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Rizatriptan: Nebenwirkungen und Wirkung
Rizatriptan ist ein Migränemittel aus der Gruppe der Triptane zur Behandlung der Kopfschmerzphase einer Migräneattacke bei Erwachsenen. Häufig sind Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Schwäche und Müdigkeit, Kribbeln, Übelkeit, Mundtrockenheit, Herzklopfen und Hitzegefühl. Bei Herzerkrankungen, nach einem Schlaganfall, bei mäßigem bis starkem oder unbehandeltem leichtem Bluthochdruck und zusammen mit MAO-Hemmern oder anderen Triptanen darf Rizatriptan nicht eingenommen werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Schlaflosigkeit[1, 2]
- Häufig: Schwindelgefühl und Schläfrigkeit, in klinischen Studien zusammen mit Schwäche und Müdigkeit die häufigsten Nebenwirkungen[1, 2]
- Häufig: Missempfindungen und Kribbeln (Parästhesie), verminderte Berührungsempfindlichkeit der Haut (Hypästhesie)[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Verminderte Aufmerksamkeit[1, 2]
- Häufig: Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)[1, 2]
- Häufig: Rachenbeschwerden[1, 2]
- Häufig: Übelkeit, trockener Mund, Erbrechen, Durchfall und Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]
- Häufig: Hitzegefühl mit kurzzeitiger Hautrötung (Flush)[1, 2]
- Häufig: Schweregefühl in bestimmten Körperregionen, Nackenschmerzen und Steifigkeit[1, 2]
- Häufig: Schwäche und Müdigkeit, in klinischen Studien unter den häufigsten Nebenwirkungen[1, 2]
- Häufig: Bauchschmerzen oder Schmerzen im Brustkorb[1, 2]
Wofür wird Rizatriptan eingesetzt?
Rizatriptan gehört zu den selektiven Serotonin-5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten, den sogenannten Triptanen, und damit zu den Migränemitteln [1, 2]. Es wird zur Behandlung der Kopfschmerzphase einer Migräneattacke bei Erwachsenen angewendet [1, 2]. Rizatriptan dürfen Sie nur bei einer Migräneattacke einnehmen, nicht zur Vorbeugung; ob Sie an Migräne leiden, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei Kopfschmerzen, die durch andere, schwerwiegendere Erkrankungen verursacht sein können, darf es nicht eingesetzt werden [1, 2].
Das Präparat, auf dem diese Seite beruht (Rizatriptan AbZ Schmelztabletten), ist laut Fachinformation verschreibungspflichtig [2]. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt Rizatriptan zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräneanfällen mit und ohne Aura nach ärztlicher Erstdiagnose einer Migräne von der Verschreibungspflicht aus, und zwar in festen Zubereitungen zum Einnehmen mit 5 mg je abgeteilter Form, zum Beispiel je Tablette, und in einer Gesamtmenge von 10 mg je Packung [4].
Wie wirkt Rizatriptan?
Laut Packungsbeilage vermindert Rizatriptan das Anschwellen der Blutgefäße, die das Gehirn umgeben; dieses Anschwellen führt bei einer Migräneattacke zu Kopfschmerzen [1]. Die Fachinformation beschreibt, dass Rizatriptan gezielt an die Serotonin-Rezeptoren 5-HT1B und 5-HT1D bindet. Ihre Aktivierung kann die schmerzerzeugenden Blutgefäße im Schädel verengen und die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe (Neuropeptide) hemmen; das verringert die Entzündung empfindlicher Gewebe und die Schmerzweiterleitung über den Trigeminusnerv [2].
Rizatriptan wird rasch und vollständig aufgenommen. Bei der Schmelztablette ist die höchste Konzentration im Blut nach etwa 1,58 Stunden erreicht, 30 bis 60 Minuten später als bei der Tablette; die Halbwertszeit liegt im Durchschnitt bei 2 bis 3 Stunden [2]. Abgebaut wird Rizatriptan vor allem durch das Enzym Monoaminoxidase A; MAO-Hemmer erhöhen seine Konzentration im Blut und sind wegen des Risikos einer Verengung der Herzkranzgefäße und eines Blutdruckanstiegs eine Gegenanzeige [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Die häufigsten Nebenwirkungen in klinischen Studien waren Schwindelgefühl, Schläfrigkeit und Schwäche oder Müdigkeit [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Herz und Kreislauf: Schlaganfall, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen des Herzmuskels betrafen überwiegend Menschen mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, etwa Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Herzerkrankungen in der Familie [1, 2]. Laut Fachinformation wurden Triptane mit Verkrampfungen der Herzkranzgefäße in Verbindung gebracht; in sehr seltenen Fällen traten auch bei Menschen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung schwerwiegende Herzereignisse auf [2]. Mehr unter Schwindel, Müdigkeit, Herzrasen und Hitzewallungen.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheSchlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemSchwindelgefühl und Schläfrigkeit, in klinischen Studien zusammen mit Schwäche und Müdigkeit die häufigsten Nebenwirkungen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelMüdigkeit
- NervensystemMissempfindungen und Kribbeln (Parästhesie), verminderte Berührungsempfindlichkeit der Haut (Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemVerminderte Aufmerksamkeit[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- HerzHerzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- AtemwegeRachenbeschwerden[1, 2]
- Magen und DarmÜbelkeit, trockener Mund, Erbrechen, Durchfall und Verdauungsstörungen (Dyspepsie)[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitMundtrockenheitErbrechenDurchfallSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- HautHitzegefühl mit kurzzeitiger Hautrötung (Flush)[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchweregefühl in bestimmten Körperregionen, Nackenschmerzen und Steifigkeit[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenSchwäche und Müdigkeit, in klinischen Studien unter den häufigsten Nebenwirkungen[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
- Allgemeine BeschwerdenBauchschmerzen oder Schmerzen im Brustkorb[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- PsycheDesorientiertheit und Nervosität[1, 2]Mehr dazu: VerwirrtheitUnruhe und Nervosität
- NervensystemGeschmacksstörung oder schlechter Geschmack im Mund[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- NervensystemStörungen des Bewegungsablaufs beim Gehen (Ataxie), Drehschwindel (Vertigo), Zittern (Tremor) und Bewusstlosigkeit (Synkope)[1, 2]Mehr dazu: SchwindelZittern
- AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzHerzrhythmusstörungen oder Veränderung der Herzfrequenz (Arrhythmien), Veränderungen im EKG, Herzjagen (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: HerzrhythmusstörungenHerzrasen
- Gefäße und KreislaufBluthochdruck und Hitzewallungen[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegHitzewallungen
- AtemwegeAtemnot (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Magen und DarmDurst[1, 2]
- HautHautausschlag, juckender und nässender Hautausschlag (Urtikaria), Juckreiz und Schwitzen[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagNesselsuchtJuckreizVermehrtes Schwitzen
- HautSchwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen, die zu Beschwerden beim Atmen und/oder Schlucken führen können (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische Reaktionen
- Muskeln, Knochen und GelenkeVerspannungen in bestimmten Körperregionen, Muskelschwäche, Gesichtsschmerzen und Muskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeit) und plötzlich auftretende lebensbedrohliche allergische Reaktionen (Anaphylaxie)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- HerzSchlaganfall; betroffen waren überwiegend Menschen mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Rauchen, Nikotinersatzmittel, Herzerkrankung oder Schlaganfall in der Familie, Männer über 40 Jahre, Frauen nach den Wechseljahren, Schenkelblock)[1, 2]
- HerzVerlangsamter Herzschlag (Bradykardie)[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
- AtemwegePfeifendes Atmen (exspiratorisches Giemen)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- NervensystemKrampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- NervensystemSerotonin-Syndrom mit Koma, instabilem Blutdruck, stark erhöhter Körpertemperatur, Koordinationsstörungen der Muskulatur, Unruhe und Halluzinationen[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätFieberPsychose und Halluzinationen
- HerzHerzinfarkt oder Durchblutungsstörung des Herzmuskels; betroffen waren überwiegend Menschen mit Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen[1, 2]
- Gefäße und KreislaufAnfallsweise Verengung der Blutgefäße in Händen oder Füßen, die mit Kälte oder Taubheit einhergehen kann (periphere Durchblutungsstörung)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Magen und DarmAnfallsweise Verengung der Blutgefäße des Dickdarms (ischämische Colitis), die zu Bauchschmerzen führen kann[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- HautSchwere Hautablösung mit oder ohne Fieber (toxische epidermale Nekrolyse, Lyell-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Rizatriptan kann vorübergehend Schmerzen und ein Druckgefühl in der Brust auslösen, die intensiv sein und auch im Hals auftreten können [2]. Bei Triptanen einschließlich Rizatriptan können Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen (Angioödeme) auftreten; laut Fachinformation sollte Rizatriptan dann sofort abgesetzt werden [2]. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schwindel und Schläfrigkeit: Fühlen Sie sich nach der Einnahme schläfrig oder schwindelig, setzen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen [1]. Laut Fachinformation kann auch die Migräne selbst schläfrig machen; wägen Sie während eines Anfalls und nach der Einnahme ab, ob Sie anspruchsvolle Aufgaben übernehmen können [2].
Übelkeit: Die Schmelztablette löst sich auf der Zunge auf und kann auch ohne Flüssigkeit eingenommen werden, etwa um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden, die bei der Einnahme mit Flüssigkeit auftreten können [1, 2]. Mehr unter Übelkeit.
Kopfschmerz durch Übergebrauch: Eine Langzeitanwendung von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen kann diese verschlimmern. Haben Sie häufig oder täglich Kopfschmerzen, obwohl oder weil Sie regelmäßig Kopfschmerzmittel einnehmen, holen Sie ärztlichen Rat ein [1, 2]. Hintergründe auf der Seite Kopfschmerzen und im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, auch über rezeptfreie, pflanzliche und die Mittel, die Sie normalerweise gegen Migräne einnehmen [1]. Nicht zusammen mit Rizatriptan einnehmen dürfen Sie MAO-Hemmer, Ergotamin-artige Mittel und andere Triptane wie Sumatriptan, Naratriptan oder Zolmitriptan [1, 2]. Nehmen Sie Propranolol ein, kann die Konzentration von Rizatriptan im Blut steigen; laut Packungsbeilage ist dann eine niedrigere Stärke zu verwenden [1, 2].
Zusammen mit Antidepressiva aus den Gruppen SSRI und SNRI (etwa Sertralin, Escitalopram, Fluoxetin oder Venlafaxin) wurde ein Serotonin-Syndrom berichtet, das schwerwiegend sein kann; fragen Sie vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1, 2]. Mit Johanniskraut können vermehrt Nebenwirkungen auftreten [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Triptane (Serotonin-5-HT1B/1D-Agonisten) wie Sumatriptan, Naratriptan oder Zolmitriptan | Laut Fachinformation erhöhtes Risiko für eine Verengung der Herzkranzgefäße und einen Blutdruckanstieg[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen |
| MAO-Hemmer wie Moclobemid, Phenelzin, Tranylcypromin, Pargylin und das Antibiotikum Linezolid | Laut Fachinformation höhere Konzentration von Rizatriptan im Blut und Risiko für eine Verengung der Herzkranzgefäße und einen Blutdruckanstieg[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen; nach dem Absetzen eines MAO-Hemmers mindestens zwei Wochen warten |
| Ergotamin-artige Mittel wie Ergotamin, Dihydroergotamin oder Methysergid | Erhöhte Gefahr von Nebenwirkungen[1, 2] | Nicht gleichzeitig; nach Rizatriptan mindestens 6 Stunden bis zu einem Ergotamin-artigen Mittel warten, nach einem solchen Mittel mindestens 24 Stunden bis zu Rizatriptan |
| Propranolol (Betablocker) | Die Konzentration von Rizatriptan im Blut kann steigen[1, 2] | Eine 5-mg-Dosierung von Rizatriptan verwenden und zwischen beiden Mitteln mindestens 2 Stunden Abstand halten; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt |
| Antidepressiva aus den Gruppen SSRI (z. B. Sertralin, Escitalopram, Fluoxetin) und SNRI (z. B. Venlafaxin, Duloxetin) | Serotonin-Syndrom möglich; laut Fachinformation können diese Reaktionen schwerwiegend sein[1, 2] | Ärztin oder Arzt nach Anweisungen und Risiken fragen; laut Fachinformation sorgfältige Überwachung, besonders zu Behandlungsbeginn, bei einer Dosiserhöhung oder wenn ein weiteres serotonerges Mittel hinzukommt |
| Johanniskraut (pflanzliches Arzneimittel) | Möglicherweise vermehrt Nebenwirkungen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mahlzeiten | Nach dem Essen kann es länger dauern, bis Rizatriptan wirkt[1, 2] | Besser auf nüchternen Magen; die Einnahme nach einer Mahlzeit ist dennoch möglich |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Rizatriptan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Rizatriptan darf nicht eingenommen werden bei mäßigem bis starkem oder unbehandeltem leichtem Bluthochdruck, bei Herzerkrankungen wie Herzinfarkt oder Angina pectoris, nach einem Schlaganfall oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns, bei Durchblutungsstörungen der Arterien und bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen [1, 2]. Haben Sie Risikofaktoren für eine Herzerkrankung, sollte Rizatriptan laut Fachinformation nicht ohne vorherige Untersuchung eingenommen werden [2]. Trifft einer der weiteren Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Rizatriptan oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Mäßiger bis starker Bluthochdruck oder leichter Bluthochdruck, der nicht medikamentös behandelt wird[1, 2]
- Herzbeschwerden einschließlich Herzinfarkt oder Brustschmerzen (Angina pectoris), jetzt oder früher, oder Anzeichen einer Herzkrankheit; laut Fachinformation auch Prinzmetal-Angina[1, 2]
- Schwere Leber- oder schwere Nierenerkrankung[1, 2]
- Schlaganfall oder kleiner Schlaganfall (transiente ischämische Attacke, TIA) in der Vorgeschichte[1, 2]
- Durchblutungsstörungen in den Arterien (periphere Verschlusskrankheit)[1, 2]
- Einnahme von MAO-Hemmern wie Moclobemid, Phenelzin, Tranylcypromin oder Pargylin oder des Antibiotikums Linezolid, oder weniger als zwei Wochen seit dem Absetzen eines MAO-Hemmers[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme von Ergotamin-artigen Migränemitteln wie Ergotamin oder Dihydroergotamin oder von Methysergid zur Vorbeugung[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme anderer Triptane wie Sumatriptan, Naratriptan oder Zolmitriptan[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Risikofaktoren für eine Herzerkrankung: Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen oder Nikotinersatzmittel, Herzerkrankungen in der Familie, Männer über 40 Jahre, Frauen nach der Menopause; laut Fachinformation sollte Rizatriptan dann nicht ohne vorherige Untersuchung eingenommen werden[1, 2]
- Nieren- oder Lebererkrankungen[1, 2]
- Eine bestimmte Form von Herzrhythmusstörungen (Schenkelblock)[1, 2]
- Allergien, auch eine frühere allergische Reaktion mit Anschwellen von Gesicht, Lippen, Zunge und/oder Rachen (Angioödem)[1]
- Kopfschmerzen, die von Schwindel, Gehstörungen, Koordinationsverlust oder Schwäche in Arm und Bein begleitet sind; laut Fachinformation nicht bei Basilarmigräne oder hemiplegischer Migräne anwenden[1, 2]
- Kurz dauernde Beschwerden wie Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust[1, 2]
- Einnahme von SSRI wie Sertralin, Escitalopram oder Fluoxetin oder von SNRI wie Venlafaxin oder Duloxetin gegen Depressionen; Einnahme von Johanniskraut[1, 2]
- Nur bei einer Migräneattacke: Ob Sie an Migräne leiden, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Rizatriptan darf nicht bei Kopfschmerzen eingesetzt werden, die durch andere, schwerwiegendere Erkrankungen verursacht sein können[1, 2]
- Zu häufige Einnahme: Wenn Sie Rizatriptan zu oft einnehmen, können Sie chronische Kopfschmerzen bekommen[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen; Menschen über 65 Jahre: keine vollständigen Studien zu Sicherheit und Wirksamkeit[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern (die Schmelztabletten enthalten Lactose) oder Phenylketonurie (sie enthalten Aspartam als Quelle für Phenylalanin)[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation keine eigene Angabe [1, 2]. Fühlen Sie sich schläfrig oder schwindelig, dürfen Sie nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen [1]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit stellen die Karten die Angaben von Packungsbeilage, Fachinformation und dem Beratungszentrum Embryotox der Charité nebeneinander [1, 2, 3]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage weisen die verfügbaren Daten zur Anwendung in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft nicht auf ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen hin; ob Rizatriptan dem ungeborenen Kind schadet, wenn es nach den ersten 3 Monaten eingenommen wird, ist nicht bekannt.[1]
Laut Fachinformation deuten Erfahrungen mit 300 bis 1.000 Schwangerschaftsausgängen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko nach Einnahme im ersten Drittel hin; für das zweite und dritte Drittel gibt es nur sehr begrenzte Erfahrungen. Falls klinisch notwendig, kann eine Anwendung in der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.[2]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang als hoch an: Für Rizatriptan wurden mehr als 500 Schwangerschaften mit Einnahme im ersten Drittel ausgewertet, ohne erhöhtes Gesamtrisiko für Fehlbildungen. Für das zweite und dritte Drittel sind die Erfahrungen geringer und reichen nicht aus, um spezifische Risiken zu bewerten; insgesamt scheint die Anwendung weder mit einem relevant erhöhten Risiko für das ungeborene Kind noch mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftskomplikationen verbunden zu sein. Aus der Gruppe der Triptane ist laut Embryotox das besser untersuchte Sumatriptan zu bevorzugen; bei individuell besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit erscheinen auch Einzeldosen von Rizatriptan akzeptabel. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox außerdem Ibuprofen, das nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche eingenommen werden darf, und bei individuell gegebener Wirksamkeit Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Wenn Sie stillen, können Sie nach der Einnahme 12 Stunden bis zum Stillen warten, um eine Belastung Ihres Babys zu vermeiden. Laut Fachinformation geht Rizatriptan in geringer Konzentration in die Muttermilch über und sollte bei stillenden Frauen mit Vorsicht angewendet werden.[1, 2]
Laut Embryotox wurde bisher nicht über unerwünschte Wirkungen bei gestillten Kindern berichtet; bei den üblichen Einzeldosen sind sie wegen der geringen Menge, die das Kind aufnimmt, auch nicht zu erwarten. Bei Stillenden selbst gibt es Berichte über Schmerzen der Brust und Brustwarzen und über eine verringerte Milchproduktion nach Anwendung von Triptanen. Zu den Schmerzmitteln der Wahl in der Stillzeit zählt Embryotox Ibuprofen und Paracetamol, bei unzureichender Wirksamkeit Sumatriptan gegen akute Migräneattacken; bei individuell besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit erscheinen auch Einzeldosen von Rizatriptan akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Sie können sich nach der Einnahme schläfrig oder schwindelig fühlen. Dann dürfen Sie sich nicht an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen. Laut Fachinformation kann auch die Migräne selbst Schläfrigkeit hervorrufen.[1, 2]
Einnahme
Rizatriptan möglichst früh einnehmen, wenn die Kopfschmerzen eines Anfalls eingesetzt haben, keinesfalls zur Vorbeugung. Die Schmelztablette mit trockenen Händen aus der Packung nehmen und auf die Zunge legen; sie löst sich im Mund auf und kann leicht geschluckt werden, auch ohne Flüssigkeit.[1, 2]
Nach einer Mahlzeit kann es länger dauern, bis Rizatriptan wirkt; besser ist die Einnahme auf nüchternen Magen, nach dem Essen ist sie aber auch möglich.[1]
Absetzen
Werden Ihre Kopfschmerzen durch zu häufige Einnahme chronisch, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; möglicherweise müssen Sie die Einnahme beenden. Laut Fachinformation sollte bei einem Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch die Behandlung unterbrochen werden.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie eine größere Menge eingenommen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke und nehmen Sie die Packung mit. Mögliche Zeichen sind Schwindelgefühl, Benommenheit, Erbrechen, Ohnmacht und langsamer Herzschlag; laut Fachinformation könnte es nach einer Überdosierung auch zu Bluthochdruck oder anderen schwerwiegenderen Herz-Kreislauf-Beschwerden kommen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis, die Höchstmenge innerhalb von 24 Stunden, den Mindestabstand zwischen zwei Dosen und eine niedrigere Stärke bei bestimmten Begleitmedikamenten und Erkrankungen [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Rizatriptan immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein, und zwar möglichst früh, wenn die Kopfschmerzen eines Anfalls eingesetzt haben [1]. Fassen Sie die Schmelztabletten nicht mit nassen Händen an, legen Sie die Tablette auf die Zunge und lassen Sie sie dort zergehen [1]. Nach einer Mahlzeit kann es länger dauern, bis Rizatriptan wirkt; besser ist die Einnahme auf nüchternen Magen, nach dem Essen ist sie aber ebenfalls möglich [1]. Verschlechtert sich Ihr Zustand, suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Rizatriptan
Rizatriptan gibt es als Tabletten und Schmelztabletten in verschiedenen Stärken [1, 3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Rizatriptan AbZ 10 mg Schmelztabletten [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Maxalt | verschreibungspflichtig | |
| Rizatriptan AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Schmelztabletten mit 10 mg; Grundlage dieser Seite |
| Rizatriptan STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Schmelztabletten mit 5 oder 10 mg |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Rizatriptan AbZ 10 mg Schmelztabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Rizatriptan AbZ 10 mg Schmelztabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Rizatriptan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Rizatriptan. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt Rizatriptan?
Laut Fachinformation wird Rizatriptan rasch aufgenommen; bei der Schmelztablette ist die höchste Konzentration im Blut nach etwa 1,58 Stunden erreicht. In einer der zwei Studien mit Schmelztabletten wurde mit der höheren der beiden geprüften Stärken eine signifikante schmerzlindernde Wirkung bereits 30 Minuten nach der Einnahme beobachtet. Nehmen Sie Rizatriptan möglichst früh ein, wenn die Kopfschmerzen eines Anfalls eingesetzt haben; nach einer Mahlzeit kann es länger dauern, bis es wirkt.
Wie oft darf ich Rizatriptan nehmen?
Die Packungsbeilage begrenzt die Zahl der Dosen innerhalb von 24 Stunden und schreibt einen Mindestabstand zwischen zwei Dosen vor; die Angaben stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage". Wirkt die erste Dosis nicht, dürfen Sie für dieselbe Attacke keine zweite einnehmen. Bei der nächsten Attacke kann Rizatriptan dennoch wirken. Wenn Sie es zu oft einnehmen, können chronische Kopfschmerzen entstehen.
Was ist ein Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch?
Eine Langzeitanwendung von Schmerzmitteln gegen Kopfschmerzen kann diese verschlimmern. Laut Fachinformation besteht der Verdacht bei häufigem oder täglichem Kopfschmerz trotz oder wegen der regelmäßigen Einnahme von Kopfschmerzmitteln. Dann sollte ärztlicher Rat eingeholt und die Behandlung unterbrochen werden; laut Packungsbeilage müssen Sie die Einnahme möglicherweise beenden.
Wer darf Rizatriptan nicht nehmen?
Nicht einnehmen dürfen Sie Rizatriptan unter anderem bei mäßigem bis starkem oder unbehandeltem Bluthochdruck, bei Herzbeschwerden wie Herzinfarkt oder Angina pectoris, nach einem Schlaganfall oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns, bei Durchblutungsstörungen der Arterien und bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen. Auch zusammen mit MAO-Hemmern, Ergotamin-artigen Mitteln oder anderen Triptanen ist es nicht erlaubt.
Darf ich Rizatriptan zusammen mit Antidepressiva nehmen?
Mit MAO-Hemmern nicht, und nach deren Absetzen müssen mindestens zwei Wochen vergehen. Bei SSRI wie Sertralin, Escitalopram oder Fluoxetin oder SNRI wie Venlafaxin oder Duloxetin fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt nach Anweisungen und Risiken: Zusammen mit Triptanen wurde ein Serotonin-Syndrom berichtet, das schwerwiegend sein kann. Auch Johanniskraut kann vermehrt Nebenwirkungen verursachen.
Was tun bei Brustschmerzen nach der Einnahme?
Rizatriptan kann vorübergehend Schmerzen und ein Druckgefühl in der Brust verursachen, die intensiv sein und auch im Hals auftreten können. Laut Fachinformation soll keine weitere Dosis eingenommen werden, wenn solche Beschwerden auf eine Herzerkrankung hindeuten; dann sind ärztliche Untersuchungen nötig. Bei Zeichen eines Herzinfarkts informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Darf ich Rizatriptan in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Die verfügbaren Daten zum ersten Schwangerschaftsdrittel weisen nicht auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko hin; für später gibt es weniger Erfahrung. Laut Fachinformation kann die Anwendung erwogen werden, falls sie klinisch notwendig ist; das Beratungszentrum Embryotox bevorzugt aus der Gruppe der Triptane das besser untersuchte Sumatriptan. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In der Stillzeit können Sie laut Packungsbeilage nach der Einnahme 12 Stunden bis zum Stillen warten.
Gibt es Rizatriptan ohne Rezept?
Das Präparat, auf dem diese Seite beruht, ist verschreibungspflichtig. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt Rizatriptan zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräne nach ärztlicher Erstdiagnose von der Verschreibungspflicht aus, und zwar in festen Zubereitungen zum Einnehmen mit 5 mg je abgeteilter Form, zum Beispiel je Tablette, und in einer Gesamtmenge von 10 mg je Packung. Ob ein solches Präparat erhältlich ist, erfahren Sie in Ihrer Apotheke.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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