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Macrogol: Nebenwirkungen und Wirkung

Macrogol ist ein Abführmittel, das Wasser im Darm hält und so den Stuhl weicher macht. Pulver mit Macrogol 3350 und Salzen gibt es gegen chronische Verstopfung ohne Rezept in der Apotheke. Mögliche Nebenwirkungen betreffen vor allem Magen und Darm, etwa Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Bei Zeichen einer allergischen Reaktion oder einer Störung des Flüssigkeits- und Salzhaushalts nehmen Sie Macrogol nicht weiter ein und holen sofort ärztliche Hilfe.

Frau in den Fünfzigern sitzt morgens am hellen Küchentisch und rührt mit einem Löffel in einem Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Wofür wird Macrogol eingesetzt?

Macrogol ist ein Abführmittel (Laxans) aus der Gruppe der Abführmittel und Mittel gegen Durchfall [1]. Macrogol-ratiopharm Balance, ein Pulver mit Macrogol 3350 und zugesetzten Salzen, ist zugelassen zur Behandlung der chronischen Verstopfung (Obstipation) bei Jugendlichen ab 12 Jahren, Erwachsenen und älteren Menschen [1, 2]. Für Kinder unter 12 Jahren wird dieses Präparat nicht empfohlen; für sie gibt es andere Präparate [1]. Fühlen Sie sich nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Zur Behandlung der chronischen Verstopfung ist Macrogol apothekenpflichtig: Sie bekommen es ohne Rezept, aber nur in der Apotheke [2]. Verschreibungspflichtig ist Macrogol dagegen zur Behandlung der Koprostase, also einer Kotstauung, bei Kindern und Erwachsenen [4]. Ob ein Präparat für dieses Anwendungsgebiet zugelassen ist, steht in seiner eigenen Packungsbeilage. Den Unterschied zwischen apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig erklärt der Ratgeber rezeptfrei und apothekenpflichtig.

Diese Seite stützt sich auf Packungsbeilage und Fachinformation von Macrogol-ratiopharm Balance, einem Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. Jeder Beutel enthält 13,125 g Macrogol 3350 sowie Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat und Kaliumchlorid [1, 2]. Präparate anderer Hersteller können anders zusammengesetzt sein; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Wie wirkt Macrogol?

Macrogol wirkt osmotisch: Es bindet Wasser im Darm [3]. Dadurch nimmt das Stuhlvolumen zu, und das regt über Nerven und Muskeln die Bewegungen des Dickdarms an. Der aufgeweichte Stuhl wird besser weitertransportiert, und die Darmentleerung wird leichter [2]. Die beigefügten Salze (Elektrolyte) tauscht die Darmschleimhaut mit den Salzen im Blut aus. Sie verlassen den Körper mit dem Stuhlwasser, ohne dass er unter dem Strich Natrium, Kalium oder Wasser gewinnt oder verliert [2].

Macrogol 3350 passiert den Darm unverändert und wird im Magen-Darm-Trakt so gut wie nicht in den Körper aufgenommen. Die geringen Mengen, die doch ins Blut gelangen, werden über den Urin ausgeschieden [2]. Laut Embryotox wird Macrogol auch nicht verstoffwechselt, also im Körper nicht umgebaut [3]. In klinischen Studien zur chronischen Verstopfung ließ sich die Menge, die für einen normal geformten Stuhl nötig war, mit der Zeit gewöhnlich verringern [2]. Wie schnell Macrogol nach der Einnahme wirkt, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Für Macrogol-ratiopharm Balance nennen Packungsbeilage und Fachinformation bei keiner Nebenwirkung eine Häufigkeit: Alle stehen in der Gruppe "nicht bekannt". Das heißt nicht, dass die Nebenwirkung selten wäre, sondern dass sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen lässt [1, 2]. Am häufigsten betreffen die Reaktionen laut Fachinformation den Magen-Darm-Trakt. Sie können entstehen, weil sich der Darminhalt ausdehnt und der Darm sich stärker bewegt [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Zu den möglichen Beschwerden im Bauch gehören Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Verdauungsstörungen, Blähungen und ein Blähbauch, Darmgeräusche sowie ein unangenehmes Gefühl am After [1, 2]. Außerdem nennt die Packungsbeilage Kopfschmerzen, geschwollene Hände, Füße oder Knöchel (Wassereinlagerungen) und Veränderungen im Salzhaushalt: Der Kaliumwert im Blut kann steigen oder sinken, der Natriumwert sinken (Natriummangel) [1, 2]. Auch allergische Reaktionen sind möglich, einschließlich schwerer allergischer Reaktionen (Anaphylaxie), Atemnot und Hautreaktionen wie Nesselsucht, Juckreiz, Ausschlag oder Schwellungen (Angioödem) [1, 2].

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • ImmunsystemAllergische Reaktionen einschließlich schwerer allergischer Reaktionen (anaphylaktische Reaktionen), auch mit Atemnot (Dyspnoe) und Hautreaktionen[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnot
  • HautAllergische Hautreaktionen: Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz (Pruritus), Hautausschlag und Hautrötung (Erythem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtJuckreizHautausschlagAllergische Reaktionen
  • Stoffwechsel und ErnährungFlüssigkeitsmangel (Dehydratation)[1, 2]
  • Stoffwechsel und ErnährungVeränderungen im Flüssigkeits- oder Salzhaushalt (Elektrolytverschiebungen), vor allem erhöhte oder erniedrigte Kaliumwerte (Hyper- und Hypokaliämie) und erniedrigte Natriumwerte (Hyponatriämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderter KaliumspiegelNatriummangel
  • NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
  • Magen und DarmBauchschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
  • Magen und DarmDurchfall; leichter Durchfall zu Beginn der Einnahme bessert sich im Allgemeinen, sobald die Dosis verringert wird[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
  • Magen und DarmÜbelkeit und Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechen
  • Magen und DarmVerdauungsstörung (Dyspepsie)[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
  • Magen und DarmBlähbauch (abdominelle Aufblähung) und Blähungen (Flatulenz)[1, 2]Mehr dazu: Blähungen
  • Magen und DarmDarmgeräusche (Borborygmen)[1, 2]
  • Magen und DarmBeschwerden im Analbereich, also ein unangenehmes Gefühl am After[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenGeschwollene Hände, Füße oder Knöchel (periphere Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Laut Fachinformation muss die Einnahme sofort beendet werden, wenn Beschwerden auf eine Verschiebung im Flüssigkeits- und Salzhaushalt hinweisen, etwa Schwellungen (Ödeme), Atemnot, zunehmende Müdigkeit, Austrocknung oder Herzversagen. Dann werden die Blutsalze gemessen und Abweichungen ausgeglichen [2]. Mehr zu allergischen Reaktionen auf Arzneimittel lesen Sie auf der Seite Arzneimittelallergie.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Sechzigern füllt in einer hellen Küche ein Glas mit Leitungswasser
Bild: KI-generiert

Durchfall: Zu Beginn der Einnahme kann leichter Durchfall auftreten. Laut Packungsbeilage bessert er sich im Allgemeinen, sobald die Dosis verringert wird [1]. Nach einer zu großen Menge kann sehr starker Durchfall auftreten, der den Körper austrocknen kann. Stoppen Sie dann die Einnahme und trinken Sie reichlich; sind Sie unsicher, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Vorsicht ist laut Fachinformation besonders bei Menschen geboten, deren Flüssigkeits- und Salzhaushalt leichter aus dem Gleichgewicht gerät, etwa im höheren Alter, bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und bei Einnahme von Entwässerungsmitteln. Bei ihnen sollte eine Kontrolle der Blutsalze erwogen werden [2].

Ausreichend trinken: Trinken Sie während der Einnahme weiterhin genug. Die Flüssigkeit der zubereiteten Lösung ersetzt nicht Ihre übliche Trinkmenge [1, 2]. Zeichen eines Flüssigkeitsmangels sind laut Packungsbeilage verstärkter Durst, Mundtrockenheit und Schwäche. Treten sie auf, brechen Sie die Einnahme ab und wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Blähungen und Bauchschmerzen: Für diese Beschwerden nennt die Packungsbeilage keine eigenen Maßnahmen. Halten sie an oder belasten sie Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Hintergründe finden Sie auf den Seiten zu Blähungen und Magenbeschwerden. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Weil Macrogol den Darminhalt schneller weiterbefördert, kann die Aufnahme anderer Arzneimittel aus dem Darm vorübergehend verringert sein. Vereinzelt wurde über eine schwächere Wirkung gleichzeitig eingenommener Mittel berichtet, zum Beispiel von Mitteln gegen Epilepsie [2]. Nehmen Sie andere Arzneimittel deshalb nicht gleichzeitig mit Macrogol ein und auch nicht in der Stunde davor oder danach [1, 2].

Müssen Sie Getränke wegen Schluckbeschwerden andicken, beachten Sie: Macrogol wirkt der verdickenden Wirkung von Stärke entgegen. Speisen und Getränke, die dickflüssig bleiben sollen, werden dadurch wieder flüssiger [1, 2].

Wechselwirkungen von Macrogol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere Arzneimittel zum Einnehmen, z. B. Mittel gegen Epilepsie (Antiepileptika)Ihre Aufnahme aus dem Darm kann vorübergehend verringert sein; vereinzelt wurde über eine verringerte Wirksamkeit berichtet[1, 2]Andere Arzneimittel nicht gleichzeitig und nicht in der Stunde vor und der Stunde nach Macrogol einnehmen
Stärkehaltige Verdickungsmittel (bei Schluckbeschwerden)Macrogol wirkt dem verdickenden Effekt entgegen; Getränke und Speisen, die dickflüssig bleiben sollen, werden flüssiger[1, 2]Vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke besprechen
Entwässerungsmittel (Diuretika)Bei Durchfall höheres Risiko für Störungen des Flüssigkeits- und Salzhaushalts[2]Eine Kontrolle der Blutsalze sollte erwogen werden, ärztlich besprechen
Arzneimittel, die sich in Alkohol, aber kaum in Wasser lösenMacrogol 3350 erhöht ihre Löslichkeit[2]Vorher Rücksprache halten
Sorbitol- oder fructosehaltige Arzneimittel und LebensmittelIhre Wirkung addiert sich zum enthaltenen Sorbitol; Sorbitol kann die Aufnahme anderer gleichzeitig eingenommener Arzneimittel beeinflussen[2]Zu berücksichtigen, bei Fragen Ärztin, Arzt oder Apotheke

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Macrogol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Macrogol darf nicht eingenommen werden bei einem Durchbruch der Darmwand, einem Darmverschluss (Ileus) und schweren entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn [1, 2]. Achten Sie außerdem auf die Salze im Pulver: Ein Beutel enthält 25 mg Kalium und 187 mg Natrium. Das ist wichtig bei eingeschränkter Nierenfunktion, bei kaliumarmer oder kochsalzarmer Diät und wenn Sie über längere Zeit 3 Beutel am Tag brauchen [1, 2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Macrogol 3350, Natriumchlorid, Natriumhydrogencarbonat, Kaliumchlorid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Durchbruch der Darmwand (Perforation)[1, 2]
  • Darmverschluss (Ileus) oder andere Blockade des Darms, auch durch bauliche oder funktionelle Störungen der Darmwand[1, 2]
  • Schwere entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder toxisches Megakolon (gefährliche Erweiterung des Dickdarms)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Weiterhin ausreichend trinken: Die Flüssigkeit der zubereiteten Lösung ersetzt nicht die übliche tägliche Flüssigkeitszufuhr[1, 2]
  • Durchfall bei Menschen mit höherem Risiko für Störungen des Flüssigkeits- und Salzhaushalts, etwa im höheren Alter, bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion oder bei Einnahme von Entwässerungsmitteln (Diuretika): Vorsicht, eine Kontrolle der Blutsalze sollte erwogen werden[2]
  • Kalium: 0,63 mmol (25 mg) je Beutel, zu berücksichtigen bei eingeschränkter Nierenfunktion, wenn Sie mehr als einen Beutel am Tag einnehmen, und bei kaliumarmer Diät[1, 2]
  • Natrium: 187 mg je Beutel, das sind 9,4 Prozent der für Erwachsene empfohlenen höchsten Natriumaufnahme am Tag; der Natriumgehalt gilt als hoch. Wer über längere Zeit 3 Beutel am Tag braucht, vor allem bei kochsalzarmer Diät, spricht mit Ärztin, Arzt oder Apotheke[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Das Pulver enthält Glucose (aus Maltodextrin); nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen. Menschen mit der seltenen Glucose-Galactose-Malabsorption sollten es laut Fachinformation nicht einnehmen. Es kann schädlich für die Zähne sein (Karies)[1, 2]
  • Schluckbeschwerden, bei denen Getränke angedickt werden müssen: Macrogol kann der Wirkung des Verdickungsmittels entgegenwirken[1, 2]
  • Kinder unter 12 Jahren: Macrogol-ratiopharm Balance wird nicht empfohlen; für diese Altersgruppe gibt es andere Präparate[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage beeinträchtigt Macrogol-ratiopharm Balance die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen nicht. Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angaben [1, 2]. In Schwangerschaft und Stillzeit kann das Präparat laut Packungsbeilage eingenommen werden; fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [1]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité zählt Macrogol in der Schwangerschaft zu den Medikamenten der Wahl und in der Stillzeit zu den Abführmitteln der Wahl [3]. Mehr dazu in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Macrogol-ratiopharm Balance kann während der Schwangerschaft eingenommen werden. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Zur Anwendung bei Schwangeren gibt es begrenzte Daten; Auswirkungen werden nicht erwartet, weil Macrogol 3350 kaum in den Körper gelangt. In Tierversuchen zeigten sich nur indirekte Auswirkungen auf die Fortpflanzung.[1, 2]

Embryotox stuft Macrogol als Medikament der Wahl ein, verlangt aber trotzdem eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiko. Der Erfahrungsumfang ist gering, systematische Studien fehlen; Hinweise auf Fehlbildungen sind nach mehr als zwei Jahrzehnten Anwendung nicht bekannt geworden. Laut Embryotox kann Macrogol in allen Stadien der Schwangerschaft eingesetzt werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Macrogol-ratiopharm Balance kann in der Stillzeit eingenommen werden. Auswirkungen auf das gestillte Kind werden nicht angenommen, weil Macrogol 3350 kaum in den Körper der Mutter gelangt.[1, 2]

Laut Embryotox gehört Macrogol zu den Abführmitteln der Wahl in der Stillzeit; bei gestillten Kindern wurden bisher keine Auffälligkeiten berichtet, Studien zur Stillzeit gibt es nicht.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Macrogol-ratiopharm Balance beeinträchtigt die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen nicht.[1, 2]

Einnahme

Beutel öffnen, den Inhalt in ein Glas geben, etwa 125 ml Wasser hinzufügen und rühren, bis sich das Pulver ganz gelöst hat und die Lösung klar oder leicht trüb ist; dann trinken. Die Einnahme ist jederzeit möglich, unabhängig von den Mahlzeiten.[1]

Kann die fertige Lösung nicht gleich ganz getrunken werden: abgedeckt im Kühlschrank (2 bis 8 °C) aufbewahren und innerhalb von 24 Stunden aufbrauchen; Reste danach verwerfen.[1, 2]

Andere Arzneimittel nicht gleichzeitig und nicht in der Stunde vor und der Stunde nach Macrogol einnehmen.[1, 2]

Einnahme vergessen: die Dosis nachholen, sobald Sie daran denken, dann wie vorgesehen weitermachen, nicht die doppelte Dosis nehmen.[1]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Erwachsene, Jugendliche ab 12 Jahren und ältere Menschen: 1- bis 3-mal täglich 1 Beutel, je nach individuellem Bedarf. Für Kinder unter 12 Jahren wird dieses Präparat nicht empfohlen.[1, 2]

Die Anwendung bei Verstopfung sollte normalerweise nicht länger als 2 Wochen dauern. Länger nur auf ärztlichen Rat bei anhaltender Verstopfung, bei Krankheiten, die Verstopfung verursachen (z. B. Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose), oder bei regelmäßiger Einnahme verstopfender Arzneimittel (z. B. Opioide). Wird die Verstopfung schlimmer oder bessert sie sich nicht, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf.[1]

Absetzen

Wird die Einnahme zu früh beendet, können die Beschwerden bestehen bleiben; nehmen Sie Macrogol so ein, wie es in der Packungsbeilage steht oder mit Ärztin, Arzt oder Apotheke abgesprochen ist.[1]

Bei Zeichen einer Verschiebung im Flüssigkeits- oder Salzhaushalt (z. B. Schwellungen, Atemnot, zunehmende Müdigkeit, Austrocknung, Herzversagen) muss die Einnahme sofort beendet werden; die Blutsalze werden dann gemessen.[1, 2]

Wie bei allen Abführmitteln wird ein andauernder Gebrauch laut Fachinformation normalerweise nicht empfohlen; bei Bedarf kann Macrogol wiederholt eingesetzt werden. Bei schwerer chronischer Verstopfung oder Verstopfung durch Multiple Sklerose, Morbus Parkinson oder verstopfende Arzneimittel (vor allem Opioide und Anticholinergika) kann eine langfristige Anwendung nötig sein.[2]

Überdosierung

Nach einer zu großen Menge kann sehr starker Durchfall auftreten, der den Körper austrocknen kann. Dann die Einnahme stoppen und reichlich trinken; im Zweifel Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen. Laut Fachinformation können schwere Bauchschmerzen oder Aufblähungen durch Absaugen über eine Magensonde behandelt werden; nach großem Flüssigkeitsverlust durch Durchfall oder Erbrechen kann es nötig sein, die Blutsalze auszugleichen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt für Erwachsene, Jugendliche ab 12 Jahren und ältere Menschen eine Dosis je nach individuellem Bedarf und begrenzt die Anwendungsdauer ohne ärztlichen Rat [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder. Nehmen Sie Macrogol länger oder in anderer Menge ein, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis fest [1].

Einnahme und Absetzen

Lösen Sie den Inhalt eines Beutels in einem Glas mit etwa 125 ml Wasser auf und rühren Sie, bis das Pulver ganz gelöst ist; die Lösung ist dann klar oder leicht trüb. Sie können sie jederzeit trinken, unabhängig von den Mahlzeiten [1]. Können Sie die Lösung nicht gleich ganz trinken, bewahren Sie sie abgedeckt im Kühlschrank auf und brauchen sie innerhalb von 24 Stunden auf [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie daran denken, und nehmen Sie keine doppelte Dosis [1].

Bei Verstopfung sollte die Anwendung normalerweise nicht länger als 2 Wochen dauern. Länger nehmen Sie Macrogol nur auf ärztlichen Rat: bei anhaltender Verstopfung, bei Krankheiten wie Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose oder wenn Sie regelmäßig verstopfende Arzneimittel wie Opioide einnehmen [1]. Wie bei allen Abführmitteln wird ein andauernder Gebrauch laut Fachinformation normalerweise nicht empfohlen; bei Bedarf kann Macrogol aber wiederholt eingesetzt werden, und bei schwerer chronischer Verstopfung kann eine langfristige Anwendung nötig sein [2]. Werden Ihre Beschwerden schlimmer oder bessern sie sich nicht, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf [1].

Wenn Sie die Einnahme zu früh beenden, kann die Verstopfung bestehen bleiben [1]. Was bei einer zu großen Menge zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf. Um Abführlösungen zur Darmreinigung vor einer Darmspiegelung geht es auf der Seite Abführlösung vor der Darmspiegelung.

Präparate mit Macrogol

Macrogol gibt es von mehreren Herstellern als Pulver zum Auflösen in Wasser. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Macrogol-ratiopharm Balance [1, 2]. Für andere Präparate, auch für Präparate für Kinder, gelten deren eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Macrogol
PräparatAnbieterHinweis
LaxofalkDr. Falk Pharma GmbHPulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
Macrogol Aristo plus ElektrolyteAristo Pharma GmbHPulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen
Macrogol HEXAL plus ElektrolyteHEXAL AGPulver
Macrogol-1A Pharma1A Pharma GmbHPulver
Macrogol-ratiopharm Balanceratiopharm GmbHPulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen mit Macrogol 3350 und Elektrolyten (apothekenpflichtig): Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Macrogol-ratiopharm Balance Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Macrogol-ratiopharm Balance Pulver zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Macrogol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Macrogol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Macrogol?

Die Packungsbeilage nennt vor allem Beschwerden im Magen-Darm-Bereich: Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Blähungen, einen Blähbauch, Darmgeräusche und ein unangenehmes Gefühl am After. Dazu kommen Kopfschmerzen, geschwollene Hände, Füße oder Knöchel, Veränderungen der Kalium- und Natriumwerte sowie allergische Reaktionen. Wie häufig diese Nebenwirkungen sind, lässt sich laut Packungsbeilage aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen.

Macht Macrogol Blähungen oder Durchfall?

Blähungen, ein Blähbauch und Durchfall gehören zu den möglichen Nebenwirkungen; ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Leichter Durchfall zu Beginn der Einnahme bessert sich laut Packungsbeilage im Allgemeinen, sobald die Dosis verringert wird. Nach einer zu großen Menge kann sehr starker Durchfall auftreten, der den Körper austrocknen kann. Dann stoppen Sie die Einnahme, trinken reichlich und fragen im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Wie lange darf ich Macrogol einnehmen?

Bei Verstopfung sollte die Anwendung laut Packungsbeilage normalerweise nicht länger als 2 Wochen dauern. Länger nehmen Sie Macrogol nur auf ärztlichen Rat: bei anhaltender Verstopfung, bei Krankheiten wie Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose oder wenn Sie regelmäßig verstopfende Arzneimittel wie Opioide einnehmen. Laut Fachinformation kann eine langfristige Anwendung in solchen Fällen nötig sein.

Wie viel Macrogol darf ich am Tag nehmen?

Für Erwachsene, Jugendliche ab 12 Jahren und ältere Menschen nennt die Packungsbeilage von Macrogol-ratiopharm Balance 1- bis 3-mal täglich einen Beutel, je nach Bedarf. Die genauen Angaben stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage". Für Kinder unter 12 Jahren wird dieses Präparat nicht empfohlen.

Darf ich Macrogol in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Packungsbeilage kann Macrogol-ratiopharm Balance in der Schwangerschaft eingenommen werden; fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité stuft Macrogol als Medikament der Wahl ein und hält es in allen Stadien der Schwangerschaft für einsetzbar, verlangt aber eine sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiko.

Darf ich Macrogol in der Stillzeit nehmen?

Ja, laut Packungsbeilage kann Macrogol-ratiopharm Balance in der Stillzeit eingenommen werden. Laut Fachinformation werden keine Auswirkungen auf das gestillte Kind angenommen, weil Macrogol 3350 kaum in den Körper der Mutter gelangt. Embryotox zählt Macrogol zu den Abführmitteln der Wahl in der Stillzeit; bei gestillten Kindern wurden bisher keine Auffälligkeiten berichtet.

Kann ich Macrogol zusammen mit anderen Medikamenten nehmen?

Macrogol kann die Aufnahme anderer Arzneimittel aus dem Darm vorübergehend verringern; vereinzelt wurde zum Beispiel über eine schwächere Wirkung von Mitteln gegen Epilepsie berichtet. Nehmen Sie andere Arzneimittel deshalb nicht gleichzeitig und nicht in der Stunde vor und der Stunde nach Macrogol ein. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden.

Brauche ich für Macrogol ein Rezept?

Zur Behandlung der chronischen Verstopfung ist Macrogol apothekenpflichtig, Sie bekommen es also ohne Rezept in der Apotheke. Zur Behandlung einer Kotstauung (Koprostase) bei Kindern und Erwachsenen ist Macrogol verschreibungspflichtig.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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