Ratgeber

Reiseapotheke

Die Reiseapotheke dient laut Auswärtigem Amt der vorbeugenden und akuten Versorgung auf Reisen und bei chronischen Erkrankungen der Weiterbehandlung; Umfang und Ausstattung richten sich nach Reiseziel und Reisetätigkeit. Hinein gehören Ihre wichtigen Dauermedikamente in ausreichender Menge und, laut Checkliste der ABDA, die Mittel der Hausapotheke, ergänzt um Mittel gegen typische Reisebeschwerden wie Durchfall, Reiseübelkeit, Allergien, Sonnenbrand und Insektenstiche. Lassen Sie sich vor der Reise hausärztlich oder reisemedizinisch beraten und halten Sie sich unterwegs an die Grenzen der Selbstbehandlung, die in der Packungsbeilage stehen.

Paar Ende dreißig auf einer sonnigen Hotelterrasse, sie mit langem blondem Haar in senfgelbem Leinenhemd, er mit kurzem braunem Haar in dunkelblauem Polohemd, packen einen kleinen Reißverschlussbeutel mit Pflastern in einen Rucksack
Bild: KI-generiert

Was in Ihre Reiseapotheke gehört, hängt von Reiseziel, Reiseart und Ihrer Gesundheit ab. Laut Auswärtigem Amt dient sie der vorbeugenden und akuten Versorgung auf Reisen und bei chronischen Erkrankungen der weiterführenden Behandlung; im Akutfall überbrückt sie die Zeit, bis eine angemessene medizinische Versorgung erreichbar ist [1]. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass eine weltweite Verfügbarkeit und eine angemessene Qualität von Medikamenten nicht überall gewährleistet sind, und rät, wichtige Dauermedikamente in ausreichender Menge mitzunehmen [1].

Laut einer Checkliste der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) gehören grundsätzlich alle Medikamente der Hausapotheke hinein, ergänzt um Mittel gegen typische Reisebeschwerden [12]. Für die Selbstbehandlung unterwegs gelten die Grenzen der jeweiligen Packungsbeilage: wie lange Sie ein Mittel ohne ärztlichen Rat anwenden dürfen, für wen es nicht geeignet ist und wann Sie stattdessen ärztliche Hilfe brauchen [13, 14, 15, 16, 17]. Lassen Sie sich vor der Reise hausärztlich oder reisemedizinisch beraten [1].

Wozu eine Reiseapotheke dient

Zu den häufigsten Reiseerkrankungen zählt das Auswärtige Amt Übelkeit und Durchfall, Fieber und Hautprobleme [1]. Die Reiseapotheke ist individuell: Umfang und Ausstattung richten sich nach Reiseziel und Reisetätigkeit [1]. Vorsorgemaßnahmen werden laut Auswärtigem Amt mit ausreichendem Abstand zur Reise mit erfahrenen Tropen- oder Reisemedizinerinnen und -medizinern besprochen; sie richten sich nach Reiseziel, Jahreszeit im Reiseland, Reisedauer, Reisestil, individuellen Bedürfnissen und besonderen Aktivitäten [1].

Das Auswärtige Amt empfiehlt, die Reiseapotheke möglichst nachhaltig zu gestalten: Prüfen Sie, was Ihre Hausapotheke schon enthält, und vermeiden Sie so, dass Medikamente unnötig weggeworfen werden [1]. Was zu Hause bereitliegen sollte, erklärt der Ratgeber Hausapotheke. Generell sinnvoll ist laut Auswärtigem Amt außerdem eine Erste-Hilfe-Ausstattung, die es zum Beispiel in Apotheken gibt [1].

Was in die Reiseapotheke gehört

Die Checkliste der ABDA nennt die folgenden Kategorien; die genaue Zusammensetzung hängt danach von der Art der Reise, zum Beispiel Trekkingtour, Tauch- oder Strandurlaub, vom Reiseziel und von der medizinischen Versorgung im Urlaubsland ab [12]:

  • Arzneimittel: Schmerz- und Fiebermittel; Mittel gegen Durchfall; Mittel gegen Erkältung, Halsschmerzen, Husten und Schnupfen; Ohrentropfen, besonders bei Tauchurlauben; abschwellendes Nasenspray; Augentropfen gegen trockene Augen; Mittel gegen Allergien, gegen Sonnenbrand, Insektenstiche oder Juckreiz, gegen Reiseübelkeit und gegen Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen oder Verstopfung; Mittel gegen Sportverletzungen und gegen Lippenherpes; Desinfektionsmittel sowie Wund- und Heilsalbe [12].
  • Dauermedikamente: alle Medikamente, die Sie dauerhaft brauchen, in ausreichender Menge [12].
  • Hilfsmittel und Verbandmaterial: ein digitales Fieberthermometer, laut ABDA besonders in Malariagebieten; elastische Binden und Mullbinden, Heftpflaster, Wundschnellverbände und Blasenpflaster, sterile Wundkompressen und Brandwunden-Verbandpäckchen, Sicherheitsnadeln, eine (Zecken-)Pinzette, Einmalhandschuhe und eine Schere, die bei Flugreisen nicht ins Handgepäck gehört [12].
  • Bei Fernreisen eventuell zusätzlich: ein Malariamittel, wenn die Ärztin oder der Arzt es verordnet (es ist verschreibungspflichtig), ein Moskitonetz und ein Mittel zur Desinfektion von Trinkwasser [12]. Das Auswärtige Amt rät, Hinweise zu Malaria zu beachten und auf ausreichenden Mückenschutz zu achten [1].

Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten laut gesund.bund.de mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über eine Reiseapotheke mit Dauer- und Bedarfsmedikation sprechen, ebenso über Verbrauchsmaterial wie Desinfektionsmittel oder Einweghandschuhe [4]. Kinder brauchen Medikamente, die für ihr Alter geeignet sind [8]. Bei der Zusammenstellung einer individuellen Reiseapotheke berät laut ABDA die Apotheke [12].

Selbstbehandlung unterwegs: was die Packungsbeilagen sagen

Viele Mittel gegen typische Reisebeschwerden gibt es ohne Rezept in der Apotheke. Wie lange Sie sie ohne ärztlichen Rat anwenden dürfen, für wen sie nicht geeignet sind und wie sie zu lagern sind, steht in der Packungsbeilage des jeweiligen Präparats [13, 14, 15, 16, 17]. Die Tabelle gibt diese Angaben für je ein Präparat wieder; welches, steht in den Quellen am Ende der Seite.

Beispiele: Angaben aus der Packungsbeilage (Auswahl)
WirkstoffWas die Packungsbeilage sagtMehr dazu
Cetirizin (Allergien)Kindern unter 6 Jahren die Tabletten nicht geben. Wer am Straßenverkehr teilnehmen will, sollte die eigene Reaktion auf das Mittel aufmerksam beobachten und nicht mehr als die empfohlene Dosis anwenden. Fühlen Sie sich nach 3 Tagen nicht besser oder gar schlechter, wenden Sie sich an Ihren Arzt [13]Cetirizin im Alltag
Dimenhydrinat (Reiseübelkeit)Zur Vorbeugung und Behandlung von Reisekrankheit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen (nicht bei Chemotherapie). Darf nicht eingenommen werden von Kindern bis einschließlich 5 Jahren, in der Schwangerschaft und während der Stillzeit. Kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigen, in verstärktem Maße mit Alkohol. Die Tabletten sollen ohne Rücksprache mit dem Arzt nur wenige Tage eingenommen werden [14]Reisekrankheit
Dimetinden (Gel bei Juckreiz)Zur kurzfristigen Linderung von Juckreiz, unter anderem bei Insektenstichen und Sonnenbrand. Großflächig behandelte Haut nicht über längere Zeit direktem Sonnenlicht aussetzen; bei Säuglingen und Kleinkindern nicht auf großen, insbesondere verletzten oder entzündeten Hautflächen anwenden. Ohne Rücksprache nicht länger als 7 Tage; fühlen Sie sich nach 7 Tagen, bei Kindern nach 2 Tagen, nicht besser oder gar schlechter, wenden Sie sich an Ihren Arzt [15]Dimetinden im Alltag
Loperamid (Durchfall)Zur Behandlung der Beschwerden akuter Durchfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, sofern keine ursächliche Behandlung zur Verfügung steht; ohne ärztlichen Rat nicht länger als 2 Tage. Darf nicht eingenommen werden bei Durchfällen mit Fieber und/oder blutigem Stuhl und bei Durchfällen während oder nach der Einnahme von Antibiotika. Die empfohlene Dosierung und die Anwendungsdauer von 2 Tagen dürfen nicht überschritten werden, weil schwere Verstopfungen auftreten können; bei Patienten, die zu viel Loperamid eingenommen hatten, wurden schwerwiegende Herzprobleme beobachtet, unter anderem ein schneller oder unregelmäßiger Herzschlag. Achten Sie auf ausreichenden Ersatz von Flüssigkeit und Salzen, das ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme bei Durchfall [16]Wer Loperamid nicht nehmen sollte
Xylometazolin (Nasenspray)Das Nasenspray für Erwachsene und Schulkinder darf bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden. Nicht länger als 7 Tage, es sei denn auf ärztliche Anordnung; der Dauergebrauch kann zu chronischer Schwellung und schließlich zum Schwund der Nasenschleimhaut führen [17]Xylometazolin im Alltag

Die Tabelle ist eine Auswahl. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Angaben zu Schmerz- und Fiebermitteln stehen in den Ratgebern Hausapotheke und Schmerzmittel richtig anwenden.

Durchfall auf Reisen

Frau in den Fünfzigern mit kurzem silbergrauem Haar in korallenfarbener Strickjacke sitzt im Zug am Fenster, vor ihr auf dem Klapptisch ein kleiner Kulturbeutel und ein Glas Wasser, draußen eine Küstenlandschaft
Bild: KI-generiert

Ist Blut oder Schleim im Stuhl zu sehen oder treten Fieber, Erbrechen, Schmerzen oder Kreislaufstörungen auf, sollte laut Auswärtigem Amt eine ärztliche Vorstellung erfolgen [2]. Je nach Reiseland und hygienischen Bedingungen sind laut gesund.bund.de Infektionen mit Shigellen, bestimmten Kolibakterien oder Parasiten verantwortlich [5]. Zur Vorbeugung empfiehlt gesund.bund.de in subtropischen oder tropischen Ländern, je nach Hygienestandard auf rohes, ungeschältes Obst und Gemüse und auf Leitungswasser zu verzichten [5].

Durchfall führt zu einem Verlust von Flüssigkeit und Salzen (Elektrolyten), und diesen Verlust gilt es auszugleichen [5]. Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist es laut gesund.bund.de nicht nötig, akuten Durchfall gezielt zu behandeln; bei kleinen Kindern, älteren Menschen und bei starkem Durchfall ist es sinnvoll, den Verlust mit einer Rehydratationslösung auszugleichen, die es als Pulver in Apotheke oder Drogerie gibt [5]. Bei Säuglingen, Kleinkindern und Nierenkranken muss diese Behandlung laut Auswärtigem Amt ärztlich überwacht werden [2].

Durchfallblocker mit Loperamid unterdrücken laut Auswärtigem Amt lediglich die Beschwerden; das Amt rät, sie nur bei leichten Beschwerden zu nehmen, nie bei Fieber, nie bei blutigem Stuhl und nicht Kindern zu geben [2]. Welche Grenzen die Packungsbeilage eines Präparats nennt, steht in der Tabelle oben [16]. Ist eine gezielte Behandlung mit einem Antibiotikum oder einem Mittel gegen Parasiten nötig, muss die Auswahl laut Auswärtigem Amt immer ärztlich getroffen werden [2]. Mehr: Durchfall und Abführmittel und Durchfallmittel.

Welche Unterlagen helfen

  • Medizinische Unterlagen: Kopien wichtiger Unterlagen wie Arztbrief und Atteste, gegebenenfalls auch Kopien der Verschreibungen Ihrer Medikamente; eine Übersetzung in die Landessprache kann sinnvoll sein [1].
  • Übersicht Ihrer Medikamente: Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten laut gesund.bund.de allgemeine Informationen über ihre Erkrankungen, benötigte Medikamente, Allergien, Unverträglichkeiten und das Verhalten im Notfall dabeihaben, dazu ein Informationsblatt zu allen mitgeführten Medikamenten und Hilfsmitteln, möglichst in der Landessprache oder auf Englisch [4]. Eine Vorlage bietet das Werkzeug Medikationsplan.
  • Attest bei großen Mengen oder Betäubungsmitteln: Wer darauf angewiesen ist, sollte laut Auswärtigem Amt stets ein aktuelles Attest der Hausarztpraxis dabeihaben, aus dem die besondere Situation hervorgeht, für das fremdsprachige Ausland auf Englisch [3].
  • Bescheinigung für Betäubungsmittel: Bei Reisen von bis zu 30 Tagen in Staaten des Schengener Abkommens brauchen Sie laut BfArM eine von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt ausgefüllte Bescheinigung, die vor Reiseantritt von der obersten Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle beglaubigt wird; diese Regelung gilt für Bürgerinnen und Bürger der Schengen-Staaten. Außerhalb des Schengen-Raums gelten die Bestimmungen des Ziel- oder Transitlandes [10]. Einzelheiten stehen im Ratgeber Medikamente im Handgepäck.
  • Originalpackung und Beipackzettel: Medikamente sollten im besten Fall in der Originalpackung bleiben, und der Beipackzettel sollte mit, gegebenenfalls abfotografiert [1].

Informieren Sie sich vor der Reise, ob die Mitnahme Ihrer Medikamente und die Einfuhr ins Reiseland erlaubt sind, und beachten Sie die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts für das jeweilige Land [1]. Eine rechtsverbindliche Auskunft gibt laut Auswärtigem Amt nur die Botschaft des betreffenden Landes in Deutschland [3]. Was bei der Einreise in einzelne Länder gilt, erklärt der Ratgeber Medikamente ins Ausland mitnehmen.

Lagerung unterwegs

Auch unterwegs müssen Medikamente richtig gelagert werden, vor allem die Temperatur sollten Sie im Blick haben [4]. Allgemein gilt laut gesund.bund.de: in der Originalverpackung zusammen mit der Packungsbeilage, geschützt vor Hitze und Sonnenlicht, in trockener Umgebung und unzugänglich für Kinder; Medikamente, die in den Kühlschrank gehören, vor dem Einfrieren schützen [7]. Was für Ihr Präparat gilt, steht in Abschnitt 5 der Packungsbeilage. Bei den Präparaten aus der Tabelle zum Beispiel [13, 14, 15, 16, 17]:

  • Nicht über 25 °C lagern: das Gel mit Dimetinden, das Nasenspray mit Xylometazolin und die Tabletten mit Loperamid; die Loperamid-Tabletten außerdem in der Originalverpackung, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Das Nasenspray soll nach Anbruch nicht länger als 6 Monate verwendet werden [15, 16, 17].
  • Keine besonderen Lagerungsbedingungen: die Tabletten mit Cetirizin und mit Dimenhydrinat [13, 14].

Medikamente und Hilfsmittel, die Sie in den ersten Tagen brauchen, kälteempfindliche Medikamente und Rezepte gehören laut gesund.bund.de ins Handgepäck [4]. Was dort für flüssige Medikamente gilt, steht im Ratgeber Medikamente im Handgepäck; mehr zur Lagerung bei hohen Temperaturen im Ratgeber Medikamente bei Hitze.

Für wen es besonders wichtig ist

  • Menschen mit chronischen Erkrankungen: Reisepläne sollten laut gesund.bund.de rechtzeitig vor der Buchung und mindestens 2 Monate vor Reiseantritt mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Themen sind unter anderem die persönliche Belastbarkeit, der Impfschutz, die Reiseapotheke, eine eventuelle Anpassung der Medikamenten-Einnahme etwa bei Zeitverschiebung und das Verhalten im Notfall [4]. Ändern Sie die Einnahme nicht selbst, sondern klären Sie das vorher mit Ihrer Arztpraxis.
  • Kinder: Sie brauchen Medikamente, die für ihr Alter geeignet sind [8]. Die Packungsbeilagen nennen Altersgrenzen, siehe Tabelle oben [13, 14, 16, 17]. Zu Mitteln mit Dimenhydrinat gegen Übelkeit und Erbrechen zum Einnehmen und als Zäpfchen hat das BfArM am 22.12.2017 ein Stufenplanverfahren abgeschlossen: Bei Kindern unter drei Jahren sollen sie nur nach strenger Indikationsstellung und sorgfältiger Beachtung der Dosierung angewendet werden [11]. Mehr: Medikamente bei Kindern.
  • Schwangere und Stillende: Laut Packungsbeilage eines Präparats mit Dimenhydrinat darf es in der Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht eingenommen werden; in der Schwangerschaft, weil Dimenhydrinat vorzeitig Wehen auslösen kann [14]. Laut Packungsbeilage eines Präparats mit Cetirizin sollte es bei Schwangeren vermieden und nur, wenn notwendig, nach ärztlichem Rat eingenommen werden; in der Stillzeit sollten Sie es nicht einnehmen, bis Sie sich an Ihren Arzt gewendet haben [13]. Wie Embryotox die beiden Wirkstoffe einstuft, steht auf den Wirkstoffseiten Dimenhydrinat und Cetirizin. Mehr: Medikamente in der Schwangerschaft.
  • Menschen mit Diabetes: gesund.bund.de rät ihnen, auf Reisen den Füßen besondere Aufmerksamkeit zu widmen und Druck- oder Scheuerstellen rechtzeitig zu versorgen [4]. Mehr: Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2.

Checkliste vor der Reise

  1. Beratung einplanen Besprechen Sie die Vorsorge mit ausreichendem Abstand zur Reise; mit einer chronischen Erkrankung laut gesund.bund.de mindestens 2 Monate vor Reiseantritt [1, 4].
  2. Hausapotheke prüfen Sehen Sie nach, was schon vorhanden und noch haltbar ist, und ergänzen Sie Mittel gegen typische Reisebeschwerden [1, 8, 12]. Wie Sie das Verfalldatum lesen, erklärt der Ratgeber Haltbarkeit und Verfallsdatum.
  3. Vorrat klären Nehmen Sie wichtige Dauermedikamente in ausreichender Menge mit, auch für den Fall, dass sich die Rückreise verzögert [1, 4].
  4. Unterlagen zusammenstellen Kopien wichtiger medizinischer Unterlagen, eine Liste Ihrer Medikamente und bei Betäubungsmitteln die beglaubigte Bescheinigung [1, 4, 10].
  5. Einreise klären Prüfen Sie die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts und fragen Sie im Zweifel die Botschaft des Reiselandes [1, 3].
  6. Richtig packen Medikamente möglichst in der Originalpackung mit Beipackzettel; was Sie in den ersten Tagen brauchen und kälteempfindliche Medikamente ins Handgepäck [1, 4].

Ihre persönliche Liste stellen Sie mit der Reise-Checkliste Medikamente zusammen.

Wo Sie Rat bekommen

Das Auswärtige Amt kann keine individuellen reisemedizinischen Beratungen durchführen und verweist an reisemedizinisch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte, die man zum Beispiel über die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) oder das Forum Reisen und Medizin findet [1]. Eine persönliche reisemedizinische Beratung bieten laut gesund.bund.de spezialisierte Ärztinnen und Ärzte, Tropeninstitute und einige Gesundheitsämter an; über aktuell empfohlene Reiseimpfungen informiert das Robert Koch-Institut [4]. Welche Nebenwirkungen Impfstoffe laut Fachinformation haben, steht auf den Seiten zu den Impfungen gegen Dengue, FSME, Gelbfieber, Hepatitis A, Tetanus und Tollwut. Bei der Zusammenstellung der Reiseapotheke berät laut ABDA die Apotheke [12].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Hat der Körper bei Durchfall zu viel Flüssigkeit und Salze verloren, können Schwindel und Kreislaufprobleme auftreten; dann ist laut gesund.bund.de schnelle ärztliche Hilfe nötig [5]. Säuglinge, Kleinkinder und Menschen mit Diabetes können laut Auswärtigem Amt durch fehlende Nahrung, Wasser- und Salzverlust rasch lebensgefährlich erkranken [2]. Diese Warnzeichen nennen die Quellen außerdem:

  • Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet: Dann sollten Sie sich laut gesund.bund.de immer auf Malaria untersuchen lassen, unabhängig davon, in welcher Form das Fieber auftritt [6]. Mehr: Malaria.
  • Verstopfung oder aufgetriebener Leib unter Loperamid: Dann muss das Mittel laut Packungsbeilage sofort abgesetzt werden. Besteht der Durchfall nach 2 Tagen Behandlung weiter, setzen Sie es ab und suchen eine Ärztin oder einen Arzt auf [16].
  • Zeichen einer schweren Hautreaktion unter Dimenhydrinat: rötliche, nicht erhabene, zielscheibenartige oder kreisförmige Flecken am Rumpf, häufig mit Blasen in der Mitte, Abschälen der Haut, Geschwüre in Mund, Rachen und Nase sowie an Genitalien und Augen; mitunter gehen Fieber und grippeähnliche Beschwerden voraus. Brechen Sie laut Packungsbeilage die Einnahme ab und begeben Sie sich unverzüglich in ärztliche Behandlung [14]. Diese Hinweise gehen auf einen europäischen Beschluss vom 23.07.2026 zurück, den das BfArM mit Bescheid vom 17.09.2026 für Arzneimittel mit Dimenhydrinat umgesetzt hat; danach sind Fach- und Gebrauchsinformationen außerdem um Hinweise zu Missbrauch, zum fixen Arzneimittelexanthem und zu verstärkten anticholinergen Wirkungen zusammen mit anderen anticholinerg wirkenden Mitteln anzupassen [18].
  • Zu viele Reisetabletten eingenommen: Rufen Sie laut Packungsbeilage den nächsten erreichbaren Arzt zu Hilfe und halten Sie die Packung bereit; Kinder sind bei versehentlicher Einnahme größerer Mengen besonders gefährdet [14].

Im europäischen Ausland erreichen Sie über die 112 die nationalen Notdienste, und auch in einigen Ländern außerhalb Europas werden Sie weitergeleitet, wenn Sie mit dem Mobiltelefon die 112 wählen [9]. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen Sie aus dem Ausland über 0049 116 117 [9].

Quellen

  1. Behörde Reisemedizinische Vorsorge (Einleitung, Abschnitte Kurzreisen, Hygieneregeln auf Reisen und Reiseapotheke). Auswärtiges Amt. Stand 12.10.2023. abgerufen am 18.10.2026
  2. Behörde Durchfallerkrankungen. Auswärtiges Amt, Gesundheitsdienst. Stand 09.10.2023. abgerufen am 18.10.2026
  3. Behörde Ich bin bei meiner Reise ins Ausland auf die Mitnahme von Medikamenten angewiesen. Muss ich besondere Zollvorschriften beachten?. Auswärtiges Amt. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  4. Behörde Reisen mit chronischen Erkrankungen. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 24.11.2025. abgerufen am 18.10.2026
  5. Behörde Durchfall. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 08.03.2024. abgerufen am 18.10.2026
  6. Behörde Malaria. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 04.01.2024. abgerufen am 18.10.2026
  7. Behörde Umgang mit Arzneimitteln: Richtig lagern, einnehmen und entsorgen (Abschnitte Lagerung und Antibiotika). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem BfArM). Stand 17.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
  8. Behörde Hausapotheke: Medikamente, Verbandsmaterial und mehr. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem BfArM). Stand 05.01.2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Behörde Nummern für den Notfall (Abschnitte Notruf und Ausland oder Euronotruf). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 06.10.2025. abgerufen am 18.10.2026
  10. Behörde Reisen mit Betäubungsmitteln. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bundesopiumstelle. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  11. Behörde Dimenhydrinat und Diphenhydramin: Überdosierung oraler und rektaler Darreichungsformen bei Kindern bis 3 Jahre (Abschluss des Stufenplanverfahrens). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 22.12.2017. abgerufen am 18.10.2026
  12. Checkliste Reiseapotheke. ABDA Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Cetirizin-ratiopharm bei Allergien 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 18.10.2026
  14. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Reisetabletten-ratiopharm 50 mg Tabletten (Dimenhydrinat). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 18.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dimetin ADGC 1 mg/g Gel (Dimetindenmaleat). Zentiva Pharma GmbH. Stand 09/2023. abgerufen am 18.10.2026
  16. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Loperamid-ratiopharm akut 2 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  17. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation NasenSpray-ratiopharm Erwachsene (Xylometazolinhydrochlorid). ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 18.10.2026
  18. Behörde PSUR Single Assessment: Umsetzung des einstimmigen Beschlusses der Koordinierungsgruppe vom 23.07.2026 betreffend die Zulassungen für Humanarzneimittel mit dem Wirkstoff Coffein/Dimenhydrinat, Dimenhydrinat (mit Bescheid und Beschluss samt Anhängen). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 17.09.2026. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was gehört in eine Reiseapotheke?

Laut Checkliste der ABDA grundsätzlich alle Medikamente der Hausapotheke, ergänzt um Mittel gegen typische Reisebeschwerden: zum Beispiel Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Durchfall, Erkältung, Allergien, Sonnenbrand, Insektenstiche und Reiseübelkeit, dazu Desinfektionsmittel, Verbandmaterial, ein Fieberthermometer und alle dauerhaft benötigten Medikamente in ausreichender Menge. Die genaue Zusammensetzung hängt von Reiseart, Reiseziel und der medizinischen Versorgung vor Ort ab. Welche Mittel für Sie infrage kommen, klären Sie in der Apotheke oder Arztpraxis.

Was gehört bei einer Fernreise zusätzlich hinein?

Die ABDA nennt für Fernreisen eventuell zusätzlich ein Malariamittel, wenn die Ärztin oder der Arzt es verordnet, ein Moskitonetz und ein Mittel zur Desinfektion von Trinkwasser. Das Auswärtige Amt rät, sich über das Reiseland und dort notwendige Impfungen zu informieren, Hinweise zu Malaria zu beachten und auf ausreichenden Mückenschutz zu achten. Die Vorsorge besprechen Sie mit ausreichendem Abstand zur Reise mit erfahrenen Tropen- oder Reisemedizinern.

Wie viele Dauermedikamente soll ich mitnehmen?

Eine feste Menge nennen Auswärtiges Amt und gesund.bund.de nicht. Das Auswärtige Amt rät, wichtige Dauermedikamente in ausreichender Menge mitzunehmen. gesund.bund.de empfiehlt einen ausreichenden Vorrat für den Fall, dass sich die Rückreise ungeplant verzögert, und auf Ausflügen so viele Medikamente, dass sie auch für eine ungeplante Übernachtung reichen. Wie viel das für Sie bedeutet, besprechen Sie mit Ihrer Arztpraxis.

Darf ich auf Reisen selbst etwas gegen Durchfall nehmen?

Ein rezeptfreies Präparat mit Loperamid ist laut seiner Packungsbeilage für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren bestimmt; ohne ärztlichen Rat dürfen Sie es nicht länger als 2 Tage einnehmen, und bei Durchfällen mit Fieber und/oder blutigem Stuhl darf es nicht eingenommen werden. Die wichtigste Behandlungsmaßnahme ist laut Packungsbeilage der Ersatz von Flüssigkeit und Salzen. Kommen Blut oder Schleim im Stuhl, Fieber, Erbrechen, Schmerzen oder Kreislaufstörungen hinzu, sollten Sie laut Auswärtigem Amt ärztliche Hilfe suchen.

Machen Reisetabletten müde?

Laut Packungsbeilage eines Präparats mit Dimenhydrinat können die Tabletten auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt ist, in verstärktem Maße mit Alkohol. Kinder bis einschließlich 5 Jahren, Schwangere und Stillende dürfen sie nicht einnehmen. Was rechtlich beim Fahren gilt, erklärt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Wie bewahre ich Medikamente unterwegs auf?

Laut gesund.bund.de in der Originalverpackung zusammen mit der Packungsbeilage, geschützt vor Hitze und Sonnenlicht und in trockener Umgebung. Was für Ihr Präparat gilt, steht in Abschnitt 5 der Packungsbeilage; bei einigen Mitteln aus der Reiseapotheke steht dort "Nicht über 25 °C lagern". Medikamente und Hilfsmittel, die Sie in den ersten Tagen brauchen, sowie kälteempfindliche Medikamente gehören laut gesund.bund.de ins Handgepäck.

Brauche ich für meine Medikamente im Ausland eine Bescheinigung?

Wer auf eine große Menge Medikamente oder auf Medikamente angewiesen ist, die als Betäubungsmittel gelten, sollte laut Auswärtigem Amt ein aktuelles Attest der Hausarztpraxis dabeihaben, für das fremdsprachige Ausland auf Englisch. Für ärztlich verschriebene Betäubungsmittel brauchen Sie laut BfArM bei Reisen von bis zu 30 Tagen in Schengen-Staaten eine ärztliche Bescheinigung, die vor der Reise beglaubigt wird; außerhalb des Schengen-Raums gelten die Bestimmungen des Ziel- oder Transitlandes. Eine rechtsverbindliche Auskunft zu den Regeln eines Landes gibt laut Auswärtigem Amt nur dessen Botschaft.

Was tun bei Fieber während oder nach einer Tropenreise?

Wer sich in einem Malariagebiet aufgehalten hat, sollte sich laut gesund.bund.de bei Fieber immer einer Malaria-Diagnostik unterziehen, unabhängig davon, in welcher Form das Fieber auftritt. Ein Medikament zur notfallmäßigen Selbsttherapie sollte nur zum Einsatz kommen, wenn bei Fieber keine ärztliche Hilfe zur Verfügung steht; danach sollten Sie so bald wie möglich Kontakt zu einer Ärztin oder einem Arzt aufnehmen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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