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Fieber

Fieber ist meist eine normale Abwehrreaktion des Körpers; bei Erwachsenen spricht man ab 38 °C davon, bei Kindern ab 38,5 °C und bei Säuglingen unter drei Monaten ab 38,0 °C. Fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können Kinder laut IQWiG bekommen, wenn sie Schmerzen haben oder sich sehr schlecht fühlen; die Höhe der Temperatur ist dafür kein Maßstab. Ohne ärztlichen Rat sollen Erwachsene Paracetamol oder Ibuprofen gegen Fieber laut Packungsbeilage nicht länger als 3 Tage nehmen, und Acetylsalicylsäure darf Kindern laut IQWiG nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden. Ärztlichen Rat brauchen Erwachsene laut Packungsbeilage, wenn sich die Beschwerden verschlimmern, nach 3 Tagen keine Besserung eintritt oder hohes Fieber besteht; bei Kindern nennt das IQWiG unter anderem Fieber über mehr als drei Tage, Fieber über 38 °C bei Babys unter drei Monaten und Warnzeichen wie Atemnot, einen steifen Nacken oder einen Ausschlag, der sich nicht wegdrücken lässt.

Frau Anfang vierzig mit rotbraunem Haar in einer grauen Strickjacke ruht unter einer leichten Wolldecke auf dem Sofa und hält eine Tasse Tee
Bild: KI-generiert

Fieber ist meist eine normale Abwehrreaktion des Körpers [3]; bei Kindern steckt meist eine Virusinfektion dahinter, die der Körper von selbst besiegt [2]. Bei Kindern empfehlen Fachleute laut IQWiG, die Entscheidung für ein fiebersenkendes Mittel nicht an der Höhe der Temperatur festzumachen: Paracetamol oder Ibuprofen können gegeben werden, wenn das Kind Schmerzen hat oder sich sehr schlecht fühlt [3]. Ohne ärztlichen Rat sollen Erwachsene Paracetamol oder Ibuprofen gegen Fieber laut Packungsbeilage nicht länger als 3 Tage nehmen [8, 11].

Was ist Fieber?

Die Temperatur im Körperinneren regelt ein Teil des Gehirns, der Hypothalamus; er vergleicht sie mit dem Normalwert von etwa 37 °C. Fieber entsteht, wenn das Gehirn die Körpertemperatur höher als normal einstellt. Auslöser sind Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien, aber auch körpereigene Stoffe wie Prostaglandine, die gebildet werden, um die Erreger zu bekämpfen [1]. Bei Erwachsenen spricht man laut IQWiG ab 38 °C von Fieber; als hohes Fieber gilt eine Temperatur ab 39,5 °C, als sehr hohes eine von 41 °C. Werte zwischen 37,5 und 38 °C heißen erhöhte Temperatur [1].

Bei Kindern beginnt Fieber bei 38,5 °C, bei Säuglingen unter drei Monaten schon bei 38,0 °C [1, 2]. Gesunde Kinder haben eine Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,5 °C; abends ist sie meist um 0,5 Grad höher als morgens [2]. Kinder reagieren eher mit Fieber auf Krankheitserreger als Erwachsene. Fieber an sich schadet ansonsten gesunden Kindern laut IQWiG nicht und steigt selten über 41 °C [2].

Anzeichen und Verlauf

Oft sieht man Kindern das Fieber an: ein gerötetes Gesicht, müde wirkende oder glasige Augen und eine sonst blasse Haut. Stirn oder Nacken fühlen sich heiß an, manche Kinder haben keinen Appetit oder weinen schnell [2]. Die meisten fiebernden Kinder haben eine Virusinfektion, können zu Hause umsorgt werden und sind innerhalb von 2 oder 3 Tagen wieder gesund. Nur etwa 1 von 100 fiebernden Kindern hat eine ernste Erkrankung, die ärztlich behandelt werden muss, meist eine bakterielle Entzündung wie eine Lungenentzündung [2].

Bei Fieber schwitzt ein Kind stärker, dadurch kann es zu einem Flüssigkeitsmangel kommen [2]. Vor allem bei Kindern zwischen 3 Monaten und 5 Jahren kommt es manchmal zu einem Fieberkrampf. Ein einfacher Fieberkrampf kann beängstigend wirken, dauert aber meist nur wenige Minuten; ein Arztbesuch danach ist dennoch sinnvoll [2].

Ursachen

Fieber ist meist eine Reaktion auf Krankheitserreger: Der Körper lässt Stoffwechsel und Immunabwehr schneller arbeiten und erzeugt dabei mehr Wärme [2]. Als Ursachen bei Kindern nennt das IQWiG [2]:

  • Viren oder Bakterien, zum Beispiel bei einer Erkältung, Mittelohrentzündung, Harnwegs- oder Magen-Darm-Infektion oder bei Kinderkrankheiten wie Dreitagefieber, Mumps, Masern, Röteln, Scharlach und Windpocken,
  • eine Impfung, weil das Immunsystem Abwehrstoffe gegen die Erreger entwickelt,
  • Durstfieber, wenn das Kind zu wenig getrunken hat, stark erbricht oder Durchfall hat,
  • Sonnenbrand und Sonnenstich sowie Hautkrankheiten wie Nesselsucht,
  • selten ernsthafte Erkrankungen wie Lungen- oder Hirnhautentzündung, Blinddarmentzündung oder eine Gelenk- oder Knochenmarksinfektion,
  • sehr selten Stoffwechselerkrankungen, rheumatische Erkrankungen oder allergische Reaktionen auf Lebensmittel und Medikamente.

Heftiges Toben, Aufregung oder sehr warme Kleidung können dazu führen, dass sich ein Kind heiß anfühlt, ohne dass es Fieber hat [2]. Nach einem Tropenaufenthalt muss bei jeder unklaren fieberhaften Erkrankung laut RKI immer an eine Malaria gedacht werden; sie ist unter Umständen noch Wochen und Monate nach einer Reise möglich [20]. Welche Medikamente Fieber als Nebenwirkung nennen und woran Sie einen Zusammenhang erkennen, steht auf der Seite Arzneimittelfieber. Die Nebenwirkungen der Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln laut Fachinformation stehen auf der Seite Masern-Mumps-Röteln-Impfung. Fieber bei Infekten wie Grippe oder Corona behandeln eigene Seiten.

Fieber messen

Genau messen lässt sich die Körpertemperatur mit einem Fieberthermometer. Bei Säuglingen sind Messungen mit einem digitalen Fieberthermometer im Po am zuverlässigsten, bei Kindern ab einem Jahr ist ein Ohrthermometer ähnlich genau. Messungen im Mund sind bei Kindern weniger zuverlässig, weil es ihnen meist schwerfällt, den Mund geschlossen und die Zunge ruhig zu halten [2]. Wie lange eine Messung dauert, steht in der Bedienungsanleitung [2]. Weil sich die Temperatur im Körperinneren von außen nicht ermitteln lässt, sind alle Messungen etwas ungenau [1].

Behandlung ohne Medikamente

Ein fieberndes Kind braucht laut IQWiG ausreichend Flüssigkeit [2]. Friert es, kann es zugedeckt oder wärmer angezogen werden; ist ihm warm, sollte es leichter bedeckt sein [2]. Zu dick einpacken sollte man ein Kind mit Fieber nicht, sonst kann sich die Wärme im Körper stauen [7]. Lauwarme Wadenwickel oder Bäder kühlen den Körper von außen; ob sie wirklich gegen Fieber helfen, ist unklar. Sie sollten nur angewendet werden, wenn das Kind warme Füße und Hände hat und sie angenehm findet [2, 3]. Weitere Möglichkeiten zur Kühlung sind kalte Getränke, leichte Kleidung und Bettdecken, Luft zufächeln, Abtupfen mit einem feuchten Schwamm oder Tuch und ein geöffnetes Fenster; dabei sollte das Kind nicht frieren oder zu sehr auskühlen [3].

Zeit, Ruhe und liebevolle Zuwendung sind laut IQWiG normalerweise die besten Heilmittel. Ein Kind darf trotz Fieber spielen, solange es nicht wild tobt; in Krabbelgruppe, Kita oder Schule kann es aber nicht gehen, weil es andere Kinder anstecken könnte [2].

Behandlung mit Medikamenten

Mann Mitte dreißig mit kurzem dunkelblondem Haar in einem dunkelblauen Pullover sitzt in einer hellen Küche am Tisch und schenkt sich ein Glas Wasser ein
Bild: KI-generiert

Normalerweise benötigt ein fieberndes Kind laut IQWiG kein fiebersenkendes Mittel. Fachleute empfehlen, die Entscheidung für oder gegen ein Fiebermittel nicht an der Höhe der Temperatur festzumachen, denn Fieber ist meist eine normale Abwehrreaktion; Medikamente können gegeben werden, wenn das Kind Schmerzen hat oder sich sehr schlecht fühlt [2, 3]. Für Kinder geeignet sind Paracetamol und Ibuprofen, als Zäpfchen und Saft, für ältere Kinder auch als Tabletten [3]. Wie viel ein Kind einnehmen darf, richtet sich nach Alter und Körpergewicht und steht im Beipackzettel; bei Kindern unter 6 Monaten ist es wichtig, zunächst eine Ärztin oder einen Arzt zu fragen [3].

Häufig reicht ein Mittel. Paracetamol und Ibuprofen abwechselnd zu geben, ist möglich, ob es Vorteile hat, ist aber unklar; das sollte vorher mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. Bei einer Kombination beider Mittel wird vermutet, dass es häufiger zu Überdosierungen kommt [3]. Rezeptfrei erhältlich sind laut IQWiG Paracetamol und Mittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure; unterschiedliche NSAR sollten nicht kombiniert werden [6]. Antibiotika sind bei Fieber meist unnötig, wichtig sind sie, wenn eine schwere bakterielle Infektion das Fieber verursacht [3].

Rezeptfreie Fiebermittel im Überblick, Nebenwirkungen laut Packungsbeilage
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Nichtopioid-AnalgetikaParacetamol, als Zäpfchen, Saft oder Tabletten [3]Wie genau, ist nicht eindeutig geklärt; nachgewiesen ist eine ausgeprägte Hemmung der Prostaglandinbildung im Gehirn. Außerdem hemmt Paracetamol die Wirkung körpereigener fiebererzeugender Stoffe auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn [9]. Anders als NSAR wirkt es nicht entzündungshemmend [6]Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen. Selten: leichter Anstieg bestimmter Leberenzyme; sehr selten: allergische Reaktionen bis zum Schock, Verengung der Atemwege (Analgetika-Asthma), schwere Hautreaktionen, Veränderungen des Blutbilds [8]
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)Ibuprofen; Acetylsalicylsäure für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren [6, 14]Hemmen bestimmte Enzyme (Cyclooxygenasen), die an der Bildung von Prostaglandinen beteiligt sind; so lindern sie Schmerzen und Fieber und schwächen Entzündungen ab [6]. Ibuprofen verringert beim Menschen entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber [12]; Acetylsalicylsäure hemmt die Enzyme dauerhaft [15]Ibuprofen, häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt [11]. Acetylsalicylsäure, Häufigkeit nicht bekannt: unter anderem Magenschmerzen, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Blutungen und Magen-Darm-Blutungen [14]

Häufig heißt bei bis zu 1 von 10 Behandelten, selten bei bis zu 1 von 1.000 und sehr selten bei bis zu 1 von 10.000; "nicht bekannt" bedeutet, dass sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen lässt [8, 11, 14]. Mehr dazu: Häufigkeit übersetzen.

Paracetamol

Paracetamol wird laut Packungsbeilage zur Behandlung von Fieber und leichten bis mäßig starken Schmerzen angewendet. Ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nehmen Sie es nicht länger als 3 Tage ein; verschlimmern sich die Beschwerden, tritt nach 3 Tagen keine Besserung ein oder besteht hohes Fieber, müssen Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [8]. Paracetamol darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden, und andere gleichzeitig angewendete Arzneimittel sollten kein Paracetamol enthalten, um eine Überdosierung zu vermeiden [8]. Vor der Einnahme sprechen Sie laut Packungsbeilage unter anderem bei chronischer Alkoholkrankheit oder einer eingeschränkten Leberfunktion mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [8]. Die Mengen der Packungsbeilage stehen auf der Wirkstoffseite unter Dosierung.

Kinder: Die Tabletten mit 500 mg werden für Kinder unter 4 Jahren bzw. unter 17 kg nicht empfohlen, weil die Dosisstärke nicht geeignet ist [8]. Zäpfchen mit 75 mg sind laut Packungsbeilage für Neugeborene und Säuglinge ab 3 kg geeignet; vor der Anwendung fragen Sie die Kinderärztin oder den Kinderarzt um Rat. Fühlt sich das Kind nach 3 Tagen nicht besser oder schlechter oder hat es hohes Fieber, wenden Sie sich an die Kinderarztpraxis [10].

Ibuprofen

Ibuprofen ist laut Packungsbeilage zur kurzzeitigen Behandlung von Fieber und leichten bis mäßig starken Schmerzen bestimmt. Ist die Einnahme bei Erwachsenen länger als 3 Tage bei Fieber nötig oder verschlimmern sich die Beschwerden, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden; bei Kindern und Jugendlichen gilt das nach 3 Tagen [11]. Nicht einnehmen dürfen es unter anderem Menschen mit bestehenden oder wiederholten Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, mit schwerer Herzschwäche, mit starkem Flüssigkeitsmangel etwa durch Erbrechen oder Durchfall und Frauen in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft [11]. Ibuprofen kann Anzeichen von Infektionen wie Fieber und Schmerzen verdecken; halten die Beschwerden einer Infektion an oder werden sie schlimmer, gehen Sie unverzüglich zur Ärztin oder zum Arzt. Während einer Windpockeninfektion sollte die Einnahme vermieden werden [11]. Die Mengen der Packungsbeilage stehen unter Dosierung.

Kinder: Tabletten mit 400 mg dürfen Kinder unter 20 kg (6 Jahren) laut Packungsbeilage nicht einnehmen, da diese Stärke in der Regel nicht geeignet ist [11]. Ein Fiebersaft mit 20 mg/ml ist für Kinder ab 7 kg (6 Monate) bis 29 kg (9 Jahre) bestimmt; bei Kindern unter 7 kg (6 Monaten) wird die Anwendung nicht empfohlen [13].

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure (ASS) mit 500 mg ist laut Packungsbeilage für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren bestimmt, unter anderem gegen Fieber; ohne ärztliche Verordnung nehmen Sie es bei Fieber nicht länger als 3 Tage ein [14]. Bei Kindern mit Viruserkrankungen wurde nach ASS ein Reye-Syndrom beobachtet, eine seltene, aber sehr schwerwiegende Erkrankung, die hauptsächlich Nerven und Leber schädigt. Kindern mit einer Viruserkrankung wie Grippe oder Windpocken darf ASS deshalb nur nach vorheriger Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt gegeben werden; treten bei einem Kind, das ASS erhalten hat, Schwindel oder Ohnmachtsanfälle, auffälliges Verhalten oder Erbrechen auf, muss sofort eine Ärztin oder ein Arzt informiert werden [14]. Laut IQWiG darf ASS Kindern nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden [3].

Metamizol nur auf Rezept

Metamizol ist laut Fachinformation verschreibungspflichtig [22]; gegen Fieber ist es laut Packungsbeilage nur bei hohem Fieber angezeigt, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht [16]. Es kann eine Agranulozytose verursachen, eine starke Verminderung einer Art von weißen Blutkörperchen, die zu schweren und lebensbedrohlichen Infektionen führen kann [16]. Laut Rote-Hand-Brief vom 09.12.2024 gehören Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und schmerzhafte Schleimhautveränderungen, insbesondere in Mund, Nase und Rachen oder im Genital- oder Analbereich, zu den Frühsymptomen; sie können zu jedem Zeitpunkt der Behandlung und auch kurz nach Behandlungsende auftreten [17]. Bemerken Sie diese Zeichen, dürfen Sie Metamizol laut Packungsbeilage nicht mehr einnehmen und müssen sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen; auch der Rote-Hand-Brief verlangt, die Behandlung dann abzubrechen [16, 17]. Wird Metamizol gegen Fieber angewendet, können einige Symptome einer beginnenden Agranulozytose unbemerkt bleiben [17]. Ein Rote-Hand-Brief vom 15.12.2020 informierte außerdem über Fälle arzneimittelbedingter Leberschäden unter Metamizol [18].

Schwangerschaft und Stillzeit

Laut Embryotox gehört Paracetamol bei hohem Fieber in jeder Phase der Schwangerschaft zu den fiebersenkenden Mitteln der Wahl; wie jedes Schmerzmittel darf es nicht unkritisch und ohne ärztlichen Rat tagelang oder über mehrere Wochen eingenommen werden [19]. Als gegebenenfalls besser geeignete Alternative nennt Embryotox im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel Ibuprofen, im letzten Drittel keine [19]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ibuprofen dürfen Schwangere laut Packungsbeilage in den letzten 3 Monaten nicht einnehmen; in den ersten 6 Monaten sollten sie es nicht einnehmen, sofern es nicht absolut notwendig ist und von der Ärztin oder dem Arzt empfohlen wird. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Einnahme über mehr als ein paar Tage beim ungeborenen Kind Nierenprobleme mit zu wenig Fruchtwasser verursachen oder ein Blutgefäß am Herzen des Kindes (Ductus arteriosus) verengen [11]. In der Stillzeit ist Paracetamol laut Embryotox neben Ibuprofen Schmerzmittel der Wahl [19]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Nebenwirkungen der Medikamente

Paracetamol: In zu hoher Dosis kann es zu einer Vergiftung kommen; unbehandelt kann eine Überdosierung zum Tod führen, weil die Leber stark geschädigt wird [6]. Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe und Bauchschmerzen treten im Allgemeinen innerhalb von 24 Stunden auf. Wurde mehr eingenommen als empfohlen, rufen Sie laut Packungsbeilage die nächst erreichbare Ärztin oder den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe [8]. Mehr dazu: Leberwerte.

NSAR: Die häufigste Nebenwirkung sind laut IQWiG Magenprobleme, meist leichte Beschwerden wie Magenverstimmungen oder Bauchschmerzen; seltener kommt es zu Geschwüren oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Bei Verdacht auf eine schwere Magenblutung oder einen Magendurchbruch muss sofort der Notruf 112 gewählt werden [6]. Bei stärkeren Schmerzen im Oberbauch, Blut im Stuhl, schwarzem Stuhl oder Bluterbrechen nehmen Sie Ibuprofen laut Packungsbeilage nicht weiter ein und begeben sich sofort in ärztliche Behandlung [11]. Mehr dazu: Magenbeschwerden.

Fieber als Warnzeichen: Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige Beschwerden, starke Abgeschlagenheit, Nasenbluten und Hautblutungen können unter Ibuprofen erste Zeichen einer sehr seltenen Störung der Blutbildung sein. Dann ist das Mittel laut Packungsbeilage sofort abzusetzen und eine Ärztin oder ein Arzt aufzusuchen; jede Selbstbehandlung mit Schmerz- oder Fiebermitteln sollte unterbleiben [11]. Mehr dazu: Blutungen und Blutbild.

Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [8]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Im Alltag: was bei einem Fieberkrampf zu tun ist

Bei einem Fieberkrampf können Eltern ihrem Kind am besten helfen, wenn sie selbst möglichst ruhig bleiben. Wichtig ist laut IQWiG außerdem [5]:

  • beim Kind bleiben und es beruhigen, es nicht stark festhalten oder schütteln,
  • es mit Decken und Kissen vor Verletzungen schützen,
  • ihm während des Anfalls auf keinen Fall zu essen oder zu trinken geben,
  • auf die Uhr sehen und den Anfall genau beobachten,
  • es nach dem Anfall seitlich so lagern, dass sein Gesicht gut zu sehen ist und Speichel aus dem Mund laufen kann.

Einfache Fieberkrämpfe dauern höchstens 3 bis 4 Minuten, nur selten bis zu einer Viertelstunde. Bei einem ersten Fieberkrampf ist es wichtig, rasch ärztliche Hilfe zu holen; man kann auch den Notruf 112 anrufen. Dauert ein Krampf länger als 15 Minuten (komplizierter Fieberkrampf) oder ist das Baby jünger als drei Monate, muss der Notruf 112 angerufen werden [5]. Studien weisen laut IQWiG darauf hin, dass fiebersenkende Mittel Fieberkrämpfen nicht vorbeugen können [5].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Erwachsene: Verschlimmern sich die Beschwerden, tritt nach 3 Tagen keine Besserung ein oder besteht hohes Fieber, müssen Sie laut Packungsbeilage von Paracetamol eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [8]. Eine Erkältung mit Fieber über 39 °C ist laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Praxen geschlossen sind [21]. Nach einem Tropenaufenthalt muss bei unklarem Fieber laut RKI an Malaria gedacht und unverzüglich eine Laboruntersuchung veranlasst werden [20].

Kinder: Ärztlicher Rat ist laut IQWiG wichtig, wenn [4]:

  • das Fieber bei einem Baby unter drei Monaten über 38 °C steigt,
  • das Fieber länger als drei Tage anhält oder zu einem Fieberkrampf geführt hat,
  • das Kind kaum reagiert, teilnahmslos wirkt, starke Schmerzen hat, schrill schreit oder sehr unruhig ist,
  • es einen Hautausschlag hat, der sich nicht wegdrücken lässt, wenn man zum Beispiel mit einem Glas darauf drückt,
  • es nicht richtig Luft bekommt, sehr schnell atmet, beim Atmen stöhnt oder man knisternde Atemgeräusche hört,
  • es den Kopf kaum nach vorn neigen kann, denn ein steifer Nacken kann auf eine Hirnhautentzündung hinweisen,
  • es wiederholt das Trinken verweigert, sich nicht stillen lässt oder Zeichen eines Flüssigkeitsmangels hat, etwa eingesunkene Augen, sehr trockene Lippen oder kein Wasserlassen in den letzten 12 Stunden.

Bei Säuglingen unter drei Monaten ist ärztlicher Rat unabhängig von der Körpertemperatur immer wichtig, wenn sie nicht mehr trinken oder sich nicht mehr stillen lassen [4]. Ist die Haus- oder Kinderarztpraxis nicht erreichbar, stehen Notfallpraxen und Notfallambulanzen von Krankenhäusern oder Kinderkliniken zur Verfügung; der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116 117 erreichbar, im Notfall der notärztliche Dienst unter 112 [4]. Bei Bewusstlosigkeit, erheblicher Bewusstseinstrübung oder schwerer Atemnot rufen Sie den Notruf 112 [21].

Quellen

  1. Wie wird die Körpertemperatur geregelt und was ist Fieber?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.11.2022. abgerufen am 18.10.2026
  2. Fieber bei Kindern. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 26.11.2025. abgerufen am 18.10.2026
  3. Wie wird ein Kind mit Fieber behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 26.11.2025. abgerufen am 18.10.2026
  4. Fieber bei Kindern: Wann in die Arztpraxis?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 26.11.2025. abgerufen am 18.10.2026
  5. Was ist ein Fieberkrampf?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 26.11.2025. abgerufen am 18.10.2026
  6. Rezeptfreie Schmerzmittel sicher anwenden. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
  7. Behörde Fieber bei Kindern. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 15.12.2023. abgerufen am 18.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  9. Fachinformation Fachinformation Paracetamol-ratiopharm 500 mg Tabletten (Abschnitt 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 18.10.2026
  10. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Paracetamol-ratiopharm 75 mg Zäpfchen. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten (Abschnitt 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm Fiebersaft für Kinder 20 mg/ml, Sirup. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 18.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
  15. Fachinformation Fachinformation ASS-ratiopharm 500 mg Tabletten (Abschnitt 5.1). ratiopharm GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten (Metamizol). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  17. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu metamizolhaltigen Arzneimitteln: Wichtige Maßnahmen zur Minimierung der schwerwiegenden Folgen des bekannten Risikos für Agranulozytose. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 09.12.2024. abgerufen am 18.10.2026
  18. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Metamizol: Risiko für arzneimittelbedingten Leberschaden. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 15.12.2020. abgerufen am 18.10.2026
  19. Embryotox Embryotox: Paracetamol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  20. Behörde RKI-Ratgeber Malaria (Abschnitte Klinische Symptomatik, Diagnostik und Therapie). Robert Koch-Institut (RKI). Stand Stand 07.03.2024. abgerufen am 18.10.2026
  21. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  22. Fachinformation Fachinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten (Abschnitt 11). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Ab wann hat man Fieber?

Bei Erwachsenen spricht man laut IQWiG ab 38 °C von Fieber; als hohes Fieber gilt eine Temperatur ab 39,5 °C. Werte zwischen 37,5 und 38 °C heißen erhöhte Temperatur. Bei Kindern beginnt Fieber bei 38,5 °C, bei Säuglingen unter drei Monaten schon bei 38,0 °C.

Was hilft gegen Fieber?

Ein fieberndes Kind braucht laut IQWiG ausreichend Flüssigkeit. Paracetamol und Ibuprofen senken Fieber; bei Kindern können sie laut IQWiG gegeben werden, wenn das Kind Schmerzen hat oder sich sehr schlecht fühlt. Lauwarme Wadenwickel kühlen von außen, ob sie wirklich gegen Fieber helfen, ist unklar; laut IQWiG kommen sie nur infrage, wenn das Kind warme Füße und Hände hat. Ohne ärztlichen Rat nehmen Erwachsene Paracetamol oder Ibuprofen gegen Fieber laut Packungsbeilage nicht länger als 3 Tage.

Paracetamol oder Ibuprofen: Was ist besser bei Fieber?

Beide Wirkstoffe sind laut IQWiG für Kinder geeignet und werden bei Kindern mit Fieber am häufigsten angewendet. Ibuprofen wirkt zusätzlich entzündungshemmend, Paracetamol nicht. Häufig reicht ein Mittel; Paracetamol und Ibuprofen abzuwechseln, ist möglich, ob es Vorteile hat, ist aber unklar, und das sollte vorher ärztlich besprochen werden. Mehr im Ratgeber Ibuprofen oder Paracetamol.

Muss man Fieber bei Kindern immer senken?

Nein. Ein fieberndes Kind braucht laut IQWiG normalerweise kein fiebersenkendes Mittel. Fachleute empfehlen, die Entscheidung nicht an der Höhe der Temperatur festzumachen; ein Fiebermittel kann helfen, wenn das Kind Schmerzen hat oder sich sehr schlecht fühlt. Studien weisen laut IQWiG darauf hin, dass fiebersenkende Mittel Fieberkrämpfen nicht vorbeugen können.

Darf ich meinem Kind Aspirin gegen Fieber geben?

Acetylsalicylsäure (ASS), der Wirkstoff von Aspirin, darf Kindern laut IQWiG nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden. Bei Kindern mit Viruserkrankungen wurde nach ASS ein Reye-Syndrom beobachtet, eine seltene, aber sehr schwerwiegende Erkrankung, die hauptsächlich Nerven und Leber schädigt. Die Tabletten mit 500 mg sind laut Packungsbeilage für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren bestimmt.

Wann muss ich mit Fieber zum Arzt?

Laut Packungsbeilage von Paracetamol, wenn sich die Beschwerden verschlimmern, nach 3 Tagen keine Besserung eintritt oder hohes Fieber besteht. Bei Kindern ist ärztlicher Rat laut IQWiG unter anderem wichtig, wenn ein Baby unter drei Monaten über 38 °C hat, das Fieber länger als drei Tage anhält, das Kind kaum reagiert, schlecht Luft bekommt, einen steifen Nacken oder einen Ausschlag hat, der sich nicht wegdrücken lässt, oder wiederholt das Trinken verweigert. Nach einer Reise in die Tropen muss laut RKI bei unklarem Fieber immer an Malaria gedacht werden.

Was tun bei einem Fieberkrampf?

Bleiben Sie laut IQWiG möglichst ruhig und beim Kind, halten Sie es nicht stark fest und schütteln Sie es nicht, schützen Sie es vor Verletzungen und geben Sie ihm während des Anfalls nichts zu essen oder zu trinken. Nach dem Anfall legen Sie es auf die Seite. Bei einem ersten Fieberkrampf holen Sie rasch ärztliche Hilfe, auch der Notruf 112 ist möglich. Dauert der Krampf länger als 15 Minuten oder ist das Baby jünger als drei Monate, rufen Sie den Notruf 112.

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