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Warzen

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die durch Humane Papillomviren entstehen; die meisten müssen laut IQWiG nicht behandelt werden, weil sie meist innerhalb von einigen Wochen oder Monaten von selbst verschwinden. Hauptsächlich eingesetzt werden Lösungen mit Salicylsäure, teils zusätzlich mit Milchsäure, und die Vereisung mit flüssigem Stickstoff, in der Regel in der Hautarztpraxis; beide sind laut IQWiG grundsätzlich wirksam, beseitigen aber nicht jede Warze. Bei Nervenschäden an den Füßen, etwa durch einen Diabetes, ist es laut IQWiG sinnvoll, sich vor einer Behandlung ärztlich untersuchen zu lassen; Warzen im Gesicht, im Intimbereich oder mit ungewöhnlicher Farbe dürfen laut Packungsbeilage nicht mit einer Salicylsäure-Milchsäure-Lösung wie Duofilm behandelt werden.

Frau Ende dreißig mit kastanienbraunem Haar in petrolfarbener Strickjacke sitzt auf einer Holzbank in der Umkleide eines Hallenbads und zieht bunte Badeschlappen an
Bild: KI-generiert

Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die durch Viren entstehen. Die meisten müssen nicht behandelt werden, weil sie laut IQWiG meist innerhalb von einigen Wochen oder Monaten von selbst verschwinden; manchmal dauert es allerdings Jahre [1]. Wer eine störende Warze loswerden möchte, hat hauptsächlich zwei Möglichkeiten: Lösungen mit Salicylsäure, die es meist ohne Rezept in der Apotheke gibt, oder eine Vereisung mit flüssigem Stickstoff, in der Regel in der Hautarztpraxis. Beide sind grundsätzlich wirksam, beseitigen aber nicht jede Warze [1].

Was sind Warzen?

Warzen sind laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) gutartige Hautwucherungen, die an unterschiedlichen Körperstellen auftreten und verschiedene Formen haben können. Sie werden durch Viren verursacht, sind ansteckend und weit verbreitet: Fast jeder Mensch bekommt irgendwann in seinem Leben eine Warze [1]. Viruswarzen können in jedem Alter auftreten, am häufigsten sind sie bei Kindern und Jugendlichen. Bis zu 33 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben Warzen, bei Erwachsenen sind es schätzungsweise 3 bis 5 Prozent [1, 3].

Alterswarzen sind etwas anderes: Diese dauerhaften Hautveränderungen sind nicht ansteckend und treten meist erst im höheren Lebensalter auf [1]. Bei den Viruswarzen unterscheidet das IQWiG hauptsächlich diese Formen [1]:

  • Gewöhnliche Warzen: stecknadelkopf- bis erbsengroße Hautwölbungen, die verhornen und dadurch rau und schuppig werden, oft am Handrücken, an den Fingern, an Nagelrändern und Füßen.
  • Dornwarzen: vorwiegend an Fußsohlen und Fersen; weil auf den Fußsohlen das Körpergewicht lastet, werden sie beim Stehen und Laufen nach innen gedrückt. Das erschwert die Behandlung und kann zu schmerzhaften Druckstellen führen.
  • Mosaikwarzen: weiß und etwa stecknadelkopfgroß, meist an den Fußballen oder unter den Zehen; sie sind flacher als Dornwarzen und schmerzen nur selten beim Gehen.
  • Flachwarzen (Planwarzen): kleine, nur leicht erhöhte Warzen, manchmal leicht bräunlich, vor allem im Gesicht auf Stirn und Wangen, öfter auch an Händen und Unterarmen.
  • Pinselwarzen (filiforme Warzen): fadenförmig und stachelartig, oft im Gesicht.
  • Feigwarzen (Genitalwarzen): kleine feste Knötchen mit unregelmäßiger Oberfläche, nur im Genitalbereich; sie sind sexuell übertragbar und werden anders behandelt als die übrigen Formen.

Symptome

Die meisten Warzen verursachen keine Beschwerden. Manche machen sich durch Juckreiz, Druck- oder Spannungsgefühle bemerkbar; vor allem Warzen an der Fußsohle können schmerzen [1]. Manche Warzen enthalten kleine schwarze oder bräunliche Pünktchen, die durch geronnenes Blut aus kleinen Blutgefäßen in der Haut entstehen. Warzen können einzeln oder gehäuft auftreten und dann auch eine größere Hautfläche bedecken [1].

Dornwarzen werden manchmal mit Hühneraugen verwechselt. Hühneraugen haben in der Mitte einen glasigen Hornkern, Dornwarzen dagegen oft bräunliche Pünktchen [1]. Bestimmte Formen von Hautkrebs können Warzen manchmal ähneln; diese Formen sind laut IQWiG allerdings sehr selten [1].

Ursachen und Risikofaktoren

Warzen werden durch Humane Papillomviren (HPV) ausgelöst, von denen es mehr als 100 Typen gibt. Die Viren dringen durch kleine Verletzungen und feine Risse in die Haut ein und regen dort die Vermehrung der Zellen an. Dadurch bildet sich eine dickere Hornhaut, die als Warze hervorsteht [1]. Übertragen werden Warzenviren vor allem durch direkten Hautkontakt, aber auch über Gegenstände wie Handtücher oder Rasierapparate. Man steckt sich leichter an, wenn die Haut feucht und aufgeweicht oder verletzt ist [1]. Nach einer Ansteckung können mehrere Monate vergehen, bis sich eine Warze bildet [1].

Ein höheres Risiko für Warzen haben laut IQWiG [1]:

  • Menschen, die Fleisch verarbeiten, zum Beispiel im Schlachthaus oder als Metzger,
  • Kinder und Jugendliche, die oft Gemeinschaftsduschen benutzen, etwa beim Sport oder im Schwimmbad,
  • Menschen mit Familienangehörigen, die Warzen haben, und Schulkinder, in deren Klasse viele Kinder Warzen haben,
  • Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, vor allem nach einer Organtransplantation oder mit einer schweren Erkrankung wie Krebs oder Aids,
  • Menschen mit atopischen Erkrankungen wie Neurodermitis.

Bei einem geschwächten Immunsystem schafft es der Körper manchmal nicht, die Viren erfolgreich zu bekämpfen; dann können Warzen deutlich hartnäckiger sein [1].

Medikamente als Ursache: Einige Medikamente nennen Warzen in ihrer Packungsbeilage als Nebenwirkung. Laut Packungsbeilage von Rinvoq sind Warzen (Hautpapillome) bei Jugendlichen mit atopischer Dermatitis, die Upadacitinib einnehmen, häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [7]. Unter Infliximab gehören laut Packungsbeilage von Remicade Hautprobleme wie Blasenbildung oder Warzen zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten [8]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr zu Infektionen als Nebenwirkung steht auf der Seite Infektanfälligkeit.

Behandlung ohne Medikamente

Grundsätzlich ist es laut IQWiG nicht nötig, eine Warze zu behandeln, da sie meist innerhalb von einigen Wochen oder Monaten von selbst verschwindet. Weil Warzen störend und unansehnlich sein können, möchten viele sie aber möglichst schnell loswerden [1]. Der Körper baut mit der Zeit oft eine Immunabwehr gegen die Warzenviren auf; wie lange das dauert, hängt vom Virus- und Warzentyp und vom allgemeinen Gesundheitszustand ab [1].

Vereisung (Kryotherapie)

Bei einer Vereisung trägt die Hautärztin oder der Hautarzt flüssigen Stickstoff auf die Warze auf. Er ist extrem kalt und zerstört die Zellen in der oberen Hautschicht. Oft wird dazu ein Wattestäbchen in den flüssigen Stickstoff getunkt und mehrere Sekunden auf die Warze gedrückt, manchmal wird der Stickstoff mit einer kleinen Düse aufgesprüht. Die Behandlung wird im Abstand von mindestens einer Woche mehrmals wiederholt [2]. Bei Warzen an den Händen kann eine Vereisung die Abheilung beschleunigen; gegen Warzen an den Fußsohlen fanden Studien keinen Unterschied zwischen Vereisung und Abwarten [2].

Eine Vereisung tut meist etwas weh, häufig bildet sich danach eine Blase auf der Haut. Manchmal entsteht eine kleine Narbe, gelegentlich kommt es zu einer leichten Hautreizung und Verfärbung [2]. Bei einem diabetischen Fuß oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) sollten Warzen laut IQWiG nicht vereist werden, weil die Behandlung zum Beispiel am Fuß zu Nervenschäden oder schlecht heilenden Wunden führen könnte. Auch Menschen mit einem Raynaud-Syndrom wird empfohlen, darauf zu verzichten [2].

Vereisungsstifte für zu Hause gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Sie sind nicht so kalt wie der flüssige Stickstoff in der Arztpraxis, und wie gut sie gegen Warzen wirken, wurde bislang nicht in Studien untersucht [2]. Laut IQWiG hat die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA darauf hingewiesen, dass die Stifte leicht entzündliche Stoffe enthalten und sich einige Menschen bei ihrer Anwendung verbrannt haben [2].

Weitere Verfahren

Zu den Behandlungen, die laut IQWiG noch nicht gut erforscht oder deren Wirkung unklar ist, gehören das Abschaben mit einem speziellen Instrument (Kürettage), verschiedene Laserbehandlungen und die photodynamische Therapie, bei der ein Gel auf der Warze durch Licht aktiviert wird. Sie kommen nur unter besonderen Umständen infrage, wenn Warzen sehr hartnäckig sind und nicht abheilen; nicht alle werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen [2]. Herausgeschnitten werden Warzen heute nur noch selten, weil es dabei zu Infektionen und Narben kommen kann und sich danach wieder neue Warzen bilden können [2]. Für unkonventionelle Methoden wie das "Besprechen" ist nicht nachgewiesen, dass sie helfen; homöopathische Mittel zeigten in mehreren Studien im Vergleich mit Scheinpräparaten keine Wirkung gegen Warzen [2].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Mitte vierzig mit dunkelblondem Haar in dunkelblauem Pullover sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Hautärztin mit dunkelbraunem Haar gegenüber, beide unterhalten sich ruhig
Bild: KI-generiert

Warzen werden laut IQWiG oft mit einer Salicylsäure-Lösung oder durch Vereisung behandelt; deren Wirkung ist am besten untersucht [2]. Zur Behandlung von Warzen werden noch viele andere Mittel angeboten, aber für keines wurde bislang überzeugend nachgewiesen, dass es wirksam ist oder Vorteile gegenüber Salicylsäure oder einer Vereisung hat [2].

Mittel zum Auftragen bei Warzen im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Hornhautlösende Mittel mit SalicylsäureLösungen mit Salicylsäure, teils zusätzlich mit Milchsäure (ohne eigene Wirkstoffseite) [2, 4]Sollen die verhornte Haut nach und nach auflösen; auf der Warze bildet sich dabei ein dünner Film [1, 2]Salicylsäure mit Milchsäure laut Packungsbeilage von Duofilm, sehr häufig: Reaktionen an der behandelten Stelle wie Jucken, brennendes Gefühl, Rötung, Schwellung, Hautabschälung, Trockenheit; häufig: Hautausschlag, Verdickung der Haut [4]

Sehr häufig heißt laut Packungsbeilage: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig: bei bis zu 1 von 10 Behandelten [4].

Salicylsäure in der Selbstbehandlung

Die meisten Salicylsäure-Lösungen sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich; manche enthalten zusätzlich Milchsäure [2]. Sie werden über einige Wochen aufgetragen. Vor dem erneuten Auftragen wird der Film auf der Warze entfernt und, wenn möglich, die oberste Schicht der Warze vorsichtig abgelöst, etwa mit einer Feile [2]. Wie das jeweilige Mittel angewendet werden soll und worauf zu achten ist, erklärt seine Packungsbeilage [1].

Eine Lösung mit Salicylsäure und Milchsäure wie Duofilm ist laut Packungsbeilage ein Mittel zur Behandlung gewöhnlicher (vulgärer) Warzen bei Erwachsenen und Kindern ab 2 Jahren [4]. Sie wird nur direkt auf die Warze aufgetragen, nicht auf die gesunde Haut daneben, weil das zu Reizungen führen kann. Wenden Sie sie laut Packungsbeilage nicht länger als 12 Wochen an; ist die Warze dann nicht verschwunden, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [4]. Für Warzen, die eine Körperfläche von mehr als 5 Quadratzentimetern betreffen, etwa die Größe einer Briefmarke, wird sie nicht empfohlen. Die Lösung ist entzündlich und kann Feuer fangen: Halten Sie sich beim Auftragen und kurz danach von Hitze, Feuer und Flammen fern und rauchen Sie nicht [4].

Die Lösung darf laut Packungsbeilage nicht angewendet werden [4]:

  • bei einer Allergie gegen Salicylsäure, Milchsäure oder einen der sonstigen Bestandteile,
  • bei Säuglingen,
  • wenn die Warze oder die umgebende Haut rot, gereizt, verletzt oder entzündet ist,
  • auf Muttermalen, Feuermalen oder behaarten Warzen und auf Warzen mit geröteten Rändern oder von ungewöhnlicher Farbe,
  • auf Warzen im Gesicht, im Intimbereich oder auf Schleimhäuten wie Augen, Nase oder Mund.

Für Menschen mit Diabetes, mit Durchblutungsstörungen oder mit verminderter Gefühlswahrnehmung (Nervenschädigung) in Händen oder Füßen wird sie laut Packungsbeilage nicht empfohlen; eine Anwendung sollte dann nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen [4]. Andere Mittel sollten nicht an derselben Stelle aufgetragen werden, weil die Lösung deren Aufnahme verstärken kann. Die Dämpfe sollten Sie nicht einatmen, da dies zu Benommenheit führen kann [4].

Kinder: Bei Säuglingen darf die Lösung laut Packungsbeilage nicht angewendet werden, bei Kindern unter 2 Jahren sollte sie nicht angewendet werden. Bei Kindern muss die Anwendung unter Aufsicht eines Erwachsenen erfolgen. Kindern und Jugendlichen mit Anzeichen von Fieber oder mit einer Viruserkrankung wie Grippe oder Windpocken, auch kurz danach, wird sie nicht empfohlen [4]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.

Weitere Wirkstoffe

Erprobt wurden laut IQWiG auch Salben und Lösungen mit anderen Wirkstoffen, unter anderem mit 5-Fluoruracil, einem Mittel, das das Zellwachstum hemmt, sowie Arzneimittel, die in die Warze gespritzt werden. Viele dieser Mittel sind nicht gut untersucht oder die Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse. Sie kommen nur unter besonderen Umständen infrage, wenn Warzen sehr hartnäckig sind und nicht abheilen [2].

Feigwarzen und Dellwarzen

Feigwarzen (Genitalwarzen) zählen laut IQWiG zu den häufigsten beim Sex übertragenen Krankheiten. Sie entstehen fast immer durch die HPV-Typen 6 und 11 und treten vor allem im Genital- und Analbereich auf [5]. Behandelt werden sie anders als die übrigen Warzen [1], zum Beispiel mit rezeptpflichtigen Cremes oder Lösungen mit Wirkstoffen wie Podophyllotoxin, Grüntee-Trockenextrakt oder Imiquimod, die einige Wochen lang regelmäßig aufgetragen werden, oder mit einem chirurgischen Eingriff [5]. Um die Wirksamkeit der einzelnen Behandlungen genauer einzuschätzen und zu vergleichen, gibt es laut IQWiG zu wenige gut gemachte Studien [5]. Weil Humane Papillomviren die Auslöser sind, wirkt laut IQWiG eine HPV-Impfung vorbeugend, am besten im Jugendalter vor den ersten sexuellen Kontakten [5]. Für welche Erkrankungen die einzelnen HPV-Impfstoffe zugelassen sind, steht auf der Seite HPV-Impfung.

Dellwarzen sind keine echten Warzen: Die stecknadelkopfgroßen Knötchen mit einer kleinen Delle in der Mitte entstehen durch eine Infektion der Haut mit dem Molluscum-contagiosum-Virus [6]. Oft verschwinden sie innerhalb von 6 bis 12 Monaten von selbst, eine Behandlung ist in der Regel nicht nötig. Bei Kindern kommen die Entfernung mit einem scharfen Löffel, die Vereisung oder Wirkstoffe zur äußerlichen Anwendung infrage; Nutzen und Risiken sollten vorher abgewogen werden [6].

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangeren oder stillenden Frauen wird laut IQWiG vorsichtshalber von einer Warzenbehandlung abgeraten [1]. Eine Lösung mit Salicylsäure und Milchsäure wird laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht empfohlen; wer stillt und sie anwendet, trägt sie nicht in der Brustgegend auf [4]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Salicylsäure mit Milchsäure: An und in der Nähe der behandelten Stelle sind laut Packungsbeilage von Duofilm Reaktionen wie Jucken, ein brennendes Gefühl, Rötung, Schwellung, Hautabschälung und Trockenheit sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind Hautausschlag und eine Verdickung der Haut. Selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten, sind allergische Reaktionen einschließlich Entzündung sowie Schmerzen, Hautreizung und Verfärbung der Haut [4]. Gelangt die Lösung versehentlich auf gesunde Haut, können außerdem Blasen und eine Hautabschälung entstehen. Bei einer starken Hautreizung beenden Sie die Behandlung laut Packungsbeilage und suchen eine Ärztin, einen Arzt oder die Apotheke auf [4]. Mehr dazu: Hautausschlag durch Medikamente.

Wird die Lösung versehentlich verschluckt, zu häufig, über einen längeren Zeitraum oder großflächig angewendet, kann der Körper zu viel Salicylsäure aufnehmen. Das kann laut Packungsbeilage zu einer Salicylat-Vergiftung (Salicylismus) führen. Übliche Zeichen sind unter anderem Durstgefühl, Klingeln in den Ohren oder Taubheit, Übelkeit oder Erbrechen, Müdigkeit, schnellere Atmung, Schwindel, warme Hände und Füße oder ungewöhnliche Stimmungen und Gedanken. Dann beenden Sie die Anwendung und suchen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [4].

Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Im Alltag: Ansteckung vermeiden

Wer Warzen hat, kann die Ansteckungsgefahr laut IQWiG durch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen verringern; sie helfen möglicherweise auch gegen eine Ausbreitung auf der eigenen Haut [1]:

  • die Warzen beim Schwimmen mit einem wasserfesten Pflaster abkleben,
  • Handtücher, Schuhe, Handschuhe und Socken nicht mit anderen teilen,
  • in Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen und Umkleidekabinen nicht barfuß laufen,
  • Warzen nicht anfassen, nicht daran kratzen oder ziehen und sich nach dem Anfassen gründlich die Hände waschen,
  • die Füße trocken halten und täglich die Socken wechseln,
  • Bimssteine oder Feilen nicht benutzen, wenn damit vorher eine Warze bearbeitet wurde.

Keine dieser Empfehlungen wurde in Studien geprüft. Weil Warzenviren ziemlich ansteckend sind, ist ein vollständiger Schutz schwierig [1]. Auf Aktivitäten wie Schwimmen oder Sportunterricht in der Schule muss man laut IQWiG wegen Warzen normalerweise nicht verzichten [1]. Kinder mit Dellwarzen können laut gesund.bund.de weiterhin normal in den Kindergarten oder in die Schule gehen [6].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Für Menschen mit Gesundheitsrisiken wie Nervenschäden an den Füßen, etwa durch einen Diabetes, ist es laut IQWiG sinnvoll, sich vor einer Behandlung ärztlich untersuchen zu lassen [1]. Warzen im Gesicht oder im Intimbereich, behaarte Warzen und Warzen mit geröteten Rändern oder von ungewöhnlicher Farbe dürfen laut Packungsbeilage nicht mit einer Salicylsäure-Milchsäure-Lösung wie Duofilm behandelt werden [4]. Bestimmte, sehr seltene Formen von Hautkrebs können Warzen ähneln [1]. Fragen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat, wenn eine Warze nach 12 Wochen Behandlung nicht verschwunden ist oder eine Hautreizung auftritt; bei Zeichen einer Salicylat-Vergiftung suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [4].

Quaddeln oder Hautschwellungen zusammen mit Atemnot, Heiserkeit, Übelkeit oder Kreislaufproblemen können Zeichen einer anaphylaktischen Reaktion sein, einer starken allergischen Reaktion. Laut IQWiG ist es dann wichtig, schon bei ersten leichteren Beschwerden die Notfallnummer 112 zu wählen und mitzuteilen, dass es sich vermutlich um eine Anaphylaxie handelt [9]. Mehr dazu: Anaphylaxie.

Quellen

  1. Warzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.01.2023. abgerufen am 18.10.2026
  2. Wie können Warzen behandelt werden?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.01.2023. abgerufen am 18.10.2026
  3. Behörde Warzen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 08.03.2024. abgerufen am 18.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Duofilm 16,7 % / 15,0 % Lösung (Salicylsäure/Milchsäure). STADA Consumer Health Deutschland GmbH. Stand 09/2021. abgerufen am 18.10.2026
  5. Feigwarzen (Genitalwarzen). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 15.10.2025. abgerufen am 18.10.2026
  6. Behörde Dellwarzen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 21.10.2021. abgerufen am 18.10.2026
  7. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Rinvoq (Upadacitinib), Anhang III B: Packungsbeilage RINVOQ Retardtabletten, Abschnitt 4 (zusätzliche Nebenwirkung bei Jugendlichen mit atopischer Dermatitis). AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2026. abgerufen am 18.10.2026
  8. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Remicade (Infliximab), Anhang III B: Packungsbeilage Remicade 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, Abschnitt 4. Janssen-Cilag International NV (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025. abgerufen am 18.10.2026
  9. Anaphylaktische Reaktion (Anaphylaxie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft gegen Warzen?

Gegen Warzen werden laut IQWiG hauptsächlich zwei Behandlungen eingesetzt: Lösungen mit Salicylsäure, die die verhornte Haut nach und nach auflösen sollen und meist ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind, und die Vereisung mit flüssigem Stickstoff, in der Regel in der Hautarztpraxis. Beide sind grundsätzlich wirksam, können aber nicht jede Warze beseitigen; Viren können zurückbleiben und eine neue Warze bilden. Für keines der vielen anderen angebotenen Mittel wurde laut IQWiG bislang überzeugend nachgewiesen, dass es wirksam ist oder Vorteile gegenüber Salicylsäure oder einer Vereisung hat. Behandelt werden muss eine Warze nicht, weil sie meist von selbst verschwindet.

Wie lange darf ich ein Warzenmittel mit Salicylsäure anwenden?

Das steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats. Eine Lösung mit Salicylsäure und Milchsäure wie Duofilm wenden Sie laut Packungsbeilage nicht länger als 12 Wochen an. Ist die Warze danach nicht verschwunden oder tritt eine Hautreizung auf, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Für Warzen, die mehr als 5 Quadratzentimeter Haut betreffen, etwa die Größe einer Briefmarke, wird die Lösung nicht empfohlen.

Muss man Warzen behandeln?

Nein. Grundsätzlich ist es laut IQWiG nicht nötig, eine Warze zu behandeln, da sie meist innerhalb von einigen Wochen oder Monaten von selbst verschwindet; manchmal dauert es allerdings Jahre. Der Körper baut mit der Zeit oft eine Abwehr gegen die Warzenviren auf. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können Warzen deutlich hartnäckiger sein. Viele möchten störende Warzen aber schneller loswerden und probieren eine Behandlung.

Hilft Vereisen gegen Warzen?

Bei Warzen an den Händen kann eine Vereisung mit flüssigem Stickstoff in der Hautarztpraxis laut IQWiG die Abheilung beschleunigen; gegen Warzen an den Fußsohlen fanden Studien keinen Unterschied zum Abwarten. Die Vereisung tut meist etwas weh, häufig bildet sich danach eine Blase. Bei einem diabetischen Fuß oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit sollten Warzen nicht vereist werden. Vereisungsstifte für zu Hause sind nicht so kalt wie flüssiger Stickstoff; wie gut sie wirken, wurde laut IQWiG bislang nicht in Studien untersucht.

Sind Warzen ansteckend?

Ja. Warzenviren verbreiten sich laut IQWiG vor allem durch direkten Hautkontakt, aber auch über Gegenstände wie Handtücher oder Rasierapparate; feuchte, aufgeweichte oder verletzte Haut steckt sich leichter an. Wer Warzen hat, kann die Warzen beim Schwimmen mit einem wasserfesten Pflaster abkleben, Handtücher, Schuhe und Socken nicht mit anderen teilen und in Schwimmbädern und Gemeinschaftsduschen nicht barfuß laufen. Ob diese Maßnahmen schützen, wurde nicht in Studien geprüft. Auf Schwimmen oder Sportunterricht muss man normalerweise nicht verzichten.

Was hilft Kindern gegen Warzen?

Auch bei Kindern verschwinden Warzen oft von selbst. Eine Lösung mit Salicylsäure und Milchsäure wie Duofilm darf laut Packungsbeilage bei Säuglingen nicht angewendet werden und sollte bei Kindern unter 2 Jahren nicht angewendet werden; bei älteren Kindern muss die Anwendung unter Aufsicht eines Erwachsenen erfolgen. Bei Fieber oder einer Viruserkrankung wie Grippe oder Windpocken, auch kurz danach, wird sie Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen. Bei Dellwarzen ist eine Behandlung laut gesund.bund.de in der Regel nicht nötig.

Was ist der Unterschied zwischen Warzen, Dellwarzen und Feigwarzen?

Gewöhnliche Warzen, Dornwarzen und Flachwarzen entstehen durch Humane Papillomviren (HPV) an Händen, Füßen oder im Gesicht. Feigwarzen (Genitalwarzen) entstehen ebenfalls durch HPV, fast immer die Typen 6 und 11, treten vor allem im Genital- und Analbereich auf, sind sexuell übertragbar und werden anders behandelt. Dellwarzen sind laut gesund.bund.de keine echten Warzen: Sie entstehen durch das Molluscum-contagiosum-Virus, haben eine kleine Delle in der Mitte und verschwinden oft innerhalb von 6 bis 12 Monaten von selbst.

Darf ich Warzen in der Schwangerschaft behandeln?

Schwangeren oder stillenden Frauen wird laut IQWiG vorsichtshalber von einer Warzenbehandlung abgeraten. Eine Lösung mit Salicylsäure und Milchsäure wie Duofilm wird laut Packungsbeilage für die Anwendung in der Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht empfohlen. Fragen Sie vor jeder Behandlung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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