Typ A ist laut Fachinformation von Botox bei starker, fortbestehender primärer Hyperhidrose der Achseln zugelassen, die den Alltag stört und sich mit einer Behandlung zum Auftragen nicht ausreichend kontrollieren lässt. Es wird an mehreren Stellen in die Haut gespritzt. In der Regel bessert sich das Schwitzen laut Fachinformation innerhalb der ersten Woche. Sehr häufig sind Schmerzen an der Einstichstelle, häufig unter anderem vermehrtes Schwitzen außerhalb der Achseln. An Händen, Füßen oder Stirn ist laut Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) keines der Präparate dafür zugelassen.

Ab wann ist Schwitzen krankhaft?

Von einer Hyperhidrose spricht die Leitlinie der DDG (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen), wenn das Schwitzen krankhaft über das hinausgeht, was der Körper zur Wärmeregulation braucht; entscheidend ist die Fehlfunktion, nicht die Schweißmenge. Typisch für die primäre Form sind laut Leitlinie unter anderem ein Beginn vor dem 25. Lebensjahr, Schwitzen an beiden Seiten gleichmäßig, Einschränkungen im Alltag und kein vermehrtes Schwitzen im Schlaf. Laut gesund.bund.de muss die Ursache für vermehrtes Schwitzen nicht immer krankhaft sein; es kann aber sehr belastend sein.

Was hilft bei Schwitzen an Händen und Füßen?

Für Hände und Füße nennt die Leitlinie (Stand 2017, Gültigkeit abgelaufen) zuerst Mittel zum Auftragen und die Leitungswasser-Iontophorese, die sie bei Schwitzen an Händen und Füßen als bewährt beschreibt; für einen Behandlungserfolg muss sie dauerhaft angewendet werden. Botulinumtoxin A ist laut Leitlinie an Händen und Füßen dafür nicht zugelassen. Ein Eingriff am Grenzstrang im Brustkorb (Sympathektomie) führt laut Leitlinie häufig zu einem oft schwer zu kontrollierenden Ausgleichsschwitzen an anderen Körperstellen und sollte nicht an erster Stelle stehen.

Kann starkes Schwitzen von Medikamenten kommen?

Ja. Beim Antidepressivum Venlafaxin zum Beispiel ist Schwitzen einschließlich Nachtschweiß laut Packungsbeilage sehr häufig. Welche Medikamente vermehrtes Schwitzen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Vermehrtes Schwitzen durch Medikamente. Haben Sie ein verordnetes Mittel im Verdacht, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas ändern.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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