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Metoclopramid (MCP): Nebenwirkungen und Wirkung
Metoclopramid, kurz MCP, ist ein verschreibungspflichtiges Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen, auch bei Migräne und nach Chemo- oder Strahlentherapie. Sehr häufig macht es schläfrig; häufig sind unkontrollierbare Bewegungen, besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen. Treten solche Bewegungen, hohes Fieber mit hohem Blutdruck, Krämpfen und Schweißausbruch oder Zeichen einer Allergie auf, brechen Sie die Behandlung ab und sprechen unverzüglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Gefühl von Schläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]
- Häufig: Depression[1, 2]
- Häufig: Unkontrollierbare Bewegungen wie Ticks, Zittern, Drehbewegungen oder Muskelkontraktionen mit Steifheit oder Starre (extrapyramidale Erkrankungen), laut Fachinformation besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und/oder wenn die empfohlene Dosis überschritten wird, selbst nach einer einzigen Dosis[1, 2]
- Häufig: Ähnliche Symptome wie bei der Parkinson-Krankheit, etwa Starre und Zittern (Parkinsonismus)[1, 2]
- Häufig: Gefühl von Ruhelosigkeit (Akathisie)[1, 2]
- Häufig: Abnahme des Blutdrucks, besonders bei Anwendung in die Vene[1, 2]
- Häufig: Durchfall[1, 2]
- Häufig: Schwächegefühl (Asthenie)[1, 2]
Wofür wird Metoclopramid eingesetzt?
Metoclopramid, kurz MCP, ist ein Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetikum) [1]. Es ist in allen Stärken und Darreichungsformen verschreibungspflichtig: Die Arzneimittelverschreibungsverordnung führt den Wirkstoff in ihrer Anlage 1 ohne Ausnahme [2, 4].
Bei Erwachsenen wird Metoclopramid angewendet, um verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen nach einer Chemotherapie vorzubeugen, um Übelkeit und Erbrechen durch eine Strahlentherapie vorzubeugen und um Übelkeit und Erbrechen zu behandeln, auch bei Migräne. Bei einer Migräne kann es zusammen mit Schmerzmitteln zum Einnehmen gegeben werden, damit diese besser aufgenommen werden [1, 2]. Kinder und Jugendliche erhalten Metoclopramid nur zur Vorbeugung von verzögert auftretender Übelkeit und verzögert auftretendem Erbrechen nach einer Chemotherapie, wenn andere Behandlungen versagen oder nicht infrage kommen: als Tabletten mit 10 mg ab 9 Jahren bzw. ab 30 kg Körpergewicht, als Lösung zum Einnehmen ab 1 Jahr [1, 5].
Wie wirkt Metoclopramid?
Metoclopramid wirkt in dem Teil des Gehirns, der Sie vor Übelkeit und Erbrechen schützt [1]. Laut Fachinformation blockiert es dort Bindungsstellen (Rezeptoren) für die Botenstoffe Dopamin und Serotonin, unter anderem im Brechzentrum des Hirnstamms. Außerdem beschleunigt es die Magenentleerung und den Weg der Nahrung durch den Dünndarm [2].
Dieselbe Blockade von Dopaminrezeptoren im Gehirn ist laut Fachinformation der Grund für die typischen Nebenwirkungen in Form unwillkürlicher Bewegungen. Bei längerer Anwendung kann außerdem der Spiegel des Hormons Prolaktin steigen; Milchfluss, Zyklusstörungen und Brustvergrößerung bei Männern bilden sich nach dem Absetzen zurück [2]. Die höchste Konzentration im Blut ist 30 bis 120 Minuten nach der Einnahme erreicht. Die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) liegt zwischen 2,6 und 4,6 Stunden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Einige Nebenwirkungen treten laut Packungsbeilage besonders bei der Anwendung als Injektion oder in die Vene auf, etwa ein langsamer Herzschlag, ein starker Blutdruckabfall oder ein Herzstillstand; die Liste nennt das jeweils [1, 2]. Laut Fachinformation werden bei hohen Dosen häufiger unwillkürliche Bewegungen, Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit und Halluzinationen beobachtet, mitunter gleichzeitig [2]. Mehr zu Bewegungsstörungen als Nebenwirkung lesen Sie auf der Seite Parkinson-Symptome durch Medikamente, zum Hormon Prolaktin auf der Seite Prolaktin, Brustspannen und Gynäkomastie durch Medikamente.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheDepression[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- NervensystemUnkontrollierbare Bewegungen wie Ticks, Zittern, Drehbewegungen oder Muskelkontraktionen mit Steifheit oder Starre (extrapyramidale Erkrankungen), laut Fachinformation besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und/oder wenn die empfohlene Dosis überschritten wird, selbst nach einer einzigen Dosis[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-SymptomeZittern
- NervensystemÄhnliche Symptome wie bei der Parkinson-Krankheit, etwa Starre und Zittern (Parkinsonismus)[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-SymptomeZittern
- NervensystemGefühl von Ruhelosigkeit (Akathisie)[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- Gefäße und KreislaufAbnahme des Blutdrucks, besonders bei Anwendung in die Vene[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- Magen und DarmDurchfall[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
- Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- HormonsystemErhöhter Spiegel des Hormons Prolaktin (Hyperprolaktinämie), der milchige Absonderungen aus der Brustdrüse bei Männern und nicht stillenden Frauen auslösen kann[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- HormonsystemStörung der Regelblutung; laut Fachinformation Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- PsycheHalluzination[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
- NervensystemBewusstseinsstörungen (getrübter Bewusstseinszustand)[1, 2]
- NervensystemSehstörungen und unwillkürliche Bewegung des Augapfels; laut Fachinformation Dystonie, also ungewöhnliche Muskelspannung mit abnormer Körperhaltung (einschließlich Sehstörungen und okulogyrer Krise), dazu Bewegungsstörungen (Dyskinesie)[1, 2]Mehr dazu: SehstörungenParkinson-Symptome
- HerzLangsamer Herzschlag (Bradykardie), besonders bei Anwendung in die Vene[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
- ImmunsystemAllergie (Überempfindlichkeit)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- PsycheZustand der Verwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Verwirrtheit
- NervensystemKrampfanfälle, besonders bei Menschen mit Epilepsie[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- HormonsystemMilchfluss aus der Brust (Galaktorrhö)[2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Blut und LymphsystemAbnorme Blutfarbstoffwerte (Methämoglobinämie), die die Hautfarbe verändern können; laut Fachinformation besonders bei Neugeborenen und möglicherweise in Zusammenhang mit einem NADH-Cytochrom-b5-Reduktase-Mangel, außerdem Sulfhämoglobinämie, vor allem bei gleichzeitiger Gabe hoher Dosen Schwefel freisetzender Arzneimittel[1, 2]
- HormonsystemAbnormes Wachstum der Brüste bei Männern (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- NervensystemUnfreiwillige Muskelkrämpfe nach längerer Anwendung, besonders bei älteren Menschen (Spätdyskinesie); laut Fachinformation kann sie während oder nach längerer Behandlung auftreten und bestehen bleiben[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
- NervensystemMalignes neuroleptisches Syndrom mit hohem Fieber, hohem Blutdruck, Krampfanfällen, Schweißausbruch und vermehrter Speichelbildung[1, 2]Mehr dazu: FieberBlutdruckanstiegKrampfanfälleVermehrtes Schwitzen
- HerzVeränderungen des Herzschlags im EKG; laut Fachinformation AV-Block, Sinusknotenstillstand insbesondere bei Anwendung in die Vene, QT-Verlängerung und Torsade de pointes[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HerzHerzstillstand, besonders bei Anwendung als Injektion[1, 2]
- Gefäße und KreislaufSchock (starker Blutdruckabfall), besonders bei Anwendung als Injektion[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- Gefäße und KreislaufOhnmacht, besonders bei Anwendung in die Vene[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- ImmunsystemAllergische Reaktion, die schwerwiegend sein kann (anaphylaktische Reaktion einschließlich anaphylaktischem Schock), besonders bei Anwendung in die Vene[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Gefäße und KreislaufSehr hoher Blutdruck; laut Fachinformation akuter Blutdruckanstieg bei Phäochromozytom und vorübergehender Blutdruckanstieg[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- PsycheRuhelosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- PsycheAngst[1, 2]Mehr dazu: Angst
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Unkontrollierbare Bewegungen treten laut Packungsbeilage normalerweise zu Beginn der Behandlung auf, auch schon nach einer einzigen Einnahme, und enden, wenn sie richtig behandelt werden [1]. Beim malignen neuroleptischen Syndrom treten hohes Fieber, hoher Blutdruck, Krämpfe, Schweißausbruch und vermehrte Speichelbildung auf; Metoclopramid wird dann laut Fachinformation unverzüglich abgesetzt und eine entsprechende Behandlung eingeleitet [1, 2]. Ebenso wird bei abnormen Blutfarbstoffwerten (Methämoglobinämie) die Behandlung sofort und dauerhaft abgebrochen [1, 2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schläfrigkeit und Schwindel: Schläfrigkeit ist die häufigste Nebenwirkung. Fühlen Sie sich schläfrig oder schwindlig oder bemerken Sie Bewegungsstörungen, kann das Ihre Sehkraft, Ihre Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen [1]. Verzichten Sie auf Alkohol, weil er die dämpfende Wirkung verstärkt [1, 2]. Hinweise zum Umgang mit Müdigkeit gibt die Seite Medikamente, die müde machen.
Unruhe und unwillkürliche Bewegungen: Laut Fachinformation treten sie häufiger bei hohen Dosen und beim Überschreiten der empfohlenen Dosis auf [2]. Halten Sie die verordnete Dosis ein und lassen Sie zwischen zwei Einnahmen mindestens 6 Stunden Abstand, auch wenn Sie erbrochen haben; so vermeiden Sie eine Überdosis [1]. Bei unkontrollierbaren Bewegungen brechen Sie die Behandlung ab und sprechen unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Weitere Beschwerden: Durchfall, Schwächegefühl, ein niedriger Blutdruck oder eine gedrückte Stimmung (Depression) gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1]. Halten Beschwerden an oder belasten sie Sie, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Notieren können Sie Beschwerden im Nebenwirkungs-Tagebuch.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen: Andere Mittel können die Wirkung von Metoclopramid beeinflussen und umgekehrt [1]. Nicht kombiniert werden darf es mit Levodopa, einem Wirkstoff gegen die Parkinson-Krankheit, oder anderen dopaminergen Wirkstoffen [1, 2]. Weil Metoclopramid die Bewegungen des Magen-Darm-Trakts anregt, kann es die Aufnahme anderer Arzneimittel verändern, etwa die der Pille; zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen werden empfohlen [1, 2]. Mehr zum Thema erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Levodopa (gegen die Parkinson-Krankheit) und andere dopaminerge Wirkstoffe | Die Wirkungen heben sich gegenseitig auf[1, 2] | Kombination nicht erlaubt |
| Alkohol | Verstärkt die dämpfende Wirkung von Metoclopramid[1, 2] | Während der Behandlung auf Alkohol verzichten |
| Zentral dämpfende Arzneimittel, z. B. Morphinderivate, Beruhigungsmittel, dämpfende Antihistaminika oder Antidepressiva, Barbiturate, Clonidin | Ihre dämpfende Wirkung wird verstärkt[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Arzneimittel gegen psychische Erkrankungen (Neuroleptika) | Unkontrollierbare Bewegungen (extrapyramidale Erkrankungen) werden begünstigt[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Anticholinergika (z. B. Mittel gegen Magenkrämpfe) und Morphinderivate | Gegensätzliche Wirkung auf die Bewegungen von Magen und Darm[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Serotonerge Arzneimittel wie SSRI (Antidepressiva) | Höheres Risiko für ein Serotonin-Syndrom[2] | Laut Fachinformation zu beachten; vorher ärztlich besprechen |
| Fluoxetin und Paroxetin (starke CYP2D6-Hemmer) | Metoclopramidspiegel können steigen[1, 2] | Laut Fachinformation auf Nebenwirkungen achten |
| Digoxin | Es kann weniger Digoxin aufgenommen werden[1, 2] | Digoxinspiegel sorgfältig überwachen lassen |
| Ciclosporin | Es wird mehr Ciclosporin aufgenommen (laut Fachinformation höchste Konzentration um 46 Prozent, Gesamtmenge um 22 Prozent höher)[1, 2] | Ciclosporinspiegel sorgfältig überwachen lassen |
| Mivacurium und Suxamethonium (Mittel zur Muskelentspannung bei Narkosen) | Die Muskelentspannung kann länger anhalten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Pille (orale Kontrazeptiva) | Die Aufnahme der Pille kann vermindert sein[1, 2] | Zusätzliche empfängnisverhütende Maßnahmen werden empfohlen |
| Paracetamol, bestimmte Antibiotika (z. B. Tetracyclin), Lithium und Cimetidin | Die Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt kann beschleunigt bzw. erhöht werden; bei Cimetidin vermindert[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Metoclopramid nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der Punkte unter "Nicht einnehmen bei" auf Sie zu, nehmen Sie Metoclopramid nicht ein; sind Sie unsicher, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Bei Störungen der Erregungsleitung im Herzen (einschließlich QT-Verlängerung), langsamem Herzschlag, nicht ausgeglichenen Störungen der Blutsalze oder Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, ist laut Fachinformation besondere Vorsicht geboten; das gilt besonders für die Anwendung in die Vene bei älteren Menschen [2]. Mehr dazu auf der Seite QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen durch Medikamente.
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Metoclopramid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Blutungen, Einengungen oder ein Riss (Perforation) in Magen oder Darm[1, 2]
- Vermuteter oder nachgewiesener Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom)[1, 2]
- Prolaktinabhängige Tumoren[1, 2]
- Unwillkürliche Muskelkrämpfe (Spätdyskinesie) jetzt oder früher, die medikamentös behandelt wurden; laut Fachinformation durch Neuroleptika oder Metoclopramid verursacht[1, 2]
- Epilepsie[1, 2]
- Parkinson-Krankheit oder andere Störungen des natürlichen Bewegungsablaufs (extrapyramidalmotorische Störungen)[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von Levodopa oder anderen dopaminergen Wirkstoffen[1, 2]
- Abnorme Blutfarbstoffwerte (Methämoglobinämie) unter Metoclopramid oder ein NADH-Cytochrom-b5-Reduktase-Mangel, jetzt oder früher[1, 2]
- Kinder unter 1 Jahr; Tabletten mit 10 mg nicht für Kinder unter 9 Jahren bzw. unter 30 kg Körpergewicht[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Abnormer Herzschlag (QT-Verlängerung) oder andere Herzprobleme in der Vorgeschichte, Störungen der Salzspiegel im Blut (Kalium, Natrium, Magnesium) oder andere Arzneimittel, die den Herzschlag beeinflussen[1, 2]
- Erkrankungen des Nervensystems[1, 2]
- Leber- oder Nierenprobleme: Die Dosis muss möglicherweise verringert werden[1, 2]
- Abstand: Zwischen zwei Einnahmen müssen mindestens 6 Stunden liegen, auch wenn Sie erbrochen und das Arzneimittel wieder ausgespuckt haben, um eine Überdosis zu vermeiden[1, 2]
- Behandlungsdauer: Wegen des Risikos unwillkürlicher Muskelkrämpfe darf die Behandlung höchstens 3 Monate dauern; laut Fachinformation kann eine längere Behandlung besonders bei älteren Menschen eine Spätdyskinesie verursachen, die nicht mehr verschwinden kann[1, 2]
- Die Ärztin oder der Arzt kann den Blutfarbstoff (Hämoglobin) im Blut prüfen; bei abnormen Werten (Methämoglobinämie) muss die Behandlung sofort und dauerhaft abgebrochen werden[1, 2]
- Kinder und junge Erwachsene: höheres Risiko für unkontrollierbare Bewegungen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 3]. Packungsbeilage und Embryotox bewerten die Stillzeit unterschiedlich: Die Packungsbeilage empfiehlt Metoclopramid in der Stillzeit nicht; laut Embryotox darf es indikationsgerecht über einige Tage eingesetzt werden [1, 3]. Besprechen Sie die Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr zu Übelkeit in der Schwangerschaft auf der Seite Schwangerschaftsübelkeit.
Schwangerschaft
Falls notwendig, kann Metoclopramid während der Schwangerschaft eingenommen werden; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheidet, ob Sie es bekommen sollten. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie schwanger sind, es vermuten oder planen.[1]
Laut Fachinformation deuten Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangeren nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder schädliche Wirkungen auf Ungeborene und Neugeborene hin. Am Ende der Schwangerschaft sollte Metoclopramid vermieden werden, weil beim Neugeborenen unwillkürliche Bewegungen (extrapyramidales Syndrom) nicht auszuschließen sind; wird es dennoch angewendet, wird das Neugeborene überwacht.[2]
Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als sehr hoch: Mehr als 36.000 ausgewertete Schwangerschaften zeigten für das erste Schwangerschaftsdrittel weder ein erhöhtes Fehlgeburts- noch ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Metoclopramid kann laut Embryotox bei Schwangerschaftsübelkeit und -erbrechen eingesetzt werden, so kurz wie möglich und nicht wochenlang; zunächst sollten Doxylamin, Meclozin oder Dimenhydrinat versucht werden. Bei schwereren und länger anhaltenden Beschwerden kann laut Embryotox auch Ondansetron erwogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Metoclopramid wird in der Stillzeit nicht empfohlen, weil es in die Muttermilch übergeht und Auswirkungen auf das Baby haben kann; laut Fachinformation sollte ein Abbruch der Anwendung erwogen werden.[1, 2]
Laut Embryotox beruhen die Erfahrungen auf mehr als 300 Mutter-Kind-Paaren; ernsthafte Symptome bei gestillten Kindern wurden nicht beschrieben. Laut Embryotox darf Metoclopramid indikationsgerecht über einige Tage in der Stillzeit eingesetzt werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Verzichten Sie während der Behandlung auf Alkohol: Er verstärkt die dämpfende Wirkung von Metoclopramid.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Nach der Einnahme können Sie sich schläfrig oder schwindlig fühlen, oder es können unkontrollierbare Bewegungsstörungen wie Zittern, Zuckungen und Krümmungen sowie eine ungewöhnliche Muskelspannung mit abnormer Körperhaltung (Dystonie) auftreten. Das kann die Sehkraft, die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.[1, 2]
Einnahme
Tabletten jeweils vor den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, etwa einem Glas Wasser, einnehmen; sie können in gleiche Hälften geteilt werden. Zwischen zwei Einnahmen mindestens 6 Stunden Abstand halten, auch nach Erbrechen. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Bei unkontrollierbaren Bewegungen, Zeichen eines malignen neuroleptischen Syndroms oder einer allergischen Reaktion die Behandlung abbrechen und unverzüglich ärztlichen Rat einholen. Laut Fachinformation klingen unwillkürliche Bewegungen nach dem Absetzen im Allgemeinen vollständig ab, gegebenenfalls ist eine Behandlung nötig; bei Anzeichen einer Spätdyskinesie wird die Behandlung abgebrochen.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Möglich sind unkontrollierbare Bewegungen, Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen, Reizbarkeit, Verwirrtheit, Halluzinationen, Herzprobleme sowie Blutdruckanstieg oder -abfall; laut Fachinformation auch Herz- und Atemstillstand.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt eine Einzeldosis, eine maximale empfohlene Tagesdosis und eine maximale empfohlene Behandlungsdauer; für Kinder und Jugendliche richtet sich die Dosis nach dem Körpergewicht [1, 5]. Die Angaben zur Dosisverringerung bei Nieren- und Leberproblemen ergänzt die Fachinformation [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Metoclopramid immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Die Tabletten werden vor den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen und können in gleiche Hälften geteilt werden. Zwischen zwei Einnahmen liegen mindestens 6 Stunden; haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].
Die maximale empfohlene Behandlungsdauer beträgt laut Packungsbeilage 5 Tage; wegen des Risikos unwillkürlicher Muskelkrämpfe darf die Behandlung 3 Monate nicht überschreiten [1]. Bei Anzeichen einer Spätdyskinesie wird die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen [2]. Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Metoclopramid
Metoclopramid gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten, Lösung zum Einnehmen und Injektionslösung. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten; die Angaben zur Dosis bei kleineren Kindern stammen aus der Packungsbeilage der Lösung zum Einnehmen [1, 2, 5]. Weitere Wirkstoffe gegen Übelkeit und Erbrechen stellt die Seite Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen vor.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| MCP-AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Lösung zum Einnehmen |
| MCP STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten, Lösung zum Einnehmen |
| MCP-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 10 mg (Grundlage dieser Seite), Lösung zum Einnehmen, Injektionslösung |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Metoclopramid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Metoclopramid. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation MCP-ratiopharm 1 mg/ml Lösung zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 02/2023. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Ist MCP rezeptfrei?
Nein. Metoclopramid steht in Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung ohne Ausnahme und ist damit in allen Stärken und Darreichungsformen verschreibungspflichtig: als Tabletten, Lösung zum Einnehmen und Injektionslösung.
Wie lange darf ich MCP nehmen?
Die Packungsbeilage nennt als maximale empfohlene Behandlungsdauer 5 Tage. Wegen des Risikos unwillkürlicher Muskelkrämpfe darf eine Behandlung höchstens 3 Monate dauern; laut Fachinformation kann eine längere Behandlung besonders bei älteren Menschen eine Spätdyskinesie auslösen, die nicht mehr verschwinden kann. Wie lange Sie MCP nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Macht MCP müde?
Ja, Schläfrigkeit ist die häufigste Nebenwirkung und kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Möglich sind auch Schwindel und Bewegungsstörungen, die Ihre Sehkraft und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen können. Alkohol verstärkt die dämpfende Wirkung; verzichten Sie deshalb während der Behandlung darauf.
Was sind die unkontrollierbaren Bewegungen bei MCP?
Gemeint sind Ticks, Zittern, Drehbewegungen oder Muskelkontraktionen mit Steifheit oder Starre, oft unter Beteiligung von Kopf oder Nacken, sowie Parkinson-ähnliche Beschwerden. Sie sind häufig und können besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen und bei hohen Dosen auftreten, normalerweise zu Behandlungsbeginn und auch schon nach einer einzigen Einnahme. Brechen Sie die Behandlung dann ab und sprechen Sie unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; laut Fachinformation klingen die Bewegungen nach dem Absetzen im Allgemeinen vollständig ab.
Warum muss ich 6 Stunden zwischen zwei Einnahmen warten?
Laut Packungsbeilage müssen nach jeder Einnahme mindestens 6 Stunden vergehen, auch wenn Sie erbrochen haben und die Tablette wieder ausgespuckt wurde. So soll eine Überdosis vermieden werden, die unter anderem unkontrollierbare Bewegungen, Bewusstseinsstörungen und Herzprobleme verursachen kann.
Darf ich MCP in der Schwangerschaft nehmen?
Laut Packungsbeilage kann Metoclopramid in der Schwangerschaft eingenommen werden, wenn es notwendig ist; die Ärztin oder der Arzt entscheidet. Am Ende der Schwangerschaft sollte es laut Fachinformation vermieden werden, weil beim Neugeborenen unwillkürliche Bewegungen nicht auszuschließen sind. Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als sehr hoch und nennt für Schwangerschaftsübelkeit zunächst Doxylamin, Meclozin oder Dimenhydrinat.
Darf ich MCP in der Stillzeit nehmen?
Die Packungsbeilage empfiehlt Metoclopramid in der Stillzeit nicht, weil es in die Muttermilch übergeht und das Baby beeinflussen kann. Embryotox berichtet von mehr als 300 Mutter-Kind-Paaren ohne ernsthafte Symptome bei den gestillten Kindern; laut Embryotox darf Metoclopramid indikationsgerecht über einige Tage in der Stillzeit eingesetzt werden. Besprechen Sie die Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Ratgeber Medikamente mit Milch einnehmen?Milch kann die Aufnahme mancher Medikamente verringern, etwa bestimmter Antibiotika.