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Valproinsäure: Nebenwirkungen und Wirkung
Valproinsäure (Valproat) ist ein verschreibungspflichtiges Antiepileptikum gegen verschiedene Formen epileptischer Anfälle und gegen manische Episoden bei bipolarer Störung, wenn Lithium nicht eingesetzt werden kann. In der Schwangerschaft kann es schwere Geburtsfehler und Entwicklungsstörungen verursachen; Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, dürfen es nur im Rahmen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms mit durchgehender wirksamer Verhütung erhalten. Bei Schwäche, Appetitlosigkeit, wiederholtem Erbrechen, Bauchschmerzen, Gelbsucht oder schlimmer werdenden Anfällen suchen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Erhöhter Ammoniakgehalt im Blut (Hyperammonämie), erkennbar etwa an Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Teilnahmslosigkeit oder verminderter Aufmerksamkeit mit Erbrechen; laut Fachinformation ist eine isolierte, mäßige Erhöhung ohne veränderte Leberwerte kein Grund zum Absetzen[1, 2]
- Sehr häufig: Zittern (Tremor)[1, 2]
- Sehr häufig: Übelkeit, vor allem zu Beginn der Behandlung; sie klingt in der Regel nach einigen Tagen ab, auch wenn die Behandlung fortgesetzt wird[1, 2]
- Häufig: Schwere, manchmal tödliche Leberschäden, unabhängig von der Dosis, in der Regel in den ersten sechs Behandlungsmonaten; bei Kindern ist das Risiko deutlich erhöht, besonders zusammen mit anderen Mitteln gegen Krampfanfälle[1, 2]
- Häufig: Spontane Blutergüsse oder Blutungen durch einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), häufiger bei Frauen und älteren Menschen[1, 2]
- Häufig: Mangel an weißen Blutkörperchen mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen (Leukopenie)[1, 2]
- Häufig: Blutarmut (Anämie)[1, 2]
- Häufig: Überempfindlichkeit (Hypersensibilität)[1, 2]
- Häufig: Zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), etwa mit niedrigem Blutdruck, beschleunigtem Herzschlag, allgemeiner Müdigkeit und Muskelkrämpfen[1, 2]
- Häufig: Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme (abhängig von der Dosis), gesteigerter oder verminderter Appetit[1, 2]
- Häufig: Halluzinationen, Verwirrtheit[1, 2]
- Häufig: Aggression, Unruhe (Agitiertheit), Aufmerksamkeitsstörung, besonders bei Kindern[1, 2]
- Häufig: Unkontrollierte Muskelzuckungen, unnormale Bewegungen, steife Muskeln und unsicherer Gang (Parkinsonismus, extrapyramidale Störungen, Ataxie); extrapyramidale Störungen sind laut Fachinformation zum Teil nicht umkehrbar[1, 2]
- Häufig: Stupor mit Taubheitsgefühl und Unbeweglichkeit, starke Schläfrigkeit und Benommenheit, bei der vorübergehende Bewusstlosigkeit möglich ist, manchmal mit weiteren Krampfanfällen; in der Regel nach plötzlicher Dosiserhöhung oder bei mehreren Antiepileptika (vor allem Phenobarbital oder Topiramat), verschwindet nach Dosisverringerung oder Absetzen[1, 2]
- Häufig: Schwindel, Bewusstseinsveränderungen einschließlich Koma, Krampfanfälle, Schläfrigkeit, Trägheit, abnormes Verhalten und Gedächtnisstörungen, auch mit häufigeren oder schwereren Krampfanfällen, vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von Phenobarbital und Topiramat oder nach plötzlicher Dosiserhöhung[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Unwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus)[1, 2]
- Häufig: Kribbeln oder Taubheitsgefühl der Haut (Parästhesien)[1, 2]
- Häufig: Hörprobleme und Taubheit; laut Fachinformation wurde über umkehrbaren und nicht umkehrbaren Hörverlust berichtet, ein ursächlicher Zusammenhang wurde nicht nachgewiesen[1, 2]
- Häufig: Ohrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]
- Häufig: Blutungen[1, 2]
- Häufig: Schmerzen im Oberbauch, Durchfall, Erbrechen, häufig zu Beginn der Behandlung, in der Regel verschwinden sie innerhalb weniger Tage von selbst[1, 2]
- Häufig: Zahnfleischerkrankungen, vor allem übermäßiges Wachstum des Zahnfleisches (Gingivahyperplasie); Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)[1, 2]
- Häufig: Haarausfall, Nagel- und Nagelbetterkrankungen[1, 2]
- Häufig: Unbeabsichtigter Urinabgang (Harninkontinenz)[1, 2]
- Häufig: Unregelmäßige Monatsblutungen; schmerzhafte Menstruation mit starken Schmerzen im Rücken oder Unterbauch und Kopfschmerzen (Dysmenorrhoe)[1, 2]
Wofür wird Valproinsäure eingesetzt?
Valproinsäure (auch Valproat genannt, in Arzneimitteln zum Beispiel als Natriumvalproat enthalten) ist ein verschreibungspflichtiges Mittel aus der Gruppe der Antiepileptika [1, 5]. Laut Packungsbeilage wird es angewendet bei epileptischen Anfällen, die von beiden Gehirnhälften ausgehen, etwa Absencen, myoklonischen und tonisch-klonischen Anfällen, und bei Anfällen, die von einer umschriebenen Hirnregion ausgehen und sich auf beide Hälften ausbreiten [1]. Bei anderen Anfallsformen kann es zusammen mit anderen Antiepileptika eingesetzt werden, wenn diese auf die übliche Behandlung nicht ansprechen [1, 2]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie auf der Seite Epilepsie.
Außerdem wird Valproinsäure bei manischen Episoden einer bipolaren Störung eingesetzt, wenn Lithium nicht verwendet werden kann (laut Fachinformation, weil es kontraindiziert ist oder nicht vertragen wird) [1, 2]. Zur Behandlung der Manie sollte Valproinsäure bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht eingesetzt werden [1, 2]. Bei Kleinkindern bis 3 Jahre sind Valproinsäure-haltige Antiepileptika laut Fachinformation nur in Ausnahmefällen Mittel der ersten Wahl [2].
Wie wirkt Valproinsäure?
Valproinsäure hat keine strukturellen Gemeinsamkeiten mit anderen Mitteln gegen Krampfanfälle. Als wahrscheinlichster Wirkmechanismus nennt die Fachinformation eine Verstärkung der hemmenden Wirkung des Botenstoffs GABA im Gehirn [2]. Laut Embryotox ist der genaue Mechanismus nicht geklärt; angenommen werden eine verstärkte GABA-Wirkung und eine Blockade erregender Natriumkanäle [3].
Der Wirkstoff wird nach dem Einnehmen rasch und fast vollständig aufgenommen. Bei der Retardtablette, die den Wirkstoff verzögert freigibt, wurde in Studien mit einer Einzeldosis nach einer fettreichen Mahlzeit die höchste Konzentration im Blut bei der niedrigeren Stärke nach etwa 5 bis 12 Stunden gemessen, bei der höheren nach etwa 4 bis 24 Stunden. Gleichbleibende Spiegel stellen sich in der Regel nach 3 bis 5 Tagen ein. Die Halbwertszeit liegt bei alleiniger Gabe im Mittel bei 12 bis 16 Stunden; zusammen mit Mitteln wie Primidon, Phenytoin, Phenobarbital oder Carbamazepin verkürzt sie sich je nach Ausmaß der Enzyminduktion auf 4 bis 9 Stunden [2]. Die volle Wirkung zeigt sich in einigen Fällen erst nach 4 bis 6 Wochen [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt die Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation von Valproat-ratiopharm chrono. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen treten vor allem zu Beginn auf und verschwinden in der Regel nach einigen Tagen, auch wenn die Behandlung weitergeht [1, 2]. Einige Nebenwirkungen sind bei Kindern häufiger oder schwerer, darunter Leberschäden, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Aggression, Unruhe, Aufmerksamkeitsstörungen, abnormes Verhalten, Hyperaktivität und Lernstörungen [1, 2]. Mehr zu einzelnen Beschwerden auf den Seiten Zittern, Haarausfall und Gewichtszunahme.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Ammoniakgehalt im Blut (Hyperammonämie), erkennbar etwa an Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Teilnahmslosigkeit oder verminderter Aufmerksamkeit mit Erbrechen; laut Fachinformation ist eine isolierte, mäßige Erhöhung ohne veränderte Leberwerte kein Grund zum Absetzen[1, 2]Mehr dazu: Veränderte LaborwerteSchwindelKonzentrations- und GedächtnisstörungenErbrechen
- NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
- Magen und DarmÜbelkeit, vor allem zu Beginn der Behandlung; sie klingt in der Regel nach einigen Tagen ab, auch wenn die Behandlung fortgesetzt wird[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Leber und GalleSchwere, manchmal tödliche Leberschäden, unabhängig von der Dosis, in der Regel in den ersten sechs Behandlungsmonaten; bei Kindern ist das Risiko deutlich erhöht, besonders zusammen mit anderen Mitteln gegen Krampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Blut und LymphsystemSpontane Blutergüsse oder Blutungen durch einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), häufiger bei Frauen und älteren Menschen[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenVeränderungen des Blutbilds
- Blut und LymphsystemMangel an weißen Blutkörperchen mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen (Leukopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsErhöhte Infektanfälligkeit
- Blut und LymphsystemBlutarmut (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemÜberempfindlichkeit (Hypersensibilität)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Stoffwechsel und ErnährungZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), etwa mit niedrigem Blutdruck, beschleunigtem Herzschlag, allgemeiner Müdigkeit und Muskelkrämpfen[1, 2]Mehr dazu: NatriummangelNiedriger BlutdruckMuskelschmerzen
- Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme oder Gewichtsabnahme (abhängig von der Dosis), gesteigerter oder verminderter Appetit[1, 2]Mehr dazu: GewichtszunahmeGewichtsabnahmeAppetitlosigkeit
- PsycheHalluzinationen, Verwirrtheit[1, 2]Mehr dazu: Psychose und HalluzinationenVerwirrtheit
- PsycheAggression, Unruhe (Agitiertheit), Aufmerksamkeitsstörung, besonders bei Kindern[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und ReizbarkeitUnruhe und NervositätKonzentrations- und Gedächtnisstörungen
- NervensystemUnkontrollierte Muskelzuckungen, unnormale Bewegungen, steife Muskeln und unsicherer Gang (Parkinsonismus, extrapyramidale Störungen, Ataxie); extrapyramidale Störungen sind laut Fachinformation zum Teil nicht umkehrbar[1, 2]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
- NervensystemStupor mit Taubheitsgefühl und Unbeweglichkeit, starke Schläfrigkeit und Benommenheit, bei der vorübergehende Bewusstlosigkeit möglich ist, manchmal mit weiteren Krampfanfällen; in der Regel nach plötzlicher Dosiserhöhung oder bei mehreren Antiepileptika (vor allem Phenobarbital oder Topiramat), verschwindet nach Dosisverringerung oder Absetzen[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitKrampfanfälle
- NervensystemSchwindel, Bewusstseinsveränderungen einschließlich Koma, Krampfanfälle, Schläfrigkeit, Trägheit, abnormes Verhalten und Gedächtnisstörungen, auch mit häufigeren oder schwereren Krampfanfällen, vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von Phenobarbital und Topiramat oder nach plötzlicher Dosiserhöhung[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKrampfanfälleMüdigkeitKonzentrations- und Gedächtnisstörungen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- NervensystemUnwillkürliche Augenbewegungen (Nystagmus)[1, 2]
- NervensystemKribbeln oder Taubheitsgefühl der Haut (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Ohr und GleichgewichtHörprobleme und Taubheit; laut Fachinformation wurde über umkehrbaren und nicht umkehrbaren Hörverlust berichtet, ein ursächlicher Zusammenhang wurde nicht nachgewiesen[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- Gefäße und KreislaufBlutungen[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Magen und DarmSchmerzen im Oberbauch, Durchfall, Erbrechen, häufig zu Beginn der Behandlung, in der Regel verschwinden sie innerhalb weniger Tage von selbst[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenDurchfallErbrechen
- Magen und DarmZahnfleischerkrankungen, vor allem übermäßiges Wachstum des Zahnfleisches (Gingivahyperplasie); Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)[1, 2]Mehr dazu: Zahnfleischwucherungen
- HautHaarausfall, Nagel- und Nagelbetterkrankungen[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- Nieren und HarnwegeUnbeabsichtigter Urinabgang (Harninkontinenz)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustUnregelmäßige Monatsblutungen; schmerzhafte Menstruation mit starken Schmerzen im Rücken oder Unterbauch und Kopfschmerzen (Dysmenorrhoe)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemMangel an allen Arten von Blutzellen (Panzytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HormonsystemUnangemessene Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) mit übermäßiger Flüssigkeitsansammlung und zu niedrigem Natriumwert im Blut, die Verwirrtheit verursachen kann[1, 2]Mehr dazu: NatriummangelVerwirrtheit
- HormonsystemÜbermäßige Körperbehaarung vor allem bei Frauen (Hirsutismus), vermännlichtes Aussehen einer Frau (Virilismus), Akne, Glatzenbildung wie bei Männern (Hyperandrogenismus)[1, 2]Mehr dazu: AkneHaarausfall
- PsycheGereiztheit[1, 2]Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit
- PsycheHyperaktivität[1]
- NervensystemSchläfrigkeit, Koma, umkehrbarer Parkinsonismus, Koordinationsstörungen (Ataxie), Störung der Wahrnehmung von Empfindungen[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitParkinson-Symptome
- NervensystemChronische Hirnerkrankung (Enzephalopathie) mit Störungen der Hirnfunktion einschließlich der geistigen Leistungsfähigkeit, vor allem bei höherer Dosierung oder zusammen mit anderen Mitteln gegen Krampfanfälle[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- NervensystemZunahme der Anzahl und Schwere von Krampfanfällen[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- NervensystemLethargie, erhöhte Muskelspannung (Spastik)[2]
- Gefäße und KreislaufEntzündung eines Blutgefäßes (Vaskulitis), laut Fachinformation an der Haut[1, 2]
- AtemwegeFlüssigkeitsansammlung um die Lunge (Pleuraerguss) mit Atembeschwerden, Schmerzen oder Druck in der Brust, besonders beim Einatmen, Kurzatmigkeit und trockenem Husten[1, 2]Mehr dazu: AtemnotReizhusten
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) mit Übelkeit, Erbrechen und starken, in den Rücken ausstrahlenden Oberbauchschmerzen; kann schwerwiegend sein, in seltenen Fällen wurden Schäden der Bauchspeicheldrüse festgestellt, manchmal mit tödlichem Ausgang[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzenÜbelkeitErbrechen
- Magen und DarmÜbermäßige Speichelbildung[1, 2]
- HautSchwellungen mit schmerzenden, juckenden Quaddeln, meist an Augen, Lippen und Rachen, manchmal auch an Händen und Füßen (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtJuckreiz
- HautHautausschlag[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautHaarveränderungen wie veränderte Haarstruktur oder Haarfarbe oder abnormer Haarwuchs[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenveränderungen wie Knochenschwund (Osteopenie, Osteoporose) und Knochenbrüche, vor allem bei langer Anwendung[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- Nieren und HarnwegeNierenerkrankungen (Nierenversagen, tubulo-interstitielle Nephritis), die sich durch weniger Urin äußern können[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustAusbleiben der Monatsblutung (Amenorrhoe)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Allgemeine BeschwerdenWassereinlagerungen in Armen und Beinen (periphere Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Allgemeine BeschwerdenErniedrigte Körpertemperatur (Hypothermie), nach dem Absetzen umkehrbar[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Gutartige und bösartige NeubildungenMyelodysplastisches Syndrom[2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Blut und LymphsystemKnochenmarkversagen mit starkem Rückgang der weißen Blutkörperchen, verminderten Blutplättchen oder roten Blutkörperchen oder abnorm erhöhten roten Blutkörperchen (laut Fachinformation unter anderem Agranulozytose, erythrozytäre Aplasie, makrozytäre Anämie, Makrozytose); manchmal mit Fieber und Atembeschwerden[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsFieberAtemnot
- Blut und LymphsystemVerminderte Gerinnungsfaktoren (auch Faktor-VIII-Mangel), verringerter Fibrinogenspiegel und abweichende Gerinnungstests; Valproinsäure kann die Funktion der Blutplättchen hemmen, sodass Wunden länger bluten[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenVeränderte Laborwerte
- ImmunsystemSystemischer Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung) mit Hautausschlag, Gelenkentzündung, Gelenkschmerzen, Fieber und Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagGelenkschmerzenFieber
- HormonsystemSchilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)[1, 2]
- HormonsystemErhöhte Spiegel männlicher Hormone (Testosteron)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
- Stoffwechsel und ErnährungVermehrung des Körperfetts (Adipositas)[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- Leber und GallePorphyrie (gestörter Abbau der Porphyrine)[1, 2]
- PsycheAbnormes Verhalten, Unruhe, Lernstörung, hauptsächlich bei Kindern[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätKonzentrations- und Gedächtnisstörungen
- NervensystemDemenz, die vorübergehend sein kann, Beeinträchtigung geistiger Funktionen[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und GedächtnisstörungenVerwirrtheit
- AugenDoppeltsehen (Diplopie)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HautSchwere Hautreaktionen mit Blasenbildung, Abschälen oder Blutungen der Haut (auch an Lippen, Augen, Mund, Nase, Genitalien, Händen oder Füßen), mit oder ohne Ausschlag, manchmal mit Fieber, Schüttelfrost oder Muskelschmerzen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, Lyell-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenFieber
- HautArzneimittelreaktion mit Hautausschlag, Fieber, geschwollenen Lymphknoten und möglicher Beteiligung anderer Organe (DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
- HautAusschlag mit rosafarbenen bis roten Ringen und blassem Zentrum, der juckt, schuppt oder Flüssigkeit enthalten kann, vor allem an Handflächen oder Fußsohlen (Erythema multiforme)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagSchwere HautreaktionenJuckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeAbbau von Muskelgewebe mit Muskelkrämpfen, Fieber und rötlich-brauner Verfärbung des Urins (Rhabdomyolyse)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenFieberUrinverfärbung
- Nieren und HarnwegeNächtliches Bettnässen; Nierenfunktionsstörung (Fanconi-Syndrom) mit häufigem Wasserlassen, Durst, Ausscheidung von Phosphat, Zucker und Eiweißbausteinen und Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose); Nierenentzündung[1, 2]Mehr dazu: NierenfunktionsstörungenHäufiges Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustVergrößerte Eierstöcke mit Zysten (polyzystische Ovarien)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustUnfruchtbarkeit bei Männern, in der Regel nach dem Absetzen umkehrbar und möglicherweise nach einer Dosisverringerung[1, 2]
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemStörungen der Knochenmarksfunktion mit verminderten Lymphozyten, Neutrophilen, allen Blutzellen oder roten Blutkörperchen (Lymphopenie, Neutropenie, Panzytopenie, Anämie)[2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- NervensystemGestörte Hirnfunktion mit Schrumpfung des Hirngewebes, die sich nach dem Absetzen zurückbildete[1]Mehr dazu: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- NervensystemBei Langzeitbehandlung zusammen mit anderen Antiepileptika, vor allem Phenytoin: Zeichen einer Hirnschädigung (Enzephalopathie) mit vermehrten Krampfanfällen, Antriebslosigkeit, Stupor, Muskelschwäche, Bewegungsstörungen (choreiforme Dyskinesien) und schweren Veränderungen im EEG[1, 2]Mehr dazu: Krampfanfälle
- Geschlechtsorgane und BrustBrustentwicklung bei Männern (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- SchwangerschaftGeburtsfehler und Entwicklungsstörungen beim Kind bei Einnahme während der Schwangerschaft[1, 2]
- Blut und LymphsystemVermehrung der Lymphozyten im Blut (Lymphozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Blut und LymphsystemVerlängerte Blutungszeit[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- NervensystemTeilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit (Sedierung); laut Fachinformation Apathie bei Kombination mit anderen Antiepileptika[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Stoffwechsel und ErnährungVerringerter Carnitinspiegel (in Blut- oder Muskeltests erkennbar)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
- Stoffwechsel und ErnährungVerminderte Aktivität des Enzyms Biotinidase, Biotinmangel[1, 2]Mehr dazu: Nährstoffmangel
- Magen und DarmMagen-Darm-Störungen, vor allem zu Beginn der Behandlung, die normalerweise von selbst vergehen; Verstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- HautDunklere Bereiche von Haut und Schleimhaut (Hyperpigmentierung)[1, 2]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Leber und Bauchspeicheldrüse: Valproat kann die Leber ernsthaft schädigen, manchmal mit tödlichen Folgen; die Schäden treten meist in den ersten 6 Behandlungsmonaten auf [1, 2]. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kinder unter 3 Jahren mit schweren Formen der Epilepsie, vor allem wenn sie weitere Antiepileptika erhalten [1, 2]. Laut Fachinformation sind vor Behandlungsbeginn und in den ersten Monaten regelmäßige Untersuchungen von Blutgerinnung, Leber- und Bauchspeicheldrüsenwerten vorgesehen [2]. Mehr dazu auf den Seiten Leberwerte und Pankreatitis.
Ammoniak: Ein erhöhter Ammoniakgehalt im Blut ist sehr häufig. Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, Teilnahmslosigkeit oder verminderte Aufmerksamkeit zusammen mit Erbrechen können darauf hinweisen; dann brauchen Sie möglicherweise dringend eine Behandlung [1]. Laut Fachinformation ist eine isolierte, mäßige Erhöhung ohne veränderte Leberwerte kein Grund zum Absetzen, bei neurologischen Beschwerden sind aber weitere Untersuchungen nötig [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Magen-Darm-Beschwerden: Die Packungsbeilage sieht vor, die Retardtabletten möglichst eine Stunde vor dem Essen einzunehmen; führt das zu Magen-Darm-Beschwerden, können sie während oder nach einer Mahlzeit genommen werden. Der Übelkeit können Sie vorbeugen, indem Sie das Arzneimittel mit Nahrung einnehmen [1, 2].
Gewicht: Kontrollieren Sie Ihr Gewicht, vor allem zu Beginn der Behandlung, und halten Sie eine Zunahme möglichst gering; eine Gewichtszunahme kann ein Risikofaktor für Zysten an den Eierstöcken sein [1, 2].
Weitere Beschwerden: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn eine Nebenwirkung schwerwiegend wird oder länger als ein paar Tage anhält [1]. Vor Operationen und zahnärztlichen Eingriffen sagen Sie, dass Sie Valproat einnehmen, weil die Blutungsneigung erhöht sein kann [1, 2]. Bei Langzeitbehandlung, früherer Osteoporose oder Einnahme von Steroiden fragen Sie wegen möglicher Knochenveränderungen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Valproinsäure hat viele Wechselwirkungen. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Antibiotika aus der Gruppe der Carbapeneme können den Valproinsäurespiegel innerhalb von etwa 2 Tagen um 60 bis 100 Prozent senken; die gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden [1, 2]. Andere Antiepileptika wie Carbamazepin oder Phenytoin beschleunigen den Abbau von Valproinsäure, während Valproinsäure den Abbau von Lamotrigin hemmt; mit Lamotrigin steigt außerdem das Risiko für schwere Hautreaktionen [1, 2]. Mit Topiramat oder Acetazolamid wurden Anzeichen einer Hirnschädigung (Enzephalopathie) und/oder erhöhte Ammoniakspiegel beobachtet [1, 2].
Zusammen mit Acetylsalicylsäure (ASS) und Gerinnungshemmern steigt die Blutungsneigung; Valproinsäure soll nicht gleichzeitig mit ASS zur Fiebersenkung oder Schmerzlinderung gegeben werden, ganz besonders nicht bei Säuglingen und Kleinkindern [1, 2]. Östrogenhaltige Mittel einschließlich mancher Pillen zur Verhütung können den Valproatspiegel senken; die Wirkung der Pille selbst beeinträchtigt Valproat nicht [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Carbapeneme (Antibiotika) | Der Valproinsäurespiegel kann innerhalb von etwa 2 Tagen um 60 bis 100 Prozent sinken; laut Fachinformation gilt die Wechselwirkung als nicht kontrollierbar[1, 2] | Gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Andere Antiepileptika wie Phenobarbital, Primidon, Phenytoin und Carbamazepin | Sie beschleunigen den Abbau von Valproinsäure und vermindern ihre Wirkung; umgekehrt kann Valproinsäure deren Wirkung und Nebenwirkungen verstärken. Wird ein solches Mittel abgesetzt, kann der Valproinsäurespiegel steigen[1, 2] | Ärztliche Überwachung und Dosisanpassung, gegebenenfalls Spiegelbestimmung |
| Lamotrigin | Valproinsäure hemmt den Abbau von Lamotrigin (Halbwertszeit fast verdoppelt); höheres Risiko für schwere Hautreaktionen, besonders bei Kindern[1, 2] | Ärztliche Überwachung; Lamotrigin-Dosis eventuell verringern |
| Topiramat oder Acetazolamid | Hirnschädigung (Enzephalopathie) und/oder erhöhter Ammoniakspiegel im Blut[1, 2] | Engmaschige ärztliche Überwachung |
| Acetylsalicylsäure (ASS) gegen Schmerzen und Fieber | Höhere Blutungsneigung; mehr ungebundene Valproinsäure im Blut; bei Kindern unter 3 Jahren höheres Risiko für Leberschäden[1, 2] | Nicht gleichzeitig zur Fiebersenkung oder Schmerzlinderung geben, besonders nicht bei Säuglingen und Kindern |
| Gerinnungshemmer wie Vitamin-K-Antagonisten | Höhere Blutungsneigung[1, 2] | Blutgerinnung regelmäßig kontrollieren lassen (Quick-Wert/INR) |
| Östrogenhaltige Mittel einschließlich östrogenhaltiger "Pille" | Valproinsäurespiegel und Wirksamkeit können sinken; die Wirkung der Pille selbst wird durch Valproat nicht beeinträchtigt[1, 2] | Mit der Ärztin oder dem Arzt die geeignete Verhütungsmethode klären |
| Mefloquin (Malariamittel) | Beschleunigt den Abbau von Valproinsäure und kann selbst Anfälle auslösen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Metamizol, Rifampicin, Methotrexat, Proteasehemmer wie Lopinavir und Ritonavir, Colestyramin | Valproinsäurespiegel und Wirkung können sinken; nach Methotrexat wurden Krampfanfälle berichtet[1, 2] | Ärztliche Überwachung von Wirkung bzw. Spiegel |
| Felbamat, Cimetidin, Erythromycin, Fluoxetin | Valproinsäurespiegel und Nebenwirkungen können steigen; mit Fluoxetin wurde auch ein sinkender Spiegel berichtet[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Neuroleptika, Benzodiazepine (z. B. Diazepam, Lorazepam), Barbiturate, MAO-Hemmer und andere Antidepressiva | Valproinsäure kann deren dämpfende Wirkung verstärken[1, 2] | Engmaschige Überwachung und Dosisanpassung |
| Quetiapin | Höheres Risiko für einen Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie) bzw. für Blutbildveränderungen[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Clozapin | Höheres Risiko für Neutropenie und Herzmuskelentzündung (Myokarditis)[1, 2] | Sorgfältige ärztliche Überwachung |
| Olanzapin | In einer Studie schien die Kombination die Leberschädigung zu erhöhen; Valproat senkte die Olanzapin-Spiegel, was mit einer Rückkehr der Psychose verbunden sein könnte[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Pivalathaltige Arzneimittel (z. B. Pivmecillinam, Pivampicillin, Adefovirdipivoxil) | Erhöhtes Risiko für Carnitinmangel[1, 2] | Gleichzeitige Gabe vermeiden |
| Zidovudin, Propofol, Nimodipin | Deren Spiegel und Nebenwirkungen können steigen[1, 2] | Dosis dieser Mittel eventuell verringern |
| Cannabidiol und andere die Leber belastende Mittel; Alkohol | Höheres Risiko für Leberschäden bzw. erhöhte Leberwerte[1, 2] | Leber gegebenenfalls überwachen; keinen Alkohol trinken |
| Clonazepam | Bei Menschen mit früheren Absencen trat eine lang andauernde Absence auf[1, 2] | Vorher ärztlich besprechen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Valproinsäure nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Valproat darf unter anderem bei Störungen der Leber- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion, bei schweren Lebererkrankungen in der eigenen oder familiären Vorgeschichte, bei Porphyrie, Blutungsneigung, Störungen des Harnstoffzyklus und bestimmten erblichen Erkrankungen der Mitochondrien nicht eingenommen werden [1, 2]. Kinder unter 3 Jahren sollen keine Mittel mit Acetylsalicylsäure zusammen mit Valproat erhalten, weil das Risiko für Leberschäden größer ist [1, 2].
Mädchen und Frauen: das Schwangerschaftsverhütungsprogramm
Valproat hat ein hohes Fehlbildungen auslösendes (teratogenes) Potenzial [2]. Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, dürfen es laut Fachinformation nur erhalten, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden, und nur unter den Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms [2]. Dazu gehören: Behandlungsbeginn und Überwachung durch eine auf Epilepsie oder bipolare Störungen spezialisierte Ärztin oder einen solchen Arzt; ein negativer Schwangerschaftstest (Bluttest, durch medizinisches Fachpersonal bestätigt) vor Beginn und, soweit erforderlich, weitere Tests während der Behandlung; während der gesamten Behandlung ohne Unterbrechung eine zuverlässige Verhütung (mindestens eine zuverlässige Methode, vorzugsweise eine, die nicht von der Anwenderin abhängt, etwa eine Spirale oder ein Implantat, oder zwei einander ergänzende Methoden einschließlich einer Barrieremethode), auch wenn keine Regelblutung auftritt; mindestens einmal im Jahr eine Überprüfung mit einem Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung; ein Leitfaden für Patientinnen und eine Patientenkarte, die die Apotheke bei jeder Abgabe aushändigt [1, 2]. Die Bedingungen gelten auch für Frauen, die zurzeit nicht sexuell aktiv sind, wenn keine triftigen Gründe gegen eine mögliche Schwangerschaft sprechen [2].
Bei Mädchen informieren Eltern oder Betreuungspersonen die Ärztin oder den Arzt, sobald die erste Regelblutung einsetzt; danach wird die Behandlung jährlich neu beurteilt [1, 2]. Wenn Sie schwanger werden möchten, vereinbaren Sie zuerst einen Termin und beenden weder Valproat noch die Verhütung ohne Rücksprache; eine Umstellung wird frühzeitig vor der Empfängnis geprüft [1, 2]. Bei bipolarer Störung wird Valproat bei Kinderwunsch beendet und bei Bedarf umgestellt [2].
Männer
Eine Studie aus drei nordeuropäischen Ländern deutet auf ein erhöhtes Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern hin, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung Valproat eingenommen hatten, verglichen mit Vätern, die Lamotrigin oder Levetiracetam erhielten (etwa 5 von 100 gegenüber etwa 3 von 100 Kindern) [1, 4]. Andere Studien fanden kein erhöhtes Risiko; laut Fachinformation ist die Evidenz uneinheitlich und die ursächliche Rolle von Valproat ungewiss [1, 2]. Als Vorsichtsmaßnahme sehen Fachinformation und Rote-Hand-Brief vor, dass die Ärztin oder der Arzt über das mögliche Risiko informiert und eine zuverlässige Verhütung für den Patienten und seine Partnerin während der Behandlung und drei Monate danach bespricht; eine Samenspende sollte während der Behandlung und mindestens drei Monate danach nicht erfolgen [2, 4]. Empfohlen wird, dass eine auf Epilepsie oder bipolare Störungen spezialisierte Ärztin oder ein solcher Arzt die Behandlung einleitet und überwacht; die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt prüft regelmäßig, ob Valproat weiterhin die geeignetste Behandlung ist, und männliche Patienten erhalten einen Leitfaden für Patienten [1, 2, 4]. Wenn Sie ein Kind zeugen möchten, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf, bevor Sie die Verhütung beenden; dann werden andere Behandlungsmöglichkeiten besprochen [1, 2]. Das Beratungszentrum Embryotox hält bei stabil eingestellten Männern eine Fortführung von Valproat auch bei Kinderwunsch für akzeptabel, wenn die unklare Datenlage in Kauf genommen wird [3]. Beenden Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Natriumvalproat, Valproinsäure oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Störungen der Leber- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion[1, 2]
- Schwere Lebererkrankung in der eigenen Vorgeschichte oder bei Angehörigen; durch Valproat ausgelöste Leberschäden in der Familie; laut Fachinformation auch tödlich verlaufene Leberfunktionsstörung unter Valproinsäure bei Geschwistern[1, 2]
- Porphyrie (Störung der Bildung des roten Blutfarbstoffs)[1, 2]
- Blutungsneigung bzw. Blutgerinnungsstörungen[1, 2]
- Störung des Harnstoffzyklus[1, 2]
- Mitochondriale Erkrankung durch einen genetischen Defekt (POLG-Mutationen, z. B. Alpers-Huttenlocher-Syndrom); laut Fachinformation auch Kinder unter zwei Jahren mit Verdacht auf eine solche Erkrankung[1, 2]
- Unbehandelter Carnitinmangel[1, 2]
- Epilepsie: Schwangerschaft, es sei denn, es gibt keine andere wirksame Behandlung[1, 2]
- Bipolare Störung: Schwangerschaft[1, 2]
- Frauen, die schwanger werden könnten, es sei denn, die Bedingungen des Schwangerschaftsverhütungsprogramms werden eingehalten, darunter eine wirksame Verhütung während der gesamten Behandlung[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Mädchen und Frauen, die schwanger werden könnten, Schwangerschaftsverhütungsprogramm: Behandlung nur, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden, eingeleitet und überwacht von einer auf Epilepsie bzw. bipolare Störungen spezialisierten Ärztin oder einem solchen Arzt; vor Beginn ein negativer Schwangerschaftstest (Blutplasma), bestätigt durch medizinisches Fachpersonal, und soweit erforderlich weitere Schwangerschaftstests während der Behandlung; während der gesamten Behandlung ohne Unterbrechung zuverlässige Verhütung, mindestens eine zuverlässige, vorzugsweise anwenderunabhängige Methode wie Spirale oder Implantat oder zwei einander ergänzende Methoden einschließlich einer Barrieremethode, auch wenn keine Regelblutung auftritt; mindestens jährliche Überprüfung durch die spezialisierte Ärztin oder den spezialisierten Arzt mit jährlich auszufüllendem Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung; Leitfaden für Patienten und Patientenkarte[1, 2]
- Mädchen: Eltern oder Betreuungspersonen informieren die Ärztin oder den Arzt, sobald die erste Regelblutung einsetzt; danach wird die Behandlung jährlich neu beurteilt, und laut Fachinformation sollte alles daran gesetzt werden, Mädchen vor dem Erwachsenenalter auf eine andere Behandlung umzustellen[1, 2]
- Kinderwunsch bei Frauen: vorher einen Termin bei der Ärztin oder dem Arzt vereinbaren; weder Valproat noch die Verhütung ohne Rücksprache beenden, bei Epilepsie wird eine Umstellung frühzeitig vor der Empfängnis geprüft, bei bipolarer Störung wird Valproat laut Fachinformation beendet und bei Bedarf vor der Empfängnis umgestellt[1, 2]
- Männer: Die Ärztin oder der Arzt bespricht ein mögliches Risiko für Entwicklungsstörungen bei Kindern von Vätern, die in den drei Monaten vor der Zeugung Valproat eingenommen haben, und die Notwendigkeit einer zuverlässigen Verhütung für den Patienten und seine Partnerin während der Behandlung und drei Monate danach; keine Samenspende während der Behandlung und mindestens drei Monate danach; empfohlen wird, dass eine auf Epilepsie bzw. bipolare Störungen spezialisierte Ärztin oder ein solcher Arzt die Behandlung einleitet und überwacht; die verschreibende Ärztin oder der verschreibende Arzt prüft regelmäßig, ob Valproat weiterhin die geeignetste Behandlung ist; wer ein Kind zeugen möchte, sucht vor dem Beenden der Verhütung die Ärztin oder den Arzt auf, dann werden andere Behandlungsmöglichkeiten besprochen; Leitfaden für Patienten und Patientenkarte[1, 2, 4]
- Leber: Valproat kann die Leber ernsthaft schädigen. Vor Beginn und in den ersten sechs Monaten sollte die Leberfunktion überwacht werden; besonders gefährdet sind Säuglinge und Kinder unter 3 Jahren mit schwerer Epilepsie, vor allem zusammen mit anderen Antiepileptika[1, 2]
- Kinder unter 3 Jahren: keine gleichzeitige Gabe von Acetylsalicylsäure (größeres Risiko für Leberschäden)[1, 2]
- Früherer schwerer Hautausschlag, Hautablösung, Blasen oder Geschwüre im Mund nach Valproat[1]
- Frühere Schädigung des Knochenmarks: engmaschige ärztliche Überwachung mit Blutbildkontrollen[1, 2]
- Systemischer Lupus erythematodes: kann durch Valproat verschlimmert oder ausgelöst werden[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion oder Eiweißmangel im Blut (Hypoproteinämie): Die Dosis muss eventuell verringert werden[1, 2]
- Vor Operationen oder zahnärztlichen Eingriffen: die Ärztin, den Arzt oder die Zahnarztpraxis über die Einnahme informieren, weil Valproat die Blutungsneigung erhöhen kann[1, 2]
- Durch einen genetischen Defekt verursachte mitochondriale Erkrankung in der Familie (Risiko einer Leberschädigung), Carnitin-Palmitoyltransferase-II-Mangel (höheres Risiko für Muskelabbau), eingeschränkte Carnitinaufnahme mit der Nahrung (vor allem bei Kindern unter 10 Jahren) oder Carnitinmangel mit Einnahme von Carnitin[1, 2]
- Gewichtszunahme, vor allem zu Beginn: Gewicht kontrollieren; eine Gewichtszunahme kann ein Risikofaktor für Zysten an den Eierstöcken sein[1, 2]
- Verdacht auf Stoffwechselstörungen, vor allem des Harnstoffzyklus: vor Beginn bestimmte Stoffwechseluntersuchungen[1, 2]
- Urintests auf Ketone können unter Valproat falsche Ergebnisse liefern[1, 2]
- Manie: Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte Valproat nicht zur Behandlung der Manie eingesetzt werden[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol [1]. Fahren Sie nicht und bedienen Sie keine Maschinen, ohne vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke zu fragen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Autofahren. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox zu Schwangerschaft und Stillzeit sagen; zur Stillzeit weichen Packungsbeilage und Embryotox voneinander ab [1, 2, 3]. Wenn Sie unter Valproat schwanger sind oder es vermuten, setzen Sie das Mittel nicht selbst ab, sondern vereinbaren unverzüglich einen Termin [1].
Schwangerschaft
Valproat kann schwere Geburtsfehler verursachen und die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen; das Risiko steigt mit der Dosis, doch alle Dosen sind risikobehaftet. Bei Frauen, die Valproat einnehmen, kommen etwa 11 von 100 Neugeborenen mit Geburtsfehlern zur Welt (ohne Epilepsie 2 bis 3 von 100), am häufigsten Spina bifida, Gesichts- und Schädelfehlbildungen sowie Fehlbildungen von Herz, Nieren, Harnwegen, Geschlechtsorganen und Gliedmaßen; auch Hörprobleme, Augenfehlbildungen und Blutungen bei Neugeborenen wurden berichtet. Bei bis zu 30 bis 40 Prozent der Kinder im Vorschulalter kann es zu Problemen in der frühkindlichen Entwicklung kommen; Autismus wird häufiger diagnostiziert, und es gibt Hinweise auf ein erhöhtes ADHS-Risiko.[1, 2]
Bei Epilepsie darf Valproat in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es gibt keine andere wirksame Behandlung; bei bipolarer Störung darf es in der Schwangerschaft nicht angewendet werden. Werden Sie unter Valproat schwanger, beenden Sie die Einnahme nicht selbst, sondern vereinbaren Sie unverzüglich einen Termin; Sie werden an eine Fachärztin oder einen Facharzt überwiesen, die oder der andere Behandlungsmöglichkeiten prüft. Folsäure kann das allgemeine Risiko für Spina bifida verringern, senkt das mit Valproat verbundene Risiko für Geburtsfehler aber wahrscheinlich nicht.[1, 2]
Laut Fachinformation kam es in einer Metaanalyse bei 10,73 Prozent der Kinder von Frauen mit Epilepsie, die in der Schwangerschaft nur Valproat einnahmen, zu angeborenen Fehlbildungen; der IQ im Alter von 6 Jahren lag im Durchschnitt um 7 bis 10 Punkte niedriger als bei Kindern, die anderen Antiepileptika ausgesetzt waren, und das Risiko für Störungen des autistischen Formenkreises war etwa 3-fach erhöht.[2]
Embryotox ordnet Valproinsäure in die Kategorie "gesicherte Teratogenität und/oder gravierende Fetotoxizität" ein. Typisch ist ein 12- bis 20-fach erhöhtes Risiko für Spina bifida und andere Neuralrohrdefekte, die etwa 1 bis 2 Prozent der Kinder betreffen, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt waren; eine sichere Schwellendosis ist nicht bekannt. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox bei Epilepsie Lamotrigin und Levetiracetam, bei bipolarer Störung Quetiapin, andere Neuroleptika und Lamotrigin, gegebenenfalls auch das schwach fruchtschädigende Lithium. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage sollen Sie unter Valproat nicht stillen und Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen: Valproat geht in die Muttermilch über, und bei gestillten Kindern wurden Erkrankungen des Blutes festgestellt. Laut Fachinformation wird unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens und der Behandlung entschieden, ob abgestillt oder auf Valproat verzichtet wird.[1, 2]
Embryotox hält Stillen bei alleiniger Einnahme von Valproat und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel; dabei muss das Risiko einer weiteren Schwangerschaft unter Valproat bedacht werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkohol kann die Wirkung von Valproat beeinträchtigen und die Nebenwirkungen verstärken; trinken Sie während der Behandlung keinen Alkohol. Laut Fachinformation kann Alkohol auch die Leberschädigung durch Valproinsäure verstärken.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Fahren Sie nicht und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, ohne vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke zu fragen. Besonders zu Beginn, bei höheren Dosen oder zusammen mit anderen auf das Nervensystem wirkenden Mitteln können Benommenheit oder Verwirrtheit das Reaktionsvermögen beeinträchtigen, unabhängig von der Grunderkrankung; Alkohol verstärkt diese Wirkung.[1, 2]
Einnahme
Die Retardtabletten möglichst 1 Stunde vor dem Essen (morgens auf nüchternen Magen) einnehmen; führt das zu Magen-Darm-Beschwerden, während oder nach einer Mahlzeit. Nicht zerkauen, sondern ganz oder in zwei Hälften mit reichlich Flüssigkeit schlucken. Die Tagesdosis wird auf einmal oder auf zwei Einzeldosen verteilt eingenommen. Tabletten erst unmittelbar vor der Einnahme aus dem Blister nehmen.[1, 2]
Während der Behandlung möglichst keine sauren Getränke oder eisgekühlten Speisen. Gelegentlich sind Bestandteile der Retardtablette als weißer Rest im Stuhl zu sehen; die Wirkung ist dadurch nicht beeinträchtigt.[1]
Einnahme vergessen: später nachholen; ist es fast Zeit für die nächste Dosis, diese zum gewohnten Zeitpunkt nehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Behandlung unter keinen Umständen eigenmächtig ab, weil das den Erfolg gefährdet und neue Anfälle auslösen kann. Über Dauer und Ende entscheidet die Fachärztin oder der Facharzt; eine Dosisverringerung oder ein Absetzen ist im Regelfall frühestens nach 2- bis 3-jähriger Anfallsfreiheit zu erwägen, laut Fachinformation schrittweise über ein bis zwei Jahre.[1, 2]
Bei Verdacht auf eine schwere Beeinträchtigung der Leber oder eine Schädigung der Bauchspeicheldrüse beendet die Ärztin oder der Arzt die Behandlung sofort; ebenso bei Nebenwirkungen, die nicht von der Dosis abhängen.[1]
Überdosierung
Haben Sie zu viel eingenommen, nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt auf. Mögliche Zeichen sind Koma mit erhöhter Muskelspannung, verminderte Reflexe, enge Pupillen, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Übersäuerung des Blutes, erhöhter Natriumwert und Störungen von Atmung oder Herzfunktion; hohe Dosen führten auch zu einer erhöhten Anfallsneigung und Verhaltensänderungen. Vereinzelt verliefen Überdosierungen tödlich. Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt für die Langzeitbehandlung der Epilepsie übliche mittlere Tagesdosen nach Körpergewicht und Alter sowie Anfangs- und Tagesdosis bei Manie [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Ihre genaue Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Retardtabletten unzerkaut, ganz oder halbiert, mit reichlich Flüssigkeit ein, möglichst eine Stunde vor dem Essen; die Tagesdosis wird auf einmal oder auf zwei Einzeldosen verteilt [1, 2]. Nehmen Sie die Tabletten erst unmittelbar vor der Einnahme aus dem Blister, und verzichten Sie möglichst auf saure Getränke und eisgekühlte Speisen [1]. Weiße Reste der Tablette im Stuhl beeinträchtigen die Wirkung nicht [1]. Eine vergessene Dosis holen Sie nach, außer es ist schon fast Zeit für die nächste; nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].
Brechen Sie die Behandlung unter keinen Umständen eigenmächtig ab: Das gefährdet den Erfolg und kann neue Anfälle auslösen [1]. Über Dauer und Ende entscheidet die Fachärztin oder der Facharzt; eine Verringerung oder ein Absetzen ist im Regelfall frühestens nach zwei bis drei Jahren ohne Anfälle zu erwägen und erfolgt laut Fachinformation schrittweise über ein bis zwei Jahre [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen. Bei einer Überdosierung nehmen Sie sofort Kontakt mit einer Ärztin oder einem Arzt auf; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Valproinsäure
Valproinsäure gibt es als Retardtabletten, Filmtabletten und Lösung zum Einnehmen von vielen Herstellern; das Beratungszentrum Embryotox nennt unter anderem Convulex, Ergenyl und Orfiril [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Valproat-ratiopharm chrono Retardtabletten [1, 2]. Laut Packungsbeilage enthält die Packung von Valproat-ratiopharm chrono eine Patienten-Erinnerungskarte [1].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Valproat-ratiopharm chrono | ratiopharm GmbH | 300 mg und 500 mg Retardtabletten; Grundlage dieser Seite |
| Valproinsäure-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Filmtabletten und Lösung zum Einnehmen |
| Valproat STADA | STADAPHARM GmbH | Retardtabletten |
| Valproat HEXAL chrono | Hexal AG | Retardtabletten |
| Valproat AbZ | AbZ-Pharma GmbH | Retardtabletten |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Valproat-ratiopharm chrono 300 mg/500 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Valproinsäure. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Valproat: Mögliches Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen bei Kindern, deren Väter mit Valproat behandelt wurden. Zulassungsinhaber valproathaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 19.02.2024. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Valproinsäure. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Warum dürfen Frauen Valproinsäure nur mit Verhütung nehmen?
Valproat kann beim ungeborenen Kind schwere Geburtsfehler verursachen und die körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigen. Laut Packungsbeilage kommen bei Frauen, die Valproat einnehmen, etwa 11 von 100 Neugeborenen mit Geburtsfehlern zur Welt, bei Frauen ohne Epilepsie 2 bis 3 von 100; bei bis zu 30 bis 40 Prozent der Kinder im Vorschulalter kann es zu Entwicklungsproblemen kommen. Deshalb müssen Frauen, die schwanger werden könnten, vor Beginn einen negativen Schwangerschaftstest haben und während der gesamten Behandlung ohne Unterbrechung zuverlässig verhüten.
Was gilt für Männer, die Valproinsäure einnehmen?
Eine Studie deutet auf ein mögliches Risiko für Entwicklungsstörungen bei Kindern hin, deren Väter in den drei Monaten vor der Zeugung Valproat eingenommen haben; andere Studien fanden kein erhöhtes Risiko, und laut Fachinformation ist die Rolle von Valproat ungewiss. Als Vorsichtsmaßnahme bespricht die Ärztin oder der Arzt eine zuverlässige Verhütung für Sie und Ihre Partnerin während der Behandlung und drei Monate danach; eine Samenspende sollte während der Behandlung und mindestens drei Monate danach nicht erfolgen. Bei Kinderwunsch werden andere Behandlungsmöglichkeiten besprochen. Beenden Sie Valproat aber nicht ohne Rücksprache.
Macht Valproinsäure dick?
Eine Gewichtszunahme oder -abnahme, abhängig von der Dosis, sowie ein gesteigerter oder verminderter Appetit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; eine Vermehrung des Körperfetts ist selten. Laut Packungsbeilage sollten Sie Ihr Gewicht vor allem zu Beginn kontrollieren, weil eine Gewichtszunahme ein Risikofaktor für Zysten an den Eierstöcken sein kann.
Kann Valproinsäure Haarausfall verursachen?
Ja. Haarausfall sowie Nagel- und Nagelbetterkrankungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Gelegentlich verändern sich Haarstruktur oder Haarfarbe, oder es kommt zu abnormem Haarwuchs. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Veränderungen bemerken, und setzen Sie Valproinsäure nicht eigenmächtig ab.
Woran erkenne ich eine Schädigung von Leber oder Bauchspeicheldrüse?
Mögliche Zeichen sind körperliche oder psychische Schwäche, Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, Schläfrigkeit, Übelkeit, wiederholtes Erbrechen, Bauchschmerzen, eine Abneigung gegen gewohnte Speisen oder gegen Valproat, Gelbsucht, geschwollene Beine, neue oder schlimmere Anfälle sowie auffallend viele blaue Flecken oder Nasenbluten. Suchen Sie dann sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder unter 3 Jahren in den ersten 6 Behandlungsmonaten.
Darf ich unter Valproinsäure Alkohol trinken?
Nein. Laut Packungsbeilage kann Alkohol die Wirkung von Valproat beeinträchtigen und die Nebenwirkungen verstärken; Sie sollten während der Behandlung keinen Alkohol trinken. Laut Fachinformation kann Alkohol außerdem die Leberschädigung durch Valproinsäure verstärken und die Beeinträchtigung beim Autofahren erhöhen.
Darf ich unter Valproinsäure stillen?
Die Packungsbeilage rät, unter Valproat nicht zu stillen und die Ärztin oder den Arzt zu fragen, weil Valproat in die Muttermilch übergeht und bei gestillten Kindern Erkrankungen des Blutes festgestellt wurden. Das Beratungszentrum Embryotox hält Stillen bei alleiniger Einnahme von Valproat und guter Beobachtung des Kindes für akzeptabel. Klären Sie die Frage vor der Geburt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie hoch ist die Dosis von Valproinsäure?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell fest; bei Epilepsie richtet sie sich unter anderem nach dem Körpergewicht. Die Angaben der Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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