BehandlungenBehandlung

Strahlentherapie: Nebenwirkungen

Müdigkeit ist laut IQWiG die häufigste allgemeine Nebenwirkung einer Strahlentherapie; im Bestrahlungsfeld kann die Haut ähnlich wie bei einem Sonnenbrand empfindlich werden und sich leicht röten. Welche weiteren Beschwerden auftreten, hängt laut IQWiG unter anderem von der Dosis und der bestrahlten Körperregion ab; die meisten Nebenwirkungen sind vorübergehend, Spätfolgen wie eine Gewebsverhärtung können laut BfS zum Teil erst lange nach der Behandlung auftreten. Bei schwerer Atemnot, starken Brustschmerzen, starken, nicht stillbaren Blutungen oder Bewusstlosigkeit nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung den Notruf 112. Nebenwirkungen von Arzneimitteln, die Sie während der Bestrahlung bekommen, können Sie über nebenwirkungen.bund.de melden.

Frau Ende fünfzig mit kurzem grauem Haar und rostroter Strickjacke geht im Herbstlicht ruhig auf einem Weg durch einen Park
Bild: KI-generiert

Müdigkeit ist laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die häufigste allgemeine Nebenwirkung einer Strahlentherapie; im Bestrahlungsfeld kann die Haut ähnlich wie bei einem Sonnenbrand empfindlich werden und sich leicht röten [8]. Weil die Strahlentherapie örtlich wirkt, sind die Nebenwirkungen laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf das Bestrahlungsgebiet begrenzt; sie können prinzipiell alle Organe und Gewebe betreffen, die der Strahlung ausgesetzt werden [1]. Die meisten Nebenwirkungen sind laut IQWiG vorübergehend [8], andere wie eine Verhärtung des Gewebes treten laut BfS zum Teil erst lange nach der Behandlung auf [1]. Bei schwerer Atemnot, starken Brustschmerzen, starken, nicht stillbaren Blutungen oder Bewusstlosigkeit nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) den Notruf 112 [18]. Weitere Behandlungen finden Sie unter Behandlungen.

Was bei der Strahlentherapie passiert

Bei einer Strahlentherapie (Radiotherapie) werden laut BfS Tumoren mit ionisierender Strahlung unter Kontrolle gehalten oder zerstört [1]. Die Strahlung schädigt das Erbgut der bestrahlten Zellen und kann so Zellteilungen verhindern und Zellen absterben lassen. Gesundes Gewebe kann solche Schäden reparieren, in Krebszellen funktionieren diese Reparaturmechanismen laut BfS oft eingeschränkt [1]. Laut IQWiG kann eine externe Strahlentherapie bei bösartigen Tumoren allein oder in Kombination mit einer Operation oder einer Chemotherapie eingesetzt werden. Das Ziel kann sein, die Erkrankung zu heilen (kurativ) oder sie zurückzudrängen und Schmerzen und andere Beschwerden zu lindern (palliativ) [8].

Bestrahlung von außen und von innen

Die externe Strahlentherapie ist laut IQWiG die am weitesten verbreitete Form: Die Strahlen dringen von außen durch die Haut in den Körper und bis in das Tumorgewebe ein [8]. Die meisten Bestrahlungen werden heute mit Teilchenbeschleunigern wie einem Linearbeschleuniger vorgenommen [8]. Die Bestrahlung mit Protonen und Schwerionen ist laut BfS (Stand der Seite: Oktober 2021) derzeit bis auf wenige Ausnahmen noch keine Standardtherapie und wird im Rahmen klinischer Studien weiter erforscht [2].

Bei der Brachytherapie, der inneren Bestrahlung, liegt die Strahlenquelle laut IQWiG in unmittelbarer Nähe des Tumors oder wird direkt in ihn eingebracht; als Strahlenquelle dienen radioaktive Stoffe [9]. Je nach Form wird sie direkt auf der Haut angebracht, in einen Hohlraum wie Gebärmutter, Scheide, Speiseröhre oder Bronchien eingeführt oder in das Gewebe eingebracht, zum Beispiel in die Prostata oder die Brust [9]. Beim Nachladeverfahren (Afterloading) wird die Strahlenquelle laut IQWiG meist nach kurzer Zeit wieder entfernt [9]. Bei einer anderen Form wird das radioaktive Material laut IQWiG in reiskorngroßen Kapseln (Seeds) dauerhaft ins Gewebe eingepflanzt [9]; diese dauerhafte Implantation von Seeds wird laut BfS zum Beispiel bei Prostatakrebs und einigen Hirntumoren angewendet [3]. Mehr zur Behandlung mit radioaktivem Iod: Radiojodtherapie.

Ablauf

Vor der Bestrahlung wird laut IQWiG die Lage des Tumors mit Ultraschall, Röntgen, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie genau bestimmt; danach werden das Bestrahlungsgebiet festgelegt und ein Behandlungsplan erstellt, der unter anderem Strahlenart und Dosis festlegt [8]. Damit die Strahlen bei jeder Sitzung dieselbe Stelle treffen, werden mit lang haftender Tinte Markierungen auf der Haut angebracht [8]. Die Markierungen müssen laut Deutscher Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) in der Regel während der gesamten Behandlung erhalten bleiben, sonst könnte sich die Behandlung durch eine erneute Planung verlängern [17].

Die Strahlendosis wird laut BfS meist in vielen kleinen Portionen (Fraktionen) gegeben statt in einer Sitzung, damit sich gesundes Gewebe zwischen den Bestrahlungen erholen kann [1]. Normalerweise wird laut BfS an fünf Tagen pro Woche bestrahlt, mit einer Pause meist am Wochenende; die Behandlung dauert dadurch oft mehrere Wochen [1]. Wie viele Bestrahlungen Sie bekommen, ist je nach Erkrankung verschieden; den genauen Zeitplan bespricht laut DEGRO die Radioonkologin oder der Radioonkologe vor Behandlungsbeginn mit Ihnen [17]. Eine Strahlentherapie ist laut IQWiG meist ambulant möglich. Während der Bestrahlung ist man allein im Raum, hat aber Sichtkontakt zum Personal und kann sich mit einer Klingel bemerkbar machen [8].

Häufige Nebenwirkungen

Ob sich unerwünschte Wirkungen einstellen, hängt laut IQWiG von vielen Faktoren ab: von der Dosis, von der bestrahlten Körperregion und den Organen im Bestrahlungsfeld; zudem reagiert nicht jeder Mensch gleich auf Strahlung [8]. Die DEGRO unterscheidet akute Nebenwirkungen, die in den Wochen während und kurz nach der Strahlentherapie auftreten, von Spätreaktionen, die Monate bis Jahre nach der Behandlung eintreten können [17]. Die meisten Nebenwirkungen sind laut IQWiG vorübergehend. Sie können wenige Tage nach Beginn der Behandlung einsetzen, manche halten einige Wochen an [8]. Akute Nebenwirkungen klingen laut DEGRO in aller Regel vollständig wieder ab [17].

Mögliche Nebenwirkungen laut IQWiG, BfS, DEGRO und Krebsinformationsdienst, nach bestrahlter Region
BereichWas die Quelle nenntQuelle
AllgemeinMüdigkeit, laut IQWiG die häufigste allgemeine Nebenwirkung; sie kann schon nach wenigen Behandlungssitzungen auftreten, die Ursache ist nicht genau bekannt. Eine Erschöpfung (Fatigue) setzt laut Krebsinformationsdienst (Stand der Seite: Juni 2018) erst nach ein bis zwei Wochen ein; sie kann noch Wochen bis wenige Monate nach dem Ende der Behandlung anhalten, bessert sich dann aber bei den meisten BetroffenenIQWiG [8], Krebsinformationsdienst [19]
Haut im BestrahlungsfeldHaut kann ähnlich wie bei einem Sonnenbrand empfindlich werden und sich leicht röten; nach 3 bis 4 Wochen kann sie trocken werden und sich schälen, manchmal mit Juckreiz; danach wird sie wegen vermehrter Pigmentbildung oft dunklerIQWiG [8]
Haut und Schleimhaut im bestrahlten GebietReizungen, laut BfS während der Therapie häufig; sie bilden sich in der Regel nach dem Ende der Bestrahlung rasch wieder zurückBfS [1]
Kopf und HalsSchleimhautentzündungen im Mund oder in der SpeiseröhreDEGRO [17]
KopfhautHaarausfall am Kopf, laut DEGRO nur bei einer Bestrahlung der KopfhautDEGRO [17]
BrustHautrötungen (DEGRO); Hautreizungen und narbige Gewebeveränderungen (IQWiG zum frühen Brustkrebs)DEGRO [17], IQWiG [10]
Bauch und VerdauungstraktÜbelkeit, Erbrechen oder Durchfall (IQWiG); Übelkeit oder Durchfälle bei Bestrahlung im Bauchbereich (DEGRO)IQWiG [8], DEGRO [17]
Prostata, Bestrahlung von außenlaut IQWiG am häufigsten Erektionsstörungen und Darmprobleme wie Durchfall, ungewollter Stuhlabgang und Blut im StuhlIQWiG [12]
Prostata, BrachytherapieNebenwirkungen ähnlich wie bei der Bestrahlung von außen; in den ersten 1 bis 2 Jahren kann es zu Beschwerden beim Wasserlassen kommenIQWiG [12]
Enddarm und Blase bei Prostatakrebsentzündliche oder narbige NebenwirkungenDEGRO [17]
Brachytherapie allgemeindie behandelte Stelle kann für einige Zeit schmerzempfindlich oder wund seinIQWiG [9]

Die Tabelle ist keine vollständige Liste und enthält keine Häufigkeitsklassen wie eine Packungsbeilage. Welche Nebenwirkungen bei Ihrer Bestrahlung möglich sind, erläutert die Ärztin oder der Arzt laut DEGRO im Aufklärungsgespräch anhand eines Aufklärungsbogens [17].

Wird gleichzeitig eine Chemotherapie gegeben (Radiochemotherapie), verstärken sich laut DEGRO auch die Nebenwirkungen während der Behandlung, sodass eine sehr engmaschige Überwachung und gegebenenfalls eine Behandlung im Krankenhaus nötig werden kann [17]. Zu Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Krebs: Chemotherapie. Mehr zu Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall und Haarausfall als Nebenwirkung von Medikamenten; die Tabellen dort zeigen keine Bestrahlungen.

Seltene und schwere Nebenwirkungen

Chronische Entzündungen, eine Verhärtung (Fibrose) und eine Schrumpfung von Gewebe treten laut BfS zum Teil erst lange Zeit nach einer Strahlentherapie auf [1]. Auch eine zweite Krebserkrankung, oft viele Jahre später, zählt laut BfS zu den möglichen Spätfolgen [1]. Solche Nebenwirkungen können laut BfS die Lebensqualität beeinträchtigen; um sie weitgehend zu vermeiden, müssen strahlenempfindliche Organe in der Umgebung des Tumors bestmöglich geschont werden [4].

Im Aufklärungsbogen stehen laut DEGRO wie in der Packungsbeilage eines Medikaments sämtliche Nebenwirkungen, auch solche, die sehr selten (weniger als 1 von 10.000) oder äußerst selten (Einzelfälle) auftreten [17]. Nach einer Brachytherapie treten schwere unerwünschte Wirkungen laut IQWiG nach jetzigem Kenntnisstand selten auf. Es gibt aber noch keine ausreichend aussagekräftige Forschung, um genau zu sagen, wie sich dieses Verfahren langfristig auswirkt [9].

Spätfolgen und Nachsorge

Als Beispiele für Spätreaktionen nennt die DEGRO Hautverfärbungen, Verhärtungen des Unterhautbindegewebes und narbige Veränderungen in mitbestrahlten Organen; solche Spätreaktionen können chronisch bleiben [17].

Lymphödem: Operationen und Bestrahlungen können laut IQWiG die Lymphgefäße unterbrechen; ein Lymphödem kann auch noch Monate oder Jahre nach einer Krebsbehandlung auftreten [11]. Etwa 6 bis 20 von 100 Frauen, die wegen Brustkrebs operiert oder bestrahlt wurden, entwickeln laut IQWiG ein Lymphödem, meist im ersten oder zweiten Jahr nach der Krebsbehandlung. Nach einer Brustkrebsoperation bildet es sich meist im Arm, manchmal auch an der Hand oder im Brustbereich [11].

Nachsorge: Nach der letzten Bestrahlung folgt laut DEGRO eine Abschlussuntersuchung; dabei werden die weitere Hautpflege, allgemeine Verhaltensmaßnahmen und gegebenenfalls Kontrolluntersuchungen besprochen [17]. Mindestens einmal im Jahr sollte laut DEGRO eine Nachsorge bei einer Radioonkologin oder einem Radioonkologen erfolgen [17]. Bei Beschwerden oder neu auftretenden Symptomen sollten Sie sich laut DEGRO unbedingt auch unabhängig von der regulären Nachsorge bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorstellen [17].

Was Sie tun können

Frau um die fünfzig mit rotbraunem Haar in senfgelbem Pullover spricht in einem hellen Sprechzimmer mit einer Ärztin mit dunkelblondem Haar an einem Schreibtisch
Bild: KI-generiert

Viele der Nebenwirkungen einer Strahlentherapie lassen sich laut IQWiG durch Gegenmaßnahmen lindern, zum Beispiel mit Medikamenten [8]. Während der Bestrahlungen werden Sie laut DEGRO regelmäßig zu Zwischengesprächen (Visiten) einbestellt; darüber hinaus sollten Sie auch selbst um ein Gespräch bitten, falls Sie Fragen haben oder Beschwerden auftreten [17].

Haut: Führen Sie laut DEGRO keine eigenen Experimente durch, sondern besprechen Sie die Hautpflege mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zusätzliche Belastungen der bestrahlten Haut sollten Sie vermeiden, etwa Reiben, Kratzen, Schmutz oder ein feuchtes Milieu durch Haut-auf-Haut-Kontakt in Hautfalten [17]. Außerdem nennt die DEGRO [17]:

  • Meiden Sie direkte Sonne auf der bestrahlten Haut, verwenden Sie UV-Schutz, schützen Sie sich mit Kleidung und vermeiden Sie starkes Schwitzen und Hitzestau.
  • Bevorzugen Sie Kleidung aus Baumwolle oder Naturfaser und vermeiden Sie zu enge oder kratzige Kleidung.
  • Duschen und die Reinigung mit klarem Wasser im Bestrahlungsbereich sind erlaubt. Verzichten Sie auf Vollbäder und achten Sie darauf, dass die Hautmarkierungen nicht versehentlich weggewaschen werden.
  • Im Bestrahlungsfeld sollten keine parfümierten Pflegeprodukte oder Seifen benutzt werden; auf eine Nassrasur sollte verzichtet werden.
  • Verwenden Sie für die Hautpflege im Bestrahlungsfeld ausschließlich die Pflegeprodukte, die Ihre Radioonkologin oder Ihr Radioonkologe empfiehlt.

Bei Hautveränderungen wenden Sie sich laut DEGRO umgehend an Ihr Strahlentherapie-Team, da eine Anpassung der Pflegeprodukte erforderlich sein kann [17].

Übelkeit: Ob ein Mittel gegen Übelkeit für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ondansetron ist laut einem Rote-Hand-Brief vom Oktober 2019 für die Anwendung bei Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Therapie mit Zytostatika und Strahlentherapie zugelassen [14]. Für Metoclopramid besteht laut einer Zusammenfassung des BfArM von 2014 unter Berücksichtigung der geänderten Produktinformationen und der Maßnahmen zur Risikominimierung bei Erwachsenen zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen durch eine Strahlentherapie nach wie vor ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis [13]. Zu beiden Wirkstoffen gibt es Sicherheitsinformationen. Mehr dazu: Mittel gegen Übelkeit und Übelkeit und Erbrechen.

Alltag: Je nach Bestrahlungsvolumen und Körperregion ist es laut DEGRO möglich, dass Sie während der Behandlungszeit Ihren gewohnten Tätigkeiten oder Ihrer Arbeit nachgehen, falls Sie das selbst wünschen; ob und wie Sie während der Therapie körperlich aktiv sein können, dazu berät Sie Ihr Behandlungsteam [17].

Sexualität: Je nach Behandlungsregion können laut DEGRO Trockenheit, Brennen oder Schmerzen auftreten, aber auch Spannungsgefühl, Empfindlichkeitsveränderungen, Narbenschmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit oder ausgeprägte Müdigkeit. Die DEGRO rät, das Thema früh anzusprechen und sich individuell beraten zu lassen, statt allein auszuprobieren [17]. Mehr zu Erektionsstörungen.

Unterstützung: Laut DEGRO kann es hilfreich sein, schon während der Behandlung Kontakt zur Sozialberatung oder zum psychoonkologischen Dienst der Klinik aufzunehmen [17]. Psychologische Beratung gibt es laut Krebsinformationsdienst (Stand der Seite: Juni 2018) in fast allen Kliniken; Anlaufstellen können außerdem regionale Krebsberatungsstellen sein, und wer längerfristig Unterstützung möchte, kann sich an niedergelassene Psychoonkologinnen und Psychoonkologen wenden [19]. Als kostenfreie Beratungsstellen nennt die DEGRO den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (0800 4203040, täglich 8 bis 20 Uhr) [17, 19] und das Infonetz Krebs der Deutschen Krebshilfe (0800 80708877, Montag bis Freitag 8 bis 17 Uhr) [17].

Beschwerden, Beginn und Dauer können Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch festhalten, Fragen für das Aufklärungsgespräch mit dem Werkzeug Fragen für das Arztgespräch sammeln. Die DEGRO schlägt unter anderem diese Fragen vor: Welche Nebenwirkungen können auftreten? Wann sollte ich mein Behandlungsteam informieren? Mit welchen Langzeitfolgen muss ich rechnen? [17]

Verdacht melden: Über nebenwirkungen.bund.de melden Sie Nebenwirkungen von Arzneimitteln, zum Beispiel von Mitteln, die Sie während der Strahlentherapie bekommen; die Meldung geht direkt an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder das Paul-Ehrlich-Institut [16]. Bedeutsame Vorkommnisse bei Strahlenanwendungen in der Medizin sollen nach der Richtlinie 2013/59/Euratom, die laut BfS mit dem Strahlenschutzgesetz und der Strahlenschutzverordnung in deutsches Recht umgesetzt wurde, an die zuständige Behörde gemeldet werden; diese hat das BfS als zentrale Stelle zu informieren [7]. Wie die Meldung eines Verdachts abläuft, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wer die Behandlung nicht oder nur mit Vorsicht bekommen sollte

Weil jede Strahlentherapie zu Nebenwirkungen führen kann, muss laut BfS die behandelnde fachkundige Ärztin oder der Arzt vorher Nutzen und Risiko abwägen (rechtfertigende Indikation, Abschnitt Strahlenschutz) [1, 4]. Für Schwangere gelten besondere Regeln (Abschnitt Schwangerschaft und Stillzeit).

Ist bei Ihnen eine Platzangst (Klaustrophobie) bekannt, sprechen Sie laut DEGRO mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, um eine passende Lösung für die Lagerung zu finden [17].

Andere Medikamente

Die Nebenwirkungen einer Immuntherapie sind laut DEGRO sehr vielfältig und können auch langfristig nach der Behandlung auftreten. Daher muss die behandelnde Radioonkologin oder der Radioonkologe wissen, ob Sie eine Immuntherapie bekommen haben oder ob sie gleichzeitig mit der Strahlentherapie geplant ist [17]. Als Beispiele nennt die DEGRO für die Immuntherapie Pembrolizumab und Nivolumab, für die Antihormontherapie Tamoxifen [17]. Mehr dazu auf den Wirkstoffseiten und unter Brustkrebs und Antihormontherapie. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wird eine schwangere Frau einer Bestrahlung ausgesetzt, kann es laut BfS beim ungeborenen Kind zu Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen kommen; zudem hat das Kind ein erhöhtes Risiko, an Krebs oder Leukämie zu erkranken [5]. Ob Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen auftreten, hängt laut BfS nicht nur von der Höhe der Strahlendosis ab, sondern auch vom Entwicklungsstadium des Ungeborenen und damit vom Zeitpunkt in der Schwangerschaft [5].

Nach § 120 Absatz 1 der Strahlenschutzverordnung hat die anwendende Ärztin oder der anwendende Arzt vor einer Anwendung ionisierender Strahlung oder radioaktiver Stoffe gebärfähige Personen zu befragen, ob eine Schwangerschaft besteht oder bestehen könnte; bei bestehender oder nicht auszuschließender Schwangerschaft ist die Dringlichkeit der Anwendung zu prüfen [15]. Ist die Anwendung trotzdem geboten, sind nach Absatz 2 alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Exposition, also die Strahlenbelastung, dieser Person und insbesondere des ungeborenen Kindes herabzusetzen [15].

Schon bei relativ niedriger Strahlendosis können laut Krebsinformationsdienst (Stand der Seite: Juni 2018) Schäden an den Keimdrüsen (Eierstöcke, Hoden) auftreten [19]. Wenn möglich, wird das medizinische Personal laut IQWiG versuchen, Hoden und Eierstöcke vor den Strahlen abzuschirmen, um die Fruchtbarkeit nicht zu beeinträchtigen. Ist eine Strahlentherapie im Beckenbereich nötig, informiert die Ärztin oder der Arzt über mögliche Folgeschäden und berät dazu, wie man diese begrenzen kann [8].

Stillzeit: Jede Strahlentherapie ist laut BfS eine Einzelfallentscheidung; Stillende sollten mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz des Kindes getroffen werden sollten [6]. Die häufigste Form, die Teletherapie mit Photonen, stellt laut BfS in beinahe allen Fällen kein Problem für stillende Mütter und ihre Säuglinge dar. In wenigen Fällen, etwa bei einer Brachytherapie mit Implantaten in der Nähe der Brust, sollte das Stillen unter Umständen ausgesetzt werden [6]. Je näher die Strahlentherapie an der Brust stattfindet, desto mehr Aufmerksamkeit sollte dem Thema laut BfS geschenkt werden [6]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Aktuelle Sicherheitsinformationen

Zu den beiden Mitteln gegen Übelkeit hat das BfArM Sicherheitsinformationen veröffentlicht:

  • Ondansetron: In einem Rote-Hand-Brief vom Oktober 2019, vom BfArM am 01.10.2019 veröffentlicht, informieren die Zulassungsinhaber in Abstimmung mit dem BfArM: Ausgehend von epidemiologischen Studien wird vermutet, dass Ondansetron orofaziale Fehlbildungen (Fehlbildungen im Mund- und Gesichtsbereich) verursacht, wenn es im ersten Trimenon der Schwangerschaft gegeben wird [14]. Ondansetron sollte nicht im ersten Trimenon der Schwangerschaft angewendet werden, und Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine Schwangerschaftsverhütung in Erwägung ziehen [14]. Für die Behandlung von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft ist Ondansetron laut Rote-Hand-Brief nicht zugelassen [14].
  • Metoclopramid: Nach einem Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission vom 20.12.2013 wurden die Fach- und Gebrauchsinformationen metoclopramidhaltiger Arzneimittel geändert, Zulassungen oberhalb eines bestimmten Wirkstoffgrenzwerts widerrufen; das BfArM hat den Beschluss mit Bescheid vom 09.04.2014 umgesetzt und am 23.04.2014 darüber informiert [13]. Als Hintergrund gibt das BfArM einen Auszug aus der Kommissionsentscheidung wieder: Metoclopramid wird seit Langem mit dem Risiko schwerer neurologischer Nebenwirkungen in Zusammenhang gebracht, etwa akuter extrapyramidaler Symptome (Bewegungsstörungen) und einer bleibenden Spätbewegungsstörung (irreversible tardive Dyskinesie); vor allem ältere Menschen scheinen nach einer langfristigen Behandlung gefährdet, eine tardive Dyskinesie zu entwickeln, die in einigen Fällen bleibend (irreversibel) sein kann [13].

Mehr im Ratgeber Rote-Hand-Briefe und Rückrufe.

Strahlenschutz

Jede Strahlentherapie kann zu Nebenwirkungen führen. Zum Schutz der Patientin oder des Patienten muss deshalb laut BfS vor einer Bestrahlung die behandelnde fachkundige Ärztin oder der Arzt eine sogenannte rechtfertigende Indikation stellen: Eine Strahlentherapie darf nur durchgeführt werden, wenn der erwartete Nutzen das Risiko durch Nebenwirkungen übersteigt [4]. Dabei muss die Ärztin oder der Arzt laut BfS auch berücksichtigen, ob strahlungsärmere Behandlungsmöglichkeiten mit ähnlichen Erfolgsaussichten infrage kommen [4].

Vor und während der Bestrahlung schützen laut BfS mehrere Maßnahmen vor zu hohen Strahlendosen: ein individueller Bestrahlungsplan, die Ruhigstellung der bestrahlten Körperregion mit Lagerungshilfen, regelmäßige Feldkontrollen und eine an den Tumor und die umliegenden gesunden Organe angepasste Dosisverteilung [4].

Geht von Ihnen nach der Bestrahlung Strahlung aus?

Bei der Bestrahlung von außen mit einem Linearbeschleuniger entsteht die Strahlung laut IQWiG mithilfe von Elektrizität und nicht aus radioaktiven Stoffen [8]. Die Strahlung wirkt laut Krebsinformationsdienst (Stand der Seite: März 2018) nur im Körper selbst, solange der Linearbeschleuniger eingeschaltet ist [20]. Für stillende Mütter beschreibt das BfS Fälle einer Teletherapie mit besonders hochenergetischen Photonen, Protonen oder Schwerionen, in denen sich kurzzeitig radioaktive Stoffe im Körper bilden und die deshalb gesondert betrachtet werden müssen [6].

Wird bei einer Brachytherapie die Strahlenquelle nur vorübergehend eingeführt, geht laut IQWiG in den Behandlungspausen und nach dem Ende der Behandlung keine Strahlung von der behandelten Person aus; sie muss dann keine Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit anderen Menschen einhalten [9]. Auch wenn eine Strahlenquelle fest eingepflanzt wurde, gibt der Körper laut IQWiG in den meisten Fällen keine nennenswerte Strahlung ab, weil die Strahlen nur wenige Zentimeter weit reichen. Bei manchen Behandlungsformen kann aber für einige Zeit Strahlung von der behandelten Person ausgehen; deshalb ist manchmal ein kurzer Klinikaufenthalt auf einer Spezialstation mit Strahlenschutzvorkehrungen nötig [9].

Bei der Seed-Implantation ist die Strahlenintensität laut Krebsinformationsdienst (Stand der Seite: März 2018) in den ersten Tagen nach dem Einbringen am höchsten; Strahlenexperten empfehlen daher, in dieser Zeit engen Körperkontakt zu Schwangeren und Kindern zu vermeiden [20].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, starke, nicht stillbare Blutungen und akute, anhaltende stärkste Schmerzzustände nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Fälle für den Notruf 112 [18]. Sind die Praxen geschlossen, handelt es sich um Beschwerden, mit denen Sie sonst eine Praxis aufsuchen würden, und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117; als Beispiel nennt die KBV unter anderem anhaltenden Brechdurchfall bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme [18].

Warnzeichen für ein Lymphödem nach einer Brustkrebsbehandlung können laut IQWiG sein, dass sich der Arm schwer anfühlt, kribbelt oder spannt und Ringe eng am Finger sitzen. Es früh zu erkennen und rasch etwas gegen die Schwellung zu unternehmen, kann laut IQWiG entscheidend sein [11]. Rund um die Sexualität nennt die DEGRO Blutungen, starke Schmerzen und Infektzeichen als Gründe, ärztlichen Rat einzuholen [17].

Quellen

  1. Behörde Was ist Strahlentherapie? (Abschnitte Wirkprinzip, Fraktionierte Bestrahlung, Nebenwirkungen, Strahlenschutz). Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Stand 08.10.2021. abgerufen am 21.10.2026
  2. Behörde Teletherapie (Formen der Strahlentherapie). Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Stand 08.10.2021. abgerufen am 21.10.2026
  3. Behörde Brachytherapie (Formen der Strahlentherapie). Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Stand 08.10.2021. abgerufen am 21.10.2026
  4. Behörde Strahlenschutz in der Strahlentherapie (Abschnitte Abwägen von Nutzen und Risiko, Schutz des Patienten). Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Stand 02.08.2022. abgerufen am 21.10.2026
  5. Behörde Medizinische Strahlenanwendungen während der Schwangerschaft. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Stand 12.10.2021. abgerufen am 21.10.2026
  6. Behörde Medizinische Strahlenanwendungen während der Stillzeit (Abschnitte Strahlentherapie in der Stillzeit, Ansprechpartner). Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Stand 24.11.2025. abgerufen am 21.10.2026
  7. Behörde Erläuterungen zum Melde- und Informationssystem für bedeutsame Vorkommnisse (BeVoMed). Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Stand 02.03.2026. abgerufen am 21.10.2026
  8. Was ist eine externe Strahlentherapie?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 16.11.2022. abgerufen am 21.10.2026
  9. Was ist eine Brachytherapie?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 10.08.2022. abgerufen am 21.10.2026
  10. Früher Brustkrebs: Behandlung (Abschnitte Bestrahlung, Welche Nebenwirkungen haben die Behandlungen?). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.02.2026. abgerufen am 21.10.2026
  11. Brustkrebs: Behandlung von Lymphödemen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.02.2026. abgerufen am 21.10.2026
  12. Örtlich begrenzter Prostatakrebs (Abschnitt Behandlung). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 21.01.2026. abgerufen am 21.10.2026
  13. Behörde Metoclopramidhaltige Arzneimittel: Umsetzung des Durchführungsbeschlusses der EU-Kommission, mit Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen und Hintergründe (Durchführungsbeschluss vom 20.12.2013, Bescheid vom 09.04.2014). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.04.2014 (Zusammenfassung aktualisiert am 29.04.2014). abgerufen am 21.10.2026
  14. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Ondansetron: Erhöhtes Risiko orofazialer Fehlbildungen bei der Anwendung im ersten Trimenon der Schwangerschaft. Zulassungsinhaber ondansetronhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit dem BfArM. Stand Oktober 2019 (veröffentlicht vom BfArM am 01.10.2019). abgerufen am 21.10.2026
  15. Behörde § 120 Strahlenschutzverordnung (StrlSchV): Schutz von besonderen Personengruppen (Absätze 1 und 2). Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand StrlSchV vom 29.11.2018, zuletzt geändert durch Art. 10 G v. 23.10.2024 (BGBl. 2024 I Nr. 324). abgerufen am 21.10.2026
  16. Behörde Nebenwirkungen melden: Startseite (Abschnitt "Sie möchten eine Nebenwirkung melden?"). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und Paul-Ehrlich-Institut, nebenwirkungen.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
  17. Strahlen für das Leben: Informationsbroschüre für Patientinnen und Patienten (S. 8 und 9, 16, 18, 32, 34, 36 bis 48), C. Matuschek, R. Baumann, R. Fietkau u. a. im Auftrag der DEGRO. Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Stand 8. überarbeitete Auflage 2026. abgerufen am 21.10.2026
  18. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?", "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 21.10.2026
  19. Strahlentherapie: Anwendungsbeispiele und mögliche Nebenwirkungen (Abschnitte Erschöpfung; Lunge, Herz, Nerven, weitere Organe; Ängste und Sorgen auffangen; Ärztlicher Telefondienst). Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 27.06.2018 (Archivfassung vom 01.09.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026
  20. Bestrahlung bei Krebs: Häufige Fragen zur Strahlentherapie und Nuklearmedizin (Abschnitt "Ist die Strahlentherapie gefährlich für Menschen in meiner Umgebung?"). Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). Stand 21.03.2018 (Archivfassung vom 06.10.2026, abgerufen über web.archive.org). abgerufen am 21.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat eine Strahlentherapie?

Müdigkeit ist laut IQWiG die häufigste allgemeine Nebenwirkung. Im Bestrahlungsfeld kann die Haut ähnlich wie bei einem Sonnenbrand empfindlich werden und sich leicht röten, nach 3 bis 4 Wochen trocken werden und sich schälen. Weitere Beschwerden hängen von der bestrahlten Region ab, laut DEGRO zum Beispiel Schleimhautentzündungen im Mund oder in der Speiseröhre bei Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich oder Übelkeit und Durchfälle bei Bestrahlung im Bauchbereich. Die Übersicht steht im Abschnitt Häufige Nebenwirkungen.

Wie lange dauern die Nebenwirkungen der Bestrahlung?

Die meisten Nebenwirkungen sind laut IQWiG vorübergehend; sie können wenige Tage nach Beginn der Behandlung einsetzen, manche halten einige Wochen an. Eine Erschöpfung (Fatigue) setzt laut Krebsinformationsdienst (Stand der Seite: Juni 2018) erst nach ein bis zwei Wochen ein; sie kann noch Wochen bis wenige Monate nach dem Ende der Behandlung anhalten, bessert sich dann aber bei den meisten Betroffenen. Akute Nebenwirkungen klingen laut DEGRO in aller Regel vollständig wieder ab. Spätreaktionen wie Hautverfärbungen, Verhärtungen des Unterhautbindegewebes oder narbige Veränderungen in mitbestrahlten Organen können laut DEGRO Monate bis Jahre nach der Behandlung eintreten und chronisch bleiben.

Bin ich nach der Bestrahlung radioaktiv?

Bei der Bestrahlung von außen erzeugt der Linearbeschleuniger die Strahlung laut IQWiG mithilfe von Elektrizität und nicht aus radioaktiven Stoffen. Die Strahlung wirkt laut Krebsinformationsdienst (Stand der Seite: März 2018) nur im Körper selbst, solange der Linearbeschleuniger eingeschaltet ist. Bei einer Teletherapie mit besonders hochenergetischen Photonen, Protonen oder Schwerionen können sich laut BfS kurzzeitig radioaktive Stoffe im Körper bilden. Wird bei einer Brachytherapie die Strahlenquelle nur vorübergehend eingeführt, geht laut IQWiG in den Behandlungspausen und nach dem Ende der Behandlung keine Strahlung von Ihnen aus; auch bei fest eingepflanzten Strahlenquellen gibt der Körper in den meisten Fällen keine nennenswerte Strahlung ab. Bei manchen Behandlungsformen kann laut IQWiG aber für einige Zeit Strahlung ausgehen. Bei der Seed-Implantation ist die Strahlenintensität laut Krebsinformationsdienst (Stand der Seite: März 2018) in den ersten Tagen nach dem Einbringen am höchsten; Strahlenexperten empfehlen daher, in dieser Zeit engen Körperkontakt zu Schwangeren und Kindern zu vermeiden. Mehr im Abschnitt Strahlenschutz.

Was hilft gegen Hautreaktionen bei der Bestrahlung?

Führen Sie laut DEGRO keine eigenen Experimente durch, sondern besprechen Sie die Hautpflege mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, und verwenden Sie im Bestrahlungsfeld ausschließlich die empfohlenen Pflegeprodukte. Zusätzliche Belastungen wie Reiben, Kratzen und direkte Sonne sollten Sie meiden. Bei Hautveränderungen wenden Sie sich laut DEGRO umgehend an Ihr Strahlentherapie-Team, da eine Anpassung der Pflegeprodukte erforderlich sein kann.

Was hilft gegen Übelkeit bei der Strahlentherapie?

Viele der Nebenwirkungen einer Strahlentherapie lassen sich laut IQWiG durch Gegenmaßnahmen lindern, zum Beispiel mit Medikamenten. Ondansetron ist laut Rote-Hand-Brief vom Oktober 2019 für Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Therapie mit Zytostatika und Strahlentherapie zugelassen; für Metoclopramid besteht laut einer Zusammenfassung des BfArM von 2014 unter Berücksichtigung der geänderten Produktinformationen und der Maßnahmen zur Risikominimierung bei Erwachsenen zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen durch eine Strahlentherapie nach wie vor ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis. Ob ein solches Mittel für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Mengen laut Packungsbeilage stehen auf den Seiten Ondansetron und Metoclopramid.

Darf ich während einer Strahlentherapie stillen?

Jede Strahlentherapie ist laut BfS eine Einzelfallentscheidung; Stillende sollten mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz des Kindes nötig sind. Die Teletherapie mit Photonen stellt laut BfS in beinahe allen Fällen kein Problem für stillende Mütter und ihre Säuglinge dar. In wenigen Fällen, etwa bei einer Brachytherapie mit Implantaten in der Nähe der Brust, sollte das Stillen laut BfS unter Umständen ausgesetzt werden.

Tut die Bestrahlung weh?

Wie bei einer normalen Röntgenaufnahme ist von der Bestrahlung selbst laut IQWiG nichts zu spüren. Weil man sich während der Behandlung nicht bewegen darf, wird man manchmal in einer Position fixiert; das kann über einen längeren Zeitraum unbequem sein. Nach einer Brachytherapie kann die behandelte Stelle laut IQWiG für einige Zeit schmerzempfindlich oder wund sein.

Wann muss ich sofort ärztliche Hilfe holen?

Bewusstlosigkeit, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, starke, nicht stillbare Blutungen und akute, anhaltende stärkste Schmerzen nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Fälle für den Notruf 112. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft bei Beschwerden, mit denen Sie sonst in die Praxis gehen würden, der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Mehr im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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