NebenwirkungenNebenwirkung
Unruhe und Angst durch Medikamente
Innere Unruhe, Nervosität, Erregtheit und Angst stehen in den Produktinformationen vieler Medikamente, zum Beispiel von Antidepressiva wie Sertralin und Venlafaxin, Antipsychotika wie Aripiprazol, dem ADHS-Mittel Methylphenidat, Levothyroxin und Asthmamitteln wie Salbutamol und Montelukast. Eine besondere Form ist die Akathisie, eine als quälend erlebte Unruhe mit Bewegungsdrang, die laut mehreren Fachinformationen am ehesten in den ersten Behandlungswochen auftritt. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Innere Unruhe, Nervosität, Erregtheit und Angst können Nebenwirkungen von Medikamenten sein. In Packungsbeilagen und Fachinformationen heißen sie zum Beispiel Nervosität, Unruhe, Ruhelosigkeit, Erregtheit (Agitiertheit), Angst oder Ängstlichkeit [4, 9, 13, 17]. Eine besondere Form ist die Akathisie: laut Fachinformation von Sertralin eine subjektiv unangenehme oder als quälend erlebte Ruhelosigkeit mit Bewegungsdrang, oft begleitet von der Unfähigkeit, still zu sitzen oder still zu stehen [9]. Angst selbst hat laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) eine Schutzfunktion: Sie versetzt den Körper in Alarmbereitschaft, die Nebenniere setzt das Hormon Adrenalin frei, das Herz schlägt schneller und die Atemzüge werden kurz und flach [1].
Welche Medikamente Unruhe und Angst auslösen können
Die Beispiele stammen aus Fachinformationen und Packungsbeilagen; jede Häufigkeitsangabe gilt nur für den Wirkstoff, bei dem sie steht.
- Antidepressiva: In der Fachinformation von Sertralin sind Angst, Erregtheit (Agitiertheit) und Nervosität als häufig eingestuft (bis zu 1 von 10 Behandelten), eine Akathisie als selten (bis zu 1 von 1.000) [9]. Bei Venlafaxin stuft die Fachinformation Agitiertheit, Nervosität und Akathisie als häufig ein [11]. Bei beiden Wirkstoffen gehören Erregtheit oder Angst auch zu den am häufigsten berichteten Beschwerden nach dem Beenden der Behandlung [9, 11].
- Antipsychotika: In der Fachinformation von Aripiprazol sind Angst, Unruhe und Akathisie als häufig eingestuft; Akathisie und Übelkeit waren in den placebokontrollierten Studien die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, je bei mehr als 3 Prozent der Behandelten [4]. Bei bipolaren Patientinnen und Patienten trat eine Akathisie dort bei 12,1 Prozent unter Aripiprazol und bei 3,2 Prozent unter einem Scheinmedikament (Placebo) auf, bei Schizophrenie bei 6,2 gegenüber 3,0 Prozent [4]. Die Fachinformation von Olanzapin stuft Akathisie als häufig ein [5]. Bei Haloperidol ist Agitiertheit als sehr häufig eingestuft (mehr als 1 von 10 Behandelten), Akathisie als häufig [6].
- Mittel gegen Übelkeit: Die Fachinformation von Metoclopramid nennt Akathisie als häufig, Angst und Ruhelosigkeit mit nicht bekannter Häufigkeit [7]. Bewegungsstörungen wie die Akathisie können laut Fachinformation selbst nach einer einzelnen Gabe auftreten, besonders bei Kindern und jungen Erwachsenen, und werden bei hohen Dosierungen häufiger beobachtet [7].
- ADHS-Medikamente: Die Fachinformation von Methylphenidat stuft Nervosität als sehr häufig ein, Ängstlichkeit, Erregung und Reizbarkeit als häufig und Ruhelosigkeit als gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten) [13]. Methylphenidat wird laut Fachinformation auch mit einer Verschlimmerung bestehender Angst- oder Spannungszustände oder Agitiertheit in Verbindung gebracht [13].
- Asthmamittel: Bei Salbutamol zum Inhalieren, einem Beta-2-Sympathomimetikum, ist Unruhe laut Fachinformation gelegentlich [14]. Vereinzelt wurde über eine anregende Wirkung auf das zentrale Nervensystem mit Übererregbarkeit, hyperaktiven Verhaltensauffälligkeiten, Schlafstörungen und Halluzinationen berichtet, überwiegend (zu 90 Prozent) bei Kindern und Jugendlichen bis 12 Jahre [14]. Die Packungsbeilage von Montelukast nennt als gelegentliche Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen unter anderem Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit und Erregbarkeit [17]. Neuropsychiatrische Ereignisse wurden laut Fachinformation bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern berichtet [18].
- Schilddrüsenmittel: Bei Levothyroxin nennt die Packungsbeilage Nervosität als häufig und innere Unruhe mit nicht bekannter Häufigkeit, und zwar unter den Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion, die auftreten können, wenn die Dosisstärke im Einzelfall nicht vertragen wird oder eine Überdosierung vorliegt, besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung [16].
- Beruhigungsmittel: Für Lorazepam beschreibt die Packungsbeilage paradoxe Reaktionen, also Wirkungen entgegen der erwarteten Beruhigung, zum Beispiel Angst, Erregungszustände und Ruhelosigkeit [20]. Nach dem Absetzen können Angst und Unruhe verstärkt zurückkehren (siehe unten) [19].
Die erste Tabelle zeigt die Wirkstoffe, deren Produktinformation Unruhe, Nervosität, Erregtheit oder Akathisie nennt:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Amisulprid | Sehr häufig | Extrapyramidale Störungen wie Zittern (Tremor), Muskelversteifung (Rigidität), verminderte Bewegungsfähigkeit (Hypokinese), vermehrter Speichelfluss, Unvermögen, ruhig zu sitzen (Akathisie), unwillkürliche… |
| Clemastin | Sehr häufig | Vorwiegend bei Kindern: Erregungszustände des zentralen Nervensystems |
| Haloperidol | Sehr häufig | Unkontrollierte Bewegungen des Körpers oder der Gliedmaßen (extrapyramidale Erkrankung), zum Beispiel Bewegungen von Mund, Zunge und Kiefer (Spätdyskinesie), Rastlosigkeit oder Unvermögen, ruhig zu sitzen, verstärkte… |
| Medroxyprogesteron | Sehr häufig | Kopfschmerzen, Nervosität |
| Methylphenidat | Sehr häufig | Nervosität, Schlaflosigkeit · Aggressivität, Erregtheit, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Angespanntheit, anomales Verhalten · Zorn, Ruhelosigkeit, Traurigkeit, übermäßiger Rededrang, übermäßige Wahrnehmung der Umgebung |
| Quetiapin | Sehr häufig | Ungewöhnliche Muskelbewegungen: erschwerter Bewegungsbeginn, Zittern, Ruhelosigkeit, steife Muskeln |
| Acetylsalicylsäure/Paracetamol/Coffein | Häufig | Nervosität · Erregung · Kopfschmerzen und geistige Verwirrung, Unruhe, Schlaflosigkeit |
| Amitriptylin | Häufig | Ruhelosigkeit (Agitiertheit) · Aufregung, Angst · Gefühl innerer Unruhe mit überwältigendem Drang, sich ständig zu bewegen (Akathisie) |
| Aripiprazol | Häufig | Schlafprobleme, Angstgefühl, Unruhegefühl und nicht stillhalten können, Schwierigkeiten, still zu sitzen · Akathisie, ein unangenehmes Gefühl von innerer Unruhe und ein zwanghafter Bewegungsdrang · Bei Jugendlichen ab… |
| Atomoxetin | Häufig | Bei Kindern und Jugendlichen: Reizbarkeit oder Unruhe · Bei Erwachsenen: Unruhe, Gefühl von Nervosität und Gereiztheit · Bei Erwachsenen: Ruhelosigkeit und Zuckungen |
| Bupropion | Häufig | Angst- oder Erregungszustände · Unruhegefühl, Gereiztheit, Feindseligkeit, Aggressivität, seltsame Träume einschließlich Albträumen |
| Citalopram | Häufig | Unruhe (Agitiertheit), Nervosität, Verwirrtheit · Gefühl der Ruhelosigkeit oder Unvermögen, stillzusitzen oder stillzustehen (Akathisie), unwillkürliche Muskelbewegungen |
| Diclofenac | Häufig | Zentralnervöse Störungen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit |
| Dienogest | Häufig | Depressive Stimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Verlust des Interesses an Sex, Stimmungswandel |
| Dimetinden | Häufig | Tropfen: Schläfrigkeit, Nervosität · Tropfen: Erregung |
| Donepezil | Häufig | Erregungszustände und aggressives Verhalten |
| Doxepin | Häufig | Innere Unruhe |
| Duloxetin | Häufig | Sich aufgeregt fühlen (Agitiertheit) · Innere Unruhe oder Unvermögen, still zu sitzen oder still zu stehen (Akathisie); Nervosität · Psychomotorische Unruhe |
| Escitalopram | Häufig | Angst, Ruhelosigkeit und ungewöhnliche (anormale) Träume · Zähneknirschen, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität, Panikattacken und Verwirrtheit · Quälende innere Unruhe mit Bewegungsdrang (Akathisie, psychomotorische… |
| Fluoxetin | Häufig | Nervosität, Angst, Ruhelosigkeit, sich angespannt fühlen · Untypisches wildes Verhalten (laut Fachinformation Hypomanie und Manie), Halluzinationen, Erregtheit, Panikattacken, Verwirrtheit, Stottern, Aggression ·… |
| Gabapentin | Häufig | Feindseligkeit gegenüber anderen, Verwirrtheit, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Angst, Nervosität, Denkstörungen · Anhaltende Unruhe mit unbeabsichtigten, nicht zielgerichteten Bewegungen (Agitiertheit) |
| Guanfacin | Häufig | Ruhelosigkeit oder Reizbarkeit · Aufgeregtheit (laut Fachinformation Agitiertheit) und Aggression |
| Lamotrigin | Häufig | Ruhelosigkeit (Agitiertheit) |
| Levetiracetam | Häufig | Depression, Feindseligkeit oder Aggression, Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität oder Reizbarkeit · Bei Kindern und Jugendlichen von 4 bis 16 Jahren: Agitiertheit, Stimmungsschwankungen, emotionale Labilität, Aggression,… |
| Levomethadon | Häufig | Benommenheit, Beruhigung (Sedation), Verwirrtheit, Desorientiertheit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Unruhe, gelegentlich bis häufig |
| Levothyroxin | Häufig | Nervosität · Innere Unruhe |
| Lisdexamfetamin | Häufig | Gefühl der Erregung, Zerfahrenheit oder "Hippeligkeit", Angst, Depression, Aggressivität, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen · Unruhe · Unkontrollierte zuckende oder fahrige Bewegungen, Zittern oder ungewöhnlich… |
| Loratadin | Häufig | Bei Kindern von 2 bis 12 Jahren: Nervosität |
| Metoclopramid | Häufig | Gefühl von Ruhelosigkeit (Akathisie) · Ruhelosigkeit |
| Morphin | Häufig | Veränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte Aktivität, aber auch erhöhte Aktivität oder Übererregbarkeit), Schlaflosigkeit, Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen (z. B. Halluzinationen), Verwirrtheitszustände |
| Naproxen | Häufig | Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit, Müdigkeit |
| Olanzapin | Häufig | Ruhelosigkeit (laut Fachinformation Akathisie) |
| Oxcarbazepin | Häufig | Angst und Nervosität, Depression, Stimmungsschwankungen · Teilnahmslosigkeit (Apathie), Erregung und Verwirrtheit |
| Oxycodon | Häufig | Verminderte Aktivität, Unruhe, erhöhte Aktivität und Nervosität · Übererregbarkeit, Stimmungsschwankungen und euphorische Stimmung |
| Paliperidon | Häufig | Ruhelosigkeit (laut Fachinformation Akathisie), sich schläfrig fühlen oder unaufmerksam sein (Sedierung, Somnolenz) · Schlafstörungen, Erregungszustand (Manie), verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume ·… |
| Paroxetin | Häufig | Sich aufgeregt oder erregt fühlen (Agitiertheit) · Innere Unruhe mit dem Gefühl, nicht ruhig sitzen oder stehen zu können (Akathisie); eine Dosiserhöhung kann diese Gefühle verschlimmern |
| Propranolol | Häufig | Insbesondere zu Beginn der Behandlung Verwirrtheit, Nervosität, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Albträume oder Halluzinationen |
| Risperidon | Häufig | Schlafstörungen, Reizbarkeit, Depression, Angst, innere Unruhe · Erregungszustand (Manie), Verwirrtheit, verminderter sexueller Antrieb, Nervosität, Albträume |
| Rituximab | Häufig | Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Unruhe, Einschlafschwierigkeiten · Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: gedrückte Stimmung, Verlust von Interesse und Freude an alltäglichen Tätigkeiten, Nervosität |
| Rivastigmin | Häufig | Aufgeregtheit (Agitiertheit) · Hyperaktivität (hohe Aktivität, Ruhelosigkeit; laut Fachinformation psychomotorische Überaktivität) · Ruhelosigkeit und Albträume · Bei Exelon Hartkapseln beobachtet und möglicherweise… |
| Ropinirol | Häufig | Beim Restless-Legs-Syndrom: Nervosität · Phasen der Überaktivität, Euphorie oder Reizbarkeit (laut Fachinformation Manie) |
| Sertralin | Häufig | Angst, Depression, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität · Gestörte Bewegungen, Bewegungsschwierigkeiten, unwillkürliche Bewegungsstörung (Choreoathetose), verstärkte Empfindung (Hyperästhesie), Empfindungsstörungen;… |
| Tapentadol | Häufig | Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe · Desorientiertheit, Verwirrtheit, Erregbarkeit (Agitiertheit), Wahrnehmungsstörungen, ungewöhnliche Träume, euphorische Stimmung |
| Tilidin/Naloxon | Häufig | Nervosität |
| Topiramat | Häufig | Aggression, Agitiertheit, Wut und ungewöhnliches Verhalten · Unruhe, Hyperaktivität · Bei Kindern: Anstieg der eosinophilen Zellen im Blut, Hyperaktivität, Wärmegefühl und Lernschwierigkeiten |
| Trazodon | Häufig | Schwindel, Kopfschmerzen, Unruhe · Schlaflosigkeit, Angst, Nervosität, Unruhe (sehr selten verschärft zu einem Delirium) |
| Valproinsäure | Häufig | Aggression, Unruhe (Agitiertheit), Aufmerksamkeitsstörung, besonders bei Kindern · Abnormes Verhalten, Unruhe, Lernstörung, hauptsächlich bei Kindern |
| Venlafaxin | Häufig | Erregtheit (Agitiertheit) und Nervosität · Gefühl der Ruhelosigkeit oder Unfähigkeit, stillzusitzen oder stillzustehen (Akathisie) |
| Verapamil | Häufig | Nervosität |
| Xipamid | Häufig | Angst und Erregtheit (Agitiertheit) |
| Zolpidem | Häufig | Wahrnehmung von Dingen, die nicht real sind (Halluzinationen), Erregung, Albträume · Gefühl intensiver Hochstimmung oder Zuversicht (Euphorie), Unruhe oder Wut |
| Agomelatin | Gelegentlich | Unruhe, Gereiztheit und Ruhelosigkeit (Agitiertheit) · Unfähigkeit, still zu halten, aufgrund körperlicher und seelischer Unruhe (Akathisie) |
| Alprazolam | Gelegentlich | Angst, Ruhelosigkeit (Agitiertheit), Nervosität, Stimulation |
| Azithromycin | Gelegentlich | Nervosität, Schlaflosigkeit · Unruhe (Agitiertheit) · Gefühl der Hyperaktivität |
| Beclometason/Formoterol | Gelegentlich | Ruhelosigkeit · Schlafprobleme, Depressionen oder ein Gefühl der Besorgtheit, Ruhelosigkeit, Nervosität, Übererregung oder Reizbarkeit, eher bei Kindern; laut Fachinformation auch Aggression und Verhaltensänderungen |
| Brinzolamid | Gelegentlich | Depressionen, depressive Verstimmung, Nervosität, verringerte Anteilnahme (Apathie) und Albträume |
| Brivaracetam | Gelegentlich | Ungewöhnliche Gedanken und/oder Realitätsverlust (psychotische Störungen), Aggressivität, Erregtheit (Agitiertheit) · Bei Kindern zusätzlich: Unruhe und Hyperaktivität (psychomotorische Hyperaktivität) |
| Budesonid/Formoterol | Gelegentlich | Gefühl von Ruhelosigkeit, Nervosität, Aufregung, Ängstlichkeit oder Wut; laut Fachinformation Aggression, psychomotorische Hyperaktivität und Angst |
| Buprenorphin | Gelegentlich | Verwirrtheit, Schlafstörungen, Unruhe |
| Carbamazepin | Gelegentlich | Bei älteren Menschen Verwirrtheit und Unruhe (Agitation) · Sinnestäuschungen (optische und akustische Halluzinationen), Depression, depressive oder manische Verstimmungen, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten; laut… |
| Cefaclor | Gelegentlich | Vorübergehende Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), Nervosität, Schlaflosigkeit oder Verwirrtheit |
| Cetirizin | Gelegentlich | Erregung (Agitiertheit) |
| Ciprofloxacin | Gelegentlich | Überaktivität oder Unruhe |
| Digitoxin | Gelegentlich | Psychische Veränderungen (z. B. Albträume, Agitiertheit, Verwirrtheit), Depressionen, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Psychosen |
| Dimenhydrinat | Gelegentlich | Erregung und Unruhe |
| Enalapril | Gelegentlich | Verwirrtheit, Schlaflosigkeit oder Schläfrigkeit, Nervosität |
| Fentanyl | Gelegentlich | Unruhezustände (Agitiertheit), Desorientiertheit |
| Hydromorphon | Gelegentlich | Übererregbarkeit (Agitiertheit), Depressionen, euphorische Stimmung |
| Hydroxychloroquin | Gelegentlich | Schläfrigkeit, Unruhe oder Empfindungsstörungen (Parästhesien) · Depression, Halluzinationen, Nervosität oder Angstzustände, Verwirrtheit, Unruhe, Schlafstörungen, Hochgefühl oder Überreizung (Manie),… |
| Ibuprofen | Gelegentlich | Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit oder Müdigkeit (zentralnervöse Störungen) |
| Infliximab | Gelegentlich | Vergesslichkeit, Gereiztheit, Verwirrung, Nervosität; laut Fachinformation auch Schläfrigkeit (Somnolenz) |
| Lacosamid | Gelegentlich | Zorn und Erregtheit (Aggression, Agitation) |
| Letrozol | Gelegentlich | Störungen des Nervensystems wie Angst, Nervosität, Reizbarkeit, Benommenheit, Gedächtnisstörungen, Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit |
| Leuprorelin | Gelegentlich | Bei Frauen (Enantone-Gyn): Nervosität, Schlafstörungen |
| Levodopa/Carbidopa | Gelegentlich | Erregung, Angst, Desorientierung |
| Levofloxacin | Gelegentlich | Stressgefühl (Angst), Verwirrtheit, Nervosität · Niedergeschlagenheit (Depression), psychische Störungen, Unruhe (Agitiertheit), ungewöhnliche Träume, Albträume; laut Fachinformation auch Delirium |
| Melatonin | Gelegentlich | Reizbarkeit, Nervosität, Rastlosigkeit, Angst · Rastlosigkeit mit gesteigerter Aktivität (psychomotorische Hyperaktivität) · Aggression, krankhafte Unruhe (Agitiertheit), Stresssymptome |
| Metronidazol | Gelegentlich | Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Verwirrtheitszustände, Erregbarkeit, traurige Verstimmtheit (Depression) |
| Mirtazapin | Gelegentlich | Erregtheit (Agitiertheit), Bewegungsdrang (psychomotorische Unruhe einschließlich Akathisie) |
| Montelukast | Gelegentlich | Bei Kindern von 6 Monaten bis 2 Jahren in einer Studie mit Granulat: Hyperaktivität · Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: Erregbarkeit einschließlich aggressiven oder feindseligen Verhaltens, Depression ·… |
| Moxifloxacin | Gelegentlich | Angstzustände, psychomotorische Überaktivität und Unruhe (Agitiertheit) |
| Moxonidin | Gelegentlich | Depression, Angst, Nervosität, vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverlust) |
| Nifedipin | Gelegentlich | Schläfrigkeit oder Müdigkeit, Nervosität |
| Pramipexol | Gelegentlich | Bei Parkinson-Krankheit: Paranoia (z. B. übertriebene Angst um das eigene Wohlbefinden), Wahnvorstellungen und Ruhelosigkeit · Bei Parkinson-Krankheit: manisches Verhalten (Unruhe, euphorische Stimmung oder… |
| Pregabalin | Gelegentlich | Beeinträchtigung des Persönlichkeitsgefühls (Depersonalisation), Ruhelosigkeit, körperliche Unruhe (Agitiertheit), Teilnahmslosigkeit |
| Pridinol | Gelegentlich | Unruhe |
| Ramipril | Gelegentlich | Depressive Verstimmung, Angst, Nervosität oder Unruhe |
| Rizatriptan | Gelegentlich | Desorientiertheit und Nervosität |
| Salbutamol | Gelegentlich | Unruhe |
| Zopiclon | Gelegentlich | Gesteigerter Bewegungsdrang (Agitiertheit) · Unruhe, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Aggressivität, Wut, Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Psychosen (z. B. Wahnvorstellungen), unnormales Verhalten, möglicherweise mit… |
| Baclofen | Selten | Körperliche Unruhe (Agitation) |
| Biperiden | Selten | Bei höheren Dosen Unruhe, gesteigerte Erregbarkeit (Agitiertheit), Angst, Verwirrtheit, Sinnestäuschungen (delirante Syndrome und Halluzinationen), Schlaflosigkeit · Nervosität, unnatürlich gehobene Stimmung (Euphorie) |
| Budesonid | Selten | Unruhe und Nervosität; Verhaltensänderungen, vor allem bei Kindern · Schlafstörungen, Aggressivität, gesteigerte motorische Aktivität (Schwierigkeit, ruhig zu bleiben) und Reizbarkeit, eher bei Kindern |
| Clozapin | Selten | Erregtheit (Agitiertheit) und Ruhelosigkeit |
| Doxycyclin | Selten | Unruhe, Angstzustände |
| Ebastin | Selten | Allgemeine Nervosität, Schlaflosigkeit |
| Esomeprazol | Selten | Erregung, Verwirrtheitszustände oder Depressionen |
| Etoricoxib | Selten | Verwirrtheit, Ruhelosigkeit |
| Febuxostat | Selten | Nervosität, Niedergeschlagenheit (depressive Verstimmung), Schlafstörung |
| Folsäure | Selten | Nach sehr hohen Folsäure-Dosierungen: Schlafstörungen, Erregung oder Depressionen |
| Formoterol | Selten | Unruhe und Aufgeregtheit (Nervosität) |
| Metoprolol | Selten | Nervosität, Ängstlichkeit |
| Omeprazol | Selten | Aufregung (Erregungszustände), Verwirrtheit und Niedergeschlagenheit (Depressionen) |
| Opipramol | Selten | Erregungszustände; Verwirrtheitszustände und Delirien, vor allem bei älteren Menschen · Unruhe, Schweißausbrüche und Schlafstörungen, vor allem bei plötzlichem Absetzen einer längerfristigen, hoch dosierten Behandlung… |
| Salmeterol/Fluticason | Selten | Verhaltensänderungen wie Überaktivität (psychomotorische Hyperaktivität) und Reizbarkeit, in erster Linie bei Kindern |
| Aciclovir | Sehr selten | Erscheinungen am Nervensystem: körperliche Unruhe, Verwirrtheit, Zittern, Bewegungs- und Sprachstörungen, Wahnvorstellungen, Entfremdungserlebnisse, Krampfanfälle, krankhafte Veränderung des Gehirns, Schläfrigkeit und… |
| Desloratadin | Sehr selten | Unruhe mit vermehrter körperlicher Bewegung (psychomotorische Hyperaktivität) |
| Doxazosin | Sehr selten | Ruhelosigkeit (Agitiertheit), Nervosität |
| Famotidin | Sehr selten | Vorübergehende (reversible) psychische Störungen wie Halluzinationen, Desorientiertheit, Verwirrtheits-, Angst- und Unruhezustände, Depression |
| Glyceroltrinitrat | Sehr selten | Ruhelosigkeit (Unruhe) |
| Methocarbamol | Sehr selten | Unruhe |
| Midazolam | Sehr selten | Wirkungsumkehr (paradoxe Reaktionen), vor allem bei Kindern und älteren Menschen: Erregung, unwillkürliche Bewegungen einschließlich Muskelkrämpfen und Muskelzittern, übersteigerte Aktivität, Feindseligkeit,… |
| Oxymetazolin | Sehr selten | Unruhe, Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Beruhigung (Sedierung), Kopfschmerzen |
| Propiverin | Sehr selten | Unruhe, Verwirrtheit |
| Urapidil | Sehr selten | Unruhe |
| Xylometazolin | Sehr selten | Unruhe, Schlaflosigkeit, Müdigkeit (Schläfrigkeit), Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Halluzinationen (vorrangig bei Kindern) |
| Beclometason | Nicht bekannt | Unruhe (psychomotorische Hyperaktivität), Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Aggressivität, Verhaltensänderungen (insbesondere bei Kindern) |
| Diazepam | Nicht bekannt | Sinnestäuschungen (Halluzinationen) und eine Wirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen") wie Erregbarkeit, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Unruhe, Nervosität, Feindseligkeit, Angstzustände, Schlafstörungen, Albträume… |
| Domperidon | Nicht bekannt | Unruhe (Agitation) und Nervosität |
| Doxylamin | Nicht bekannt | "Paradoxe" Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Spannung, Schlaflosigkeit, Albträume, Verwirrtheit, Halluzinationen und Zittern |
| Fexofenadin | Nicht bekannt | Nervosität |
| Johanniskraut | Nicht bekannt | Unruhe |
| Levocetirizin | Nicht bekannt | Aggressives oder erregtes Verhalten |
| Levodopa/Benserazid | Nicht bekannt | Innere Unruhe, Ängstlichkeit |
| Lorazepam | Nicht bekannt | Paradoxe Reaktionen, also Wirkungen entgegen der erwarteten Beruhigung, zum Beispiel Angst, Erregungszustände, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten (Feindseligkeit, Aggression, Wut), Schlafstörungen oder… |
| Promethazin | Nicht bekannt | Ruhelosigkeit (laut Fachinformation psychomotorische Hyperaktivität) |
| Sumatriptan | Nicht bekannt | Angst, Unruhe |
| Testosteron | Nicht bekannt | Nervosität, Depression, Feindseligkeit |
| Trimipramin | Nicht bekannt | Innere Unruhe und Schlafstörungen |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (129 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Unruhe und Nervosität als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (13 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Citalopram | Serotonin-Syndrom, erkennbar an Krankheitszeichen wie hohem Fieber, Zittern, plötzlichen Muskelzuckungen und Unruhe | Selten |
| Empagliflozin | Niedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie); das Risiko ist höher, wenn Sie zusätzlich ein anderes blutzuckersenkendes Mittel wie einen Sulfonylharnstoff oder Insulin nehmen, die Fachinformation ordnet "sehr häufig" dieser Kombination zu; mögliche Anzeichen sind… | Sehr häufig |
| Escitalopram | Serotonin-Syndrom mit hohem Fieber, Erregtheit (Agitiertheit), Verwirrtheit, Zittern und plötzlichen Muskelzuckungen | Selten |
| Fentanyl | Delirium; die Anzeichen können eine Kombination aus gesteigerter körperlicher Erregbarkeit (Agitiertheit), Unruhe, Orientierungsstörung, Verwirrtheit, Furcht, Halluzinationen, Schlafstörungen und Albträumen umfassen | Nicht bekannt |
| Guanfacin | Hoher Blutdruck bei abruptem Absetzen als schwerwiegende Absetzreaktion; mögliche Zeichen sind Kopfschmerz, Verwirrtheit, Nervosität, Erregung und Zittern (hypertensive Enzephalopathie) | Sehr selten |
| Levomethadon | Zu Beginn der Substitutionsbehandlung Opiat-Entzugssymptome wie Angstzustände, Appetitlosigkeit, unwillkürliche zuckende und stoßende Bewegungen, Darmkrämpfe, Depression, Durchfall, Erbrechen, Fieber, abwechselnd Frösteln und Hitzewallungen, Gähnen,… | Häufig |
| Mirtazapin | Kombination von Beschwerden wie unerklärlichem Fieber, Schwitzen, beschleunigtem Herzschlag, Durchfall, unkontrollierbaren Muskelkontraktionen, Schüttelfrost, übersteigerten Reflexen, Ruhelosigkeit, Stimmungsschwankungen, Bewusstlosigkeit und vermehrtem… | Nicht bekannt |
| Rizatriptan | Serotonin-Syndrom mit Koma, instabilem Blutdruck, stark erhöhter Körpertemperatur, Koordinationsstörungen der Muskulatur, Unruhe und Halluzinationen | Nicht bekannt |
| Semaglutid | Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin; Warnzeichen können plötzlich auftreten: kalter Schweiß, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit oder starkes Hungergefühl, Sehstörungen,… | Sehr häufig |
| Sertralin | Zeichen eines Serotonin-Syndroms oder eines malignen neuroleptischen Syndroms wie Erregtheit, Verwirrtheit, übermäßiges Schwitzen, Durchfall, Fieber, hoher Blutdruck, Muskelsteifheit (Rigidität) und schneller Herzschlag; in einigen Fällen zusammen mit der… | Selten |
| Tramadol | Serotoninsyndrom: veränderter Gemütszustand (z. B. Unruhe, Halluzinationen, Koma), Fieber, beschleunigter Herzschlag, instabiler Blutdruck, unwillkürliches Zucken, Muskelsteifheit, Koordinationsstörungen und/oder Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit,… | Nicht bekannt |
| Trazodon | Zeichen eines Serotoninsyndroms oder malignen neuroleptischen Syndroms, zum Beispiel Schwitzen, Durchfall, Fieber, Blutdruckschwankungen, beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), Erregtheit (Agitation), Muskelsteifigkeit (Rigidität) und Bewusstseinsstörungen | Sehr selten |
| Venlafaxin | Serotonin-Syndrom (Unruhe, Halluzinationen, Koordinationsverlust, schneller Herzschlag, erhöhte Körpertemperatur, schnelle Blutdruckänderungen, überaktive Reflexe, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Koma); in der schwersten Form ähnlich einem malignen… | Selten |
Angst, Ängstlichkeit und Panikattacken zeigt die zweite Tabelle:
| Wirkstoff | Häufigkeit | Angabe in der Produktinformation |
|---|---|---|
| Mycophenolsäure | Sehr häufig | Angst |
| Adalimumab | Häufig | Stimmungsschwankungen, auch Depression, Angstgefühl, Schlafstörungen |
| Agomelatin | Häufig | Angst |
| Amisulprid | Häufig | Schlaflosigkeit, Angst, gesteigerte körperliche Erregbarkeit (Agitiertheit) und Orgasmusstörungen |
| Aripiprazol | Häufig | Schlafprobleme, Angstgefühl, Unruhegefühl und nicht stillhalten können, Schwierigkeiten, still zu sitzen |
| Atomoxetin | Häufig | Bei Kindern und Jugendlichen: Depression, Gefühl von Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit, Angstgefühl · Bei Erwachsenen: Depression, Gefühl von Traurigkeit oder Hoffnungslosigkeit, Angstgefühl |
| Brivaracetam | Häufig | Depression, Angst, Schlaflosigkeit (Insomnie), Reizbarkeit |
| Bupropion | Häufig | Angst- oder Erregungszustände · Plötzliche, intensive Angst (Panikattacke) |
| Citalopram | Häufig | Angst, veränderte Träume, Teilnahmslosigkeit (Apathie) · Panikattacken |
| Dihydralazin | Häufig | Angst |
| Duloxetin | Häufig | Angst |
| Enzalutamid | Häufig | Angstgefühle |
| Escitalopram | Häufig | Angst, Ruhelosigkeit und ungewöhnliche (anormale) Träume · Zähneknirschen, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität, Panikattacken und Verwirrtheit |
| Fentanyl | Häufig | Schlaflosigkeit, Depression, Angstzustände, Verwirrtheitszustand |
| Fluoxetin | Häufig | Nervosität, Angst, Ruhelosigkeit, sich angespannt fühlen · Untypisches wildes Verhalten (laut Fachinformation Hypomanie und Manie), Halluzinationen, Erregtheit, Panikattacken, Verwirrtheit, Stottern, Aggression |
| Gabapentin | Häufig | Feindseligkeit gegenüber anderen, Verwirrtheit, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Angst, Nervosität, Denkstörungen |
| Guanfacin | Häufig | Depressionen, Angst oder Stimmungsschwankungen (Affektlabilität) |
| Hydromorphon | Häufig | Angstzustände |
| Levetiracetam | Häufig | Depression, Feindseligkeit oder Aggression, Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität oder Reizbarkeit · Mentale (psychotische) Störungen, auffälliges Verhalten, Halluzinationen, Wut, Verwirrtheit, Panikattacken, emotionale… |
| Lisdexamfetamin | Häufig | Gefühl der Erregung, Zerfahrenheit oder "Hippeligkeit", Angst, Depression, Aggressivität, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen · Niedergeschlagenheit, Angst, traurige oder bedrückte Stimmung (Dysphorie) |
| Methylphenidat | Häufig | Aggressivität, Erregtheit, Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Angespanntheit, anomales Verhalten · Sich panisch fühlen |
| Mirtazapin | Häufig | Angst |
| Nitrendipin | Häufig | Angstzustände |
| Orlistat | Häufig | Beklemmungen; laut Fachinformation ist es plausibel, dass sie sich auf mögliche oder tatsächliche Magen-Darm-Nebenwirkungen beziehen |
| Oxcarbazepin | Häufig | Angst und Nervosität, Depression, Stimmungsschwankungen |
| Oxycodon | Häufig | Angstzustände, Verwirrtheitszustände und Depressionen |
| Paliperidon | Häufig | Reizbarkeit (laut Fachinformation Agitiertheit), Depression, Angst |
| Risperidon | Häufig | Schlafstörungen, Reizbarkeit, Depression, Angst, innere Unruhe |
| Rituximab | Häufig | Bei Non-Hodgkin-Lymphom oder CLL: Schwindelgefühl, Angstgefühle · Bei rheumatoider Arthritis: Angstgefühl, Depression |
| Rivastigmin | Häufig | Angst und Depressionen |
| Sertralin | Häufig | Angst, Depression, Erregtheit (Agitiertheit), Nervosität |
| Tacrolimus | Häufig | Angst, Verwirrtheit und Desorientiertheit, Depression, Stimmungsschwankungen, Albträume, Halluzinationen, psychische Erkrankungen |
| Tapentadol | Häufig | Ängstlichkeit, depressive Verstimmung, Schlafstörungen, Nervosität, Unruhe |
| Topiramat | Häufig | Angst, Gereiztheit, Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit · Keine Gefühle zeigen oder empfinden, ungewöhnliches Misstrauen, Panikattacken · Panikstörung und Gefühl von Hoffnungslosigkeit |
| Trastuzumab | Häufig | Angstgefühl |
| Xipamid | Häufig | Angst und Erregtheit (Agitiertheit) |
| Alprazolam | Gelegentlich | Angst, Ruhelosigkeit (Agitiertheit), Nervosität, Stimulation |
| Amitriptylin | Gelegentlich | Aufregung, Angst |
| Amlodipin | Gelegentlich | Stimmungsschwankungen, Angst, Depression, Schlaflosigkeit |
| Budesonid | Gelegentlich | Ängstlichkeit, Depression |
| Budesonid/Formoterol | Gelegentlich | Gefühl von Ruhelosigkeit, Nervosität, Aufregung, Ängstlichkeit oder Wut; laut Fachinformation Aggression, psychomotorische Hyperaktivität und Angst |
| Celecoxib | Gelegentlich | Angst, Depression, Müdigkeit (Ermüdung) |
| Clarithromycin | Gelegentlich | Angstzustände |
| Dienogest | Gelegentlich | Angst, Depression, Stimmungsschwankungen |
| Domperidon | Gelegentlich | Angstzustände |
| Doxazosin | Gelegentlich | Angst, Depression, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit) |
| Drospirenon | Gelegentlich | Depressive Stimmung, Depression, Angstzustände |
| Etoricoxib | Gelegentlich | Angstgefühl, Depressionen, Konzentrationsstörungen, Halluzinationen (Dinge sehen, fühlen oder hören, die nicht da sind) |
| Leflunomid | Gelegentlich | Angstgefühl |
| Letrozol | Gelegentlich | Störungen des Nervensystems wie Angst, Nervosität, Reizbarkeit, Benommenheit, Gedächtnisstörungen, Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit |
| Levodopa/Carbidopa | Gelegentlich | Erregung, Angst, Desorientierung |
| Levofloxacin | Gelegentlich | Stressgefühl (Angst), Verwirrtheit, Nervosität · Veränderungen in Meinungen und Gedanken (psychotische Reaktionen) mit der Gefahr von Suizidgedanken oder suizidalen Handlungen; Panikattacken |
| Melatonin | Gelegentlich | Reizbarkeit, Nervosität, Rastlosigkeit, Angst |
| Montelukast | Gelegentlich | Verhaltensänderungen und Stimmungsschwankungen: abnorme Träume einschließlich Albträumen, Schlaflosigkeit, Schlafwandeln, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit |
| Moxifloxacin | Gelegentlich | Angstzustände, psychomotorische Überaktivität und Unruhe (Agitiertheit) |
| Moxonidin | Gelegentlich | Depression, Angst, Nervosität, vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverlust) |
| Nifedipin | Gelegentlich | Angstreaktionen, Schlafstörungen |
| Pregabalin | Gelegentlich | Panikattacken |
| Ramipril | Gelegentlich | Depressive Verstimmung, Angst, Nervosität oder Unruhe |
| Ranolazin | Gelegentlich | Beklemmung, Schlafstörungen (Insomnie), Verwirrtheitszustände, Halluzinationen |
| Salmeterol/Fluticason | Gelegentlich | Ängstlichkeit (Angstzustände), in erster Linie bei Kindern |
| Terbinafin | Gelegentlich | Ängstlichkeit; laut Fachinformation als Folge einer Geschmacksstörung |
| Biperiden | Selten | Bei höheren Dosen Unruhe, gesteigerte Erregbarkeit (Agitiertheit), Angst, Verwirrtheit, Sinnestäuschungen (delirante Syndrome und Halluzinationen), Schlaflosigkeit |
| Buprenorphin | Selten | Sinnes- und Wahrnehmungstäuschungen (Halluzinationen), Angstzustände und Albträume |
| Ciprofloxacin | Selten | Verwirrtheit, Desorientiertheit, Angstzustände, Albträume, Depressionen (die möglicherweise zu Selbstmordgedanken, Selbstmordversuchen oder vollendetem Selbstmord führen können) oder Halluzinationen |
| Doxycyclin | Selten | Unruhe, Angstzustände |
| Estradiol | Selten | Angstzustände; vermindertes oder gesteigertes sexuelles Verlangen |
| Flecainid | Selten | Angstzustände und Schlaflosigkeit |
| Formoterol | Selten | Angstzustände |
| Isotretinoin | Selten | Depression oder ähnliche Erkrankungen mit trauriger oder veränderter Stimmung, Angst und seelischem Unbehagen; Verschlechterung einer bestehenden Depression; laut Fachinformation auch Stimmungsschwankungen |
| Metoprolol | Selten | Nervosität, Ängstlichkeit |
| Paroxetin | Selten | Panikattacken und Angstgefühl |
| Pridinol | Selten | Angstgefühl, Depression |
| Telmisartan | Selten | Angstzustände |
| Tramadol | Selten | Halluzinationen, Verwirrtheitszustände, Schlafstörungen, Delirium, Ängstlichkeit und Albträume |
| Carbamazepin | Sehr selten | Aktivierung verborgener (latenter) Psychosen, phobische Störungen (Angststörungen), Denkerschwernis und Antriebslosigkeit |
| Diclofenac | Sehr selten | Angstgefühle, Albträume, Schlaflosigkeit |
| Famotidin | Sehr selten | Vorübergehende (reversible) psychische Störungen wie Halluzinationen, Desorientiertheit, Verwirrtheits-, Angst- und Unruhezustände, Depression |
| Methocarbamol | Sehr selten | Angstzustände |
| Opipramol | Sehr selten | Angstzustände |
| Azithromycin | Nicht bekannt | Aggression, Angstgefühle und Besorgnis, akuter Verwirrtheitszustand (Delirium) |
| Beclometason | Nicht bekannt | Unruhe (psychomotorische Hyperaktivität), Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen, Aggressivität, Verhaltensänderungen (insbesondere bei Kindern) |
| Beclometason/Formoterol | Nicht bekannt | Schlafprobleme, Depressionen oder ein Gefühl der Besorgtheit, Ruhelosigkeit, Nervosität, Übererregung oder Reizbarkeit, eher bei Kindern; laut Fachinformation auch Aggression und Verhaltensänderungen |
| Dexamethason | Nicht bekannt | Stimmungsschwankungen (Stimmungslabilität) und Angstgefühle |
| Diazepam | Nicht bekannt | Sinnestäuschungen (Halluzinationen) und eine Wirkungsumkehr ("paradoxe Reaktionen") wie Erregbarkeit, Reizbarkeit, aggressives Verhalten, Unruhe, Nervosität, Feindseligkeit, Angstzustände, Schlafstörungen, Albträume… |
| Finasterid | Nicht bekannt | Angst |
| Hydroxychloroquin | Nicht bekannt | Depression, Halluzinationen, Nervosität oder Angstzustände, Verwirrtheit, Unruhe, Schlafstörungen, Hochgefühl oder Überreizung (Manie), Wahnvorstellungen; auch der Ausbruch einer Psychose ist möglich |
| Levodopa/Benserazid | Nicht bekannt | Innere Unruhe, Ängstlichkeit |
| Lorazepam | Nicht bekannt | Paradoxe Reaktionen, also Wirkungen entgegen der erwarteten Beruhigung, zum Beispiel Angst, Erregungszustände, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten (Feindseligkeit, Aggression, Wut), Schlafstörungen oder… |
| Metoclopramid | Nicht bekannt | Angst |
| Oxazepam | Nicht bekannt | Sogenannte paradoxe Arzneimittelreaktion, etwa erhöhte Aggression, akute Wutanfälle, Angst, suizidale Neigungen, Muskelkrämpfe und Schlafstörungen |
| Prednisolon | Nicht bekannt | Stimmungsschwankungen (Stimmungslabilität) und Angstgefühle |
| Sumatriptan | Nicht bekannt | Angst, Unruhe |
| Tizanidin | Nicht bekannt | Angst (Angstzustände, Angststörungen) |
| Trazodon | Nicht bekannt | Schlaflosigkeit, Angst, Nervosität, Unruhe (sehr selten verschärft zu einem Delirium) |
Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website bereits mit geprüftem Datensatz beschrieben sind (95 von 358). Auch andere Arzneimittel können diese Beschwerde auslösen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Angst als mögliches Zeichen einer anderen Nebenwirkung (5 Wirkstoffe)
Bei diesen Wirkstoffen nennt die Produktinformation die Beschwerde als mögliches Anzeichen einer anderen Nebenwirkung. Die angegebene Häufigkeit gilt für diese andere Nebenwirkung, nicht für die Beschwerde selbst; deshalb stehen sie nicht in der Tabelle oben.
| Wirkstoff | Angabe in der Produktinformation | Häufigkeit dieser Nebenwirkung |
|---|---|---|
| Dapagliflozin | Zu niedriger Blutzucker (Hypoglykämie) bei Menschen mit Diabetes, die Dapagliflozin zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin anwenden; Anzeichen sind Zittern, Schwitzen, starkes Angstgefühl, schneller Herzschlag, Hungergefühl, Kopfschmerzen,… | Sehr häufig |
| Levomethadon | Zu Beginn der Substitutionsbehandlung Opiat-Entzugssymptome wie Angstzustände, Appetitlosigkeit, unwillkürliche zuckende und stoßende Bewegungen, Darmkrämpfe, Depression, Durchfall, Erbrechen, Fieber, abwechselnd Frösteln und Hitzewallungen, Gähnen,… | Häufig |
| Pramipexol | Nach dem Absetzen oder einer Verringerung der Dosis: Depression, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Angst, Müdigkeit, Schwitzen oder Schmerzen (Dopaminagonistenentzugssyndrom, DAWS) | Nicht bekannt |
| Ropinirol | Nach dem Beenden oder Verringern der Behandlung: Depression, Teilnahmslosigkeit (Apathie), Angst, Antriebslosigkeit, Schwitzen oder Schmerzen (Dopaminagonisten-Absetzsyndrom, DAWS) | Nicht bekannt |
| Semaglutid | Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin; Warnzeichen können plötzlich auftreten: kalter Schweiß, kühle blasse Haut, Kopfschmerzen, schneller Herzschlag, Übelkeit oder starkes Hungergefühl, Sehstörungen,… | Sehr häufig |
Was die Häufigkeitsklassen bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Woran Sie Unruhe und Angst durch ein Medikament erkennen
Zeitlicher Zusammenhang. Eine Akathisie tritt laut den Fachinformationen von Sertralin, Venlafaxin und Haloperidol am ehesten in den ersten Behandlungswochen auf [6, 9, 11]. Laut Packungsbeilage kann Venlafaxin in den ersten Wochen der Behandlung ein Gefühl der Ruhelosigkeit oder die Unfähigkeit hervorrufen, still zu sitzen oder still zu stehen [12]. Unkontrollierbare Bewegungen unter Metoclopramid treten laut Packungsbeilage normalerweise zu Beginn der Behandlung auf, selbst nach nur einer einzigen Anwendung [8]. Kennzeichen der Akathisie ist laut Fachinformation von Haloperidol eine als quälend empfundene innere und motorische Unruhe; häufig können Betroffene nicht ruhig sitzen oder ruhig stehen [6].
Nach dem Absetzen. Unruhe und Angst können auch auftreten, wenn ein Mittel beendet wird. Bei Sertralin und Venlafaxin gehören Erregtheit (Agitiertheit) oder Angst laut Fachinformation zu den am häufigsten berichteten Absetzreaktionen; sie treten normalerweise in den ersten Tagen nach dem Absetzen auf und klingen im Allgemeinen innerhalb von 2 Wochen ab, bei einigen Menschen halten sie 2 bis 3 Monate oder länger an [9, 11]. Nach dem Absetzen von Lorazepam können sich laut Fachinformation Angst, Spannungszustände sowie Erregung und innere Unruhe verstärkt wieder einstellen (Rebound-Erscheinungen) [19]. Laut IQWiG sind Entzugserscheinungen nach längerer Einnahme von Benzodiazepinen und Z-Substanzen den ursprünglichen Beschwerden einer Schlafstörung sehr ähnlich [3]. Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzugserscheinungen.
Krankheit oder Medikament? Die Abgrenzung kann schwierig sein. Körperliche Beschwerden einer generalisierten Angststörung wie Herzrasen kommen laut IQWiG auch bei Erkrankungen wie einer Schilddrüsenüberfunktion vor oder können durch bestimmte Arzneien und Drogen wie Amphetamine ausgelöst werden [1]. Vor einer Behandlung mit Methylphenidat sollten Angst- und Spannungszustände oder Agitiertheit laut Fachinformation ärztlich beurteilt werden; während der Behandlung sollte regelmäßig untersucht werden, ob sie auftreten oder sich verschlimmern, unter anderem bei jeder Dosisanpassung [13].
Warum Medikamente Unruhe und Angst auslösen können
Für einige Mittel nennen die Quellen Gründe. Haloperidol blockiert laut Fachinformation Dopaminrezeptoren im Gehirn; die Wirkung auf bestimmte Hirnregionen, die Basalganglien, ist wahrscheinlich die Ursache für Bewegungsstörungen wie Dystonie, Akathisie und Parkinsonismus [6]. Bei Levothyroxin können laut Packungsbeilage die typischen Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten, wenn die Dosisstärke im Einzelfall nicht vertragen wird oder eine Überdosierung vorliegt [16]. Ist die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut langfristig erhöht, laufen laut gesund.bund.de viele Körperfunktionen "auf Hochtouren"; mögliche Folgen sind unter anderem Zittern, innere Unruhe, Gereiztheit und Schlaflosigkeit [2].
Bei Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepinen treten laut IQWiG Entzugserscheinungen auf, wenn dem Körper das Mittel entzogen wird, an das er sich gewöhnt hat; nach längerer Einnahme ist das oft der Fall [3]. Laut Packungsbeilage von Lorazepam können vorübergehend Entzugs- oder Rebound-Symptome auftreten, wenn Sie die Einnahme abbrechen oder die Dosis plötzlich verringern [20].
Was Sie tun können

Nicht eigenmächtig absetzen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Sertralin soll ein plötzliches Absetzen laut Fachinformation vermieden und die Dosis über mindestens ein bis zwei Wochen schrittweise verringert werden [9]. Lorazepam sollen Sie laut Packungsbeilage nicht plötzlich absetzen, es sei denn, Sie vermuten eine schwerwiegende Nebenwirkung; die Dosis wird schrittweise verringert [20]. Wer Schlaf- und Beruhigungsmittel nach längerem Gebrauch absetzen will, tut dies laut IQWiG am besten schrittweise und mit ärztlicher Hilfe [3]. Mehr dazu: Medikamente absetzen.
Unruhe ansprechen. Entsteht unter Sertralin ein Gefühl der Ruhelosigkeit und Sie können nicht ruhig sitzen oder stehen, sollen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren; eine Dosiserhöhung kann dann schädlich sein [10]. Auch unter Venlafaxin teilen Sie solche Beschwerden laut Packungsbeilage Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit [12]. Bei Haloperidol kann eine Erhöhung der Dosis laut Fachinformation negative Auswirkungen haben, wenn Anzeichen einer Akathisie auftreten [6]. Was dann infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Kontrollen wahrnehmen. Unter Methylphenidat sollte laut Fachinformation regelmäßig untersucht werden, ob Angst- oder Spannungszustände auftreten oder sich verschlimmern, bei jeder Dosisanpassung und dann mindestens alle 6 Monate [13]. Unter Montelukast sollen Patientinnen, Patienten und Pflegepersonen laut Fachinformation auf neuropsychiatrische Ereignisse achten und die Ärztin oder den Arzt informieren, wenn sie auftreten [18].
Nebenwirkung melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [15]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Gedanken an Selbsttötung. Bei Depressionen oder Angststörungen können manchmal Gedanken auftreten, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen; laut den Packungsbeilagen von Sertralin und Venlafaxin können sie bei der erstmaligen Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein, weil diese Mittel einige Zeit brauchen, bis sie wirken (gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal länger); laut Packungsbeilage von Venlafaxin können sie auch auftreten, wenn die Dosis verringert oder die Behandlung beendet wird [10, 12]. Wahrscheinlicher sind solche Gedanken unter anderem bei jungen Erwachsenen bis 25 Jahre [10, 12]. Entwickeln Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken, gehen Sie laut Packungsbeilage zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen unverzüglich ein Krankenhaus auf [10, 12]. Laut Fachinformation von Sertralin kann das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen; Betroffene und ihre Betreuungspersonen sollen darauf hingewiesen werden, auf Verschlechterungen, Suizidgedanken und ungewöhnliche Verhaltensänderungen zu achten und dann unverzüglich medizinischen Rat einzuholen [9]. Unter Montelukast sollen Sie laut Packungsbeilage unter anderem bei Erregbarkeit, Depression oder Lebensmüdigkeit umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt kontaktieren [17]. Suizidversuche aller Art sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für die Notrufnummer 112 [22]. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 1110111, 0800 1110222 oder 116 123 [23].
Serotonin-Syndrom. Erregtheit, Verwirrtheit, Durchfall, hohe Körpertemperatur, hoher Blutdruck, übermäßiges Schwitzen und schneller Herzschlag unter Sertralin können laut Packungsbeilage Symptome eines Serotonin-Syndroms oder eines malignen neuroleptischen Syndroms sein; benachrichtigen Sie dann umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [10]. Unter Venlafaxin informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt unverzüglich oder begeben sich in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses, wenn Sie meinen, dass ein Serotonin-Syndrom aufgetreten ist [12].
Unkontrollierbare Bewegungen und Überdosierung. Bemerken Sie unter Metoclopramid unkontrollierbare Bewegungen, häufig unter Einbeziehung von Kopf oder Nacken, sollen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage abbrechen und unverzüglich mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke sprechen [8]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Herzrasen, Herzklopfen, unregelmäßiger Herzschlag, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Brustschmerzen und heftiges Zittern können bei Salbutamol Zeichen einer Überdosierung sein; dann soll laut Packungsbeilage unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden [15]. Mehr dazu: Herzrasen.
Unterzuckerung. Unruhe und Angst können auch Zeichen einer anderen Nebenwirkung sein. Bei Dapagliflozin zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin nennt die Packungsbeilage Zittern, Schwitzen, starkes Angstgefühl, schnellen Herzschlag, Hungergefühl, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Stimmungswandel oder Verwirrtheit als Anzeichen eines zu niedrigen Blutzuckers; wenden Sie sich dann schnellstmöglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [21]. Mehr dazu: Unterzuckerung und erhöhter Blutzucker.
Andere Ursachen
Nicht jede Unruhe und nicht jede Angst kommt vom Medikament. Jeder Mensch hat laut IQWiG manchmal Angst; wenn Ängste überhandnehmen, nahezu ständig bestehen und sich nicht kontrollieren lassen, hat sich möglicherweise eine generalisierte Angststörung entwickelt [1]. Nach Schätzungen erhalten etwa 5 Prozent aller Menschen im Laufe des Lebens diese Diagnose, Frauen doppelt so häufig wie Männer [1]. Neben andauernden Befürchtungen sind unter anderem Benommenheit, Nervosität, Schwindel, Zittern, Schwitzen, Muskelverspannungen und Magenbeschwerden möglich [1].
Die Ursachen einer generalisierten Angststörung sind laut IQWiG noch nicht ganz geklärt; eine Rolle spielen können schwere Erlebnisse, Verluste, andauernder Stress oder eine Lebenskrise [1]. Manchmal ist eine Angststörung Folge einer anderen Erkrankung, etwa einer Depression oder Panikstörung, oder hängt mit einer Suchterkrankung zusammen [1]. Typische Beschwerden einer Schilddrüsenüberfunktion sind laut gesund.bund.de unter anderem Gewichtsverlust, Schwitzen, Nervosität und Herzrasen [2]. Auch eine Unterzuckerung kann sich unter anderem mit starkem Angstgefühl, Zittern und schnellem Herzschlag bemerkbar machen [21]. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
- Angststörung, Innere Unruhe und Depression
- Schilddrüsenüberfunktion
- Verwandte Nebenwirkungen: Schlafstörungen, Zittern, Aggressivität und Reizbarkeit, Depression durch Medikamente und unruhige Beine
Quellen
- Generalisierte Angststörung. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 27.03.2024. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Schilddrüsenüberfunktion. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 23.02.2026. abgerufen am 12.10.2026
- Schlafstörung: Schlaf- und Beruhigungsmittel absetzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation ABILIFY (Aripiprazol), Anhang I: Fachinformation ABILIFY Tabletten. Otsuka Pharmaceutical Netherlands B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten (Metoclopramid). ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation MCP-ratiopharm 10 mg Tabletten (Metoclopramid). ratiopharm GmbH. Stand 07/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Sertralin-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sertralin-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Venlafaxin-ratiopharm 37,5 mg/75 mg/150 mg Hartkapseln, retardiert. ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Methylphenidat-HCl-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 01/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salbutamol-ratiopharm N Dosieraerosol 0,1 mg/Sprühstoß. ratiopharm GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation L-Thyroxin Henning 100 (100 Mikrogramm, Tabletten). Sanofi-Aventis Deutschland GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Versionscode Z08). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Montelukast-ratiopharm 10 mg Filmtabletten (Version 5). ratiopharm GmbH. Stand 09/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Forxiga (Dapagliflozin), Anhang III B: Packungsbeilage Forxiga 5 mg/10 mg Filmtabletten. AstraZeneca AB (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 12.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- TelefonSeelsorge Deutschland, Startseite. TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente können Unruhe und Angst auslösen?
Die Produktinformationen vieler Mittel nennen Nervosität, Unruhe oder Angst, zum Beispiel die von Antidepressiva wie Sertralin und Venlafaxin, von Antipsychotika wie Aripiprazol, Olanzapin und Haloperidol, von Metoclopramid gegen Übelkeit, vom ADHS-Mittel Methylphenidat, von Levothyroxin und von Asthmamitteln wie Salbutamol und Montelukast. Die Tabellen auf dieser Seite zeigen alle Wirkstoffe mit geprüftem Steckbrief, deren Produktinformation Unruhe oder Angst nennt.
Was ist eine Akathisie?
Laut Fachinformation von Sertralin ist eine Akathisie eine subjektiv unangenehme oder als quälend erlebte Ruhelosigkeit mit Bewegungsdrang, oft begleitet von der Unfähigkeit, still zu sitzen oder still zu stehen. Sie tritt laut den Fachinformationen von Sertralin, Venlafaxin und Haloperidol am ehesten in den ersten Behandlungswochen auf, und eine Dosiserhöhung kann dann schädlich sein. Bemerken Sie solche Beschwerden, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Können Antidepressiva am Anfang unruhig machen?
Ja. In der Fachinformation von Sertralin sind Angst, Erregtheit und Nervosität als häufig eingestuft. Venlafaxin kann laut Packungsbeilage in den ersten Wochen der Behandlung ein Gefühl der Ruhelosigkeit oder die Unfähigkeit hervorrufen, still zu sitzen oder still zu stehen. Teilen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit. Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, können laut Packungsbeilage bei der erstmaligen Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein; dann gehen Sie zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen unverzüglich ein Krankenhaus auf.
Macht Schilddrüsenhormon nervös?
Das ist möglich. Die Packungsbeilage von Levothyroxin nennt Nervosität als häufig und innere Unruhe mit nicht bekannter Häufigkeit. Beide stehen dort unter den Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion, die auftreten können, wenn die Dosisstärke im Einzelfall nicht vertragen wird oder eine Überdosierung vorliegt, besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann ein Asthmamittel unruhig machen?
Ja. Bei Salbutamol zum Inhalieren ist Unruhe laut Fachinformation gelegentlich; über eine anregende Wirkung auf das Nervensystem mit Übererregbarkeit wurde vereinzelt berichtet, überwiegend bei Kindern bis 12 Jahre. Die Packungsbeilage von Montelukast nennt Reizbarkeit, Ängstlichkeit und Ruhelosigkeit als gelegentlich. Herzrasen, Ruhelosigkeit und heftiges Zittern können bei Salbutamol Zeichen einer Überdosierung sein; dann soll laut Packungsbeilage unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Warum bin ich nach dem Absetzen eines Beruhigungsmittels unruhig?
Nach dem Absetzen von Lorazepam können sich laut Fachinformation Angst, Spannungszustände sowie Erregung und innere Unruhe verstärkt wieder einstellen (Rebound). Laut IQWiG ähneln Entzugserscheinungen nach längerer Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln den ursprünglichen Beschwerden einer Schlafstörung sehr. Auch nach dem Beenden von Antidepressiva wie Sertralin oder Venlafaxin gehören Erregtheit oder Angst zu den häufigsten Absetzreaktionen. Beendet wird eine solche Behandlung schrittweise und nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann ist Unruhe durch ein Medikament ein Notfall?
Zum Beispiel bei Gedanken an Selbsttötung, bei Erregtheit zusammen mit Fieber, Schwitzen, schnellem Herzschlag oder Verwirrtheit unter Antidepressiva wie Sertralin oder Venlafaxin (möglicher Hinweis auf ein Serotonin-Syndrom) und bei unkontrollierbaren Bewegungen unter Metoclopramid. Unter Dapagliflozin zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin können laut Packungsbeilage Zittern, Schwitzen, starkes Angstgefühl und schneller Herzschlag Zeichen einer Unterzuckerung sein. Holen Sie dann sofort ärztliche Hilfe; bei akuter Lebensgefahr oder einem Suizidversuch rufen Sie den Notruf 112.
Können Unruhe und Angst auch andere Ursachen haben?
Ja. Ständige, kaum kontrollierbare Ängste können laut IQWiG auf eine generalisierte Angststörung hinweisen; eine Angststörung kann auch Folge einer Depression oder Panikstörung sein oder mit einer Suchterkrankung zusammenhängen. Körperliche Beschwerden wie Herzrasen kommen laut IQWiG auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion vor oder können durch Drogen wie Amphetamine ausgelöst werden. Welche Ursache vorliegt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Nebenwirkungen Blähungen durch MedikamenteManche Medikamente verursachen Blähungen oder einen Blähbauch.
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