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Nichtopioid-Analgetika (Metamizol, Paracetamol, ASS)
Nichtopioid-Analgetika sind Schmerzmittel, die nicht zu den Opioiden gehören. Zu ihnen zählen Metamizol, Paracetamol und Acetylsalicylsäure (ASS), auch in Kombinationen. Je nach Wirkstoff werden sie gegen leichte bis mäßig starke oder, bei Metamizol, gegen starke Schmerzen und gegen Fieber eingesetzt. Ihre Produktinformationen heben unterschiedliche Risiken hervor: bei Metamizol eine sehr seltene, aber lebensbedrohliche Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), bei Paracetamol schwere Leberschäden durch zu hohe Mengen und bei ASS ein erhöhtes Blutungsrisiko.

Nichtopioid-Analgetika sind Schmerzmittel, die nicht zu den Opioiden gehören. Diese Seite behandelt Metamizol, Paracetamol und Acetylsalicylsäure (ASS) sowie die Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein. Alle drei Wirkstoffe wirken schmerzstillend und fiebersenkend, ASS zusätzlich entzündungshemmend [2, 6, 8]. Ihre Produktinformationen heben unterschiedliche Risiken hervor: bei Metamizol eine sehr seltene Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Agranulozytose), die tödlich verlaufen kann, bei Paracetamol schwere Leberschäden durch zu hohe Mengen und bei ASS ein erhöhtes Blutungsrisiko schon in geringen Dosen [1, 2, 6, 7].
Was sind Nichtopioid-Analgetika?
Analgetika sind Schmerzmittel, Antipyretika fiebersenkende Mittel [5]. Embryotox ordnet Metamizol der Gruppe der nichtsauren Nichtopioid-Analgetika zu; der Rote-Hand-Brief vom 9. Dezember 2024 bezeichnet es als nicht-opioides Pyrazolonderivat [3, 12]. In Abschnitt 5.1 ihrer Fachinformationen sind alle drei Wirkstoffe als andere bzw. sonstige Analgetika und Antipyretika eingeordnet, Metamizol dort bei den Pyrazolonen und Paracetamol bei den Aniliden [2, 6, 8].
Niedrig dosierte ASS mit 100 mg ist dagegen als Thrombozytenaggregationshemmer eingeordnet (B01AC06), also als Mittel, das das Verklumpen der Blutplättchen hemmt [9, 10]. Chemisch verwandt mit Metamizol sind laut Packungsbeilage zum Beispiel die Schmerzmittel Phenazon und Propyphenazon [1].
Wie Nichtopioid-Analgetika wirken
ASS hemmt laut Fachinformation dauerhaft (irreversibel) die Cyclooxygenase-Enzyme, die an der Bildung von Prostaglandinen beteiligt sind; dadurch wirkt sie schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend [8]. In den Blutplättchen blockiert sie außerdem die Bildung von Thromboxan A2, einem Stoff, der das Verklumpen der Blutplättchen fördert; dieser Effekt hält gewöhnlich für die gesamte achttägige Lebensdauer eines Blutplättchens an [10].
Wie Paracetamol Schmerzen lindert und Fieber senkt, ist laut Fachinformation nicht eindeutig geklärt; wahrscheinlich wirkt es sowohl zentral im Nervensystem als auch peripher [6]. Nachgewiesen ist eine ausgeprägte Hemmung der Prostaglandinbildung im Gehirn; außerdem hemmt Paracetamol die Wirkung körpereigener fiebererzeugender Stoffe auf das Temperaturregulationszentrum [6].
Metamizol wirkt laut Fachinformation schmerzstillend, fiebersenkend und krampflösend (spasmolytisch). Wie es genau wirkt, ist nicht vollständig aufgeklärt; Metamizol und sein Hauptabbauprodukt 4-N-Methylaminoantipyrin (MAA) wirken vermutlich zentral und peripher [2]. Bei der Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein kann der Coffeinanteil laut Packungsbeilage zu Schlaflosigkeit oder Magenbeschwerden führen [11].
Wofür Nichtopioid-Analgetika eingesetzt werden
Die zugelassenen Anwendungsgebiete unterscheiden sich deutlich:
- Metamizol (Tabletten mit 500 mg, verschreibungspflichtig): akute starke Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen, krampfartige Leibschmerzen (Koliken), Schmerzen bei Krebserkrankungen, sonstige akute oder chronische starke Schmerzen, soweit eine andere Behandlung nicht infrage kommt, und hohes Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht [1, 2].
- Paracetamol (Tabletten mit 500 mg, apothekenpflichtig): leichte bis mäßig starke Schmerzen und Fieber [5, 6].
- ASS als Schmerzmittel (Tabletten mit 500 mg, apothekenpflichtig): Fieber und leichte bis mäßig starke Schmerzen wie Kopfschmerzen, Grippesymptome, Zahnschmerzen und Muskelschmerzen [7, 8].
- ASS, Paracetamol und Coffein: akute leichte bis mäßig starke Schmerzen, zum Beispiel Kopf- oder Zahnschmerzen [11]. Niedrig dosierte ASS mit 100 mg eignet sich dagegen laut Packungsbeilage nicht zur Behandlung von Schmerzen [9].
Ohne ärztlichen Rat sollen die rezeptfreien Mittel laut Packungsbeilage nur wenige Tage angewendet werden: Paracetamol nicht länger als 3 Tage, die ASS-Schmerztabletten nicht länger als 3 Tage bei Fieber bzw. 3 bis 4 Tage bei Schmerzen, die Kombination nicht länger als 4 Tage [5, 7, 11]. Verschlimmern sich die Beschwerden oder bessern sie sich nicht, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [5, 7]. Mehr im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Für Kinder gelten je Präparat eigene Grenzen: Die Paracetamol-Tabletten mit 500 mg sind laut Packungsbeilage ab 17 kg Körpergewicht bzw. 4 Jahren vorgesehen, die Metamizol-Tabletten mit 500 mg erst ab 15 Jahren; für Kleinere gibt es andere Darreichungsformen [1, 5]. Die ASS-Schmerztabletten sind unter 40 kg Körpergewicht bzw. 12 Jahren nicht geeignet, die Kombination dürfen Kinder unter 12 Jahren nicht einnehmen [7, 11]. Mehr im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Wirkstoffe der Gruppe
Für diese Nichtopioid-Analgetika gibt es auf dieser Website einen geprüften Wirkstoff-Steckbrief:
- Acetylsalicylsäurez. B. Aspirin, ASS-ratiopharm 100 mg TAH, ASS-ratiopharm 500 mgSchmerzen und Fieber (500 mg); niedrig dosiert zur Hemmung der Blutplättchen, um Blutgerinnseln vorzubeugen (100 mg)
- Acetylsalicylsäure/Paracetamol/Coffeinz. B. Thomapyrin CLASSIC Schmerztabletten, Thomapyrin INTENSIVAkute leichte bis mäßig starke Schmerzen, z. B. Kopf- und Zahnschmerzen
- Metamizolz. B. Analgin, Berlosin, NovalginStarke Schmerzen, Koliken, hohes Fieber
- Paracetamolz. B. Paracetamol-ratiopharmLeichte bis mäßig starke Schmerzen, Fieber
Vergleiche mit Ibuprofen bieten die Ratgeber Ibuprofen oder Paracetamol, Ibuprofen oder Metamizol und ASS oder Ibuprofen.
Typische Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen mit Häufigkeit stehen auf den Wirkstoffseiten, die vollständige Liste in der Packungsbeilage. Ausgewählte Einstufungen zeigt die Tabelle; was sie bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
| Wirkstoff | Allergische Reaktionen | Atemnot | Schwere Hautreaktionen | Leberschäden und erhöhte Leberwerte | Nierenfunktionsstörungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Acetylsalicylsäure | Selten | Nicht bekannt | Sehr selten | Sehr selten | Sehr selten |
| Acetylsalicylsäure/Paracetamol/Coffein | Gelegentlich | Sehr selten | Sehr selten | Selten | Sehr selten |
| Metamizol | Selten | Sehr selten | Sehr selten | Nicht bekannt | Sehr selten |
| Paracetamol | Sehr selten | Sehr selten | Sehr selten | Selten | nicht genannt |
Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.
Für Acetylsalicylsäure fasst die Tabelle zwei Präparate zusammen: Die Packungsbeilage der Schmerztabletten mit 500 mg gibt für ihre Nebenwirkungen keine Häufigkeit an ("nicht bekannt") [7]. Zeigt die Tabelle bei ASS eine andere Angabe, stammt sie aus der Packungsbeilage der niedrig dosierten Tabletten mit 100 mg [9].
Agranulozytose bei Metamizol
Metamizol kann eine Agranulozytose auslösen, eine starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen (Granulozyten), die für die Bekämpfung von Infektionen wichtig sind; sie kann tödlich verlaufen [1, 2]. Die Produktinformationen der in Deutschland zugelassenen metamizolhaltigen Arzneimittel führen sie laut Rote-Hand-Brief vom 9. Dezember 2024 als sehr seltene Nebenwirkung, die bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten auftritt [3]. Viele Staaten haben die Zulassung laut Embryotox wegen dieser Nebenwirkung widerrufen [12].
Die Agranulozytose unter Metamizol hängt nicht von der Dosis ab. Sie kann jederzeit während der Behandlung und auch kurz nach ihrem Ende auftreten, auch bei Menschen, die Metamizol früher ohne Komplikationen angewendet haben [2, 3]. Zu den Frühzeichen gehören laut Rote-Hand-Brief Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und schmerzhafte Schleimhautveränderungen, insbesondere in Mund, Nase und Rachen oder im Genital- oder Analbereich [3]. Bei Anwendung gegen Fieber oder unter Antibiotika können einige Zeichen unbemerkt bleiben bzw. verschleiert sein [3]. Eine routinemäßige Kontrolle des Blutbilds wird nicht mehr empfohlen, weil die EU-weite Prüfung keinen Beleg dafür ergab, dass sie eine Agranulozytose früher erkennen lässt [3]. Nach einer bestätigten Agranulozytose darf Metamizol nicht wieder angewendet werden [2, 3].
Leberschäden
Über Fälle eines arzneimittelbedingten Leberschadens unter Metamizol informierte ein Rote-Hand-Brief vom 15. Dezember 2020 [4]. Die Schäden traten wenige Tage bis Monate nach Behandlungsbeginn auf; die genaue Häufigkeit lässt sich laut Rote-Hand-Brief nicht berechnen, eingeschätzt wird sie als sehr selten [4]. Die Packungsbeilage gibt die Häufigkeit als nicht bekannt an und nennt als mögliche Anzeichen unter anderem Übelkeit, Fieber, Müdigkeit, dunklen Urin, hellen Stuhl, eine Gelbfärbung von Haut oder Augenweiß und Schmerzen im Oberbauch; dann wird die Einnahme abgebrochen und die Leberfunktion ärztlich geprüft [1]. Ist unter Metamizol ein Leberschaden ohne andere Ursache aufgetreten, sollte es nicht wieder angewendet werden [2, 4].
Bei Paracetamol warnt die Fachinformation: Die einmalige Einnahme der Tagesgesamtdosis kann zu schweren Leberschäden führen; dann sollte unverzüglich medizinische Hilfe aufgesucht werden [6]. Ein Vergiftungsrisiko besteht laut Fachinformation insbesondere bei älteren Menschen, kleinen Kindern, Lebererkrankungen, chronischem Alkoholmissbrauch, chronischer Fehlernährung und gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die bestimmte Leberenzyme anregen (Enzyminduktion); in diesen Fällen kann eine Überdosierung tödlich sein [6]. Nach den ersten Beschwerden einer Überdosierung kann sich das Befinden bessern; leichte Bauchschmerzen bleiben jedoch als Hinweis auf eine Leberschädigung [6]. Mehr unter Leberwerte und Leberschäden.
Laut Packungsbeilage der Paracetamol-Tabletten mit 500 mg darf die Gesamtmenge ab 43 kg Körpergewicht (Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene) 4.000 mg Paracetamol, entsprechend 8 Tabletten, am Tag nicht übersteigen, bei Kindern 60 mg je kg Körpergewicht am Tag; zwischen zwei Einnahmen sollten mindestens 6 Stunden liegen [5]. Bei einem Körpergewicht unter 50 kg, chronischem Alkoholismus, Flüssigkeitsmangel oder chronischer Unterernährung sollte die Tagesmenge ohne ärztliche Anweisung 60 mg je kg Körpergewicht, bei Erwachsenen 2 g, nicht überschreiten [5]. Um eine Überdosierung zu verhindern, sollte sichergestellt werden, dass andere gleichzeitig angewendete Arzneimittel kein Paracetamol enthalten [5]. Die Angaben der Packungsbeilage stehen unter Paracetamol: Dosierung.
Blutungen, Magen und Darm bei ASS
ASS hemmt die Blutplättchen schon in sehr niedriger Dosierung und über mehrere Tage; das Blutungsrisiko kann laut Fachinformation nach dem Absetzen noch 4 bis 8 Tage weiter bestehen [8]. Die Packungsbeilage der Schmerztabletten nennt Blutungen wie Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder rote Flecken unter der Haut, Hirnblutungen sowie Magen-Darm-Blutungen, Magen-Darm-Geschwüre und Durchbrüche; Magen-Darm-Blutungen treten danach häufiger bei älteren Menschen und bei Einnahme hoher Dosen auf [7]. Laut Fachinformation können sie jederzeit auftreten, auch ohne vorherige Warnzeichen [8]. Vor einer Operation, auch vor kleinen Eingriffen wie dem Ziehen eines Zahns, informieren Sie Ärztin, Arzt oder Zahnarztpraxis, auch wenn die Einnahme mehrere Tage zurückliegt [7, 8]. Mehr unter Blutungen und Blutbild und Magenbeschwerden.
In der Packungsbeilage der Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein sind Bauchschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen als häufig eingestuft, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [11]. Mehr unter Magengeschwür.
Allergische Reaktionen und Analgetika-Asthma
Die Fachinformation von Metamizol beschreibt das Analgetika-Asthma-Syndrom bzw. die Analgetika-Intoleranz: Betroffene reagieren mit einer Verkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus) oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht, Schnupfen oder Schwellungen (Angioödem) auf Salicylate, Paracetamol oder andere Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin oder Naproxen; für sie ist Metamizol eine Gegenanzeige [2]. ASS darf nicht angewendet werden, wenn früher Asthma oder Überempfindlichkeitsreaktionen nach Salicylaten oder ähnlich wirkenden Stoffen, insbesondere nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR), aufgetreten sind [8].
Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen beschreiben die Produktinformationen aller vier Mittel, bei Metamizol, Paracetamol und der Kombination bis zum Schock [1, 5, 8, 11]. Bei Metamizol ist diese Gefahr laut Fachinformation unter anderem bei Asthma, chronischer Nesselsucht und Alkoholunverträglichkeit deutlich erhöht [2]. Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom nennen ebenfalls alle vier Packungsbeilagen [1, 5, 7, 11]. Mehr unter Arzneimittelallergie, schwere Hautreaktionen, Atemnot und Asthma.
Blutdruckabfall bei Metamizol
Metamizol kann einen Blutdruckabfall auslösen. Ohne andere Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion ist er laut Packungsbeilage gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, und führt nur in seltenen Fällen zu einem schweren Blutdruckabfall [1]. Laut Fachinformation ist die Gefahr erhöht bei vorbestehendem niedrigem Blutdruck, Flüssigkeitsmangel, instabilem Kreislauf, beginnendem Kreislaufversagen (etwa bei Herzinfarkt oder schweren Verletzungen) oder hohem Fieber [2]. Mehr unter niedriger Blutdruck.
Dauergebrauch: Kopfschmerzen und Nierenschäden
Die Packungsbeilagen von Paracetamol und der Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein warnen allgemein für Schmerzmittel: Bei längerem hoch dosiertem, nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch können Kopfschmerzen auftreten, die nicht mit höheren Dosen behandelt werden dürfen [5, 11]. Die gewohnheitsmäßige Einnahme von Schmerzmitteln, insbesondere mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe zusammen, kann laut Packungsbeilage von Paracetamol die Nieren dauerhaft schädigen (Analgetika-Nephropathie) [5]. Auch die Packungsbeilage der ASS-Schmerztabletten warnt: Die regelmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann die Nierenfunktion beeinträchtigen, besonders wenn mehrere Schmerzmittel kombiniert werden [7]. Mehr unter Kopfschmerzen und Nierenschäden.
Kinder und Jugendliche: Reye-Syndrom unter ASS
Bei Kindern mit Viruserkrankungen, die mit ASS behandelt wurden, wurde das Reye-Syndrom beobachtet. Die Packungsbeilage der Schmerztabletten beschreibt es als seltene, aber sehr schwerwiegende Erkrankung, die hauptsächlich zu Schäden an Nervensystem und Leber führt [7]. Kindern mit einer Viruserkrankung wie Grippe oder Windpocken darf ASS laut Packungsbeilage deshalb nur nach vorheriger ärztlicher Rücksprache gegeben werden [7]. Die Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein dürfen Kinder und Jugendliche mit Windpocken oder grippeähnlichen Erkrankungen wegen des Risikos eines Reye-Syndroms nicht einnehmen [11]. Mehr unter Grippe.
Wichtige Wechselwirkungen
Diese Wechselwirkungen beschreiben die Produktinformationen jeweils für den genannten Wirkstoff [1, 2, 5, 6, 7, 8, 9]:
| Zusammen mit | Was passieren kann |
|---|---|
| Weiteren Mitteln mit Paracetamol oder ASS, auch Kombinationspräparaten | Gefahr der Überdosierung [5, 7, 11] |
| Niedrig dosierter ASS zum Herzschutz und Metamizol | Metamizol kann die Wirkung der ASS auf die Blutplättchen vermindern; bei diesen Menschen sollte Metamizol mit Vorsicht angewendet werden [2, 9] |
| Niedrig dosierter ASS und Ibuprofen | Die gerinnungshemmende Wirkung der ASS kann beeinträchtigt sein; bei gelegentlicher Einnahme von Ibuprofen ist eine Wechselwirkung nicht wahrscheinlich [9, 10] |
| Gerinnungshemmern zum Einnehmen, Heparinen, Mitteln zur Auflösung von Blutgerinnseln und anderen Thrombozytenaggregationshemmern wie Clopidogrel (bei ASS) | Erhöhtes Blutungsrisiko; nach einem früheren Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür sind Gerinnungshemmer zum Einnehmen zusammen mit den ASS-Schmerztabletten eine Gegenanzeige [7, 8] |
| Gerinnungshemmern (bei Paracetamol) | Wiederholte Einnahme von Paracetamol über länger als eine Woche verstärkt ihre Wirkung, insbesondere die von Warfarin; langfristig nur unter ärztlicher Aufsicht [5, 6] |
| Anderen NSAR, Kortison (Glucocorticoide), Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI und Alkohol (bei ASS) | Erhöhtes Risiko für Blutungen, bei NSAR und Alkohol auch für Magen-Darm-Geschwüre [8] |
| Methotrexat | Metamizol kann die Schädigung der Blutbildung durch Methotrexat verstärken, besonders bei älteren Menschen; die Kombination sollte vermieden werden [1, 2]. Mit ASS ist Methotrexat in Dosen über 15 mg pro Woche eine Gegenanzeige, auch darunter steigt seine Giftigkeit [8] |
| Entwässerungsmitteln (Diuretika), ACE-Hemmern und Sartanen (bei ASS) | Bei Flüssigkeitsmangel kann ein akutes Nierenversagen auftreten; die blutdrucksenkende Wirkung kann nachlassen [8] |
| Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin und anderen möglicherweise leberschädigenden Mitteln (bei Paracetamol) | Unter Umständen Leberschäden [5] |
| Flucloxacillin, einem Antibiotikum (bei Paracetamol) | Schwerwiegendes Risiko einer Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), die dringend behandelt werden muss [5] |
| Ciclosporin, Tacrolimus, Valproat, Sertralin und weiteren Mitteln (bei Metamizol) | Ihre Blutspiegel können sinken und ihre Wirkung kann nachlassen [2] |
Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein weiteres Mittel dazunehmen, auch ein rezeptfreies. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen; den Überblick behalten Sie mit dem Medikationsplan.
Wann Nichtopioid-Analgetika nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden
Metamizol darf laut Fachinformation unter anderem nicht angewendet werden bei einer Allergie gegen Pyrazolone bzw. Pyrazolidine, bei Analgetika-Asthma-Syndrom oder Analgetika-Intoleranz, nach einer früheren Agranulozytose durch diese Stoffe, bei beeinträchtigter Knochenmarkfunktion oder Erkrankungen des blutbildenden Systems, bei angeborenem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel, bei akuter intermittierender hepatischer Porphyrie (einer erblichen Stoffwechselerkrankung) und im letzten Schwangerschaftsdrittel [2]. Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion ist eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung nötig [2].
Für Paracetamol nennt die Fachinformation als Gegenanzeige nur eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile [6]. Besondere Vorsicht verlangt sie unter anderem bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und chronischem Alkoholmissbrauch [6].
Die ASS-Schmerztabletten dürfen laut Fachinformation nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Salicylate, nach Asthma oder Überempfindlichkeitsreaktionen auf Salicylate oder NSAR, bei einem aktiven Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, krankhaft erhöhter Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese), schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz, schwerer, nicht eingestellter Herzschwäche, zusammen mit Methotrexat in Dosen über 15 mg pro Woche und in Tagesdosen über 100 mg im letzten Schwangerschaftsdrittel [8]. Außerdem kann ASS bei entsprechend veranlagten Menschen einen Gichtanfall auslösen [8].
Trifft ein Punkt auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Schwangerschaft und Stillzeit
Metamizol wird laut Fachinformation im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel generell nicht empfohlen [1, 2]. Im letzten Drittel ist es kontraindiziert, weil es die Nierenfunktion des Kindes einschränken und ein Blutgefäß an seinem Herzen (Ductus arteriosus) verengen kann [2]. Laut Embryotox sollte während der gesamten Schwangerschaft auf Metamizol verzichtet werden; als Schmerzmittel ist laut Embryotox Paracetamol vorzuziehen, für eine entzündungshemmende Behandlung NSAR wie Ibuprofen bis zur 28. Schwangerschaftswoche [12]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Paracetamol kann laut Packungsbeilage falls erforderlich in der Schwangerschaft eingenommen werden; Sie sollten die geringstmögliche Dosis für den kürzestmöglichen Zeitraum einnehmen [5]. Embryotox zählt Paracetamol bei Schmerzen, die medikamentös behandelt werden müssen, in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl und bei hohem Fieber zu den fiebersenkenden Mitteln der Wahl; tagelang oder über mehrere Wochen darf es aber nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat eingenommen werden [13]. Als gegebenenfalls besser geeignete Alternative nennt Embryotox im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel Ibuprofen; im letzten Drittel gibt es laut Embryotox bei hohem Fieber oder Schmerzen keine besser geeigneten Alternativen [13]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
ASS sollten Sie laut Packungsbeilage in den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn es absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt; ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Einnahme über mehr als ein paar Tage beim Kind Nierenprobleme mit zu wenig Fruchtwasser verursachen oder den Ductus arteriosus verengen [7]. In den letzten 3 Monaten sind Tagesdosen über 100 mg kontraindiziert [8]. Ab der 28. Woche dürfen ASS und andere NSAR laut Embryotox nicht angewendet werden; eine niedrig dosierte Behandlung (Low-dose) kann laut Embryotox bei entsprechender Indikation jedoch in der ganzen Schwangerschaft durchgeführt werden. Als Schmerz- und Fiebermittel besser geeignet sind laut Embryotox Paracetamol in der gesamten Schwangerschaft sowie Ibuprofen oder Diclofenac im ersten und zweiten Drittel [14]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft und unter Paracetamol in der Schwangerschaft.
In der Stillzeit muss eine wiederholte Anwendung von Metamizol laut Packungsbeilage vermieden werden; nach einer einzelnen Anwendung wird geraten, die Muttermilch für 48 Stunden nach der Anwendung zu sammeln und zu verwerfen [1]. Embryotox sieht nach einzelnen Dosen keine Einschränkung des Stillens, nennt aber Paracetamol oder Ibuprofen als vorzuziehen [12]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Paracetamol ist eine Stillpause laut Packungsbeilage in der Regel nicht erforderlich; Embryotox nennt es neben Ibuprofen ein Schmerzmittel der Wahl in der Stillzeit [5, 13]. Die Packungsbeilage der ASS-Schmerztabletten empfiehlt die Anwendung in der Stillzeit nicht; laut Embryotox ist eine mehrtägige oder Dauertherapie zu vermeiden, als Schmerzmittel sind Paracetamol und Ibuprofen zu bevorzugen [7, 14]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Absetzen
Wer Schmerzmittel längere Zeit hoch dosiert und nicht bestimmungsgemäß eingenommen hat, kann nach einem abrupten Absetzen laut den Packungsbeilagen von Paracetamol und der Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Nervosität und vegetative Beschwerden bekommen; sie klingen innerhalb weniger Tage ab [5, 11]. Bis dahin sollen keine Schmerzmittel eingenommen werden, und eine erneute Einnahme soll nicht ohne ärztlichen Rat erfolgen [5, 11]. Anders bei niedrig dosierter ASS zur Vorbeugung von Blutgerinnseln: Diese Behandlung sollen Sie laut Packungsbeilage nicht unterbrechen oder beenden, ohne es vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abgesprochen zu haben [9]. Setzen Sie niedrig dosierte ASS nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.
Unterschied zu NSAR und zu niedrig dosierter ASS
ASS gehört laut Fachinformation und Embryotox selbst zu den nichtsteroidalen Antiphlogistika bzw. Antirheumatika (NSAR); Embryotox beschreibt sie als nicht selektiven Hemmer der Cyclooxygenase, der die Enzyme anders als die übrigen NSAR dauerhaft durch Acetylierung hemmt [8, 14]. Metamizol zählt Embryotox dagegen zu den nichtsauren Nichtopioid-Analgetika, und Paracetamol wirkt laut Embryotox nicht entzündungshemmend [12, 13]. Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide beschreibt die Seite Opioide.
Niedrig dosierte ASS mit 100 mg ist als Thrombozytenaggregationshemmer zugelassen, etwa zur Vorbeugung eines weiteren Herzinfarkts, nach Eingriffen an Arterien oder zur Vorbeugung von Hirninfarkten nach Vorläuferstadien; zur Behandlung von Schmerzen eignet sie sich laut Packungsbeilage nicht [9, 10]. Wer ASS regelmäßig zum Herzschutz einnimmt, spricht laut Packungsbeilage vor jedem weiteren Arzneimittel, auch einem rezeptfreien, mit der Ärztin oder dem Arzt; Metamizol und Ibuprofen können die Wirkung auf die Blutplättchen abschwächen [2, 9]. Mehr auf der Seite Blutverdünner.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm® 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Novaminsulfon-ratiopharm® 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu metamizolhaltigen Arzneimitteln: Wichtige Maßnahmen zur Minimierung der schwerwiegenden Folgen des bekannten Risikos für Agranulozytose. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 09.12.2024. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Metamizol: Risiko für arzneimittelbedingten Leberschaden. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 15.12.2020. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm® 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Paracetamol-ratiopharm® 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm® 100 mg TAH Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation ASS-ratiopharm® 100 mg TAH Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Thomapyrin® CLASSIC Schmerztabletten. A. Nattermann & Cie. GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Metamizol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Paracetamol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Acetylsalicylsäure. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Was sind Nichtopioid-Analgetika?
Schmerzmittel, die nicht zu den Opioiden gehören; dazu zählen Metamizol, Paracetamol und Acetylsalicylsäure (ASS). Laut ihren Fachinformationen gehören sie zu den anderen Analgetika und Antipyretika, also den anderen Schmerz- und Fiebermitteln. Alle drei wirken schmerzstillend und fiebersenkend, ASS zusätzlich entzündungshemmend.
Welche Nebenwirkungen sind bei Metamizol, Paracetamol und ASS besonders wichtig?
Bei Metamizol ist es die sehr seltene Agranulozytose, eine starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen, die tödlich verlaufen kann; außerdem sind Leberschäden und Blutdruckabfälle beschrieben. Bei Paracetamol kann laut Fachinformation die einmalige Einnahme der Tagesgesamtdosis zu schweren Leberschäden führen. ASS erhöht das Blutungsrisiko und kann Magen-Darm-Blutungen und -Geschwüre verursachen. Allergische Reaktionen nennen die Packungsbeilagen aller drei Wirkstoffe, bei Metamizol und Paracetamol bis zum Schock.
Woran erkenne ich eine Agranulozytose unter Metamizol?
Frühzeichen sind laut Rote-Hand-Brief vom 9. Dezember 2024 Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und schmerzhafte Schleimhautveränderungen, besonders in Mund, Nase und Rachen oder im Genital- oder Analbereich. Sie können jederzeit während der Behandlung und kurz danach auftreten. Nehmen Sie Metamizol dann nicht weiter ein und suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf. Eine routinemäßige Kontrolle des Blutbilds wird nicht mehr empfohlen.
Wie viel Paracetamol darf ich höchstens nehmen?
Laut Packungsbeilage der Paracetamol-Tabletten mit 500 mg nehmen Menschen ab 43 kg Körpergewicht (Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene) 1 bis 2 Tabletten je Einnahme und höchstens 8 Tabletten (4.000 mg) am Tag, mit mindestens 6 Stunden Abstand; ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage. Bei einem Körpergewicht unter 50 kg, chronischem Alkoholismus, Flüssigkeitsmangel oder chronischer Unterernährung sollte die Tagesmenge ohne ärztliche Anweisung 60 mg je kg Körpergewicht, bei Erwachsenen 2 g, nicht überschreiten. Für Kinder richtet sich die Menge nach dem Körpergewicht. Die Angaben stehen unter Paracetamol: Dosierung.
Ist ASS ein Schmerzmittel oder ein Blutverdünner?
Beides, je nach Präparat. Tabletten mit 500 mg sind zur Behandlung von Schmerzen und Fieber zugelassen. Tabletten mit 100 mg hemmen das Verklumpen der Blutplättchen und werden zum Beispiel zur Vorbeugung eines weiteren Herzinfarkts eingesetzt; gegen Schmerzen eignen sie sich laut Packungsbeilage nicht. Wer ASS zum Herzschutz einnimmt, unterbricht die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt.
Dürfen Kinder ASS bekommen?
Bei Kindern mit Viruserkrankungen, die ASS erhalten hatten, wurde das Reye-Syndrom beobachtet, eine seltene, aber sehr schwerwiegende Erkrankung, die vor allem Nervensystem und Leber schädigt. Kindern mit Grippe, Windpocken oder einer anderen Viruserkrankung darf ASS deshalb laut Packungsbeilage nur nach vorheriger ärztlicher Rücksprache gegeben werden. Die ASS-Schmerztabletten mit 500 mg sind für Kinder unter 40 kg bzw. unter 12 Jahren ohnehin nicht geeignet.
Welche Schmerzmittel kommen in der Schwangerschaft infrage?
Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Embryotox zählt Paracetamol in jeder Phase der Schwangerschaft zu den Schmerzmitteln der Wahl und schreibt, auf Metamizol sollte während der gesamten Schwangerschaft verzichtet werden. Ab der 28. Woche dürfen ASS und andere NSAR nach Embryotox nicht angewendet werden; eine niedrig dosierte Behandlung kann bei entsprechender Indikation aber in der ganzen Schwangerschaft durchgeführt werden. Als besser geeignete Schmerzmittel statt ASS nennt Embryotox Paracetamol in der gesamten Schwangerschaft sowie Ibuprofen oder Diclofenac im ersten und zweiten Drittel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Schmerzmittel zusammen mit Alkohol einnehmen?
Paracetamol und die ASS-Schmerztabletten dürfen laut Packungsbeilage nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden; Alkohol erhöht bei ASS das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und Blutungen. Während einer Behandlung mit Metamizol sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken. Mehr im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Wirkstoffgruppen NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika, inkl. Coxibe)NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen lindern Schmerzen, Fieber und Entzündungen.
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Wirkstoffgruppen Statine und weitere LipidsenkerStatine wie Atorvastatin und Simvastatin senken erhöhtes Cholesterin.
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Wirkstoffgruppen Sartane (AT1-Rezeptorblocker) und ARNISartane wie Candesartan und Valsartan senken den Blutdruck.
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Nebenwirkungen Erhöhte Leberwerte und Leberschäden durch MedikamenteViele Medikamente können die Leberwerte erhöhen, manche auch die Leber schädigen.