ImpfungenImpfung
FSME-Impfung (Zeckenimpfung): Nebenwirkungen und Reaktionen
Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Unwohlsein nennt die Fachinformation von Encepur Erwachsene als sehr häufig; bei FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene sind Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen sehr häufig, Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen häufig. Fieber über 38 °C ist laut Fachinformation von Encepur Kinder bei Kindern von 1 bis 2 Jahren sehr häufig und von 3 bis 11 Jahren häufig. In lebensbedrohlichen Fällen, etwa bei schwerer Atemnot oder einem akuten und anhaltenden Krampfanfall, alarmieren Sie laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung den Rettungsdienst unter 112. Einen Verdacht auf eine Nebenwirkung können Sie über das Impfstoff-Meldeformular auf nebenwirkungen.bund.de melden.

Nach der FSME-Impfung, auch Zeckenimpfung genannt, nennt die Fachinformation von Encepur Erwachsene Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Unwohlsein als sehr häufig [1]. Bei FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene sind Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen sehr häufig, Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen häufig [3]. Bei Kindern ist Fieber über 38 °C laut Fachinformation von Encepur Kinder im Alter von 1 bis 2 Jahren sehr häufig und von 3 bis 11 Jahren häufig [2]. Grippeähnliche Beschwerden treten laut den Fachinformationen von Encepur insbesondere nach der ersten Impfung häufig auf und klingen im Allgemeinen innerhalb von 72 Stunden wieder ab [1, 2]. Bei schwerer Atemnot oder einem akuten und anhaltenden Krampfanfall nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung den Notruf 112 (Warnzeichen) [13]. Weitere Impfungen finden Sie unter Impfungen.
Was die Impfung ist und wem die STIKO sie empfiehlt
Die FSME-Impfstoffe enthalten inaktivierte Frühsommer-Meningoenzephalitis-Viren, die an Aluminiumhydroxid gebunden und in Zellkulturen aus Hühnerzellen hergestellt sind [1, 2, 3, 4]. Sie dienen laut Fachinformation der aktiven Immunisierung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME); die Erkrankung wird laut Fachinformation von Encepur durch das FSME-Virus ausgelöst, das durch Zeckenstich übertragen wird [1, 2, 3, 4]. Für Erwachsene und Kinder gibt es eigene Impfstoffe: laut Fachinformation Encepur Erwachsene ab 12 Jahren, Encepur Kinder von 1 bis einschließlich 11 Jahren, FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene ab dem vollendeten 16. Lebensjahr und FSME-IMMUN 0,25 ml Junior von 1 bis 15 Jahren [1, 2, 3, 4].
Die Ständige Impfkommission (STIKO) nennt die FSME-Impfung in ihren Empfehlungen 2026 (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026) in drei Kategorien [5]:
- Indikationsimpfung (I): "Personen, die in FSME-Risikogebieten zeckenexponiert sind."
- Beruflich (B): "Personen, die durch FSME arbeitsbedingt gefährdet sind (exponiertes Laborpersonal sowie Personen in Risikogebieten, z. B. Forstbeschäftigte und Exponierte in der Landwirtschaft)."
- Reise (R): "Personen, die in TBE-Risikogebieten außerhalb Deutschlands zeckenexponiert sind." TBE steht für die englische Bezeichnung tick-borne encephalitis.
Hinweise zu den FSME-Risikogebieten sind laut STIKO zu berücksichtigen [5]. Ein Risiko für eine FSME-Infektion besteht laut RKI vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen, im südöstlichen Brandenburg und im östlichen Sachsen-Anhalt; einzelne Risikogebiete liegen zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen (Stand Januar 2026) [6]. Welche Kreise genau dazugehören, zeigt die Karte der FSME-Risikogebiete des Robert Koch-Instituts. Laut RKI wurden auch in Bundesländern ohne Risikogebiete vereinzelt FSME-Erkrankungen beobachtet [6]. Zecken übertragen auch die Borreliose; gegen sie schützen FSME-Impfstoffe laut Fachinformation nicht [1, 3].
Impfstoffe in Deutschland
Für die Impfung stehen laut STIKO "Kinder-Impfstoffe (FSME-IMMUN Junior, Encepur Kinder) und Erwachsenen-Impfstoffe (FSME-IMMUN Erwachsene, Encepur Erwachsene) zur Verfügung" [5]. Alle vier stehen in der Liste der zugelassenen FSME-Impfstoffe des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), ohne Vermerk, dass sie nicht vermarktet werden [7].
| Impfstoff | Art | zugelassen für (Fachinformation 4.1) | Zulassungsinhaber | Grundlage |
|---|---|---|---|---|
| Encepur Erwachsene | FSME-Impfstoff (inaktiviert), Virusstamm K23 | ab 12 Jahren | Bavarian Nordic A/S (Zul.-Nr. 465a/91) | Fachinformation, Stand 05/2026 [1] |
| Encepur Kinder | FSME-Impfstoff (inaktiviert), Virusstamm K23 | 1 Jahr bis einschließlich 11 Jahre | Bavarian Nordic A/S (PEI.H.02369.01.1) | Fachinformation, Stand 05/2026 [2] |
| FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene | FSME-Impfstoff (Ganzvirus, inaktiviert), Virusstamm Neudörfl | ab dem vollendeten 16. Lebensjahr | Pfizer Pharma GmbH (PEI.H.02967.02.1) | Fachinformation, Stand 10/2024 [3] |
| FSME-IMMUN 0,25 ml Junior | FSME-Impfstoff (Ganzvirus, inaktiviert), Virusstamm Neudörfl | 1 bis 15 Jahre | Pfizer Pharma GmbH (PEI.H.02967.01.1) | Fachinformation, Stand 10/2024 [4] |
Maßgeblich ist die Packungsbeilage des Impfstoffs, mit dem Sie oder Ihr Kind geimpft werden. Die Liste der FSME-Impfstoffe veröffentlicht das Paul-Ehrlich-Institut.
Impfreaktion oder Nebenwirkung?

Übliche Impfreaktionen beschreibt die STIKO als vorübergehende Lokal- und Allgemeinreaktionen, "die als Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff anzusehen sind" [5]. Zu ihren Kriterien gehören "für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) anhaltende Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle" sowie "für die Dauer von 1 bis 3 Tagen Fieber < 39,5° C (bei rektaler Messung), Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Übelkeit, Unruhe, Schwellung der regionären Lymphknoten" [5]. Eine "Impfkrankheit" beschreibt die STIKO nur für abgeschwächte Lebendimpfstoffe; die FSME-Impfstoffe enthalten inaktivierte Viren [1, 2, 3, 4, 5].
Beschwerden dieser Art nennen die Fachinformationen der FSME-Impfstoffe, mit unterschiedlicher Klasse je Impfstoff und Alter: Kopfschmerzen bei Encepur Erwachsene sehr häufig, bei FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene häufig; Fieber bei Encepur Erwachsene häufig, bei FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene gelegentlich [1, 3]. Nach der Markteinführung berichtete Muskel- und Gelenkschmerzen treten laut Fachinformation von Encepur im Nackenbereich auf und können auf Meningismus (Zeichen einer Hirnhautreizung) hindeuten; diese Symptome sind laut Fachinformation sehr selten und klingen innerhalb weniger Tage ohne Folgeschäden ab [1, 2].
"Alle anderen Impfreaktionen sollen gemeldet werden", schreibt die STIKO [5]. Namentlich zu melden ist nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Infektionsschutzgesetz der Verdacht "einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung" [11]; diese Meldung an das Gesundheitsamt gehört laut STIKO zu den ärztlichen Aufgaben [5]. Für gesundheitliche Schädigungen durch bestimmte Schutzimpfungen, etwa öffentlich empfohlene, die über das übliche Ausmaß einer Reaktion hinausgehen, sieht § 24 SGB XIV bei Vorliegen der Voraussetzungen nach § 4 Abs. 1 SGB XIV Leistungen der Sozialen Entschädigung vor [12].
Nebenwirkungen laut Fachinformation
Die Tabellen enthalten je Impfstoff alle Nebenwirkungen aus der Fachinformation, Erwachsenen- und Kinderimpfstoffe getrennt. Für Nebenwirkungen aus Spontanberichten nach der Markteinführung nennen die Fachinformationen von Encepur keine Häufigkeit, weil es nicht immer möglich ist, ihre Häufigkeit verlässlich abzuschätzen; sie stehen unter "nicht bekannt" [1, 2]. Bei FSME-IMMUN gibt die Fachinformation für solche Berichte "selten" als theoretische Höchsthäufigkeit an [3, 4].
Encepur Erwachsene (inaktivierter Impfstoff, Jugendliche und Erwachsene ab 12 Jahren)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | Kopfschmerzen; Muskelschmerzen (Myalgie); Schmerzen an der Einstichstelle; Unwohlsein [1] |
| Häufig | Übelkeit; Gelenkschmerzen (Arthralgie); Fieber über 38 °C; Rötung (Erythem) an der Einstichstelle; Schwellung (Ödem) an der Einstichstelle; grippeähnliche Beschwerden [1] |
| Gelegentlich | Erbrechen [1] |
| Nicht bekannt | Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); allergische Reaktionen; Missempfindungen (Parästhesie), etwa Taubheit oder Kribbeln; Schwindel; Gefühl einer drohenden Ohnmacht (Präsynkope); Ohnmacht (Synkope); Durchfall; Muskel- und Gelenkschmerzen; Knötchen (Granulom) an der Einstichstelle; Müdigkeit; Kraftlosigkeit (Asthenie); aus Spontanberichten nach der Markteinführung [1] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Encepur Erwachsene (Personen ab 12 Jahren). Als allergische Reaktionen beschreibt die Fachinformation unter anderem eine Nesselsucht am ganzen Körper (generalisierte Urtikaria), Schwellung von Haut und Schleimhaut (Angioödem), pfeifende Atemgeräusche (Stridor), Atemnot, Verkrampfung der Bronchien, niedrigen Blutdruck und andere Kreislaufreaktionen, möglicherweise mit vorübergehenden Sehstörungen, sowie eine vorübergehende Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), die auch schwer ausgeprägt sein kann [1]. Über Knötchen an der Einstichstelle mit Flüssigkeitsansammlung (Serom) wird laut Fachinformation gelegentlich berichtet [1].
Encepur Kinder (inaktivierter Impfstoff, Kinder von 1 bis 11 Jahren)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | Kopfschmerzen (bei Kindern ab 3 Jahren); Schläfrigkeit (bei Kindern unter 3 Jahren); Schmerzen an der Einstichstelle; Fieber über 38 °C (bei Kindern von 1 bis 2 Jahren) [2] |
| Häufig | Übelkeit; Muskelschmerzen (Myalgie); Gelenkschmerzen (Arthralgie); Fieber über 38 °C (bei Kindern von 3 bis 11 Jahren); grippeähnliche Beschwerden; Rötung (Erythem) an der Einstichstelle; Schwellung (Ödem) an der Einstichstelle; Unwohlsein; Teilnahmslosigkeit (Lethargie) [2] |
| Selten | Erbrechen; Durchfall [2] |
| Nicht bekannt | Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); allergische Reaktionen; Missempfindungen (Parästhesie), etwa Taubheit oder Kribbeln; Fieberkrämpfe; Ohnmacht (Synkope); Muskel- und Gelenkschmerzen; Knötchen (Granulom) an der Einstichstelle; aus Spontanberichten nach der Markteinführung [2] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für Encepur Kinder (Kinder von 1 bis einschließlich 11 Jahren). Bei Kindern unter 3 Jahren kann laut Fachinformation hohes Fieber ab 39,5 °C auftreten; vor allem bei kleineren Kindern kann nach der ersten Impfung Fieber über 38 °C auftreten, nach der zweiten Impfung wird dies weniger häufig beobachtet [2]. Als allergische Reaktionen beschreibt die Fachinformation unter anderem eine Nesselsucht am ganzen Körper, das Erythema exsudativum multiforme (eine Hautreaktion), Anschwellen der Schleimhäute, pfeifende Atemgeräusche, Atemnot, Verkrampfung der Bronchien, niedrigen Blutdruck und eine vorübergehende Verminderung der Blutplättchen, die in manchen Fällen auch schwer ausgeprägt sein kann [2].
FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene (inaktivierter Impfstoff, ab 16 Jahren)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | Reaktionen an der Einstichstelle, zum Beispiel Schmerzen [3] |
| Häufig | Kopfschmerzen; Übelkeit; Muskelschmerzen (Myalgie); Gelenkschmerzen (Arthralgie); Müdigkeit; Krankheitsgefühl [3] |
| Gelegentlich | Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); Erbrechen; Fieber (Pyrexie); Blutungen an der Einstichstelle [3] |
| Selten (Studien) | Überempfindlichkeit; Schläfrigkeit; Schwindel (nur nach der ersten Impfung berichtet); Durchfall; Bauchschmerzen; Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Verhärtung, Schwellung, Juckreiz, Missempfindungen und Wärmegefühl [3] |
| Selten (nach der Markteinführung) | Gürtelrose (Herpes zoster), laut Fachinformation ausgebrochen bei präexponierten Patienten; Auftreten oder Verschlimmerung von Autoimmunerkrankungen (z. B. Multipler Sklerose); anaphylaktische Reaktion; Erkrankungen, die die Nervenhüllen schädigen (akute disseminierte Enzephalomyelitis, Guillain-Barré-Syndrom, Myelitis, Myelitis transversa); Gehirnentzündung (Enzephalitis); Krämpfe; aseptische Hirnhautentzündung (aseptische Meningitis); Meningismus; Störungen der Sinnesempfindungen und Bewegungsstörungen (Gesichtslähmung, Lähmung, Neuritis, Hypästhesie, Parästhesie); Nervenschmerzen (Neuralgie); Sehnerventzündung; Benommenheit; Sehverschlechterungen; Lichtscheu; Augenschmerzen; Ohrgeräusche (Tinnitus); Herzrasen (Tachykardie); Atemnot (Dyspnoe); Nesselsucht (Urtikaria); Hautausschlag; Juckreiz; Hautentzündung (Dermatitis); Hautrötung (Erythem); vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrosis); Rückenschmerzen; Gelenkschwellung; Nackenschmerzen; Steifigkeit von Muskeln und Gelenken (einschließlich Nackensteifigkeit); Schmerzen in den Gliedmaßen; Gangstörung; Schüttelfrost; grippeähnliche Symptome; Kraftlosigkeit (Asthenie); Ödeme; Bewegungseinschränkung eines Gelenks an der Einstichstelle wie Gelenkschmerz, Knötchen und Entzündung [3] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene (Personen ab 16 Jahren). Die Studien umfassten Erwachsene von 16 bis 65 Jahren mit drei Impfungen [3].
FSME-IMMUN 0,25 ml Junior (inaktivierter Impfstoff, Kinder und Jugendliche von 1 bis 15 Jahren)
| Häufigkeit | Nebenwirkungen |
|---|---|
| Sehr häufig | Reaktionen an der Einstichstelle, zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle (ein Kind kann mehrere Reaktionen zeigen) [4] |
| Häufig | verminderter Appetit; Unruhe (Daten von Kindern von 1 bis 5 Jahren); Schlafstörungen; Kopfschmerz; Übelkeit; Erbrechen; Muskelschmerzen (Myalgie); Fieber (bei jüngeren Kindern sehr häufig, bei älteren häufig); Müdigkeit; Krankheitsgefühl (Daten von Kindern von 6 bis 15 Jahren); Reaktionen an der Einstichstelle wie Schwellung, Verhärtung und Rötung [4] |
| Gelegentlich | Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie); Bauchschmerzen; Gelenkschmerzen (Arthralgie); Schüttelfrost [4] |
| Selten (Studien) | Wahrnehmungsstörungen; Benommenheit; Schwindel; Durchfall; Verdauungsstörung (Dyspepsie); Nesselsucht (Urtikaria); Juckreiz an der Einstichstelle [4] |
| Selten (nach der Markteinführung) | anaphylaktische Reaktion; Überempfindlichkeitsreaktion; Gehirnentzündung (Enzephalitis); Krämpfe (einschließlich Fieberkrämpfe); Meningismus; Erkrankung mehrerer Nerven (Polyneuropathie); Bewegungsstörungen (Halbseitenlähmungen, halbseitige Gesichtslähmungen, vollständige Lähmungen, Neuritis); Guillain-Barré-Syndrom; Sehverschlechterungen; Lichtscheu (Photophobie); Augenschmerzen; Ohrgeräusche (Tinnitus); Atemnot (Dyspnoe); Hautausschlag; Hautrötung (Erythem); Juckreiz; vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrosis); Nackenschmerzen; Steifigkeit von Muskeln und Gelenken (einschließlich Nackensteifigkeit); Schmerzen in den Gliedmaßen; Gangstörung; grippeähnliche Symptome; Kraftlosigkeit (Asthenie); Ödeme [4] |
Diese Häufigkeiten gelten nur für FSME-IMMUN 0,25 ml Junior (Kinder und Jugendliche von 1 bis 15 Jahren). Systemische Nebenwirkungen waren laut Fachinformation nach der zweiten und dritten Impfung seltener als nach der ersten, Reaktionen an der Einstichstelle vergleichbar häufig [4]. Fieber klingt laut Fachinformation normalerweise innerhalb von 24 Stunden wieder ab; das Auftreten von Fieber ist altersabhängig und nimmt mit der Anzahl der Impfungen ab [4].
Jede Häufigkeit gilt nur für den Impfstoff, bei dem sie steht. Sie sagt nicht, welcher Impfstoff für Sie besser verträglich ist. Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde nach der Impfung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass die Impfung sie verursacht hat.
Die Fachinformationen verwenden diese Klassen: sehr häufig heißt mindestens 1 von 10, häufig mindestens 1 von 100 und weniger als 1 von 10, gelegentlich mindestens 1 von 1.000 und weniger als 1 von 100, selten mindestens 1 von 10.000 und weniger als 1 von 1.000 [1, 2, 3, 4]. Bei FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene gelten die Häufigkeiten pro Impfung, bei FSME-IMMUN 0,25 ml Junior beruhen sie auf der ersten Impfung [3, 4]. Umrechnen können Sie die Klassen mit dem Werkzeug Häufigkeit übersetzen.
Mehr zu einzelnen Beschwerden als Nebenwirkung von Arzneimitteln: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall, Schwindel und Hautausschlag; die Tabellen dort zeigen keine Impfstoffe.
Seltene und schwere Nebenwirkungen
Nerven und Gehirn: Nach der Markteinführung berichtet und als selten eingestuft sind bei FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene und FSME-IMMUN 0,25 ml Junior unter anderem das Guillain-Barré-Syndrom, eine Gehirnentzündung (Enzephalitis), Krämpfe und Lähmungen; bei Erwachsenen außerdem das Auftreten oder die Verschlimmerung von Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose [3, 4]. Bei bekannter oder vermuteter Autoimmunerkrankung muss laut den Fachinformationen von FSME-IMMUN das Risiko einer FSME-Infektion gegen das Risiko einer ungünstigen Beeinflussung der Autoimmunerkrankung durch die Impfung abgewogen werden [3, 4]. Mehr zu Krampfanfällen als Nebenwirkung von Arzneimitteln.
Allergische Reaktionen: Für den seltenen Fall einer anaphylaktischen Reaktion sollten laut Fachinformation von Encepur stets entsprechende medizinische Behandlungs- und Überwachungsmöglichkeiten sofort verfügbar sein; laut Fachinformation von FSME-IMMUN müssen geeignete Behandlungs- und Überwachungsmöglichkeiten bereitstehen [1, 2, 3, 4]. Bei FSME-IMMUN sind anaphylaktische Reaktionen nach der Markteinführung als selten eingestuft, bei Encepur stehen allergische Reaktionen unter "nicht bekannt" [1, 2, 3, 4]. Der Nadelschutz der Encepur-Fertigspritze mit fester Nadel enthält laut Fachinformation Latex [1, 2]. Mehr dazu: Arzneimittelallergie.
Ohnmacht: Im Rahmen der Impfung können laut den Fachinformationen von Encepur angstbedingte Reaktionen auftreten, darunter Ohnmacht (Synkope) und schnelles Atmen (Hyperventilation); im Vorfeld sind laut Fachinformation unbedingt geeignete Maßnahmen zur Verhinderung von Verletzungen im Falle einer Ohnmacht zu ergreifen [1, 2]. Die STIKO schreibt: "Grundsätzlich sollten Impfungen in einem medizinischen Umfeld erfolgen, in dem eine klinische Überwachung nach der Impfung und ggf. die Behandlung einer anaphylaktischen Reaktion durchgeführt werden können." [5]
Was Sie nach der Impfung tun können
Bei Kindern mit Fieberkrämpfen in der Vorgeschichte oder hohem Fieber nach Impfungen sollte laut Fachinformation von FSME-IMMUN 0,25 ml Junior eine fiebersenkende Vorbeugung oder Behandlung in Betracht gezogen werden; laut Fachinformation von Encepur Kinder sollte bei Fieber, falls notwendig, eine fiebersenkende Behandlung erwogen werden [2, 4]. Die "orale Analgetikagabe vor oder während der Impfung" zählt die STIKO zu den Maßnahmen, die zur Schmerzreduktion nicht empfohlen sind (Ausnahme: Paracetamol-Prophylaxe bei der Meningokokken-B-Impfung von Kindern unter 2 Jahren) [5]. Sprechen Sie darüber vor der Impfung mit der Ärztin oder dem Arzt Ihres Kindes. Allgemeines zu Arzneimitteln für Kinder steht im Ratgeber Medikamente bei Kindern.
Beginn, Art und Dauer von Beschwerden können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten, Fragen für die Impfaufklärung mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch sammeln. Beim Auftreten von Zeichen einer möglichen FSME-Infektion sollte laut den Fachinformationen von FSME-IMMUN jeder Geimpfte sorgfältig auf andere Ursachen untersucht werden, weil Zecken auch andere Erreger übertragen können [3, 4].
Verdacht melden: Für Nebenwirkungen eines Impfstoffs gibt es auf nebenwirkungen.bund.de ein eigenes Impfstoff-Meldeformular; die Meldung geht direkt an das Paul-Ehrlich-Institut oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und sollte, wenn möglich, unter anderem die Bezeichnung und die Chargenbezeichnung des Impfstoffs enthalten [8]. Eine individuelle Beratung bieten die Behörden laut Portal nicht an; zur Diagnose und Therapie von Beschwerden sollten Sie unverzüglich eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren [8]. Ärztinnen und Ärzte melden den Verdacht einer Impfkomplikation zusätzlich dem Gesundheitsamt [5, 11]. Wie die Meldung abläuft, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wer nicht oder erst später geimpft werden sollte
| Impfstoff | Gegenanzeigen (Abschnitt 4.3) | Verschieben oder Vorsicht |
|---|---|---|
| Encepur Erwachsene und Encepur Kinder | darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einen sonstigen Bestandteil oder Rückstände aus der Herstellung wie Formaldehyd, Chlortetracyclin, Gentamicin, Neomycin, Ei und Hühnerproteine; eine mit einer Komplikation verlaufene Impfung ist bis zur Klärung der Ursache eine Kontraindikation gegen eine nochmalige Impfung mit dem gleichen Impfstoff [1, 2] | bei akuten behandlungsbedürftigen Erkrankungen erst nach der Genesung (Zeitangabe im Abschnitt Impfschema); bei schweren neurologischen Erkrankungen ist die Impfindikation besonders sorgfältig zu stellen; bei Blutungsneigung (z. B. hämorrhagischer Diathese) kann unter die Haut gespritzt werden [1, 2] |
| FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene und FSME-IMMUN 0,25 ml Junior | bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einen sonstigen Bestandteil oder Produktionsrückstände (Formaldehyd, Neomycin, Gentamycin, Protaminsulfat); Kreuzallergien mit anderen Aminoglykosiden sollten in Betracht gezogen werden [3, 4] | bei moderaten oder schweren akuten Erkrankungen (mit oder ohne Fieber) soll die Impfung verschoben werden; bei zerebralen Erkrankungen wie aktiven demyelinisierenden Erkrankungen oder schwer einstellbarer Epilepsie ist die Impfindikation besonders sorgfältig zu stellen; bei Blutungsstörungen oder vorbeugender Gerinnungshemmung nur in Ausnahmefällen unter die Haut [3, 4] |
Bei einer Hühnereiweißallergie unterscheiden sich die Angaben. Eine schwere Überempfindlichkeit gegen Eiprotein und Hühnereiweiß (anaphylaktische Reaktion nach oraler Aufnahme von Eiprotein) kann laut Fachinformation von FSME-IMMUN bei sensibilisierten Personen schwere allergische Reaktionen hervorrufen; eine nicht schwerwiegende Allergie ist in der Regel keine Gegenanzeige, diese Personen sollen aber nur unter geeigneter medizinischer bzw. klinischer Überwachung und mit der Möglichkeit einer Notfalltherapie geimpft werden [3, 4]. Wer nur aufgrund einer Befragung oder eines positiven Hauttests als Hühnereiweiß-Allergiker eingestuft wird, hat laut Fachinformation von Encepur in der Regel kein erhöhtes Risiko für die Impfung [1, 2]. Die STIKO schreibt dazu: "Eine Allergie gegen Hühnereiweiß stellt deshalb keine Kontraindikation gegen die FSME- oder MMR-Impfung dar." [5]
Andere Medikamente und Impfungen
Während einer Therapie, die das Immunsystem unterdrückt, kann der Impferfolg laut Fachinformation von Encepur eingeschränkt oder in Frage gestellt sein; laut Fachinformation von FSME-IMMUN wird dann möglicherweise keine schützende Immunantwort erreicht [1, 3]. Was die Packungsbeilagen einzelner Mittel zu Impfungen sagen, steht auf Wirkstoffseiten wie Prednisolon und Methotrexat. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Werden mehrere Impfstoffe gleichzeitig gespritzt, sehen die Fachinformationen verschiedene Gliedmaßen (Encepur) bzw. verschiedene Applikationsorte, vorzugsweise unterschiedliche Gliedmaßen (FSME-IMMUN), vor [1, 2, 3, 4]. Die gleichzeitige Gabe von FSME-IMMUN mit anderen Impfstoffen sollte laut Fachinformation nur gemäß den offiziellen Empfehlungen erfolgen [3, 4]. Antikörpertests können laut den Fachinformationen von FSME-IMMUN wegen Kreuzreaktionen falsch positiv ausfallen, wenn Antikörper aus einer natürlichen Infektion oder einer früheren Impfung gegen andere Flaviviren wie Gelbfieber oder Dengue stammen [3, 4]. Mehr dazu: Gelbfieber-Impfung und Dengue-Impfung.
Schwangerschaft und Stillzeit
Fachinformation: Die Anwendung von Encepur Erwachsene während der Schwangerschaft ist laut Fachinformation nicht untersucht worden; Schwangere und stillende Mütter sollten nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung geimpft werden [1]. Zu FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene liegen laut Fachinformation keine Daten zur Behandlung von Schwangeren vor, und es ist nicht bekannt, ob der Impfstoff in die Muttermilch übertritt; er darf Schwangeren und Stillenden nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden, wenn eine dringende Notwendigkeit für einen Schutz gegen eine FSME-Infektion besteht [3].
RKI und STIKO: Laut RKI ist eine indizierte Impfung grundsätzlich auch während der Schwangerschaft möglich, weil der Impfstoff inaktiviertes FSME-Virus enthält, solange nicht andere Gründe dagegen sprechen; im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten laut RKI grundsätzlich nur dringend notwendige Impfungen durchgeführt werden [9]. "Stillen ist keine Kontraindikation für eine FSME-Impfung der Mutter", schreibt das RKI [9]. Stillende können laut STIKO alle von ihr empfohlenen Impfungen erhalten, mit Ausnahme der Dengue- und, bei Säuglingen unter 6 (9) Monaten, der Gelbfieber-Impfung [5].
Embryotox: Das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité bewertet alle Impfstoffe auf einer gemeinsamen Seite und nennt die FSME-Impfung dort nicht eigens [10]. In der Schwangerschaft ordnet es Impfstoffe grau ein, als "Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt" [10]. "Bei gegebener Indikation dürfen während der Schwangerschaft die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Totimpfstoffe angewendet werden", schreibt Embryotox; zur Stillzeit: "Die üblichen, in Deutschland empfohlenen und verwendeten Impfstoffe können auch stillenden Müttern verabreicht werden und erfordern keine Einschränkung des Stillens. Ausnahmen bestehen bei der Gelbfieber- und Dengue-Impfung." [10] Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Impfschema laut STIKO und Fachinformation
Hier stehen die Angaben der STIKO und der Fachinformation, keine Impfempfehlung. Wann und wie oft Sie oder Ihr Kind geimpft werden, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
| Personengruppe | Angabe der STIKO (wörtlich) | Angabe der Fachinformation (wörtlich) |
|---|---|---|
| Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene (I, B, R) | "Grundimmunisierung und Auffrischimpfungen mit einem für Erwachsene bzw. Kinder zugelassenen Impfstoff nach Angaben in den Fachinformationen." "Saisonalität beachten: April bis November" (Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Tabelle 2, S. 11) [5] "Ein Impfschutz sollte möglichst zu Beginn der Zeckensaison aufgebaut sein" (Kapitel 3.2, S. 22) [5] | Encepur Erwachsene: "Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen und wird vorzugsweise während der kälteren Monate verabreicht, um einen Impfschutz während der Hauptrisikozeit (Frühjahr/Sommer) zu gewährleisten." Konventionelles Schema: "1. Dosis Tag 0"; zur zweiten Dosis: "Das Impfschema, bei dem die zweite Dosis 1 bis 3 Monate nach der ersten Dosis verabreicht wird, wird (…) als konventionelles Schema bezeichnet."; "3. Dosis 9 bis 12 Monate nach der zweiten Dosis". Auffrischimpfung nach konventionellem Schema: erste "3 Jahre nach Abschluss der Grundimmunisierung", alle weiteren bei "Personen im Alter von 12 bis 49 Jahren" "Alle 5 bis 10 Jahre*", bei "Personen im Alter von > 49 Jahren" "Alle 3 Jahre"; "* Die Intervalle für die Auffrischimpfung sind auf den individuellen Immunstatus und klinischen Zustand des Patienten abzustimmen und vom behandelnden Arzt festzulegen." (Abschnitt 4.2) [1] FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene (ab 16 Jahren): "Die erste und die zweite Dosis sollten im Abstand von 1 bis 3 Monaten verabreicht werden." "Die dritte Dosis sollte 5 bis 12 Monate nach der zweiten Impfung gegeben werden." Personen im Alter von 16 bis unter 60 Jahren: "Die erste Auffrischimpfung sollte 3 Jahre nach der dritten Dosis erfolgen (…). Nachfolgende Auffrischimpfungen sollten alle 5 Jahre nach der letzten Auffrischimpfung verabreicht werden." Personen im Alter von 60 Jahren und älter: "Im Allgemeinen sollten bei Personen über 60 Jahre die Abstände zwischen den Auffrischimpfungen 3 Jahre nicht überschreiten." (Abschnitt 4.2) [3] |
| Kinder von 1 bis 11 bzw. 15 Jahren (I, R) | wie oben, "mit einem für Erwachsene bzw. Kinder zugelassenen Impfstoff" [5] | Encepur Kinder: "Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen und wird vorzugsweise während der kälteren Monate verabreicht (…)." Konventionelles Schema: "1. Dosis Tag 0"; zur zweiten Dosis: "Das Impfschema, bei dem die zweite Dosis 1 bis 3 Monate nach der ersten Dosis verabreicht wird, wird (…) als konventionelles Schema bezeichnet."; "3. Dosis 9 bis 12 Monate nach der zweiten Dosis". Auffrischimpfung: erste "3 Jahre nach der letzten Dosis der Grundimmunisierung", folgende "Alle 5 Jahre (beginnend 5 Jahre nach der ersten Auffrischimpfung)"; "Ab 12 Jahren ist ein FSME-Impfstoff für Jugendliche und Erwachsene (z. B. Encepur Erwachsene) zu verwenden." (Abschnitt 4.2) [2] FSME-IMMUN 0,25 ml Junior: "Die erste und die zweite Dosis sollten im Abstand von 1 bis 3 Monaten verabreicht werden." "Die dritte Dosis sollte innerhalb von 5 bis 12 Monaten nach der zweiten Impfung gegeben werden." "Die erste Auffrischimpfung sollte 3 Jahre nach der dritten Dosis erfolgen (…). Nachfolgende Auffrischimpfungen sollten alle 5 Jahre nach der letzten Auffrischimpfung verabreicht werden." (Abschnitt 4.2) [4] |
| Nach einer akuten Erkrankung | "Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit akuten schweren Erkrankungen sollten erst nach Genesung geimpft werden (Ausnahme: postexpositionelle Impfung)." (Kapitel 4.7, S. 42) [5] | Encepur Erwachsene: "Personen mit akuten behandlungsbedürftigen Erkrankungen sollten frühestens 2 Wochen nach Genesung geimpft werden." Encepur Kinder: "Kinder mit akuten behandlungsbedürftigen Erkrankungen sollten frühestens 2 Wochen nach Genesung geimpft werden." (Abschnitt 4.3) [1, 2] |
| Personen mit geschwächtem Immunsystem | in Tabelle 2 nicht eigens genannt [5] | Encepur: "In diesen Fällen sollte eine serologische Kontrolle der Immunantwort erfolgen und, falls notwendig, eine zusätzliche Impfdosis verabreicht werden." (Abschnitt 4.4) [1, 2] FSME-IMMUN: "(…) es kann die Bestimmung der Antikörperkonzentration vier Wochen nach der zweiten Teilimpfung in Betracht gezogen werden. Falls ein schützender Antikörperspiegel nicht erreicht wurde, kann die Verabreichung einer zusätzlichen Dosis in Erwägung gezogen werden." (Abschnitt 4.2) [3, 4] |
Impfung vor Reisen
Als Reiseimpfung (R) nennt die STIKO "Personen, die in TBE-Risikogebieten außerhalb Deutschlands zeckenexponiert sind" und verweist für weitere Informationen auf die Reiseimpfempfehlungen der STIKO und der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit (DTG) [5]. Eine jährlich aktualisierte Übersicht über das Risiko in der europäischen Region und weltweit findet sich laut RKI in diesen Reiseimpfempfehlungen [6]. "Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe schützen sowohl vor dem zentraleuropäischen FSME-Virus-Subtyp als auch vor den fernöstlichen und sibirischen FSME-Virus-Subtypen", schreibt die STIKO [5].
"Die Empfehlung über Art und zeitliche Reihenfolge der Impfungen gehört zu den ärztlichen Aufgaben und ist im Einzelfall unter Abwägung der Indikation und gegebenenfalls bestehender Kontraindikationen zu treffen", schreibt die STIKO [5]. Laut RKI bietet das Auswärtige Amt Länder- und Reiseinformationen an, in denen auch über Impfungen informiert wird [9]. Was Sie bei Medikamenten auf Reisen beachten sollten, steht im Ratgeber Medikamente ins Ausland mitnehmen, in der Reiseapotheke und im Werkzeug Reise-Checkliste Medikamente.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Als allergische Reaktionen nach der Impfung beschreiben die Fachinformationen von Encepur unter anderem Nesselsucht am ganzen Körper, Schwellungen, pfeifende Atemgeräusche, Atemnot und Kreislaufreaktionen [1, 2]. Nach der Markteinführung wurden laut den Fachinformationen von FSME-IMMUN selten Krämpfe (bei Kindern einschließlich Fieberkrämpfe), Lähmungen und das Guillain-Barré-Syndrom berichtet; Fieberkrämpfe nennt auch die Fachinformation von Encepur Kinder [2, 3, 4].
In lebensbedrohlichen Fällen alarmieren Sie laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112; als Beispiele nennt sie Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot und akute und anhaltende Krampfanfälle [13]. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117, wenn die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten kann [13].
Quellen
- Fachinformation Fachinformation Encepur Erwachsene Injektionssuspension in einer Fertigspritze, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Impfstoff (inaktiviert), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Bavarian Nordic A/S (Zulassungsinhaber). Stand 05/2026. abgerufen am 19.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Encepur Kinder Injektionssuspension in einer Fertigspritze, Abschnitte 4.1 bis 4.8; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil beim Zulassungsinhaber keine frei abrufbare Fassung vorliegt. Bavarian Nordic A/S (Zulassungsinhaber). Stand 05/2026. abgerufen am 19.10.2026
- Fachinformation Fachinformation FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene Suspension zur Injektion in einer Fertigspritze, FSME-Impfstoff (Ganzvirus, inaktiviert), Abschnitte 2, 4.1 bis 4.8; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil der Zulassungsinhaber es nur in einem Fachkreisportal bereitstellt. Pfizer Pharma GmbH (Zulassungsinhaber). Stand 10/2024. abgerufen am 19.10.2026
- Fachinformation Fachinformation FSME-IMMUN 0,25 ml Junior Suspension zur Injektion in einer Fertigspritze, FSME-Impfstoff (Ganzvirus, inaktiviert), Abschnitte 4.1 bis 4.8; Herstellerdokument, einzeln über den Fachinfo-Service abgerufen, weil der Zulassungsinhaber es nur in einem Fachkreisportal bereitstellt. Pfizer Pharma GmbH (Zulassungsinhaber). Stand 10/2024. abgerufen am 19.10.2026
- Behörde Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2026, Epidemiologisches Bulletin 4/2026 (Epid Bull 2026;4:1-79): Kapitel 3.1 (S. 9), Tabelle 2 FSME (S. 11), Kapitel 3.2 FSME (S. 22), 4.6 (S. 42), 4.7 (S. 42 f.), 4.8 (S. 45), 4.10 (S. 46 f.); Lizenz CC BY 4.0. Ständige Impfkommission (STIKO), Robert Koch-Institut. Stand 22.01.2026, Online-Fassung mit Änderungen bis 10.09.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde FSME: Risikogebiete in Deutschland (Stand: Januar 2026), Epidemiologisches Bulletin 9/2026 (Zusammenfassung S. 3, Auslandsrisiko S. 14); Lizenz CC BY 4.0. Robert Koch-Institut (RKI). Stand 26.02.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde FSME-Impfstoffe (Liste der zugelassenen Impfstoffe). Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Stand Stand: PEI-Bekanntmachung Nr. 544 im BAnz AT 12.08.2026 B6, aktualisiert 13.08.2026. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Nebenwirkungen melden: Startseite (Impfstoff-Meldeformular; Welche Angaben sollte ich machen?; Wie funktioniert das Melden?). Paul-Ehrlich-Institut und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, nebenwirkungen.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde Antworten auf häufig gestellte Fragen zur FSME-Impfung (Schwangerschaft und Stillzeit; Impfung nach Zeckenstich; Informationen zur FSME-Situation im Ausland). Robert Koch-Institut (RKI). Stand Seite 17.07.2026; genutzte Antworten 23.03.2021 und 29.02.2024. abgerufen am 21.10.2026
- Embryotox Embryotox: Impfstoffe (Schwangerschaft und Stillzeit). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 19.10.2026
- Behörde § 6 Infektionsschutzgesetz (IfSG): Meldepflichtige Krankheiten (Absatz 1 Satz 1 Nummer 3). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand IfSG zuletzt geändert durch Art. 3 Abs. 1 G v. 04.03.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 60); Änderung durch Art. 7 G v. 26.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 195) textlich nachgewiesen. abgerufen am 21.10.2026
- Behörde § 24 SGB XIV: Geschädigte durch Schutzimpfungen oder andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand SGB XIV zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 17.06.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 179). abgerufen am 21.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat die FSME-Impfung?
Das hängt vom Impfstoff und vom Alter ab. Laut Fachinformation von Encepur Erwachsene sind Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Unwohlsein sehr häufig, Fieber über 38 °C und grippeähnliche Beschwerden häufig. Bei FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene sind Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen sehr häufig, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen häufig und Fieber gelegentlich. Alle Angaben je Impfstoff und Altersgruppe stehen im Abschnitt Nebenwirkungen laut Fachinformation.
Wie lange dauern die Nebenwirkungen nach der FSME-Impfung?
Grippeähnliche Beschwerden (einschließlich Fieber, starkem Schwitzen und Schüttelfrost) treten laut den Fachinformationen von Encepur Erwachsene und Encepur Kinder insbesondere nach der ersten Impfung häufig auf und klingen im Allgemeinen innerhalb von 72 Stunden wieder ab. Bei Kindern klingt Fieber nach der ersten Impfung mit FSME-IMMUN 0,25 ml Junior laut Fachinformation normalerweise innerhalb von 24 Stunden wieder ab. Als übliche Impfreaktion beschreibt die STIKO allgemein unter anderem Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit an der Injektionsstelle für die Dauer von 1 bis 3 Tagen (gelegentlich länger) (Epidemiologisches Bulletin 4/2026).
Bekommt mein Kind nach der Zeckenimpfung Fieber?
Fieber über 38 °C nennt die Fachinformation von Encepur Kinder bei Kindern von 1 bis 2 Jahren als sehr häufig und von 3 bis 11 Jahren als häufig; bei Kindern unter 3 Jahren kann hohes Fieber ab 39,5 °C auftreten. Bei FSME-IMMUN 0,25 ml Junior ist Fieber laut Fachinformation häufig, bei jüngeren Kindern sehr häufig; nach der zweiten und dritten Impfung ist es generell seltener als nach der ersten. Fieberkrämpfe nennt die Fachinformation von FSME-IMMUN 0,25 ml Junior als selten (nach der Markteinführung berichtet), die von Encepur Kinder ohne bekannte Häufigkeit. Warnzeichen stehen im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.
Darf ich mit einer Hühnereiweißallergie gegen FSME geimpft werden?
Encepur darf laut Fachinformation bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Rückstände aus der Herstellung wie Ei und Hühnerproteine nicht angewendet werden; wer nur aufgrund einer Befragung oder eines positiven Hauttests als Hühnereiweiß-Allergiker gilt, hat laut Fachinformation in der Regel kein erhöhtes Risiko. Laut Fachinformation von FSME-IMMUN kann eine schwere Überempfindlichkeit gegen Eiprotein (anaphylaktische Reaktion nach oraler Aufnahme von Eiprotein) bei sensibilisierten Personen schwere allergische Reaktionen hervorrufen; eine nicht schwerwiegende Allergie ist in der Regel keine Gegenanzeige. Die STIKO schreibt: "Eine Allergie gegen Hühnereiweiß stellt deshalb keine Kontraindikation gegen die FSME- oder MMR-Impfung dar." (Epidemiologisches Bulletin 4/2026). Sprechen Sie vor der Impfung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Schützt die FSME-Impfung auch vor Borreliose?
Nein. FSME-Impfstoffe schützen laut Fachinformation von FSME-IMMUN nicht gegen Borrelieninfektionen; laut Fachinformation von Encepur ist die FSME-Impfung gegen andere, durch Zecken übertragbare Krankheiten wie die Borreliose nicht wirksam. Nach jedem Zeckenstich sollte laut Fachinformation von Encepur Erwachsene auch der Impfstatus gegen Tetanus überprüft werden. Mehr zur Borreliose und zur Tetanus-Impfung.
Hilft die FSME-Impfung noch nach einem Zeckenstich?
Zur Impfung nach einem Zeckenstich (Postexpositionsprophylaxe) liegen laut den Fachinformationen von FSME-IMMUN keine Daten vor. Laut RKI kann auch eine sofort nach dem Zeckenstich gegebene Impfung eine Infektion bei Personen mit unzureichendem Impfschutz mit größter Wahrscheinlichkeit nicht verhindern. Was nach einem Zeckenstich zu tun ist, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich in der Schwangerschaft oder Stillzeit gegen FSME geimpft werden?
Laut Fachinformation von Encepur Erwachsene sollten Schwangere und stillende Mütter nur nach sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung geimpft werden. FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene darf laut Fachinformation Schwangeren und Stillenden nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden, wenn eine dringende Notwendigkeit für einen Schutz gegen eine FSME-Infektion besteht. Laut RKI ist eine indizierte Impfung grundsätzlich auch während der Schwangerschaft möglich, weil der Impfstoff inaktiviertes Virus enthält, solange nicht andere Gründe dagegen sprechen; im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten laut RKI grundsätzlich nur dringend notwendige Impfungen durchgeführt werden. Stillen ist laut RKI keine Kontraindikation. Mehr im Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit.
Darf ich nach der FSME-Impfung Auto fahren?
Laut Fachinformation von FSME-IMMUN 0,5 ml Erwachsene ist es unwahrscheinlich, dass der Impfstoff die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt; trotzdem sollte daran gedacht werden, dass Sehstörungen oder Schwindel auftreten können. Die Fachinformation von Encepur Erwachsene nennt zur Verkehrstüchtigkeit "Nicht zutreffend".
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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