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Migränemittel (Triptane und Vorbeugung)
Zu den Migränemitteln gehören Triptane wie Sumatriptan, Naratriptan, Rizatriptan und Zolmitriptan, die einen akuten Migräneanfall behandeln, sowie Wirkstoffe zur Vorbeugung, etwa der Betablocker Propranolol, das Antiepileptikum Topiramat und der Antikörper Erenumab. Als häufige Nebenwirkungen nennt die Fachinformation von Sumatriptan unter anderem Müdigkeit, Schwindel, Kribbeln und ein Druck- oder Engegefühl in Brust oder Hals. Bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen dürfen Triptane nicht angewendet werden. Werden Kopfschmerzmittel zu häufig eingenommen, können sie die Kopfschmerzen verschlimmern.

Migränemittel lassen sich in zwei Gruppen teilen: Mittel gegen den akuten Anfall wie die Triptane und Mittel zur Vorbeugung, die unabhängig von akuten Beschwerden über längere Zeit angewendet werden [19, 20]. Triptane sind laut ihren Fachinformationen zur Akutbehandlung bestimmt; zur Vorbeugung sind sie nicht vorgesehen [1, 3, 4, 5]. Für die Vorbeugung zugelassen sind unter anderem der Betablocker Propranolol, das Antiepileptikum Topiramat und der Antikörper Erenumab [6, 7, 9]. Einzelheiten zu jedem Wirkstoff stehen auf den verlinkten Wirkstoffseiten.
Was sind Migränemittel?
Sumatriptan, Naratriptan, Zolmitriptan und Rizatriptan sind laut ihren Fachinformationen selektive Serotonin-(5-HT1-)Rezeptoragonisten; ihre Namen enden auf "-triptan", man spricht von Triptanen [1, 3, 4, 5, 19]. Erenumab ist in seiner Fachinformation als Migränemittel eingeordnet (N02CD01) [6].
Mehrere Wirkstoffe zur Vorbeugung gehören zu anderen Gruppen: Propranolol ist ein Betablocker (C07AA05), Topiramat ein Antiepileptikum (N03AX11) [7, 9]. Nach dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) wurden die meisten Mittel zur Migränevorbeugung ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt [20].
Wie Migränemittel wirken
Triptane regen gezielt bestimmte Andockstellen für den Botenstoff Serotonin an, die 5-HT1-Rezeptoren. Laut Fachinformation von Sumatriptan findet sich der Untertyp 5-HT1D überwiegend in Blutgefäßen des Kopfes und bewirkt dort eine Gefäßverengung; Tierversuche weisen außerdem darauf hin, dass Sumatriptan die Aktivität des Trigeminusnervs hemmt. Beide Mechanismen tragen wahrscheinlich zur Wirkung bei [1]. Rizatriptan bindet laut Fachinformation an die Untertypen 5-HT1B und 5-HT1D; ihre Aktivierung kann schmerzerzeugende Blutgefäße im Schädel verengen und die Freisetzung von Neuropeptiden hemmen [4]. Nach dem Einnehmen setzt die Wirkung von Sumatriptan laut Fachinformation nach etwa 30 Minuten ein [1]. Zolmitriptan soll erst während der Kopfschmerzphase eingenommen werden, weil nicht nachgewiesen ist, dass die Einnahme während der Aura den Kopfschmerz verhindert [5].
Erenumab ist ein Antikörper, der an den Rezeptor des Botenstoffs CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) bindet und dessen Funktion hemmt. CGRP reguliert laut Fachinformation die Weiterleitung von Schmerzsignalen und erweitert Blutgefäße; sein Spiegel steigt während eines Migräneanfalls an [6]. Wie Topiramat wirkt, ist laut Fachinformation nicht genau bekannt [7]. Propranolol ist ein nicht herzselektiver Betablocker, der Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren hemmt [9]. Mehr unter Betablocker und Antiepileptika.
Wofür Migränemittel eingesetzt werden
Die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen in der Fachinformation des jeweiligen Präparats:
- Sumatriptan: akute Behandlung von Migräneanfällen mit und ohne Aura [1].
- Naratriptan (apothekenpflichtige Packung): akute Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräneanfällen mit und ohne Aura, nachdem eine Ärztin oder ein Arzt die Migräne erstmals festgestellt hat [3].
- Rizatriptan: akute Behandlung der Kopfschmerzphase von Migräneanfällen mit oder ohne Aura bei Erwachsenen [4].
- Zolmitriptan: Akutbehandlung von Migränekopfschmerzen mit oder ohne Aura [5].
- Erenumab: Vorbeugung bei Erwachsenen mit mindestens 4 Migränetagen pro Monat; die Behandlung sollte von Ärztinnen und Ärzten mit Erfahrung in Diagnose und Behandlung der Migräne begonnen werden [6].
- Topiramat: Vorbeugung von Migränekopfschmerzen bei Erwachsenen nach sorgfältiger Abwägung möglicher anderer Behandlungen, nicht zur Akutbehandlung; außerdem Behandlung der Epilepsie [7].
- Propranolol: unter anderem Vorbeugung der Migräne, daneben Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, bestimmte Herzrhythmusstörungen und essenzieller Tremor [9].
Sumatriptan, Naratriptan, Rizatriptan und Almotriptan sind nach der Arzneimittelverschreibungsverordnung in kleinen Packungen zum Einnehmen zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase nach ärztlicher Erstdiagnose einer Migräne von der Verschreibungspflicht ausgenommen; Zolmitriptan ist ohne solche Ausnahme verschreibungspflichtig [21]. Triptane sollten laut Fachinformation nur bei eindeutiger Diagnose einer Migräne angewendet werden und sind nicht für die hemiplegische, die Basilaris- oder die ophthalmoplegische Migräne bestimmt [1, 5].
Eine Vorbeugung mit Medikamenten empfehlen viele Fachleute nach dem IQWiG unter anderem, wenn jeden Monat drei oder mehr Anfälle die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen, Anfälle oft länger als drei Tage dauern oder Schmerz- und Migränemittel an mehr als zehn Tagen im Monat nötig sind [20]. Die Antikörper gegen CGRP kommen nach dem IQWiG erst infrage, wenn andere vorbeugende Mittel nicht ausreichend helfen [20]. Mittel mit Ergotamin sind nach dem IQWiG seit 2014 nicht mehr zur Vorbeugung zugelassen [19].
Wirkstoffe der Gruppe
Diese Migränemittel sind auf dieser Website mit einem geprüften Wirkstoff-Steckbrief beschrieben:
- Erenumabz. B. AimovigVorbeugung von Migräne bei Erwachsenen
- Naratriptanz. B. Naratriptan-ratiopharm bei Migräne 2,5 mg Filmtabletten, Naratriptan-ratiopharm 2,5 mg Filmtabletten, Naratriptan STADAAkute Migräneanfälle
- Propranololz. B. Propranolol STADA, Propra-ratiopharm, Propranolol-CTBluthochdruck, Herzerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Zittern, Migräne-Vorbeugung
- Rizatriptanz. B. Maxalt, Rizatriptan AbZ, Rizatriptan STADAAkute Behandlung der Kopfschmerzphase einer Migräneattacke
- Sumatriptanz. B. Imigran, Sumatriptan AbZ, Sumatriptan-ratiopharmAkute Migräneanfälle
- Topiramatz. B. Topamax, Topiramat Migräne STADA, Topiramat STADAEpilepsie, Vorbeugung von Migräne bei Erwachsenen
- Zolmitriptanz. B. AscoTop, Zolmitriptan STADA, Zolmitriptan-ratiopharmAkute Behandlung von Migränekopfschmerzen
Einige Triptane gibt es nach dem IQWiG in verschiedenen Darreichungsformen: als Tabletten, Kapseln, Schmelztabletten, Nasenspray, Zäpfchen oder als Lösung zum Spritzen [19]. Zur Vorbeugung nennt das IQWiG außerdem den Betablocker Metoprolol, den Kalziumkanalblocker Flunarizin, das Antidepressivum Amitriptylin und speziell bei chronischer Migräne Botulinumtoxin A; Valproinsäure ist in Deutschland zur Migränevorbeugung nicht zugelassen [20].
Typische Nebenwirkungen

Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage Ihres Präparats und auf den Wirkstoffseiten. Als mögliche Nebenwirkungen von Triptanen nennt das IQWiG Benommenheit, Missempfindungen wie Kribbeln, Schwäche-, Wärme- oder Kältegefühl und manchmal leichte Übelkeit [19]. Übelkeit und Erbrechen können laut Packungsbeilage auch durch die Migräneattacke selbst ausgelöst sein [2]. Wie die Produktinformationen der Triptane und der Mittel zur Vorbeugung ausgewählte Nebenwirkungen einstufen, zeigt die Tabelle je Wirkstoff. Bei Propranolol und Topiramat gelten die Einstufungen für alle Anwendungsgebiete des Präparats, nicht gesondert für die Migräne-Vorbeugung [7, 9]. Was die Angaben bedeuten, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
| Wirkstoff | Müdigkeit | Schwindel | Kribbeln und Taubheitsgefühl | Übelkeit | Hitzewallungen | Verstopfung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Erenumab | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | nicht genannt | Häufig |
| Naratriptan | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt |
| Propranolol | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt | Häufig |
| Rizatriptan | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt |
| Sumatriptan | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt |
| Topiramat | Sehr häufig | Sehr häufig | Sehr häufig | Sehr häufig | Gelegentlich | Häufig |
| Zolmitriptan | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | Häufig | nicht genannt |
Angaben aus der Packungsbeilage bzw. Fachinformation des jeweiligen Wirkstoffs; die Quellen stehen auf der Wirkstoffseite. "nicht genannt" heißt: Die Wirkstoffseite führt diese Beschwerde nicht als eigene Nebenwirkung auf. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Zeilen, die in der Produktinformation gesondert für Kinder oder Jugendliche aufgeführt sind, sind nicht berücksichtigt; sie stehen auf der Wirkstoffseite. Die Tabelle umfasst nur Wirkstoffe, die auf dieser Website mit geprüftem Datensatz beschrieben sind.
Druck- und Engegefühl in Brust und Hals
Nach Triptanen kann es laut den Fachinformationen zu vorübergehenden, manchmal intensiven Schmerzen und einem Engegefühl im Brustkorb kommen, die in den Hals ausstrahlen können. Deuten diese Beschwerden auf eine Durchblutungsstörung des Herzens hin, sollten keine weiteren Dosen gegeben und eine Untersuchung durchgeführt werden [1, 3, 4]. Laut Packungsbeilage von Sumatriptan können diese Beschwerden bei sehr wenigen Menschen durch einen Herzinfarkt verursacht sein [2].
Herz und Kreislauf
Triptane dürfen laut ihren Fachinformationen nicht angewendet werden nach einem Herzinfarkt, bei Durchblutungsstörungen des Herzens (ischämische Herzkrankheit), Verkrampfungen der Herzkranzgefäße (Prinzmetal-Angina), peripheren Gefäßerkrankungen wie Durchblutungsstörungen in den Beinen, nach einem Schlaganfall oder einer vorübergehenden Minderdurchblutung des Gehirns (TIA) und bei mittelschwerem bis schwerem oder nicht eingestelltem leichtem Bluthochdruck [1, 3, 4, 5]. Bei Risikofaktoren für eine Herzerkrankung, etwa starkem Rauchen, besonders bei Frauen in oder nach den Wechseljahren und Männern über 40 Jahren, sollte vorher untersucht werden, ob eine Gefäßerkrankung des Herzens besteht; in sehr seltenen Fällen traten schwerwiegende Wirkungen am Herzen auf, ohne dass eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorlag [1, 4, 5]. Bei einem kleinen Teil der Behandelten stieg der Blutdruck laut Fachinformation von Sumatriptan vorübergehend an [1]. Mehr unter koronare Herzkrankheit und Blutdruckanstieg.
Für Erenumab liegen laut Fachinformation keine Sicherheitsdaten bei bestimmten schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor, weil Betroffene von den Studien ausgeschlossen waren [6]. Bei Propranolol sind eine Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie) und ein verstärkter Blutdruckabfall in der Fachinformation als häufig eingestuft, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten [9].
Serotonin-Syndrom
Nach der gleichzeitigen Anwendung von Triptanen und Antidepressiva aus den Gruppen der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) wurde laut den Fachinformationen über ein Serotonin-Syndrom berichtet, mit veränderter geistiger Verfassung, Störungen der unwillkürlichen Körperfunktionen und Störungen von Nerven und Muskeln; diese Reaktionen können schwerwiegend sein [1, 3, 4, 5]. Ist die Kombination nötig, sollten Behandelte laut den Fachinformationen überwacht werden [1, 3, 4]. Als Anzeichen nennt die Packungsbeilage von Sumatriptan Unruhe, Verwirrtheit, Schwitzen, Halluzinationen, gesteigerte Reflexe, Muskelkrämpfe, Zittern oder Frösteln, erhöhten Herzschlag und Schütteln [2]. Mehr unter Antidepressiva.
Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch
Die dauerhafte oder übermäßige Anwendung von Kopfschmerzmitteln kann die Kopfschmerzen laut den Fachinformationen der Triptane verschlimmern. An diesen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch ist zu denken, wenn trotz oder gerade wegen der regelmäßigen Einnahme von Kopfschmerzmitteln häufig oder täglich Kopfschmerzen auftreten; dann sollte ärztlicher Rat eingeholt und die Behandlung abgebrochen bzw. unterbrochen werden [1, 3, 4, 5]. Nach dem IQWiG gelten bei Triptanen und Ergotaminen schon zehn Einnahmetage pro Monat als zu häufig, bei Schmerzmitteln wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen 15 oder mehr Tage [18]. Zur Behandlung werden die Mittel für etwa 7 bis 14 Tage abgesetzt; zu Beginn können sich die Kopfschmerzen verstärken, auch Übelkeit, Unruhe oder Schlafstörungen sind möglich. Die Pause legt man deshalb nach dem IQWiG am besten in eine Zeit, in der man wenig belastet ist und kurzfristig mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen kann [18]. Mehr unter Kopfschmerzen.
Müdigkeit, Schwindel und Kribbeln
Schläfrigkeit oder Benommenheit, Müdigkeit, Schwindel und Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl sind in der Fachinformation und der Packungsbeilage von Sumatriptan als häufig eingestuft [1, 2]. Sowohl der Migräneanfall als auch die Behandlung mit Sumatriptan können müde machen und dadurch die Fahrtüchtigkeit beeinflussen [1]. Bei Topiramat führt die Packungsbeilage unter anderem Kribbeln oder Taubheit, Schläfrigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Durchfall und Gewichtsverlust als sehr häufig auf, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, ebenso neu aufgetretene oder verschlechterte Depressionen; Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sind häufig [8]. Mehr unter Müdigkeit, Schwindel, Kribbeln und Taubheitsgefühl und im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Unter Topiramat können laut Fachinformation außerdem eine Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), Nierensteine, Augenerkrankungen wie ein Glaukom sowie Stimmungsschwankungen und Suizidgedanken auftreten; Behandelte sollten auf Anzeichen von Suizidgedanken überwacht werden; ihnen und ihren Betreuungspersonen sollte geraten werden, bei solchen Anzeichen medizinische Hilfe zu holen [7]. Mehr unter depressive Verstimmung.
Verstopfung und allergische Reaktionen unter Erenumab
Verstopfung ist laut Fachinformation eine häufige Nebenwirkung von Erenumab, in der Regel leicht oder mäßig; nach der Markteinführung wurde über Verstopfung mit schweren Komplikationen berichtet, teils mit Krankenhausaufenthalt oder Operation [6]. Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Ausschlag, Schwellungen (Angioödem) oder Anaphylaxie können innerhalb von Minuten, manche aber erst mehr als eine Woche nach der Anwendung auftreten [6]. Mehr unter Verstopfung.
Wichtige Wechselwirkungen
Die folgenden Wechselwirkungen beschreiben die Fachinformationen, mehrere ausdrücklich für Triptane allgemein [1, 4, 5]:
| Zusammen mit | Was passieren kann |
|---|---|
| Ein anderes Triptan, Ergotamin oder ähnliche Mittel wie Methysergid | Theoretisch Risiko einer Verkrampfung der Herzkranzgefäße; die gleichzeitige Anwendung ist eine Gegenanzeige. Laut Fachinformation von Sumatriptan wird geraten, nach Ergotamin oder einem anderen Triptan mindestens 24 Stunden zu warten [1, 3, 4, 5] |
| Antidepressiva aus den Gruppen SSRI und SNRI | Serotonin-Syndrom möglich [1, 3, 4, 5] |
| MAO-Hemmer (z. B. Moclobemid) | Bei Sumatriptan und Rizatriptan eine Gegenanzeige, auch innerhalb von 2 Wochen nach dem Absetzen [1, 4]. Bei Zolmitriptan steigen die Spiegel; die Fachinformation sieht dann eine niedrigere Höchstmenge vor [5]. Bei Propranolol eine Gegenanzeige (ausgenommen MAO-B-Hemmer) [9] |
| Propranolol und Rizatriptan | Die Rizatriptan-Konzentration im Blut kann steigen; die Fachinformation sieht eine niedrigere Rizatriptan-Dosis und einen zeitlichen Abstand vor [4]. Für Sumatriptan gibt es keine Hinweise auf Wechselwirkungen mit Propranolol [1] |
| Cimetidin, Fluvoxamin, Chinolon-Antibiotika (bei Zolmitriptan) | Höhere Zolmitriptan-Spiegel möglich [5] |
| Johanniskraut | Unter Triptanen möglicherweise häufiger Nebenwirkungen [1, 5] |
| Hormonelle Verhütungsmittel (bei Topiramat) | Die empfängnisverhütende Wirkung kann verringert sein, auch ohne Zwischenblutungen; zusätzlich eine Barrieremethode anwenden [7] |
| Valproinsäure (bei Topiramat) | Erhöhter Ammoniakspiegel im Blut mit oder ohne Störung der Hirnfunktion [7] |
| Alkohol und andere dämpfende Mittel (bei Topiramat) | Laut Fachinformation wird empfohlen, Topiramat nicht gleichzeitig damit anzuwenden [7] |
| Mittel, die die Darmbewegung verlangsamen (bei Erenumab) | Höheres Risiko für eine schwerere Verstopfung und Komplikationen [6] |
| Verapamil oder Diltiazem über die Vene, Insulin und Diabetes-Tabletten (bei Propranolol) | Gabe über die Vene ist eine Gegenanzeige; die Wirkung von Diabetes-Mitteln kann verstärkt und Warnzeichen einer Unterzuckerung können verschleiert werden [9] |
Laut Fachinformation von Erenumab ist wegen der Abbauwege von Antikörpern keine Wirkung auf die Spiegel anderer Arzneimittel zu erwarten; mit der Pille und mit Sumatriptan wurde in Studien keine Wechselwirkung beobachtet [6]. Die Liste ist nicht vollständig. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, bevor Sie ein neues Mittel dazunehmen. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
Wann Migränemittel nicht oder nur mit Vorsicht angewendet werden
Bei Sumatriptan, Naratriptan und Rizatriptan nennen die Fachinformationen neben den Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter anderem schwere Lebererkrankungen als Gegenanzeige, bei Naratriptan und Rizatriptan auch schwere Nierenerkrankungen; bei Zolmitriptan sind schwerwiegende Nierenprobleme eine Gegenanzeige [1, 3, 4, 5]. Vorsicht gilt laut Fachinformation von Sumatriptan bei Krampfanfällen in der Vorgeschichte und bei einer Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide; vor der Behandlung von Kopfschmerzen, die noch nicht als Migräne erkannt sind, sollten andere ernsthafte neurologische Erkrankungen ausgeschlossen werden [1]. Bei Menschen unter 18 und über 65 Jahren wird die Anwendung von Sumatriptan und Zolmitriptan nicht empfohlen [1, 2, 5].
Topiramat ist zur Migräne-Vorbeugung in der Schwangerschaft kontraindiziert und bei Frauen, die schwanger werden können und keine hochwirksame Empfängnisverhütung anwenden [7]. Propranolol darf unter anderem bei Herzmuskelschwäche, einem Ruhepuls unter 50 Schlägen pro Minute, höhergradigen Erregungsleitungsstörungen im Herzen, erniedrigtem Blutdruck (Hypotonie) und einer Neigung zu Verkrampfungen der Bronchien wie bei Asthma nicht angewendet werden [9]. Erenumab darf bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff nicht angewendet werden [6]. Trifft ein Punkt auf Sie zu, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Schwangerschaft und Stillzeit
Laut dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité (Embryotox) wurden in verschiedenen Studien und im Herstellerregister mehr als 5.000 Schwangerschaftsverläufe mit Triptanen im ersten Schwangerschaftsdrittel ausgewertet; dabei wurde weder für die gesamte Gruppe noch für Sumatriptan ein erhöhtes Gesamtfehlbildungsrisiko beobachtet [11]. Laut Embryotox ist Sumatriptan aus der Gruppe der Triptane das Mittel der Wahl in der Schwangerschaft; die Behandlung eines akuten Anfalls mit Sumatriptan ist während der gesamten Schwangerschaft akzeptabel [11]. Für Naratriptan, Rizatriptan und Zolmitriptan nennt Embryotox das besser untersuchte Sumatriptan als zu bevorzugendes Triptan; bei individuell besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit erscheinen Einzeldosen dieser Wirkstoffe akzeptabel [12, 13, 14]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Als besser geeignete Alternative führt Embryotox außerdem Ibuprofen an, das nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche eingenommen werden darf, und bei individuell gegebener Wirksamkeit auch Paracetamol [11, 12, 13, 14]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
In der Stillzeit gehören laut Embryotox Ibuprofen und Paracetamol zu den Schmerzmitteln der Wahl; bei unzureichender Wirksamkeit kann auch Sumatriptan gegen akute Anfälle eingesetzt werden [11]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Um die Aufnahme durch den Säugling gering zu halten, sehen die Fachinformationen eine Stillpause vor: nach Sumatriptan 12 Stunden, in denen abgepumpte Milch verworfen werden sollte, nach Naratriptan und Zolmitriptan 24 Stunden [1, 3, 5].
Topiramat kann laut Fachinformation bei Anwendung in der Schwangerschaft schwere angeborene Fehlbildungen und Wachstumsbeeinträchtigungen des Ungeborenen verursachen; ein nordamerikanisches Register zeigte unter Topiramat allein eine etwa 3-fach höhere Häufigkeit schwerer angeborener Fehlbildungen (4,3 % gegenüber 1,4 % in einer Vergleichsgruppe ohne Antiepileptika) [7]. Mit dem Rote-Hand-Brief vom 02.11.2023 wurde ein Schwangerschaftsverhütungsprogramm eingeführt [10]. Danach ist vor Beginn ein Schwangerschaftstest vorgesehen; während der Behandlung und mindestens 4 Wochen danach sollte mindestens eine hochwirksame Verhütungsmethode oder sollten zwei sich ergänzende Methoden einschließlich einer Barrieremethode angewendet werden, und die Notwendigkeit der Behandlung sollte bei Mädchen und Frauen, die schwanger werden können, mindestens einmal jährlich neu beurteilt werden [7, 10]. Werden Sie unter Topiramat zur Migräne-Vorbeugung schwanger, brechen Sie laut Packungsbeilage die Einnahme unverzüglich ab und wenden sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [8]. Zur Migräne-Vorbeugung nennt Embryotox Metoprolol und Amitriptylin als besser geeignete Alternativen [16]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Laut Fachinformation soll eine Anwendung von Erenumab in der Schwangerschaft aus Vorsichtsgründen vermieden werden [6]. Embryotox bewertet die Erfahrung als gering und nennt zur Migräne-Vorbeugung ebenfalls Metoprolol und Amitriptylin als besser geeignet [15]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Propranolol kann laut Embryotox bei entsprechender Indikation in der Schwangerschaft eingesetzt werden und gehört mit Metoprolol zu den Betablockern der Wahl in der Stillzeit [17]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Absetzen
Propranolol sollte laut Fachinformation nach längerer Anwendung grundsätzlich langsam ausschleichend abgesetzt werden, weil ein abruptes Absetzen zu einer Minderdurchblutung des Herzens mit Verschlimmerung einer Angina pectoris, zu einem Herzinfarkt oder zu einer Verschlimmerung eines Bluthochdrucks führen kann [9]. Topiramat wird laut Packungsbeilage schrittweise abgesetzt, wenn die Ärztin oder der Arzt das entscheidet [8]. Bei Erenumab sollte laut Fachinformation erwogen werden, die Behandlung zu beenden, wenn nach 3 Monaten keine Wirkung eintritt; nach den ersten 3 Monaten wird empfohlen, in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, ob sie fortgesetzt werden soll [6]. Setzen Sie ein vorbeugendes Mittel nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Ausgenommen ist die in der Packungsbeilage beschriebene Situation einer Schwangerschaft unter Topiramat zur Migräne-Vorbeugung. Mehr im Ratgeber Medikamente absetzen.
Unterschied zu Schmerzmitteln wie Ibuprofen
Migräneanfälle werden nach dem IQWiG auch mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Ibuprofen und mit Paracetamol behandelt, bei Übelkeit ergänzt durch Mittel gegen Übelkeit; Triptane und Ergotamine sind speziell für die Migräne entwickelte Mittel [19]. Spricht ein Anfall auf Sumatriptan nicht an, kann er laut Fachinformation mit Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder NSAR weiterbehandelt werden; eine zweite Sumatriptan-Dosis für dieselbe Attacke ist dann nicht vorgesehen [1]. Auch einfache Schmerzmittel können bei zu häufiger Einnahme Kopfschmerzen verursachen; das IQWiG nennt dafür 15 oder mehr Einnahmetage pro Monat [18]. Mehr unter Nichtopioid-Analgetika, Mittel gegen Übelkeit und im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Quellen
- Fachinformation Fachinformation Sumatriptan-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Sumatriptan-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Naratriptan-ratiopharm® bei Migräne (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Rizatriptan AbZ 10 mg Schmelztabletten. AbZ-Pharma GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Zolmitriptan STADA® 2,5 mg/5 mg Schmelztabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 02/2022. abgerufen am 12.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Aimovig (Erenumab), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels. Novartis Europharm Limited (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 12/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Topiramat-ratiopharm® Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Topiramat-ratiopharm® 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 12.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Propranolol STADA® 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 12.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Topiramat: Neue Beschränkungen zur Verhinderung einer Exposition während der Schwangerschaft. Zulassungsinhaber topiramathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 02.11.2023. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Sumatriptan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Naratriptan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Rizatriptan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Zolmitriptan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Erenumab. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Topiramat. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Embryotox Embryotox: Propranolol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 12.10.2026
- Arzneimittelbedingte Kopfschmerzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Medikamente gegen Migräne. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Migränevorbeugung für Erwachsene. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 12.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Almotriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan, Zolmitriptan. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand zuletzt geändert durch Art. 1 der Verordnung vom 19.05.2026 (BGBl. 2026 I Nr. 149). abgerufen am 12.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Triptanen und Mitteln zur Migräne-Vorbeugung?
Triptane wie Sumatriptan, Naratriptan, Rizatriptan oder Zolmitriptan behandeln einen akuten Migräneanfall; zur Vorbeugung sind sie laut Fachinformation nicht vorgesehen. Mittel zur Vorbeugung wie Propranolol, Topiramat oder Erenumab werden nach dem IQWiG unabhängig von akuten Beschwerden über längere Zeit angewendet, um Anfällen vorzubeugen.
Welche Nebenwirkungen haben Triptane?
In der Fachinformation von Sumatriptan sind unter anderem Schmerzen, Druck- oder Engegefühl, auch in Brust oder Hals, Kribbeln, Schläfrigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Hitzewallungen, Übelkeit und ein vorübergehender Blutdruckanstieg als häufig eingestuft. Übelkeit kann auch durch den Migräneanfall selbst entstehen. Halten Brustschmerzen an oder werden sie schlimmer, brauchen Sie umgehend ärztliche Hilfe.
Darf ich ein Triptan nehmen, wenn ich Herzprobleme habe?
Nach einem Herzinfarkt, bei Durchblutungsstörungen des Herzens oder der Beine, nach einem Schlaganfall oder einer TIA sowie bei mittelschwerem bis schwerem oder nicht eingestelltem leichtem Bluthochdruck dürfen Triptane laut Fachinformation nicht angewendet werden. Bei Risikofaktoren wie starkem Rauchen sollte vorher untersucht werden, ob eine Herzerkrankung besteht. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Triptane zusammen mit Antidepressiva nehmen?
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Zusammen mit Antidepressiva aus den Gruppen SSRI und SNRI wurde über ein Serotonin-Syndrom berichtet, das schwerwiegend sein kann; mögliche Anzeichen sind Unruhe, Verwirrtheit, Schwitzen, Halluzinationen, gesteigerte Reflexe, Zittern und schneller Herzschlag. MAO-Hemmer sind bei Sumatriptan und Rizatriptan eine Gegenanzeige.
Wie oft darf ich Migränemittel nehmen, ohne Kopfschmerzen durch Medikamente zu riskieren?
Nach dem IQWiG gelten bei Triptanen schon zehn Einnahmetage pro Monat als zu häufig, bei Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol 15 oder mehr Tage. Laut Fachinformation ist an einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch zu denken, wenn trotz regelmäßiger Einnahme häufig oder täglich Kopfschmerzen auftreten. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was muss ich bei Topiramat zur Migräne-Vorbeugung beachten?
Topiramat kann ein ungeborenes Kind schädigen. Zur Migräne-Vorbeugung ist es in der Schwangerschaft und bei Frauen, die schwanger werden können und nicht hochwirksam verhüten, kontraindiziert; seit dem Rote-Hand-Brief vom 02.11.2023 gilt ein Schwangerschaftsverhütungsprogramm. Topiramat kann außerdem die Wirkung hormoneller Verhütungsmittel abschwächen; laut Fachinformation sollte zusätzlich eine Barrieremethode angewendet werden.
Welches Migränemittel ist in der Schwangerschaft möglich?
Das entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Embryotox ist Sumatriptan aus der Gruppe der Triptane das Mittel der Wahl in der Schwangerschaft; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Ibuprofen, das nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche eingenommen werden darf, und bei individuell gegebener Wirksamkeit auch Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Macht Erenumab Verstopfung?
Verstopfung ist laut Fachinformation eine häufige Nebenwirkung von Erenumab, in der Regel leicht oder mäßig. Nach der Markteinführung wurde auch über Verstopfung mit schweren Komplikationen berichtet. Wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn die Verstopfung nicht abklingt oder sich verschlimmert, und sofort bei schwerer Verstopfung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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