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Anaphylaxie (allergischer Schock)

Eine Anaphylaxie ist eine starke allergische Reaktion, bei der plötzlich mehrere Körperbereiche betroffen sind; sie kann innerhalb von Minuten lebensbedrohlich werden. Das wichtigste Medikament ist laut IQWiG Adrenalin, das meist in den Oberschenkelmuskel gespritzt wird; zusätzlich wird empfohlen, rasch ein Antihistaminikum und je nach Situation ein Kortisonpräparat einzunehmen. Wählen Sie schon bei ersten leichteren Beschwerden den Notruf 112 und sagen Sie, dass es sich vermutlich um eine Anaphylaxie handelt; bei einer schweren Reaktion spritzen Sie wenn möglich zuerst das Adrenalin aus dem Notfallset.

Frau Anfang dreißig mit welligem kastanienrotem Haar in senfgelber Leinenbluse sitzt entspannt auf einer Gartenbank zwischen blühendem Lavendel im Sommerlicht
Bild: KI-generiert

Eine Anaphylaxie ist eine starke allergische Reaktion, bei der plötzlich Beschwerden in mehreren Körperbereichen auftreten, im Extremfall am ganzen Körper [1]. Sie kann sich innerhalb von Minuten bis zum Schock verstärken [3]. Normalerweise lässt sie sich durch eine sofortige Behandlung eindämmen [1]. Das wichtigste Medikament ist Adrenalin, das meist in den Oberschenkelmuskel gespritzt wird [1]. Wählen Sie schon bei ersten leichteren Beschwerden den Notruf 112 und sagen Sie, dass es sich vermutlich um eine Anaphylaxie handelt [1].

Was ist eine Anaphylaxie?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Stoffe (Allergene). Bei einer anaphylaktischen Reaktion dagegen kommt es plötzlich zu teils starken Beschwerden in mehreren Körperbereichen [1]. Die S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und weiterer Fachgesellschaften, Update 2021, beschreibt sie als akute Reaktion mit Zeichen einer allergischen Sofortreaktion, die den ganzen Körper erfassen kann und potenziell lebensbedrohlich ist. Weil die Fehlsteuerung des Immunsystems bestehen bleibt, kann es laut Leitlinie jederzeit erneut zu Reaktionen kommen [3].

Der Begriff "allergischer Schock" bezeichnet laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nur eine besonders starke Form, die selten auch tödlich verlaufen kann. Geschätzt hat pro Jahr etwa 1 von 10.000 Menschen eine anaphylaktische Reaktion [1].

Schweregrade: Die Leitlinie teilt anaphylaktische Reaktionen nach den schwersten aufgetretenen Beschwerden in vier Grade ein; kein einzelnes Zeichen muss vorhanden sein [3]:

  • Grad I: Juckreiz, Hautrötung (Flush), Quaddeln (Nesselsucht), Schwellungen der Haut (Angioödem).
  • Grad II: zusätzlich zum Beispiel Übelkeit, Krämpfe, Erbrechen, laufende Nase, Heiserkeit, Atemnot, schneller Puls, Blutdruckabfall oder Herzrhythmusstörungen.
  • Grad III: zusätzlich zum Beispiel Stuhlabgang, Schwellung des Kehlkopfs, Verkrampfung der Bronchien, bläuliche Haut (Zyanose) oder Schock.
  • Grad IV: Atem- oder Kreislaufstillstand.

Symptome

Eine Anaphylaxie kann sich durch erste Zeichen ankündigen: einen metallischen Geschmack im Mund, Brennen an Handinnenflächen und Fußsohlen, Brennen, Kribbeln oder Juckreiz an Zunge oder Gaumen, Angstgefühle, Kopfschmerzen oder Desorientierung [1]. Die Leitlinie beschreibt außerdem [3]:

  • Haut: Juckreiz, Rötung, Quaddeln und Schwellungen, auch an Stellen ohne Kontakt mit dem Auslöser. Die Haut ist am häufigsten betroffen.
  • Mund und Rachen: Schwellung von Zunge und Gaumenzäpfchen, kloßige Sprache, Schluckbeschwerden mit Speicheln. Eine Schwellung des Kehlkopfs kann die Atemwege innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich verlegen.
  • Lunge: Atemnot durch verengte Bronchien, besonders bei bestehendem Asthma; besonders bei Kindern und Jugendlichen ist das das führende Zeichen lebensbedrohlicher Reaktionen.
  • Magen und Darm: teils krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.
  • Kreislauf und Nervensystem: Blutdruckabfall, schneller Puls, Herzrhythmusstörungen, Unruhe, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit, ein "Gefühl drohenden Unheils".

Verlauf: Die Beschwerden können innerhalb weniger Minuten stärker werden, bleiben oft auf einem Schweregrad stehen und bilden sich von selbst zurück. Nach bis zu einem Tag können sie erneut einsetzen, selbst wenn sie behandelt wurden [1]. Laut Leitlinie kann es auch zuerst zu einer Kreislaufreaktion kommen, ohne dass vorher Haut oder Atemwege betroffen waren. Kleine Kinder zeigen zu Beginn häufig Unruhe oder ziehen sich zurück [3].

Ursachen und Risikofaktoren

Die häufigsten Auslöser schwerer Anaphylaxien sind laut IQWiG bei Kindern Nahrungsmittel, meist Erdnüsse, Wal- und Haselnüsse, Fisch, Hühnereier oder Kuhmilch, gefolgt von Insektengiften und Medikamenten. Bei Erwachsenen sind Insektengifte die häufigsten Auslöser, gefolgt von Medikamenten und Nahrungsmitteln [1]. Mehr dazu: Allergien.

Begünstigende Umstände: Körperliche Anstrengung, Alkohol und Infekte können eine Anaphylaxie wahrscheinlicher machen [1]. Laut Leitlinie gehören auch seelischer Stress und Arzneimittel dazu, die eine Anaphylaxie begünstigen. Eine häufiger vorkommende Form ist die durch ein Nahrungsmittel ausgelöste Anaphylaxie, die erst zusammen mit körperlicher Anstrengung auftritt, am häufigsten durch Weizen [3].

Risiko für schwere Verläufe: Schwere Anaphylaxien treten laut IQWiG häufiger bei älteren Menschen auf, außerdem bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einem nicht optimal behandelten Asthma [1]. Die Leitlinie nennt zusätzlich eine Mastozytose, eine seltene Erkrankung mit stark vermehrten Abwehrzellen im Gewebe, und Medikamente, die eine Aktivierung von Mastzellen oder die Bildung von Leukotrienen fördern, etwa NSAR [1, 3]. Betablocker und ACE-Hemmer können laut Leitlinie den Schweregrad einer Anaphylaxie verstärken [3]. Während einer Hyposensibilisierung gegen Insektengift dürfen sie laut IQWiG nicht eingenommen werden, weil sie das Risiko für eine schwere Reaktion erhöhen [2]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Medikamente als Auslöser: Welche Arzneimittel allergische Reaktionen auslösen können und wie ein Verdacht abgeklärt wird, steht auf der Seite Arzneimittelallergie. Selten kann eine anaphylaktische Reaktion auch als Nebenwirkung einer Hyposensibilisierung auftreten [1].

Diagnose

Die Beschwerden einer Anaphylaxie sind laut Leitlinie nicht immer charakteristisch, sodass die Diagnose Schwierigkeiten bereiten kann. Als typisch nennt die Leitlinie plötzliche Hautzeichen zusammen mit Atembeschwerden oder einem Blutdruckabfall, plötzliche Beschwerden an zwei oder mehr Organsystemen nach Kontakt mit einem wahrscheinlichen Auslöser oder einen Blutdruckabfall nach Kontakt mit einem bekannten Allergen. Hilfreich ist, im Blut den Botenstoff Tryptase zu bestimmen, idealerweise etwa ein bis drei Stunden nach Beginn der Reaktion; er muss aber nicht erhöht sein [3]. Ähnliche Beschwerden können zum Beispiel eine Ohnmacht durch eine Kreislaufreaktion, eine Unterzuckerung, eine Angst- oder Panikstörung oder ein schwerer Asthmaanfall verursachen [3].

Schwellungen durch ACE-Hemmer: Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) kann es unter ACE-Hemmern jederzeit, auch erst zu einem späteren Zeitpunkt, zu einer Schwellung (Angioödem) kommen. Es gibt Hinweise, dass sie durch den Botenstoff Bradykinin vermittelt wird und Adrenalin bei ihrer Behandlung möglicherweise unwirksam ist (Risikoinformation vom 28.05.2026) [11].

Nach der Anaphylaxie sollten Betroffene laut Leitlinie über das Krankheitsbild informiert werden und eine passende Allergiediagnostik erhalten, etwa einen Bluttest auf spezifisches IgE oder einen Hauttest. Unbedingt notwendig ist, die Reaktion mit Beschwerden, Begleitumständen und möglichen Auslösern zu dokumentieren [3].

Erste Hilfe und Vorbeugung ohne Medikamente

Für Betroffene und Helfende ist es laut IQWiG wichtig, Ruhe zu bewahren, schon bei ersten leichteren Beschwerden den Notruf 112 zu wählen und zu sagen, dass es sich vermutlich um eine Anaphylaxie handelt, Menschen in der Nähe zu informieren und ein mitgeführtes Notfallset wie vorgegeben zu verwenden. Bei einer schweren Reaktion, etwa mit Atembeschwerden oder Bewusstlosigkeit, ist es wichtig, wenn möglich rasch das Adrenalin zu spritzen und dann den Notruf zu wählen [1].

Lagerung: Körperliche Anstrengung sollte vermieden werden. Meist bietet sich flaches Liegen an, bei Atemnot eine halb sitzende oder sitzende Position. Ist das Bewusstsein eingeschränkt, ist die stabile Seitenlage am sichersten; bei einem Schock verbessert Hochlagern der Beine die Durchblutung. Kinder hält man am besten auf dem Arm, wenn sie Angst haben und unruhig sind [1]. Plötzliches Aufsetzen oder Aufstehen ist laut Leitlinie zu vermeiden [3]. Ist kein Puls mehr zu spüren, muss sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen werden, bis der Puls wieder einsetzt oder der Rettungsdienst eintrifft [1].

Nach einem Bienenstich den Stachel laut IQWiG innerhalb von 20 bis 30 Sekunden mit dem Fingernagel wegkratzen, ohne den Stachelapparat zusammenzudrücken [2].

Auslöser meiden: Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie sollten laut Leitlinie eine angepasste Ernährung ohne den Auslöser mit Hilfe einer in der Allergologie erfahrenen Ernährungsfachkraft erhalten [3]. Prüfen Sie dann bei allem, was Sie zu sich nehmen, auch bei Arzneimitteln, die Inhaltsstoffe, da schon geringe Mengen schwere Reaktionen hervorrufen können [4]. Nach Reaktionen auf Insektenstiche sollte laut Leitlinie die Möglichkeit einer Hyposensibilisierung erläutert werden [3]. Dabei wird das Immunsystem langsam an das Insektengift gewöhnt; die Behandlung dauert laut IQWiG 3 bis 5 Jahre [2].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Mitte fünfzig mit kurzem grauem Haar in dunkelblauer Strickjacke hört in einem hellen Sprechzimmer mit Grünpflanzen aufmerksam einer Ärztin mit dunkelblondem Pferdeschwanz zu
Bild: KI-generiert

Das wichtigste Medikament ist Adrenalin. Es verbessert laut IQWiG die Durchblutung, erleichtert die Atmung und lässt Hautschwellungen abklingen; es wirkt innerhalb weniger Minuten [1]. Bei Betroffenen, die nicht wiederbelebt werden müssen, ist laut Leitlinie die sofortige Injektion in den Muskel an der Außenseite des Oberschenkels die medikamentöse Behandlung der ersten Wahl [3]. Zusätzlich wird laut IQWiG empfohlen, rasch ein Antihistaminikum und je nach Situation ein Kortisonpräparat einzunehmen. Beide wirken langsamer als Adrenalin, sollen die allergische Reaktion aber zusätzlich hemmen [1]. Lebensrettende Sofortmaßnahmen wie die Adrenalin-Injektion dürfen laut Leitlinie keinesfalls durch die Gabe von Antihistaminika verzögert werden [3].

Medikamente bei Anaphylaxie im Überblick
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Adrenalin (Epinephrin)Fertigpen (Autoinjektor) zum Spritzen in den Oberschenkel, etwa Fastjekt [4]; Nasenspray (EURneffy) [5]Regt Alpha- und Beta-Rezeptoren an: vermindert die durch Histamin ausgelöste Gefäßerweiterung und Durchlässigkeit der Gefäße, entspannt die Bronchialmuskulatur und lindert Juckreiz, Nesselsucht und Schwellungen [5]Fertigpen: Häufigkeit nicht bekannt, unter anderem Herzrasen, erhöhter Blutdruck, Unruhe, Angstgefühle, Zittern, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen [4]. Nasenspray laut Packungsbeilage: sehr häufig Beschwerden an der Nase, Kopfschmerzen, Gefühl der Zerfahrenheit, Halsschmerzen [5]
AntihistaminikaDimetinden [6, 7], Clemastin [8]Hemmen die Wirkung von Histamin, einem Stoff, den der Körper bei einer allergischen Reaktion freisetzt [6]Dimetinden-Tropfen: sehr häufig Ermüdung, häufig Schläfrigkeit und Nervosität [6]. Clemastin als Injektion: sehr häufig Müdigkeit, vorwiegend bei Kindern auch Erregungszustände, häufig schwerwiegende Sedierung [8]
Glucocorticoide (Kortisonpräparate)Prednisolon [9]Nebennierenrindenhormon mit Wirkung auf den Stoffwechsel, den Salzhaushalt und auf Gewebefunktionen [9]Laut Packungsbeilage keine Häufigkeiten, weil die Nebenwirkungen sehr stark von Dosis und Behandlungsdauer abhängen; genannt werden unter anderem erhöhte Blutzuckerwerte, Blutdruckerhöhung, Stimmungslabilität und Schlafstörungen [9]
Mittel zur Erweiterung der Bronchien (Beta-2-Sympathomimetika)Salbutamol [10]Erweitert die Bronchien [10]Häufig: Zittern, Kopfschmerzen, Herzrasen, erhöhter Blutzucker [10]

Sehr häufig heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten; häufig: bis zu 1 von 10; nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar [4, 6]. Die Häufigkeiten gelten jeweils für das genannte Präparat.

Adrenalin-Fertigpen (Autoinjektor)

Ein Adrenalin-Autoinjektor ist ein Fertigpen zum einmaligen Gebrauch, der im Notfall eine festgelegte Einzeldosis automatisch abgibt. Laut Packungsbeilage von Fastjekt dient er bei Erwachsenen und Kindern ab 25 kg Körpergewicht der Notfallbehandlung schwerer allergischer Reaktionen, etwa auf Insektenstiche, Nahrungsmittel oder Arzneimittel, auch bei schweren Reaktionen durch körperliche Anstrengung oder ohne bekannte Ursache. Sie sollen sich das Adrenalin damit selbst spritzen oder von einer Begleitperson spritzen lassen können, wenn keine sofortige ärztliche Hilfe erreichbar ist. Der Pen ersetzt nicht die anschließende ärztliche Versorgung. Für Kinder mit 7,5 bis 25 kg Körpergewicht steht eine Junior-Form zur Verfügung [4]. Die Modelle unterscheiden sich laut Leitlinie in Dosis, Handhabung, Auslösemechanismus und Nadellänge und sind nicht einfach austauschbar [3].

Anwendung: Laut Packungsbeilage von Fastjekt nehmen Sie den Pen in die dominante Hand, ziehen die Sicherheitskappe gerade ab und drücken die Spitze mit einer schnellen Bewegung im rechten Winkel kräftig gegen die Außenseite des Oberschenkels, bis die Nadel hörbar auslöst. Dann halten Sie den Pen mindestens 3 Sekunden in dieser Stellung. Im Notfall kann durch die Hose hindurch gespritzt werden, nicht aber ins Gesäß, in Hände oder Füße; nach einer versehentlichen Injektion in Finger, Zehen, Hände oder Füße suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [4]. Bessern sich die Beschwerden innerhalb von 5 bis 15 Minuten nach der ersten Injektion nicht oder verschlechtern sie sich, sollten Sie oder Ihre Begleitperson laut Packungsbeilage eine zweite Injektion mit einem neuen Pen anwenden; deshalb sollten Sie immer mehr als einen Pen bei sich tragen [4]. Die Leitlinie von 2021 nennt als Gründe für einen zweiten Pen unter anderem eine besonders schwere Anaphylaxie in der Vergangenheit, ein unkontrolliertes Asthma und eine schlechte Erreichbarkeit der nächsten Notfallversorgung [3]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Nach der Anwendung begeben Sie sich laut Packungsbeilage sofort in ärztliche Behandlung und nehmen den gebrauchten Pen mit. Wählen Sie den Notruf 112 und nennen Sie das Stichwort "Anaphylaxie", auch wenn anscheinend eine Verbesserung eingetreten ist. Sie müssen im Krankenhaus überwacht werden, weil die allergische Reaktion einige Zeit später nochmals auftreten kann [4]. Menschen mit schweren Reaktionen, etwa wenn ein Adrenalin-Autoinjektor nötig war, sollten laut Leitlinie stationär aufgenommen und 24 Stunden überwacht werden [3].

Rückruf von Emerade: Mit einem Rote-Hand-Brief vom 26.05.2023 haben der Zulassungsinhaber und der Mitvertreiber alle Emerade-Fertigpens zurückgerufen, auch bei Patientinnen und Patienten. In einer Studie mit einem Falltest aus 1 m Höhe hatten einige Pens nicht ausgelöst oder vorzeitig ausgelöst und dabei die benötigte Adrenalin-Dosis nicht abgegeben; der Fehler war nicht auf eine bestimmte Charge oder Stärke beschränkt. Wer einen Emerade-Pen besitzt, soll ihn in einer Apotheke zurückgeben, die Rückgabe soll aber erst nach Erhalt eines anderen Adrenalin-Autoinjektors erfolgen [13].

Das Notfallset

Das Notfallset enthält laut IQWiG eine Adrenalinspritze mit Injektionshilfe (Autoinjektor), ein Antihistaminikum als Flüssigkeit oder Tablette, ein Kortisonpräparat als Zäpfchen, Flüssigkeit oder Tablette, bei Asthma ein atemwegserweiterndes Spray, bei Neigung zu Atemnot ein Adrenalin-Spray zum Einatmen, eine Anleitung und den Anaphylaxie-Pass mit Personalien, bekannten Allergieauslösern und der nötigen Dosierung der Medikamente [1]. Bei Schluckbeschwerden in der Vorgeschichte, etwa nach einer Kehlkopfschwellung, sollte das Antihistaminikum laut Leitlinie flüssig verordnet werden [3].

Antihistaminika und Kortisonpräparate

Antihistaminika wirken laut Leitlinie langsamer als Adrenalin; eine Wirkung auf den Kreislauf und auf verengte Bronchien ist nicht belegt. Zur Injektion in die Vene stehen nur die älteren, müde machenden Wirkstoffe Dimetinden und Clemastin zur Verfügung [3]. Dimetinden als Injektionslösung ist laut Packungsbeilage von Histakut unter anderem bei anaphylaktoiden Reaktionen und als Zusatzbehandlung beim anaphylaktischen Schock zugelassen [7], Clemastin als Injektionslösung laut Packungsbeilage von Tavegil zur kurzfristigen Akutbehandlung schwerer allergischer Erkrankungen in der medizinischen Praxis [8]. Dimetinden-Tropfen zum Einnehmen sind laut Packungsbeilage zur Linderung allergischer Beschwerden zugelassen, unter anderem bei Nesselsucht und Insektenstichen [6]. Neuere Antihistaminika der zweiten Generation sind laut Leitlinie für die Behandlung der Anaphylaxie nicht zugelassen; zur Einnahme im Notfall können sie laut Leitlinie trotzdem empfohlen werden [3].

Glucocorticoide spielen laut Leitlinie wegen ihres langsamen Wirkeintritts in der akuten Phase eine untergeordnete Rolle; zu ihrer Anwendung bei Anaphylaxie liegen keine systematischen klinischen Studien vor. Sie sollten erst nach Stabilisierung der Lebensfunktionen und nach lebensrettenden Maßnahmen wie der Adrenalin-Injektion gegeben werden [3]. Prednisolon-Tabletten sind laut Packungsbeilage unter anderem bei akuten Einengungen von Kehlkopf und Luftröhre durch eine Schleimhautschwellung (Quincke-Ödem) zugelassen, außerdem bei allergischen Reaktionen wie akuter Nesselsucht und schockähnlichen (anaphylaktoiden) Reaktionen, wenn eine örtliche Behandlung nicht ausreicht [9].

Bei Asthma: Bei bekanntem Asthma oder einer früheren Reaktion mit verkrampften Bronchien gehört laut Leitlinie zusätzlich ein Mittel zur Erweiterung der Bronchien zum Inhalieren ins Notfallset [3]. Das Salbutamol-Dosieraerosol ist laut Packungsbeilage unter anderem zur Vorbeugung einer Verkrampfung der Atemwege bei Kontakt mit Allergie auslösenden Stoffen zugelassen [10].

Klinik, Nasenspray und Schwangerschaft

Droht ein Kreislaufstillstand, wird Adrenalin in die Vene gespritzt oder als Infusion gegeben [1]. Seit August 2024 ist in der EU außerdem ein Adrenalin-Nasenspray (EURneffy) zur Notfallbehandlung der Anaphylaxie zugelassen, für Erwachsene und Kinder ab 4 Jahren mit mindestens 15 kg Körpergewicht [5]. Auch bei einer Anaphylaxie in der Schwangerschaft empfiehlt die Leitlinie Adrenalin [3]; Fastjekt darf laut Packungsbeilage während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden [4].

Nebenwirkungen der Medikamente

Adrenalin: Laut Packungsbeilage von Fastjekt kann Adrenalin Herzrasen und Bluthochdruck auslösen und das zentrale Nervensystem betreffen; daneben werden unter anderem Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, starke Schmerzen in der Brust und Hautblässe genannt, jeweils ohne bekannte Häufigkeit. In seltenen Fällen wurde nach Anwendung von Adrenalin eine Schädigung des Herzmuskels (Stress-Kardiomyopathie) festgestellt [4]. Besondere Vorsicht ist unter anderem bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, grünem Star und Parkinson erforderlich; während der allergischen Notfallbehandlung sind aber keine absoluten Gegenanzeigen bekannt [4]. Auch laut Leitlinie gibt es bei schwerer lebensbedrohlicher Anaphylaxie keine absolute Gegenanzeige für Adrenalin; bei einer vorbestehenden Herzerkrankung sollte die Indikation aber geprüft werden [3]. Durch Betablocker kann die blutdrucksteigernde Wirkung laut Packungsbeilage sehr stark erhöht werden; Alpha- oder Betablocker können die Wirkung von Adrenalin aber auch verringern. Nach der Anwendung dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen [4]. Mehr dazu: Herzrasen und Blutdruckanstieg.

Antihistaminika: Dimetinden-Tropfen und Clemastin-Injektionslösung machen laut Packungsbeilage sehr häufig müde [6, 8]. In höheren Dosierungen können Antihistaminika laut Leitlinie zum Beispiel Herzrasen, Mundtrockenheit, Harnverhalt, einen erhöhten Augeninnendruck und Erregungszustände auslösen [3]. Mehr dazu: Müdigkeit und Medikamente und Autofahren.

Kortisonpräparate: Bei kurzfristiger Einnahme in akut lebensbedrohlichen Krankheitssituationen gibt es laut Packungsbeilage von Predni H Tablinen außer einer Allergie gegen das Mittel keine Gegenanzeigen [9]. Salbutamol kann laut Packungsbeilage häufig Zittern auslösen [10]; mehr dazu: Zittern.

Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [4]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit dem Notfallset

Das Notfallset sollte laut Leitlinie immer mitgeführt werden, ebenso der Notfallplan und der Anaphylaxie-Pass. Betroffene, Angehörige oder Sorgeberechtigte sollten bei der Verschreibung eine Einzelinstruktion mit praktischer Vorführung erhalten, bei jeder Neuverschreibung eines Autoinjektors erneut. Für alle mit hohem Risiko für eine erneute Anaphylaxie empfiehlt die Leitlinie eine Anaphylaxie-Gruppenschulung, wo sie regional verfügbar ist [3]. Wichtig ist laut IQWiG auch, in Familie, Freundeskreis und am Arbeitsplatz jemanden mit dem Notfallset vertraut zu machen [1]. Zum Üben gibt es Trainer-Pens ohne Arzneimittel und ohne Nadel; bewahren Sie Trainer und echten Pen nicht zusammen auf, damit sie im Notfall nicht verwechselt werden [4].

Aufbewahrung: Laut Packungsbeilage von Fastjekt den Pen nicht über 25 °C, nicht im Kühlschrank und nicht gefroren lagern und in der Originalverpackung vor Licht schützen. Kontrollieren Sie die Lösung regelmäßig durch das Sichtfenster: Bei Verfärbung oder nach Ablauf des Verfalldatums darf der Pen nicht mehr verwendet werden; ein neuer muss rechtzeitig verordnet werden [4]. Mehr dazu: Medikamente bei Hitze.

Notfalldaten und Alltag: Schwere Allergien mit dem Risiko einer lebensbedrohlichen anaphylaktischen Reaktion können laut gesund.bund.de im Notfalldatensatz auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden [12]. Für Kinderbetreuungsstätten und Schulen gibt es laut Leitlinie standardisierte Notfallpläne, Anaphylaxie-Atteste und Handlungsanweisungen [3].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Wählen Sie laut IQWiG schon bei ersten leichteren Beschwerden einer anaphylaktischen Reaktion den Notruf 112 und teilen Sie mit, dass es sich vermutlich um eine Anaphylaxie handelt [1]. Als typische Alarmzeichen nennt die Packungsbeilage von Fastjekt Kribbeln oder ähnliche Missempfindungen und ein Hitzegefühl auf und unter der Zunge, im Rachen und besonders in Handtellern und Fußsohlen; außerdem können unter anderem ein Engegefühl in der Brust, Atembeklemmung, Schwellungen von Lippen, Augenlidern und Mund- und Rachenschleimhaut, Todesangst und Bewusstlosigkeit auftreten [4].

Haben Sie den Adrenalin-Pen benutzt, wählen Sie laut Packungsbeilage den Notruf 112, auch wenn es Ihnen anscheinend besser geht. Bis der Rettungsdienst eintrifft, sollten Sie flach liegen und die Füße hochlagern, bei Atemschwierigkeiten aber sitzen. Jemand sollte bei Ihnen bleiben; Bewusstlose sollten in die stabile Seitenlage gebracht werden [4].

Quellen

  1. Anaphylaktische Reaktion (Anaphylaxie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 18.10.2026
  2. Insektengiftallergie: Kurz- und langfristige Behandlung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.05.2023. abgerufen am 18.10.2026
  3. Leitlinie S2k-Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie, Update 2021 (AWMF-Register-Nr. 061-025), Allergo J Int 2021; 30: 1-25. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und weitere Fachgesellschaften. Stand 2021 (Überprüfung geplant für 2025). abgerufen am 18.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fastjekt (Epinephrin/Adrenalin, Injektionslösung im Autoinjektor). Viatris Healthcare GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  5. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation EURneffy (Adrenalin, Nasenspray), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. ALK-Abelló A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand EMA, aktualisiert am 29.05.2026. abgerufen am 18.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Fenistil Tropfen, Dimetindenmaleat 1 mg/ml Lösung zum Einnehmen. Haleon Germany GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 18.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Histakut, Dimetindenmaleat 1 mg/ml Injektionslösung. Gebro Pharma GmbH; Pharmore GmbH. Stand 02/2018. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tavegil Injektionslösung 2 mg/2 ml (Clemastinfumarat). Gebro Pharma GmbH (Mitvertrieb: Pharmore GmbH). Stand 11/2020. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Predni H Tablinen 5 mg. Winthrop Arzneimittel GmbH (Mitvertrieb Zentiva Pharma GmbH). Stand 07/2022. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
  11. Behörde Risikoinformation: ACE-Hemmer-haltige Arzneimittel, Epinephrin/Adrenalin möglicherweise unwirksam bei durch ACE-Hemmer ausgelöstem Angioödem. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 28.05.2026. abgerufen am 18.10.2026
  12. Behörde Allergie: Vorbeugung und Behandlung (Abschnitt "Was sollte ich noch wissen?"). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 17.10.2024. abgerufen am 18.10.2026
  13. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Emerade 300/500 Mikrogramm Injektionslösung in einem Fertigpen, beobachtete Nichtaktivierung/vorzeitige Aktivierung, Rückruf auf Distributions- und Patientenebene. PharmaSwiss Česká republika s.r.o. (Zulassungsinhaber) und Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik GmbH (Mitvertreiber) in Absprache mit der zuständigen Behörde; veröffentlicht von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand 26.05.2023. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Anaphylaxie und allergischem Schock?

Eine Anaphylaxie ist laut IQWiG eine starke allergische Reaktion, bei der plötzlich Beschwerden in mehreren Körperbereichen auftreten. Der umgangssprachliche Begriff "allergischer Schock" bezeichnet nur eine besonders starke Form, die selten auch tödlich verlaufen kann. Normalerweise verläuft eine Anaphylaxie weniger dramatisch und lässt sich durch eine sofortige Behandlung eindämmen. Die Leitlinie teilt sie in vier Schweregrade ein, von Beschwerden nur an der Haut (Grad I) bis zum Atem- oder Kreislaufstillstand (Grad IV).

Was tun bei einem allergischen Schock?

Ruhe bewahren, bei ersten Anzeichen den Notruf 112 wählen und sagen, dass es sich vermutlich um eine Anaphylaxie handelt, Menschen in der Nähe informieren und ein vorhandenes Notfallset wie vorgegeben anwenden. Bei einer schweren Reaktion, etwa mit Atembeschwerden oder Bewusstlosigkeit, ist es laut IQWiG wichtig, wenn möglich rasch das Adrenalin zu spritzen und dann den Notruf zu wählen. Meist bietet sich flaches Liegen an, bei Atemnot eine (halb) sitzende Position, bei eingeschränktem Bewusstsein die stabile Seitenlage. Ist kein Puls mehr zu spüren, beginnen Sie sofort mit einer Herzdruckmassage.

Wie benutze ich einen Adrenalin-Pen?

So, wie es Ihnen bei der Verschreibung gezeigt wurde und wie es die Packungsbeilage Ihres Pens beschreibt; die Modelle unterscheiden sich laut Leitlinie in der Handhabung. Laut Packungsbeilage von Fastjekt nehmen Sie den Pen in die dominante Hand, ziehen die Sicherheitskappe gerade ab und drücken die Spitze mit einer schnellen Bewegung im rechten Winkel kräftig gegen die Außenseite des Oberschenkels, bis die Nadel hörbar auslöst, und halten ihn mindestens 3 Sekunden fest. Im Notfall kann durch die Hose hindurch gespritzt werden, nicht aber ins Gesäß, in Hände oder Füße. Danach wählen Sie den Notruf 112 und nennen das Stichwort "Anaphylaxie", auch wenn es Ihnen besser geht.

Wer bekommt ein Notfallset mit Adrenalin-Pen?

Laut IQWiG kann es ärztlich verschrieben werden für Menschen, die schon einmal eine Anaphylaxie hatten (außer der Auslöser lässt sich sicher meiden, wie bei den meisten Arzneimitteln), die eine Mastozytose haben, die bereits allergisch auf Erdnüsse, Walnüsse oder Sesam reagiert haben oder die schon auf kleine Mengen eines Allergens sehr empfindlich reagieren. Die Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung unter diesen Voraussetzungen in der Regel. Die Leitlinie nennt außerdem Menschen mit einer allergischen Reaktion des ganzen Körpers und Asthma, auch ohne frühere Anaphylaxie.

Wie schnell tritt eine Anaphylaxie auf, und kann sie wiederkommen?

Laut Leitlinie setzen die Beschwerden meist akut ein und können innerhalb von Minuten bis zum Schock fortschreiten; die Reaktion kann aber auch auf jeder Stufe von selbst zum Stillstand kommen. Laut IQWiG können die Beschwerden nach bis zu einem Tag erneut einsetzen, selbst wenn sie behandelt wurden. Laut Packungsbeilage müssen Sie nach der Anwendung des Adrenalin-Pens im Krankenhaus überwacht werden, weil die allergische Reaktion einige Zeit später nochmals auftreten kann. Weil die Fehlsteuerung des Immunsystems bestehen bleibt, kann es laut Leitlinie jederzeit erneut zu Reaktionen kommen.

Welche Medikamente können eine Anaphylaxie auslösen?

Arzneimittel gehören laut IQWiG bei Erwachsenen nach Insektengiften zu den häufigsten Auslösern schwerer Anaphylaxien. Welche Mittel allergische Reaktionen auslösen können und wie ein Verdacht abgeklärt wird, steht auf der Seite Arzneimittelallergie. Betablocker und ACE-Hemmer können laut Leitlinie den Schweregrad einer Anaphylaxie verstärken. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Darf ich den Adrenalin-Pen in der Schwangerschaft benutzen?

Ja. Fastjekt darf laut Packungsbeilage während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden, und auch bei einer Anaphylaxie in der Schwangerschaft empfiehlt die Leitlinie Adrenalin. Besprechen Sie Ihr Notfallset in der Schwangerschaft mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Gibt es Adrenalin auch als Nasenspray?

Ja. Seit August 2024 ist in der EU ein Adrenalin-Nasenspray (EURneffy) zur Notfallbehandlung allergischer Reaktionen (Anaphylaxie) zugelassen, für Erwachsene und Kinder ab 4 Jahren mit mindestens 15 kg Körpergewicht. Sehr häufige Nebenwirkungen sind laut Packungsbeilage Beschwerden an der Nase, Kopfschmerzen, ein Gefühl der Zerfahrenheit und Halsschmerzen. Ob ein Spray oder ein Pen für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

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